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 Betreff des Beitrags: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 03.11.2016 15:39 
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Libido - Das große Lexikon der Lust (D)
Eine Doktorarbeit für die Liebe (D - Arbeitstitel)
Le 10 meraviglie dell'amore (IT)
Tout le monde is sexy, tout le monde est cochon (F)


IT / D 1969

R: Sergio Bergonzelli / Theo Maria Werner
D: Al Cliver, Brigitte Skay, Hansi Linder, Isa Sala, Bernard Vries De Vries, Angelo Infanti, Marisa Solinas, Vittoria Solinas, Biagio Pelligra, Tom Felleghy, Dick Randall, Aurora Bautista, Eva Astor, Horst Edel, Peter Kranz u.a.


Starttermine:

17.04.1969 Kinopremiere Italien
22.10.1971 Kinopremiere Deutschland
05.04.1973 Kinopremiere Frankreich

Score: Piero Piccioni

Italo-Cinema.de

OFDb



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"Eine hübsche Geisha ist mehr als Hasch für jede Kommune"


Sechs junge Doktoranden bilden im Rahmen ihrer anstehenden Dissertation eine kommuneähnliche Wohngemeinschaft, um dort dann in aller Ruhe ihre gemeinschaftliche Doktorarbeit in Form eines recht konfusen Reportagefilms über die menschliche Libido erarbeiten zu können. Was folgt, ist eine pseudowissenschaftliche Odyssee durch zahlreiche Themengebiete der menschlichen Sexualität, wobei die sechs Studenten eine schonungslose Ursachenforschung betreiben, die wiederum zu jedem Zeitpunkt auf streng-wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Dabei interviewen sie u.a. wildfremde Passanten auf offener Strasse über deren Sexualleben, machen Bekanntschaft mit einer Gummi-Ursel oder begeben sich auch einfach mal so nebenbei auf einen halluzinogenen Selbsterfahrungstrip, der ihnen dann auch noch die Augen für das wahre Wunder der Liebe öffnet.






Dieser unfassbare Pseudorepotagenirrsinn des wahnwitzigen Regiekünstlers Sergio Bergonzelli entpuppt sich schließlich als ein höchst unterhaltsames Filmspektakel, bei dem das wohlige Zeitkolorit der späten 60er Jahre aus jeder Ritze des Films trieft. Als Krönung des Ganzen kann hierbei die deutsche Synchronisationsarbeit angesehen werden, da diese ein nicht mehr enden wollendes Feuerwerk der guten Laune abbrennt und dabei stets die Lachmuskulatur in einem horrenden Maße strapaziert. Ein Feuerwerk der guten Laune, bei dem man aus dem Dauergrinsen so schnell nicht wieder herauskommt :D


Dabei konnte das deutsche Co-Produzenteam um Gunter Otto auch in diesem Fall die Finger mal wieder nicht ruhig halten und veranlasste durch den Regisseur Theo Maria Werner (alias Werner Hauff) kurzerhand den Nachdreh zahlreicher Szenen, die im Anschluss gegen ca. 10 Minuten des ursprünglich in Italien abgdrehten Films ersetzt wurden. In der Regel gehen solch nachträglich eingefügten Nachdrehszenen meistens in die Hose, da solche Inserts den eigentlichen Filmverlauf meist ausbremsen und dabei wie uninspirierte Fremdobjekte wirken, die dann wiederum der eigentlichen Inszenierung alles andere als zuträglich sind. Nicht so in diesem Fall, da man ausnahmsweise mal etwas mehr Sorgfalt hatte walten lassen, wodurch dann wiederum das nachgedrehte Fremdmaterial weitaus unauffälliger erscheint. Und die sowieso schon höchst feierliche Synchro dreht in diesen Szenen dann erst so richtig auf....


