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 Betreff des Beitrags: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 15.01.2010 03:33 
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DIABOLIK! Review




Ich weiß, einige Besucher dieses Forums werden mich für die folgenden Zeilen hassen. Aber das ist mir herzlich wurscht; jede Reaktion ist besser, als keine.

INGLOURIOUS BASTERDS [sic!] (USA, 2009) R: Q. Tarantino

Der Inhalt ist ja wahrscheinlich hinlänglich bekannt. Falls nicht, hier im Telegrammstil. Nebenplot 1: Bande von amerikanischen Nazijägern, angeführt von Colonel Aldo Raine (Pitt) skalpiert im besetzten Frankreich deutsche Soldaten und SS-Angehörige. Nebenplot 2: Deutscher Kriegsheld (Brühl) verliebt sich in französische Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die als einzige Überlebende dem SS-Judenjäger Hans Landa (Waltz) entkommen ist und unter neuer Identität in Paris ein Kino betreibt. Brühl ist Hauptdarsteller in Film über seine Heldentaten, Film soll auf Goebbles Bemühung in Dreyfus’ Kino uraufgeführt werden. Der Führer und die Reichselite werden anwesend sein. Raine und seine Mannen bekommen Auftrag, Kino zu sprengen & alle zu töten. Gleichzeitig arrangiert Dreyfus einen Anschlag. Im Kino, bei Premiere, laufen alle Fäden zusammen.

Nun ja. Im Kino habe ich IB ja verpasst, und nach Sichtung der heute erschienenen DVD war ich darüber auch nicht sonderlich vergrämt. Bei allem Respekt, den ich vor Herrn Tarantino (immer noch) hege, so ist dieses zweieinhalbstündige Kasperletheater doch nur mit einigen Bauchschmerzen zu goutieren.
Ich musste mich mehr als nur einmal während der Sitzung fragen: Was zur Hölle will mir der Autor eigentlich damit sagen?? Ok, vielleicht will er mir ja gar nichts sagen und mich lediglich unterhalten. Aber selbst damit hatte ich größte Schwierigkeiten.
Es gibt überhaupt nur eine Möglichkeit, diesen Film zu sehen, ohne sich erbrechen zu wollen: Man kann nichts davon, nicht eine einzige Sekunde, auch nur ansatzweise ernst nehmen. IB ist ein Cartoon um des Cartoons Willen.

Die Exposition funktioniert noch ganz gut, ist aber (wenn man QT und seine Mechanismen kennt) absolut vorhersehbar.
Der Rest besteht (wie immer bei Tarantino) aus episodenhaften Szenenbildern. Inklusive der sattsam bekannten Zeitverschiebungen, Rückblenden und filmischen Verfremdungsmittel, die oftmals ziemlich unfilmisch sind. Allerdings hält er sich mit diesen Kniffen zurück, und sie wirken auch sehr beliebig eingesetzt. Der Film ist für seine Verhältnisse ungewöhnlich linear.

