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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 13.03.2012 23:13 
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Ich habe bei mir schon mindestens ein Jahr kein TV geschaut, der Sat reciver ist auch abgeklemmt :lol: Die scheiss Werbung hat mich genervt.
Dennoch wenn ich bei den Eltern bin wird schonmal geschaut...
Aber keine Serien, Sat 1 ist eh der letzte drecks sender, mit dem schlechtesten Programm zur verdummung der Leute ;)
Und der Sender mit am meisten Werbung...

Ich schaue wenn am liebsten Phönix, Arte und diese ganzen Nachrichtensender sowie öfentlich Rechtliche...

Mein eltern schauen immer "Um Himmels Willen" , mit dem Wepper, das ist noch ein Schauspieler ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 01:29 
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Fernsehserien waren meiner Meinung nach noch nie eine deutsche Stärke.
Mehrteiler (Durbridge, Kir Royal) absolut, auch wenn das heute auch kaum mehr jemand kann, bzw. die Sender nicht mehr wirklich wagen. Gibt natürlich Ausnahmen wie "Im Angesicht des Verbrechens", auch wenn das leider kein Straßenfeger wurde.
Und in Sachen Fernsehfilmen reicht uns so schnell keiner das Wasser, finde ich. Einige "Tatorte" oder Filme wie "Nacht ohne Morgen" oder Dominik Grafs Filme würden auch im Kino nicht wirklich negativ auffallen. Da wüsste ich jetzt nicht, dass die Amis da irgendwo ähnliches Niveau bieten. Kann aber auch sein, dass amerikanische Fernsehfilme im Gegensatz zu den Serien nie den Weg nach Deutschland finden?
In den 60ern gab es ein paar gelungene deutsche Serien. "Raumpatrouille Orion" ist grenzgenial, Serien wie "Percy Stuart" oder "Butler Parker" machen immer noch Spaß, auch wenn sie gegen englische Serien wie "Mit Schirm, Charme und Melone" oder "Department S" und vor allem "Nummer 6" natürlich dann doch allein handwerklich mächtig abstinken. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn wenigstens an solche Serien wieder angeknüpft werden würde. Bei schrägen Figuren und (gern mal) abstruse Geschichten würde ich vielleicht mal wieder einschalten.
Aber stattdessen sind die Krimis fast ausschließlich Versuche "Tatort" auf 30-45 Minuten herunterzubrechen, entweder mit alten, gesetzten Ermittlern, wie sie in den 90ern beim "Tatort" aussortiert wurden oder mit jungen Ermittlerteams, die sich auf schwachem Niveau kabbeln.
Die Comedy-Serien sind natürlich Geschmacksfrage, die Prämisse von "Danny Lowinski" ist zum Beispiel nicht übel, aber der Humor ist einfach nicht meiner. Da kann die Serie nix für.
Bei "Alarm für Cobra 11" wird natürlich im Verhätlnis ordentlich Geld reingebuttert. Soweit ich das aber, nachdem ich zwei-drei mal reingezappt habe über die Jahre, beurteilen kann, reicht das dennoch nicht aus, weil man sobald ein alter Käfer oder 20 Jahre alter Golf zwischen Mercedes- und BMW-Fahrzeugen ins Bild kommt weiß, dass der gleich abheben wird. Das ist mir dann doch irgendwie zu blöd. Abgesehen von den Autobahnszenen hat die Serie ja meines Wissens auch nix zu bieten, oder?
Die Amis haben mit teilweisen Kosten von 5 Millionen pro Serienfolge ("24") ganz einfach den handwerklichen Standard so hoch gesetzt, dass wir uns an Action-Serien sowieso nur verheben können und uns zum Glück auch an Sci-Fi und Co gar nicht im Serienformat herantrauen.
Liest sich jetzt so, als ob ich alles niederschreiben will, was hier so produziert wird, aber wenn man weiß, dass ich auch amerikanische aktuelle Serien nie schaue, relativiert sich das gleich wieder ein bisschen. Nur bei "Californication" oder "It's always sunny in Philadelphia" war ich in den letzten Jahren öfter mal Gast.
Ich freue mich natürlich über jede Serie, die in Deutschland produziert wird, weil das Jobs für Kollegen bringt! Ich will auch gar nicht, dass wir wieder vor der eigenen Nation flüchten und wie in den 60s/70s englische Ermittler um die Welt schicken. Aber auch in Deutschland darf man sich vom Realismus mal gerne lösen, finde ich. Das passiert einfach zu selten! Wenn ich gute Krimis sehen will, dann lieber ein-zwei Mal im Monat einen "Tatort" oder Graf-Film oder was auch immer grad als Einzelkrimi ausgestrahlt wird. Wöchentlich in 45-Minuten-Format brauche ich das nicht wirklich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 03:23 
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Fabi88 hat geschrieben:
Aber stattdessen sind die Krimis fast ausschließlich Versuche "Tatort" auf 30-45 Minuten herunterzubrechen, entweder mit alten, gesetzten Ermittlern, wie sie in den 90ern beim "Tatort" aussortiert wurden oder mit jungen Ermittlerteams, die sich auf schwachem Niveau kabbeln.


