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 Betreff des Beitrags: THE MEMORIES, DELIRIUM AND THE VENDETTA, PART TWO - Angelo Pannacciò
BeitragVerfasst: 12.05.2016 13:52 
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Originaltitel: Holocaust - I ricordi, I deliri, la vendetta
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1980
Regie: Angelo Pannaccio

Darsteller: Tina Aumont, William Berger, Katia Chiani, Kai Fischer, Machele Guaglieri

Inhalt:

Einige jüdische Männer schließen sich zu einer Art Geheimbund zusammen. Sie versuchen die damaligen Peiniger aus den Konzentrationslagern – hauptsächlich Ärzte und Soldaten – aufzuspüren, um sich dann an ihnen zu rächen. Obwohl schon viele Jahre seit den ungeheuerlichen Gräueltaten vergangen sind, hat man noch lange nicht vergessen...

Fazit:

Wirrer und billig produzierter Schmierer! Auf DVD bisher lediglich in Holland in mieser Qualität erschienen. Für Sleaze- und Trashliebhaber allerdings ein Fest!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE MEMORIES, DELIRIUM AND THE VENDETTA, PART TWO - Angelo Pannacciò
BeitragVerfasst: 12.05.2016 14:48 
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Geile Besetzung und dann auch noch mit Kai Fischer? :shock:
Welche Rolle spielt sie denn hier?
Also ich merke ja, dass ich mich mit diesen Genre-Beiträgen mal etwas intensiver auseinandersetzen sollte.
Wirr und billig + diese Darsteller, das klingt einfach nur hoch interessant! 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE MEMORIES, DELIRIUM AND THE VENDETTA, PART TWO - Angelo Pannacciò
BeitragVerfasst: 12.05.2016 20:49 
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Gerade gesehen, und: Wirr und billig, das trifft es perfekt. Das Budget des Filmes dürfte deutlich unter 1000 Lire gelegen haben, und das Vorhandensein auch nur eines Treatments habe ich nicht wirklich gespürt. Urlaubsbilder aus Anzio, wunderschöne (angezogene) Frauen, Gordon Mitchell reißt die Augen auf, man fährt durch die Gegend und unterhält sich im Off, und ein paar sehr sehr vorsichtige Flashbacks aus einem KZ einerseits und einem Massaker an Dorfbewohnern andererseits. Für mich persönlich der Schnarcher des Monats. Ich schau mal ob ich da noch ein paar Wörter mehr zu schreiben kann, aber die Kurzform lautet: Lohnt nicht ...

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE MEMORIES, DELIRIUM AND THE VENDETTA, PART TWO - Angelo Pannacciò
BeitragVerfasst: 01.01.2017 17:57 
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HOLOCAUST II

THE MEMORIES, DELIRIUM AND THE VENDETTA


● HOLOCAUST PARTE SECONDO: I RICORDI, I DELIRI, LA VENDETTA /
HOLOCAUST 2 - THE MEMORIES, DELIRIUM AND THE VENDETTA PART TWO / THE EXPERIMENT (I|1980)
mit Kai Fischer, Susanna Levi, Tina Aumont, Elisabeth Tulin, Andrés Resino, Gordon Mitchell und William Berger
eine Produktion der Film Montecarlo Produzione Cinematografica e Televisiva
ein Film von Angelo Pannacciò


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»Why don't you kiss me all over?«

Seit dem Auftauchen eines Unbekannten, kommt es in der Stadt zu einer Reihe von Morden, die hauptsächlich an älteren Männern begangen werden. Doch hat der Neuankömmling die Befehle bekommen, diese Herrschaften zu liquidieren? Die hiesige Polizei steht vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel und kommt in diesem Fall mit den Ermittlungen nicht weiter. Man ist gezwungen, die nächste Leiche abzuwarten. Viel später stellt sich heraus, dass sich jeder von den Ermordeten in einen NS-Zusammenhang und damit verbundene Gräueltaten bringen lässt, doch ist dies tatsächlich der Grund für ihr Ende? Involviert in diese undurchsichtigen Machenschaften sind zwei Frauen (Susanna Levi und Kai Fischer), die der Polizei entscheidend weiterhelfen könnten...

Bei Angelo Pannacciòs spätem Genre-Beitrag, den er unter dem Pseudonym John Jonathan inszenierte, wittert man bereits im Vorspann gleich Höhenluft, da die Riege der Darsteller vergleichsweise wesentlich prominentere Namen zu bieten hat, als die meisten Konkurrenten und unterlegt wurde das Ganze mit einer beunruhigend stechenden Akustik und schrecklichen Originalbildern von Leichenbergen und den traurigen Höhepunkten einer Ideologie des Schreckens. Eigenartigerweise findet man sich gleich nach diesem Anfang in der damaligen Gegenwart des Produktionsjahres wieder, sodass der Zuschauer gleich die schwierige Aufgabe auferlegt bekommt, sich selbst orientieren zu müssen, da sich in Windeseile herausstellt, dass die Regie in diesem Zusammenhang wenig Schützenhilfe leisten wird. William Berger, die nominelle Hauptrolle der Produktion, wird nach etwa einer Minute mit einem Kopfschuss erlegt und die Verwirrung wird hier zum großen Leitmotiv. Aber noch ist nicht aller Tage Abend denkt man sich, denn erwartungsgemäß müsste es zu einer Reihe von Rückblenden kommen, die den Zusammenhang zum Titel herstellen und hier auch stakkatoartig einschießen. Natürlich möchte auch Pannacciòs Beitrag durch drastische Veranschaulichungen auffallen, sodass die Maschinenpistolen und Schusswaffen aller Art sprechen dürfen und man Angst- und Todesschreie vernimmt, die zumindest die Aufmerksamkeit forcieren. Plötzlich ist es soweit und es zeigt sich eines der hässlichsten Gesichter, die die Filmwelt je gesehen hat: Die Langeweile. Früh zeichnet sich nämlich ab, dass die Kunst der Verknüpfung von Inhalten nicht gelingt und der Film daher etwas ziellos, vor allem aber konturlos umher irrt. Einige gerne gesehene Darstellerinnen wie beispielsweise die schöne Tina Aumont oder die immer noch rassige Kai Fischer wirken hier wie wahre, wenn auch nur kleinere Wunder, wenngleich man vermutlich jeweils einen der Tiefpunkte ihrer Karrieren mit ansehen muss.

