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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 17.01.2011 01:15 
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Im Februar geht es dann weiter mit dem im Dezember ausgefallenen "Rolling Thunder" und drei weiteren handverlesenen Bahnhofskinoklassikern:

Sonntag, 6.2.2011, 15.30 Uhr: ROLLING THUNDER
USA 1977, 95 Min., 35mm, DF, Regie: John Flynn, Mit William Devane, Tommy Lee Jones
Ein Jahr nach „Taxi Driver“ schrieb Paul Schrader das Buch zu dieser vergessenen Perle des Vietnamheimkehrer-auf-Rachefeldzug-Genres, die zu Tarantinos Lieblingsfilmen gehört. William Devane, der Mann mit dem verstörenden Autoverkäufer-Grinsen aus „Der Marathon Mann“ und „Familiengrab“, brilliert als Ex-Major mit Stahlkralle, der nach den Mördern seiner Familie sucht. An seiner Seite: der noch faltenlose Tommy Lee Jones, der auch in der Vorführung am 27. Februar zu bewundern ist.
Text & Einführung: Volker Hummel

Sonntag, 13.2.2011, 15.30 Uhr: DJANGO UND SARTANA – DIE TÖDLICHEN ZWEI
Italien 1969, 97 Min., 35mm, DF, Regie: Sergio Garrone, mit Anthony Steffen, William Berger, Mario Brega
Die beiden titelgebenden Helden schießen sich als Kopfgeldjäger gegen skrupellose Menschenhändler durch die sonst recht spärliche Handlung. Wer nicht unbedingt die intellektuelle Seite des Italo-Western sucht und auch ohne politische Parabeln auf die Schlechtigkeit der Welt gerne dabei zusieht, wie schmierige und verdreckte Hutträger reihenweise den Krepierlöffel reichen, könnte sich mit den diesem Todesduo anfreunden.
Text & Einführung: Thorsten Wagner

Sonntag, 20.2.2011, 15.30 Uhr: DEATH TRAP
USA 1977, 91 Min., 35mm, OF, Regie: Tobe Hooper, mit Neville Brand, Mel Ferrer, Carolyn Jones, Stuart Whitman
In diesem Hotel ist nicht der Gast König, sondern eindeutig der Besitzer. Wer ihm nicht passt oder in die Quere kommt, macht Bekanntschaft mit dem Maskottchen des Hauses. Und das ist kein Papagei … Für alle, denen bei „Stanley“ der Biss fehlte.
Text & Einführung: Lillian Robinson

Sonntag, 27.2.2011, 15.30 Uhr: JACKSON COUNTY JAIL (VERGEWALTIGT HINTER GITTERN)
USA 1976, 84 Min., 35mm, Regie: Michael Miller, D: Yvette Mimieux, Tommy Lee Jones, Howard Hesseman
Dinah, frisch von ihrem Mann betrogen, ist auf dem Weg zur Schwester nach New York. Unterwegs von jugendlichen Anhaltern beraubt, landet sie im Gefängnis von Jackson. Nachts wird sie dort von einem Deputy vergewaltigt, erschlägt ihn in Notwehr und macht sich zusammen mit ihrem Zellennachbarn auf eine waghalsige Flucht durch die Wüste. Das harte und spannende Roadmovie aus der Produktionsschmiede von Roger Corman überzeugt durch seine raffinierte Inszenierung und das Hauptdarstellerduo: Yvette Mimieux und Tommy Lee Jones als Outlaw in einer seiner ersten Kinorollen. Die beiden durchleben „die stufenweise Steigerung der Gewalt in einer immer unmenschlicher und korrupter werdenden Gesellschaft“ (Film-Dienst). Ein vergessenes B-Movie-Juwel!
Text & Einführung: Jochen Oppermann

Auf bald im Kino,
eure Bizarros


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 24.01.2011 21:50 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Sonntag, 27.2.2011, 15.30 Uhr: JACKSON COUNTY JAIL (VERGEWALTIGT HINTER GITTERN)
USA 1976, 84 Min., 35mm, Regie: Michael Miller, D: Yvette Mimieux, Tommy Lee Jones, Howard Hesseman
Dinah, frisch von ihrem Mann betrogen, ist auf dem Weg zur Schwester nach New York. Unterwegs von jugendlichen Anhaltern beraubt, landet sie im Gefängnis von Jackson. Nachts wird sie dort von einem Deputy vergewaltigt, erschlägt ihn in Notwehr und macht sich zusammen mit ihrem Zellennachbarn auf eine waghalsige Flucht durch die Wüste. Das harte und spannende Roadmovie aus der Produktionsschmiede von Roger Corman überzeugt durch seine raffinierte Inszenierung und das Hauptdarstellerduo: Yvette Mimieux und Tommy Lee Jones als Outlaw in einer seiner ersten Kinorollen. Die beiden durchleben „die stufenweise Steigerung der Gewalt in einer immer unmenschlicher und korrupter werdenden Gesellschaft“ (Film-Dienst). Ein vergessenes B-Movie-Juwel!
Text & Einführung: Jochen Oppermann


Im Anschluss (18.00 Uhr) heisst es wieder "Heimatfilme St. Pauli", diesmal mit der Godmother of St. Pauli Film Entertainment: "Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn" von Rolf Olsen! 8-)




Außerdem im Februar im Metropolis:

Grindhouse • OmU
USA 2008, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino 191 min.
Mit Kurt Russell, Zoe Bell, Rosario Dawson
Der Film setzt den in den 70er und 80er Jahren berühmt-berüchtigten Grindhouse-Kinos ein filmisches Denkmal. Diese Kinos zeichneten sich vor allem durch ihr spezielles Programm aus, das in erster Linie aus billig produzierten Kung-Fu-, Sex-, Horror- und Actionstreifen bestand. Dabei wurden die Filme meist in Doppelvorstellungen präsentier. So ist auch dieser Film in zwei Episoden geteilt:
Film 1: Planet Terror (R: Robert Rodriguez).
Eines Nachts muss das Ärztepaar William und Dakota zahlreiche Menschen mit mysteriösen Wunden versorgen. Wie sich herausstellt, stammen die Bissverletzungen von Untoten, und alsbald beginnen sich auch die Patienten in mordlüsterne Zombies zu verwandeln. Zusammen mit einer Handvoll weiterer Personen kämpft das Paar ums Überleben ...
Film 2: Death Proof (R: Quentin Tarantino).
In einer Bar macht Stuntman Mike Bekanntschaft mit drei Frauen. Als er anbietet, eines der Mädchen in seinem Stunt-Auto mitzunehmen, hat das für alle Mädchen einen tödlichen Ausgang. Etwa ein Jahr später gerät Mike wieder an ein Frauen-Trio, welches er zur Jagd auserkoren hat. Doch diesmal wird der Spieß umgedreht, und Mike gerät ins Visier des Damentrios ...
4.2. 19.30 / 5.2. 19.30


Reservoir Dogs • OmU
USA 1992, Quentin Tarantino 99 min.
Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madson
Nach einem missglückten Raubüberfall sammeln sich die beteiligten Gangster in einem Lagerhaus. Schnell beginnt man sich gegenseitig fertig zu machen – mit Worten nicht minder als mit Pistolen. Tarantino setzte in dieser Studie über Misstrauen und Verrat, Distanz und Nähe ganz auf die gewaltige Kraft der Sprache. Er bewies, in Antithese zu den populären Action-Filmen, dass auch ironische Dialoge und ein doppelbödiger Plot Zuschauer in die Kinos zu locken vermögen.
Reservoir Dogs ist formal brillant. In ihm wird beinahe vollständig die Einheit des Ortes gewahrt und eine Fast-Realzeit-Handlung mit diversen Handlungsfragmenten durchwoben – eine raffinierte Weiterentwicklung der Rückblenden des Film Noir.
9.2. 21.15 / 10.2. 21.15 / 11.2. 21.15


Pulp Fiction • OmU
USA 1994, Quentin Tarantino 154 min.
Mit John Travolta, Samuel L. Jackson
Die Wege eines guten Dutzend krimineller Subjekte kreuzen sich in Los Angeles im Laufe eines Tages gleich mehrfach – erzählt wird das ganze in drei kunstvoll verwobenen Episoden. Da ist der abtrünnige Boxer Butch, seine französische Freundin Fabienne; Honey Bunny und Pumpkin, die ein Diner überfallen wollen; Gangsterboss Marsellus Wallace und seine attraktive, drogenversessene Frau Mia. Und natürlich die Auftragskiller Vincent und Jules, die sich auf dem Weg zur Arbeit über Hamburger, Jules’ Gottesbild und gefährliche Fußmassagen unterhalten.
Mit Pulp Fiction revolutionierte Quentin Tarantino 1994 die Strukturen des filmischen Erzählens und definierte zugleich den Begriff der Coolness neu. Innerhalb weniger Jahre avancierte der Film zum Klassiker.
12.2. 21.15 / 13.2. 21.15 / 14.2. 21.15


Jackie Brown • OF
USA 1997, Quentin Tarantino 148 min.
Mit Pam Grier, Samuel L. Jackson
»Eine in die Jahre gekommene, immer noch attraktive schwarze Stewardess gerät zwischen die Fronten, als sie für einen skrupellosen Waffenhändler Geld schmuggelt und dabei in die Hände der Polizei gerät. Mit Hilfe eines Anwalts, der sie gegen Kaution aus dem Gefängnis holt, versucht sie, die Parteien auszutricksen, um selbst ans Geld zu kommen. Ein in betont ruhigem Tempo erzähltes Caper-Movie, das sich mit ebenso viel skurrilem Humor wie beharrlicher Aufmerksamkeit reizvoll auf die Figuren und ihre charakterlichen Besonderheiten einlässt. Der Film lebt vor allem von seinen zahlreichen pointierten Anspielungen auf Erscheinungen der populären (Musik-)Kultur.« (Film-Dienst)
Es macht Spaß, der exzellenten Crew beim Spiel zuzuschauen, allen voran Pam Grier, der einstigen Königin des Blaxploitation-Films.
15.2. 21.15 / 19.2. 21.15 / 20.2. 21.15


Four Rooms • OmU
USA 1995, Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino 94 min.
Mit Tim Roth, Valeria Golino, Madonna
Der Film besteht aus vier Kurzgeschichten, die von verschiedenen Regisseuren verfilmt wurden. Die Vorlage stammt von Roald Dahl.
Die vier Episoden besitzen alle ihren eigenen Handlungsstrang, der in einem der Zimmer eines Hotels spielt. Den roten Faden, der sich durch alle Geschichten zieht, stellt der Page Ted dar, der seine erste Nachtschicht am Anfang einer Silvesternacht antritt. In den vier Räumen erlebt er dabei einige mehr oder weniger angenehme Abenteuer, die sich für ihn finanziell letztlich aber als recht rentabel herausstellen. »Four Rooms besitzt eine brillante Coolness, und die macht 102 Minuten absolut Laune. Hier hat man Spaß, hier wird es nicht langweilig und dank Tim Roth, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt, wird jede Szene zum Brüller.« (www. moviemaster.de)
21.2. 19.00 / 22.2. 21.15


Inglourious Basterds • OmU
USA 2009, Quentin Tarantino 160 min.
Mit Brad Pitt, Christoph Waltz, Mélanie Laurent
Im deutsch besetzten Frankreich muss Shosanna Dreyfus mit ansehen, wie ihre Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa brutal ermordet wird. Nur knapp kann sie entkommen und flieht nach Paris, wo sie sich als Kinobesitzerin eine neue Identität und Existenz aufbaut. Zur gleichen Zeit formt Offizier Aldo Raine eine Elitetruppe aus jüdischen Soldaten, die gezielte Vergeltungsschläge gegen Nazis durchführen soll. Gemeinsam mit seinen acht Männern wird er in Frankreich abgesetzt, um dort in Guerilla-Einsätzen Nazis zu jagen. Schon bald werden sie von den Deutschen als >Die Bastarde< gefürchtet. Als der Plan reift, die Anführer des Dritten Reichs auszuschalten, nimmt Raines Einheit Kontakt zu der deutschen Schauspielerin und Undercover-Agentin Bridget von Hammersmark auf, die entscheidend für das Gelingen des Anschlags ist. Die gemeinsame Mission führt sie schließlich alle in das Pariser Kino von Shosanna, die allerdings seit langem ihre eigenen Rachepläne verfolgt ...
24.2. 21.15 / 27.2. 21.30 / 28.2. 19.00


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 07.02.2011 14:15 
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Liebe Abonnenten des "Katholischen Film-Dienstes",

im März wollen wir eure frommen Gemüter mal wieder richtig in Wallung
bringen. In den sakralen Gemächern des B-Movie werden wir euch mit
einem Giallo, einem Biker-Movie und zwei fernöstlichen
Gotteslästerungen das Fürchten lehren, auf dass ihr nie abtrünnig
werdet und abfallt vom wahren Glauben an den Vater, den Sohn und das
Heilige Zelluloid.

Neiget die Häupter und höret:

So 6.3. 15.30 Uhr: PANIK IM TOKIO-EXPRESS
Japan 1975; 94 Min., 35mm, DF, Regie: Junya Sato; Darsteller: Ken
Takakura, Sonny Chiba
Sinkt die Geschwindigkeit unter 80 Stundenkilometer, explodiert die
Bombe ... Nein, das ist nicht "Speed" mit Keanu Reeves und Sandra
Bullock, sondern "Panik im Tokio-Express" mit Ken Takakura (der
japanische Clint Eastwood) und Kultstar Sonny Chiba. Ein heute
vergessener Genreklassiker, wenn man mal davon absieht, dass Hollywood
die Grundidee zwanzig Jahre später recycelte. Der Plot: Ein
Gangstertrio erpresst die Bahn um fünf Millionen Dollar und schickt
dafür eine Bombe auf Reisen. Gut gemacht, gut gespielt, nicht
sonderlich logisch, aber von "außergewöhnlicher Spannung" (urteilte
seinerzeit der Katholische Film-Dienst).
Text und Einführung: Peter Clasen

So 13.3. 15.30 Uhr: DER SCHWANZ DES SKORPIONS
Italien / Spanien 1971, 90 Min., 35mm, DF, Regie: Sergio Martino, mit
George Hilton, Anita Strindberg, Alberto de Mendoza, Ida Galli, Janine
Reynaud
Nachdem der jungen Witwe Lisa eine Versicherungspolice von einer
Million Dollar ausgezahlt wurde, scheint ein Wettlauf um das Geld zu
beginnen. Menschen sterben, die Polizei ist ratlos und ein maskierter
Killer treibt sein erbarmungsloses Unwesen. Jeder verdächtigt jeden,
doch die Wahrheit ist viel schlimmer!
Text und Einführung: Torsten Cornils

So 20.3. 15.30 Uhr: TOKUGAWA
Japan 1968, 86 Min, 35 mm, DF, Regie: Teruo Ishii, Darsteller: Yuki
Kagawa, Asao Koike, Reiko Mikasa
Drei Episoden über Inzest, Sex im Kloster, Christenverfolgung und
einiges mehr: "Historie der Bestrafung von Frauen unter dem
Tokugawa-Shogunat", so der Originaltitels dieses berüchtigten
Pink-Schockers, ist ein Klassiker des japanischen Horrorfilms zum Thema
Folter, aufwendig produziert von den Toei Studios! Lange vor und
stilvoller als Eli Roth oder James Wan hat sich Ishii daran gemacht,
sein Publikum mit ausgewählten Scheußlichkeiten das Grausen zu lehren.
Text und Einführung: Jan Minck

So 27.3. 15.30 Uhr: MOTORCYCLE GANG
USA 1957, 87 Min., 16 mm, OF, Regie: Edward L. Cahn, mit Paul
Blaisdell, Steven Terrell, John Ashley, Anne Neyland
Der Erfolg von Marlon Brandos "Der Wilde" hat B-Film-Guru Samuel Z.
Arkoff keine Ruhe gelassen. Darum schoss er 1957 diese
Teen-Exploitation, in Deutschland als "Lederjacken rechnen ab"
gelaufen, hinterher. Es geht um ein illegales Straßenrennen, ein sexy
Troublemaker mit quer gestreiftem Helm und engem Wollpulli bringt die
Kerle durcheinander und zwischendurch gibt es tolle Dialoge. Beispiel
gefällig? "What have you been smoking, baby? Salmon?" Regie führte
Edward L. Cahn, der später noch so wichtige Sachen abkurbelte wie
"Gangster, Gin und scharfe Hasen".
Text und Einführung: Michael Ranze

Dich kriegen wir auch noch!
Der Großinquisitor


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 21.02.2011 14:21 
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Sonntag in der "Heimatfilme St. Pauli" Reihe: Die eigentliche Geburt des St.-Pauli-Subgenres:

Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn (1967) von Rolf Olsen!


Und im Alabama-Kino auf dem Kampnagel-Gelände wird ein alter Klassiker aus dem alten Alabama an der Kieler Straße so Ende der 80er/Anfang der 90er reaktiviert:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Auch wenn das Programm nicht vollständig nach "Gore" klingt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 21.02.2011 16:48 
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TANZ DER TEUFEL :?: :o :shock: :?:
Die 3. Schnittfassung (- 44 sek.)?

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"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 21.02.2011 18:58 
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TRAXX hat geschrieben:
TANZ DER TEUFEL :?: :o :shock: :?:
Die 3. Schnittfassung (- 44 sek.)?