Aber beginnen wir doch mit den Pluspunkten, denn die gibt es auch. Der Film ist natürlich wieder extrem geschwätzig; einige der Dialoge sind hervorragend geschrieben und ausgeführt, andere sind langatmig bis überflüssig. Größter Verdienst des Films sind die vielen fabelhaften deutschen Schauspieler, allen voran natürlich der unglaublich gute Christoph Waltz, über dessen Leistung zu Recht allerorts reichlich Honigseim ausgekippt wurde. Den völlig farblosen Brad Pitt spielt er gegen die Wand. Sehr gut ist auch Daniel Brühl als naiver Kriegsheld, der im Finale seinen letzten großen Auftritt hat. Der völlige Kracher war m.E.n. aber August Diehl als Major Dieter Hellstrom, den ich bislang nur aus 23 und TATTOO kannte, wo er auch schon Ordentliches leistet. Er hat die beste Szene und die großartigste Dialogzeile des Films („Das ist das Geräusch meiner Walther, die direkt auf Ihre Hoden gerichtet ist.“) Auch Diane Kruger als verräterische Schauspielerin Bridget von Hammersmark (diese Namen, meine Fresse…) macht ihre Sache auch ganz passabel. Selbst Til Schweiger ist ansehnlich, obwohl man hier nicht von guter Schauspielerei sprechen kann – der Mann kann nicht schauspielern, er macht einfach ein Gesicht und zwar immer dasselbe. Aber das tut er hier wenigstens überzeugend. Martin Wuttke als Hitler ist eine Lachnummer, Sylvester Groth als Goebbles ist aber noch weitaus alberner.
Mélanie Laurents Rolle ist leider etwas blass geraten, kann aber in ihrer Rolle vollauf bezaubern (ich denke hier vor allem an die Caféhaus-Szene mit Waltz).
Kommen wir zum amerikanischen Part des Ensembles: Brad Pitt zieht den gesamten Film über eine verkniffene Texaner-Hackfresse und spricht wie ein Mitglied der Hewitt-Familie. Auch hier kann man nur erneut auf den Cartoon-Charakter des Gesamtmachwerks verweisen. Die Fehlbesetzung des Jahrtausends ist aber Stumpfkopf Eli Roth als „Bärenjude“. Sein erstes Auftauchen im Film soll wahrscheinlich bedrohlich rüberkommen, der böse Wolf entpuppt sich aber als Schaf im Dackelpelz, er wirkt so gefährlich wie das Plüschtier aus der Bärenmarke-Reklame.
Überhaupt: Charaktere gibt es nicht, nur Typen. Keine der schablonenhaften Gestalten besitzt Tiefenschärfe oder mehr als eine Dimension.

Tja, da wären wir auch schon unbemerkt mittendrin in den zahllosen Minuspunkten angelangt. Karikaturen ihrer selbst sind auch sämtliche Deutsche, die Namen wie Hellstrom oder Hammersmark tragen. Warum nicht noch ein paar Wolfsschanzes, Panzerknüppels oder Eisenfausts? Entweder werden sie als Psycho- bzw. Soziopathen gezeichnet, oder als Verräter (von dieser oder jener Seite) und Witzfiguren. Dem einzig anständigen Menschen (einem Soldaten, der ein Massaker überlebt hat und gerade Vater geworden ist) schießt man kaltblütig in den Rücken, die anderen werden skalpiert – was ich übrigens reichlich geschmacklos finde. Aber gut, bei einer Folge von Ren & Stimpy streitet man auch nicht über Geschmack.
Das Drehbuch ist fahrig und (wie auch schon bei dem lahmarschigen DEATH PROOF) hört Tatantino sich selber (in Vertretung seiner Figuren) gern quasseln.
Optisch ist das Ganze ansprechend gefilmt und montiert, was anderes erwartet man aber auch nicht.
Von so Nebensächlichkeiten wie geschichtliche Korrektheit oder historische Authentizität wollen wir im gleichen Atemzug mit dem Namen Tarantino mal lieber erst gar nicht anfangen. Gesitig Verwirrte wie Georg Seeßlen sprechen hier ja schon speichelnd von "Alternativen Realitäts-Szenarien!" - Wie gesagt: Da die ganze Chose ein Cartoon ist, muss man auch darauf keinerlei Wert legen.

Was gibt´s sonst noch zu vermelden? Musik mal wieder geklaut (abgesehen von einigen vollkommen deplazierten Rock-Nummern.) Morricone sollte persönlich den Score zusammenschustern, sagte aber kurz vorher ab. Wie üblich, wimmelt es von Reminiszenzen und Verweisen. So z.B. auf Winnetou, dessen Friedensgruß bereits in Nazideutschland hinlänglich bekannt ist, obwohl der erste Karl May-Film erst 17 Jahre später entsteht. Aber was zum Teufel sollte die Nummer mit Enzo Gorlomi?
Ach ja, sein ekelhafter Fußfetischismus, den Quentin seinen Jüngern geradezu ostentativ in jedem Film unter die Nase reiben muss, darf auch hier wieder nicht fehlen. In diesem Fall ist es die Variante eines bekannten Grimmschen Märchens, und am Ende gibt´s drei Kopfnüsse für Aschenbrödel. Eine Gnade nur für uns alle, daß er sich eine solch harmlose sexuelle Abseitigkeit ausgesucht hat – man stelle sich vor, er stünde auf Natursekt oder Nekrophilie…
Über das Finale und den Schluss verliere ich an dieser Stelle lieber keine weiteren Worte. Sagen wir mal so: Befriedigt hat es mich nicht.

