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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: PROVOKATION - Piero Vivarelli
BeitragVerfasst: 25.02.2011 23:11 
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Vanessa (Moana Pozzi) bewohnt, nachdem ihr Ehemann überraschend verstorben ist, ein abgelegenes Haus zusammen mit ihren Stieftöchtern. Für diese ruft sie einen Privatlehrer, der sie auf ihr Examen in "höherer Philosophie" (!) vorbereiten soll. Doch als die beiden merken, dass zwischen dem charmanten Professor und ihrer verhassten Stiefmutter noch mehr läuft, denken sie sich: was die kann, können wir schon lange - und wollen ihn unter vollen Einsatz ihrer Reize aus der Reserve locken...

Da legt man nichts ahnend ein Erotik-Streifen aus den 80ern ein und was hört man als erstes? Einen Dialog über Schopenhauer! Hach ja, ist doch immer noch am besten, wenn diese Filmchen trotz ihrer ungeniert zur Schau gestellten, jedoch mit Stilempfinden arrangierten Schundigkeit auch noch versuchen, sich einen intellektuellen Anstrich zu geben. Im Vorspann ertönt zudem ein recht schmissiger Song, bei dem eine bluesige Stimme ständig was von "Provocation" trällert, und die in Meeresnähe gelegene Villa verspricht erstmal ein nicht ganz unattraktives Setting. So weit so gut also. Tatsächlich treten dann auch schnell wieder die für "diese Filme" (ihr wisst schon: spät-80er, Italo-Erotik) typischen Qualitäten hervor. Ja ich bin sogar der Ansicht, dass sich hier und in vergleichbaren Produktionen in den besten Momenten die pure Essenz des Filmemachens und der Kino-Magie, nämlich schlichtweg die stimmungsvolle Verschmelzung von Bildern und Musik, offenbart. Da braucht es keine komplexe Story und selbst die nackte Haut spielt eine eher untergeordnete Rolle, sondern was zählt ist das Durchinszenieren hinsichtlich Atmosphäre, Flair und "Gefühl". So sind es dann das sommerlich schwüle Ambiente, die beschwingte Leichtigkeit (mal wieder gefolgt von einer düsteren Wendung) und natürlich auch die stilisierten Erotikszenen, die besonders im Gedächtnis haften bleiben. Die spätere Porno-Aktrice Moana Pozzi ist hier ganz klar der Blickfang, wobei auch der restliche Cast eine gute Figur macht, und der heimliche Star ist, wie so oft, der Score - in diesem Fall von einem gewissen Roberto Ciotti, der nicht nur eingängige Songs auf Lager hat, sonder auch sonst mit sanft groovenden Rhythmen immer den richtigen Ton trifft.
Ein echtes Ärgernis ist lediglich die deutsche VHS-Fassung von Arcade, die mir vorliegt. Mir war zwar bewusst, dass bei einer Laufzeit von 71 Minuten einiges fehlen würde, doch obwohl es anfangs noch erträglich schien, so nervte es dann doch mit der Zeit gewaltig, dass jede Sexszene kurz nachdem sie begonnen hat schon wieder abrupt endet, und die Story zum Schluss kaum noch Sinn ergibt.

Ich denke, es spricht für den Film und das Potential, das in ihm steckt, wenn er trotz dieser Müllfassung einen so positiven Eindruck hinterlässt. Deshalb tendiere ich jetzt stark dazu, mir noch die italienische DVD zu bestellen (wenn die Angabe bei Kultvideo stimmt, dann läuft die reichlich 30 Minuten länger!).


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 Betreff des Beitrags: Re: PROVOKATION - Piero Vivarelli
BeitragVerfasst: 26.02.2011 10:01 
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Ich habe Frau Pozzis wundervolle und variantenreiche Gelenkigkeit schon in diversen HC-Streifen bewundern dürfen - das hier macht mich jetzt neugierig. Da oute ich mich jetzt gerne als Fan von ihr, auch wenn bei mir sonst das Blondchenschema nicht funktioniert.
Zudem sehr sehr schade, dass sie so früh gehen musste, schnüff...! :cry:

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: PROVOKATION - Piero Vivarelli
BeitragVerfasst: 26.02.2011 18:20 
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Chet hat geschrieben:
Ein echtes Ärgernis ist lediglich die deutsche VHS-Fassung von Arcade, die mir vorliegt. Mir war zwar bewusst, dass bei einer Laufzeit von 71 Minuten einiges fehlen würde, doch obwohl es anfangs noch erträglich schien, so nervte es dann doch mit der Zeit gewaltig, dass jede Sexszene kurz nachdem sie begonnen hat schon wieder abrupt endet, und die Story zum Schluss kaum noch Sinn ergibt.


Irrgh, die hätte ich mir nicht angetan. Respekt allein schon dafür, Chet. 8-)
Arcade, war doch der Billig-Auswerter von div. Highlight-Video-Titeln, oder? Den müsste es doch integral(er) dort geben....

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 Betreff des Beitrags: Re: PROVOKATION - Piero Vivarelli
BeitragVerfasst: 28.02.2011 21:54 
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@G. Rossi: Du hast ja sicher schon mitgekriegt, dass ich nicht müde werde, diese Streifen anzupreisen. Deshalb sage ich jetzt auch dir: ein Blick lohnt! Ich war auch lange Zeit hauptsächlich auf 60er und 70er fixiert, bis sich mir dann die ganz eigene Faszination der 80er-Ästhetik eröffnet hat, in der oft noch mehr "klassisches Italo-Kino" steckt als man vermuten könnte. :)

Da ist halt in diesem Fall bloß die lästige Fassungsfrage...

@TRAXX: Also eine andere VHS ist mir von dem noch nie untergekommen, aber ausgeschlossen ist nix. Die TV-Fassungen sollen ja laut OFDB auch schonmal ca. 10 Minuten länger laufen. Zur Originalfassung fehlt dann aber immer noch ein ganzes Stück. Wie gesagt, die italienische Scheibe scheint da wirklich die beste Wahl zu sein, und vielleicht kann man die Verständnisschwiergkeiten ja mit Hilfe von Signora Pozzis Körpersprache überwinden. :mrgreen:

Der erwähnte Roberto Ciotti scheint übrigens ein zumindest in Italien relativ bekannter Blues-Musiker zu sein. Als Hörprobe mal NO MORE BLUE aus seinem gleichnamigen 89er-Album, von dem auch noch ein paar andere Stücke im Film Verwendung gefunden haben (ist im Abspann alles aufgelistet):

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


(wurde scheinbar in mehreren Filmen verwendet)

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