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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 23.07.2015 22:18 
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mondomedia hat geschrieben:
Bluntwolf hat geschrieben:
Marcus Stiglegger wirft beim Audiokommentar der OFDB Scheibe die Frage auf inwieweit man den Film als Giallo deklarieren kann/könnte.

Sicherlich ein interessantes Thema ... Peter Scheinpflug (Formelkino: 2014, S. 296) listet den Film in seinem "DVD-Archiv des Giallos und Neo-Giallos". Diese dort aufgeführten Filme erfüllen zwei Bedingungen: "Erstens müssen sie in Para- und Meta-Texten als Gialli kategorisiert worden sein. Zweitens müssen die DVDs außerhalb Italiens mit Ton oder Untertiteln in Deutsch oder Englisch vertrieben worden sein. Die folgen Filme liegen den Ausführungen zum Giallo zugrunde, ..."

Um einen "klassischen" Giallo handelt es sich hier mit Sicherheit nicht, giallo fantastico und giallo pseudofantastico scheiden wohl auch aus. Doch in welche Kotegorie von Giallo filone könnte man den Film einordnen? Evtl. als "Suspense-Thriller" Giallo?

Wie sind die Meinungen dazu?


Nun, meine bescheidene Meinung stellt sich wie folgt dar: was für ein sinnbefreites meta-para-filonen-gequirxel, quasi ein pseudo-wissenschaftlico-ableitico-stumpf-gewixico. Sorry, aber dafür fehlt mir echt die geduld. KREPIERST soll ein Giallo sein? Ernsthaft? Eine Genreproduktion die "amerikanischer" nicht sein kann? Mit genau 0 (in Worten: NULL) gialloesken Eigenheiten? Und um das dann herzuargumentieren werden dann völlig jenseitige "Definitionen" zitiert, und in pseudowissenschaftlichenen sprech verpackt.

Also, wenn DAS (in Inhalt und Ausführung) einen Vorgeschmack auf das angekündigte Giallo-Buch darstellen soll, gruselt es mich jetzt schon...


Du Charmebolzen. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 23.07.2015 23:46 
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Bluntwolf hat geschrieben:
Peter Scheinpflug (Formelkino: 2014, S. 296) listet den Film in seinem "DVD-Archiv des Giallos und Neo-Giallos". Diese dort aufgeführten Filme erfüllen zwei Bedingungen: "Erstens müssen sie in Para- und Meta-Texten als Gialli kategorisiert worden sein. Zweitens müssen die DVDs außerhalb Italiens mit Ton oder Untertiteln in Deutsch oder Englisch vertrieben worden sein. Die folgen Filme liegen den Ausführungen zum Giallo zugrunde, ..."

Ist das hier eigentlich ernst gemeint oder falsch zitiert oder überlese/übersehe ich da was?

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 00:41 
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@mondomedia: Dann bitte bei den genannten Autoren beschweren und sich demnächst vorher mal überlegen, ob es wirklich gerechtfertigt ist so unangemessen zu reagieren!? Ach ja, Zitate kann man nicht in pseudowissenschaftlichen(en) "Sprech"(!?) verpacken...


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 01:29 
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Bluntwolf hat geschrieben:
@mondomedia: Dann bitte bei den genannten Autoren beschweren und sich demnächst vorher mal überlegen, ob es wirklich gerechtfertigt ist so unangemessen zu reagieren!? Ach ja, Zitate kann man nicht in pseudowissenschaftlichen(en) "Sprech"(!?) verpacken...

Der Adressat, jener deiner Meinung nach unangemessenen Reaktion, warst jedoch nicht du, sondern der/die Autor(en) des Zitierten. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 01:37 
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Mondomedias Post ist nicht an mich gerichtet? Dann liest sich das aber mißverständlich...


