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 Betreff des Beitrags: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 15:25 
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ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT („La Lunga spiaggia fredda“, Italien 1973) R: Ernesto Gastaldi



Ein junges Ehepaar, Jane (Mara Maryl) und Harry (Walter Maestosi) fahren zum Meer, um das Wochenende in einer Ferienhütte an einem einsamen Strand zu verbringen. Doch bereits am folgenden Morgen bekommen sie unerwünschten Besuch: Vier Rocker dringen in die Hütte ein, vergewaltigen Jane und schlagen Harry brutal zusammen. Während Jane sich zu Rocherchef Fred (Robert Hoffmann) hingezogen fühlt und der tristen Spießigkeit ihres langweiligen Daseins entkommen will, ist der schwächliche Harry dem Terror der Bande hilflos ausgeliefert. Doch dann wendet sich das Blatt…


Der sympathische Ernesto Gastaldi war einer der profiliertesten Drehbuchautoren während der Glanzzeit des italienischen Genrekinos. Bekannt wurde er vor allem durch seine ausgezeichneten Skripts für die Gialli von Sergio Martino, wie etwa IL TUO VIZIO È UNA STANZA CHIUSA E SOLO IO NE HO LA CHIAVE. Weniger bekannt sind seine Arbeiten im Regiefach, von denen lediglich LA LUNGA SPIAGGIA FREDDA (Übersetzung: „Der lange kalte Strand“) in Deutschland im Kino lief und auf Video unter dem Titel DEATH COMPANY bei Sunshine Pictures erschienen ist.

ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT kommt auf den ersten Blick wie ein typischer Rape’n’Revenge-Flick daher und weist deutliche Parallelen zu artverwandten Filmen auf, wie etwa Bavas WILD DOGS oder AUTOSTOP SANGUE ROSSO („Wenn du krepierst, lebe ich“) von Pasquale Festa Campanile. Auch die Ähnlichkeit zum handelsüblichen Rockerfilm liegt auf der Hand – erst im zweiten Drittel beginnt die Geschichte eine andere, weit differenziertere Richtung einzuschlagen.

Bereits in der Eröffnungsszene wird deutlich, daß es um Janes und Harrys Ehe nicht zum Besten gestellt ist: Er ist ein penibler Nörgler und spießbürgerlicher Besserwisser, der seine Gattin maßregelt und gängelt. Seine größte Sorge ist, ob sie auch daran gedacht hat, das Ketchup einzupacken. Ihr dagegen lugt die Frustration aus jedem Knopfloch: gelangweilt schweigend stopft sie mechanisch Chips in sich hinein, während er seine Plattitüden absondert. Es wird bald offensichtlich, daß Harry den Wochenendtrip als Chance nutzen will, um das eingerostete Eheleben zu kitten – seine plumpen Annäherungsversuche weist Jane jedoch unterkühlt zurück. „Du hast kalte Hände“, sagt sie, als er sie erregt von hinten umfasst. Das „romantische“ erste Abendessen im Feriendomizil besteht aus Fertiggerichten – mit Ketchup.
Schließlich kommt es doch noch zu einem kurzen und leidenschaftslosen Geschlechtsakt, nach dessen automatisch wirkendem Vollzug Harry umgehend einschläft und Jane sich mit verzerrtem Gesicht zur Seite dreht.
Während Harry nicht einmal im Urlaub seine Krawatte ablegt, läuft Jane halbnackt am Strand auf und ab und starrt sehnsüchtig in die Meeresbrandung. Man ahnt bereits: Hier wallen ungestillte Gelüste unter der wogenden Brust, die ihr spießiger Ehemann nicht zu erfüllen vermag. Und kurz darauf starrt die animalische Natur durchs Fenster der Hütte – in Form von vier langhaarigen und bärtigen Schmierlappen mit Lederjoppen, Fellwesten und Mopedstiefeln…

