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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 02.08.2010 20:59 
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Angeregt durch die Diskussion im MegaMaxMovies Forum kam ich darauf diesen Thread zu eröffnen.
Der Wunsch nach HD Abtastungen und Blu-ray Discs wird in den Foren immer größer.

Mittlerweile merkt man, das gewisse Labels langsam nachziehen und auch im Nischenbereich gewisse Eurokult Titel ankündigen.
Trotzdem stelle ich mir die Frage ob es für manche Kleinlabels in Zukunft nicht sehr eng werden könnte?
Die Blu-ray Disc Produktion ist teurer als bei DVD, eine HD Abtastung ist teurer als bei DVD, die Lizenzen werden auch nicht gerade billiger und der Absatzmarkt für DVDs wird langsam kleiner.
In den letzten Monaten haben noch viele Klein Labelbetreiber gegen Blu-ray (verständlicherweise) gewettert aber mittlerweile sieht es eher so aus, das der Käufer neidisch in die USA und nach England schaut und selbige Blu-ray Releases in deutscher Sprache haben will.
Auf Cinefacts gibt es schon User, die DVDs als Sondermüll bezeichen, User die keine DVDs mehr kaufen, sondern nur noch Blu-ray usw.
HD wird unbestritten immer stärker.


Bestes Beispiel: Ein deutsches Label darf einen Argento Film doch schon gar nicht mehr als reines DVD Release ankündigen.
Wie schätzt Ihr persönlich diese Veränderung im Bezug auf den Nischenmarkt und die Nischenlabels in Deutschland ein?

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 02.08.2010 21:12 
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Wenn alle Stricke reißen, werden halt bald BluRays in DVD-Auflösung auf den Markt geworfen, weil die Labels sich nicht anders zu helfen wissen. Wie soll man die Situation einschätzen? Klar ist die Zukunft erstmal blau. Ein 35mm Master kann aber immer eine höhere Auflösung als HD liefern, deshalb ist es nicht unmöglich, diesem Standard gerecht zu werden. Tonspuren in Mono kann man trotzdem auf BluRay pressen und Kunden, die von alten Schundfilmen etwas anderes erwarten haben den Schuß eh nicht gehört. Schwierig werden Rips von Videos und ausländischen DVDs, wenn man dem Kunden etwas bieten möchte. Finde ich jetzt auch nicht verkehrt. Die Produktionskosten für BluRays werden möglicherweise noch sinken. Warum sollten Labels nicht umsteigen? Es hat schließlich auch einen Grund, warum ich knausrig mit meinem DVD-Budget bin, weil es eigentlich nicht unbedingt sinnvoll ist, in dieses Medium noch zu investieren. Nicht ganz so verrückte Kunden sind sicher noch zurückhaltender und kaufen, wie oben erwähnt, halt gar keine DVDs mehr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 02.08.2010 21:50 
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Wir werden alle in schätzungsweise relativ kurzer Zeit (imo 2-3 Jahre) erleben, dass die Produktionskosten für eine BD auf dem Level einer DVD-Produktion angekommen sein werden. Man braucht kein Prophet zu sein: Da wird es auch für die klein(st)en Labels kein Halten mehr geben (können).

Na ja, die Aussage: "DVD's sind nur noch Sondermüll" halte ich dagegen für vollkommen übertrieben und reichlich deplaziert; klingt für mich wieder mal nach bloßem BD-Fanboygelabere, da es gerade im Eurokultbereich von vielen interessanten Titeln möglicherweise nie ein HD-Master geben wird...

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 02.08.2010 22:51 
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solange Filme noch garkeine gescheite VÖ erfahren haben: bitte immer her mit ner vernünftigen DVD.
Da gibt es doch noch soooo viele Titel, da mach ich mir garkeinen Kopp ob DVD oder Blu-ray.

Argento ist ein Aushängeschild des Italo-Kinos der 70er/80er, welches auf eine noch breitere Masse trifft,
als diverse Kleinode von denen viele noch nicht mal die Existenz bekannt ist.

Aktuelle Beispiele: Karate, Küsse, blonde Katzen. Blu-ray wär schön, aber da bin ich schon dermassen happy,
daß der Überhaupt in so einer Edition erscheint, da stell ich keine höherauflösenden Ansprüche ;)

Wie bereits angesprochen ... die Produktionskosten der Blu-ray gehen auch immer weiter runter.
Warum soll es auch einem deutschen Label nicht möglich sein, in wenigen Jahren mal die ein oder andere
Perle in 1080p rauszuhauen?