Tarantinos Vergötterer werden gewiss anderer Meinung sein als ich, aber die würden höchstwahrscheinlich auch auf den Knien rutschen, wenn QT sich drei Stunden lang selber auf einem Plumpsklo beim Kacken filmt.

So, der Drops ist gelutscht, nochmals anschauen werde ich mir den Streifen gewiss nicht.
Fremder, mach deine Kerbe selbst…"





Da dir der Film offenabr super gefallen hat möchte ich dir diesen Text ans Herz legen :mrgreen: Schönes Theorie-Gewichse!

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 15:47 
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Grins. Dein Kommentar zum Film ist herrlich, ich muss herzhaft lachen. Mich wundert nur ein wenig, dass du Dinge bemängelst, die gerade alte Genrefilme auszeichen. Siehe "Geschmacklosigkeiten", "schlechtes Schauspiel" etc..

Was solls, dieser Verriss liest sich prächtig. Ich freue mich jetzt sogar noch mehr auf den Film!


Zitat:
Warum nicht noch ein paar Wolfsschanzes, Panzerknüppels oder Eisenfausts?


Ich möchte noch Bombenhagel und Stahlgewitter ergänzen! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 16:10 
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Zitat:
Mich wundert nur ein wenig, dass du Dinge bemängelst, die gerade alte Genrefilme auszeichen.


Stimmt allerdings. In einem Film von Fulci hätte mich das gewiss nicht gestört, im Gegenteil. Ich glaube, mir macht es einfach tierisch Spaß auf diesem Rotzbengel Tarantino rumzuhacken. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 16:10 
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Ich frage mich wie man aus dem Film einen Fetisch des Regieseurs herausliest? Und dann gleich dinge wie Natursekt usw. fallen :lol:

Mir ist diesmal gar nichts mif Füssen aufgefallen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 16:11 
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Diabolik! hat geschrieben:
Ich glaube, mir macht es einfach tierisch Spaß auf diesem Rotzbengel Tarantino rumzuhacken. :mrgreen:


Den Eindruck habe ich auch gewonnen, du Saustück! :mrgreen:


reggie hat geschrieben:
1. Ich frage mich wie man aus dem Film einen Fetisch des Regieseurs herausliest?
2. Und dann gleich dinge wie Natursekt usw. fallen :lol:
3. Mir ist diesmal gar nichts mif Füssen aufgefallen...


1. Wen man selbst bizarre Neigungen hegt, fallen einem andere Perverslinge sehr schnell auf! Manche Dinge entgehen mir auch nie und unter keinen Umständen! :mrgreen:

2. ...ausgehend von den Vorlieben des Rezensenten! :mrgreen: :mrgreen:

3. Das kann nicht sein. Solche Sauereien sind bei Tarantino immer vorhanden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 16:17 
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Zitat:
Mir ist diesmal gar nichts mif Füssen aufgefallen...


Wie gesagt, die Aschenputtel-Szene mit Frau Hammersmark. Waltz riecht sogar noch am Schuh!!

Zitat:
1. Wen man selbst bizarre Neigungen hegt, fallen einem andere Perverslinge sehr schnell auf! Manche Dinge entgehen mir auch nie und unter keinen Umständen! :mrgreen:


Korrekt.

Zitat:
2. ...ausgehend von den Vorlieben des Rezensenten! :mrgreen: :mrgreen:


Nicht ganz. Im Großen und Ganzen aber auch: Korrekt. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 16:19 
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Diabolik! hat geschrieben:
Waltz riecht sogar noch am Schuh!!


Buaah... Jetzt wird es wirklich eklig... :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 16:41 
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Zitat:
Da dir der Film offenabr super gefallen hat möchte ich dir diesen Text ans Herz legen :mrgreen: Schönes Theorie-Gewichse!


