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 Betreff des Beitrags: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 08.11.2013 23:46 
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The Riffs III - Die Ratten von Manhattan (Frankreich, Italien 1984)

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Ein Jahr nach dem zweiten Teil gab es 1984 endlich wieder Futter für alle Riffsfreunde, die fantastische Trilogie erreicht schließlich ihr furioses Finale - Zumindest in Deutschland - Der Rest der Welt bekommt nur irgendeinen Endzeittierhorror (toller Genremix übrigens!) und wird nie erfahren was aus Trash und seinen Bikerfreunden geworden ist. Die Deutschen allerdings wissen: Aus Trash wurde noch mehr Trash.

Was die Story anbelangt, so setzt sie natürlich wieder nach einer atomaren Weltkatastrophe ein. Die unter die Erde geflüchteten Menschen kehren langsam zur Oberfläche zurück und fahren auf ihren Motorrädern auf der Suche nach Nahrung durch verstaubte Geisterstädte. Eine Gruppe besonders frecher Biker mit so tollen Namen wie z.B. Video, Luzifer, Lilith, Chocolate und der Anführer Duke finden eine heruntergekommene Forschungseinrichtung und einen Riesenvorrat an Essen. Der Beschluss sich hier niederzulassen wird ihr letzter sein, denn in der Einrichtung wimmelt es nur so von höchst intelligenten und ebenso tödlichen Ratten. Diese fiesen Biester fressen sich wortwörtlich durch Menschen hindurch und treten für gewöhnlich nur in rauhen Mengen auf. Bevor Duke und seine Leute die Weltherrschaft der Ratten allerdings realisiert haben, ist die Gruppe auf ein Minimum reduziert. Die letzten beiden Überlebenden wähnen sich in Sicherheit als ein Stosstrupp von Personen mit Gasmaske und gelber Schutzkleidung vor ihnen steht und die angreifenden Ratten vergasen will. Doch dann nimmt einer der Gestalten die Maske ab - Soviel sei verraten, das Gas galt nicht den Ratten...

Einer der besten und technisch versiertesten italienischen Regisseure überhaupt, der großartige Bruno Mattei, durfte hier den Regiestuhl übernehmen und machte zu Gold was zu Gold werden sollte. Schon bei Die Hölle der lebenden Toten (Italien, Spanien 1980) bewies er eindrucksvoll mit welcher Leichtigkeit und mit wie wenigen Handgriffen man Zombie (Italien, USA 1978) zu einem guten Film hätte werden lassen können. Die gesamte Mondowelle erstarrte in Ehrfurcht vor seinem definitiven Genrebeitrag Libido Mania - Alle Abarten dieser Welt (Italien, Panama 1979). Auch mit The Riffs III - Die Ratten von Manhattan liefert Mattei einen Film ab, der so gut ist, dass es schon fast weh tut. Der Kunstgriff nicht nur einen Endzeitfilm abzudrehen, sondern auch gleichzeitig noch eine Rattenweltherrschaft zu prognostizieren bleibt bis heute unerreicht und wird noch lange Zeit ganze Generationen inspirieren. Darf es nur ein Film von Bruno Mattei sein, dann sollte es genau dieser sein. Vielleicht der Zenit seines Schaffens.

Die neu erschienene DVD von X-Cess ist nicht nur komplett neu überarbeitet und weist eine beachtlich gute Bildqualität auf, sondern ist selbstverständlich auch ungeschnitten. Neben einem neuen Audiokommentar gibt es außerdem zahlreiche kleinere Extras. Die DVD kommt in drei großen Hartboxen in schönen Retrocovern daher, welche jeweils auf 199 Stück limitiert sind. Eine unlimitierte kleine Hartbox folgt in naher Zukunft. Ohne Bedenken kann ich an dieser Stelle eine Kaufempfehlung aussprechen. Es lohnt sich wirklich diesen Klassiker erneut zu erleben.