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 02:39 
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Bluntwolf hat geschrieben:
Sicherlich ein interessantes Thema ... Peter Scheinpflug (Formelkino: 2014, S. 296) listet den Film in seinem "DVD-Archiv des Giallos und Neo-Giallos". Diese dort aufgeführten Filme erfüllen zwei Bedingungen: "Erstens müssen sie in Para- und Meta-Texten als Gialli kategorisiert worden sein. Zweitens müssen die DVDs außerhalb Italiens mit Ton oder Untertiteln in Deutsch oder Englisch vertrieben worden sein. Die folgen Filme liegen den Ausführungen zum Giallo zugrunde, ..."

Hä? Warum listet du jetzt die Bedingungen auf unter denen irgendwelche Titel in ein stumpfes Anhang-Verzeichnis des Buches aufgenommen wurden? Der Zweck ist doch klar auf "wissenschaftliches Arbeiten" (sprich Studenten die eine Hausarbeiten über das Thema schreiben müssen und 0,0 Hupe von Italo-Genre-Kino haben und auch nicht planen demnächst mit Herzblut zu Fans des Genres zu werden) ausgerichet, ein Nachschlagewerk für weitere Forschung/Vertiefung, falls man sich für das Thema interessiert; daher offensichtlich breit gefasst und darauf zugeschnitten erhältlich/verwertbar (deswegen deu./eng. Sprachoption) zu sein.
Also ich habe jetzt weniger Angst weil da einer Para/Meta gesagt hat (statt "Die irgendwo schonmal als Giallo bezeichnet wurden") sondern eher vor der Art der 'Informationsverwertung'. Die angeblichen "Bedingungen" zur Genre-Definition haben nichts mit dem Inhalt des Buch zu tun, noch helfen sie an dieser Stelle weiter oder sagen irgendwas aus. Das Zitat ist völlig irreführend.

Hier gibts 'ne Leseprobe zum eigentlich Inhalt des Buches inkl. eine Definition von Giallo... (hatte gerade keine Lust es zu lesen, daher keine Ahnung ob es taugt; aber ganz offensichtlich alles in Medienwissenschaftler-Sprech)
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Edit: Doch mal reingelesen...: "Den ersten filmwissenschaftlichen Versuch, das Genre als solches zu beschreiben, hat 2002 Gary Needham mit seinem Aufsatz Playing With Genre: Defining the Italian Giallo vorgelegt." Öh was :? Es geht um diesen Artikel: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** (man beachte auch mal wie man sich bei der Buch Einleitung daran 'orientiert' hat....) sowieso dieser ganze Post-2000 Ansatz von wegen Entstehung von "Giallo" als Genre usw.??? Hä!? Das ist von 1994: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** und das wird wohl kaum der älteste Artikel zu Thema Giallo als spefizisches Genre sein?

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 08:17 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
Bluntwolf hat geschrieben:
Sicherlich ein interessantes Thema ... Peter Scheinpflug (Formelkino: 2014, S. 296) listet den Film in seinem "DVD-Archiv des Giallos und Neo-Giallos". Diese dort aufgeführten Filme erfüllen zwei Bedingungen: "Erstens müssen sie in Para- und Meta-Texten als Gialli kategorisiert worden sein. Zweitens müssen die DVDs außerhalb Italiens mit Ton oder Untertiteln in Deutsch oder Englisch vertrieben worden sein. Die folgen Filme liegen den Ausführungen zum Giallo zugrunde, ..."

Hä? Warum listet du jetzt die Bedingungen auf unter denen irgendwelche Titel in ein stumpfes Anhang-Verzeichnis des Buches aufgenommen wurden? Der Zweck ist doch klar auf "wissenschaftliches Arbeiten" (sprich Studenten die eine Hausarbeiten über das Thema schreiben müssen und 0,0 Hupe von Italo-Genre-Kino haben und auch nicht planen demnächst mit Herzblut zu Fans des Genres zu werden) ausgerichet, ein Nachschlagewerk für weitere Forschung/Vertiefung, falls man sich für das Thema interessiert; daher offensichtlich breit gefasst und darauf zugeschnitten erhältlich/verwertbar (deswegen deu./eng. Sprachoption) zu sein.
Also ich habe jetzt weniger Angst weil da einer Para/Meta gesagt hat (statt "Die irgendwo schonmal als Giallo bezeichnet wurden") sondern eher vor der Art der 'Informationsverwertung'. Die angeblichen "Bedingungen" zur Genre-Definition haben nichts mit dem Inhalt des Buch zu tun, noch helfen sie an dieser Stelle weiter oder sagen irgendwas aus. Das Zitat ist völlig irreführend.