Einzig der Bootleg-Sektor könnte da den Firmen wieder Wasser abgraben, da man sich beim Bildmaterial
bereits bei vorhandenen VÖs aus dem Ausland bedient und nur noch die deutsche Tonspur hinzufügt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 02.08.2010 22:56 
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Eine rein persönliche Meinung und nicht repräsentativ für alle Labels.

Zu der Überschrift: Sorry, die ist äußerst Banane gewählt.
Wenn es uns Independents nicht geben würde, gäbe es auch keine Argentos und weitere Filme auf Blu-Ray. Somit hat jedes Independent-Label seine Daseinsberechtigung.

Doch warum kommt so wenig in HD? Ist es wirklich so wenig? Oder gibt es andere Ursachen?

1.) Preise + Material

HD-Master in echtem nativen HD zu erstellen, bedarf zunächst einer optimalen Ausgangslage, d.h. jedes Negativ ist wunderbarer, als eine Positivkopie und es gibt nicht mehr von jedem Film ein Negativ. Oftmals ist man froh, eine abgenudelte 35er zu finden, um überhaupt was zum Abtasten zu haben.

HD Abtastungen kosten aber unheimlich viel Geld. Film XY - Laufzeit: 90 Minuten würden bei intensiver Restauration und vernünftiger Abtastung (z.B. ARRI) bei ca. 10-12.000 € liegen. Dazu kommt die erwähnte Lizenzgebühr, sowie die Produktionskosten. Gewinn und Mwst. obendrauf und dann noch die perfekte Ausgangsbasis: NISCHE.

Wir gehen lediglich vom dt. Markt aus. Dieser gibt eine breite Positionierung der Titel nicht her. Daher kommen wir zu Nummer

2.) Vertrieb

MM, Saturn und Co. lassen sich die Regalfläche bezahlen, d.h. nur weil man Film XY hat, steht der noch lange nicht in den Märkten. Ältere Filme wollen die sowieso nicht wirklich haben, aber das liegt am jeweiligen Einkäufer. Haben wir also einen Nischentitel hochwertig abgetastet und restauriert, eine tolle BD und einen HAP bei 22 €, wird der Ladenpreis sicherlich irgendwo bei 30-35 € liegen. Nun zeigt mir mal die Fans die sich dann, statt zu schimpfen, draufstürzen?

Independents haben aufgrund der Filmauswahl, sowie der Zensur eingeschränkte Vertriebsmöglichkeiten. Dazu kommt, das es niemals alle Filme auf BD geben wird, die es jetzt auf DVD gibt. Es gibt ja auf DVD noch nichtmal soviel Filme, wie auf VHS.

Wir haben ein Auge auf BD, da wir ebenfalls loslegen wollen, aber die Ausgangskosten müssen sinken, sonst rechnet sich das für Nischentitel nicht. Und die reinen Produktionskosten sind nicht unbedingt viel höher, als bei einer DVD, es kommen aber weitere Lizenzen dazu, seitens Sony und Zertifikate bzgl. Kopierschutz müssen ebenfalls vorher bezahlt werden. Beides ist um ein Vielfaches höher, als bei der DVD.

Aber die werden sinken, je mehr anfangen zu produzieren. Genau wie es bei der DVD war. Das Einzige, was Fans haben müssen, ist GEDULD. Wer jetzt auf die Labels schimpft, die nicht sofort eine BD rausjagen, sollte sich wirklich mal mit dem Background einer VÖ beschäftigen.

Ich nenne als Bsp. mal SKLAVEN IHRER TRIEBE. Bevor ihr da jemals eine BD sehen werdet, solltet ihr beten, überhaupt eine DVD davon zu bekommen, denn damit wird es schon extrem schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

Was andere machen, können und wollen wir nicht bewerten. Von unserer Seite aus stehen derzeit Titel als BD im Gespräch und sobald die Kosten recoupierbar sind, steigen wir mit ein. Rennt ja nicht weg und Geduld wird immer belohnt

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 03.08.2010 11:20 
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italostrikesback hat geschrieben:
1. Auf Cinefacts gibt es schon User, die DVDs als Sondermüll bezeichen, User die keine DVDs mehr kaufen, sondern nur noch Blu-ray usw.
2. Wie schätzt Ihr persönlich diese Veränderung im Bezug auf den Nischenmarkt und die Nischenlabels in Deutschland ein?