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Ivo Scheloske hat geschrieben:
DVD am Aussterben, AM!!!!! ARSCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.11.2013 12:08 
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Rats - Night of Terror (Italien, Frankreich 1984, Originaltitel: Rats - Notte di terrore)

Nach dem Atomkrieg endete die uns bekannte Zivilisation, eine neue Zeitrechnung begann, inzwischen schreiben wir das Jahr 225 After the bomb. Überlebende haben sich unter die Erdoberfläche zurückgezogen, andere Gestalten streunen auf der traurigen Oberfläche umher, es besteht kein Kontakt zwischen diesen Gruppen. Kurt (Ottaviano Dell'Acqua) und seine Bande, eine Art Endzeit-Rockergang, immer auf der Suche nach Nahrung und Unterkunft. In einem grossen Gebäude finden sie eine reichhaltige Auswahl unverdorbener Lebensmittel vor. Im Keller das Komplexes gar eine Aufzuchtanlage für Pflanzen, samt funktionierender Wasseraufbereitungsanlage. Die Freude über den Fund trübt sich bald ein, man entdeckt von Ratten zerfressene Leichen. Doch wer ist für den Tod der Menschen verantwortlich? Warum verhalten sich Ratten merkwürdig, sind überdies in unfassbar grosser Menge vorhanden? Die Antworten treiben Kurt und Konsorten das nackte Grauen auf die Fratzen, plötzlich muss sich die Gruppe gegen Heerscharen blutgieriger Nager erwehren, innerhalb Kurts Truppe kommt es zu Anfeindungen und Machtgehabe. Gibt es ein Entkommen aus dieser Hölle ...???

In Deutschland verpasste man dem Film den Titel "The Riffs III - Die Ratten von Manhattan". Doch mit den beiden "The Riffs" (Bronx Warriors) Streifen hat der Film nichts zu tun. "Rats - Notte di terrore" von Bruno Mattei kommt zwar ebenso als Endzeitstreifen daher, doch die Thematik wird hier sehr ansprechend mit dem Tierhorror-Genre verbunden. Matteis Arbeiten stossen nicht bei jedem Filmfreund auf Gegenliebe, dennoch hat der Schmuddelfilmer ohne Zweifel seine Verehrer. Erst vor einigen Wochen hatte ich seinen Women in Prison Beitrag "Laura - Eine Frau geht durch die Hölle" (Violenza in un carcere femminile, 1982) im Player, der mir beste Unterhaltung mit etlichen Brüllern bescherte. "Rats - Night of Terror" kann ebenfalls mit einer herrlich dreckigen und intensiven Atmosphäre punkten, Endzeitstimmung bester Form. Anwesende Schauspieler verrichten ihre Arbeit auf unterschiedlichem Niveau, hier reicht die Palette von "solide" über "belustigend" bis zu "nahezu unfassbar". Dem Unterhaltungswert sind die teils blöden Fratzen in keiner Weise auch nur im Ansatz abträglich, die Ratten -vermutlich teils "umgefärbte" Meerschweinchen"- runden das Spektakel auf liebenswert eklige Art ab. Natürlich wird ein wenig aufs Mett geklopft, grosse Stärke des Werkes -ich wiederhole mich gern- ist die tolle Atmosphäre. Wer einen Hang zu billig produzierten Endzeit-Italos hat, sollte sich diese Sause auf keinen Fall entgehen lassen. Keine Fahrzeuge und/oder bizarre Waffen stehen im Vordergrund, Ratten sorgen für die "Action", danke für willkommene Abwechslung. Schmales Budget muss kein Nachteil sein.