In den wenigen Schriftstücken, die diesen nahezu unbekannten und unterschlagenen Film überhaupt erwähnen, wird er gemeinhin als „Sleaze“ bezeichnet. Tatsächlich steuert die Geschichte von diesem Punkt an zunächst in recht schmieriges Fahrwasser – Harry wird zusammengestiefelt, Jane wird rangenommen, zunächst nur von Anführer Fred. Jane: „Animals like you don´t make love, they copulate!“ Fred: “That´s right, and that´s what we´re gonna do – copulate!”
Bereits an dieser Stelle bemüht das Skript sich um eine sorgfältige Charakterisierung der Bande: Fred, das wird bald deutlich, hat sich mehr als nur einen Rest Menschlichkeit erhalten – ursprünglich war er mal ein sanftmütiger Typ mit pazifistischen Idealen, der einfach nur auf der Suche nach der großen Freiheit war. Eine Eigenschaft, die ihn unmittelbar mit Jane verbindet. Der sadistische Thomas (Gianni Loffredo alias Joshua Sinclair, einer von Franco Neros fiesen Brüdern aus KEOMA) ist ein ehrgeiziger Emporkömmling, der heimlich nach der Führerschaft in der Gruppe trachtet und es gar nicht abwarten kann, bis er bei Jane „an der Reihe“ ist. Der bedächtige Mexikaner Speed (Fabian Cevallos) ist Fred in höriger Loyalität ergeben, während Jonathan (Riccardo Salvino) ein überdrehter Psycho ist, der ständig Nahrungsmittel in sich hineinstopft und bei der Vergewaltigung nur „zugucken“ will.
Es ist dem hervorragenden Drehbuch mit seiner vielschichtigen Figurenzeichnung und der sorgfältigen, stilsicheren Inszenierung von Gastaldi zu verdanken, daß der Film eben nicht in reinen Sleaze-Sümpfen versackt, sondern sich von einem waschechten Terrorfilm sehr nuanciert zu einem bösartigen Sozial- und Beziehungsdrama entwickelt, das es faustdick hinter den Ohren hat.
Als Harry sich eingestehen muss, daß er mit körperlichen Mitteln gegen die Übermacht der Rocker nicht ankommt, beginnt er zu intrigieren und die Bande gegeneinander auszuspielen. Gleichzeitig bahnt sich zwischen Fred und Jane eine (zunächst animalisch wilde, dann jedoch zartere) Romanze an, was Harry erst mit Verstörung, dann mit zunehmender Gleichgültigkeit hinnimmt. Thomas, der als Vize-Präsi Ansprüche auf Jane erhebt, beginnt seinerseits den Rest der Bande gegen Fred aufzuwiegeln. Jane, die angekotzt ist von der sterilen Welt des bürgerlichen Konsums, beginnt sich in Fred zu verlieben und straft die halbherzigen Versuche ihres Mannes, sich als Held aufzuspielen, mit Hohn und Verachtung: „Harry… you´ll only get hurt.“ Trotzdem ahnen sie und Fred, daß ihre Leidenschaft unter einem bösen Stern steht: Beide sind sie Verlorene und Verzweifelte, ihr Innerstes bleibt leer und seelenkalt, am Ende steht doch nur die Selbstzerfleischung…
Und schließlich endet es, wie es enden muss: Die Rocker wenden sich gegen ihren Chef und es kommt zum Blutvergießen. Der lange kalte Strand färbt sich rot. Am Ende sind die Übriggebliebenen sich selbst noch entfremdeter und innerlich abgestorbener, als sie es bereits zu Beginn waren.

ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT ist ein ganz vorzüglicher Film, der stets die schwierige Balance zwischen sleaziger Exploitation und Melodram zu halten vermag. Gastaldi kann mit einer dichten und punktgenauen Inszenierung, tiefschürfender Charakterisierung und wunderbar gestalteten Kamerakompositionen punkten, die zuweilen an die Bildsprache von Italowestern erinnern. Das spartanische Setting begünstigt die klaustrophobische und auswegslose Atmosphäre, die den Film mitunter zu einem Kammerspiel reduziert. Wunderbar ist auch der Score von Stelvio Cipriani, der teilweise sehr gialloesk wirkt, in einigen Momenten aber auch mit einem Italowestern-artigen Mundharmonikathema aufwartet.
Das aus lediglich sechs Darstellern bestehende Ensemble spielt seine Rollen durch die Bank brillant. Auch in dieser Hinsicht hat Gastaldi aus seinem Stoff das Höchstmögliche herausgekitzelt.
Hut ab vor einem großartigen, leider aber nahezu untergegangenen Stück Genrekino.


