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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: SNUFF TRAP - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 01.03.2012 15:26 
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Mattei klaut sich auch bei bei diesem 2004 entstandenen Rip-Off mal wieder dreist durch anderer Leute Filme. Hier vor allem inhaltlich bei "8MM" (welcher wiederum stark an den großartigen "Hardcore" mit George C. Scott erinnert), denn Muttis Töchterchen wird entführt, was die resolute Mama natürlich dazu bringt sich kopfüber in den Snuff-Porno-Ring zu stürzen und ihr (ziemlich abgewrackt aussehendes) Küken zu retten.

Dabei hat Mattei sogar eine kleine Rundreise gemacht und an echten Schauplätzen gedreht wie (ich hoffe mal, da trügt mich nicht die Erinnerung) Hamburg und scheucht seine Protagonistin von einem sleazigen Informaten zum Anderen. Der Schluss ist dann ganz großes Kino und klaut gar Szenen aus John Woos "Im Körper des Feindes", aber man muss wohl auch schwere Geschütze auffahren, um dem (natürlich!) zwergenhaften Porno-Ring-Maestro habhaft zu werden.

Drolligerweise ist der Streifen bislang auch nicht indiziert, obwohl JK-Streifen ja immer gerne schnell abgeschossen werden. Insgesamt gibt es aber auch nichts, was eine Indizierung rechtfertigen würde, denn die Bilder auf dem Cover sind das mit Abstand Härteste am gesamten Film und kommen oftmals noch nicht einmal sonderlich lang oder überhaupt im Fokus der Geschichte/Kamera vor.

Wer also gerne mal einen hübsch trashigen Abstecher in die "Snuff Trap" machen will, dem sei Matteis unterhaltsames Rip-Off ans Herz gelegt. Die deutsche Synchro ist ziemlich billig, aber das sind eigentlich so ziemlich alle Vertonungen, egal in welchem Land man sich da gerade befindet.


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 Betreff des Beitrags: Re: SNUFF TRAP - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 01.03.2012 21:22 
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Leider kann ich mit den Filmen vom guten Bruno so gut wie nichts anfangen. Überraschenderweise hat mir Skalps recht gut gefallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: SNUFF TRAP - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 02.03.2012 09:16 
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sid.vicious hat geschrieben:
Leider kann ich mit den Filmen vom guten Bruno so gut wie nichts anfangen. Überraschenderweise hat mir Skalps recht gut gefallen.


Die Western, abgesehen von "Der Kampfgigant" und vielleicht "Cobra Force" sind sicherlich auch das mit Abstand "untrashigste" was der gute Bruno gemacht hat.

Hast du "Der weiße Apache" gesehen? Könnte dir sicherlich durchaus ebenso gefallen wie "Skalps", da sich die beiden Streifen da ziemlich ähnlich sind, auch wenn der "Apache" inhaltlich noch etwas böser und nihilistischer ist.

Ich für meinen Teil liebe den Stil des werten Herrn eben, weil er es schafft quasi komplett kindischen Schwachsinn in eigentliche harte Exploitation- und Rip-Off-Ware zu stecken und aus all dem dann auch noch ein "tolles" Gesamtwerk zu erstellen.
(Muss eh hier mal den einen oder anderen User anlabern, da mir leider noch sieben, acht seiner Filme in der Komplettsammlung fehlen, aber hey, selbst die OFDB hat nicht alle seine Streifen intus, von daher...)


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 Betreff des Beitrags: Re: SNUFF TRAP - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 23.07.2016 15:52 
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Snuff Killer - La morte in diretta
(Snuff Trap / Snuff Trap - Die Kamera läuft... / Snuff Killer)
Italien 2003 - Directed by Bruno Mattei
Starring: Carla Solaro, Gabriele Gori, Carlo Mucari, Achille Brugnini, Anita Auer, Federica Garuti...


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"That's the one! Blue eyes, blonde hair. She's the one I want."