Etliche DVD-Auswertugen liegen vor. In Deutschland ist eine DVD von Laser Paradise erhältlich, die für sehr kleines Geld zu bekommen ist. Ich habe lieber zur Blue Underground Scheibe aus den USA gegriffen, da dort Bildformat und Qualität stimmen. Die Laser Paradise Scheibe stelle ich mir aber noch als Ergänzung ins Regal, denn die deutsche Synchro sorgt für mächtig gute Laune! Ich war übrigens der Meinung, dass mir dieser Film damals entgangen ist -also während der wilden Videonächte in achtziger Jahren- doch während der gestrigen Sichtung dämmerte es plötzlich wieder. Fast ein wenig schade, denn das herzallerliebste Ende fiel mir dann kurz vor Schluss wieder ein. Was solls, das Teil macht Laune, eine weitere Perle für die Italo-Sammlung!

Gut bis sehr gut = 7,5/10 (Tendenz zu 8/10)

Lieblingszitat:

"It's not the first time you've seen a dead body."


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Nachtrag:

Werde die neue Scheibe auf meinen Speiseplan setzen, dreifach hält besser als doppelt.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.11.2013 18:14 
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XCESS hat sich ja um den Film gekümmert....

Hab den sehr Trashig in Erinnerung, vor allem den Spoiler am Ende :lol: Ist bestimmt 10 Jahre her das ich den Sah und kann wirklich nimmer sagen ob der gut war oder nicht?

An was ich mich auch noch erinnere, sah früher immer "Zelluloid" auf VIVA2, dort wurde mal der Buio Omega Filmclub beleuchtet und eben auch dieser Film vorgestellt. Als sogenannter "Krauch" Film :lol:

Gibt diese Sendung glaub ich auch auf YT, im alten Forum hatte die glaub ich der Ugo oder wer anders mal gepostet....

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.11.2013 18:26 
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Mörderisch unterhaltsamer Mix aus Post-Nuke-Adventure und Tierhorror im trashigen Mattei/Fragasso-Style. Das Ende zieht einem die Schuhe aus und prügelt einen damit nieder. :wiegeil:

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.11.2013 20:23 
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reggie hat geschrieben:
vor allem die Menschenratte am Ende



Bitte keine Spoiler! Dieser ist besonders unangenehm!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.11.2013 21:29 
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Vor ca. 15 Jahren zum zweiten mal gesehen und als mies empfunden. Heute werde ich den Film mit Sicherheit sehr, sehr viel mehr abgewinnen können. Muss ich mir unbedingt zulegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.11.2013 23:07 
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sid.vicious hat geschrieben:
Vor ca. 15 Jahren zum zweiten mal gesehen und als mies empfunden. Heute werde ich den Film mit Sicherheit sehr, sehr viel mehr abgewinnen können. Muss ich mir unbedingt zulegen.


Schön, dass es anderen auch so geht. Habe unzählige Filme leider viel zu früh geschaut und als schlecht empfunden. Ich bin z.B. heute immer noch der Meinung, dass Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf ein langweiliger und uninspirierter Film ist. Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass der eigentlich eine Bombe sein muss. Ich freue mich schon auf eine nächste Sichtung in 3-4 Jahren.

Und die Moral: Nicht nur Wein muss reifen, sondern auch die Schläuche müssen ranzig werden.

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Ivo Scheloske hat geschrieben:
DVD am Aussterben, AM!!!!! ARSCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 10.11.2013 09:17 
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Plasmo hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Vor ca. 15 Jahren zum zweiten mal gesehen und als mies empfunden. Heute werde ich den Film mit Sicherheit sehr, sehr viel mehr abgewinnen können. Muss ich mir unbedingt zulegen.

Schön, dass es anderen auch so geht. Habe unzählige Filme leider viel zu früh geschaut und als schlecht empfunden.
Und die Moral: Nicht nur Wein muss reifen, sondern auch die Schläuche müssen ranzig werden.


Das unterschreib ich sofort!! Aber ob das wirklich auch für Bruno Mattei-Filme gilt???

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 10.11.2013 23:28 
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reggie hat geschrieben:

Gibt diese Sendung glaub ich auch auf YT, im alten Forum hatte die glaub ich der Ugo oder wer anders mal gepostet....