Naja, bei böswilliger Gesinnung könnte man auch behaupten, viele Beiträge zum "Tatort" haben lediglich Substanz um eine knappe Stunde Spielzeit zu füllen, wurden aber auf Spielfilmlänge aufgeblasen. Daher (und der wiederkehrenden Ermittler) ordne ich den Tatort unter Serie ein, Spielfilmlänge hin oder her. Der unselige Jugendwahn hat die öffentlich-rechtlichen Sender leider auch längst erreicht, aus meiner Sicht keine gute Entwicklung.

...wiederkehrende Ermittler? :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 04:22 
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So wenig ich von aktuellen Hollyschutt-Filmen halte, soviel halte ich von zeitgenössischen amerikanischen Serien. Warum sollte ich mir drittklassigen deutschen Schrott antun, wenn es Serien wie SOPRANOS, BREAKING BAD, SONS OF ANARCHY oder THE SHIELD gibt?

Hier mal was Aufschlussreiches zu deutschen Serien: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 04:32 
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Naja, der "Tatort" ist keine Serie im herkömmlichen Sinne, sondern eigentlich erst einmal nur ein Sendeplatz. Die Unterschiede zwischen den Sendern sind extrem, daher sträube ich mich auch immer vom "typischen Tatort" zu sprechen. Die meisten ertrage ich nicht, aber Murot, Batu, Steier & Mey und natürlich Thiel & Boerne werden immer eingeschaltet. Aber auch bei diesen einzelnen Ermittlern gibt es keine Serienbibel oder Ähnliches. Für jeden einzelnen Film wird ein komplett neuer Stab zusammengestellt, wenn man genau drauf achtet fahren auch die widerkehrenden Figuren jeden Film andere Fahrzeuge oder bewohnen plötzlich andere Wohnungen, je nachdem wo jemand bereit ist einen Motivvertrag zu unterschreiben. Jeder Film ist ein komplett eigenes Projekt, allein für die Münster-Tatorte wechseln sich zeitweise drei Produktionsfirmen ab. Nur die Figuren und ihre Darsteller tauchen halt in jedem Film wieder auf. Dazu kommt, dass das Budget einer jeden Folge dem eines deutschen Kinofilms sehr nahe kommt.
In dem Sinne kann man wie bei den "James Bond"- oder "Edgar Wallace"-Filmen oder auch "Karl May" von einer Film-Reihe sprechen, nur halt für's Fernsehen produziert.
Jedenfalls davon abgesehen, gibt es zwar durchaus "Tatorte", die sich ziehen. Aber für einen guten Krimi halte ich 90 Minuten für unbedingt erforderlich um Verdächtige einzuführen und Spannung aufzubauen. Die wenigen Krimiserien, die im 25-45 Minuten-Format wirklich funktionieren tun dies selten aufgrund ihrer Dramaturgie und Plots, als durch Running Gags und den absoluten Fokus auf die Ermittler. Da spreche ich nun natürlich von den Serien, die mit abgeschlossenen Einzelfolgen arbeiten!