Hier gibts 'ne Leseprobe zum eigentlich Inhalt des Buches inkl. eine Definition von Giallo... (hatte gerade keine Lust es zu lesen, daher keine Ahnung ob es taugt; aber ganz offensichtlich alles in Medienwissenschaftler-Sprech)
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Edit: Doch mal reingelesen...: "Den ersten filmwissenschaftlichen Versuch, das Genre als solches zu beschreiben, hat 2002 Gary Needham mit seinem Aufsatz Playing With Genre: Defining the Italian Giallo vorgelegt." Öh was :? Es geht um diesen Artikel: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** (man beachte auch mal wie man sich bei der Buch Einleitung daran 'orientiert' hat....) sowieso dieser ganze Post-2000 Ansatz von wegen Entstehung von "Giallo" als Genre usw.??? Hä!? Das ist von 1994: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** und das wird wohl kaum der älteste Artikel zu Thema Giallo als spefizisches Genre sein?


Leute, kapiert ihr nicht, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht, sondern einfach nur darum seine eigene Meinung, bestenfalls fundiert, wiederzugeben!? Ich habe mich auch gewundert, dass Hitch Hike in diesem Verzeichnis auftaucht und deswegen zitiert, um aufzuzeigen, dass Stigleggers Anstoß anscheinend doch nicht sooo weit hergeholt ist, da ja irgendjemand wohl schon mal versucht hat den Film als Giallo einzustufen. Nirgendwo steht dies müsse nun als festgeschriebenes Gesetz "gefressen" werden. Ausserdem haben die Bedingungen, unter denen die Filme in das Archiv aufgenommen wurden, nichts mit der Genre-Definition zu tun. Peter Scheinpflugs Arbeit geht wohl auch ein wenig über die Hausarbeit eines Studenten hinaus...


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 10:18 
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Ich finde die Diskussion hier etwas befremdlich und möchte gerne ein paar Dinge hier aus meiner Sicht ergänzen:

- Aus filmwissenschaftlicher Perspektive zählt vor allem das Werk selbst, nicht die Produktionsgeschichte.

- Was nicht im Werk selbst zu sehen ist, kann auch nicht analysiert werden. Das wäre sonst Spekulation,

- Die Fanperspektive ist nicht mit der wissenschaftlichen Perspektive vergleichbar, denn sie hat 1. eine andere Absicht, und 2. baut sie auf anderen Voraussetzungen auf. Also was soll das ständige Vergleichen?

- Die WissenschaftlerInnen, die in diesem Bereich arbeiten und mir persönlich bekannt sind, haben ein profundes Detailwissen und kennen die Filme. Jeden Drehort und Nebendarsteller mit Namen zu kennen meine ich jedoch NICHT mit Detailwissen, denn das ist letztlich meist wenig erhellend für eine Analyse.

- Graduierten Wissenschaftlern wie z.B. Peter Scheinpflug 'Pseudowissenschaftlichkeit' zu unterstellen ist eine freche Unterstellung und würde das Gegengutachten eines graduierten Akademikers erfordern, wenn man das wirklich ernst meint.

- Wer mit Begriffen mit 'metareflexiv' nichts anfangen kann, ist gehalten, diese im Internet nachzuschlagen (ist nicht soo kompliziert). Was soll dieser reaktionäre Antiintellektualismus, der in der Diskussion immer wieder aufkommt? Mit filmwissenschaftlicher Analyse verfolgt man eben andere Fragestellungen als der Fan und Sammler ohne tiefergehendes Interesse. Na und?

- Ich sage es immer wieder: Zum Glück gibt es jede Menge Käufer von Filmveröffentlichungen, die an metareflexivem Bonusmaterial statt langweiligen und oft nichtssagenden Schauspielerinterviews interessiert sind - sonst würden wir das nicht produzieren. Wer damit nichts anfangen kann, muss es sich nicht ansehen, hören oder lesen.