Ähm, keine Ahnung. :oops: Wird man hoffentlich der Alabama-Homepage rechtzeitig entnehmen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 21.02.2011 19:39 
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ugo-piazza hat geschrieben:
So 6.3. 15.30 Uhr: PANIK IM TOKIO-EXPRESS
Japan 1975; 94 Min., 35mm, DF, Regie: Junya Sato; Darsteller: Ken
Takakura, Sonny Chiba


Ein absolut genialer Film, in der deutschen Fassung aber um satte 58 Min. (!) gekürzt, also völlig unbrauchbar. Die OF ist 152 Minuten lang, als britische DVD erhältlich in der Sonny Chiba-Collection Vol.2 von Optimum Asia.

_________________
"Wir raten ab!" - Der katholische Filmdienst

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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 04.11.2011 14:00 
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Bizarre Cinema kommt wieder, jetzt im wieder auferstandenen Metropolis an der alten Wirkungsstätte in der Dammtorstraße.



Liebe Freunde west-östlicher Promenadenmischungen,

im November ist es endlich so weit: Das Metropolis-Kino am
Stephansplatz öffnet wieder seine Pforten, und Bizarre Cinema ist sehr
glücklich, ab dieser Saison dort zu Gast sein zu dürfen. Jeden Sonntag
um 14.30 Uhr werden wir für euch dort wieder tief in die Schatzkiste
des verdrängten Filmerbes greifen und euch mit allumfassender Liebe das
Meisterwerk und den Schund präsentieren, das Grobe und das Feine, das
Rohe und das Gekochte, das Analoge, niemals aber das Digitale.

Im November widmen wir uns west-östlichen Genre-Kreuzungen wie dem
Eurowestern und US-japanischen Monsterhybriden:

Sonntag, 6.11., 14.30 Uhr: SATAN DER RACHE
I /BRD 1970, R: Antonio Margheriti, 93 Min., DF
Mit Klaus Kinski, Peter Carsten, Marcella Michelangeli
Gary Hamilton (Klaus Kinski), unschuldig verurteilt, wird nach zehn
Jahren Haft aus dem Steinbruch entlassen. Er plant einen Rachefeldzug
gegen den wahren Schuldigen. Ausgeführt in einer stürmischen Nacht,
hält diese Orgie der Gewalt einiges an Überraschungen bereit. –
Einzigartiger Gothic-Horror-Rachewestern mit Klaus Kinski in einer
überragenden Hauptrolle.
Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 13.11., 14.30 Uhr: DER SCHATZ IM SILBERSEE in Kooperation mit
dem Cinefest
BRD/FR/YU 1962, R: Harald Reinl, 111 Min.
Mit Lex Barker, Pierre Brice, Götz George, Herbert Lom, Eddi Arent,
Karin Dor, Marianne Hoppe
Im Rahmen des Cinefest – Internationales Festival des deutschen
Film-Erbes zeigen wir den ersten und immer noch legendärsten aller
Teutonen-Western, dessen großer Erfolg viele weitere
Karl-May-Verfilmungen nach sich zog. Winnetou! Old Shatterhand! Eine
Schatzkarte! Papilio polymnestor parinda! Eine Höhle voller Skelette!
Die Plitvicer Seen!
Einführung: Lillian Robinson

Sonntag, 20.11. Kein Bizarre Cinema
Es lohnt sich aber in jedem Fall, das Programm des Cinefestes zu
studieren, das heute zu Ende geht. Das diesjährige Thema "Europas
Prärien und Canons – Western zwischen Sibirien und Atlantik" verspricht
viele Filme, die auch für BC-Fans interessant sein dürften, darunter so
schöne Titel wie "Potato Fritz", "Limonaden-Joe", "Deadlock" und "Die
schwarzen Adler von Santa Fe".
Mehr Infos: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Sonntag, 27.11., 14.30 Uhr: MONSTER AUS DEM ALL
USA/Japan 1969, R: Kinji Fukasaku, 90 Min., DF
Mit Robert Horton, Richard Jaeckel, Luciana Paluzzi
Ein Asteroid, der auf die Erde zu rast, ist ja schon schlimm genug.
Aber dieser ist mit Urschleim bedeckt, der sich an der Luft rasend
schnell vermehrt und die Menschen, die damit in Berührung kommen, in
furchtbare Ungeheuer verwandelt. Zum Glück gibt es auf der Raumstation
Gamma 3 Helden, die wissen, was zu tun ist. Diese erste offizielle
Monster-Koproduktion zwischen USA und Japan wartet mit wunderbar
primitiven Trickszenen, haarsträubenden physikalischen Unmöglichkeiten
(brennende Raumstation) und hölzernen Charakteren auf, die selbst den
trübsten Novembernachmittag gleich ein wenig heller erscheinen lassen.
Einführung: Hans-Arthur Marsiske

Alle Vorführungen im neu eröffneten Metropolis, Kleine Theaterstraße,
Tel.: 34 23 53

Auf bald,
euer BC-Team




"Liebe Pfeffersäcke und Sektschlürfer,

jetzt habt ihr es nicht mehr weit: Das neue Metropolis liegt in der
Kleinen Theaterstraße Tür an Tür mit der Staatsoper, ihr könnt euch
also in Zukunft vor der "Zauberflöte" noch einen flotten Fulci oder
einen debilen Lenzi reinziehen. Der Kinosaal des Metropolis hat sich
dank Denkmalschutz kein Stück verändert, neu ist nur das Ambiente
drumrum: Fahrstuhl in den Keller, Hochkultur-Foyers mit roter
Auslegeware und nacktem Beton, Tiptop-Toiletten. Da müssen wir nun alle
mit anpacken, um da an den nächsten Sonntagnachmittagen ein bisschen
Schmutz reinzutragen. Los geht’s übermorgen mit Kinski als "Satan der
Rache", dann folgen "Der Schatz im Silbersee" (13.11.) und "Monster aus
dem All" (27.11.). Weiter geht’s im Dezember mit folgenden
Qualitätsprodukten:

Sonntag, 4.12., 14.30 Uhr: THE OUTFIT
USA 1973, 103 Min., 16mm, OF, Regie: John Flynn, mit: Robert Duvall,
Karen Black
Robert Duvall spielt den Killer Macklin, der nach seiner Entlassung aus
dem Knast erfährt, dass das Syndikat seinen Bruder umgebracht hat.
Macklin beginnt einen Rachefeldzug gegen seine ehemaligen Arbeitgeber,
bei dem Film-noir-Veteranen wie Jane Greer, Marie Windsor, Elisha Cook,
Timothy Carey als Killer und Robert Ryan als Syndikatsboss seinen Weg
kreuzen. Vom Kampf des Einzelnen gegen das Imperium erzählt Flynn nicht
modern-kaleidoskopisch wie John Boorman in "Point Blank", sondern
"knapp, effizient und brutal wie ein wendiges B-Picture, dem alle
unnötigen Schnörkel mit ein paar groben, heftigen Hieben abgetrennt
worden sind" (Christoph Huber). Noir-Fatalismus trifft auf New
Hollywood, Tankstellen, Highways und Motels träumen in den tristen
Metrocolor-Farben der Seventies vor sich hin, es gibt keine Guten, nur
Böse mit Haltung: "You people go your way, I go mine."
Text & Einführung: Volker Hummel

Sonntag, 11.12., 14.30 Uhr: WHEN THE SCREAMING STOPS
Spanien 1976, 85 Min., 35mm, engl. Fassung, Regie: Amando de Ossorio,
mit Cristino Almodóvar, Luis Barboo
Bier, Bratwurst, Blondinen – doch eine Mischung aus Dinosaurier,
Gummimonster und Piranha stört diese märchenhafte Idylle am Rhein: Die
sagenumwobene Lorelei ist tagsüber eine bildhübsche Frau, macht sich
nachts jedoch in bester Werwolf-Manier mit ausgefahrenen Krallen über
die Schülerinnen des nahegelegenen Mädcheninternats her. Der spanische
Horror-Altmeister Amando de Ossorio ("Die Nacht der reitenden Leichen")
lässt es in diesem zu Unrecht vergessenen Geheimtipp richtig krachen –
und öffnet dabei buchstäblich die Herzen. 1-2-Schrei!
Text & Einführung: Jochen Oppermann

Sonntag 18.12., 14.30 Uhr: TUNNEL DER LEBENDEN LEICHEN
GB 1972, 35mm, DF, Regie: Gary Sherman, Darsteller: Hugh Armstrong,
Donald Pleasence, Christopher Lee
Das wenig bekannte, von Kennern gerühmte Debüt des "Tot &
begraben"-Regisseurs Gary Sherman: Beim Bau einer U-Bahnstation in
London werden 1892 mehrere Menschen verschüttet, leben aber weiter,
pflanzen sich fort, degenerieren zu Kannibalen und holen sich ab und zu
frische Nahrung von oben. 80 Jahre nach der Katastrophe steigt
Inspector Calhoun ("Halloween"-Arzt Donald Pleasence) ins
Tunnel-Labyrinth hinab, um das blanke Grauen zu erfahren… Hauptfigur
des Films ist allerdings ein Kannibale, gespielt von Hugh Armstrong.
Regisseur Sherman schafft es mit einem einzigen, genialen
Kameraschwenk, die erzählerische Perspektive von Terror und Ekel zu
Tragik und gar Sympathie zu verlagern: Der grässlich entstellte "Mann"
ist kein Monster, sondern ein mitleiderregendes, um seine schwangere
"Frau" besorgtes Wesen – und knüpft so an die Tradition großer
Horrorfilme an. Inmitten von Bergen halb angenagter Leichen erzählt
"Tunnel" eine morbide bis schwarzhumorige Geschichte von Anteilnahme
und Zärtlichkeit in einer feindlichen, dunklen Welt. – PS: Christopher
Lee hat nur einen Kurzauftritt.
Text und Einführung: Peter Clasen

Am 25.12. und 1.1. gibt es keine BC-Vorführungen, dafür präsentieren
wir euch am Samstag, den 17.12., im B-MOVIE das 1.
Bizarre-Cinema-X-Mas-Special "Wenn Santa zweimal klingelt …":

Was gab es am Heiligen Abend Gruseligeres als das Geräusch schwerer
Schritte im verschlossenen Nebenzimmer? Wir erinnern an verdrängte
Kindheitstraumata und feiern vorzeitige akustische Bescherung mit zwei
absoluten Klassikern des Telefonhorrors.

20 Uhr: BLACK CHRISTMAS
Kanada 1974, 95 Min., DF, 35mm, Regie: Bob Clark, mit: Olivia Hussey,
Keir Dullea
Der schönste aller Feiertags-Schocker! Plot: Studentinnen im Visier
eines Serienmörders. Atmosphäre und Style: genredefinierend und bis
heute unerreicht, inklusive der unheimlichsten obszönen Telefonanrufe
aller Zeiten.

22.30 Uhr: WHEN A STRANGER CALLS
USA 1979, 97 Min., 35mm, OF, Regie: Fred Walton, mit: Carol Kane,
Charles Durning
Vergesst "Scream", dies ist der ultimative "Babysitter allein zu
Haus"-Film! Die ersten 20 Minuten, in denen die tolle Carol Kane von
einem Anrufer terrorisiert wird, zählen zu den Meilensteinen des
akustischen Leinwand-Terrors. Das Ende kann sich auch hören lassen.

Auf bald,
euer BC-Team"



Das B-Movie setzt unterdessen die Heimatfilme St. Pauli fort. Letzten Sonntag wurde noch einmal "Mädchenjagd auf St. Pauli" ausgegraben und am 27.11. steht dann "Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli" auf dem Spielplan (den ich tatsächlich noch gar nicht kenne :oops: )


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 08.01.2012 16:58 
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And dis is da Februar!

5.2., 14.30 Uhr: ANGRY BREED
USA 1968, David Commons, 89 Min., OF
Ein kurioser Bikerfilm und sehr selten gezeigt obendrein. Nicht einmal
die einschlägige Literatur will Auskunft geben, und auch sonst so
verlässliche Chronisten wie Steven H. Scheuer strecken fassungslos die
Waffen: „Unglaublicher Plot um einen zurückgekehrten Vietnam-Veteran,
der Schauspieler werden will.“ Mehr fällt ihm nicht ein. Natürlich
passiert dann doch noch etwas. Der Ex-GI rettet die schöne Tochter
eines Produzenten aus den Fängen böser Biker. Und nun kommt’s: Deren
Anführer wäre auch gern Schauspieler. Der Beginn eines spleenigen
Durcheinanders, bei dem LSD, lauter Rock und bizarre Kostüme
(Halloween!) für eine „extended hallucinatory party scene“ (Motion
Picture Guide) sorgen. Wenn das kein Versprechen ist …
Einführung: Michael Ranze

12.2., 14.30 Uhr: DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT
Italien 1960, Mario Bava, 87 Minuten, DF
Mit Barbara Steele, John Richardson, Arturo Dominici
Eins vorweg: Dracula kommt während des gesamten Films nicht. Dennoch
ist dem einstigen Kameramann Mario Bava mit seiner ersten Regiearbeit
ein Klassiker des Genres gelungen. Es ist alles drin, was das Herz des
Vampirliebhabers begehrt: Kutschen gleiten lautlos durch Nebelschwaden,
Tote steigen aus ihren Gruften, Burgmauern glänzen kalt im Mondschein.
Vor allem aber ist da Barbara Steele, in deren Augen sich Angst, Lust
und Wahnsinn mischen. Allein ihr Blick lässt die Zuschauer im
Kinosessel erstarren. Und dann noch die Maske – o mein Gott, diese
Maske!
Einführung: Hans-Arthur Marsiske

19.2. 14.30 Uhr: DER MAFIABOSS – SIE TÖTEN WIE SCHAKALE
I / D 1972, Fernando Di Leo, 95 min., DF
Mit Mario Adorf, Henry Silva, Woody Strode, Adolfo Celi
Der Zuhälter und Gelegenheitsganove Luca Canali (Mario Adorf) ist ein
kleines Licht in der Mailänder Unterwelt. Als die Mafia zwei
Auftragskiller aus New York auf ihn ansetzt, weil er die Organisation
um Heroin im Werte von 3 Milliarden Lire erleichtert haben soll, wird
Luca zur unberechenbaren Killermaschine. Ein sich selbst übertreffender
Mario Adorf in einem Hochgeschwindigkeitsfilm mit einer der
spannendsten Verfolgungsjagden, die jemals auf Zelluloid gebannt
wurden.
Einführung: Torsten Cornils

26.2., 14.30 Uhr: DIE BLUTSBRÜDER DES GELBEN DRACHEN
Hongkong 1973, Chang Cheh, 86 Min.
Mit David Chiang, Ti Lung, Chen Kuan-tai
Regisseur Chang Cheh, neben King Hu der unbestrittene König der
Kung-Fu-Filme der 60er- und 70er-Jahre, zeigt sich hier auf der Höhe
seiner Kunst. Mit seinen drei charismatischen Stars David Chiang, Ti
Lung und Chen Kuan-tai schuf er eines der prächtigsten Meisterwerke des
Martial-Arts-Genres, in der die Produktionsfirma Shaw Brothers noch
einmal alles auffährt, was sie großgemacht hat. Die epische Geschichte
spielt zur Zeit der Qing-Dynastie, als Banditen und Rebellen die
Einheit des chinesischen Reiches gefährdeten. Vor diesem historischem
Rahmen erzählt der Film von Freundschaft, Verrat, Eifersucht und Rache
zwischen drei Blutsbrüdern, in der sich imposante Massenszenen mit
Hunderten von Statisten abwechseln mit perfekt choreografierten
Kämpfen.
Einführung: Volker Hummel



Vorher gibt's aber noch am 15.01. "Der Tod trägt schwarzes Leder"!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 06.02.2012 13:54 
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Lieber Mathias Döpfner, Christian Hellmann, Mitglieder der "Hörzu"-Redaktion, Bonzen des Axel Springer Verlags und Fans der Goldenen Kamera in aller Welt,

danke!

Danke für einen weiteren schönen Abend voller Tränen, Emotionen und bewegender Momente. Und dafür, dass mit Mario Adorf endlich einer der wahren Giganten des deutschen Kinos für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Zwar nur in der Sparte "national", aber wer kann von der Jury schon erwarten, dass sie neben dem "Großen Bellheim" all die italienischen Polizeifilme der 70er gesehen hat, in denen Mario Adorf wirklich groß ist. Bizarre Cinema erklärt den März zum Monat der Goldenen Kamera und zeigt neben dem ultimativen Adorf-Klassiker drei weitere Gewinner-Filme.

