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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 08:40 
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Leider erscheinen Endzeit Italo Filme sehr selten auf DVD, deswegen wollte ich dieser noch recht neu erschienenen DVD von Retro Film eine Chance geben.
Gestern Nacht, es war schon sehr spät und ich wollte nur noch einen kurzen Blick riskieren um festzustellen ob der Film in etwa meiner Erwartung entspricht.
Ich hatte vor, für 10 Minuten reinzusehen und dann ins Bett zu gehen.
Mein Gott, was für ein billiges kleines Filmchen, wie schon der ganze Look in den ersten Minuten zeigt.
Komischerweise bin ich aber hängengeblieben und nicht mehr davon losgekommen, bzw. habe den Film ganz angesehen.
Pausenlose Action, freiwillige und unfreiwillige Komik über den ganzen Film hin.
So billig wie der Film und seine Handlung (wenn man sie so nennen darf) ist, so unterhaltsam ist der ganze Schmarrn.
Irgendwie macht der Film verdammt viel Spaß, auch wenn er weit enfernt ist, von solchen Trash Perlen wie METROPOLIS 2000.
Das ganze sieht eher aus, wie eine Direct to Video Produktion, hat aber wirklich Charme.
Die Action ist wirklich sehr gut gemacht und tatsächlich haben sich noch namhafte Schauspieler wie zum Beispiel Donald Pleasence hinein verirrt. Die Musik ist streckenweise richtig gut und Gesichter wie Persis Khambatta (Der weibliche Glatzkopf aus Star Trek - Der Film) und Fred Williams machen die ganze Sache noch vertrauter. Donald Pleasence sieht vom Look her aus, wie ein älteres Abziehbild seiner Rolle des Blofeld in MAN LEBT NUR ZWEIMAL.

Italo Endzeit Filme werden meist als Endzeit Trash bezeichnet, wobei ich damit manchmal so meine Probleme habe, weil Filme wie THE RIFFS oder FIREFLASH viel zu gut gemacht sind um sie als kompletten Müll zu bezeichnen.
Wenn man bei diesen Filmen von Müll spricht, sehe ich es eher auf die Thematik bezogen, als auf die Machart.
Bei THE LAST WARRIOR kann man aber getrost von Trash sprechen, hier trifft es zu 100% zu. :)
Mit Ausnahme der Action, ist der Film so schlecht gemacht, dass er schon wieder Spaß macht!

In seinem Rahmen 6 / 10

Die Bildqualität der Retro DVD ist ganz in Ordnung, wenn auch nur in 4,3 Letterbox.
Ich könnte mir vorstellen, dass man das Bild damals im Kino einafch abgedeckt hat um ein breiteres Format zu erzielen. Das Bild wirkt stimmig und nicht abgeschnitten. Wahrscheinlich haben die Produzenten auch damals schon auf eine Videovermarktung geschielt und den Film gleich im Fernsehformat gedreht.
Die Synchro ist sehr hochwertig, mir sehr bekannten Sprechern.
Die nachsynchronisierten Stellen, sind auch recht gut gemacht und stören nicht.
Die deutsche Synchro kann man als witzig und gelungen bezeichnen, was Mitte der achziger Jahre bei einem Billig Film nicht unbedingt normal sein muss.

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Suche "Maigret und sein gößter Fall" Regie: Alfred Wiedenmann. DVD von 3L


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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 16:40 
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Fand den auch immens unterhaltsam. Habe den noch kurz vor Erscheinen der DVD auf Tape gekauft.

Schade dass die Retro nicht-anamorph ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 16:55 
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TRAXX hat geschrieben:
Schade dass die Retro nicht-anamorph ist.

"Wenn schon retro, dann richtig" :lol: .

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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 16:56 
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:P :mrgreen: ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 17:45 
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TRAXX hat geschrieben:
Schade dass die Retro nicht-anamorph ist.



Stimmt aber bei dem Film tuts jetzt auch nicht weh.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 18:01 
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italo hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Schade dass die Retro nicht-anamorph ist.



Stimmt aber bei dem Film tuts jetzt auch nicht weh.

Bei dem Preis der DVD allerdings schon ein wenig. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 19:16 
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AL NORTHON hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Schade dass die Retro nicht-anamorph ist.

"Wenn schon retro, dann richtig" :lol: .

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: good post!