Das kann gut sein, weiß das selbst nicht mehr so genau.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 10.11.2013 23:31 
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Plasmo hat geschrieben:
Darf es nur ein Film von Bruno Mattei sein, dann sollte es genau dieser sein. Vielleicht der Zenit seines Schaffens.



Das würde ich glatt noch unterschreiben. Hier hat Bruno tatsächlich mal ein tolles Werk geschaffen, dass ich kürzlich noch auf 35mm sehen durfte.


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 Betreff des Beitrags: Re: DIE RÜCKKEHR DER STÄRKSTEN GLADIATOREN DER WELT - Bitto Albertini
BeitragVerfasst: 05.12.2013 09:13 
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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.05.2014 16:03 
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THE RIFFS 3 - DIE RATTEN VON MANHATTAN
[RATS – NOTTE DI TERRORE][ITA/FR][1984]

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Regie: Bruno Mattei, Claudio Fragasso
Darsteller: Ottaviano Dell'Acqua, Geretta Geretta, Massimo Vanni, Richard Cross, Ann-Gisel Glass, Jean-Christophe Brétigniere, Fausto Lombardi, Henry Luciani, Cindy Leadbetter


„Im Jahre 2015 hat die Starrsinnigkeit des Menschen endlich triumphiert. Hunderte von Atombomben haben alle fünf Kontinente verwüstet. Aus Angst vor Tod und Zerstörung haben die wenigen Überlebenden der Katastrophe Zuflucht im Untergrund gesucht. Nun beginnt die Ära der zweiten menschlichen Rasse, bekannt als die „Zeit nach der Bombe“. Ein Jahrhundert später beschließen ein paar Männer, unzufrieden mit dem System, das die neue Menschheit ihnen auferlegte, zu revoltieren und wie ihre Vorfahren wieder an der Erdoberfläche zu leben. So entsteht eine weitere Rasse, die der „Neuen Primitiven“. Lange Zeit haben beide Gemeinschaften keinen Kontakt miteinander. Die Menschen, die noch immer unter der Erde leben, sind hochnäsig, verachten die „Primitiven“ und betrachten sie als Wilde. Diese Geschichte beginnt auf der Erdoberfläche im Jahre 225 nach der Bombe.“

Holla! Ganz schön episch, was einem die vorgeschaltete (und reichlich unsauber durchs Bild gezogene) Texttafel da so alles verkündet. Die beschriebenen Ereignisse hätten ganz gewiss das Zeug zu einem richtig guten (oder zumindest nicht vollkommen schlechten) Endzeitabenteuer gehabt. Schade nur, dass die mit solch blumigen Worten ersponnene Vorgeschichte so rein gar nichts mit der danach folgenden Handlung zu tun hat. Diese entwickelt sich nämlich auffallend unepisch in deutlich beengtem Raum und besticht dabei weder durch erzählerische Dichte, noch durch ausschweifende Fabulierlust:

King [Richard Raymond] ist Anführer einer kleinen Racker- und Rockerbande, die zu den letzten Überlebenden des Atomkriegs gehören. Ziellos durchstreifen sie das Land auf der Suche nach Zivilisation. In einem alten Saloon finden sie schließlich Nahrung für mehrere Wochen. Im Keller entdeckt die Bande nicht nur ein geheimnisvolles Labor, sondern auch ein Gewächshaus mit künstlich gezüchteten Pflanzen und einer Destellieranlage mit klarem Wasser. Anhand von Tonbandaufzeichnungen wird klar, dass Wissenschaftler hier bis zum Schluss versucht haben, der Menschheit das Überleben zu sichern. Zunächst ist die Freude groß, doch schon bald häufen sich Merkwürdigkeiten: Die Kaschemme ist bevölkert von aggressiven Ratten und überall liegen grauenvoll verunstaltete Leichen herum. Schon bald kommt es auch in den Reihen von Kings Bande zu ersten Todesfällen. Was zuerst nur ein Verdacht ist, wird bald Gewissheit: Die Ratten sind nicht mehr so harmlos wie noch vor Beginn des Krieges. Und für sie sind die Menschen die Störenfriede. Ein gnadenloser Kampf beginnt.