Spezialpreis der metallverarbeitenden Industrie:
Sonntag, 4. März, 14.30 Uhr: ROBOT JOX
USA 1990, R: Stuart Gordon, 85 min., DF, mit Gary Graham, Anne-Marie Johnson, Paul Koslo
Nach der Apokalypse konkurrieren Ost und West um die Bodenschätze in Alaska. Doch die Supermächte lassen ihre Konflikte mittlerweile von bemannten riesigen Kampfrobotern austragen. Lange vor „Transformers“ schickt Gordon in diesem fast vergessenen Kinder-Erwachsenenfilm-Hybrid hier Mechas und deren Jockeys („Jox“) in Stop-Motion-Kämpfe, die SF-Freunde jeden Alters erfreuen dürften. „Die Schlacht der Stahlgiganten“ ist laut, grell und trash as trash can. Politische Subtexte und Bezüge zu antiker Mythologie auf Wunsch inklusive.
Text & Einführung: Jan Minck

1. Preis "Bestes Genre-, Ideen- und Szenen-Recycling":
Sonntag 11. März, 14.30 Uhr: ATLANTIS DER VERLORENE KONTINENT
USA 1961 R: George Pal, mit: Anthony Hall, Joyce Taylor, John Dall
„Die letzten Tage von Pompeji“ gekreuzt mit „Die Insel des Dr. Moreau“, so in etwa sieht der Film aus, den der legendäre Regisseur und Produzent George Pal („Krieg der Welten“, 1954) gleich nach seinem Oscar-Gewinner „Die Zeitmaschine“ (1960) drehte und der von Kritikern gehasst wird. Der Plot: Ein Fischerjunge der griechischen Antike rettet die Prinzessin von Atlantis, wird dort zum Dank aber nur versklavt und muss in der Arena gegen Feuer, Wasser und einen Oger kämpfen, ehe er selbst zum Tiermenschen transformiert werden soll. Ein schräger Schurke (John Dall, 1949 mit „Gun Crazy“ zur Noir-Ikone geworden) und sein böser Magier setzen dem Eiland so zu, dass schließlich der Vulkan eruptiert und die ganze verderbte Hochkultur ins Meer rauscht – wobei einige Katastrophenszenen aus „Quo Vadis“ (1951) recycelt wurden … U-Boote, die wie Walfische aussehen, perverse Experimente im Folterkeller, Sklavenaufstände, Todesstrahlen aus dem Riesenkristall und ein wunderschönes, handgemachtes Zertrümmerungsfinale: Ein wahrer Funkelstein des monumentalen Trashkinos!
Text & Einführung: Peter Clasen

Terres-des-Hommes-Spezialpreis für Toleranz und Völkerverständigung:
Sonntag, 18. März, 14.30 Uhr: THE HILLS HAVE EYES
USA 1977, R: Wes Craven, 89 Min., Englische OV, mit John Steadman, Janus Blythe, Peter Locke, Dee Wallace
Eine typisch amerikanische Familie ist auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Kalifornien. Ein kleiner Abstecher in die Mojave-Wüste hat jedoch fatale Folgen: Wegen einer Autopanne sitzt man plötzlich in einer menschenleeren Gegend fest, die von der Air Force als Testgelände für nukleare Waffen genutzt wird. Über Funk ist niemand zu erreichen, und so machen sich Vater Bob und Schweigersohn Doug auf die Suche nach Hilfe, während Mutter und Kinder im Wohnwagen warten. Die sind – im wahrsten Sinne des Wortes – ein gefundenes Fressen für eine degenerierte Familie, die in den nahe gelegenen Bergen haust. – Rape'n'Revenge-Klassiker von Horror-Altmeister Wes Craven. „We're gonna be french fries! Human french fries.“
Text & Einführung: Jochen Oppermann

Mario Adorf!
Sonntag, 25. März, 14.30 Uhr: MILANO KALIBER 9
Italien 1971, R: Fernando di Leo, 88 Min., 35mm, DF, mit: Gastone Moschin, Mario Adorf, Barbara Bouchet, Phillippe Leroy, Lionel Stander, Frank Wolff
Endlich gibt es vom unangefochtenen Meisterwerk des italienischen Rasanzkinos der 70er eine verfügbare Filmkopie, gesegnet seien die Archivare. Ugo Piazza (Gastone Moschin), einst Handlanger des „Amerikaners“, eines Mailänder Mafiabosses, kommt aus dem Gefängnis frei und wird prompt von ehemaligen Kollegen aus der Gewaltbranche abgepasst, die mit ihm den Verbleib von 300.000 Dollar klären sollen. Da ihm nicht geglaubt wird, mit dem Verschwinden des Geldes nichts zu tun zu haben, hat er fortan die Mobster regelmäßig zu Besuch. Vorneweg Rocco (Mario Adorf), eine unberechenbare Mischung aus ölig gegelter Eitelkeit und ungebremster, körperlicher Gewalt. Zudem muss Ugo noch die Erniedrigungen eines reaktionären Polizeikommissars ertragen, bei dem er sich in seiner Bewährungsphase zu melden hat. Ein rasanter und schöner Film mit einer grandiosen Besetzung, der zwischen Lakonie und Gewaltausbrüchen in bester Tradition des Film Noir eine pessimistische Geschichte erzählt. Oder, wie ihn der damalige Verleih bewarb: ein moderner Gangster-Thriller, knochenhart und höllisch heiß.
Text & Einführung: Thorsten Wagner

Auf bald im Metropolis.
euer BC-Team


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 06.03.2012 18:39 
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Liebe Purschen, Chelme und Widerporste,

die Meteorologen haben für den gesamten April Regen, Schnee und
faustdicke Hagelkörner vorhergesagt, also zieht eure Wintermäntel über,
klebt euch falsche Bärte an und kommt ins Metropolis zum Showdown der
Bizarre-Cinema-Saison. Wir werfen wieder einen Blick auf die
Schattenseiten des Lebens und präsentieren für alle nach visueller
Erlösung Suchenden einen bunten Strauß Steinigungen, Kreuzigungen,
Prügeleien und Seuchen.

Besucht Bizarre Cinema! Zur Steinigung könnt ihr schließlich jeden Tag
gehen.

Sonntag, 1.4.: Keine Bizarre-Cinema-Vorführung, denn vom 30.3. bis zum
1.4. hängt das gesamte Team von Bizarre Cinema beim "Monster machen
mobil"-Festival ab. Ray Harryhausen, Roger Corman, Caroline Munro, der
Infra-Superman und viele mehr, wie immer in 35 Millimetern!
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Sonntag, 8.4., 14.30 Uhr: DAS LEBEN DES BRIAN
GB 1979, Terry Jones, 90 Min., mit Graham Chapman, Michael Palin, John
Cleese
Bei der Monty-Python-Truppe bringt sogar lateinische Grammatik Spaß:
Ein Lehrer wie John Cleese, der einen Satz wie "Römer, geht nach
Hause!" messerscharf analysiert und seinem Schüler vor Aufregung das
Herz klopfen lässt, sorgt jedenfalls für unvergessliche Lektionen.
Danach verwechselt niemand mehr Ablativ und Akkusativ, sondern schaut
stets fröhlich und entspannt auf die helle Seite des Lebens. Zur
Kreuzigung? Letzte Tür rechts, jeder nur ein Kreuz...
Text & Einführung: Hans-Arthur Marsiske

Sonntag, 15.4.. Kein BC wegen *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Sonntag, 22.4., 14.30 Uhr: REBELLEN IN LEDERJACKEN
USA 1967, Daniel Haller, 84 Min.
Im Original heißt dieser Film "Devil’s Angels", und schon hat man eine
Ahnung davon, was der Produzent im Schilde führte: Der Erfolg von Roger
Cormans "Wild Angels" (mit Peter Fonda und Nancy Sinatra) aus dem Jahr
zuvor ließ ihm einfach keine Ruhe. Die Handlung dreht sich um eine
Motorradbande, die sich mit einem Provinzsheriff anlegt und rachehalber
eine Kleinstadt in ihre Einzelteile zerlegt. "Their god ist violence…
Lust is the law they live by!" posaunte damals die Werbung. Der
Anführer der Biker-Gang wird übrigens von niemand Geringerem als John
Cassavetes (1929-1989) gespielt, einem der wichtigsten
Independent-Filmer des US-Kinos. Unvergessen sein "Mord an einem
chinesischen Buchmacher" oder "Eine Frau unter Einfluss". Mit Filmen
wie diesem "cheap and sleazy fare", wie der Videohound abfällig
konstatiert, verdiente er sich das nötige Kleingeld, um sein eigenes
Ding zu machen. Ein Schicksal, das er mit dem großen Orson Welles
teilte.
Text & Einführung: Michael Ranze

Sonntag, 29.4., 14.30 Uhr: THE CRAZIES
USA 1973, R: George A. Romero, 103 Min., OV, mit Lane Carroll, Will
MacMillan, Lynn Lowry, Harold Wayne Jones
Nach einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Evans City, Pennsylvania,
verhängt das US-Militär sofort den Ausnahmezustand. Der Grund: An Bord
befand sich der biologische Kampfstoff "Trixie", der Menschen bei
Kontakt den Verstand verlieren und zu aggressiven Bestien mutieren
lässt. Schwer bewaffnet und mit weißen Schutzanzügen und Gasmasken
ausgestattet, treiben Soldaten die Bewohner zusammen – und schießen im
Kampf gegen die Seuche auf alles, was sich bewegt. Eine kleine Gruppe
von Nichtinfizierten versucht dem Wahnsinn zu entkommen. Romeros
gnadenlose Abrechnung mit Vietnamkrieg und Militarismus kann als
Bindeglied zwischen "Night of the Living Dead" und "Dawn of the Dead"
verstanden werden. – "Ein kleines Meisterwerk des Polit- und
Paranoia-Thrillers." (Marcus Stiglegger)
Text & Einführung: Jochen Oppermann

Romanes eunt domus!

Weiter mit dem Kleinen Latinum des Trashkinos geht es dann am selben
Ort zur selben Zeit ab nächsten Oktober,
euer Team von Bizarre Cinema


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 22.09.2012 18:24 
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Am 07.10.2012 um 14:30 läuft "Ein Mann geht über Leichen".

Eventuell geh ich hin, auch wenn, mir nen Vorstellung samstags abends lieber gewesen wäre....

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

"Ein Mann geht über Leichen • DF
L’Assassino di Pietra / The Stone Killer
I/USA 1973, Winner Michael 83 min.
Mit Charles Bronson, Martin Balsam, David Sheiner
Bizarre Cinema ist wieder da! Herzlich willkommen zur Saison 2012/13! Zum Auftakt gibt es ein seltenes Knallbonbon mit Knitterface Charles Bronson. Ein Jahr vor seinem ebenfalls von Michael Winner gedrehten Rachefeldzugsklassiker Ein Mann sieht rot (1974) – und teils von Dirty Harry (1971) inspiriert – sieht man ihn als strafversetzten New Yorker Cop, der in Los Angeles mitten in einen Mafiakrieg gerät. Drahtzieher ist ein sizilianischer Pate, den der wunderbare Martin Balsam spielt – unvergessen als Treppensturz-Opfer Detective Arbogast in Hitchcocks Psycho (1960). Weitere Stichworte zum Film: Autojagden! Schießereien! Vietnam-Veteranen! Wüstenfort! Und das sagen die Kritiker: »Tolerable as far as this genre goes.« (The Motion Picture Guide) »Well made but pretty violent.« (Leonard Maltin) »Perfekt inszenierter, aber effekthascherischer Thriller mit modischen Klischees und zynischer Tonart.« (Katholischer Film-Dienst)
7.10. 14.30 Einführung: Peter Clasen"

Quelle: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

PS: American Monster und Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb laufen auch im Rahmen des Bizarre Cinema.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 10.10.2012 20:52 
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Liebe VHS-, Laserdisc- und DVD-Nerds,

im November gibt euch Bizarre Cinema wieder mal drei gute Gründe, eure hochgerüsteten Home-Entertainment-Höhlen zu verlassen und durchs schöne Hamburger Herbstlicht den Weg ins Metropolis-Kino anzutreten (wir empfehlen den Gang durch Planten und Blomen). Auch wenn die Grabbeltische von Saturn euch das Gegenteil suggerieren wollen: Ein Großteil der Bodensatzes des internationalen Filmschaffens wird nie auf irgendeine Form von Datenträger gepresst werden. Deshalb haben wir wieder unsere Gummihandschuhe übergestreift und drei angemoderte Preziosen dem gemeinschaftlichen Vergessen entrissen.

4.11., 14.30 Uhr: EXZESS – MORD IM SCHWARZEN CADILLAC (OT: Femmine Insaziabili)
I/D 1969, R: Alberto De Martino, Mit Robert Hoffman, Dorothy Malone, Luciana Paluzzi, Frank Wolff, Romina Power, Nicoletta Machiavelli
Erst kurze Zeit in den Vereinigten Staaten tätig, klärt ein deutscher Journalist eine mysteriöse Mord- und Erpressungsgeschichte auf und stößt dabei auf einen Dschungel von Korruption und Fäulnis. Italo-Thriller-Sleaze vom Feinsten: Action, Hippie-Orgien und lauter nackte Tatsachen, sowie ein Super-Score von Bruno Nicolai – der Zuschauer kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.
Text und Einführung: Torsten Cornils

11.11., 14.30 Uhr: DIE TEUFLISCHEN ENGEL
USA 1967, R: Anthony M. Lanza, 84 Min., mit Dennis Hopper
Dennis Hopper übte hier schon einmal fleißig für seine Rolle in „Easy Rider“, der zwei Jahre später in die Kinos kommen sollte. Als Anführer einer Motorradbande prügelt er sich mit einem Rivalen um die Liebesgunst einer schönen Frau. Nicht gerade originell, weil ein Lieblingsthema des Biker Movies und schon oftmals gesehen. Noch schlimmer ist aber das Wehklagen der einschlägigen Lexika. So bemängelte der Filmdienst „böse Klischees und kaum bemängelte Vorurteile und Hassinstinkte“, während Leonard Maltin sich über die lausigen Dialoge lustig machte: „Hey, like, ya know, I wanna dance with you, baby.“ So kriegte man damals noch die Mädels rum. Maltins Fazit: „Hilariously bad“, und darin erkennen alle Freunde des Bizarre Cinema eine unzweideutige Handlungsempfehlung: unbedingt anschauen.
Text und Einführung: Michael Ranze

18.11. Kein BC wegen Cinefest (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

25.11., 14.30 Uhr: DIE NACKTE UND DER SATAN
Dtl. 1959, R: Victor Trivas, 96 Min., mit Michel Simon, Horst Frank
Wer sagt denn, dass in Deutschland keine Horrorfilme gemacht wurden. Mit ein bisschen gutem Willen lässt sich dieser teutonische Nachkriegsgrusel als Variation von Curt Siodmaks „Donovans Hirn“ lesen, geht es hier doch um ein Serum, das erst einen toten Hund, dann einen herzkranken Professor – immerhin dargestellt von Michel Simon – am Leben hält. Dessen abgetrennter Kopf bittet darum, sterben zu dürfen. Doch sein verrückter Helfershelfer – Horst Frank spielt ihn – ist noch nicht zufrieden: Er verpflanzt den Kopf einer verkrüppelten Krankenschwester auf den rattenscharfen Body einer Stripperin – das ideale Liebesobjekt. Victor Trivas, ein russischer Emigrant, arbeitete schon in den zwanziger Jahre mit Georg Wilhelm Pabst zusammen und ist am besten bekannt für seinen pazifistischen Film „Niemandsland“ (1931). Leider ist er als Autor auch für Buster Keatons wohl schlechtesten Film verantwortlich: „El Moderno Barba Azul“, 1946 in Mexiko entstanden.
Mit Einführung (wird noch bekannt gegeben


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 03.11.2012 11:25 
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Liebe Schmalhänse und Magermilchschlürfer,

im Dezember wird endlich wieder gekotzt statt gekleckert. Bizarre Cinema hat den Gürtel weitergeschnallt und einen bunten Teller angerichtet, von dem ihr noch im Januar aufstoßen werdet. Neben den Sonntagnachmittagen, an die wir euch diesmal vier fette Pralinen des Underground-Kinos präsentieren, haben wir als Sahnehäubchen zwei Specials zu zwei Regisseuren auf die Beine gestellt, deren Schaffen ganz im Zeichen des totalen Exzesses steht: Zbynek Brynch (12. -18.12. im Metropolis) und Michael Reeves (22.12 im B-Movie, zu beiden später mehr). "Auch Maßhalten muss im Rahmen bleiben" (R.J. Schlagseite)

2.12., 14.30 Uhr: FIGHT FOR YOUR LIFE
USA 1977; R: Robert Endelson, 82 Min., OF
Mit William Sanderson, Robert Judd, Catherine Peppers
Dieser Film beendete die kurze Karriere von Regisseur Endelson! Eine Bande von rassistischen Verbrechern nimmt die Familie eines afroamerikanischen Priesters als Geiseln. Zwar ein Blaxploitation-Ripoff zeitgenössischer Rape/Revenge-Thriller, liefert dieser berüchtigte Schocker jedoch bis heute Material für hitzige Diskussionen. Politisch unkorrekter hat sich kein anderer Genrebeitrag je an die Öffentlichkeit gewagt. William Sandersons unglaubliche Performance ist intensiv bis an die Schmerzgrenze. Klassisches Grindhouse Kino at its best: anstößig, wüst und brachial.
Text & Einführung: Jan Minck

9.12., 14.30 Uhr: HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS (La Ragazza del Vagone Letto)
I 1979, R: Ferdinando Baldi, 82 min., DF
Mit Silvia Dionisio, Werner Pochath, Zora Kerova, Fausto Lombardi, Carlo De Mejo
Eine illustre Reisegesellschaft wird im Nachtexpress von drei Rich Kids, allen voran Werner Pochath, terrorisiert. Im Laufe der Reise verlieren alle Beteiligten ihre Hemmungen und so mancher seine Kleidung. So steuert der Nachtzug unaufhaltsam auf einen Abgrund menschlicher Existenz zu. Dieser Film gehört neben Aldo Lados "Night Train Murders" zu den absoluten Sleaze-Meisterwerken aus Italien – dieser Zug ist echt abgefahren!!!
Text & Einführung: Torsten Cornils

16.12., 14.30 Uhr: DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE
I/D 1970. R: Dario Argento. 94 min, 35mm, DF.
Mit Tony Musante, Suzy Kendall, Mario Adorf
Der amerikanische Schriftsteller Sam Dalmas wird in Rom Zeuge eines Mordanschlags an einer Galeristin. Die Polizei ordnet den Mordversuch einem Serientäter zu, dem bereits schon mehrere Frauen zum Opfer gefallen sind. Nachdem Sam zunächst selbst in Verdacht gerät, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Freundin in höchste Gefahr. Dario Argentos beeindruckendes Regiedebüt überzeugt durch eine visuell raffinierte Inszenierung, bietet pure Spannung und wartet mit einem enervierenden Soundtrack von Ennio Morricone auf. It's Giallo Time!
Text und Einführung: Mike Schimana

23.12., 14.30 Uhr: LIQUID SKY
USA 1982, R: Slava Tsukerman, 112 min.
Mit Anne Carlisle, Paula Sheppard, Otto von Wernherr
Die fliegende Untertasse, die auf dem Dach eines Hauses in New York landet, ist tatsächlich nur ungefähr so groß wie eine Untertasse. Eine Drogendealerin und ihre nymphomanische Freundin versorgen die Aliens mit ihrer Leibspeise: den beim Orgasmus im menschlichen Hirn freigesetzten Endorphinen. Ein Liebhaber nach dem anderen löst sich auf dem Höhepunkt der Lust plötzlich in nichts auf. Johann Hoffman, Wissenschaftler aus Deutschland, ist den Außerirdischen auf der Spur, doch die seltsamsten Wesen in dem bislang einzigen Spielfilm des 1940 in der Sowjetunion geborenen Tsukerman sind letztlich die New Yorker selbst.
Text & Einführung: Kim Susan Rhasārtreh


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 03.11.2012 11:31 
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Kool, zum HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS werde ich kommen. Mal gucken, ob ich dann auch im Nachtexpress den Heimweg antreten muss! :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 03.11.2012 11:42 
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Bonpensiero hat geschrieben:
Kool, zum HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS werde ich kommen. Mal gucken, ob ich dann auch im Nachtexpress den Heimweg antreten muss! :lol:


Ich fasse im Dezember eher die schwarzen Handschuhe ins Auge, die hab ich im Kino noch nicht gesehen.


