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 Betreff des Beitrags: KLOSTER DER 1000 TODSÜNDEN - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 03.10.2010 23:35 
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Kloster der 1000 Todsünden (Italien 1986, Originaltitel: La monaca del peccato)

Susanna (Eva Grimaldi) wird von ihrem Stiefvater vergewaltigt, wenig später schiebt man sie gegen ihren Willen in ein Kloster ab. Die Mutter Oberin ist der jungen Schönheit zugetan, was die Eifersucht von Schwester Teresa (Karin Well) erregt. Teresa war bisher die "Lieblingsschwester" der Mutter Oberin, hat es gar bis zu deren Stellvertreterin gebracht. Obwohl Susanna auf Distanz zur Leiterin des Klosters bleibt, sich deren zudringlichen Begierden entzieht, konzentriert sich der Zorn der verschmähten Teresa auf die junge Nonne. Zunächst kann die Oberin ihre schützende Hand über Susanna halten. Doch als sich der Gesundheitszustand der Superiorin dramatisch verschlechtert, fährt die bösartige Teresa das volle Programm gegen Susanna auf. Die verzweifelte Novizin wird nach und völlig isoliert, lediglich Schwester Ursula (Jessica Moore) und Don Morel (Martin Philips) stehen auf ihrer Seite. Schwester Teresas Intrigen kennen keine Grenzen, geschickt sorgt sie bis weit über das Kloster hinaus für die Verleumdung Susannas. Selbst die Vertrauten der Unglücklichen werden in die Fall hereingezogen, geraten unter massiven Druck...

Die siebziger Jahre waren die Hochzeit des Nunploitation Genres. Ergo mutet "Kloster der 1000 Todsünden" wie ein Nachzügler an, seine Machart erinnert tatsächlich eher an die siebziger, denn an die achtziger Jahre. Joe D'Amato hat einen herrlich unmodernen Film gedreht. Man könnte glatt vermuten, das Material habe bereits einige Jahre auf Halde gelegen, bevor der Film 1986 veröffentlicht wurde. Neben der Regie besorgte D'Amato auch die Kameraarbeit, die bekanntlich schon vor dem Regiestuhl seine Heimat war. Der Streifen ist recht ansprechend ausgestattet, D'Amatos Kamera sowieso eine sichere Bank, die Darsteller liefern durchweg ordentliche Leistungen ab. Eva Grimaldi ist eine aussergewöhnlich schöne Frau. Man sollte aber nicht vergessen, dass sie auch schauspielerisch überzeugend agiert, einen nicht unerheblichen Teil des Films schultert. Ich muss trotzdem kurz auf ihre Schönheit eingehen. Diese Augen, diese sinnlichen und verführerischen Lippen, diese Nippel... (Contenance!!!) *räusper*

Wo waren wir noch stehengeblieben? Sehr ansprechend ist die Darbietung von Karin Well, der die Fiesheit geradezu aus den stechenden Augen zu springen scheint. Martin Philips ist ein schmächtiges, blasses Bürschlein, welches gut in die Rolle des jungen Pfaffen passt. Gabriele Tinti taucht mehrfach als Monsignore auf, der entscheidend die Weichen des Schreckens stellt. Die Damen dominieren naturgemäß das Treiben, nackte und halbnackte Nonnen überall. Klar, D'Amato lässt sich nicht lumpen, hier hüpfen die Nönnchen nackt durch die Waschbottiche, dort wird ein wenig unter dem Kreuz gefingert. Die Peitsche darf freilich nicht fehlen, lüstern lässt man das Leder auf die hübschen Körperteile knallen. Allzu wüst wird es aber zu keiner Zeit, der liebe Onkel Massaccesi lässt der Wildsau keine besonders lange Leine. Die unzähligen grausigen Untaten, die die katholische Kirche im Namen Gottes ausübt(e), werden besonders im Finale angeprangert. Allerdings funktioniert "Kloster der 1000 Todsünden" in dieser Hinsicht nur eingeschränkt. Einerseits werden die üblichen Genreklischees zu sehr ausgewälzt, andererseits erscheint die "Message" ein wenig zu beiläufig.

So sitzt der Film letztlich ein wenig zwischen den Stühlen. D'Amato -den ich sehr schätze- hätte gut daran getan, sich dem zügellosen Treiben hinzugeben, auf eine "wichtige Aussage" zu schei**en. Als wild-erotischer Nonnen-Exploiter mit Mettgut und blutiger Peitschenzucht, hätte das sündige Kloster IMHO deutlich besser abgeschnitten. In der vorhandenen Form ist der Film ein wenig zu brav, doch gleichzeitig zu wüst um als ernsthafte Kritik am "System Kirche" durchzugehen. Obwohl die Erwartungshaltung nur teilweise erfüllt wird, sollten sich Nonnen- und D'Amato-Sympathisanten den Streifen zu Gemüte führen!