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 11.07.2011 21:38 
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Fand den Film auch erstaunlich unterhaltsam. Die Action ist solide inszeniert und es wird einem nicht langweilig. Der Regisseur kommt im Interview übrigens auch recht sympathisch rüber. Er nimmt sich selbst und den Film nicht zu wichtig und zeigt somit eigentlich eine ganz gute Einstellung zu der ganzen Geschichte.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 24.07.2011 14:05 
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Ich habe mir den Film soeben zum zweiten mal angesehen und er hat mir noch mehr Spaß gemacht. Totaler Schund, der Freude macht!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 04.08.2011 02:22 
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Der Film ist in Ordnung, die Performance von Ginty zwar auf's minimalste reduziert - aber hier passt das genau zum Geschehen. Trash deluxe mit einigen Feiermomenten, z.B. der Schunkelsong am Ende, wenn die Survivors triumphieren und Party im Lagerhaus machen - da traute ich meinen Augen kaum!! Das muß man gesehen haben. Auch die Synthie-Mucke ging gut rein, aber einen dicken "Abtörner" hat dieser Streifen leider auch zu bieten:

!!Die sprechende Super-Computer-Kampfmaschine!!

Meine Fresse, das war zu viel des Guten und einfach nur peinlich, hab mich richtig gefreut
wo die Kiste später von den Bad Guys geschrottet wird


Alles in allem ein solider Endzeit-Trasher, ich hab ihn zwar nüchtern + solo gesehen - könnte mir aber vorstellen, das der mit Kumpels und etwas Promille ziemlich steil gehen dürfte -> vielleicht nervt das sprechende Superbike dann auch nicht mehr so ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 04.08.2011 06:40 
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Giulio Sacchi hat geschrieben:
Der Film ist in Ordnung, die Performance von Ginty zwar auf's minimalste reduziert - aber hier passt das genau zum Geschehen. Trash deluxe mit einigen Feiermomenten, z.B. der Schunkelsong am Ende, wenn die Survivors triumphieren und Party im Lagerhaus machen - da traute ich meinen Augen kaum!! Das muß man gesehen haben. Auch die Synthie-Mucke ging gut rein, aber einen dicken "Abtörner" hat dieser Streifen leider auch zu bieten:

!!Die sprechende Super-Computer-Kampfmaschine!!

Meine Fresse, das war zu viel des Guten und einfach nur peinlich, hab mich richtig gefreut
wo die Kiste später von den Bad Guys geschrottet wird


Alles in allem ein solider Endzeit-Trasher, ich hab ihn zwar nüchtern + solo gesehen - könnte mir aber vorstellen, das der mit Kumpels und etwas Promille ziemlich steil gehen dürfte -> vielleicht nervt das sprechende Superbike dann auch nicht mehr so ;)



Schau Dir den Film einfach in Englisch an. Da gibt es die Motorrad Stimme nicht wirklich. Da gibt sie nur laute von sich, wenn ein Text auf dem Display erscheint. Mir gefällt der Film allerdings mit der Nervstimme besser. Sie macht den Film unterhaltsamer und passt zum Trashcharakter wirklich gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 20.11.2011 21:55 
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Alternativer Titel: The last Warrior
Produktionsland: Italien
Produktion: Roberto Bessi
Erscheinungsjahr: 1983
Regie: David Worth
Drehbuch: David Worth
Kamera: Giancarlo Ferrando
Schnitt: Cesare D'Amico
Spezialeffekte: Paolo Ricci
Budget: ca. -
Musik: Daniele Patucchi
Länge: ca. 91 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Ennio Antonelli, Fred Williamson, Donald Pleasence, Persis Khambatta, Robert Ginty, Harrison Muller Sr., Urs Althaus


Nach dem Nuklearkrieg wird die restliche Menschheit von einem Tyrannen namens Prossor regiert. Der letzte Krieger trifft auf eine Bewegung, die den Frieden im Land wieder herstellen will. Man bittet ihr, den Professor, der sich in Prossors Gewalt befindet zu befreien. Zusammen mit der Tochter des Professors macht sich der letzte Krieger auf den Weg.

Die Bezeichnung Letzter Krieger die ich für die Inhaltsangabe verwendete, hört sich fast genauso dämlich an, wie der Film wirkt. Böser Start in ein Review? Ansichtssache. „The last Warrior“ ist einer der italienischen Endzeitfilme, die man sich hätte schenken können und das sagt immerhin Jemand, der dieses Genre eigentlich sehr mag. Was zu dieser Erkenntnis führt ist, dass der Film so gut wie nichts richtig macht. Die Darsteller sind einfach nur schlecht und erhalten nicht den kleinsten Sympathiebonus. Ausgenommen Persis Khambatta als Nastasia und Fred Williamson. Allerdings ist die Spielzeit, die Fred Williamson zur Verfügung steht so gering, dass dieses schon kaum ins Gewicht fällt. Dazu kommt die Beziehung zwischen unserem Helden, dem letzten Krieger und seinem in sein Motorrad integriertem Computer, welche sehr an die Hasselhoff- Knight Rider- K.I.T.T Kommunikation erinnert. Dieser so genannte beiläufige Humor nervt einfach nur, da es kein Humor ist, sondern einfach nur Situationsbezogenes Aufpeppen einer uninteressanten Begebenheit.