Und morgen erstmal den Exzess-Mord im schwarzen Cadillac. Da bin ich in der Bahn jedenfalls sicher. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 25.11.2012 21:23 
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Bonpensiero hat geschrieben:
Kool, zum HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS werde ich kommen. Mal gucken, ob ich dann auch im Nachtexpress den Heimweg antreten muss! :lol:


Horror-Sex wird durch "7 Jungfrauen für den Teufel" ersetzt,

und dann gibts vor dem W-Fest noch ein Special zu Zbynek Brynych :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 06.12.2012 23:30 
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Liebe Mitglieder der deutschen Abteilung des Internationalen Duran Duran Fanclubs,

ja, auch wir von Bizarre Cinema sind in den frühen 80ern mit Fotos von Simon Le Bon und Paul Young zum Friseur gegangen und haben gesagt: So will ich aussehen. Auch wir haben vor dem Spiegel zu den Thompson Twins und Kajagoogoo getanzt und hatten Starschnitte von Molly Ringwald und Michael J. Fox an der Wand. Und auch wir haben mit verschwitzten Händen verbotene VHS-Tapes in willige Recorder-Öffnungen geschoben und haben die Trailershow für einen Vorschein des Paradieses gehalten. Bizarre Cinema beginnt das Jahr 2013 mit einer Reise in das Jahr 1981 – und in eine noch fernere Vergangenheit, die von der Zukunft träumt.

6.1.2013, 14.30 UHR: TOT UND BEGRABEN
USA 1981, R: Gary Sherman, 92 Min., DF, mit James Farentino, Melody Anderson, Jack Albertson
Der Titel lässt es schon ahnen: Wer als Tourist in das beschauliche neuenglische Kaff Potter’s Bluff kommt, weilt nicht lange unter den Lebenden – und sucht die nebelverhangenen Straßen und maroden Häuser des Städtchens alsbald als Untoter wieder heim. Der Sheriff und der exzentrische Bestattungsunternehmer des Ortes haben bald alle Hände voll zu tun. Gary Shermans zweiter Spielfilm nach „Tunnel der lebenden Leichen“ bietet alles, was die frühen 80er für Horrorfans unwiderstehlich macht: erzählerische Ökonomie, eine morbide Grusel-Atmosphäre, irre Drehbucheinfälle (Koautor Dan O’Bannon war u.a. für „Dark Star“, „Alien“ und „Return of the Living Dead“ verantwortlich) und knallharte Splatter-Effekte von Stan Winston („The Thing“, „Terminator“, „Jurassic Park“).
Text und Einführung: Volker Hummel

13.1.2013, 14.30 Uhr: DAS TIER
USA 1981, R: Joe Dante, mit Dee Wallace (Karen White), Patrick Macnee (Dr. George Waggner), Belinda Balaski (Terry Fisher), Dennis Dugan (Chris), Christopher Stone (Bill Neill), Kevin McCarthy (Fred Francis), Slim Pickens (Sam Newfield), John Carradine (Erle Kenton), Kenneth Toby (alter Polizist), Dick Miller (Walter Paisley)
Nach einem Blind Date mit einem Serienkiller im Pornokino ist TV-Reporterin Karen White (Dee Wallace, „E.T.“, „Cujo“, „Critters“) reif für eine Therapie im Sanatorium von Dr. George Waggner („Mit Schirm, Charme und Melone“-Star Patrick Macnee alias John Steed). Es liegt in einem idyllischen Wald und beherbergt reizende andere Patienten, nur das Heulen nächtlicher Kreaturen lässt Karen die Haare zu Berge stehen … Kein böser Fluch wie in anderen Werwolf-Filmen, sondern der Weckruf sexueller Potenz! Im selben Jahr entstanden wie John Landis’ „An American Werewolf in London“, halten viele Kenner Joe „Piranhas“ Dantes Film für den besseren. Das vom zweifach Oscar-nominierten John Sayles („Lone Star“) polierte Drehbuch amüsiert mit Ironie und Witz, viele Rollennamen zitieren Regisseure des Horrorgenres, legendäre Altstars wie Kevin McCarthy („Invasion der Körperfresser“) oder John Carradine („House of Dracula“) spielen kleine Rollen, Fans und Promis wie Sci-Fi-Sammler Forrest Ackerman oder Trashpapst Roger Corman haben Cameo-Auftritte. Vor allem aber faszinieren die Verwandlungstricks von Make-up-Experte Rob Bottin („The Thing“, „RoboCop“) – die wohl besten, gruseligsten und haarigsten, die je in der analogen Ära für einen Werwolf-Film entstanden.
Text und Einführung: Peter Clasen

20.1.2013, 14.30 Uhr: ERINNERUNGEN AN DIE ZUKUNFT
BRD 1970, Harald Reinl, 94 Min., Musik: Peter Thomas
Nach dem Bestseller des Prä-Astronautik-Experten Erich von Däniken kam dieser Film in die Kinos. Ein fragwürdiger Archäologie-Mondo, der die Thesen um den einstigen Besuch von Außerirdischen anhand rätselhafter Relikte früher Kulturen untermauert. Mit Popmusik, dem Pathos des Off-Sprechers und Bildern aus aller Welt werden manipulativ-faszinierende Erscheinungen als wissenschaftliche Beweise angeführt. Als noch keine TV-Magazine die kargen Bedürfnisse des kunstlosen Publikums bedienten, bot das Kino den feierlichen Ort dafür, und schillernde Sensationsreporte wie dieser waren für den Oscar nominiert.
Text und Einführung: Thorsten Wagner

27.1.2013, 14.30 Uhr: PIECES
Spanien 1981, Regie: Juan Piquer Simon, 89 Min., OF, mit Christpopher George, Frank Braña, Linda Day
Der Drehbuchautor Joe D’Amato und das Produzententeam Dick Randall und Steve Minasian („Last House on the Left“, „Freitag der 13.“) geben die Marschrichtung vor für dieses spanische 80-Jahre-Splatter-Vehikel, dessen Trash-Faktor selbst eingefleischte Bizarre-Cinema-Fans in Fassungslosigkeit versetzen sollte. Man warb damals in den USA mit dem schönen Spruch: „You don’t have to go to Texas for a Chainsaw Massacre“ – in Spanien verlieh man den Film unter dem Titel „Mil gritos tiene la noche“ („Tausend Schreie hat die Nacht“). Ein Killer mit Kettansäge zerlegt weibliche Jugendliche an der Universität von Boston zu handlichen Tapas. Begründung: schwierige Kindheit. Mama hatte ihm als Kind das Puzzlespiel mit dem Motiv einer halbnackten Senorita weggenommen. Der Film genießt bis heute unter spanischen Splatter-Nerds unerreichten Kultstatus und kam in der BRD nie zur Erstaufführung. De puta madre!
Text und Einführung: Jan Fangmeier und der spanische Regisseur und Musiker Dani Moreno, dessen Filme am Freitag, 25.1., im Komet und am Samstag, 26.1., im B-Movie zu sehen sind


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 07.12.2012 01:11 
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"Danach kam ja nur noch der subventionierte Staatsfilm."
(Herbert Fux. Er meinte die Zeit ab Mitte der 70er.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 07.12.2012 11:45 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Liebe Mitglieder der deutschen Abteilung des Internationalen Duran Duran Fanclubs,

ja, auch wir von Bizarre Cinema sind in den frühen 80ern mit Fotos von Simon Le Bon und Paul Young zum Friseur gegangen und haben gesagt: So will ich aussehen. Auch wir haben vor dem Spiegel zu den Thompson Twins und Kajagoogoo getanzt und hatten Starschnitte von Molly Ringwald und Michael J. Fox an der Wand. Und auch wir haben mit verschwitzten Händen verbotene VHS-Tapes in willige Recorder-Öffnungen geschoben und haben die Trailershow für einen Vorschein des Paradieses gehalten. Bizarre Cinema beginnt das Jahr 2013 mit einer Reise in das Jahr 1981 – und in eine noch fernere Vergangenheit, die von der Zukunft träumt.


:mrgreen: :mrgreen:

Alles Lüge!

So war es tatsächlich:

Zitat:
Und auch wir haben mit verschwitzten Händen verbotene VHS-Tapes in willige Recorder-Öffnungen geschoben und haben die Trailershow für einen Vorschein des Paradieses gehalten.


... aber das waren wir, die Rocker und Metalköppe. Popper haben lieber ... ähh... ja, was denn?

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 07.02.2013 22:48 
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Bizarre Cinema im Februar scheint eher unergiebig

Liebe Komplettisten und Universalgelehrten des abseitigen Films,

auch im Jahr 2013 geht Bizarre Cinema mit voller Kraft der selbst gestellten Mammutaufgabe nach, eine umfassende Enzyklopädie des Trashkinos zu erstellen. In 10, 50, vielleicht auch erst 100 Jahren, so unser von Generation zu Generation weitergereichter Traum, werden alle Filme gezeigt, alle wichtigen Personen vorgestellt und alle Verbindungslinien verfolgt sein – und wir können wieder von vorn beginnen. Diesen Monat verleiben wir mit Georges Lautner, Michel Deville, Kathryn Bigelow und Karel Zeman vier weitere Regisseure dem BC-Kosmos ein, verneigen uns vor dem Komponisten Martin Böttcher und der Giallo-Diva Mimsy Farmer und erweitern die schon umfangreiche Historie des Animations- und Trickfilms um ein weiteres faszinierendes Kapitel.

3.2., 14.30 Uhr: ZÄRTLICHE HAIE
BRD/FR 1966, R: Michel Deville, 89 Min., DF, mit Anna Karina, Mario Adorf, Klaus Dahlen
Agentenkomödien waren besonders in den 60er Jahren beliebt. Dieser Film vereint den französischen Starregisseur Deville ("Das wilde Schaf") und den deutschen Starkomponisten Martin Böttcher. Was hat Letzterer zwischen May- und Wallace-Filmen noch für Töne zu bieten? Kann Mario Adorf auf hoher See zu großer Form auflaufen? Das und mehr kann in diesem eher unbekannten Film entdeckt werden.
Text und Einführung: Lillian Robinson

10.2., 14.30 Uhr: DIE STRASSE NACH SALINA
FR/I 1970, R: Georges Lautner, 96 min., DF, mit Mimsy Farmer, Robert Walker Jr., Rita Hayworth, Ed Begley
In sengender Hitze wandert der junge Tramp Jonas auf der endlos scheinenden Straße nach Salina in Mexiko. In einer kleinen Raststätte dann die Überraschung: Die Wirtin Maria und deren Tochter Billie halten ihn für den verschollenen Sohn und Bruder Rocky. Jonas lässt sich auf das Spiel ein, bis er begreift, dass Billie und ihr Bruder ein inzestuöses Verhältnis hatten ... Ein beeindruckendes Drama um vertauschte Identität, Inzest und Brudermord mit Mimsy Farmer ("Vier Fliegen auf grauem Samt" von Dario Argento) und einem fantastischen Psychedelic-Folk-Soundtrack.
Text und Einführung: Torsten Cornils

17.2., 14.30 Uhr: DIE ERFINDUNG DES VERDERBENS
CS 1958; R: Karel Zeman, 76 Min., SW, 16mm, DF, mit Lubor Tokos, Arnost Navratil, Jana Zatloukalova
Ein Wissenschaftler und ein Ingenieur werden von einem größenwahnsinnigen Verbrecher entführt und gezwungen, eine Bombe zu konstruieren, mit der er die Welt beherrschen kann. Zu Wasser, zu Lande und in der Luft müssen viele haarsträubende Abenteuer bestanden werden, um dem Schurken das Handwerk zu legen. Zemans Klassiker überwältigt mit visuellen Einfällen und verbindet Animation, Lithografie und Live-Action zu einem bis heute einmaligen Erlebnis. Jugendfrei, aber bizarrer geht es kaum!
Text und Einführung: Jan Minck

24.2, 14.30 Uhr: NEAR DARK – DIE NACHT HAT IHREN PREIS
USA 1987, R: Kathryn Bigelow, 95 Min., DF, mit Adrian Pasdar, Jenny Wright, Lance Henriksen
Eigentlich wollten Kathryn Bigelow und ihr Co-Autor Eric Red einen Western drehen, blitzten damit aber bei potenziellen Geldgebern ab, die lieber in populärere Genres investieren wollten. Also kombinierten Bigelow und Red das Wildwest-Motiv mit dem Vampirgenre, das aus ihrer Sicht ebenfalls eine Erneuerung nötig hatte. Das Ergebnis verstörte Kritiker und Publikum gleichermaßen, die den Film an der Kinokasse zunächst durchfallen ließen. Erst mit der Zeit wurde klarer, dass Verstörung gerade bei einem Vampirfilm durchaus ein Qualitätsmerkmal sein kann. Inzwischen ist Bigelow als erste Frau mit dem Regie-Oscar ausgezeichnet worden (für "Tödliches Kommando") und ihr Frühwerk ist gereift wie ein guter Rotwein, mit sattem Aroma von Hämoglobin, das noch lange nachschmeckt.
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske




aber der März...