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 05:19 
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Diabolik! hat geschrieben:
Hier mal was Aufschlussreiches zu deutschen Serien: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Kann man so leider absolut unterschreiben!
Aber die Drehbuchautoren, bzw. der Umgang mit Ihnen ist nicht nur im Fernsehbereich das wahrscheinlich größte Problem in Deutschland.
In den USA kaufen Produzenten für viel Geld Drehbücher, die es noch gar nicht gibt. Da stellt ein Autor eine Idee vor und kann dann von der Gage locker leben, während der das Drehbuch fertig stellt. Oder Produktionsfirmen haben bereits eine idee und beauftragen Autoren mit der Ausarbeitung des Projekts. Dass ein gutes Drehbuch die dringend erforderliche Basis für einen guten Film ist, weiß man dort.
In Deutschland will jedoch keiner Geld für Bücher ausgeben. Hier glaubt man anscheinend, dass das Geld was man durch den günstigen Einkauf eines bestenfalls mittelmäßigen Drehbuchs spart, dafür beim Cast ausgegeben werden kann und am Ende ein guter Film herauskommen kann.
Ein wirklich gutes Drehbuch zu entwickeln ist nun einmal die Arbeit von Monaten! Autoren können dann nur hoffen, dass sie das Buch an den Mann bringen. Für ein Buch werden sie mit einem niedrigen 5-stelligen Betrag entlohnt. Im schlimmsten Fall aber will das Buch gar keiner haben und die lange Arbeit war umsonst. Nur nochmal zum Mitschreiben: Das Buch muss geschrieben werden, Geld gibt es erst nach abgeschlossener Arbeit! Diese Situation ist zwar logisch, aber dementsprechend zieht es wenige Menschen in so einen Job. Es ist gängige Praxis von Kinoproduktionsfirmen, dass man dort auf fertige Bücher wartet, sich die besten heraussucht und günstig kauft. Oder man sucht sich interessante Romane aus der Bestsellerliste, die sich für eine Verfilmung eignen.
Um überleben zu können, müssen Drehbuchautoren schnell abliefern und dann das nächste Projekt angehen. Dass daher oft auf Schablonen zurückgegriffen wird versteht sich von selbst. Die guten Autoren schreiben für Serien, weil nur so ein halbwegs einplanbares Einkommen zu Stande kommt.
Auf der anderen Seite gibt es natürlich kaum Autoren, die bereit sind monatelang auf eigene Kosten zu arbeiten um einen Kinofilm zu schreiben, von dem man nicht weiß, ob er überhaupt jemals umgesetzt wird, also ob man überhaupt dafür Geld sieht. Die Gage für einen Kinofilm liegt meines Wissens außerdem meist etwa in der selben Region wie für einen Fernsehfilm, beispielsweise "Tatort". Beim "Tatort" weiß man aber, was der Sender erwartet und kann daher das Risiko, dass der Stoff nicht angenommen wird wenigstens ein Stück weit mindern und wird zudem bei jeder wiederholten Ausstrahlung des Films noch einmal prozentual beteiligt.
Und wenn mal bei einem (Kinofilm-)Produzenten eine gute Idee für einen Film entsteht, sucht der sich leider fast nie einen fähigen Autoren, den er beauftragt ein Drehbuch zu schreiben, sondern der Regisseur bastelt sich selbst was zurecht.
Bestes Beispiel: "Jerry Cotton". Was hätte das für ein Film werden können! Boss und Stenert haben was drauf, aber sie sind definitiv keine Drehbuchautoren. Und um Geld zu sparen die beiden für zwei Wochen in ein Hotelzimmer zu stecken und selbst ein Buch zusammenwerkeln zu lassen war im Grunde die Entscheidung, die den Film letztendlich zu Fall gebracht hat.
Überhaupt ist diese "Autorenfilm"-Denkweise hier immer noch viel zu sehr verankert. Natürlich gibt es tolle Autorenfilme, aber bei Genre-Filmen und Unterhaltung ist das meist nicht der richtige Weg. Hitchock hat keine Zeile seiner Filme selbst geschrieben. Es gibt schließlich auch genug Musiker, die ihr Instrument perfekt beherrschen, aber keine guten Songs schreiben können. Dass diese auf Songwriter zurückgreifen ist absolut legitim. Meist bedeutet Arbeitsteilung auch Qualitätsgewinn und auch die besten Filme entstehen dadurch, dass der Regisseur auf ein fremdes Buch eine eigene Sichtweise findet und neue Aspekte zu Tage fördert. Wenn ich als Regisseur ein Jahr lang an einem Drehbuch schreibe und dann weitere zwei Jahre darum kämpfe, es umzusetzen, dann ist das, was ich mit dem Film aussagen will logischerweise komplett festgefahren und bremst viele kreative Prozesse beim eigentlichen Filmemachen aus.
Aber in Deutschland werden Regisseure an den Schulen ja ohnehin überhaupt nicht darauf vorbereitet fremde Stoffe zu adaptieren...