Zitat:
„The moment that a soul has been lost to the devil, a man is born.“




P.S.: Nachdem ich den Film jahrelang verzweifelt gesucht habe, ist mir nun eine recht obskure Fassung ins Haus geflattert – die dänische VHS mit englischem Ton und dänischen Untertiteln, allerdings im korrekten Bildformat und ungekürzt. Die deutsche Kinofassung war bereits um 8 Minuten geschnitten, die deutsche Videoauswertung sogar um 12 Minuten. Trotzdem würde ich diese Fassung gern mal sehen, denn ich kann mir denken, daß die deutsche Synchro um einiges schmieriger rüberkommt, als der englische Dub. Besonders deutlich wird dies an einer Stelle, wo Fred in der synchronisierten Fassung sagt: „Früher waren wir ein lustiger Haufen, bunte Hippies – heute sind wir Rocker, hart und brutal!“ - In der englischen Version klingt diese Passage nicht halb so lächerlich.

(Quelle des Zitats: Ein Interview des Terrorverlags mit Robert Hoffmann.)

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 16:16 
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Den sollte ich mir auch mal wieder gönnen, let the SUNSHINE in... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 17:27 
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Der Film ist eigentlich ein klassischer Home-Invasion (bzw. Home on the Beach) Film wie "Midnight Blue" oder "Verflucht zum Töten" , wobei die Biker-Geschichte und der Plot den Film schon etwas origineller machen als die anderen zwei genannten Titeln. Das ausgezeichnete Cast tut sein übriges , um den Film zu einem obskuren Kleinod zu machen !

Die deutsche Synchro ist übrigens wieder mal pikant : "Früher waren wir Hippies ... jetzt sind wir Rocker - hart und brutal" 8-)


PS: Wenn Du das Meteor Tape hast (Du Glücklicher) mach mal bitte ein Foto ... das Cover-Design ist wirklich vom feinsten ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 18:41 
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Wow, sehr sehr schönes Cover! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 20:47 
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Ich liebe diese Video-Covertexte!

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 20:53 
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Munich Madness - Stoßtrupp Freudenspalte :shock: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 21:18 
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Freakland hat geschrieben:
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Wobei letzterer ja nun auch ein, äh, filmisch interessantes Werk ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 21:23 
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ugo-piazza hat geschrieben:
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Munich Madness - Stoßtrupp Freudenspalte :shock: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


Wobei letzterer ja nun auch ein, äh, filmisch interessantes Werk ist.


Gabs den eigentlich auf VHS? Weiß nur von der Kinoversion. Bei diesen filmischen Leckermäulchen sind ja teilweise VHS mit komplett anderem Titel, Stabangaben und Inhaltsbeschreibung aufgetaucht.

Auch witzig ist das Label Procusa Video. Da stimmte ja gar nichts :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 18.05.2010 21:44 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Freakland hat geschrieben:
Filmtitel generell sind teilweise besser als der Film.

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Munich Madness - Stoßtrupp Freudenspalte :shock: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


Wobei letzterer ja nun auch ein, äh, filmisch interessantes Werk ist.


Gabs den eigentlich auf VHS? Weiß nur von der Kinoversion. Bei diesen filmischen Leckermäulchen sind ja teilweise VHS mit komplett anderem Titel, Stabangaben und Inhaltsbeschreibung aufgetaucht.

Auch witzig ist das Label Procusa Video. Da stimmte ja gar nichts :mrgreen:


Munich Madness gab es auf VHS vom UVG-Label, jepp.

Procusa dürfte auch eines der Label mit extrem hohen Auflagen gewesen sein. M.W. bekannte Exemplare von "Straße der flambierten Mädchen" 1, von "Mondo Perverso" 2.


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 19.05.2010 21:39 
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Canisius hat geschrieben:
Nice, der war mit Sicherheit nicht billig! Meteor hat ja in div. skandinavischen Ländern VHS veröffentlicht, diesen hier sogar in Island... :shock: ...Gialloboy hatte oder hat das Tape mal, naja, mir reicht meine Sunshine-Kassette...