Man muss nicht erst auf den Originaltitel schielen, um zu bemerken, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann. Wer hier auf eine weitere Fortsetzung von Enzo G. Castellaris apokalyptischem Gang-Reißer THE RIFFS hofft, dürfte spätestens nach 20 Minuten reichlich ernüchtert aus der Wäsche blicken. Der deutsche Verleih war vom finanziellen Erfolg des kernigen Action-Zweiteilers offenbar so angetan, dass er sich händeringend einen dritten Teil herbeiwünschte, der allerdings niemals gedreht wurde. Dafür jedoch war Billigfilmer Bruno Mattei nett genug, seinen im Folgejahr entstandenen Endzeitgrusler RATS mit ein paar motorradfahrenden Knallchargen zu eröffnen. Das reichte für die hiesigen Verleiher bereits vollkommen aus: Schnell die publikumswirksamen Zauberwörtchen THE RIFFS in den Titel gemeißelt, das Plakat dem bekannten Design der Vorbilder angepasst und die wenigen Actionszenen des Geschehens in den Mittelpunkt der Werbung gerückt. Den Rest besorgte dann halt die Synchronisation, welche die Figuren hin und wieder mal behaupten lassen darf, dass die 'Riffs' früher mal New York beherrschten und niemals aufgeben werden. Und schon hatte man es mehr oder minder erfolgreich geschafft, die Abenteuer der kassenträchtigen Rockerbande zur Trilogie auszuweiten.

Funktionieren tut das freilich nur bedingt bis gar nicht, zumal THE RIFFS 3 auch eine völlig andere Kategorie bedient: Waren die Ereignisse von Trash und seinen Kumpanen in DIE GEWALT SIND WIR und FLUCHT AUS DER BRONX noch eindeutig dem Actionkino zuzuordnen, ist DIE RATTEN VON MANHATTAN trotz staubiger Endzeitkulisse ein lupenreiner Beitrag zur Gattung des Tierhorrorfilms. Dank der deutschen Distributionsmaßnahmen schrammt Matteis kosteneffizient gestalteter Schundfetzer nun natürlich an jeder Erwartungshaltung komplett vorbei, was einen unter Umständen übersehen lassen könnte, dass dem häufig belächelten Ramsch-Regisseur hier ein insgesamt doch recht ordentlicher Beitrag gelungen ist – selbstverständlich lediglich im eng abgesteckten Rahmen der gegebenen Voraussetzungen und des beackerten Genres, welches ja in der Regel nicht gerade durch überragende Qualitätsarbeiten besticht. Denn natürlich ist auch RATS ein reichlich mülliger Horrorverschnitt, befüllt mit dem üblichen Kontingent an Abstrusität, Nonsens und bescheidener Effektekunst.

Doch trotz aller fraglos vorhandenen Defizite schafft es THE RIFFS 3 dennoch, eine gelungene, weil angenehm irreale Atmosphäre aufzubauen und einen damit einen Großteil der Handlung bei Laune zu halten. Der Schauplatz des alten Saloons ist gut gewählt (was aber eher Zufall sein dürfte, vermutlich war es einfach billiger in einem Saloon zu drehen als irgendwo anders) und das unterirdische Labor mit angegliedertem Gewächshaus nebst merkwürdiger Bewässerungsanlage besitzt in seiner unbeholfenen Mischung aus behauptetem Zukunftslook und tatsächlichem Retro-Chic seinen ganz eigenen eigentümlichen Charme. Auch ist die Idee, die Motive des Tierhorror- mit denen des Endzeitfilms zu kreuzen, so dumm gar nicht mal, bietet sie doch ausreichend Möglichkeit zur unterschwelligen Gesellschaftskritik: Die Rasse des Menschen löscht sich durch ihre ständigen Grabenkämpfe quasi im Alleingang aus, während die vermeintlich primitiven Lebewesen es nicht nur schaffen, das durch menschliche Dummheit entfachte Inferno zu überleben, sondern im Anschluss auch über die verbleibenden Exemplare zu triumphieren.