Moin!

1. Das ist IMHO eine völlig schwachsinnige Aussage. Ich freue mich über jeden interessanten Film, der sorgfältig restauriert wurde und in HD vorliegt, keine Frage. Doch letztlich ist das Format nur zweitrangig. Würde ich keine DVDs mehr kaufen, würden mir die herrlichsten Veröffentlichungen noch immer (überwiegend) entgehen. Ein solide DVD bietet eine sehr ansprechende Qualität, die BD ist deutlich überlegen, aber deshalb ist die DVD kein "Sondermüll".

Ich schaue mir einen Film lieber in "VHS-Qualität" an, als ihn gar nicht zu schauen. Auch wenn ich mich mit VHS nie anfreunden konnte, habe ich jedoch mit der Qualität von VHS-Rips keine Probleme. Meine Ablehnung gegenüber Tapes resultierte immer daraus, dass ich die Teile extrem sperrig und unpraktisch fand, aber ich komme vom Thema ab. Die DVD wird im Lauf der Zeit mehr und mehr an die BD Marktanteile verlieren. Das war beim Umbruch VHS zu DVD ebenso. Ich vermute aber, dass die DVD sich trotzdem noch einige Zeit behaupten wird, denn viele Anwender interessieren sich nicht für BD. In unserem Bekanntenkreis/Freudeskreis/Verwandtschaft gibt es ausser mir keine Filmfreaks, niemand aus dieser grossen Menge Menschen denkt überhaupt über die Anschaffung eines BD-Players nach! Die "Masse" kauft dann neu, wenn der alte Player (in diesen Fällen der DVD-Player) den Geist aufgibt. Die Umstellung von VHS zu DVD war leichter zu vermitteln. DVD zu BD wird oft skeptich betrachtet. Ich höre oft Dinge wie: "Sind doch die gleichen Scheiben, wo soll da der Vorteil sein..." (Dass die Fakten eine andere Sprache sprechen ist mir klar, doch versuche einmal, dies überzeugend einem "Nichtinteressierten" zu vermitteln).

2. Nischen gab es immer, wird es immer geben. Ich bin zwar kein "Labelmensch", aber mit legalen Produkten lässt sich (in der heutigen Zeit) in diesem Bereich sicher kein Vermögen verdienen. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, muss man wohl kein Insider sein.

Ich bin sehr frih darüber, dass es nach wie vor Alternativen so den Major-Labels gibt. Es wäre Unfug, grundsätzlich von "Indie = gut" und "Major = böse" zu sprechen. Es stehen viele Major-Titel in unserer Sammlung, die ich keinesfalls missen möchte. Aber es stehen eben auch jede Menge Indie-Scheiben in der Sammlung, ohne die ich mir eine Filmsammlung nicht vorstellen könnte.

***

Auf die hohen Produktionskosten ist ja bereits jemand "vom Fach" eingegangen. Ich bin guter Dinge, dass sich diese im Laufe der Zeit senken werden. So war es bei der DVD, so war es bei VHS-Cassetten und Abspielgeräten, so ist es immer bei "Technikkram", betrachte die Entwicklung im Bereich der Flachbildschirme.

Fazit: Mit Kleinlabeln in die Zukunft! Mit DVD und BD die Sammlung erweitern!

Die Zeiten eines Formatwechsels mögen immer schwierig sein, sie bieten aber auch neue Chancen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 03.08.2010 14:18 
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@Blap
Ich habe ganz bewusst ein paar extreme Meinungen aus dem eher kommerziell orientierten Cinefacts Forum zitiert.
DVDs als Sondermüll zu bezeichnen ist in der Tat schwachsinnig.
Ich merke halt in letzter Zeit, wie in allen Foren (auch Nischenforen) der Blu-ray Wunsch immer stärker wird und die kleineren Labels in die Enge getrieben werden. Aufgrund meines Filmschwerpunktes lebe ich natürlich ganz gut mit DVDs aber mein Umsatz bricht schon mal in Bezug auf Filme neueren Datums weg, weil ich diese nur noch auf Blu-ray kaufe.
Ich könnte mir vorstellen, daß die Zeit der Umstellung, bzw. des Umbruchs noch etwas magerer wird im Bezug auf Eurokult Neuerscheinungen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 03.08.2010 15:31 
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Du darfst halt Foren, auch allgemeine Foren, nicht mit dem realen Markt gleichsetzen, da gibt es gewaltige Unterschiede. Wenn ich in Foren gucke, würde ich denken, dass unsere Western und ähnliche Sachen bei Gehalt bezahlen, aber Pustekuchen. Ich habe gerade mal von letzter Woche unsere Verkaufs-Topten gecheckt und mal mit Cinefacts abgeglichen.
Platz 1 hat bei Cinefacts einen Thread mit 10 Beiträgen von 2009, Platz 2 - kein eigener Thread... erst Platz 10 hat einen 3-Seiten-Thread.