Die Action- und Kampfszenen sind unterdurchschnittlich anzusiedeln, einzig die Explosionen sind recht sehenswert.

Fazit: Schlechter Endzeit-Trash mit noch schlechteren Schauspielern, aber mit einem recht gelungenen Soundtrack von Daniel Patucchi.


Sorry, aber mir gefällt der Film einfach nicht. 3/10

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 21.11.2011 00:12 
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An dem Film ist fast alles schlecht und trotzdem macht mir das Ding wirkliche Freude! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 21.11.2011 02:20 
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italo hat geschrieben:
An dem Film ist fast alles schlecht und trotzdem macht mir das Ding wirkliche Freude! :)

Find ich ja auch. Man sollte an solche Filme gelassener rangehen... aber die Humorsinne sind ja bekanntlich noch verschiedener als die Geschmäcker... 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 24.07.2012 21:59 
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The Last Warrior - Der Kämpfer einer verlorenen Welt (Italien 1983, Originaltitel: Il giustiziere della terra perduta)

Robert dreht auf, Donald dreht durch

Wir kennen das Szenario. Mal wieder wütete ein Atomkrieg, mal wieder liegt die Zivilisation zerschmettert am Boden. Josh McBride (Robert Ginty) brettert mit seinem flotten Moped durch diese trostlose Welt, hinter jeder Kurve lauert der Tod (oder ein Gehilfe des Sensenmannes). Einerseits treiben Schergen des gnadenlosen Diktators Prossor (Donald Pleasence) ihr Unwesen, andererseits ist diverser Pöbel auf der Suche nach Opfern. McBride geht seinen eigenen Weg, eines Tages führt ihn ein Unfall jedoch in das Gebiet der Widerstandsbewegung. Freundlicherweise heilen die Damen und Herren die Verletzungen ihres Gastes. Mehr noch, sie halten den einsamen Burschen für den Auserwählten, er soll Professor McWayne (Harrison Muller Sr.) aus den Fängen Prossors befreien. McWayne ist der Denker und Lenker des Widerstands, für den Zusammenhalt der Bewegung unerlässlich. Trotz seiner Zweifel begibt sich McBride gemeinsam mit McWaynes Tochter Nastasia (Persis Khambatta) in die Höhle des Löwen. Im Herrschaftsbereich des Despoten greifen dessen Omega-Truppen mit aller Härte durch, dennoch kann der Professor befreit werden und mit McBride fliehen. Leider Nastasia verletzt zurück, fürchterliche Folterungen erwarten die junge Frau, Prossor kümmert sich persönlich um seine Beute...

Endzeit aus Italien, ich liebe es! Aus der Hochzeit des Genres stammt der kurz vorgestellte Streifen. Sicher kein Chef auf diesem wundervollen Spielfeld, für Fans jedoch eine angenehme Ergänzung zu den Überfliegern. Übermächtige Schätze drängen "The Last Warrior" in die zweite Reihe, es folgen ein paar Beispiele:

• Fireflash – der Tag nach dem Ende (1983/ 2019: Dopo la caduta di New York / Regie: Sergio Martino)
• Metropolis 2000 (1982 / I nuovi barbari / Regie: Enzo G. Castellari)
• Endgame – das letzte Spiel mit dem Tod (1983 / Endgame - Bronx lotta finale / Regie: Joe D'Amato)

Martino, Castellari, D'Amato! Weiterhin waren Grössen wie Lucio Fulci und Ruggero Deodato in diesem Gefilde unterwegs (teils in Randbereichen), gewissermaßen ein Sammelbecken verehrter Genre-Regisseure, konzentriert in einem recht überschaubaren Zeitfenster (es wurden nicht alle Herren von mir aufgezählt, ich bitte um Nachsicht). Zwar brachten die späteren achtziger Jahre weitere Endzeit-Sausen hervor, der Gipfel der Lust wurde aber fraglos in den Jahren 1982/83 errreicht!