- Aus einer metareflexiven filmanalytischen Perspektive stellt sich die Frage umgehend, ob ein Film, der im zeitlichen Kontext der Giallo-Produktion in Italien entstanden ist, auch selbst als Giallo filone begriffen werden kann. Da Giallo - es wurde schon gesagt - kein klar definierbares Genre, sondern eine vielschichtige Tendenz (filone) im italienischen Kino darstellt, sollten hier Differenzierungen möglich sein. Und ein Paar Elemente sprechen dafür (die sexualisierte Gewalt, der starke Bezug zum nichtitalienischen Ausland), während die Dramaturgie völlig dagegen steht: statt Whodunit-Rätseln bekommen wir ein Stationendrama mit Terrorfilmtendenz.

- Als Autor des Buches 'Terrorkino' sehe ich 'Hitch Hike' ebenfalls (wie übrigens 'Der Schlitzer' mit David Hess auch, wo ich die Frage nach dem Giallo-Bezug anspreche) vor allem als Terrorfilm.

- Man muss deutlich zwischen Giallo-Artikeln unterscheiden, die journalistisch argumentieren und veröffentlicht sind, und wissenschaftlichen Aufsätzen. Natürlich finden sich journalistische Auseinandersetzungen mit dem Giallo schon erheblich früher (also seit den 1970er Jahren), während die erste mir bekannte Thematisierung in der englischsprachigen Filmwissenschaft 1985 von William Schoell in 'Stay out of the Shower' versucht wird. Allerdings würde ich auch sagen, dass die analytische Reflexion der Giallo-Tendenz erst in den 1990er Jahren einsetzt.

- Das frühe Buch 'Das wilde Auge' von meinem Freund Christian Kessler ist hier übrigens nicht filmwissenschaftlich und will es auch nicht sein. Hier finden sich keine definitorischen Überlegungen, sondern essayistische und persönliche Filmbetrachtungen, während Autoren wie Koven oder Scheinpflug das systematisch angehen und es sich auch nicht leicht machen in den Kategorisierungen. Ich habe immer wieder das Gefühl, dass man diese Unterschiede im Ansatz betonen muss. Es ist übrigens auch nicht die Aufgabe der Filmwissenschaft, Wertungen auszusprechen - das ist Sache der Filmkritik.

- Insofern kann ich nur sagen: Es ist völlig okay, dass sich filmwissenschaftliche, filmjournalistische und Fanperspektive in Bezug zum selben Thema unterscheiden. Ich sehe das eher fruchtbar und inspirierend und kann die durchaus destruktive Aufregung nicht verstehen, die eine differenzierende Diskussion hier auslöst.

Es ist legitim und naheliegend zu fragen, ob 'Hitch Hike' ein Giallo ist - gerade wenn man daraufhin zu einem vielschichtigen und vielleicht uneindeutigen Ergebnis kommt.

Ergänzung: Ich möchte ebenso darauf hinweisen, dass Filmwissenschaft und Medienwissenschaft sich nicht entsprechend oder vom Ansatz vergleichbar sind: Während sich die Filmwissenschaft für Filmästhtik, - geschichte und -theorie interessiert, fokussiert sich die Medienwissenschaft auf die Medialität, als auch die Technik und Rezeptionsform (das Dispositiv). Nur weil das oft verwechselt wird. Ich betrachte mich als Film- und Kulturwissenschaftler, nicht als Medienwissenschaftler. Aber das nur als Fußnote.

Herzlichst
Marcus S.

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 15:15 
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Zitat:
Leute, kapiert ihr nicht, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht, sondern einfach nur darum seine eigene Meinung, bestenfalls fundiert, wiederzugeben!?

Abgesehen davon, dass eine "Meinung" im diesem Zusammenhang nicht so spannend ist - "fundiert" war leider gar nichts. Dein Claim zur Unterstützung war sehr schwach bis verwirrend.