In diese Richtung muss man das auch mit den Blu-rays sehen. Blu-rays laufen echt gut bei Sci-Fi-Titeln und ähnlichem. Allgemein ist Blu-ray aber aktuell deutlich hinter den Erwartungen der Industrie. Klassiker werden immer stärker, aber halt immer noch in einem überschaubaren Rahmen.

Ich hätte ja auch gerne diverse Italos auf Blu-ray, oder viele hätten sicher gerne die Galerie des Grauens oder sowas, aber das ist halt finanziell keine gute Idee...


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 00:04 
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Michael hat geschrieben:
Du darfst halt Foren, auch allgemeine Foren, nicht mit dem realen Markt gleichsetzen, da gibt es gewaltige Unterschiede. Wenn ich in Foren gucke, würde ich denken, dass unsere Western und ähnliche Sachen bei Gehalt bezahlen, aber Pustekuchen. Ich habe gerade mal von letzter Woche unsere Verkaufs-Topten gecheckt und mal mit Cinefacts abgeglichen.
Platz 1 hat bei Cinefacts einen Thread mit 10 Beiträgen von 2009, Platz 2 - kein eigener Thread... erst Platz 10 hat einen 3-Seiten-Thread.


Das glaube ich Dir sofort aber verkaufen sich Nischentitel überhaupt in den Märkten? Ist da nicht die Kernzielgruppe in den Foren anzutreffen? Ich dachte immer, die Nischentitel werden durch die Mainstream Sachen finanziert?

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 09:42 
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italostrikesback hat geschrieben:
Das glaube ich Dir sofort aber verkaufen sich Nischentitel überhaupt in den Märkten? Ist da nicht die Kernzielgruppe in den Foren anzutreffen? Ich dachte immer, die Nischentitel werden durch die Mainstream Sachen finanziert?


Unser Mediamarkt führt die Italowesternreihe und manchmal sind sogar zwei Exemplare eines Titels vorhanden. Und die gehen auch wohl weg, denn der Bestand ändert sich immer mal, wenn ich gucke. Und das liegt nicht nur daran, daß ich die dann gekauft habe. :lol:
Ich weiß aber nicht, ob der Einkäufer da einen Bezug zu hat. Das Personal vorne jedenfalls nicht, denn z.B. Silbersattel, so sagte man mir, gäbe es nur auf BluRay.
Ich schließe daraus jedenfalls, daß die Titel sich verkaufen können, wenn sie präsentiert werden. Die Stückzahl wird sicherlich trotzdem nicht so hoch sein, wie bei moderneren Themen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 11:54 
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Subkultur-Entertainment hat geschrieben:

1.) Preise + Material

HD-Master in echtem nativen HD zu erstellen, bedarf zunächst einer optimalen Ausgangslage, d.h. jedes Negativ ist wunderbarer, als eine Positivkopie und es gibt nicht mehr von jedem Film ein Negativ. Oftmals ist man froh, eine abgenudelte 35er zu finden, um überhaupt was zum Abtasten zu haben.

HD Abtastungen kosten aber unheimlich viel Geld. Film XY - Laufzeit: 90 Minuten würden bei intensiver Restauration und vernünftiger Abtastung (z.B. ARRI) bei ca. 10-12.000 € liegen. Dazu kommt die erwähnte Lizenzgebühr, sowie die Produktionskosten. Gewinn und Mwst. obendrauf und dann noch die perfekte Ausgangsbasis: NISCHE.




Diese Ausführungen finde ich mal sehr interessant und habe da direkt noch eine andere Frage dazu. Wie lizensiert man die Titel? Wie findet man den Lizenzinhaber? Ich kann mir vorstellen das das doch eine Menge Arbeit, bei einem kleinen Film der älter als 30 Jahre ist. Oder gibt es da irgendein Verzeichnis wie beim Patentamt? Bei vielen VHS Streifen hat man zwar einen Hinweis, aber die Firmen existieren doch schon lange nicht mehr. Wie funktioniert das also?