Wo Du`s gerade sagst ... das ist auch das Tape von Gialloboy :shock: :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 19.05.2010 23:08 
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Hm, sehr strange. Ich weiß zwar nicht wer Gialloboy ist... aber da ich nicht fotografieren oder scannen kann, hab ich einfach das Foto eingesetzt, das mir der Verkäufer geschickt hat. Die Hülle sieht original so aus, mein Tape sieht allerdings anders aus, mit Aufklebern einer Leihvideothek, Nummern, usw.
:?:

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 19.05.2010 23:18 
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Mal angenommen man würde sich für das deutsche Tape interessieren: Wie viel müsste man dafür hinblättern und wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit dieses in den nächsten zwei Jahren mal zu finden?
(Nur um eine eventuelle Suche danach mal etwas einzugrenzen :lol: )


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 19.05.2010 23:33 
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Logan5514 hat geschrieben:
Mal angenommen man würde sich für das deutsche Tape interessieren: Wie viel müsste man dafür hinblättern und wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit dieses in den nächsten zwei Jahren mal zu finden?
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früher, und ich betone früher, wurde um die 50 € dafür bezahlt.

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 19.05.2010 23:44 
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TRAXX hat geschrieben:
Logan5514 hat geschrieben:
Mal angenommen man würde sich für das deutsche Tape interessieren: Wie viel müsste man dafür hinblättern und wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit dieses in den nächsten zwei Jahren mal zu finden?
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früher, und ich betone früher, wurde um die 50 € dafür bezahlt.


Heißt das jetzt, dass sie heute mehr oder weniger kosten?


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 19.05.2010 23:46 
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Logan5514 hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Logan5514 hat geschrieben:
Mal angenommen man würde sich für das deutsche Tape interessieren: Wie viel müsste man dafür hinblättern und wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit dieses in den nächsten zwei Jahren mal zu finden?
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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 20.05.2010 12:21 
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Wenn das Sunshine Tape mal wirklich mal auftauchen sollte kann man schon mit nem 50er rechnen (+/-) . Ich habe das Tape allerdings noch nie bei einer Auktion gesehen ;)


Zuletzt geändert von Operazione Bianchi am 20.05.2010 12:36, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 20.05.2010 12:35 
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Diabolik! hat geschrieben:
Hm, sehr strange. Ich weiß zwar nicht wer Gialloboy ist... aber da ich nicht fotografieren oder scannen kann, hab ich einfach das Foto eingesetzt, das mir der Verkäufer geschickt hat. Die Hülle sieht original so aus, mein Tape sieht allerdings anders aus, mit Aufklebern einer Leihvideothek, Nummern, usw.
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Ist wie der Name sagt ein Giallo-Sammler , der hat das Tape auf dem Bild im November 2009 verkauft (für 75 Euro) .

Ich habe nur ein dänisches Meteor-Tape , das hat 2 Aufkleber (in demselben Gold-Ton wie der "Danske Undertexter" Aufkleber auf dem Cover) :
Bild

Wenn Dein Tape mind. einen dieser Aufkleber hat und der erwähnten Cover-Aufkleber vorhanden ist sollte es ein Original sein ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 20.05.2010 19:22 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Logan5514 hat geschrieben:
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Logan5514 hat geschrieben:
Mal angenommen man würde sich für das deutsche Tape interessieren: Wie viel müsste man dafür hinblättern und wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit dieses in den nächsten zwei Jahren mal zu finden?
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Einspruch, nen Fuffi sollte immer noch investiert werden, mindestens! Bei Ebay lief letztes Jahr ein Exemplar für 70 oder 80 € aus...gut, man sollte Onlineauktionen nicht als einzigen Indikator nehmen, aber trotzdem taucht die VHS sehr selten auf...1 oder 2 mal im Jahr, wenn überhaupt!

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 20.05.2010 19:31 
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Operazione Bianchi hat geschrieben:
Diabolik! hat geschrieben:
Hm, sehr strange. Ich weiß zwar nicht wer Gialloboy ist... aber da ich nicht fotografieren oder scannen kann, hab ich einfach das Foto eingesetzt, das mir der Verkäufer geschickt hat. Die Hülle sieht original so aus, mein Tape sieht allerdings anders aus, mit Aufklebern einer Leihvideothek, Nummern, usw.
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Ist wie der Name sagt ein Giallo-Sammler...