Liebe Masochisten und Selbstverstümmler,

"erbärmlich gespielt", "Actiongülle", "politisch nicht sehr korrekt", "Wir raten ab!" – was Verfechtern der guten Sitten als Warnung dient, sorgt bei unsereinen für erhöhten Speichelfluss. Im März, wenn Anhänger anderer Glaubensrichtungen Schmalhans zum Küchenmeister machen, hauen wir uns so richtig den Bauch voll mit fünf filmischen Entgleisungen, die es garantiert nie auf die "Sight & Sound"-Liste der besten Filme aller Zeiten schaffen werden. Ihr wisst schon: "Vertigo", "Citizen Kane" und all die anderen reitenden Leichen, die im Kanon des guten Geschmacks seit Jahren vor sich hin gammeln …

3.3., 14.30 Uhr: DUNKLE WINKEL AUF DEM KIEZ
BRD 1970, Regie: Alfred Weidenmann, Buch: Herbert Reinecker, Musik: Peter Thomas, mit: Jean-Claude Pascal, Janie Murray, Joseph Offenbach, Werner Peters, Charles Regnier, Alfred Schieske, Gernot Endemann , René Durand, Christa Siems
Endlich wieder ein St.-Pauli-Film, und was für einer: Es spielen u.a. der französische Sänger Jean-Claude Pascal (er gewann 1961 den Grand Prix), der legendäre, am 17. Januar 2013 verstorbene Rotlicht-Impresario René Durand (sein sagenhaftes Livesexlokal Salambo scheint einer der Drehorte zu sein), dazu Kino-, TV- und Bühnengrößen wie Joseph Offenbach („Die Unverbesserlichen“), Werner Peters („Der Untertan“), Charles Regnier oder Ohnsorg-Star Christa Siems. Im Dokudrama-Stil erzählen Regisseur Alfred Weidenmann („Buddenbrooks“) und Autor Herbert Reinecker („Der Kommissar“, „Derrick“) von Schicksalen auf dem Hamburger Kiez, die sich alle innerhalb von 24 Stunden zutragen – von Huren, Stripperinnen, Zuhältern, Polizisten, Ganoven, Zechern, Studienräten, Gymnasiasten. Dazu schrieb Komponist Peter Thomas („Raumpatrouille“) genial-grenzwertige Tracks wie „Haschkeller“ oder „Lesbische Nummer“. Natürlich verurteilte die katholische Kirche „dieses schmuddelige Stück Hintertreppe“ mit seiner „falschen Volkstümlichkeit“ (film-dienst) und gab die schon klassische Empfehlung: „Wir raten ab.“ Bizarre Cinema freut sich, den „Episodensalat“ (f-d) eines zweiten Blickes zu würdigen.
Text und Einführung: Peter Clasen

10.3., 14.30 Uhr: DIE RÜCKKEHR DER REITENDEN LEICHEN
E/D 1973, Regie: Amando de Ossorio, 83 min., 35 mm, DF, mit Tony Kendall, Fernando Sancho
In einem Dorf wird das 500-jährige Jubiläum des Sieges über die Tempelritter gefeiert, die einst von den Bauern in Lynchjustiz geblendet und verbrannt wurden. Doch just in dieser Nacht erheben sich die blinden Untoten, besetzen das Dorf und veranstalten ein Gemetzel unter den Nachkommen derer, die sie einst richteten. Einige Bewohner können sich in die Kirche retten, doch eine Flucht scheint aussichtslos. De Ossorios Zyklus um die verwesten Tempelritter ist das bis heute bekannteste spanische Horrorfilm-Produkt und zählte bis in die achtziger Jahre zum festen Repertoire aller Programmkinos. Der zweite Film der Reihe rückt ohne Umschweife das grausige Treiben der Untoten in den Mittelpunkt und begeistert trotz eines minimalen Budgets mit seiner klaustrophobischen Atmosphäre.
Text und Einführung: Mike Schimana

17.3., 14.30 Uhr: WILD RIDERS
USA 1971, 91 Min., 35 mm, OF, Regie: Richard Kanter, mit Alex Rocco, Elizabeth Knowles, Sherry Bain
Nicht sehr nett, was hier passiert: Zwei durchgeknallte und höchst unmoralische Biker, von denen einer sogar Müll frisst, belästigen, schlagen und vergewaltigen zwei schicke Ladys aus der High Society und machen es sich in der Villa gemütlich – bis der Hausherr von der Arbeit kommt. Sex und Gewalt – das sind hier die Zauberworte dieses grimmigen Bikerfilms. Politisch nicht sehr korrekt und dann auch noch erbärmlich gespielt. Immerhin: Das Ende, in dem einer der Ehemänner ernstlich böse wird und zu einer ungewöhnlichen Waffe greift, hat man so noch nicht gesehen.
Text und Einführung: Michael Ranze

deliria-italiano.de präsentiert:
24.3., 14.30 UHR: PACO – KAMPFMASCHINE DES TODES
Italien 1986, R: Sergio Martino, 90 Min., DF, mit Daniel Greene, Janet Agren, Claudio Cassinelli, George Eastman, John Saxon
1986, als der italienische Unterhaltungsfilm seine besten Zeiten bereits hinter sich hatte, wollte es Regisseur Sergio Martino mit „Paco“ noch einmal wissen – ein bisschen Endzeit, ein bisschen Science Fiction, ganz viel Actiongülle, 80er-Ästhetik und eine bemerkenswerte Darstellerriege, das ist „Vendetta dal futuro“. Als Hauptdarsteller für diesen damals geschäftstüchtig-zeitgemäßen Cyborg-Action-Exploiter konnte man Daniel Greene gewinnen, der den zu 70% aus Ionen bestehenden Paco Queruak mimt – eine künstlich erschaffene Kampfmaschine, die in einer nahen Zukunft im Auftrag viel zu mächtiger Industrieller einen ihnen gefährlich werdenden, oppositionellen Politiker eliminieren soll. Doch unser Paco ist eben zu 30% auch noch menschlich, und da er grundsätzlich kein schlechter Kerl ist, sucht er das Weite – logisch, dass von nun an seine „Auftraggeber“ hinter ihm her sind. Ein quietschvergnügtes Potpourri aus vielem, was seinerzeit im Actiongenre so angesagt war. Kratzt stark an der Trashgrenze und überschreitet sie recht häufig auch behände und ohne viele Skrupel, inklusive weiblichem Cyborg-Killerkommando mit Schlampenminirock, überdimensionaler Laserkanone, Explosionen, Stunts, Gewalt, Spezialeffekten, psychopathischem George Eastman und herzausreißender Romanze.
Text und Einführung: deliria-italiano.de

31.3., 14.30 Uhr: RABBITS
USA 1972, Regie: William F. Claxton, 86 min., 16mm, DF, mit Stuart Whitman, Janet Leigh, Rory Calhoun, DeForest Kelley
Invasion der Karnickel! Was bisher nur für Farmer bedrohlich klang, jagt plötzlich allen Angst ein. Weil die Tochter eines Wissenschaftlerpaares es nicht ertragen kann, dass ihr Lieblingsbunny zu Schaden kommt, nehmen die Dinge ihren Lauf. Sperrt die Kühe weg, die Kaninchen kommen!
Text und Einführung: Lillian Robinson


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 31.05.2013 18:51 
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B-Movie Programm im Juni:

EL SEXO ESTÁ LOCO

Am 2. April 2013 starb der umtriebige Tausendsassa Jesús "Jess" Franco
Manera. Er hinterlässt ein pralles Werk von ungefähr 200 Filmen, die
dem Namen unseres Kinos allesamt Ehre machen. Exploitation-Kino voller
Lebensfreude, Blutvergießen und heißen Jazz-Rhythmen. Ganz ohne
Bodenhaftung aber mit viel Genuss machen wir uns auf den sommerlichen
Streifzug durch Jess Francos lustvolle Genre-Interpretationen.
Garantiert unvollständig und mit heißer Nadel gestrickt!

***

Das Programm:

Vampyros Lesbos
Samstag, 01. Juni, 20:00 Uhr
Samstag, 15. Juni, 20:00 Uhr
Sonntag, 16. Juni, 21:00 Uhr

Q-Movie Bar präsentiert: Both
Samstag, 01. Juni, 22:00 Uhr

Necronomicon / Succubus
Sonntag, 02. Juni, 19:00 Uhr
Samstag, 15. Juni, 22:00 Uhr

Greta - Haus ohne Männer / Ilsa - The Wicked Warden
Sonntag, 02. Juni, 21:00 Uhr
Donnerstag, 13. Juni, 20:00 Uhr

Netzwerktreffen internationaler Off-Off-Kinos - Kino Climates
Donnerstag, 06. Juni, 19:00 Uhr

Der Hexentöter von Blackmoor
Donnerstag, 13. Juni, 22:00 Uhr
Sonntag, 16. Juni, 19:00 Uhr

Sie tötete in Ekstase
Donnerstag, 20. Juni, 20:00 Uhr
Samstag, 22. Juni, 20:00 Uhr

Frauengefängnis
Donnerstag, 20. Juni, 22:00 Uhr
Samstag, 29. Juni, 20:00 Uhr

Das Geheimnis des Dr. Z
Samstag, 22. Juni, 19:00 Uhr
Donnerstag, 27. Juni, 20:00 Uhr

Rote Lippen - Sadisterotica
Sonntag, 23. Juni, 19:00 Uhr
Sonntag, 30. Juni, 21:00 Uhr

Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu
Sonntag, 23. Juni, 21:00 Uhr
Donnerstag, 27. Juni, 22:00 Uhr

Venus in Furs
Samstag, 29. Juni, 22:00 Uhr
Sonntag, 30. Juni, 19:00 Uhr

***

Die Filme im Einzelnen:

Vampyros Lesbos

BRD/ES, 1971, 89 min, Digital; DF

Regie: Jess Franco

Jess Francos Muse Soledad Miranda spielt die blutrünstige Gräfin
Carody in dieser freizügigen Adaption des Dracula-Stoffes. Sommersonne
statt Karpaten, nackte Haut statt viktorianischer Strenge. Auch der
psychedelische Soundtrack von Manfred Hübler und Sigi Schwab machte
Vampyros Lesbos zum bekanntesten Film Francos.

Samstag, 01. Juni, 20:00 Uhr
Samstag, 15. Juni, 20:00 Uhr
Sonntag, 16. Juni, 21:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#14


***

Q-Movie Bar präsentiert: Both

USA/Peru, 2005, 86 min, OF

Regie: Lisset Barcellos

Intersexualität wird selten zum Thema eines Spielfilms gemacht. Rebeca
Duarte, in Lima geboren, lebt in San Francisco und arbeitet als
Stuntwoman für Actionfilme. Beruflich hat sie Erfolg, privat findet
sie jedoch nicht zu sich selbst. Sie sucht Sex mit Frauen, Männern,
sich selbst - findet jedoch nirgendwo Befriedigung. Eines Tages erhält
sie per Post ein Fotoalbum ihrer Tante aus Peru. Darin findet sie
Kinderfotos ihres Bruders, der mit drei Jahren gestorben sein soll.
Rebeca ist auf den Fotos nicht zu sehen. Irritiert versucht sie die
Geschichte ihres Bruders zu erforschen - bis sie die erschreckende
Wahrheit ihrer eigenen Identität realisiert.
Die Filmemacherin, selber intersexuell, bringt die Geschichte mit sehr
viel Wut auf die Leinwand. Eindrucksvoll!

anschließend Bar mit leckeren Cocktails

q-movie-bar.de

Samstag, 01. Juni, 22:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#15


***

Necronomicon / Succubus

BRD/ES, 1967, 84 min, Digital; EF

Regie: Jess Franco

Lorna arbeitet als Stripperin in einem Nachtclub, wo sie delikate
sadomasochistische Darbietungen zum Besten gibt. Zunehmend wird sie
von Halluzinationen geplagt bis sie nicht mehr zwischen Schein und
Sein unterscheiden kann. Verträumt und sinnlich!

Sonntag, 02. Juni, 19:00 Uhr
Samstag, 15. Juni, 22:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... mm=06/13#7


***

Greta - Haus ohne Männer / Ilsa - The Wicked Warden

BRD/CH/USA, 1977, 86 min, 16mm

Regie: Jess Franco

Dyanne Thorne spielt Greta, die sadistische Leiterin einer
Frauenbesserungsanstalt. Weil sie aber vor allem als Ilsa ("Ilsa,
She-Wolf of the SS") bekannt war, wurde der Film auch als Ilsa-Folge
vermarktet.

Sonntag, 02. Juni, 21:00 Uhr
Donnerstag, 13. Juni, 20:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... mm=06/13#8


***

Netzwerktreffen internationaler Off-Off-Kinos - Kino Climates
Eröffnung & Filmprogramm


vom 06.- 08. Juni 2013
Im Rahmen des Internationalen Kurzfilmfestivals Hamburg
Kino Climates, das europäische Netzwerk unabhängiger und
nichtkommerzieller Kinos, Filmclubs und Filmveranstalter pflegt die
Leidenschaft für das bewegte Bild und begreift es als eigenständige
Kunstform. Die Mitgliedskinos und Filmclubs fokussieren ihre Arbeit
darauf, außergewöhnliche Werke zu präsentieren und eine unabhängige
Filmkultur zu bewahren.
Alle Festivalgäste, Filmemacher und Hamburger sind herzlich
eingeladen, Kino Climates am Eröffnungsabend kennenzulernen und
gemeinsam am Samstagnachmittag darüber zu diskutieren, wo heutzutage
Kino verortet ist.

Eröffnung & Filmprogramm

Das B-Movie heißt alle anwesenden Kino Climates Mitglieder und
Interessierte herzlich willkommen. Was steckt genau hinter Kino
Climates? Welches Kino aus welchem Fleck Europas ist eigentlich da und
wie genau sieht die Arbeit vor Ort aus? Dies und noch viel mehr wird
sich bei einem buntem Filmprogramm und Stärkung am Grill aufklären.

www.kino-climates.org

Donnerstag, 06. Juni, 19:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#18


***

Der Hexentöter von Blackmoor

ES, 1970, 82 min, 35mm, DF

Regie: Jess Franco

Inquisitions-Reißer mit Christopher Lee als grausamen Richter
Jeffries. Von den ganzen Sex-Folterungen mag Lee nichts gewusst haben,
dafür nahm Jess Franco die historischen Fakten nicht so genau.

Donnerstag, 13. Juni, 22:00 Uhr
Sonntag, 16. Juni, 19:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... mm=06/13#9


***

Sie tötete in Ekstase

BRD/ES, 1971, 73 min, 35mm, DF


Frau Johnson rächt den Tod ihres embryonenforschenden Mannes. Sie
verführt die Wissenschaftler, die sein Lebenswerk zerstört haben und
tötet sie nacheinander. Francos letzter Film mit Soledad Miranda vor
ihrem tragischen Autounfall. Nebenbei auch Rauch-Fetischisten sehr zu
empfehlen.

Vorfilm: ESTER
Schweden 2005, 3 Min., 35mm, ohne Dialog, R: Pernilla Johansson

Donnerstag, 20. Juni, 20:00 Uhr
Samstag, 22. Juni, 20:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#10


***

Frauengefängnis

CH, 1975, 78 min, 35mm, DF

Regie: Jess Franco

Mitte der Siebziger Jahre rollte die Sexploitaiton-Welle und so waren
die Frauengefängnisse gut gefüllt. Endlich mit der für Francos Leben
so wichtigen Lina Romay als neue Insassin auf einer Gefängnisinsel. Er
selbst gibt den zudringlichen Vater, den sie versehentlich getötet hat.

Vorfilm: Pyongyang Robogirl
Finnland 2002, 4 Min., 35mm, ohne Dialog R: Simojukka Ruippo, Jouni
Hokkanen

Donnerstag, 20. Juni, 22:00 Uhr
Samstag, 29. Juni, 20:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#11


***

Das Geheimnis des Dr. Z

F/ES, 1966, 86 min, 35mm, DF

Regie: Jess Franco

Als Prof. Z, von Beruf verrückter Wissenschaftler, seine neueste
Entdeckung einem neurologischen Kongress vorstellt, erteilt dieser ihm
ein Berufsverbot, worauf er an einem Herzinfarkt stirbt. Seine Tochter
schwört, seine Arbeit fortzusetzen und ihn zu rächen. In der
exotischen Tänzerin Nadia findet sie das perfekte Instrument dafür.

Samstag, 22. Juni, 19:00 Uhr
Donnerstag, 27. Juni, 20:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#12


***

Rote Lippen - Sadisterotica

BRD/ES, 1971, 81 min, Digital; DF

Regie: Jess Franco

Zwei schicke Detektivinnen machen sich auf die Suche nach
verschwundenen Models, die von einer Art Werwolf gekidnappt wurden.
Zwischen Gogo-Tänzen und Kitschdekors verliert sich in der
Trash-Komödie jede Logik.

Vorfilm: Rosarot
D 2009, 1 Min., 35mm, ohne Dialog R: Ines Christine Geißer, Kirsten
Carina Geißer


Sonntag, 23. Juni, 19:00 Uhr
Sonntag, 30. Juni, 21:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#13


***

Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu

BRD/GB/ES, 1968, 82 min, 35mm, DF

Regie: Jess Franco

Jess Francos erster Erfolg war die Fortsetzung der populären Fu Man
Chu-Serie, diesmal mit Christopher Lee und Götz George.
Dr. Fu Man Chu entführt zehn der schönsten Frauen und kontaminiert sie
mit tödlichem Gift, um die Mächtigen der Erde durch den 'Kuss des
Todes' zu eliminieren.

Sonntag, 23. Juni, 21:00 Uhr
Donnerstag, 27. Juni, 22:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#16


***

Venus in Furs

T, 1969, 86 min, 35mm, DF

Regie: Jess Franco

Die surreale Geschichte einer Frau, die auf einer Party missbraucht
und ermordet wird. Sie kehrt von den Toten zurück, um sich an ihren
sadistischen Mördern zu rächen. Einer der Höhepunkte in Francos Werk -
"a masterpiece of supernatural sex".