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Unter Berufung auf sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse a la Kinsley, Freud, Ellis, Van de Velde oder Masters & Johnson, als auch auf den Umgang mit der natürlichen Nacktheit in der Kunstgeschichte, werden im weiteren Filmverlauf solche für die damalige Zeit heiße Eisen wie z.B. die sexuell abnormale Frigidität, Gruppensex, Masturbation, Impotenz, Homosexualität, Mutterkomplexe, sexuelle Sättigung, Voyeurismus oder auch einfach nur das Lustempfinden im fortgeschrittenen Lebensalter aufgegriffen und reportmäßig ausgeschlachtet. Ansonsten bringen sich auch wieder zahlreiche vermeintliche Experten in weißen Kitteln tatkräftig in das Geschehen ein und belegen die aufgestellten Theorien durch (pseudo-)wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein paar Geschmacklosigkeiten dürfen hierbei natürlich auch nicht fehlen, obwohl die gezeigten Sensationshaschereien im Vergleich zu vielen anderen Reportfilmvertretern immer noch recht harmlos und naiv wirken.

Der Höhepunkt des Ganzen ist dann aber ein unfassbarer Selbsterfahrungstrip, bei dem sich die sechs Studenten nicht nur mit kamille-crack-ähnlichem Marijuana in eine für sie bis dato unbekannte Welt wegschießen, sondern dabei auch zur wahren Erkenntnis ihres eigentlichen Reportanliegens gelangen.

Darstellertechnisch ließ man sich für diesen köstlichen Reportirrsinn auch nicht lumpen, da sich neben einem ganz jungen Al Cliver auch noch eine quirlige Brigitte Skay, eine reizende Hansi Linder, eine umwerfende Isa Sala oder auch der unkaputtbar wirkende Tom Felleghy gebührend die Ehre geben. Aber es geht noch weiter, denn neben dem Genrefilmrabauken Biagio Pelligra, der uns hier einen Kurzauftritt als Psychiater beschert, und den Herren Angelo Infanti und Bernard De Vries in den Rollen der weiteren Kommilitonen, statten uns dann auch noch die überaus aufreizenden Sollinas-Schwestern und Filmproduzentenurgestein Dick Randall Kurzbesuche ab. Weiterhin können auch noch ein paar Beteiligungen deutschstammiger Darsteller/-innen verkündet werden, obwohl ich die Auftritte von Eva Astor (SÜNDE MIT RABATT, DAS AUGE DES BÖSEN), Horst Edel (LIEBE DURCH DIE AUTOTÜR) und Peter Kranz (MUNTERE PÄRCHEN PACKEN AUS, DER BUMSLADEN-BOSS) dann doch eher im Rahmen der nachgedrehten Szenen des deutschen Filmverleihers vermute.

"LE 10 MERAVIGLIE DELL'AMORE" (zu deutsch "DIE 10 WUNDER DER LIEBE") bereitete der damaligen italienischen Zensurbehörde scheinbar größere Magenschmerzen, da dieses bergonzellische Reportfilmspektakel erst in 3. Instanz und nach der Verhängung mehrerer Schnittauflagen freigegeben wurde. Im Vergleich zur deutschen Schnittfassung scheint die italienische Originalfassung (trotz der Schnittauflagen) eine um 3 Minuten längere Laufzeit aufzuweisen, wobei der deutsche Filmverleiher wiederum ca. 10 Minuten des Original Filmmaterials entfernte und durch die nachgedrehten Frivolitäten ersetzte.

Sergio Bergonzelli ist mit "LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST" ein prächtiger Reportfilm gelungen, der sich schließlich aufgrund seiner unfassbaren Machart und des vorherrschenden Zeitgeistes als ein köstlicher Unterhaltungsspaß für Jung und Alt entpuppt.


Fazit: Weg mit den gesellschaftlichen Hüllen, rauf auf die Sexbarrikaden!



Eine ausführlichere Besprechung dieses unfassbaren Reportfilmirrsinns steht wie gewöhnlich auf ITALO-CINEMA.de zur Verfügung.


