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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: LIBIDINE - Raniero di Giovanbattista
BeitragVerfasst: 01.06.2013 22:48 
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Lust (OT: Libidine; Italien; 1979; Raniero di Giovanbattista)

Anna (Cinzia De Carolis) lässt die Klosterschule hinter sich und wird von einer Nonne wieder zuhause abgeliefert. Dort findet sie folgende Situation vor: von ihrer (Stief?)mutter (Marina Hedman) wird sie immerzu befummelt; ihr Vater ist im hauseigenen Forschungslabor vor allem mit allerlei exotischem Getier, insbesondere einer Schlange, beschäftigt. Womit das Dienstmädchen (Ajita Wilson) die meiste Zeit beschäftigt ist, dürfte wohl auch nicht schwer zu erraten sein. Und dann ist da noch ein schmieriger, übergewichtiger Diener mit einem fiesen Schnurrbart, der Anna fast vergewaltigt - wäre da nicht die Schlange, die in letzter Sekunde tödlich dazwischenfunkt. Spätestens ab diesem Moment vertieft sich das Verhältnis zwischen dem Tier und Anna..

Wer sich mal wieder davon überzeugen möchte, dass im italienischen Kino der 70er Jahre wirklich alles Mögliche und Unmögliche möglich war, dem empfehle ich zur Abwechslung mal dieses Werk des obskuren Regisseurs Raniero di Giovanbattista (wie kann der Regisseur eines solchen Films nur obskur bleiben?).
Übrigens denke ich mir oft, dass man z.B. das italienische Kino der 70er nicht damit anpreisen sollte, dass es "italienisches Kino der 70er" ist, denn das ist ja offenkundig ersichtlich. Viel mehr sollte man sich unabhängig davon auf die Stärken und Besonderheiten dieser Werke konzentrieren. Dann kommt es mir jedoch oft so vor, dass diese Werke so stark in ihrem Herstellungsland und ihrer Entstehungszeit verankert sind, dass es nur natürlich und richtig ist, beides in der Beschäftigung damit immer wieder hervorzuheben. Das nur als Gedanken nebenbei.
Und wenn es jedenfalls etwas gibt, das speziell für das italienische Erotikkino der späten 70er Jahre typisch ist, dann sind es wohl die noch hemmungsloser ausgeloteten Sleaze- und Schundabgründe. Ist eigentlich genau wie bei der Musik: der Höhepunkt war bereits Anfang bis Mitte 70er erreicht, aber der langsame Niedergang kann auch Spaß machen. Und genau die Musik dieser Zeit liefert auch Stelvio Cipriani in Form eines Lounge/Disco/Orchester-Scores, welcher sich, genau wie der Film, nie so recht zwischen geschmacklichen Entgleisungen und angedeuteter Opulenz entscheiden kann. Versteht eigentlich niemand, wie sehr diese Filme von ihrer Musik abhängen, oder warum wird sie in Reviews meist gar nicht erwähnt? Aber ich schweife schon wieder ab.
Um ehrlich zu sein, hat mich der Film, so sehr ich ihn auch ungläubig mitverfolgt habe, auch ein bisschen gelangweilt(vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung). Dennoch gibt es noch vieles hervorzuheben. Zum Beispiel der groovy aus dem Auto heraus gefilmte Vorspann, natürlich mit der erwähnten geilen Musik! Oder die Location: wäre der Film höher budgetiert gewesen, hätte man das Geschehen sicher auch gut in ein Schloss verlegen können (a la MALABIMBA); so musste aber ein stinknormales Haus herhalten (immerhin mit kleinem Garten!), was dieses Paralleluniversum, das sich darin eröffnet, allerdings noch morbider wirken lässt. Ansonsten gibt es einvernehmlichen Sex zwischen dem dicken Schnurrbart und Marina Hedman sowie zwischen Marina Hedman und Ajita Wilson. Außerdem semi-einvernehmlichen Sex (wohl auch bekannt als "romanticized rape") zwischen dem dicken Schnurrbart und Ajita Wilson. Bleibt also noch Cinzia De Carolis, die sich mit einer Schlange im Bett wälzen darf, und dabei einen so glücklichen Gesichtsausdruck zur Schau trägt, als ob sie aus voller Überzeugung die Rolle ihres Lebens spielt bzw. gar nicht nur eine Rolle spielt! Letztlich hoffe ich: No snakes were harmed, and no humans were harmed by snakes, during the making of this movie!

Ein modernes Märchen, das sich in das Gewand eine sleazy Sexploitation Flicks gehüllt hat (oder war es genau anders herum?), um so ein breiteres Publikum mit nackten Tatsachen anzulocken und es dann mit einer rührenden Liebesgeschichte der etwas anderen Art zu konfrontieren. Poetisch, grobschlächtig, geschmeidig, geschmacklos, anmutig, unbegreiflich!


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDINE - Raniero di Giovanbattista
BeitragVerfasst: 02.06.2013 09:36 
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Von dem hab ich schonmal gelesen, mich stört der dicke Schnurrbärtige Hausangestellte, der an allen Sexszenen beteiligt sein soll. Angeblich sehr unappetitlich der Kerl 8-)

Gibts von dem Film ne deutsche Version oder was hast du da gesehen ???


Übrigens ist hier die kleine aus der "Neunschwänzigen Katze" dabei, die mit ihrem "Brezelchen" versucht die Morde auf zu klären.
Tja sie träumte wohl auch von einer großen Schauspielkarriere, tja was draus geworden ist sieht man hier, minutenlang mit einer Schlange nackt im bett wälzen :|

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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDINE - Raniero di Giovanbattista
BeitragVerfasst: 02.06.2013 16:42 
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Soweit ich weiß, gibt's von dem nicht mal was Englisches. Hab auch nur eine italienische Fassung gesehen. Der Handlung kann man jedoch auch mit kaum vorhandenen Italienischkenntnissen halbwegs folgen. ;)

Wäre sicher cool, wenn irgendein Label den mal in besserer Qualität auf DVD transferieren könnte. Aber ich fürchte, da stehen die Chancen mal wieder nicht besonders gut.

Immerhin hat es ja inzwischen sogar der Soundtrack zu einem CD-Release gebracht:

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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDINE - Raniero di Giovanbattista
BeitragVerfasst: 02.06.2013 18:25 
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Chet hat geschrieben:
Versteht eigentlich niemand, wie sehr diese Filme von ihrer Musik abhängen, oder warum wird sie in Reviews meist gar nicht erwähnt?

Gerade in Verbindung mit Erotik (bzw. der filmischen Darstellung von Erotik) ist Musik imens wichtig!
Ich bin davon überzeugt, dass man so manch schnarchigen Erotik-Schmachtfetzen ganz simpel zu hochkarätiger Kost aufpeppen könnte durch Austausch der Soundspur.

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