Ich bin zwar kompplett im BD Zeitalter angekommen und habe das Equipment dafür, doch werde ich die Software nicht völlig umrüsten. Neue Filme kaufe ich zwar eher als Blu-Ray, allerdings merke ich immer wieder, das nach der anfänglichen Euphorie über die Technik, der Filmspáß keine Steigerung hat. Ich staune zwar immer noch über das hervorragende Bild, aber wenn der Film wirklich gut ist, vergesse ich das Medium sehr schnell. Der Film ist wichtig, nicht der Datenträger. Natürlich sehen das die Mainstreamgucker anders, aber die interessieren mich nicht. Wer sich nur "Wanted", "Salt" und ähnlichen Rotz reinpfeift, kann ja auch nur den Spaß über die Bildqualität erlangen. Die Filme selbst geben ja nichts her.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 12:07 
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deadlyfriend hat geschrieben:
Diese Ausführungen finde ich mal sehr interessant und habe da direkt noch eine andere Frage dazu. Wie lizensiert man die Titel? Wie findet man den Lizenzinhaber? Ich kann mir vorstellen das das doch eine Menge Arbeit, bei einem kleinen Film der älter als 30 Jahre ist. Oder gibt es da irgendein Verzeichnis wie beim Patentamt? Bei vielen VHS Streifen hat man zwar einen Hinweis, aber die Firmen existieren doch schon lange nicht mehr. Wie funktioniert das also?




Es wäre schön, Komplettkataloge innerhalb einer Datenbank zu haben, aber gibts nicht. Lediglich in Italien gibt es eine Art Telefonbuch, wo alle Inhaber, sowie Cast &Crew gelistet sind. Aber auch da noch lange nicht alle und öffentlich einsehbar ist dieser Schmöker auch nicht.

Und wie man sie findet? Google is your friend 8-)

Und ja, es ist eine Heidenarbeit, die beim fertigen Produkt nicht mehr zu erkennen ist. Wenn bei einem Label eine Ankündigung kommt, sind da bereits im Vorfeld einige Wochen und Monate (manchmal sogar Jahre) investiert wurden ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 12:12 
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Das liest sich alles sehr interessant, danke für den kleinen Einblick hinter die Kulissen!

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 12:19 
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Subkultur-Entertainment hat geschrieben:

Es wäre schön, Komplettkataloge innerhalb einer Datenbank zu haben, aber gibts nicht. Lediglich in Italien gibt es eine Art Telefonbuch, wo alle Inhaber, sowie Cast &Crew gelistet sind. Aber auch da noch lange nicht alle und öffentlich einsehbar ist dieser Schmöker auch nicht.

Und wie man sie findet? Google is your friend 8-)



Mit google hatte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gerechnet. Die Lösung ist oftmals die naheliegendste :o
Interessant aber das die Italiener so ein Verzecihnis besitzen. Ich hatte vor vielen Jahren beim Patentamt in München, mal den Rechteinhaber eines Bandnamen geben lassen. Das ging Ruckzuck. Da war ich selbst überrascht und hätte damit nie gerechnet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 12:24 
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Natürlich geht sowas sehr schnell. Das Aufspüren von Lizenzinhaber ist der leichteste Part in der kompletten Kette.

Schwierig sind die Verhandlungen und die Materialfindung. Besonders in unserem Bereich sind wir zu 100% auf Sammler und Archive angewiesen. Da aber was zu bekommen, kann u.U. Jahre dauern, oder ist gänzlich unmöglich. Da können andere Label ein Lied von singen.

"Mal eben" releasen ist einfach nicht möglich. Es sei denn..... na ihr könnt es euch sicherlich denken ;)

Aktuell sind wir seit 2007 mit einem Film beschäftigt. Und obwohl wir uns da dumm und dämlich handeln, haben wir seit 2007 keinen spürbaren Fortschritt. :evil:

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 12:44 
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In Italien gibt es ein paar große Sales-Companies, die sich sehr stark mit Klassikern beschäftigen, die haben meistens auch Webseiten, wo man Listen und Infos finden kann. Ansonsten bekommt man von denen dann auch regelmäßig Excel-Listen mit aktuellen Listen, wo dann auch wirklich drin steht, ob man den Titel haben kann, denn viele italienische Firmen haben z.B. Anfang der 90ern, als der Markt für Klassiker auf 0 stand ihre kompletten Librarys an deutsche Firmen verkauft. Kirch hat z.B. tausende Filmrechte, Tele München hat einiges und Firmen von denen wahrscheinlich noch niemand was gehört hat.