Nur "ein" Giallosammler...wenn das kein Understatement ist! :lol:

Gialloboy ist quasi der Franz Beckenbauer, was internationale Giallo-VHS angeht...wenn alle Loungemitglieder ihre Giallo-Sammlungen addieren würden, hätte er immer noch eine wesentlich umfangreichere und erlesenere Collection!

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 20.05.2010 23:11 
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Canisius hat geschrieben:
Operazione Bianchi hat geschrieben:
Diabolik! hat geschrieben:
Hm, sehr strange. Ich weiß zwar nicht wer Gialloboy ist... aber da ich nicht fotografieren oder scannen kann, hab ich einfach das Foto eingesetzt, das mir der Verkäufer geschickt hat. Die Hülle sieht original so aus, mein Tape sieht allerdings anders aus, mit Aufklebern einer Leihvideothek, Nummern, usw.
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Nur "ein" Giallosammler...wenn das kein Understatement ist! :lol:

Gialloboy ist quasi der Franz Beckenbauer, was internationale Giallo-VHS angeht...wenn alle Loungemitglieder ihre Giallo-Sammlungen addieren würden, hätte er immer noch eine wesentlich umfangreichere und erlesenere Collection!


Das sicherlich, nur geht es da doch gar nicht mehr um den Film an sich, sondern darum, besitzen zu wollen, egal, was es kostet. Siehe die Großbox von "7 Tote in den Augen der Katze"


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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 14.08.2011 17:54 
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Billiger aber guter Film. Sechs darsteller an einem verlassenen Strand, mit wenigen mitteln wurde das beste daraus gemacht! Der gute Robert Hoffman wollte anfänglich nicht so recht als Rocker durchgehen, die anderen sind dafür echte vollblut Rocker! Hoffman verliebt sich in sein Opfer , bekommt dafür dresche von seinen Kumpanen. Da diese weitervergewalltigen wollen. Wobei der eine eh nur zusehen will da impotent :lol: Der Score, dieses Mundharmonika thema ist Spitze. Die Bilder die an diesem verlassenen Strand eingefangen wurden sind Grandios!
Das ende war vorraussehbar, dachte mir schon wen er aus versehen erschiessen wird ;)
Diabolik hat ja oben schon ein tolles ausführliches review geschrieben 8-)

Zitat:

"Man kann Frauen Vergewalltigen, man kann sie aber auch verführen!" (sagt sie zu Hoffmann)

7,5/10 ein klarer Tip für Italofreunde!

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 11.03.2014 17:43 
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Wer etwas mit Filmen wie VERFLUCHT ZUM TÖTEN [La settima donna] (1978) oder NEUN GÄSTE FÜR DEN TOD [Nove ospiti per un delitto] (1977) anfangen konnte, ist bei ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT [La lunga spiaggia fredda] (1971) genau richtig, auch wenn dieser die anderen beiden weit übertrifft. Es ist eine von ERNESTO GASTALDIs wenigen Regiearbeiten, zeigte er sich sonst als DER Mann für gute Drehbücher in den 60er und 70er Jahren des italienischen Genre-Films verantwortlich: Arizona Colt (1966), Sartana (1966), Frauen bis zum Wahnsinn gequält (1970), Der Berserker (1974), Die Gewalt bin ich (1977) um nur wenige zu nennen, sehr häufig arbeitete er auch mit SERGIO MARTINO zusammen.

Kurz zur Story: Ein junges Ehepaar Jana (MARA MARYL) und Harry (WALTER MAESTOSI) will dem Alltag entfliehen und verbringt ein Wochenende in ihrem Strandhaus. Es dauert nicht lange da stehen vier verruchte Biker vor ihrer Tür und gewähren sich handfesten Einlass. Gewalt und Psychospiele nehmen ihren Lauf…

Aufgrund der einem Kammerspiel anmutenden Szenerie kommt der Film mit nur sechs Darstellern aus. Wir sehen Mara Maryl [LIBIDO], die hauptsächlich in Gastaldis Filmen zu sehen ist, Walter Maestosi [BLUTGERICHT, ANTRETEN ZUM VERRECKEN], Robert Hoffmann [DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE, SPASMO], sowie Riccardo Salvino, Joshua Sinclair und Fabian Cevallos. Die Musik stammt von STELVIO CIPRIANI, am Drehbuch hat neben Gastaldi und dessen Stamm-Kollegen VITTORIO SALERNO noch ALBERTO CARDONE mitgewirkt. Für die Kamera zeigt sich BENITO FRATTARI verantwortlich, der seinerseits an Klassikern wie MONDO CANE (1962) und ADDIO, ONKEL TOM! (1971) beteiligt gewesen ist.