Auf dem Regiestuhl von "The Last Warrior" nahm der Amerikaner David Worth Platz, für die Story zeichnet er ebenfalls verantwortlich. Die ganz grosse Karriere sollte Worth verwehrt bleiben, auf sein Konto gehen einige sympathische B-Knaller, z. B. mehrere Action-Flicks mit Cynthia Rothrock. Im Bonusbereich der mir vorliegenden DVD ist ein Interview mit David Worth zu finden, der sich wohlgesonnen über seinen Film äussert. "Kein guter Film, aber eine sehr lehrreiche Erfahrung und angenehmes Arbeitsklima", so die Kernaussage des Herrn Worth. Recht hat er, als "guter Film" geht sein Ausflug in die Endzeit eher nicht durch (was auch immer ein "guter Film" sein mag), indessen ist der Streifen verdammt unterhaltsam, kommt mit bizarren Einschüben daher, punktet gar mit einer gelungenen Überraschung! An Albernheiten mangelt es nicht, der Held hat einen vorlauten Computer in seinem Motorrad verbaut, "Einstein" gibt gern Widerworte und sorgt für manchen Schmunzler. Grosse Klasse die Kameraarbeit von Giancarlo Ferrando (der auch Martinos "Fireflash" gekonnt einfing), durch dessen Gespür und Können der Film massiv an Qualität gewinnt. Action kommt in Form von jeder Menge Geballer und wilden Verfolgungsjadgen daher, die Waffensounds tönen grotesk, hin und wieder gibt es satte Explosionen auf die entzüdeten Augen. Vor allem der Machtbereich des Fieslings wurde stilvoll angelegt, dazu gibt es ein paar obskure Sets, in des Diktators Diskothek verbringen die braven Bürger ihre Freizeit, verabreichte Tranquilizer sorgen für Ruhe und Ordnung im Stadtstaat. Endzeit geht nicht ohne eine Dosis Mutation, kurzzeitig müssen sich Held und Heldin mit bekloppten Retro-Morlocks rumärgen.

Robert Ginty verstarb leider 2009, er wird B-Filmfanatikern für immer als "The Exterminator" (1980) in bester Erinnerung bleiben. Ginty hat im Vergleich zu seiner Paraderolle an Profil gewonnen, erinnert mich an eine schmale Ausgabe von Roddy Piper. Persis Khambatta gibt sich kratzbürstig, die toughe Rolle steht ihr gut zu Gesicht, weibliche Reize sind auf diesem Tummelplatz des Irrsinns weniger gefragt. Donald Pleasence erwartungsgemäß grandios, der Mann ist stets eine sichere Bank. Pleasence hetzte dem legendären Serienkillermonster Michael Myers durch etliche Halloween-Aufgüsse nach, er gab im Bond-Kosmos die beste Ausgabe des Superschurken Blofeld, manchmal der Held, oft der Bösewicht, fast immer psychotisch, ein Mann für alle Fälle des trabenden bis galoppierenden Wahnsinns! Prossor ist ein ekelhafter Nazi, löscht aus was nicht passt, kleidet seine Truppen in an die SS angelehnte Klamotten. Eine bessere Besetzung als Donald Pleasence? Denkt nicht mal daran! Fred Williamson taucht in einer Nebenrolle auf. Jau, er ist einfach da, das reicht, Fred Williamson ist Fred Williamson ist Fred Williamson! Harrison Muller Sr. träumt von einer besseren Welt, die übrigen Gestalten fallen in die Kategorien "anonyme Metzelmasse", "Ekelfratzen", "Mutanten" und "Pöbel" (wahlweise kombinierbar).

Regisseur und Autor David Worth kann sich zwar nicht mit seinem Kollegen aus Italien messen, doch die starke Kameraarbeit von Giancarlo Ferrando, knuffige Einfälle und absurde Momente, die starke Besetzung, der gekonnte Umgang mit den Klischees des Genres, sorgen letztlich für ein kurzweiliges Vergnügen. Gerade kommt mir der Chor in den Sinn, mit dem uns Worth gegen Ende des Lichtspiels drangsaliert, unglaublich, diesen Erguss muss ich zwangsläufig ins Herz schliessen!

Mir liegt die DVD von Imperial Pictures vor, neben dem ungekürzten Film gibt es (nicht viele, aber interessante) Boni zu geniessen. Alternativ bietet Retrofilm Auflagen in Hartboxen an (die günstigere Imperial-DVD kommt im Amaray (Clone) ins Haus).

6,5/10 (mehr lässt die extrem starke Verwandtschaft nicht zu, in Gedanken addiere ich diverse Wohlfühlpunkte!!!)

Lieblingszitat:

"Ihre Bosheit muss bis zum Tode bekämpft werden!"

Die deutsche Synchro hat einige Entgleisungen in der Hinterhand, ich verzichte aus Rücksicht auf empfindliche Forianer auf entsprechende Zitate.

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Betreff des Beitrags: Re: THE LAST WARRIOR - David Worth
BeitragVerfasst: 24.07.2012 22:35 
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Ach, der halbschwule Club Utopia hats schon in sich, mit herrlicher 80er Jahre Mode und Musik.
"IHR ALLE SEID MEINE KINDER, KOMMT UND TRINKT DEN COCKTAIL DER FREUDE!"
Der ganze Film ist herrlich und am Donnerstag steht er im wöchentlichen DVD Abend mit Freunden auf dem Programm, dazu ein paar 0,5er Bier und einen kleinen Selbstgebauten kommt chillige Freude auf.

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