Zitat:
Ausserdem haben die Bedingungen, unter denen die Filme in das Archiv aufgenommen wurden, nichts mit der Genre-Definition zu tun.

Aha? Aber warum hast du es dann überhaupt angeführt?

Bluntwolf hat geschrieben:
Peter Scheinpflugs Arbeit geht wohl auch ein wenig über die Hausarbeit eines Studenten hinaus...

??? Ich habe gesagt, dass das DVD-Verzeichnis z.B. von Studenten genutzt werden kann für eine Hausarbeit bzw. allgemein für wissenschaftliches Arbeiten. Ich habe das Buch doch nicht mit einer Hausarbeit verglichen? (Ich kenne das Buch nichtmal, wie man aus meinem Beitrag klar entnehmen kann...).

ikonenmagazin hat geschrieben:
- Man muss deutlich zwischen Giallo-Artikeln unterscheiden, die journalistisch argumentieren und veröffentlicht sind, und wissenschaftlichen Aufsätzen. Natürlich finden sich journalistische Auseinandersetzungen mit dem Giallo schon erheblich früher (also seit den 1970er Jahren), während die erste mir bekannte Thematisierung in der englischsprachigen Filmwissenschaft 1985 von William Schoell in 'Stay out of the Shower' versucht wird. Allerdings würde ich auch sagen, dass die analytische Reflexion der Giallo-Tendenz erst in den 1990er Jahren einsetzt.

Genau deswegen doch "Den ersten filmwissenschaftlichen Versuch, das Genre als solches zu beschreiben" auf 2002 zu legen hat mich irritiert. Den offenbar gabs es den ersten Versuch bereits in den Achtzigern. Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass ich Christians Kessler SI Artikel als "wissenschaftliche Arbeit" verstanden wissen wollte. Nur greift er da offenbar ein bereits gewachsenes/etabliertes Verständnis auf (mitte der 90ger), wohingegen davon (zumindest in der Einleitung/Leseprobe) nicht zu lesen ist. Das hat mich nur gewundert. Gerade bei einer umfassenden medienwissenschaftlichen Betrachtung sollte dies doch eine Rolle spielen?

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Zuletzt geändert von chakunah_2072 am 24.07.2015 15:52, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 15:37 
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ikonenmagazin hat geschrieben:
Ich finde die Diskussion hier etwas befremdlich ...


Obige Ausfürungen verdienen sich eine vernünftige Antwort - auch weil einiges davon (zumindest meiner Meinung nach) wunderbar den Gegenpol zum angeprangerten "reaktionären Antiintellektualismus" (WTF) darstellt... Aber ich sitz hier mit meiner Smartgurke am Strand von Kalabrien und damit ist wirklich jeder Satz eine Quälerei und zB die Zitierfunktion nicht umsetzbar.

Trotzdem: da ich aber ganz gut zwischen den Zeilen lesen kann, möchte ich noch schnell mich und meinen bösen Beitrag wie folgt relativieren:

Ich lese das Forum zu 90% via Tapatalk, auf dem Smartphone. Wenn ich mich dann mal zum Posten durchringen kann, versuche ich die Ausführungen bewusst knapp und deutlich zu halten. Ich habe keine "Angst" vor Fremdwörtern und muss sie auch nicht googeln. Die Eigenarten von wissenschaftlichen Arbeiten sind mir bekannt - auch aus eigener, aktiven Erfahrung. Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der einfach und sinnstiftend kommunizieren kann, ohne dem Gegenüber die Zeit zu stehlen. "Style over Substance" ist mir ein Graus. "Des Kaisers neue Kleider" mein Lieblingsmärchen.

Und jetzt geh ich mit den Quallen schwimmen...


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 24.07.2015 18:46 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
Dein Claim zur Unterstützung war sehr schwach bis verwirrend.

Zitat:
Ausserdem haben die Bedingungen, unter denen die Filme in das Archiv aufgenommen wurden, nichts mit der Genre-Definition zu tun.

Aha? Aber warum hast du es dann überhaupt angeführt?