Der Film kommt mit nur einer Location aus, des langen Strandes samt Ferienhaus und Biker-Zelt, was durchaus für ein niedriges Budget spricht. Es ist schon eine beklemmende Atmosphäre die entsteht und das obwohl der lange Strand und die endlose Weite des Meeres eigentlich eher die Freiheit symbolisieren. Wir werden Zeuge des Konflikts zwischen dem Gutbürgertum in Form des jungen Ehepaares und anarchistischen Hippies, ähnlich wie bei Dennis Hoppers Meisterwerk EASY RIDER (1969), wenn auch mit weniger dramatischen aber ebenfalls sehr tragischem Ende. Gastaldi nimmt sich viel Zeit für die Ausgestaltung der zwischenmenschlichen Elemente, die dadurch entstehende Spannung untereinander, und zelebriert diese regelrecht.

Ein weit umfassenderes Review und tiefergehende Analysen gibt es hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Eine zu Unrecht vergessene Perle, die in beiden deutschen Fassungen (Kino & VHS) leider gekürzt ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 29.08.2014 21:47 
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Rocker sterben nicht so leicht (D - Kino)
Death Company (D - VHS)
La lunga spiaggia fredda (IT)
Terreur sur la plage (F)
The Lonely Violent Beach (Int.)

IT 1971

R: Ernesto Gastaldi
D: Robert Hoffmann, Mara Maryl, Riccardo Salvino, Fabian Cevallos, Joshua Sinclair, Walter Maestosi

Dt. Kinopremiere: 28.11.1974


Score: Stelvio Cipriani

OFDb


Diese kleine Genreperle von Ernesto Gastaldi gehört zu meinen absoluten Favoriten und ist einfach nur eine großartige Gesamtinszenierung. Der Film beginnt zunächst als reiner Biker-Rape and Revenge Film und wandelt sich dann während des Verlaufs in ein sehr dichtes Beziehungsdrama, in dessen Mittelpunkt mehrere individuelle Beziehungsgefüge aufeinanderprallen und letztendlich eine unkontrollierbare Gruppendynamik frei setzen. Zurück bleibt Schmerz, Trauer, Wut und Tod.

Zum einen haben wir das Ehepaar Jane (Mara Maryl) und Harry (Walter Maestosi), die ein paar ruhige und gemeinsame Tage in einer abgelegenen Strand-Sommerhütte verbringen möchten.
Schon kurz nach den ersten Minuten kommt das Gefühl auf, dass es hier nicht nur Jane in der ungeheizten Hütte fröstelt, sondern sich auch die Beziehung der Beiden bereits auf Kühlschranktemperatur befindet.

Und schon sehr schnell prallen sie mit dem Beziehungsgefüge einer Gruppe Rocker zusammen: Der Anführer Fred (Robert Hoffmann), der psychopatische und unberechenbare Thomas (Joshua Sinclair), der eigentlich eher zurückhaltende Speed (Fabian Cevallos) und der etwas irre und impotente Jonathan (Riccardo Salvino) unterbrechen abrupt die traute Zweisamkeit und beginnen ihren Terror. Während Harry u.a. mit einem Messer in Schacht gehalten wird, vergeht sich Fred an Jane, wobei zwischen Beiden eine gewisse (anziehende) Spannung entsteht und letztendlich zu einem weiteren Beziehungsgefüge führt. Harry zerreist es während der Mißhandlung im Stockwerk über ihm zum ersten mal das Herz.
Fred ist aufgrund seines Gefühlschaos total verunsichert, da Jane ihn einerseits berührt, er sich aber gleichzeitig über den weiteren "unausweichlichen" Verlauf im Klaren ist: Aufgrund der Gruppengesetze der Rocker, wird aber auch "Alles" brüderlich untereinander geteilt und jegliches Widerhandeln würde das entsprechende Beziehungsgefüge aus dem Gleichgewicht bringen.