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LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST wurde gerade erst kürzlich in unseren Breitengraden von dem mir bis dato unbekannten Filmlabel "SJ-Entertainment" zum ersten mal auf DVD veröffentlicht. Zwar scheint es sich bei dieser DVD um eine Neuabtastung einer bereits gelittenen Filmrolle zu handeln, bei der man sich dann aber die Nachbearbeitung des digital-gescannten Bildmaterials eingespart hat. Somit räumt das Bild zwar wahrlich keine Preise ab, kann aber angesichts der Seltenheit des gezeigten Unfugs immer noch sehr gut angeschaut werden. Außerdem gibt es einige (kleinere) Filmrisse zu vermelden und der Vorspann scheint auch zu fehlen, was aber wiederum in diesem Fall einem gepflegten Filmspaß immer noch keinen Abbruch tut. Daher kann ich diesen herrlichen Reportfilmirrsinn des guten Herrn Bergonzelli trotz der vorliegenden Mängelliste wärmstens weiter empfehlen, da diese mittelprächtige Veröffentlichung vermutlich die einzige für die nächsten Jahre darstellen wird.


Weiterhin bereitete mir die in jeglichen Datenbanken als "Isa Sala" aufgeführte Darstellerin etwas Kopfzerbrechen, da so gut wie keine Infos über ihre Person in Erfahrung zu bringen war. Dabei bin ich mir sicher, dieses hübsche Gesicht schon in anderen Filmen gesehen zu haben, aber laut den Filmdatenbanken wirkte sie lediglich noch bei IL NERO - HASS WAR SEIN GEBET mit, den ich bis dato aber überhaupt noch nicht gesehen habe. Daraufhin vermutete ich kurzzeitig die Darstellerin "Maria Luisa Sala" hinter ihrer Person, aber ein Blick in deren Vita zerschlug diese Vermutung wiederum ganz schnell, da die gute Dame im Jahr 1969 schon ein wenig zu alt für die Rolle der aufreizenden Natascha gewesen wäre. Und dann soll es laut den Einträgen in der IMDB sogar auch noch zwei verschiedene Luisa Salas geben: Und zwar Maria Luisa Sala und Luisa Sala (so auch die Angabe in der Ofdb). Hat hier zufällig jemand den Durchblick, ob es sich bei den beiden Salas ggf. um die ein und dieselbe Person handeln könnte? :jc_hmmm:

Und wer ist Isa Sala? Vielleicht die Tochter von Maria Luisa Sala (die ihr zumindest optisch sehr ähnlich sieht)?

Fragen über Fragen... :?: . Vielleicht kann diesbezüglich jemand weiterhelfen :hutheben:


Ein weiteres Rätsel gibt die Namensnennung "Monica Pardo" auf dem Backcover der DVD auf, da weder ihr Name in den Filmdatenbanken mit "Libido" in Verbindung gebracht wird, noch zur Person an sich etwas vorzufinden ist. :unknown:


Und zu guter Letzt gibt es dann auch noch laut dem Frontcoveraufdruck den renommierten Professor Dr. Constantini, der den pseudoreporthaften Irrsinn vom Anfang bis zum bitteren Ende wissenschaftlich begleitete....
Wie? Ihr kennt den rekordverdächtigen Prof. Dr. Constantini nicht? Macht nichts, ich nämlich auch nicht... :passtscho:


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Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 16.11.2016 20:27, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 03.11.2016 15:58 
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.... und schon vorgemerkt. Evtl. kann ich den sogar auf dem WoH direkt abgreifen. Andernfalls wird sofort bestellt !!! :P

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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 03.11.2016 16:00 
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Schönes Ding!!! :)

Ist die kürzlich erschienene DVD empfehlenswert und uncut?


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 03.11.2016 16:13 
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Matze5878 hat geschrieben:
Schönes Ding!!! :)

Ist die kürzlich erschienene DVD empfehlenswert und uncut?