Genau das hat mich ja auch so verwirrt.
Das wäre dann in der Tat die abstruseste aller Giallo-Definitionen! :shock:
Aber wenn's nur ein "stumpfes Anhang-Verzeichnis" ist, eine Art Leitfaden für Studenten... okay.

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 25.07.2015 09:50 
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Wie weiter oben bereits erwähnt:

"Ich habe mich auch gewundert, dass Hitch Hike in diesem Verzeichnis auftaucht und deswegen zitiert, um aufzuzeigen, dass Stigleggers Anstoß anscheinend doch nicht sooo weit hergeholt ist, da ja irgendjemand wohl schon mal versucht hat den Film als Giallo einzustufen."

Selbstverständlich können die Bedingungen, unter denen die Filme in dieses Archiv aufgenommen worden sind, nicht als Genre-Definition verstanden werden. Gleichzeitig bedeutet es auch nicht, dass der VERSUCH den Film als Giallo einzustufen, als der Weisheit letzter Schluß angesehen werden muss. Soetwas ist und wird immer diskussionswürdig sein und bleiben. Niemand hat auch nur mit einer Silbe geschrieben der Film SEI ein Giallo. Es wurde lediglich der VERSUCH unternommen den Film nach den Definitionen der verschiedenen filone aus einschlägiger Sekundärliteratur einzuordnen. Das muss noch lange nicht heißen, dass dies der einzig Wahre Jakob (wie Christian Kessler sagen würde) ist. Eigentlich wollte ich nur eine fruchtbare Diskussion anstoßen und keine unangemessenen Kommentare provozieren.

Wenn etwas mißverständlich rüberkommt oder falsch aufgefaßt wird, kann man ja mal ganz normal nachfragen wie es genau gemeint ist. Sofort (wie von der Tarantel "mit schwarzem Leib" gestochen) Gift zu versprühen ist, meiner Meinung nach, keine vernünftige Verhaltensweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 25.07.2015 13:47 
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mondomedia hat geschrieben:
"Style over Substance" ist mir ein Graus. "Des Kaisers neue Kleider" mein Lieblingsmärchen.


Lieber A.,
ich glaube allerdings nicht, dass der Kaiser nackt war, sondern dass das Kind da was nicht verstanden hat. ;)

"Style is not important. Style is everything." Ben Sherman

"Nudity is a statement." Femen

Gruß
M

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 Betreff des Beitrags: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 25.07.2015 21:14 
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ikonenmagazin hat geschrieben:
mondomedia hat geschrieben:
"Style over Substance" ist mir ein Graus. "Des Kaisers neue Kleider" mein Lieblingsmärchen.


Lieber A.,
ich glaube allerdings nicht, dass der Kaiser nackt war, sondern dass das Kind da was nicht verstanden hat. ;)

"Style is not important. Style is everything." Ben Sherman

"Nudity is a statement." Femen

Gruß
M


Lieber M.,

ich bin zwar nicht der "A.", fand dein Posting dennoch sehr erfrischend, insbes. der hint zum Kaiser. Als alter modernist kann ich dir versichern, dass BS den style schon lange nicht mehr findet. Merc hilft mir/dir da schon mehr weiter. Nudity ist für mich mittlerweile auch schon öfters eher eine Belästigung - grad eben auch hier am Strand. Und trotz sexualisierter Gewalt und Ausland ist AUTOSTOP alles, nur kein Giallo.

Und weil ich den Charme im Namen trage, möchte ich mit einem Zitat des fantastischen TRAXX, bezüglich des PROVINZ AKs schließen:

TRAXX hat geschrieben:
... da bekommt Stiglegger fast komplett seinen akademischen Stock ausm Arsch gezogen ...


Den fand ich auch blendend und ist mit deinem obigen Posting ein weiterer Schritt zum hl. Gral: Style AND Substance!

Gruß,
C


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 27.07.2015 01:22 
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Hehe, es freut mich, dass ich einige Hardliner mit meinem PROVINZ-AK glücklich machen konnte. Ich hab den auch sehr genossen.