Horst Wendtland hat übrigens in den 60ern mit der Rialto-Film das (funktionierende) Studio-System gefahren. Er beauftragte meist mehrere Drehbuchautoren mit Adaptionen von Wallace- oder May-Romanen und die Stoffe, die zu seinem Gefallen fertig entwickelt waren, wurden umgesetzt. Nach dem "Oberhausener Manifest" waren diese Drehbuchautoren aber arbeitslos und die neue Generation wollte ihre eigenen Bücher meist unbedingt selbst auch umsetzen, so dass keine fähige Generation von Autoren nachwachsen konnte. Drehbuchseminare oder Drehbuch-Studiengänge gibt es noch nicht allzu lange in Deutschland.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 13:15 
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Fabi88 hat geschrieben:
1. Naja, der "Tatort" ist keine Serie im herkömmlichen Sinne, sondern eigentlich erst einmal nur ein Sendeplatz. Die Unterschiede zwischen den Sendern sind extrem, daher sträube ich mich auch immer vom "typischen Tatort" zu sprechen. Die meisten ertrage ich nicht, aber Murot, Batu, Steier & Mey und natürlich Thiel & Boerne werden immer eingeschaltet. Aber auch bei diesen einzelnen Ermittlern gibt es keine Serienbibel oder Ähnliches. Für jeden einzelnen Film wird ein komplett neuer Stab zusammengestellt, wenn man genau drauf achtet fahren auch die widerkehrenden Figuren jeden Film andere Fahrzeuge oder bewohnen plötzlich andere Wohnungen, je nachdem wo jemand bereit ist einen Motivvertrag zu unterschreiben. Jeder Film ist ein komplett eigenes Projekt, allein für die Münster-Tatorte wechseln sich zeitweise drei Produktionsfirmen ab. Nur die Figuren und ihre Darsteller tauchen halt in jedem Film wieder auf. Dazu kommt, dass das Budget einer jeden Folge dem eines deutschen Kinofilms sehr nahe kommt.
In dem Sinne kann man wie bei den "James Bond"- oder "Edgar Wallace"-Filmen oder auch "Karl May" von einer Film-Reihe sprechen, nur halt für's Fernsehen produziert.
Jedenfalls davon abgesehen, gibt es zwar durchaus "Tatorte", die sich ziehen.
2. Aber für einen guten Krimi halte ich 90 Minuten für unbedingt erforderlich um Verdächtige einzuführen und Spannung aufzubauen. Die wenigen Krimiserien, die im 25-45 Minuten-Format wirklich funktionieren tun dies selten aufgrund ihrer Dramaturgie und Plots, als durch Running Gags und den absoluten Fokus auf die Ermittler. Da spreche ich nun natürlich von den Serien, die mit abgeschlossenen Einzelfolgen arbeiten!


Moin.

1. Sicher die korrekte Betrachtungsweise, ich nehme mir jedoch die Freiheit raus das Wort "Serie" auch auf "Reihen" zu beziehen.
2. Moment, die Spieldauer wird ja immer kürzer, jetzt sind wir schon bei 25 Minuten als Startmarke angekommen? "Klassische Serien" (ok, "Reihen") wie "Derrick" und "Der Alte" laufen eine knappe Stunde, für den "ZDF-Freitagskrimi" glit dies IMHO auch aktuell ("Die Chefin").

Teils mag ich dir durchaus zustimmen, schon bei manchem "Einstünder" hätte ich mir mehr Spieldauer gewünscht. Zwar funktionierten entsprechende Folgen meist, hätten aber mehr Tiefe und weniger Tempo vertragen.

Bei den sehr gefragten Herren Thiel & Boerne verlässt man sich offensichtlich allzu gern auf die Hauptfiguren, während so mancher Kriminalfall zur Nebensache verkommt. Gestört hat mich das allerdings noch nie, zumindest nicht bei den Damen und Herren aus Münster.

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Nun Herr Diabolik, die Fahlen regieren die Welt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 14:54 
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Blap hat geschrieben:
2. Moment, die Spieldauer wird ja immer kürzer, jetzt sind wir schon bei 25 Minuten als Startmarke angekommen?

Ich habe ja oben bereits "John Kling" und co erwähnt, bei den damaligen Serien war tatsächlich 25 Minuten der Standard. Wollte diese Serien, obwohl alt, nicht ausklammern. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 21:06 
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Fabi88 hat geschrieben:
Dazu kommt, dass das Budget einer jeden Folge dem eines deutschen Kinofilms sehr nahe kommt.
In dem Sinne kann man wie bei den "James Bond"- oder "Edgar Wallace"-Filmen oder auch "Karl May" von einer Film-Reihe sprechen, nur halt für's Fernsehen produziert.