Vorfilm: Love is All
GB 1999, 3 Min., 35mm, ohne Dialog R: Oliver Harrison

Samstag, 29. Juni, 22:00 Uhr
Sonntag, 30. Juni, 19:00 Uhr

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** ... m=06/13#17


***

Alle Termine im Überblick:

Samstag, 01. Juni
20:00 Uhr: Vampyros Lesbos
22:00 Uhr: Q-Movie Bar präsentiert: Both

Sonntag, 02. Juni
19:00 Uhr: Necronomicon / Succubus
21:00 Uhr: Greta - Haus ohne Männer / Ilsa - The Wicked Warden

Mittwoch, 05. Juni
21:00 Uhr: Hörbar
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Donnerstag, 06. Juni
19:00 Uhr: Netzwerktreffen internationaler Off-Off-Kinos - Kino
Climates, Eröffnung & Filmprogramm

Freitag, 07. Juni
17:30 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg,
Internationaler Wettbewerb 1
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

19:45 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, Sami 2
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

22:00 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, Strange Days
Winterthur
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Samstag, 08. Juni
17:30 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, Masse 2
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

19:45 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, Werbeblöcke 1
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

22:00 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg,
Internationaler Wettbewerb 8
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Sonntag, 09. Juni
17:30 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, No Budget 4
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

19:45 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, No Budget 5
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

22:00 Uhr: 29. Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, Spanischer
Splatter
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Mittwoch, 12. Juni
21:00 Uhr: Hörbar-Konzert, Aus der Reihe "Stark Bewölkt": Antje
Vowinckel, Michael Maierhof, Heiner Metzger, Gregory Büttner
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Donnerstag, 13. Juni
20:00 Uhr: Greta - Haus ohne Männer / Ilsa - The Wicked Warden
22:00 Uhr: Der Hexentöter von Blackmoor

Freitag, 14. Juni
20:00 Uhr: Kinotreff für Gehörlose, Schwerhörige und Hörende

Samstag, 15. Juni
15:00 Uhr: Kinotreff für Gehörlose, Schwerhörige und Hörende - Kino
für Kids
20:00 Uhr: Vampyros Lesbos
22:00 Uhr: Necronomicon / Succubus

Sonntag, 16. Juni
19:00 Uhr: Der Hexentöter von Blackmoor
21:00 Uhr: Vampyros Lesbos

Dienstag, 18. Juni
20:00 Uhr: Kurzfilmstammtisch

Mittwoch, 19. Juni
21:00 Uhr: Hörbar
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Donnerstag, 20. Juni
20:00 Uhr: Sie tötete in Ekstase
22:00 Uhr: Frauengefängnis

Samstag, 22. Juni
19:00 Uhr: Das Geheimnis des Dr. Z
20:00 Uhr: Sie tötete in Ekstase

Sonntag, 23. Juni
19:00 Uhr: Rote Lippen - Sadisterotica
21:00 Uhr: Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu

Mittwoch, 26. Juni
21:00 Uhr: Hörbar
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


Donnerstag, 27. Juni
20:00 Uhr: Das Geheimnis des Dr. Z
22:00 Uhr: Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu

Samstag, 29. Juni
20:00 Uhr: Frauengefängnis
22:00 Uhr: Venus in Furs

Sonntag, 30. Juni
19:00 Uhr: Venus in Furs
21:00 Uhr: Rote Lippen - Sadisterotica


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 11.11.2013 00:48 
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Eigentlich läuft Bizarre Cinema ja bereits seit Oktober wieder, doch erst im Dezember geht's wieder richtig in die Vollen:

Liebe Sternsinger, Domspatzen und Gospelröhren,

lasst uns alle einstimmen:

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt,
erst eins: Nympho Nurses!
dann zwei: Viva Poliziotti!
dann drei: Rächende Nonnen!
dann vier: Narbenfresse!
und dann steht am 20.12. auch noch das Bizarre Cinema XXXmas Special vor der Tür: Oldschool-Horror! Mad Magicians! Slasher-Puppen! (Mehr Infos in Kürze)

1.12.2013, 14.30 Uhr: KRANKENSCHWESTERN-REPORT
BRD 1972 R: Walter Boos, 81 Min., DF, Mit Ingrid Steeger, Elisabeth Volkmann, Dorothea Rau
In den 70ern waren die Report-Filme ein einschlägiges Erfolgsrezept in westdeutschen Kinos. Angefangen mit "Schulmädchen-Report" wurde fortan ein pseudo-dokumentarischer und voyeuristischer Blick in diverse Biotope der BRD geworfen. 1972 wurde das Krankenhaus zum Ort der Beobachtung. Das extreme Frustpotenzial an diesem Arbeitsplatz kann, so der Film, nur durch allerlei sexuelle Betätigung ausgehalten werden. Es folgten bundesweite Proteste der Ärzte- und Schwesternverbände. Dabei gab es über 2000 Anzeigen gegen die Produktion und ein zeitweiliger Aufführungsstop wurde bewirkt. Schön, wie aus pseudorealen Absurditäten reale werden.
Text und Einführung: Thorsten Wagner

8.12.2013, 14.30 Uhr: DIE KLETTE
I 1969, R: Romolo Guerrieri, 103 Min., DF, mit Franco Nero, Florinda Bolkan, Adolfo Celi, Delia Boccardo
Der Polizeibeamte Stefano Belli (Franco Nero) soll dem englischen Fotomodell Sandy die Aufenthaltsgenehmigung entziehen und sie zurück nach London schicken, weil sie, nach Meinung des reichen Anwalts Fontana, seinen Sohn Mino finanziell ausnimmt. Dann geschieht ein Mord! Und welche Rolle spielt die äußerst attraktive Stiefmutter Vera Fontana (Florinda Bolkan)? Um das Gestrüpp der Lügen zu durchdringen und dem Täter auf die Spur zu kommen, muss sich Belli ziemlich unfeiner Methoden bedienen. Immer tiefer zieht es ihn in den Dschungel der italienischen Unterwelt der Via Veneto. Wie eine Klette hängt er sich den Verdächtigen an die Fersen ...
Text und Einführung: Torsten Cornils

15.12.2013, 14.30 Uhr: JUNGE MÄDCHEN ZUR LIEBE GEZWUNGEN
I 1978, R: Franco Prosperi, 86 Min., DF, mit Ray Lovelock, Florinda Bolkan
Drei Bankräuber finden Unterschlupf in einer am Strand gelegenen Villa, in der fünf Schülerinnen eines Klosterinternats mit ihrer Lehrerin die Ferien verbringen. Schon bald eskaliert die Gewalt und die sadistisch veranlagten Männer machen sich über die Mädchen und die Nonne her, die fortan primitive Erniedrigungen und rohe Gewalt über sich ergehen lassen müssen. Nervenaufreibender Rape'n'Revenge-Klassiker aus Italien, der mit einer sich stetig steigernden Gewaltspirale und einer beklemmenden Atmosphäre aufwartet. Dazu mit einem Ray Lovelock in Höchstform und einem tollen Soundtrack von Roberto Pregadio!
Text und Einführung: Mike Schimana

22.12.2013, 14.30 Uhr: ZOFF
D 1971, R: Eberhard Pieper, 86 Min., mit Giulia Follina, Jürgen Prochnow
Ein Film im typisch ungeschminkten 70er-Jahre-Stil, frei von Sentimentaliät und Prüderie, mehr Emotionen als Sensationen, mit einigen der bekanntesten deutschen Schauspielern, darunter Jürgen Prochnow in seiner ersten Kinorolle.
Text und Einführung: Lillian Robinson

Und wenn die fünfte Kerze brennt,
hast du Bizarre Cinema verpennt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 09.12.2013 17:42 
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Liebe Endzeitfanatiker und Geschworene des Jüngsten Gerichts,

lange habt ihr warten müssen. 1984 hingen (noch) keine Big-Brother-Kameras in unseren Wohnungen, der
Millennium Bug entpuppte sich als achtlos zerquetschtes Marienkäferchen, 2010 war nicht das Jahr, in dem
wir Kontakt aufnahmen, und am 12.12.2012 hat sich erwiesen, dass die Maya weder von Mathematik noch von
Astronomie eine Ahnung haben. Am 12. Januar 2014 ist es aber endlich so weit, da kommt die Apokalypse: Bizarre
Cinema goes Digital! Wir zeigen den Film "Soldier" von Bluray, was einige nicht zu stopfende Wurmlöcher
im Raum-Zeit-Kontinuum hervorrufen wird. Also rasiert euch die Haare ab, malt euch eine schwarze Acht auf die
Stirn und lasst euch von uns ins Licht führen. Am 26.1. geht das Ganze dann noch mal von vorn los, aber
dann habt ihr ja schon ein bisschen Übung.

Sonntag, 5.1.2014, 14.30 Uhr: Stiefel, die den Tod bedeuten (UK 1971)
UK 1971, 89 Min., 35mm, DF, Regie: Richard Fleischer, mit: Mia Farrow, Dorothy Alison
„Die Blindheit fordert eine Kunst heraus, die glaubt, sehen zu können“ (Stefan Ripplinger).
Regisseur Richard Fleischer, eine der Geheimwaffen des Bizarre Cinema (Die phantastische Reise, Mandingo,
Conan), schuf mit diesem Proto-Slasher eine der furchterregendsten Antworten des Kinos auf das Problem der
Blindheit. Als blindes Final Girl muss sich Mia Farrow in einem Landhaus eines Killers erwehren, von dem der
Zuschauer fast den ganzen Film hindurch nur die Stiefel zu sehen kriegt. Der auf das Wesentliche reduzierte
Plot und die ausgeklügelte Kameraarbeit machen aus Blind Terror (Originaltitel) einen der effektivsten
Thriller der Siebziger.
Vorfilm: "Maybe Siam" von Christoph Girardet und Matthias Müller (DE 2009, DVD)
Text und Einführung: Volker Hummel

Sonntag, 12.1.2014, 14.30 Uhr: Soldier
USA 1998, Regie: Paul W.S. Anderson, 99 min., OF, Bluray-Screening, mit Kurt Russell, Jason Scott Lee, Connie
Nielsen
Selten ist ein Film so missverstanden worden wie dieser, der in Deutschland unter dem Titel Starforce Soldier
ins Kino kam. Zu den absurdesten Kritiken zählen die, die Kurt Russell vorwerfen, wie wenig er reden
würde. Was aber soll ein Mann groß reden, der bereits als Säugling für eine Karriere als
Kampfmaschine ausgewählt wurde und auf der Militärschule gelernt hat, „Yes, Sir!“ zu
sagen und nichts weiter als „fear and discipline“ zu empfinden? Dieser knallharte, kraftstrotzende
Kämpfer, der Dutzende Menschen getötet hat, ist ein Opfer, ein armes Schwein, vom Militär um
seine Lebenschancen betrogen – für Genrefans wohl zu sehr gebrochen, fürs feinere Feuilleton
zu gewaltvoll und dialogarm. Doch wer sich von der Oberfläche nicht täuschen lässt und sich auf
diesen unbequemen, wortkargen Helden einlässt, erlebt einen grandiosen Kurt Russell, der mit wenig
Worten, aber vollem Körpereinsatz und ohne Scheu vor Schmerzen den Kampf seines Lebens kämpft: um
seine Identität, seine Würde und – ja, doch! – für den Frieden.
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske

Sonntag, 19.1.2014, 14.30 Uhr: S.H.E. – Security Hazards Expert
USA 1979, Regie: Robert Lewis, 90 Min., 35mm, OF, mit Cornelia Sharpe, Robert Lansing, Omar Sharif, Anita
Ekberg
Im deutschen Fernsehen lief dieser Spionagethriller mit dem schönen Titel Ein superharter Engel, und
damit kann natürlich nur die bezaubernde Cornelia Sharpe (Stichwort: hohe Wangenknochen) gemeint sein,
die hier als weiblicher James Bond zwar nicht die Welt, aber immerhin das Erdöl retten muss. Böse
Gangster unter Führung von Robert Lansing drohen nämlich zum Zwecke der Erpressung, mit neuartigen
Mikroben das schwarze Gold zu zerstören. Tolle Locations in Europa, ein wasserdichter Plot und
aufwendiger Produktions-Schnickschnack sorgen für angenehme Unterhaltung. Noch angenehmer wird das
Vergnügen allerdings durch die Sharpe, die im hautengen schwarzen Lederoverall á la Emma Peel den
Kerlen vors Schienbein tritt. Omar Sharif spielt einen Weinbaron – was sonst? Ob „Security Hazards
Expert“ wohl ein Ausbildungsberuf ist?
Text und Einführung: Michael Ranze

Sonntag, 26.1.2014, 14.30 Uhr: Time Slip – Tag der Apokalypse
JP 1979, Regie: Kôsei Saitô, 107 Min., 35mm, DF, mit Sonny Chiba, Jun Etô, Moeko Ezawa
Die Armee-Einheit von Lieutenant Iba (Sonny Chiba) gerät während einer Übung durch ein
„Zeitloch“ ins 16. Jahrhundert – mitten in einen Kampf verfeindeter Samurai-Clans. Einen der
Herrscher will Iba im Kampf mit Hubschrauber und Panzern unterstützen, um den Krieg zu beenden und das
Raum-Zeit-Gefüge so zu erschüttern, das eine Rückkehr in die Gegenwart möglich ist. Neben
Sonny Chiba (Kill Bill) überzeugt in dieser Toho-Großproduktion vor allem die Action: Wenn Ibas
Soldaten gegen Tausende Samurais in den Krieg ziehen, kommt es zur größten Schlacht, die je im
Metropolis-Kino zu sehen war: Schwerter gegen Maschinenpistolen, Speere gegen Handgranaten, Ninjasterne gegen
Kampfhubschrauber – fast 30 Minuten bizarre Dauer-Knallerei! Der Tag der Apokalypse beginnt am 26.
Januar …
Text und Einführung: Jochen Oppermann

Ein schönes letztes Weihnachten und ein rauschendes letztes Neujahr wünscht euch:
Bizarre Cinema


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 10.01.2014 18:30 
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Liebe Social Media Community of Bizarre Cinema,

auch ohne Twitter-Liebeserklärungen, erigierte Facebook-Daumen und Dig-its, Like-its und Fuck-its spüren wir es jeden Sonntag aufs Neue: die große Liebe zum Zelluloid und zu abseitigen Filmen, die uns im Metropolis-Kino zusammenkommen lässt. Dankbar sind wir euch dafür, dass ihr nach unserer Ankündigung, einen Film von Bluray zu zeigen (diesen Sonntag: Pflichttermin!), keinen Shitstorm entfesselt, keine Hate-Mails geschrieben und kein Cybermobbing betrieben habt. Als kleines Dankeschön haben wir für den Februar wieder einige digital unrestaurierbare Zelluloidrollen ausgegraben, die von Spezialisten ihres Fachs vorgestellt werden. Ganz besonders freuen wir uns über die Gastreferentin Carolin Lorenz, die am 16. Februar eine Perle aus ihrem eigenen Archiv präsentiert.

2.2.2014, 14.30 Uhr: DER GNADENLOSE VOLLSTRECKER
Hongkong 1980, Regie: Kuei Chih-hung, 98 Min., 35mm, DF, mit Chen Kuan-tai, Ku Feng, Jason Pai Piao, Cho Tat-wah
Und wieder ein vergessener Klassiker der Shaw-Brothers aus Hongkong! In einer gut erhaltenen Scope-Kopie! Ein stilvoll-düsteres Schwertkampf-Drama mit Samuraifilm- und Italowestern-Einflüssen – Regisseur Kuei Chih-hung ("Das Bambuscamp der gequälten Frauen", "The Boxer’s Omen") drehte auch bei Regen und in tiefschwarzer Nacht. Der Plot: Aus dem Kaiserpalast werden zwei Millionen Unzen Gold gestohlen – Oberst Leng, genannt "Der Blutige", verfolgt die Räuber mit ein paar Getreuen bis in die hintersten Winkel des Landes, doch der Lockruf des Goldes wird für alle – Jäger, Verfolgte, weitere Banden – zum Wiegenlied des Todes. Genre-Urgestein Chen Kuan-tai ("Die fliegende Guillotine"), 2012 von Rap-Star RZA reaktiviert in "The Man With the Iron Fists", spielt die Titelfigur, die im übersetzten Original "Enthaupter von zehntausend Menschen" heißt, auf Englisch "Killer Constable".
Text und Einführung: Peter Clasen

9.2.2014, 14.30 Uhr: MÖRDERSAURIER
USA 1960, Regie: Irvin S. Yeaworth Jr., 85 Min., DF, mit Paul Lukather
An der Nordseeküste ist mit Dinosauriern nicht zu rechnen – sie bevorzugen tropische Inseln. Dennoch sollten die Gefahren von Hafenerweiterungen nicht unterschätzt werden: Das Zusammentreffen von wilden Sauriern und einem freundlichem Neanderthaler ist keinesfalls natürlichen Gegebenheiten zu verdanken.
Text und Einführung: Lillian Robinson

16.2.2014, 14.30 Uhr: DAS SCHIFF DER GEFANGENEN FRAUEN
Frankreich/Italien 1967/1974, Regie: Pierre Chevalier, Gian Paolo Callegari, 81 Min., 35mm, DF, mit Sandra Julien, Silvia Solar, Jack Taylor
Im Jahre 1967 kämpft Super-Agent Sigma 3 um eine geheimnisvolle Strahlenwaffe – und findet sich unversehens in einem grellen Sexploitation-Trasher der 70er Jahre wieder! Man stibitzte einfach die effektivsten Sequenzen eines herrlich naiven Eurospy-Films und ergänzte sie mit billigst heruntergekurbelten Nackedei-Szenen zu einem hanebüchenen Erotik-"Thriller". Statt Strahlenwaffen jagt der Agent nun internationale Mädchenhändler – man geht schließlich mit der Zeit. Trash-Ikone Jess Franco schrieb das Drehbuch zu diesem irrwitzigen Genremix, in dem drittklassige Laiendarsteller mit haarsträubenden Perücken versuchen, den Schauspielern aus dem verhackstückten Bond-Verschnitt wenigstens halbwegs zu ähneln. Dass dabei Logik, Bildsprache und guter Geschmack auf der Strecke bleiben, steigert den Spaß-Faktor für den geneigten Fan natürlich ganz gewaltig. Schmuddelig-schrilles Bizarre Cinema vom Feinsten.
Text und Einführung: Carolin Lorenz

23.2.2014, 14.30 Uhr: DEALER CONNECTION – STRASSE DES HEROINS
I 1977, Regie: Enzo G. Castellari, 93 Min., 35mm, DF, mit Fabio Testi, David Hemmings, Sherry Buchanan
Im internationalen Drogenhandel ist Rom zu einer wichtigen Stadt aufgestiegen. Interpol-Agent Mike Hamilton (David Hemmings) soll die Drahtzieher fassen. Ihm zur Seite steht Fabio (Fabio Testi), der ins Drogenmilieu eingeschleust wird. Um vollwertiges Mitglied zu werden, muss er an einem Überfall auf die Asservatenkammer der Polizei teilnehmen. Fabio wird jedoch enttarnt und von da an unbarmherzig gejagt. Italienisches Action-Hochgeschwindigkeitskino vom Meister des Polizeifilmes Enzo G. Castellari mit einem Prog-Rock-Score von Goblin.
Text und Einführung: Torsten Cornils

Ab 18.2. bis April: Bizarre Cinema Expanded: "Mission: Film the Impossible – Die Filme von Brian De Palma". Mehr Infos in Kürze

Auf bald,
euer Team von Bizarre Cinema


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 04.02.2014 00:11 
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Liebe Zungenbrecher und Sprachakrobaten,

ab heute habt ihr noch genau einen Monat Zeit, dieses Wort einzuüben: Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch. Wer es am 2.3. um 14.30 Uhr im Metropolis Kino schafft, das Wort zehnmal hintereinander korrekt auszusprechen, gewinnt eine Reise in die gleichnamige Gemeinde im Süden der Insel Anglesey im Nordwesten von Wales inklusive Verköstigung mit original schottischem Haggis und abschließender Verbrennung à la "Wicker Man". Oder ihr kommt einfach im Barbarella-Kostüm ins Kino und kriegt ein Bier.