Filme mit derartiger Thematik werden nur angesehen, wenn sich Zielgruppen die Ehre geben. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass sich Zuschauer aus heiterem Himmel denken, einen Unterhaltungstrip ins Naziploitation-Genre zu unternehmen, um unterhaltsame 90 Minuten zu erleben. Deswegen ist es essentiell für Filme solchen Strickmusters, dass sie das bieten, was sie im Vorfeld auch suggeriert haben. Hier kommt man in dieser Beziehung nicht auf seine zweifelhaften Kosten und es entsteht eine unfreiwillige Umkehrreaktion. Der geneigte Zuschauer fragt sich, warum sich dieser Flick nicht durch reißerische Elemente wie rohe Gewalt und abscheuliche Illustrationen interessant zu machen versucht, denn "The memories, delirium and the vendetta" wirkt streckenweise tatsächlich wie ein gewöhnlicher Unterhaltungsfilm, manchmal sogar wie aus einem sommerlichen Club-Hotel, in dem allerdings Bilder auftauchen, die man dort eben nicht sehen möchte. Folglich ist die Strategie, den Film in dieser Art und Weise anzupacken, vollkommen misslungen und man sieht sich nur noch mit einem Schnipsel-Sammelsurium aus verschiedenen Themen konfrontiert, in dem kein wirklicher roter Faden zu finden ist. Hin und wieder tastet die Kamera seine Hauptdarstellerinnen interessiert ab, bei dieser Gelegenheit kommt der Verlauf sogar zu seiner Basis zurück und verbreitet seine Irritationen in Form von Bildern vergangener Tage, außerdem geschieht die Einleitung über Kai Fischers blaue Augen, die leider etwas zu strahlend als sinnvoller Verstärker für die schwarze Vergangenheit wirken, aber immerhin wirr in die Szenerie blicken. Im Hickhack der Story zeigen sich des Weiteren keine inszenatorischen Glanzleistungen, die Dialoge erscheinen stark verbesserungswürdig, auch die Musik kann nur selten die gewünschten Effekte erzielen. Nach vierzig Minuten kommt schließlich etwas Zug in die Angelegenheit, um gleichzeitig wird wieder die Handbremse anzuziehen.

"Holocaust II" profitiert letztlich enorm von Darstellern. Entgegen der normalen Gewohnheit, lediglich eine Horde Laiendarsteller oder Genre-Starlets loszulassen, geben sich hier recht prominente Kaliber die Klinke in die Hand, die in dieser Art Filme auch nicht unbedingt zu erwarten gewesen wären. William Berger sieht man wie erwähnt nur als lustlosen Gast und die ganze Minute seines Auftritts gehört ihm. Vielleicht sollte er bereits im Vorfeld einige ahnungslose Zuschauer rekrutieren, wer weiß das schon? Die Französin Tina Aumont zeigt, dass ihre darstellerischen Glanzleistungen ganz offensichtlich an anderer Stelle zu finden sind, jedoch ist ihr eine immer noch merkliche Präsenz nicht abzusprechen, wie immer diese auch aussehen mag. Elisabeth Tulin überzeugt im Rahmen entsprechender Schablonen, Gordon Mitchell präsentiert sich wie man ihn hinlänglich kennt, Susanna Levi trägt den Verlauf selbstbewusst und sogar überzeugend und schließlich ist noch Kai Fischer zu erwähnen, deren Darbietung nicht nur aufgrund ihrer unverkennbaren Ausstrahlung im Gedächtnis bleibt, sondern richtiggehend das Niveau heben kann. Die naheliegende Vermutung, dass sie aufgrund ihrer deutschen Herkunft in einer niederträchtigen Aufseherinnen-Rolle zu erleben sein könnte, bewahrheitet sich hier (leider) nicht, aber dem Empfinden nach ist es insbesondere sie, die den Film beben Kollegin Levi nachhaltig prägt. Im Endeffekt stellt "Holocaust II" nichts anderes als eine Einbahnstraße in die Langeweile dar. Obwohl die Geschichte sehr interessant klingt und man daraus sicherlich einen richtig interessanten Film hätte machen können, entschied sich die Regie leider für halbe Sachen auf ganzer Linie. Das Problem dieses Vertreters ist in besonderem Maße seine Abgrenzungstaktik zu Genre-Kollegen, denn er möchte wesentlich kultivierter wahrgenommen werden, vielleicht sogar ernstzunehmender. Leider ist dieses Vorhaben misslungen und man schaut mit "Holocaust II" auf einen Beitrag, der massive Identitätsprobleme vermittelt.


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