Das ist ja auch mal wieder so ein Punkt: Wieso bündelt man nicht die finanzielle Kraft und produziert eben fürs Kino (selbstredend mit anschließenden TV-Auswertungsrechten).
Gerade wenn ich sowas wie COBRA 11 sehe, was da an Ressourcen verpulvert wird für ne popelige RTL-Auto-Proll-Serie, warum dann nicht mal den Gaul richtig durchgehen lassen und für die große Leinwand produzieren?

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 23:11 
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Fabi88 hat geschrieben:
Jedenfalls davon abgesehen, gibt es zwar durchaus "Tatorte", die sich ziehen. Aber für einen guten Krimi halte ich 90 Minuten für unbedingt erforderlich um Verdächtige einzuführen und Spannung aufzubauen. Die wenigen Krimiserien, die im 25-45 Minuten-Format wirklich funktionieren tun dies selten aufgrund ihrer Dramaturgie und Plots, als durch Running Gags und den absoluten Fokus auf die Ermittler. Da spreche ich nun natürlich von den Serien, die mit abgeschlossenen Einzelfolgen arbeiten!



Bei Der Fahnder hatte das damals schon funktioniert. Erstaunlich was da an Handlung in 48 min untergebracht wurde. Und es war trotzdem noch Zeit für Kleinkram drumherum.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 14.03.2012 23:15 
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TRAXX hat geschrieben:
Das ist ja auch mal wieder so ein Punkt: Wieso bündelt man nicht die finanzielle Kraft und produziert eben fürs Kino (selbstredend mit anschließenden TV-Auswertungsrechten).
Gerade wenn ich sowas wie COBRA 11 sehe, was da an Ressourcen verpulvert wird für ne popelige RTL-Auto-Proll-Serie, warum dann nicht mal den Gaul richtig durchgehen lassen und für die große Leinwand produzieren?

Kurz gesagt: Weil die Geldgeber, die die Produktionsfirma Ressourcen verpulvern lassen nun einmal Fernsehsender sind und an der großen Leinwand nichts verdienen würden. ;)
Privatsender wie Sat1 oder RTL haben einfach nichts davon, Kinofilme mitzufinanzieren, weil dann der "tolle Event-Charakter" ja flöten geht und man sich selbst durch Kino- und DVD/BluRay-Auswertung Konkurrenz macht. Und die Kinofilmproduzenten lassen aus irgend einem Grund die Finger vom Genre-Film. Und "Alarm für Cobra 11" hat es zwar nie ins Kino geschafft, aber es gab ja einen Spin-Off von "Der Clown" fürs Kino! :P
Und auf den Tatort bezogen: Krimis laufen im Kino nicht, weil niemand für etwas Geld ausgeben will, was er auf dem selben Niveau kostenlos im ÖR sehen kann. Nicht ohne Grund gab es nur zwei Schimanskis im Kino und Graf musste sich nach Misserfolg im Kino seine Nische im TV suchen.
Und auf der anderen Seite findet eben die von dir gewünschte Mitfinanzierung durch Fernsehsender bereits andauernd statt. ZDF oder ARTE co-produzieren Filme wie "Goodbye Lenin". Im schlimmsten Fall wird dann aber so ein Projekt in Form des "Amphibienfilms" produziert, wie "Die Päpstin", der bereits im Kino nach Fernsehen aussieht.
Und gerade die aktive Teilnahme von Fernsehsendern ist für Kinofilme meist Gift. Denn dann hat die Redaktion Mitspracherecht und das bedeutet, der Regisseur wird angehalten fernseh-affin zu inszenieren. Also nix, was für 20:15 zu hart ist und keine zu filmische Ästhetik (Scope-Format, Panorama-Einstellungen), weil das Publikum mit kleinen TVs sonst außen vor gelassen würde.
Kino ist nur im Kino wirklich Kino und Fernsehen ist und bleibt der kleine Bruder. :mrgreen:
Man muss nur einmal vergleichen, wie weit das Fernsehen in Punkto Sex und Gewalt geht und was im Vergleich dazu im Kino getrieben wird. Interessant sind da durchaus auch die 70er in Italien. Im Kino tobten sich Argento oder Martino aus, im Fernsehen hieß Kriminalität dann doch eher etwas Vergleichbares wie in Deutschland die (aber auch nicht zu verachtenden) relativ harmlosen Durbridge-Mehrteiler, wo eher im Off gestorben wurde. Grenzen werden nun einmal eher im Kino gesprengt. Filme wie "Antichrist" lassen sich fürs Fernsehen nicht realisieren, weil die Redaktion alle 10 Sekunden laut aufschreien und EInspruch erheben würde.
Aber vor allem bei Filmen wie "Der Bibelcode" ärgert es mich doch immer wieder, dass sich den Stoff nicht eine Kinoproduktionsfirma greift. Thematisch nah genug an Dan Brown um ähnlichen Erfolg zu haben und durchaus eine gute Besetzung. Sogar das Budget von 5 Millionen reicht mit viel Einfallsreichtum für einen 90minütigen Kinofilm auf 35mm. Stattdessen aber wird für diese 5 Millionen ein Zweiteiler produziert, bei dem dementsprechend wenig Geld für Drehbuch und Technik ausgegeben wird. Das Endergebnis hat dann natürlich seine Längen und sieht zudem billig aus. Und davon abgesehen finde ich einfach, dass Themen wie Weltrettung nicht in einen Fernsehfilm gehören, das ist der Stoff aus dem Kinoträume sind. James Bond im Fernsehen funktioniert ja auch nicht.
Deutsche (Kino-)Produzenten müssen einfach endlich wieder erkennen, dass Film von Natur aus ein Hit-Geschäft ist. Der einzige, der immer wieder Mut beweist ist Christian Becker mit seiner Rat Pack Filmproduktion, auch wenn er leider mit Filmen wie "Wir sind die Nacht" oder "Jerry Cotton" nicht den gewünschten Erfolg hatte. Aber er versucht es weiter und vielleicht platzt ja irgendwann der Knoten. Die Neuinterpretation von "Dr. Mabuse" ist ja auch bereits angekündigt, wobei ich mit der Wahl von Boss & Stenert für den Regiestuhl die Wiederholung der Fehler von "Jerry Cotton" befürchte. :(