Ansonsten gibt es halt noch die Fälle, wie es letztens einem Kollegen passierte, dem erzählte eine befreundete Lizenzgeberin, wie sie im Keller die Lizenzunterlagen und das Master für einen obskuren Italostreifen gefunden hat. Bei Klassikern ist es schon teilweise sehr witzig.

Wenn einer z.B. Matalo bringen möchte: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 13:16 
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Kann den mal einer anfragen und bei Lizenzpreisnennung bitte ein Bild seines Gesichtes machen :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 14:25 
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Sehr interessante Ausführungen!
Inwieweit kann man sich auf Lizenzinhaber verlassen? Manchmal meldet sich doch nach Erscheinen der DVD ein anderer "rechtmäßiger" Lizenzinhaber.

Ist es nicht ein absoluter Rechte Dschungel?

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 15:17 
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Hi, ebenfalls Danke für die Einblicke.

Ich kann bei "Klassikern" ebenfalls mit einer guten DVD leben, nach BD schaue ich eher bei aktuellen Kinofilmen (und warte dann meist bis sie günstiger werden ;-D )


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 15:23 
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Subkultur-Entertainment hat geschrieben:
Kann den mal einer anfragen und bei Lizenzpreisnennung bitte ein Bild seines Gesichtes machen :mrgreen:


Wie kommt´s eigentlich, daß ausgerechnet der so teuer ist - während man andere Titel nachgeworfen bekommt? Wie ergeben sich solche Lizenspreise?

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 15:26 
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italostrikesback hat geschrieben:
Sehr interessante Ausführungen!
Inwieweit kann man sich auf Lizenzinhaber verlassen? Manchmal meldet sich doch nach Erscheinen der DVD ein anderer "rechtmäßiger" Lizenzinhaber.

Ist es nicht ein absoluter Rechte Dschungel?


Würde mich auch interessieren , vor allem bei Werken bei denen komplette Szenen aus anderen Filmen verwendet bzw "geklaut" wurden ! Da müßten doch eigentlich alle verwendeten Szenen rechtlich abgesichert sein,oder?

Wenn ich mich recht entsinne ging es bei der Spendenaktion für Mike Malloy`s Eurocrime-Doku darum , Lizenzen für einzelne Trailer /Ausschnitte zu erwerben ! BTW , gibt es in der Sache mittlerweile irgendwelche Neuigkeiten ? :?


Zuletzt geändert von Operazione Bianchi am 04.08.2010 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 15:33 
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Oder wie z.B. beim "TODESSCHREI DER KANNIBALEN",da sind es zwar keine Szenen aus anderen Filmen,dafür ist die Musik aber geklaut.(Kraftwerk!)

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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 16:39 
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AL NORTHON hat geschrieben:
Oder wie z.B. beim "TODESSCHREI DER KANNIBALEN",da sind es zwar keine Szenen aus anderen Filmen,dafür ist die Musik aber geklaut.(Kraftwerk!)



Was wurde denn da von Kraftwerk verwendet?


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BeitragVerfasst: 04.08.2010 16:42 
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Normalerweise wenn solche Musik verwendet wurde, dann musst du als Lizenznehmer einen sogenannten Music Cue Sheet bekommen, das ist eine offizielle Auflistung, was für Musik an welcher Stelle und wie lange verwendet wurde. Ich hab hier z.B. noch von ein paar Italowestern Kopien der Original-MCSs mit Unterschrift von Onkel Ennio, aber bei den meisten gibts neue Excel-Listen oder ähnliches.

Jedenfalls gibt es danach 2 Varianten: Nummer 1: Mit dem Lizenzvertrag bekommst du eine Erklärung vom Produzenten, dass der Komponist komplett ausbezahlt wurde und derjenige keine Rechte an der Musik mehr hält. Das geht aber fast nur bei Amerikanern, da deren Urheberrecht ja einen Komplettverkauf von Musikrechten erlaubt, hier in Deutschland ginge das gar nicht. Das wäre dann Nummer 2: Die Liste bekommt die zuständige Musikverwertungsgesellschaft überlassen (bei uns Austro Mechana, bei anderen Labels z.B. die GEMA) und ein kleiner Prozentsatz vom Umsatz wird dann z.B. an die GEMA abgetreten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 17:06 
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AL NORTHON hat geschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=ldojLmsobi8



Wow, das paßt ja mal überhaupt nicht zu den Bildern :D Ob Ralf Hütter davon was weiß?