Das steht doch schon alles weiter oben ;)

Im gewissen Sinn ist die deutsche KF schon cut, da ca. 10 min der italienischen Fassung entfernt und durch nachgedrehte Szenen ersetzt wurden (und der italienischen Originalfassung wurden bereits vor dem eigentlichen Kinostart Schnittauflagen durch die Landeszensurbehörde auferlegt). Also eher mal wieder eine typisch deutsche Alternativfassung...
Die DVD ist leider nur eingeschränkt zu Empfehlen, der Film hingegen uneingeschränkt! :D


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 03.11.2016 21:22 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Die DVD ist leider nur eingeschränkt zu Empfehlen, der Film hingegen uneingeschränkt! :D


Das heißt also, Film anschauen, aber DVD nicht kaufen :mrgreen:

Ich werde Abstand davon nehmen, sowas zusammengestückeltes zu erwerben.


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 04.11.2016 15:12 
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wuthe57 hat geschrieben:
Das heißt also, Film anschauen, aber DVD nicht kaufen :mrgreen:

Das habe ich nicht gesagt, aber reinen Qualitätsfanatikern dürfte diese DVD etwas Bauchschmerzen bereiten ;)

Finde es zwar auch sehr Schade, dass man diesem vorzüglichen Reportfilmirrsinn nicht mehr Sorgfalt bei der nachträglichen Bearbeitung zukommen gelassen hat, bereue aber den Kauf aufgrund des dargebotenen Unfugs keinesfalls.

wuthe57 hat geschrieben:
Ich werde Abstand davon nehmen, sowas zusammengestückeltes zu erwerben.

Bin normalerweise auch kein Freund von insertlastigen Filmverstümmelungen und musste auch gerade in letzter Zeit so einiges über mich ergehen lassen (Lusthaus teuflischer Begierden, Perser und die Schwedin, Straßenmädchenreport...), aber im Falle von "Libido" wirken die nachgedrehten Szenen tatsächlich gelungen und sehr gut in den Film integriert. Es handelt sich hierbei auch nicht einfach nur um irgend welche uninspiriert heruntergekurbelten Herummachszenen, sondern um richtig inszenierte Episoden, bei denen die deutsche Synchro dann erst so richtig aufdreht :D

Aus diesem Grund kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass die nachgedrehten Szenen bei diesem Film größte Freude bereiten und die sowieso schon ausgelassene Stimmung um ein Weiteres anheizt.


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 05.11.2016 16:54 
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Danke für das hervorragende Review.War total an mir vorbeigegangen.DVD soeben direkt mal im Saturn mitgenommen.Bin schon gespannt auf das kuriose Filmchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 06.11.2016 18:23 
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Kannst ja mal kurz Rückmeldung geben, ob Dir diese filmische Kuriosität letztendlich zusagen konnte.
Bin nämlich schon sehr auf weitere Meinungen zum Film gespannt :)


Leider verläuft meine Suche nach der italienischen Originalfassung auch weiterhin erfolglos :|
Die Kosten der italienischen VHS Kassette (Torinovideo) belaufen sich meist um die 80 - 100€, was mir dann doch wiederum ein wenig zu teuer ist.
Die Laufzeit der italienischen Fassung soll hierbei 88 min. betragen, wohingegen die deutsche Fassung lediglich 81 min. aufweist.

Mich würde brennend interessieren, inwieweit sich die italienische Fassung inhaltlich von der deutschen unterscheidet :kez_13_menno:

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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 05.02.2017 19:15 
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...wobei Sergio Bergonzellis und Theo Maria Werners "Das Große Lexikon der Lust" definitiv versucht, permanent und sogar hartnäckig einen draufzusetzen. Eindeutig an einschlägig bekannten Report-Filmen orientiert, nimmt man hier dem Empfinden nach eine recht gut integrierte Story wahr, die das Gezeigte vielleicht noch ein Stück mehr interessant macht und sicherlich eher die Ausnahme darstellt. Beinahe irritierend ist die Kopplung medizinisch-psychologischer Hinweise und Erläuterungen in flapsiger bis schlüpfriger Sprüche, die eine Mischung ergeben, die ebenso Spaß machen, als auch schnell zum Abwinken verleiten kann, je nachdem wie diese besonders augeladene bis heitere Veranstaltung auf einen wirkt.