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 11.03.2013 12:44 
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Ein echter Charakter Darsteller! :mrgreen:
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BeitragVerfasst: 11.03.2013 14:26 
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Ach der alte Steven Seagall Gag ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 11.03.2013 21:03 
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Stanton hat geschrieben:
Ach der alte Steven Seagall Gag ...

...der dann ihn dann aber im letzten Bild mit Kochmütze zeigt ("Ich bin nur der Koch!"). Fand ich wesentlich witziger... :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 12.03.2013 14:53 
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Ich kenne das nur ohne Kochmütze, mit dem immer gleichen Bild.

Schlecht war der Schweiger Tatort nicht, aber da wäre mehr drin gewesen. Schon wegen dem Anti-Körper Regisseur Christian Alvart.

Ich finde ja daß Schweiger ein begabter Regisseur ist, aber sicherlich kein großer Schauspieler, aber auch längst nicht so schlecht wie ihn alle gerne hätten. Aber hier im Tatort fand ich ihn nicht so überzeugend. Klar soll die Figur ein moderner und jugenlicher Schimanski sein, aber George schien das zu leben, während man bei Schweiger nie das Gespielte vergisst. Es war alles zu gewollt cool, zu sehr, zu offensichtlich für ein etwas jüngeres Publikum (als das übliche Tatort Publikum) und auf dessen vermeintlichen Geschmack hin getrimmt. Dadurch blieb vieles zu sehr an der Oberfläche. Aber Waschke war wieder gut, und auch diese Polizistin und die Russin waren interessant.
Die Sentimentalitäten störten dann natürlich schon ...

Einschaltquoten waren super super (ich schau ja z.B. selber sonst auch fast nie Tatort), und wenn die auf Wikipedia abgedruckten Kritiken einen Querschnitt darstellen, dann wären die Krtiken verblüffend positiv.

Lustig wäre wenn Dominik Graf einen machen würde mit der Figur. Das könnte spannend werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutsche Filme der Gegenwart - Pro und Contra
BeitragVerfasst: 16.03.2013 12:41 
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Guck dir bitte mal dieses Video an und sag mir, ob du ein Muster erkennst. :D

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Dennoch schaue ich gern mal beim Tatort rein. Da sich aber die Highlights wie z.B. von Dominik Graf in Grenzen halten, habe ich meinen zeitweise intensiven Konsum doch sehr zurückgeschraubt, eben wegen dieser "Regeln".

Ansonsten bin ich aktuell großer Fan von Der Tatortreiniger.

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