So macht sich dann selbst die durch Rattenattacken bereits deutlich dezimierte Gruppe lieber gegenseitig das Leben schwer und fechtet Kompetenzstreitigkeiten aus, anstatt sinnvoll zusammenzuarbeiten und so der Gefahr zu entkommen. „Wir sind menschliche Wesen mit menschlicher Intelligenz und keine Ratten!“ versucht Anführer King seine Mannen dann auch verzweifelt zu überzeugen, als man mal wieder dabei ist, sich gegenseitig an die Gurgel zu springen – doch die mahnenden Worte können die Wogen nur vorübergehend glätten und verlieren schon bald wieder ihre Wirkung. Natürlich sollte man sich davor hüten, in einen Billigheimer wie diesen allzuviel Subtext hineinzuinterpretieren, doch die Intention des Ganzen ist tatsächlich so unübersehbar wie lobenswert. Dass die Ausführung dennoch nur halbherzig gelang, ist vor allem der eher schluderigen Regie geschuldet, der es nicht gelingt, die interessanten Ansätze zu einem überzeugenden Ganzen zu verdichten.

Vermutlich war der hauptsächlich als Kopist von Hollywood-Ware bekannte Bruno Mattei viel zu sehr damit beschäftigt, die Angriffe der Ratten angsteinflößend wirken zu lassen – was gehörig in die Beinkleider ging. Das Hauptproblem RATS' ist es dann auch, dass die Nager zu keinem Zeitpunkt auch nur im Ansatz wie eine ernstzunehmende Gefahr wirken, sitzen sie doch die meiste Zeit vollkommen unbeteiligt in der Gegend herum, schnüffeln ihre Umgebung oder ihren Nachbarn ab und wundern sich über all die Leute um sie herum, die aus vollem Halse Zeter und Mordio schreien. Dass die eigentliche Bedrohung eher als niedlich empfunden wird (zumal zumindest ein Teil der Ratten auch noch aus angemalten Meerschweinchen besteht!), ist natürlich so ziemlich das schlimmste, was einem Tierterrorfilm passieren kann. Um der eher Gemütlichkeit ausstrahlenden Horde doch noch zu einem aggressiven Eindruck zu verhelfen, wurden die possierlichen Tierchen kurzerhand eimerweise über die dazu wie am Spieß brüllenden Protagonisten ausgeschüttet oder wie wild vom Rand ins Bild geworfen – mit eher zweifelhaftem Erfolg. Zudem ist auch nicht zu übersehen, dass nur eine sehr eingeschränkte Anzahl an Ratten zur Verfügung stand, so dass immer wieder die selben Tiere vor die Kamera gescheucht werden mussten. Wenn einer der Darsteller dann panisch schreiend behauptet, „Millionen von Ratten“ würden sich nähern, müssen hier schon ein paar Gummiattrappen herhalten, die auf einem Teppich über den Boden gezogen werden.

Warum man sich immer wieder in dem rattenverseuchten Gebäude verschanzt, anstatt anständig Fersengeld zu geben, wird in dem Zusammenhang natürlich auch nicht wirklich plausibel erklärt. Zwar wird erwähnt, dass die Tiere die Motorräder unbrauchbar gemacht haben, aber gegen eine gute alte Flucht zu Fuß wäre im Prinzip nichts einzuwenden gewesen. Auch war man sich offensichtlich nicht so Recht im Klaren, wie genau die Ratten ihre Gegner jetzt eigentlich ins Gras beißen lassen. So verwandelt man sich nach erfolgtem Biss in der Regel in eine mit knallroter Farbe und diversen Wundmalen verzierte Schaufensterpuppe, manchmal jedoch liegt man auch mit Fieber im Bett, und während die einen auf Anhieb sterben, wandeln die anderen noch stundenlang betäubt-schwankend durch die Gänge. Und wer es sich besonders simpel machen will, kommt einfach rattenbehängt und „Tötet mich!“-rufend in den Saal gelaufen und lässt sich kurzerhand von des Kumpanen Flammenwerfer bearbeiten, bevor er reichlich ungelenk und eher vorsichtig taumelnd (schließlich soll der Aluminiumanzug nicht versehentlich auch noch andere Dinge in Brand setzen) wieder hinausstolpert. Ob das nun wirklich der geilere Tod ist, sei mal dahingestellt.