Danke! Schönes Geschwafel. Der Seeßlen ist eh ein Anwärter für die Zwangsjacke!

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 17:01 
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Diabolik! hat geschrieben:
Größter Verdienst des Films sind die vielen fabelhaften deutschen Schauspieler, allen voran natürlich der unglaublich gute Christoph Waltz, über dessen Leistung zu Recht allerorts reichlich Honigseim ausgekippt wurde.


*räusper* Möchte an dieser Stelle nur kurz anmerken, dass Waltz ein österreichischer Schauspieler ist... (Lasst uns doch auch mal was :mrgreen:)

Auch wenn ich über den Film eine etwas andere Meinung habe (obwohl ich ganz sicher kein Tarantino-Fan bin!), finde ich dein Review echt toll ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 17:12 
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Zitat:
Möchte an dieser Stelle nur kurz anmerken, dass Waltz ein österreichischer Schauspieler ist...


Oh Graus! Du hast natürlich so was von Recht! Asche über mein Haupt... :oops:

(Obwohl... zu der Zeit, als der Film spielt, war dieser Unterschied ja auch eher marginal. :mrgreen: )

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 17:36 
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Diabolik! hat geschrieben:
(Obwohl... zu der Zeit, als der Film spielt, war dieser Unterschied ja auch eher marginal. :mrgreen: )


Stimmt. Hitler z.B. war ja Deutscher :mrgreen: :mrgreen:

Ähm... was ist eigentlich "Honigseim"?

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 18:31 
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Diabolik! hat geschrieben:
Danke für die Blumen, ich bin immer empfänglich für Komplimente. :D

Zitat:
Mich wundert nur ein wenig, dass du Dinge bemängelst, die gerade alte Genrefilme auszeichen.


Stimmt allerdings. In einem Film von Fulci hätte mich das gewiss nicht gestört, im Gegenteil. Ich glaube, mir macht es einfach tierisch Spaß auf diesem Rotzbengel Tarantino rumzuhacken. :mrgreen:


Sprich: Es geht einfach darum, den Rotzbengel abzuwatschen, weil er so agiert wie die verehrten B-Filmer und dadurch eventuell neue Zuschauer an die Exploitationfilme früherer Zeiten heranführt. Das ist für Alt-Exploitationer natürlich der Frevel schlechthin...


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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 15.01.2010 20:27 
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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 16.01.2010 03:36 
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Diabolik! hat geschrieben:
Danke! Schönes Geschwafel. Der Seeßlen ist eh ein Anwärter für die Zwangsjacke!


Echt? Ich fande den Text eigentlich ganz gut. :jc_doubleup: :schilder_0214:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 16.01.2010 05:31 
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Zitat:
Sprich: Es geht einfach darum, den Rotzbengel abzuwatschen, weil er so agiert wie die verehrten B-Filmer und dadurch eventuell neue Zuschauer an die Exploitationfilme früherer Zeiten heranführt. Das ist für Alt-Exploitationer natürlich der Frevel schlechthin...


Moin Ugo,

nein. Ich fände es natürlich wunderbar und überaus wünschenswert, wenn Tarantino mit seinen Filmen das Mainstream-Publikum für B-Filme oder gar Exploitation-Perlen oder auch nur für seine Vorlagen erwärmen würde. Was ja auch tatsächlich geschieht. Ich will hier auch nochmals deutlich klarstellen, daß ich nicht kategorisch gegen QT oder seine Filme bin.
Im Gegenteil: RESERVOIR DOGS halte ich nach wie vor für ein kleines Meisterwerk und für einen grandiosen Debutfilm.
Dasselbe gilt auch (mit Abstrichen, da er mit der Zeit nachlässt) für PULP FICTION.
JACKY BROWN finde ich sogar durchweg hervorragend.
Und KILL BILL liebe ich, ich habe ihn mehrmals gesehen und habe jedes Zitat genossen.

Das gilt aber eben nicht für IB.