2.3.2014, 14.30 Uhr: BARBARELLA
Franreich/Italien1967, Roger Vadim, 98 Min., DF, mit Jane Fonda, Anita Pallenberg, John Phillip Law
Striptease in der Mikrogravitation, Verzückungsübertragungspillen, eine lesbische Herrscherin, peitschenschwingende Lederkerle und eine legendäre Bondage-Szene – mitten in den knallbunten 1960er-Jahren, als die Hippies sich gerade aufmachten, die Welt mit Blumen und Liebe zu beglücken, versprach dieser Film eine lustvolle Zukunft mit behaglich eingerichteten Raumschiffen und durchgeknallten Querköpfen. Daraus ist bisher nur bedingt etwas geworden. Hat es vielleicht damit zu tun, dass die Widerstandskämpfer unter Kommandant Dildano sich so ein kompliziertes Kennwort ausgedacht haben? "Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch" ist jedenfalls nicht ganz so einprägsam wie der Gruß von Astronavigatrice und terrestrischer Geheimagentin Barbarella: "Sieg der Liebe".
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske

9.3.2014, 14.30 Uhr: NACKT UNTER KANNIBALEN
I 1977. Regie: Joe D'Amato. 91 Min., DF, mit Laura Gemser, Gabriele Tinti
Erneut schickt Exploitation-Filmer Joe D'Amato seine Muse Laura "Black Emanuelle" Gemser für einen Sensationsbericht in die weite Welt: In einer New Yorker Psychiatrie, in der die Reporterin gerade zufällig undercover ermittelt, kommt es zu einem kannibalischen Vorfall, der sie schließlich auf eine Expedition in das Amazonasgebiet führt. In diesem wüsten Mix aus Sleaze und Gore verlieren auf der Suche nach den letzten Kannibalen schon bald alle Expeditionsteilnehmer nicht nur die Gefahr aus den Augen, sondern, beim schwülstigen Liebesspiel untereinander, auch ihre Klamotten... Geschmacklos, aber dafür einmal mehr nach einer absolut wahren Begebenheit!
Text und Einführung: Mike Schimana

16.3.2014, 14.30 Uhr: DIE SICH IN FETZEN SCHIESSEN
I/ES 1967, Tanio Boccia, 87 Min., DF, mit Larry Ward, Rod Dana, Furio Meniconi, María Silva
Nachdem er knapp dem Strick entkommen ist, plant Braddock zusammen mit seiner leichtlebigen Freundin Shelley und seinen beiden Partnern den Überfall auf eine Postkutsche. Die Ausführung des Coups gelingt, aber einer der Komplizen muß verletzt zurückgelassen werden. Den Rest der Bande verschlägt es in eine Geisterstadt, wo sie schon bald weiteren Besuch bekommen. Nun beginnen sich die Banditen gegenseitig abzuschlachten ... "Italowestern mit ausgespieltem Sadismus gegenüber wehrlosen Opfern." (Lexikon des internationalen Films)
Text und Einführung: Torsten Cornils

23.3.2014, 14.30 Uhr: BRUCE LEE GEGEN DIE SUPERMÄNNER
Hongkong 1975 R: Wu Chia-Chun, 84 Min., DF, mit Bruce Li, Lung Fei, Lulu Wen
"Bruce" und "Roter Drache" verteidigen in akrobatischen Gewaltakten, eine biochemische Entdeckung, mit der das Welthungerproblem gelöst werden kann. Die skrupellose Unterwelt, hat dagegen "Superman" engagiert, um die Formel und damit die Weltherrschaft zu erlangen. Wo sich große Namen zum Wettstreit treffen, darf gestaunt werden. 1973 ist Bruce Lee unter todbringenden Umständen zum Mythos avanciert. In den nächsten zehn Jahren entstanden über hundert Plagiate, mit diversen Imitatoren in der Rolle des Originals. Im Zerrspiegel, zwischen Abklatsch und Zuspitzung der Legende, finden sich mitunter sonderbare Formen.
Text und Einführung: Thorsten Wagner

30.3.2014, 14.30 Uhr: THE LOSERS
USA 1970, Jack Starrett, 96 Min., DF, mit William Smith, Bernie Hamilton, Adam Roarke
Wer sagt denn, dass Biker wie so oft schlecht gelaunt und meschugge aus dem Vietnam-Krieg zurück kommen müssen? Hier mischen sie ordentlich mit – und das Jahre, bevor sich Chuck Norris oder Sylvester Stallone vom Sofa bequemten. Fünf Hells Angels zuckeln, angeheuert vom CIA, mit ihren hochgerüsteten und aufgepimpten Yamaha-Choppern durch Kambodscha, um den Berater des Präsidenten aus den Händen der bösen Roten zu befreien. Dabei gibt es natürlich so einige Kollateralschäden, aber schließlich ist dies ja auch keine Butterfahrt. "Now the army has the outlaws… in the most savage action picture of all time!" posaunte damals die Werbung. Mit Erfolg: Bei Kosten von 210.000 Dollar spielte der Film glatte 14 Mio. ein. Vielleicht so etwas wie der ultimative Biker-Film, gab Trash-Kenner Michael Weldon zu bedenken. Wir Matrosen vom Bizarre-Cinema-Deck sind jedenfalls gespannt.
Text und Einführung: Michael Ranze

Sieg der Liebe!
Euer BC-Team


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 04.02.2014 00:36 
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Das ist ja gemein Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch ! Ich kann nichtmal die ersten fünf buschtaben aussprechen... aber werde mal versuchen vorbei zukommen solange ich noch auf freien Fuss bin ,ist ja nicht soo weit von mir ! ! Möchte gerne mal tRAXX UND DEN GUTEN bIANCHI KENNELERNEN :!: eHRLICH GEMEINT

Nackt unter Kannibalen und DIE SICH IN FETZEN SCHIESSEN sind ja eigentlich PFLICHT ! Habe noch keinene gesehen auf ner leinwand


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 04.02.2014 23:08 
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Bizarre Cinema Expanded: Die Filme von Brian De Palma

Von Februar bis April wird sich Bizarre Cinema durch das Werk von Brian De Palma arbeiten, dessen Filme Publikum und Kritik immer schon in zwei Lager gespalten haben: Die einen bewundern seinen exzessiven visuellen Stil, seine Zitierfreude, seine Lust an schmutzigem Sex und überkandidelter Gewalt, sein cleveres Spiel mit den Zuschauererwartungen. Die anderen beklagen seinen exzessiven visuellen Stil, seine Zitierfreude, seine Lust an schmutzigem Sex und überkandidelter Gewalt, sein manieriertes Spiel mit den Zuschauererwartungen. Worin sich alle einig sind: Brian De Palma ist ein besessener Bild-Gestalter, der dem Kino viele unvergessliche Sequenzen geschenkt hat: die Glamrock-Bühnenshow aus „Phantom of the Paradise“, den Blutregen aus „Carrie“, den Fahrstuhlmord aus „Dressed to Kill“, das Slasher-Feuerwerk am Ende von „Blow Out“, Al Pacino auf Koks in „Scarface“. Doch De Palma ist nicht nur ein cleverer Oberflächengestalter, durch sein nunmehr 50 Jahre umfassendes Werk ziehen sich eine Reihe konsistenter Motive, die sich bis zu seinem eher an Godard als an Hitchcock orientierten Frühwerk zurückverfolgen lassen. Filme wie „Greetings“ und „Hi, Mom!“ offenbaren De Palma als politischen Regisseur, dessen visueller Extravaganz eine medienkritische Methode innewohnt. Hinter all den manipulativen und voyeuristischen Männerfiguren, die den Frauen mit phallischen Apparaten wie Kameras, Mikrofonen und Werkzeugen zuleibe rücken, hinter all den Perspektivwechseln, den Split-Screen-Exzessen und erzählerischen Meta-Ebenen von De Palmas Werk steht die Frage nach dem Vermögen des Kinos, die Grenzen zwischen Erfahrungswelten, zwischen den Rassen, zwischen Frauen und Männern zu überwinden. Anfang April erwarten wir den australischen Filmwissenschaftler Adrian Martin als Gast, der derzeit an einem Buch über De Palma arbeitet und einen Vortrag zu seinem neuem Film „Passion“ halten wird.

Greetings
USA 1968, 88 Min., DVD, OF, Regie: Brian De Palma, mit: Robert De Niro, Gerrit Graham, Jonathan Warden
De Palmas zweiter Langfilm folgt drei jungen Männern bei ihren Versuchen, Mädchen aufzureißen, das Rätsel des Kennedy-Attentats zu lösen und dem Kriegsdienst zu entkommen. In spielerischster Godard-Manier bedient sich De Palma eines improvisatorischen Gestus und einer Vielzahl filmischer Stilmittel wie Texttafeln, beschleunigten Bildfolgen und Jump-Cuts, um ein Spät-60er-Psychogramm männlicher Ängste und Obsessionen zu entwerfen: Computerdating, der Zapruder-Film, Vietnam, Voyeurismus. Wie in allen Filmen De Palmas erscheinen die Männer als manipulative, aber letztlich hilflose Jungs, die durch die Körper der Frauen die Kontrolle über sich selbst und die Welt erlangen wollen. In seinem ersten Langfilm war der damals noch unbekannte Robert De Niro so elektrisierend, dass De Palma ihn seine Rolle als Sexfilme drehender Vietnamrekrut Jon Rubin in „Hi, Mom!“ weiter ausbauen ließ.
Vorfilm: The Responsive Eye (USA 1966, 25 Min.)
18.2., 19 Uhr, Einführung: Volker Hummel

Hi, Mom!
USA 1970, 87 Min., 35mm, OF, Regie: Brian De Palma, mit: Robert De Niro, Jennifer Salt, Charles Durning
Jon Rubin (Robert De Niro), der am Ende von „Greetings“ nach Vietnam einberufen wurde, ist nach New York zurückgekehrt. Er mietet eine heruntergekommene Wohnung, weil sie einem modernen Apartmentkomplex mit großer Fensterfront gegenüberliegt: Von hier aus will er in Ruhe seiner Berufung als voyeuristischer „Peep Artist“ nachgehen, der seine Sexfilmchen der Realität abschaut. Aus der herrlich pervertierten „Fenster zum Hof“-Variation, der ersten den Plot bestimmenden Hitchcock-Referenz im Werk De Palmas, entwickelt sich keine Mordgeschichte, sondern eine ungemein witzige, anarchische und komplexe Komödie über die Unwägbarkeiten der Wahrnehmung. Die „Be Black Baby“-Sequenz, ein Film im Film über eine misslungene oder vielleicht auch allzu gut gelungene Performance, ist einer der intelligentesten Reflektionen der Kinogeschichte über die Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen.
Vorfilm: Woton’s Wake (USA 1962, 20 Min.)
18.2., 21.15 Uhr, Einführung: Volker Hummel // 22.2., 21.15 Uhr

Sisters
USA 1973, Brian de Palma, 90 Min., 35mm, OF, mit Margot Kidder, Jennifer Salt, Charles Durning
Eine Journalistin beobachtet einen Mord durch ihr Appartementfenster. Als die Polizei weder Leiche noch Spuren findet, unternimmt sie auf eigene Faust Nachforschungen. Doch je mehr sie über den Fall herausfindet, desto tiefer verstrickt sie sich in ein Geflecht aus Voyeurismus, Besessenheit und Wahnsinn. De Palma liefert mit einem seiner ersten Filme eine Art Hommage an Hitchcocks Fenster zum Hof ab, konzentriert sich allerdings auf die psychosexuelle Ebene. Roger Ebert nannte diese Variation das „Eigenleben“ von Sisters: Wir glauben, den Krimiplot zu kennen, De Palma aber inszeniert dezidiert ambivalent, verstört uns damit in unser vermeintlichen Sicherheit als Zuschauer und droht stets, uns den Teppich unter den Füßen fortzureißen.
21.2., 19 Uhr, Einführung: Jan Minck // 23.2., 21.15 Uhr

Obsession
USA 1976, Brian De Palma, 98 min., BluRay, OF, mit Cliff Robertson, Geneviève Bujold
Michael Courtland, ein erfolgreicher Geschäftsmann aus New Orleans, verliert durch eine Entführung Frau und Kind. Mehr als ein Jahrzehnt später ist er noch immer in Trauer erstarrt. Als er in Florenz der Italienerin Sandra begegnet, scheint ein neues Glück möglich. Doch am Abend ihrer Hochzeit droht ein Alptraum sich zu wiederholen.
25.2., 19 Uhr, Einführung: Lillian Robinson // 28.2., 21.15 Uhr

Carrie
USA 1976, Brian De Palma, 98 Min., 35mm, OF, mit Sissy Spacek, Piper Laurie
Von all seinen cineastischen Märchen über das Geheimnis des weiblichen Körpers und die ungeheure Macht der Fantasie ist „Carrie“ De Palmas blutigstes und zugleich zartestes Werk. Untermalt vom kongenialen Score Pino Donaggios, der in den folgenden Jahren zu De Palmas Stammkomponist wurde, erzählt der Film die Geschichte des telekinetisch begabten Mädchens Carrie White, dessen erste Monatsblutung unter der Schuldusche zu Hänseleien ihrer Mitschüler und zur Züchtigung durch ihre fanatisch religiöse Mutter führt. Was in anderen Filmen über Freud und Leid der Jugendzeit komödiantisch oder sozialpädagogisch unter den Teppich gekehrt wird, drängt in diesem visuell atemberaubenden Adoleszenzschocker unaufhaltsam an die Oberfläche: Scham, Lust, Einsamkeit, Blut, Sadismus und der schöne Wahn, im eigenen Untergang die ganze Welt gleich mit auszulöschen.
1.3., 21.15 Uhr // 3.3., 21.15 Uhr // 4.3., 21.30 Uhr

The Fury
USA 1978, Brian De Palma, 118 Min., Bluray, OF, mit Kirk Douglas, Carrie Snodgrass
Nachdem Brian De Palma bereits 1976 in „Carrie“ die tödliche Kraft der Gedanken illustrierte, mixt er die Themen Parapsychologie und Telekinese hier mit einer abstrusen Spionagegeschichte: Ein skrupelloser Wissenschaftler in Diensten der US-Regierung (Kultregisseur John Cassavetes) lässt übersinnlich begabte Teenager entführen, um sie zur scharfen Waffe zu formen, die er an den meistbietenden Araber verhökern kann. Doch ein besorgter Vater und Ex-Geheimagent (sportiv: Kirk Douglas) nimmt die Suche auf… Stilistisch grob uneinheitlich (die tragische Geschichte wirkt teils unfreiwillig komisch und wird mit blöden Witzen angereichert), wird die krude Story einigermaßen von John Williams genialer Musik zusammen gehalten. Und Sequenzen wie die „Vision auf der Treppe“, die Kettenkarussell-Katastrophe oder das widerlich orgiastische Blutfinale wird man nie wieder los.
5.3., 21.15 Uhr, Einführung: Peter Clasen // 6.3., 21.15 Uhr // 7.3., 21.15 Uhr

Dressed to Kill
USA 1980, Brian De Palma, 105 Min., 35mm, DF, mit Michael Caine, Angie Dickinson
Murder à la De Palma: Wer ihn einmal gesehen hat, diesen Mord im Fahrstuhl, wird ihn ebenso wenig wieder vergessen wie Hitchcocks Duschszene aus „Psycho“. Auch sonst hat sich De Palma hier wieder großzügig bei seinem großen Vorbild bedient, es gibt eine sexuell frustrierte Blondine, Cross-Dressing, Voyeurismus, eine an „Vertigo“ erinnernde Museumssequenz. Hinter dieser Zitatfreude verbirgt sich jedoch kein Epigonentum, sondern ein außerordentlich reflektiertes Spiel mit geschlechtlichen Ambivalenzen und den Seherfahrungen des Zuschauers. Ein Spiel, das sich auch missverstehen lässt: Zusammen mit William Friedkins „Cruising“ war „Dressed to Kill“ der meistgehasste Film der neuen Dekade, feministische Gruppen bezeichneten ihn als „Meisterwerk der Mysogynie“ und protestierten vor den Kinos. Heute gilt dieser Fiebertraum von einem Thriller als ein Meilenstein des Genres.
8.3., 21.15 Uhr // 9.3., 21.15 Uhr // 10.3., 19 Uhr