Karl (Valerio Alessandrini), der grimmig dreinblickende Zwerg, der die Photographien gespannt betrachtet, läßt keinen Zweifel aufkommen, wen er haben will. "She", das Mädel mit den blonden Haaren und den blauen Augen, hört auf den Namen Lauren (Federica Garuti) und weiß noch nichts von ihrem "Glück". Das ändert sich rasch, denn als sie nach einem Discobesuch mit ihrem Freund (Raul Tilli) im Auto rumknutscht, erfolgt die brutale Attacke. Die Scheibe wird eingeschlagen, ihr Freund wird erschossen, und Lauren wird von den Verbrechern in den Kofferraum eines Wagens verfrachtet und entführt. Die Polizei vermutet, daß Mädchenhändler oder gar schlimmere Zeitgenossen dahinterstecken, hat jedoch keine Spuren und schreibt die junge Frau ab. Glücklicherweise ist Lauren eine Tochter aus reichem Hause, und ihre Mutter Michelle (Carla Solaro) denkt nicht daran, sie ihrem Schicksal zu überlassen.

Zwar scheint Lauren ihrem aalglatten Stiefvater René (Achille Brugnini) am Allerwertesten vorbei zu gehen, aber mit etwas Geschick preßt Michelle eine Million Euro aus ihrem politisch engagierten Göttergatten heraus. Geld spielt keine Rolle, Hauptsache die verzweifelte Frau geht die Sache diskret an und veranstaltet keinen Aufruhr, das könnte ja seiner Karriere schaden. Also kontaktiert die völlig ahnungslose Michelle erst den Privatdetektiv David (Antonio Calandrino) und versichert sich dann der Dienste von Jean Luis (Gabriele Gori), eines Mannes, der sich in der Pornoszene gut auskennt und entsprechende Kontakte hat. Entschlossen taucht Michelle in den Sumpf aus Abartigkeiten und Perversionen ein und stößt tatsächlich auf eine heiße Spur, die sie erst nach Amsterdam und dann nach Hamburg führt, wo eine gewisse Dr. Hades (Anita Auer) eine wahre Snuffhölle dirigiert.

Michelle, ahnungslos: "What do they do with the people in this organization?"
David, bestens informiert: "Everything involved with... pornography, sadomasochism, bestiality... torture is big... pedophilia, snuff movies..."


Mit Snuff Killer - La morte in diretta drehte der unvergessene italienische Exploitation- und Trashpapst Bruno Mattei (1931 – 2007) anno 2003 seine ureigene Version von Paul Schraders Hardcore (Hardcore - Ein Vater sieht rot, 1979) und Joel Schumachers 8MM (8MM - Acht Millimeter, 1999), ohne George C. Scott oder Nicolas Cage, dafür mit Carla Solaro (Paprika). Im Laufe seiner sehr produktiven, mehrere Dekaden umspannenden Filmkarriere (beginnend mit Armida, il dramma di una sposa (1970) bis zu seinem abschließenden Doppelschlag aus dem Jahre 2007, L'isola dei morti viventi und Zombi: La creazione) nahm es Mattei ja hin und wieder mit Begriffen wie "Copyright" oder "geistiges Eigentum" nicht sonderlich genau. Er betrieb fröhlich mal mehr, mal weniger, mal überhaupt nicht subtil Ideenklau und bediente sich frech bei allerlei beliebten Genrefilmen.

Man denke nur an unverwüstliche "Klassiker" wie Virus (Die Hölle der lebenden Toten), Robowar - Robot da guerra (Roboman) oder Terminator II (Contaminator... die Mordmaschine aus der Zukunft), welche ganze Szenenfolgen aus Filmen wie Dawn of the Dead, Predator oder Aliens übernehmen. Snuff Killer glänzt ebenfalls nicht gerade mit Originalität, hat aber das, was ich mal salopp den "Mattei-Touch" nenne, in Hülle und Fülle. So wie alles, was König Midas einst anfaßte, zu Gold wurde, so hatte Bruno Mattei die Gabe, aus seinen teils abstrusen Geschichten köstlichen Trash von enormem Unterhaltungswert zu zaubern. Gut war das, was er fabrizierte, freilich nur äußerst selten, aber das konnte ich ihm nie übelnehmen. Die Filme, die ich von ihm kenne (von seinen mehr als fünfzig Regiearbeiten ist das bestenfalls ein Viertel), machen einfach einen Riesenspaß und bescheren mir jedes Mal aufs Neue ganz famose anderthalb Stunden guilty pleasure.