Und nochmal, damit es keine Missverständisse gibt: ich halte AUTOSTOP auch nicht für einen Giallo. Aber die Frage sollte schonmal gestellt werden.

Herzlich
M

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 17.08.2015 00:00 
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ikonenmagazin hat geschrieben:

- Wer mit Begriffen mit 'metareflexiv' nichts anfangen kann, ist gehalten, diese im Internet nachzuschlagen (ist nicht soo kompliziert). Was soll dieser reaktionäre Antiintellektualismus, der in der Diskussion immer wieder aufkommt? Mit filmwissenschaftlicher Analyse verfolgt man eben andere Fragestellungen als der Fan und Sammler ohne tiefergehendes Interesse. Na und?


Was ist denn das eigentlich für eine Aussage? Ich würde eher sagen, dass das Interesse bei Filmfans, die mit Filmwissenschaft nichts am Hut haben, etwas anders gelagert ist. Das Filmerlebnis muss deswegen aber nicht weniger intensiv sein. Und Vorwürfe wie "reaktionären Antiintellektualismus" halte ich in jedem Fall für ziemlich daneben.

Werde dazu mal nen Extra-Thread eröffnen, da das explizit mit diesem Film nichts zu tun hat. Den kenne ich nicht mal. Ich schaue lieber die Komödien von Campanile! Hat zu denen ein Filmwissenschaftler eigentlich schonmal was geschrieben? Vermutlich nicht, aber mit Humor ist es bei den Herren und Frauen Filmwissenschaftlern wahrscheinlich eh nicht zu weit her... :P

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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 21.09.2015 19:56 
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So, jetzt habe ich den auch mal gesehen!
War dann allerdings in gewisser Weise auch enttäuscht, denn der Film war bei weitem nicht so sleazig, wie ich erwartet habe.
David Hess, also Adam Konitz, ist noch lange kein Giulio Sacchi oder Tony Aniante.
Auch Franco Nero ist mit seinem Walter Mancini im Großen und Ganzen nicht DAS große Arschloch, als das er in manchen Reviews dargestellt wird (ausgenommen natürlich das Ende, das aber auch nicht sehr überraschend daherkommt).
Corinne Clery passt aber sehr gut, erfreut jederzeit das Auge, vor allem in der Einstellung, wo man sie nackt, mit einem Gewehr in der Hand, sieht.
Gewalt, sowie auch Sex bzw. Erotik ist aber, wie gesagt, nicht so viel vorhanden, wie man glauben könnte.
Bezüglich der Gewalt merkt man auch, dass das eigentlich nicht so seins ist, d.h., dass Campanile eindeutig in anderen Genres (fast ausschließlich Komödien) beheimatet war.
Bei den Locations, also das, was Amerika darstellen sollte, merkt man auch sehr schnell, dass das nicht wirklich in Amerika gedreht wurde.
Was aber trotz allem sehr gelungen ist (und das ist das einzige wirklich meisterliche an dem Film), ist die Musik von Ennio Morricone.
Alles andere, sei es Inszenierung, Charakterzeichnung oder Schauspieler, ist zwar auch nie enttäuschend, aber eben auch nicht gerade eine Offenbarung.

Fazit: Recht guter Road-Movie-Thriller, bleibt aber insgesamt doch hinter meinen Erwartungen zurück.
Komödien konnte Campanile eindeutig besser!
7,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 18.03.2016 06:47 
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Der Titel wurde mittlerweile von der FSK ab 16 eingestuft Quelle


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 Betreff des Beitrags: Re: WENN DU KREPIERST, LEBE ICH! - Pasquale Festa Campanile
BeitragVerfasst: 13.06.2016 14:21 
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durfte ihn die tage dann auch mal sichten.

klassse streifen , mit einem ende so wie es liebe.

film hat gut unterhalten, und selbst meine freundin die sowas normalerweise nicht schaut hat ihn als gut bezeichnet, und das meine lieben ist schon ein sehr hohes kompliment.

einzig alleine das setting hätte ich mir in italien gewünscht , das wäre es doch eine spur authentischer für mich rüber gekommen .


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