Mir liegt "Kloster der 1000 Todsünden" als Scheibe von X-Rated vor. Der Film wird in englischer Sprache angeboten, die deutschen Untertitel sind leider nicht ausblendbar, aber zumindest vorhanden. Das Bild ist mittelprächtig, das Bonusmaterial nicht der Rede wert. Eine durchschnittliche Veröffentlichung... ...zu einem leicht überdurchschnittlichen Film.

6/10 + 0,5 Bonuspunkte für die Vorzüge der Frau Grimaldi...

Lieblingszitat:

"Put your faith in my methods."

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Blap V 3.0 regaining paradise

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Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: KLOSTER DER 1000 TODSÜNDEN - JOE D'AMATO
BeitragVerfasst: 04.10.2010 02:45 
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Den kenne ich noch nicht, aber wenn du mal wieder Lust auf D'Amato + Nonnen hast, kann ich dir auch diesen empfehlen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: KLOSTER DER 1000 TODSÜNDEN - Joe D'Amato
BeitragVerfasst: 05.04.2015 21:40 
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Alternativer Titel: Joe D'Amato's Kloster der 1000 Todsünden
Produktionsland: Italien
Produktion: Donatella Donati
Erscheinungsjahr: 1986
Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Antonio Bonifacio, Daniele Stroppa, Denis Diderot (Romanvorlage)
Kamera: Joe D´Amato
Schnitt: Joe D´Amato, Kathleen Stratton
Musik: Guido Anelli, Stefano Mainetti
Länge: ca. 88 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Eva Grimaldi, Karin Well, Gabriele Gori, Jessica Moore, Maria Pia Parisi, Martin Philip, Gabriele Tinti, Katalin Murany, Beba Balteano, Aldina Martano





Maria Susanna Simonin wird gegen ihren Willen in ein Kloster eingewiesen. Sie ist zwar gläubig, aber mit dem Leben als Nonne überfordert. Die Mutter Oberin kümmert sich um die Neue und verliebt sich in sie. Die Bevorzugung von Schwester Susanna, passt Schwester Teresa überhaupt nicht. Sie beschuldigt Susanna: vom Teufel besessen zu sein…

Joe D'Amatos KLOSTER DER 1.000 TODSÜNDEN startet mit einer Vergewaltigung und untermalt diese mit Orgelmusik. Maria Susanna Simonin wurde soeben von ihrem eigenen Vater geschändet und somit von ihrer Mutter in ein Kloster verbannt. Die musikalischen Klänge orientieren sich auch weiterhin an Orgelmusik, was für einen Film der zu 99 % in einem Kloster spielt, auch nicht sonderlich überraschend ist. Die Kompositionen von Guido Anelli und Stefano Mainetti halten sich allerdings (im Vergleich zu anderen Nunsploitation-Klangschemen) im belanglosen Rahmen. Die Musik bleibt nicht im Ohr und wird somit schnell vergessen.

D'Amatos Film setzt in erster Linie darauf, als Drama zu fungieren. Erotische Momente sowie Sexeinlagen, stellen sich somit weiter hinten an. Der Mittelpunkt ist Eva Grimaldi als Schwester Susanna, die mit dem Klosteralltag nicht sonderlich zu recht kommt. Dieser Alltag besteht darin nicht zu lachen und das unkeusche Fleisch zu strafen. Damit verbunden, bietet D'Amato, ein wenig Sadismus, Intrigen und im letzten Drittel eine gute Portion Spannung. Das die Kirche, deren Anschauung und Vertreter nicht sonderlich gut wegkommen, sollte klar sein.

Innerhalb der Besetzung setzt D'Amato (wie bereits angerissen) in erster Linie auf Eva Grimaldi und präsentiert diese in den unterschiedlichsten Gemütszuständen. Gabriele Tinti agiert als Monsignore (für seine Verhältnisse) etwas zurückhaltend. Dieses liegt u.a. auch daran, dass einer meiner favorisierten Filmdrecksäcke einen Exorzisten vor die Nase gesetzt bekommt, der sich mit einigen „Nettigkeiten“ austoben darf und dem Gabriele somit die Show stiehlt.

Fazit: D'Amatos KLOSTER DER 1.000 TODSÜNDEN kann man zwar nicht zur Speerspitze des Nunsploitation-Genres zählen, aber empfehlenswert ist das Teil allemal.

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