Michelle, hoffnungsvoll: "Got anything special?"
Dealer, gelangweilt: "Violence. Torture. Gang-Rape. Strong stuff, lady!"
Michelle, sich nicht mit solchen Harmlosigkeiten abgebend: "Nothing bigger around?"


Snuff Killer bildet da keine Ausnahme. Trotz des billigen Looks, welcher wie eine verunglückte Mischung aus TV-Movie und Pornoproduktion wirkt, gibt es viel abzufeiern. Beispielsweise kann man die desaströsen schauspielerischen Darbietungen bejubeln (unterstützt von der grotesken englischen Synchro), die nahezu sämtliche Beteiligte hier abliefern. Den Vogel schießt dabei Anita "Dr. Hades" Auer ab, die ein dermaßen extravagantes Overacting zelebriert, daß meine Lachmuskeln Überstunden einlegen mußten. Da werden sofort Erinnerungen an Deborah Reeds grandiose Performance als Creedence Leonore Gielgud in Claudio Fragassos unsterblichen Überheuler Troll 2 wach. Man kann sich aber auch an Matteis speziellem Regiestil ergötzen, gelingt es dem Maestro doch tatsächlich, einen klassischen Thrillerstoff ohne auch nur ein einziges Fünkchen Spannung zu inszenieren. Die Geschehnisse dümpeln eintönig dahin, aneinandergereiht wie Sexszenen in einem lustlosen Porno.

Überhaupt ist es Mattei hoch anzurechnen, daß er aus einer extrem unangenehmen Thematik eine launig-trashige Lachnummer zimmert, die auf fast keinem Gebiet zu überzeugen vermag. Selbst die beliebig aber immerhin mit Gusto eingestreuten Folter- und Tötungsszenen sind so lächerlich gestaltet und so klischeetriefend in Szene gesetzt, daß sie jedweden Realismus vermissen lassen und ihnen jegliche Härte abhandenkommt. Gelungen ist hingegen das Casting. Es ist schon irgendwie erstaunlich, daß fast sämtlichen der im Film vorkommenden Figuren etwas sleazig-perverses anhaftet, sodaß man ihnen ihre unguten Neigungen bereits an den Nasenspitzen ansieht. Da Snuff Killer weder eine brauchbare Dramaturgie noch interessante Figuren aufweist, hilft es vielleicht, Konfuzius' berühmten Ansatz zu folgen: Der Weg ist das Ziel. Ob Michelle ihr aufmüpfiges Töchterlein am Ende findet, rettet und in ihre Arme schließt, ist nebensächlich. Ihr beim Versuch zuzusehen, macht jedoch großen Spaß.

Egal ob Mattei - der sich hier hinter dem Pseudonym Pierre Le Blanc versteckt und der sich die Geschichte zusammen mit Giovanni Paolucci aus den Fingern gesogen hat - die brave, treue, unscheinbare Politikergattin durch die sündigen Viertel diverser Städte spazieren, sie in einem Kakerlaken-infizierten Stundenhotel einchecken, sie Pornomagazine durchblättern oder mit fremden Männern (harten) Sex haben läßt, das ist einfach fulminante Exploitation all'italiana wie man sie kennt und liebt. Chapeau, Signore Mattei! Einfach dafür, daß Sie uns Fans auch in den 2000er-Jahren mit Schmutz dieser Art beglückten. Wobei anzumerken ist, daß der gute Mann hier eher zurückhaltend agiert (etwa aufgrund Altersmilde?) und die blutrünstigen Möglichkeiten der Materie (die Snuff-Thematik bietet ja eine Steilvorlage für ausgelassene, gewaltpornographische Aktivitäten) nicht mal ansatzweise ausschöpft. Aber das ist schon okay so, hätten ausgewalzte, widerwärtige Gewaltexzesse den beachtlichen Spaßfaktor womöglich doch erheblich getrübt.

Dr. Hades: "I detest violence! Except when inspired by me!"

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