Glücklicherweise ist die erste Variante mehr als plausibel, denn dieser Flick nimmt sich im Gegensatz zu vielen Genossen seiner Art nicht bis ins Mark ernst und vermittelt einen erfrischenden, in der Regel augenzwinkernden Tenor, der zwischen leichten Schauwerten und den nicht gerade neusten Erkenntnissen zum netten Zeitvertreib wird. Besetzt mit gut aussehenden bis gut aufgelegten Darstellern wie Brigitte Skay, Hansi Linder oder Al Cliver, hält "Das Große Lexikon der Lust" das was letztlich im Vorfeld versprochen wurde und bleibt von Anfang bis Ende unterhaltsam, phasenweise sogar richtig geistreich, wenngleich man einräumen muss, dass der Verlauf ganz zum Ende hin leider etwas umkippt, da absolut bürgerlich-konventionelle Kapriolen veranstaltet werden. Pseudo-Studien in grellen Bildern und tollen Sets, ausstaffiert mit agilen Leuten hinter und vor der Kamera; das sollte man bei Interesse wirklich selbst einmal gesehen haben!


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 07.02.2017 20:00 
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Prisma hat geschrieben:
Glücklicherweise ist die erste Variante mehr als plausibel, denn dieser Flick nimmt sich im Gegensatz zu vielen Genossen seiner Art nicht bis ins Mark ernst und vermittelt einen erfrischenden, in der Regel augenzwinkernden Tenor, der zwischen leichten Schauwerten und den nicht gerade neusten Erkenntnissen zum netten Zeitvertreib wird...... Pseudo-Studien in grellen Bildern und tollen Sets, ausstaffiert mit agilen Leuten hinter und vor der Kamera; das sollte man bei Interesse wirklich selbst einmal gesehen haben!



Es freut mich zu lesen, dass Dir dieser köstliche Reportirrsinn augenscheinlich zugesagt hat und gehe darüber hinaus auch mit Deiner obigen Formulierung völligst d'accord.

Der große Unterschied zu den gängigen Reportfilmen liegt meiner Meinung nach zum einen an dem bereits von Dir aufgezeigten "augenzwinkernden Blickwinkel", welcher der Inszenierung eine gewisse Leichtigkeit verschafft als auch bei der sehr gut aufgelegten Schauspieltruppe, deren Darbietungen durchwegs völligst überzogen wirken. Und genau diese Übertriebenheit i.V.m. mit den schwer naiven Anleihen machen diesen Film dann gerade erst sympatisch. Aber auch die von Theo Maria Werner nachträglich abgedrehten Szenen fügen sich in diesem Fall mal ausnahmsweise sehr gut in den eigentlichen Filmverlauf ein und wirken somit auch weitaus weniger störend, wie es ansonsten bei einer Vielzahl solcher filmischen Stückelwerke der Fall ist.

Insgesamt also ein sehr unterhaltsamer Unfug des guten Herrn Bergonzellis, bei dem dann auch über weite Strecken entsprechend der reinste Gaudi vorherrscht :)



Abschließend noch eine kurze Info zur ursprünglichen Originalfassung:

"Die zehn Wunder der Liebe": Der Film wurde zunächst zweimal von der italienischen Zensurbehörde abgelehnt, bevor er dann schließlich doch noch in dritter Instanz freigegeben wurde, aber vermutlich nur unter etwaigen Schnittauflagen. :( (Quelle)


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 Betreff des Beitrags: Re: LIBIDO - DAS GROßE LEXIKON DER LUST - Sergio Bergonzelli, Theo Maria Werner
BeitragVerfasst: 08.02.2017 23:15 
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Danke für den Tipp - dt. DVD Mal bestellt :mrgreen:

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