Zwar klingt das alles recht martialisch, doch selbst ausgewiesene Schwachmägen können DIE RATTEN VON MANHATTAN ohne größere Schwierigkeiten goutieren, werden die insgesamt auch eher selten auftretenden Brutalo- und Ekelszenen aufgrund ihrer bescheidenen Technik doch niemandem den Schlaf rauben. Die Darsteller der ganzen Schose gehören zwar fraglos nicht zur Oberliga, spielen jedoch ganz anständig, wobei die guten Sprecher der deutschen Fassung hier noch einige Kastanien aus dem Feuer holen können. Fast durch die Bank unerträglich geriet hier allerdings das weibliche Personal, das zuverlässlich bei jedem Leichen- oder Ratten-Anblick in eine hemmungslose Kreischarie verfällt (was zu dem Bild der angeblich so harten Rockerbraut irgendwie gar nicht passen will). Wahnsinnig kreativ gerieten auch die Namen der Figuren wie King (im Original fast noch schlimmer: Kurt – manchmal mit Helm, immer ohne Gurt), Chocolate (natürlich für eine dunkelhäutige Amazone), Video oder Lucifer.

Wer hier nicht mit falschen Erwartungen herangeht und keine Straßenschlachten im heruntergekommenen New York erwartet, kann hier bei heruntergeschraubten Ansprüchen zumindest leidlich unterhaltsame, mattei-typisch von billigen Orgelklängen begleitete und mit Spruchgut wie „Computern und Leichen sollte man möglichst aus dem Weg gehen!“ garnierte 90 Minuten erleben, bevor einen die doch sehr gelungene und reichlich garstige Schlusspointe wieder aus dem Geschehen entlässt. Dass man sich bei der Produktion jedoch der Tierquälerei schuldig machte und mindestens ein Tier (vermutlich aber deutlich mehr) den grausamen Flammentod sterben lies, lässt einen jedoch fast wünschen, die süßen Nager hätten dem primitiven Produktionsteam tatsächlich mal ein wenig das Fürchten gelehrt.

s. auch: THE RIFFS 3 - DIE RATTEN VON MANHATTAN

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.05.2014 16:26 
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Der deutsche Trailer ist natürlich großartig.

...die gnadenlose Vernichtung ist angesagt.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.05.2014 16:31 
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sid.vicious hat geschrieben:
Der deutsche Trailer ist natürlich großartig.

...die gnadenlose Vernichtung ist angesagt.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Ja, so völlig an der Stimmung des Films vorbei. Die Dialoge stimmen auch nicht mit dem überein, was im Film gesagt wird, auch hier hat man versucht, das ganze eher auf die Actionschiene zu befördern.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 09.05.2014 20:11 
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Hey, für Bruno-Verhältnisse ist der doch wirklich grandios. Und das Ende hat ja schon fast (aber eben nur fast! :lol: ) "Mad Foxes"-Format...


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 Betreff des Beitrags: Re: THE RIFFS III - DIE RATTEN VON MANHATTAN - Bruno Mattei
BeitragVerfasst: 19.05.2014 10:44 
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Der Film ist echt eine absolute Exploitation Perle, die einfach nur spaß macht!
Die neue DVD von X-Cess ist darüberhinaus sehr gut geworden und steckt die alte LP Scheibe haushoch in Tasche (wer hätte das Gedacht ;P)

Hier gibts ein paar Eindrücke im Vergleich (links:LP, rechts:X-Cess)

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