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 04.08.2010 18:02 
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Michael hat geschrieben:
Normalerweise wenn solche Musik verwendet wurde, dann musst du als Lizenznehmer einen sogenannten Music Cue Sheet bekommen, das ist eine offizielle Auflistung, was für Musik an welcher Stelle und wie lange verwendet wurde. Ich hab hier z.B. noch von ein paar Italowestern Kopien der Original-MCSs mit Unterschrift von Onkel Ennio, aber bei den meisten gibts neue Excel-Listen oder ähnliches.

Jedenfalls gibt es danach 2 Varianten: Nummer 1: Mit dem Lizenzvertrag bekommst du eine Erklärung vom Produzenten, dass der Komponist komplett ausbezahlt wurde und derjenige keine Rechte an der Musik mehr hält. Das geht aber fast nur bei Amerikanern, da deren Urheberrecht ja einen Komplettverkauf von Musikrechten erlaubt, hier in Deutschland ginge das gar nicht. Das wäre dann Nummer 2: Die Liste bekommt die zuständige Musikverwertungsgesellschaft überlassen (bei uns Austro Mechana, bei anderen Labels z.B. die GEMA) und ein kleiner Prozentsatz vom Umsatz wird dann z.B. an die GEMA abgetreten.


Dito

Hinzufügen kann man noch, das prinzipiel jeder Filmausschnitt (z.B. Eurocrime Doku) oder jedes Musikstück lizensiert werden muss, insofern es einen Rechteinhaber gibt. Wurde z.B. als Score Library Musik verwendet (z.B. Dawn of the Dead !!!US FASSUNG!!!), ist dieses meistens Gemafrei - quasi Pornomucke = Bausteinmusik. Die Argento-Fassung hat den Goblin-Score und da Goblin bei der GEMA gelistet sind, muss abgedrückt werden.

Generell verlangen die meisten Presswerke auch im Vorfeld eine GEMA Freigabe (heutzutage wickeln die das selber ab, als Kundenservice) und erst dann wird die DVD produziert. Hat man die von Micha angesprochenen MCS, geht das fix. Hat man sie aus irgendwelchen Gründen nicht, sucht sich die GEMA anhand des Kombonisten alle Daten selbst zusammen, insofern der jeweilige Kombonist da gelistet ist (Ich weiß nicht, wie es bei Micha abläuft, denke aber mal, nicht wirklich viel anders)

Bei Dokus mit Filmausschnitten ist es generell immer gut, wenn der Lizenzgeber der Doku sich für diese Ausschnitte auch die Weltvertriebsrechte gesichert hat, ansonsten muss man entweder 1) alle Firmen abklappern und nachlizensieren, oder 2) die Ausschnitte werden komplett aus der Doku entfernt, um Streitigkeiten vorzubeugen.
Da gibt es schon lustige Fallbeispiele, die einem die Krux schwarz auf weiß belegen.

Bei TODESSCHREI DER KANNIBALEN wird dies wohl geklaute Musik gewesen sein, da sie auf der X-Rated nicht zu finden war ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 05.08.2010 11:12 
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Subkultur-Entertainment hat geschrieben:
Bei TODESSCHREI DER KANNIBALEN wird dies wohl geklaute Musik gewesen sein, da sie auf der X-Rated nicht zu finden war ;)



Bei Verwendung hätte Ralf Hütter die Hütte auch dicht verklagt. Der ist da nicht zimperlich und verklagt alles was sich bewegt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lohnen sich Independent Labels in HD Zeiten noch?
BeitragVerfasst: 05.08.2010 16:34 
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italostrikesback hat geschrieben:
Sehr interessante Ausführungen!
Inwieweit kann man sich auf Lizenzinhaber verlassen? Manchmal meldet sich doch nach Erscheinen der DVD ein anderer "rechtmäßiger" Lizenzinhaber.

Ist es nicht ein absoluter Rechte Dschungel?


Gelegentlich wohl ja. Sprich mal Holger Bals (ehemals e-m-s) auf den "Nachtportier" an...


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