Blow Out
USA 1981, Brian De Palma, 107 Min., 35mm, OF, mit John Travolta, Nancy Allen, John Lithgow, Dennis Franz
Die Geschichte des Tontechnikers Jack Terry, der mit seinem Richtmikrofon bei einer nächtlichen Aufnahmesession im Wald nicht nur Frösche und Eulen, sondern auch die akustischen Spuren eines Attentats aufzeichnet, zeigt De Palma auf der Höhe seiner Kunst. „Blow Out“ markiert wie kein zweiter Film den Übergang von den 70ern in die 80er, er ist extrem sleazy und slick zugleich, ein Film der geradezu spürbaren Zersetzung auf allen Ebenen und eine Feier der Farben und Oberflächen, voller Melancholie und Zynismus, ein letztes Aufbäumen gegen allgegenwärtige Manipulation und zugleich selbst brutal manipulativ, vor allem im obszön rauschhaften Slasher-Finale. Ein Film der perfekten Balancen, in dem alles aus dem Lot geht. Travolta war sowieso nie besser.
11.3., 21.15 Uhr, Einführung: Volker Hummel // 12.3., 21.15 Uhr // 13.3., 19 Uhr

Scarface
USA 1983, Brian De Palma, 170 Min., 35mm, DF, mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer
In seiner Schilderung von Aufstieg und Fall des kubanischen Einwanderers Tony Montana, der sich in Miami vom Tellerwäscher zum Koks-Millionär hochmordet, modernisierte De Palma den Gangsterfilm der frühen 30er-Jahre. Der Galerie der von Paul Muni, Edward G. Robinson und James Cagney verkörperten klassischen Figuren dieses Genres hat Al Pacino ein unvergessliches Monster hinzugefügt, das sich mit manischem Fleiß und brutaler Gewalt sein eigenes Imperium schafft. „Scarface“ ist ein barocker Bilderexzess (Kamera: John A. Alonzo), der den Zuschauer mit spektakulären Sequenzen in Atem hält und zugleich ein Panorama außerordentlicher Hässlichkeit entfaltet, wie es nur in den Achtzigern möglich war: Inneneinrichtungen, Klamotten und Wandtapeten direkt aus der Konsumhölle.
13.3., 21.15 Uhr // 17.3., 19 Uhr

Body Double
USA 1984, Brian De Palma, 114 Min., 35mm, DF, mit Craig Wesson, Melanie Griffith
Vier Jahre nach seinem umstrittenen Meisterwerk „Dressed to Kill“ schuf Brian De Palma 1984 das kalifornische Gegenstück zu seinem New-York-Slasher. „Der Tod kommt zweimal“ spielt in Los Angeles, in der Movie-Community, was De Palma die Gelegenheit gibt, noch mehr als in seinen anderen Werken mit doppelten Böden zu arbeiten. Schon der Vorspann gaukelt einen ganz anderen Film vor, doch der furchterregende Vampir, der sich aus seinem Grab erheben soll, ist in Wahrheit ein erfolgloser Schauspieler, der an Klaustrophobie leidet. Jake (Craig Wasson) wird daraufhin gefeuert. Nach einem weiteren Tiefschlag – seine Freundin betrügt ihn – scheint sich das Blatt aber zu wenden: Ein neuer Bekannter verschafft ihm eine Traumwohnung mit einem wahrhaft spektakulären Ausblick. Jeden Abend kann Jake durch ein Fernglas eine Traumfrau bei ihrem erotischen Ritual beobachten. Bis eines Nachts ein finsterer Typ mit einem großen Bohrer auftaucht … Mit „Body Double“ hat De Palma einen perfekten Film über das Kino gedreht, zitattrunken, voyeuristisch, brutal, spannend – und sehr sexy.
18.3., 21.15 Uhr, Einführung: Marcus Müntefering // 19.3., 21.15 Uhr // 23.3., 21.15 Uhr

Phantom of the Paradise
USA 1974, Brian de Palma, 92 Min., Bluray, OF, mit William Finley, Paul Williams, Jessica Harper
Ein Film aus der Zeit, als Musik noch mit der Hand gemacht und auf schwarze, runde Vinylscheiben gepresst wurde. Manchmal aber geraten auch Fremdkörper in die Plattenpresse, zum Beispiel Menschenköpfe. Doch selbst solche Zwischenfälle können einen skrupellosen Produzenten wie Swan (Paul Williams), Inhaber der Plattenfirma "Death Records" und des titelgebenden Musikclubs "Paradise", nicht beirren. Auf der Suche nach dem neuen Sound betrügt und intrigiert er ohne Rücksicht auf Verluste und verkauft sogar seine Seele (an wen wohl?). Doch in dem jungen, ehrgeizigen Komponisten Winslow Leach (William Finley) stößt er auf einen Gegner, der nicht so leicht aus dem Weg zu räumen ist. Hauptdarsteller Williams schrieb auch die Musik zu diesem kreischbunten Horror-Popspektakel. Der Abgesang auf die überdrehte Glitterrockszene brachte ihm eine Oscar-Nominierung.
25.3., 21.15 Uhr, Einführung: Hans-Arthur Marsiske // 27.3., 21.15 Uhr

Die Unbestechlichen
USA 1987, Brian De Palma, 119 Min., 35mm, DF, mit Kevin Costner, Sean Connery
Elliot Ness (Kevin Costner) vs. Al Capone (Robert De Niro): Die uramerikanische Geschichte des fast aussichtslosen Kampfes einer Hand voll aufrechter Gesetzeshüter gegen das organisierte Verbrechen machte De Palma mit seinem unverwechselbaren visuellen Stil und jeder Menge toller Plansequenzen zu einem der Smash Hits der späten 80er. Als aufrechter irischer Cop Jim Malone stahl Sean Connery in einer seiner schönsten Rollen den beiden Hauptkontrahenten die Schau, das Drehbuch von David Mamet sorgte für die nötige historische und erzählerische Dichte, der Score von Ennio Morricone hält wie der gesamte Film gekonnt die Balance zwischen Eleganz und Bombast.
30.3., 21.15 Uhr // 31.3., 19 Uhr

Im April geht es weiter mit "Bonfire of the Vanities", "Raising Kain", "Carlito’s Way", "Mission: Impossible", "Snake Eyes", "Femme Fatale", "Black Dahlia", "Redacted" und "Passion"


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 07.09.2014 10:43 
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Liebe Studierende der Bizarre Cinema Akademie der unschönen Künste,

jeder von euch wird wohl hin und wieder von traumatischen Erinnerungen an das deutsche Schulsystem heimgesucht. Chemielehrer mit kreideverschmierten Rollkragenpullovern rückten uns mit Bunsenbrennern auf die Pelle, notgeile Sportlehrer jagten unsere zarten Leiber über Bock und Stufenbarren, und im Kunstunterricht wurde jede Form von wahrer Kreativität (abgehackte Köpfe, Pimmelmännchen, das Haus vom Nikolaus) im Keim erstickt. Am schlimmsten aber war der Deutschunterricht: Die "Buddenbrooks" musste man nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts auswendig können, Gregor Samsas Verwandlung sollte erklärt werden, obwohl es sich ganz offensichtlich nur um ein riesiges Ungeziefer handelte, und Referate trugen Titel wie "Jenseitskonstruktionen im Werk von Johann Wolfgang von Goethe, Gottfried Keller und Lucio Fulci". Nichts davon hat Spaß gemacht, nichts einen auf das wahre Leben vorbereitet. Gott sei Dank gibt es die Bizarre Cinema Akademie der unschönen Künste, wo ihr endlich Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens findet: Wo liegt der Ort Midian? Ist Jean Arless ein Männer- oder ein Frauenname? Wie viele Mitglieder hatten die Five Deadly Venoms?

Hier euer Stundenplan für den Oktober:

Sonntag, 5.10., 14.30 Uhr: CABAL – DIE BRUT DER NACHT
USA 1990, R: Clive Barker, 102 Min., 35mm, DF, mit Craig Sheffer, David Cronenberg, Doug Bradley, Hugh Ross, Anne Bobby
Die neue Saison ist eröffnet! Zur Premiere haben wir Clive Barkers zweiten Spielfilm aus den Archiven gefischt. Nach dem Erfolg von "Hellraiser" verfilmte der bekannte Horror- und Fantasy-Autor mit "Cabal" abermals ein eigenes Werk. Boone (Craig Sheffer) hat ein Problem: Ihn plagen Alpträume. Er träumt von Midian, einem von Monstern bevölkertem Ort, an dem alle Sünden vergeben sind. Sein Psychiater Dr. Decker (böse: David Cronenberg) kommt in Sitzungen zu dem Schluss, dass Boone ein Massenmörder sei. Ungläubig flüchtet Boone und wird später von einem Lkw erfasst. Im Krankenhaus begegnet er einem Mann, der, scheinbar geistesgestört, um die Aufnahme nach Midian fleht. Die geheimnisvolle Stadt muss unter einem Friedhof abseits der Stadt liegen … Ein Highlight des fantastischen Horrorfilms, das vor allem durch Atmosphäre und kreative Make-up-FX begeistert und bei Genrefans zum Kultfilm avancierte.
Text und Einführung: Jochen Oppermann

Sonntag, 12.10., 14.30 Uhr: HOMICIDAL
USA 1961, R: William Castle, 87 Min., 35mm, DF, mit Jean Arless, Glenn Corbett
Der "film-dienst" sah in diesem von "Psycho" inspirierten Thriller ein "Schauerfilmchen auf Hitchcock-Spuren" und urteilte: "Seine krause Scheußlichkeit geht bis zum Perversen." Mit anderen Worten: Nichts wie hin! Zumal es Kino ohne Risiko ist: Kurz vorm dramatischen Höhepunkt, wenn die Spannung fast unerträglich wird, bekommen Zuschauer mit schwachen Nerven die Gelegenheit, das Kino zu verlassen und sich das Eintrittsgeld erstatten zu lassen. In der Regel geht aber niemand, schließlich steht eine entscheidende Frage noch ungeklärt im Raum: Ist Jean Arless eigentlich ein Männer- oder ein Frauenname?
Text und Einführung: Kim Susan Rhasārtreh

Sonntag, 19.10.: Keine Vorführung (Lesbisch-Schwule Filmtage)

Sonntag, 26.10., 14.30 Uhr: DER GEHEIMBUND DER TODESKRALLE
Hongkong 1980, R: Chang Cheh, 99 Min., 35mm, DF, mit Philip Kwok, Lo Meng, Sheng Chiang, Li Wang, Feng Lu, Chien Sun
Im April 2014 zeigten wir die Kung-Fu-Perle "Der Todesschrei des gelben Tigers", die Chang Cheh 1979 mit dem Venom Mob drehte – so hieß eine Clique von Peking-Oper-Studenten aus Taiwan, die in Hongkong in 28 Filmen auftraten (1976–1983) und dabei auch die Action- und Slapstick-Choreografien entwarfen. Mit ihrem sechsten Film "Five Deadly Venoms" ("Die unbesiegten Fünf", 1978), der ihnen den Namen gab, wurden sie zur Legende. "Der Geheimbund der Todeskralle" (aka "Killer Army"/ "The Rebel Intruders") ist ein weiterer Höhepunkt ihres Schaffens. Der Plot: Drei Flüchtlinge, die in Puff, Spielhölle und Kampfkunstschule arbeiten, werden Blutsbrüder und geraten in den Krieg… Exzellente Kämpfe in einer exzellenten Scope-Kopie!
Text und Einführung: Peter Clasen

Für die Vorlesungen im November und Dezember könnt ihr schon mal beginnen, die Gangs von New York und die Spitznamen Luzifers auswendig zu lernen ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Bizarre Cinema im B-Movie Hamburg
BeitragVerfasst: 06.10.2014 13:37 
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Liebe Fans fehlender Filmschnipsel,

die gestrige Aufführung hat es mal wieder eindrucksvoll gezeigt: Weniger ist immer mehr! Bizarre Cinema dankt dem bösen Produzenten, der Regisseur Clive Barker und Cutter Mark Goldblatt gezwungen hat, "Nightbreed“ von zweieinhalb Stunden auf knackige 100 Minuten zu kürzen. Aus einem langatmigen Monster-Epos ist so ein irrsinnig komprimiertes, surrealistisches Splatter-Märchen geworden, in dem Tag und Nacht, Realität und Traum, Poesie und Geschmacklosigkeit in einem unwiderstehlichen Schweinsgalopp abwechseln bis zur vollkommen haarsträubenden Apokalypse, in der faschistoide Sheriffs, Priester und Psychiater gegen die letzten Monster der Erde antreten, während zwei unfassbar frisierte Spät-80er-Hairhopper bis zum Schluss an ihrer schönen "Monster-Romeo und Julia"-Lovestory basteln. Im November setzt Bizarre Cinema seine unermüdliche Erkundung all der Logiklücken, Kopienrisse, Plotlöcher und Körperöffnungen fort, in denen das wahre Kinoglück lauert. Lasst die Berserker frei!

And now to something completely different:

So, 2.11., 14.30 Uhr: NIGHTWATCH – NACHTWACHE
Dänemark 1994, R: Ole Bornedal, 107 Min., 35mm, DF, mit Nikolaj Coster-Waldau, Sophie Grabol, Kim Bodnia
Ein Job als Nachtwächter – gibt es etwas Besseres für einen Jurastudenten wie Martin? Ab und zu ein paar Kontrollgänge und ansonsten ungestört lernen, so stellt er sich das vor. Die Pathologie des Kopenhagener Krankenhauses entpuppt sich indessen als Arbeitsplatz mit eigenen Regeln. Die klinisch weißen Flure können erstaunlich düster wirken und die dort eingelagerten Leichen bemerkenswert lebendig... Nur drei Jahre nach seinem gefeierten Debütfilm bekam Bornedal die Gelegenheit, den Stoff in den USA noch einmal zu verfilmen, blieb mit dem Remake aber weit hinter dem Original zurück, das insbesondere durch die gelungene Mischung aus schwarzem Humor und packenden Thrillersequenzen überzeugt. Als Kontrastprogramm zeigen wir vorab eine Episode aus der ersten deutschen TV-Krankenhausserie "Hafenkrankenhaus".
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske

So, 9.11., 14.30 Uhr: DER BUCKLIGE VON ROM
Italien 1960, R: Carlo Lizzani, 103 Min., 35mm, DF, mit Gerard Blain, Bernard Blier
Die Grenzen zwischen Befreiern und Besatzern sind oftmals fließend. Wenn dann noch Beschädigungen der Seele hinzukommen, kann ein Mensch schon mal in Verwirrung geraten. Mit Pier Paolo Pasolini in seiner ersten Filmrolle. "Ein wochenschauhaft, bisweilen plakathaft grell inszinierter Film, der als sozialkritisches Zeitbild nur streckenweise zu interessieren vermag, da er ins Reißerische und Romantische abgleitet." (film-dienst)
Text und Einführung: Lillian Robinson

So, 16.11. Keine Vorführung wg. Cinefest

So, 23.11., 14.30 Uhr: OVERLORD (in Kooperation mit dem Cinefest, *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)
GB 1975, R: Stuart Cooper, 85 Min., 35mm, OF, mit Brian Stirner, Davyd Harries
"Overlord" war der Deckname für die am 6. Juni 1944 begonnene Offensive der Westalliierten an der französischen Atlantikküste. Stuart Coopers gleichnamiger Film erzählt vom Weg des britischen Rekruten Thomas Beddows in diesen Krieg: Abschied vom Elternhaus, Grundausbildung beim East Yorkshire Regiment, Drill, Langeweile, Flirt in einem Kino, Einschiffung. Hineinmontiert in diese Stationen sind Originalbilder vom Krieg: Aufnahmen von brennenden Städten, Bombenteppichen und entfesseltem Kriegsgerät, die Cooper aus 3000 Stunden Archivmaterial des Londoner Imperial War Museum ausgewählt hat. Die Cockpit-Aufnahmen britischer Militärfilmer und die von Kubrick-Kameramann John Alcott auf alten Kodak-Filmrollen gedrehte Geschichte des Rekruten Meadows bilden eine Einheit, in der sich das Fiktionale und das Dokumentarische, das Lyrische und das Apokalyptische, die Todesahnung des Einzelnen und die Auslöschung aller untrennbar miteinander verbunden sind.
Text und Einführung: Volker Hummel

Samstag, 29.11., 20 Uhr: Bizarre Cinema Special: The Ultimate Gang Battle – THE WANDERERS vs. THE WARRIORS (mehr Infos demnächst)
IM B-MOVIE! (Brigittenstr. 10, *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

So, 30.11., 14.30 Uhr: ICH WERDE LAUFEN WIE EIN VERRÜCKTES PFERD
Frankreich 1973, R+B: Fernando Arrabal, 98 Min., 35mm, DF, mit George Shannon, Hachemi Marzouk, Emmanuelle Riva
Ein 70er-Jahre-Roadmovie, das uns gemeinsam mit dem Hauptprotagonisten Aden, der unter Mordverdacht steht und auf der Flucht ist, in die Wüste und zurück in die Zivilisation führt. Skandalöses Machwerk des Enfant terrible der spanisch-französischen Theater- und Literaturszene oder meisterhaftes Roadmovie, das tief im spanischen Surrealismus verortet ist? Entscheiden Sie selbst und nutzen Sie die Gelegenheit, dieser sehr seltenen Aufführung von Arrabals Nachfolgefilm zu "Viva la Muerte" beizuwohnen.
Text und Einführung: Jan "Bammel" Fangmeier

PS: Für alle Komplettisten und Sucher nach dem verschwundenen Urtext: Der Director’s Cut von "Nightbreed" erscheint am 28.10. (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)


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