Widerwillig und von Selbstzweifel gequält übergibt er Jane routiniert an den wahnsinnigen Thomas weiter, da sich Speed aus dieser Angelegenheit raus hält und Jonathan aufgrund seiner Störung lediglich eine Erektion beim reinen Zuschauen bekommt.... (zuvor präsentiert er auch noch seine Definition von Finger-Food ;) )

Nachdem die Bande ihren Spaß hatte, ziehen sie sich in ihre nahe gelegenen Zelte zurück und Harry versucht mit Jane zu fliehen. Aber die Rocker haben die Verteilerkappe aus dem Motorraum des Autos entfernt und somit sitzen die Beiden weiterhin in der Strandhölle fest.


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Im Folgenden offenbart Jane gegenüber Harry, dass sie ihn nicht mehr liebt und von dem gemeinsamen Leben angeekelt sei. Dieser hat schon eine böse Vorahnung, dass Jane evt. Gefühle für Fred entwickelt hat und Wut und Schmerz breiten sich weiter in ihm aus. Das Beziehungsgefüge der beiden ist jetzt vollends gestört. Als dann Fred erneut eine Nacht mit Jane verbringt und Harry mit ansehen muss, dass seine Frau sogar Freude daran hat, bricht ihm zum 2. Mal sein Herz und jetzt macht sich neben der Wut auch noch eine innere Zerrissenheit breit. Er versucht die Rocker gegeneinander aufzustacheln und bringt dadurch deren Beziehungsgefüge ins Wanken.

Am nächsten Tag möchte Thomas erneut die Chance auf Spaß nutzen und macht sich erneut über Jane her. Fred verliert hierbei seine Kontrolle und unterbindet den Übergriff. Dadurch ist jetzt aber auch das Beziehungsgefüge der Rocker gestört und es breitet sich eine unvorhersehbare und unkontrollierbare Gruppendynamik aus, die zunächst durch einen Zweikampf der beiden Kontrahenten wieder eingedämmt werden kann.

Letztendlich kommt es zu einer riesigen Explosion des Ganzen, da Fred aufgrund seiner Unsicherheit und Zerrissenheit zwischen Jane und seinen Jungs alle einzelnen Beziehungsgefüge zum Einsturz bringt. Da er sich nicht von seinen Jungs innerlich loseisen kann, aber auch Jane unbeschadet aus der verfahrenen Situation ausfrachten möchte, übergibt er den beiden die Verteilerkappe, damit diese mit dem Wagen fliehen können. Die anderen riechen aber ganz rasch den Braten und sehen Fred durch seine Vorgehensweise als Verräter an. Die Gruppe richtet sich gegen ihren Anführer und präsentieren ihm die entsprechende Rechnung für seine Tat.

Völlig zermartert und gerade noch dem Tod entgangen, rettet sich Fred erneut zu Jane, da auch deren erneute Flucht von den Anderen unterbunden werden konnte. Harry dreht jetzt innerlich vor Wut und Eifersucht total ab und Jane glaubt mit Fred gemeinsam ein neues Leben anfangen zu können. Aber dieser ist innerlich immer noch zwischen ihr und seiner alten Familie gefühlsmäßig hin und her gerissen und muss letztendlich eine endgültige Entscheidung treffen, und diese hat es in sich..... In einem großartigen Finale lösen sich dann alle Beziehungsgefüge vollends auf und es kommt zu einem großen Knall.



Diesem großartigen Exploitation Knaller liegt ein gut durchdachtes Drehbuch zugrunde und die Inszenierung des Ganzen ist meisterlich in Szene gesetzt. Durchgehend werden sehr schöne Bilder und Kameraeinstellungen geboten und die Darsteller legen quer durch die Reihe eine sehr gute Darbietung aufs Parkett. Die dt. Synchro verleiht dem Ganzen noch eine ordentliche Note Sleaze und fertig ist ein ein kleines (aber wohl verkanntes und vergessenes) it. Genremeisterwerk :)


Fazit: Ein grandiose und fesselnde Genreperle, die der Sparte "Terror Film" einen ganz neuen Tiefgang verleiht.