Was ich hier in erster Linie spüre, ist eine stetig wachsende Selbstverliebtheit und der Drang, vor dem eigenen Spiegelbild (filmisch) zu onanieren. Natürlich spielt der enorme Druck, unter den er selbst und seine Fans sich/ihn stellt/stellen, eine große Rolle.
Hätte er einen B-Film gedreht, anstelle eines A plus-Filmes, der krampfhaft bemüht ist, wie ein B-Film auszusehen, würde ich wohl auch nicht soviel nörgeln. Der Film aber hat mich einfach durch die Bank kalt gelassen: nichts und niemand hat mich berührt, bewegt, geängstigt, mitgerissen, zum Grölen animiert oder auch nur überrascht. Der Film ist ein auf Hochglanz poliertes Stück Pseudo-Provokation, wie es artifizieller und ducrchkalkulierter nicht sein könnte. Und denke bitte nicht, ich hätte Probleme mit dem Sujet oder der "notwendig respektlosen" (Seeßlen) Herangehensweise an das Thema Geschichtsbewältigung. Wie man das ordentlich macht, hat Buttgereit mit seinem Theaterstück und Film CAPTAIN BERLIN VS. HITLER demonstriert.

Aber was soll´s, wen interessiert das Gejammer eines alten, verbitterten Sesselfurzers, der es ja selber nicht besser macht? :mrgreen: :mrgreen:
Der Film kommt blendend an, die Kritiken überschlagen sich, selbst BILD und der Pöbel jubelt. Vielleicht lesen wir ja demnächst wohlwollende Rezensionen über EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN im SPIEGEL, dann hat QT gesiegt. Und Heil.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 16.01.2010 05:37 
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Werteste Asa,

der Duden:

Ho|nig|seim, der (veraltet): ungeläuterter Honig, wie er aus den Waben abfließt: Seine Worte, Reden waren Honigseim. (bidl.)

1. "Honigseim verdriesst, wenn man sein zu viel geniesst." – Schulze, 90.

2. Deine Lippen sind wie triefender Honigseim. Die Bibel, Hohel. 4, 11.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 16.01.2010 11:43 
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So genau lese ich deine Reviews, dass mir JEDES Wort auffällt :mrgreen:
Bin wohl zu jung (oder zu atheistisch ;) ) um so etwas wie "Honigseim" zu kennen. Aber man lernt ja immer und überall dazu.
Danke für die Aufklärung, wertester Diabolik!

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 Betreff des Beitrags: Re: Die diabolische Leinwand
BeitragVerfasst: 16.01.2010 17:57 
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OK, Herr Diabolik, dann habe ich das wohl falsch aufgefasst.

Dennoch halte ich viel von IB.

"Captain Berlin vs. Hitler" fand ich übrigens zwar interessant mal zu sehen, aber ein großes Verlangen, den ein weiteres Mal zu sehen, verspüre ich dort nicht wirklich
(obwohl: Ilse von Blitzen war schon reizvoll...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 17.01.2010 21:36 
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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 17.01.2010 22:40 
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Alsooo. Ich halte nicht viel von Tarantinos Filmen und den Fankult rund um seine Person bzw. seine Fähigkeiten als Regisseur.
Bisher hat mir außer Kill Bill 1 (beim ersten Sehen) noch keines seiner Werke auch nur annähernd gefallen.
Dennoch ich bin ihm ewig dankbar für das Drehbuch zu "True Romance" und seine schauspielerische Leistung in "From dusk till dawn". :mrgreen:

IB hat mir beim ersten Anschauen (im Kino) einfach nur Spaß gemacht. Auch wenn ich eingestehen muss, dass beim gestrigen 2t-maligen Genuß des Films manche Szenen etwas weniger zur Geltung gekommen sind, ist IB meiner Meinung nach ein äußerst gelungener Film, der in erster Linie von den großartigen DarstellerInnen lebt.

Abgesehen von der wirklich hervorzuhebenden Glanzleistung von Waltz finde ich Eli Roth, Til Schweiger (ich würde wagen zu behaupten, die von Diabolik kritisierte einfallslose Mimik ist Teil der Rolle und passt perfekt!) und Daniel Brühl große Klasse. August Diehl hat mir in "23" schon sehr imponiert. Etwas schade, dass er keine größere Rolle bekommen hat. Aber immerhin.
Brad Pitt hat's sowieso drauf :mrgreen:
Einzig und allein Diane Kruger halte ich für eine Fehlbesetzung. Sie wirkt überhaupt nicht wie eine Filmdiva, sondern eher hölzern und unsicher.
Und wenn ich "La resa" oder die Melodie aus "Revolver" ua. höre und General "Ed Fenech" , "Hugo Stiglitz" und andere vorgestellt werden, dann freue ich mich darüber und versuche mir vorzustellen, dass Tarantino "einer von uns" ist :mrgreen:
Manchmal gelingt mir das sogar. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt an dem ich wieder jemanden höre, der so einen Satz sagt wie: "Boah, der Tarantino hat tolle Ideen. Was dem alles einfällt. Und einen super Soundtrack hat er wieder gemacht."
Tja. Ein Paradebeispiel für Ambivalenz :mrgreen:

P.S.: Danke! @ TRAXX

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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 19:58 
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bei Diaboliks Review sehe ich ihn neben QT vor dem Spiegel stehen, wie er sich selbstverliebt auf dieses Review einen schüttelt.

Zuviel selbstverliebte Sprücheklopferei :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 19:59 
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TonyAniante hat geschrieben:
bei Diaboliks Review sehe ich ihn neben QT vor dem Spiegel stehen, wie er sich selbstverliebt auf dieses Review einen schüttelt.


Na wenn das mal keine niveauvollen und konstruktiven Diskussionsbeiträge sind...

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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 20:01 
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@Asa: jep, wie das Review selber. Viel Text ist nicht immer viel Inhalt und viel Wert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 20:08 
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Asa Vajda hat geschrieben:
TonyAniante hat geschrieben:
bei Diaboliks Review sehe ich ihn neben QT vor dem Spiegel stehen, wie er sich selbstverliebt auf dieses Review einen schüttelt.


Na wenn das mal keine niveauvollen und konstruktiven Diskussionsbeiträge sind...

Sich einen zu schütteln muss nich niveauvoll sein... konstruktiv hingegen ises immer... 8-)

SORRY :oops:

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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 20:19 
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TRAXX hat geschrieben:
Sich einen zu schütteln muss nich niveauvoll sein... konstruktiv hingegen ises immer... 8-)

SORRY :oops:



Für den Kontostand kann es sehr destruktive Folgen haben, wenn das Ergebnis der Schüttelei in einer falschen Röhre landet, die später wegen des Ergebnisses Alimente erpresst!

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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 20:28 
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warum wichsen niveaulos? es gibt doch auch eine sehr ansprechende Seite *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

da verstreicht die Zeit wie im Flug ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 18.01.2010 20:32 
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Blap hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Sich einen zu schütteln muss nich niveauvoll sein... konstruktiv hingegen ises immer... 8-)

SORRY :oops:



Für den Kontostand kann es sehr destruktive Folgen haben, wenn das Ergebnis der Schüttelei in einer falschen Röhre landet, die später wegen des Ergebnisses Alimente erpresst!

"She took my sperm without permission" :mrgreen:

Schütteln tut mann alleine. Wenn eine Röhre vorhanden ist muss man nicht schütteln dann röhrt mann oder verlegt selbiges...

[...wir sind echt pubertär... u. ich schäme michein wenig... hab sogar ein bischen Angst davor sowas wie "DER ULTIMATIVE ONANIER"-Thread aufmachen zu müssen... :shock: ]

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BeitragVerfasst: 18.01.2010 21:45 
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TRAXX hat geschrieben:
Wenn eine Röhre vorhanden ist muss man nicht schütteln dann röhrt mann oder verlegt selbiges...


Ich sprach vom Straftatbestand namens Samenraub.

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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 19.01.2010 00:56 
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Und ich hab gestern noch den HERZOG-Porno DIE SAMENRÄUBERINNEN gesehen... kein Witz ! :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Battle-Thread: Tarantino und seine INGLOURIOUS BASTERDS
BeitragVerfasst: 19.01.2010 01:51 
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Wenn das kein böses Omen ist... :o

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