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Fassen wir mal kurz die Laufzeiten der bekannten Schnittfassungen zusammen:

dt. VHS 71 min.

dt. Kinofassung 77 min.

finnische VHS 85 min. (dieser Fassung dürfte dann auch die dänische VHS entsprechen)

Habe zusätzlich aber auch noch einen it. TV Mitschnitt (mit engl. Subs) gefunden, der eine Laufzeit von 93 min. aufweist :unknown:

Weiterhin scheint auch noch eine französische VHS mit dem Titel "Terreur sur la plage" (CK Vidéo) zu existieren...



Sehr schade, da z.Zt. an den Film scheinbar kein Rankommen ist :cry:
(steht aber auf meiner persönlichen VÖ-Wunschliste weiterhin ganz weit oben... :pray: )



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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 10.10.2014 20:31 
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Alternativer Titel: Death Company
Produktionsland: Italien
Produktion: Armando Govoni
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Ernesto Gastaldi
Drehbuch: Alberto Cardone Ernesto Gastaldi, Vittorio Salerno
Kamera: Benito Frattari
Schnitt: Attilio Vincioni
Musik: Stelvio Cipriani
Länge: ca. 72 Min. (gekürzt)
Freigabe: Ungeprüft
Darsteller: Robert Hoffmann, Mara Maryl, Riccardo Salvino, Walter Maestosi, Gianni Loffredo, Fabian Cevallos


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Harry und Jane werden bei ihrem Aufenthalt im Wochenendhaus von einer Rockerbande überfallen. Fred, der Anführer der Bande vergewaltigt Jane. Trotzdem fühlt sich die Frau zu ihrem Peiniger hingezogen. Dieses löst nicht nur den Hass bei Janes Ehemann aus, sondern auch die anderen Bandenmitglieder…

Ernesto Gastaldis „Rocker sterben nicht so leicht“ ist einer der Filme die leider ein eher unbekanntes Dasein fristen. Dieses ist sehr schade, da der Film zu den sehr interessanten Beiträgen der italienischen Küche zählt. Den Film einem Genre zuzuordnen ist nicht einfach, da dieser irgendwo zwischen Drama und Exploitation angesiedelt ist.

„Rocker sterben nicht so leicht“ kommt sehr schnell auf den Punkt und man ist nach den ersten Minuten der Sichtung auf „Rape and Revenge“ eingestellt. Dieses zeigt sich jedoch als eine falsche Vermutung. Zwar arbeitet der Film zu Beginn mit den typischen Elementen des „Rape and Revenge Cinema“, sucht sich im Endeffekt jedoch einen vollkommen anderen Weg. Hier hilft natürlich die Unberechenbarkeit der Charaktere. Man ist nie vor Überraschungen und kleinen Wendungen sicher. Speed, Tom, Fred, Jonathan, Harry und Jane sind Charaktere die beeinflussen, sowie auch für offen für Beeinflussungen sind. Somit bleibt die Frage nach dem Ausgang bis zur letzten Minute offen.

Die Locations sind spärlich aus- bzw. eingerichtet. Eventuell hat man sich im Stile von Jess Franco für ein Wochenende in einer Strandbaracke eingemietet, um einen Film zu drehen. Das Ergebnis wirkt natürlich erwartungsgemäß schmierig und dreckig, so dass man sich auch entsprechend wohl fühlt.

Die Besetzung ist gut ausgewählt und bietet Robert Hoffmann als Bikeranführer, Riccardo Salvino als impotenter Nasenbohrer und natürlich die personifizierte Filmratte Joshua Sinclair. Der undankbarste Part gehört Walter Maestosi als Ehemann Harry. Denn Harry ist ein Schwächling wie er im Buche steht, aber im beruflichen Leben scheinbar sehr erfolgreich. Somit wird der krasse Gegensatz zwischen Outsidern und Angepassten gezeigt. Welche Seite am Ende gewinnt und ob es überhaupt Gewinner und nicht nur Verlierer gibt? …dass darf der Zuschauer selber entscheiden.

Fazit: Auch hier regiert die alte Floskel: Geheimtipp für die Freunde des italienischen Kinos.

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: ROCKER STERBEN NICHT SO LEICHT - Ernesto Gastaldi
BeitragVerfasst: 27.07.2015 18:22 
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Dt. BD her damit! 8-)


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