Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 23.03.2014 19:41 
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Mach's nochmal, Baby
(Hommage an Jess Franco)

(Elles font tout) Frankreich 1979, 80 Min, dF, 35mm, R: Jess Franco, D: Lina Romay, Marius Clavier, Susan Hemingway

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Montag 24.3. um 21:15
Dienstag 25.3. um 21:15

Eintritt: 5,-

Mit dieser explizit-erotischen, liebenswerten Komödie setzen wir unsere Hommage an die im April 2013 verstorbenen spanische Exploitation-Legende Jess Franco fort. ELLES FONT TOUT zeigt Franco von seiner wenig bekannten komischen Seite, für die er heute in seinem Heimatland geliebt wird, während seine entsprechenden Filme es größtenteils nie in die deutschen Kinos schafften.

Drei Pärchen, die sich über erotische Kontaktanzeigen kennengelernt haben, treffen sich in einem kleinen Hotel in der Normandie, um ein "heißes Wochenende" zu verleben. Doch statt sich auf die Suche nach sinnlicher Erfüllung zu begegeben, wird in den Hotelbetten zunächst nur Trübsal geblasen - die anfangs so munteren Vögel wissen nämlich so aus nächster Nähe, von Aug zu Aug und Hand zu Hand, gar nicht recht etwas miteinander anzufangen! Doch zum Glück gastiert im gleichen Haus auch eine exaltierte Porno-Diva (mit Verve gespielt von Francos Lebensgefährtin Lina Romay), die sich jederzeit und allerorts zur sexuellen Heilerin berufen fühlt und den schlaffen Damen und Herren gehörig einheizt...
Wir freuen uns, dieses von Franco-Fans weltweit gesuchte, seltene Werk von einigem Witz und Spritz in der seit den frühen 80er Jahren nicht mehr gezeigten, überaus charmanten deutschen Synchronfassung präsentieren zu können und raten insbesondere Paaren ausdrücklich zum Besuch!



Youth
(Nürnberger Erstaufführung)

Israel/D/F 2013, 107 Min., OmU, HD, R.: Tom Shoval, D.: Eitan Cunio, David Cunio, Moshe Ivgy

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Donnerstag 27.3. um 21:15
Freitag 28.3. um 21:15
Samstag 29.3. um 21:15
Sonntag 30.3. um 21:15
Montag 31.3. um 21:15

Eintritt: 5,-

„Yaki und Shaul sind Brüder. Die symbiotische Beziehung der beiden lässt die beiden wie ein Wall in der Brandung den Widrigkeiten des Lebens gegenüberstehen. Seit ihr Vater arbeitslos geworden ist und der Wohnungskredit nicht mehr gezahlt werden kann, droht der Familie die Obdachlosigkeit. (…) Sie kidnappen eine Mitschülerin und versuchen in dem kurzen Zeitraum des brüderlichen Fronturlaubs, Lösegeld zu erpressen. Was zunächst generalstabsmäßig geplant erscheint, wird zunehmend von Unsicherheiten, moralischen Bedenken und Verzweiflung über die allgegenwärtige Familiensituation durchzogen. Und plötzlich gerät alles aus den Fugen.“ (port-prince.de)

„Tom Shoval steht im Foyer des Kino International und weiß nicht, wohin mit seinen Händen. Gleich wird er etwas über seinen ersten Film sagen. Das Kino ist ausverkauft, 551 Sitzplätze, und an der Kasse drängen noch immer Berlinale-Besucher, die hoffen, dass die Platzanweiser freie Plätze entdecken. Sein Film ist der Geheimtipp auf der Berlinale. (…) Alles hat der Film, 90 Minuten lang: Spannung, Traurigkeit, den Humor von Quentin Tarantino und eine Wucht, die beweist: Die emotionalsten Filme kommen zur Zeit aus Israel, nicht mehr aus Hollywood.“ (Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung)

„Man kann das israelische Kino nur bewundern für das, was der zuständigen Ministerin mitunter ein Dorn im Auge ist: Seinen wachen Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen im eigenen Land. Und wenn dabei junge Filmemacher ganz nebenbei das Genrekino neu erfinden sollten, umso besser.“ (Daniel Kothenschule, Frankfurter Rundschau)

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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 30.03.2014 19:27 
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The Funhouse - Das Kabinett des Schreckens
(Horror-Klassiker)

USA 1981, 96 Min., engl. OV, 35mm, R.: Tobe Hooper, D.: Elizabeth Berridge, Shawn Carson, Jeanne Austin

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Donnerstag 3.4. um 21:15
Montag 7.4. um 21:15

Eintritt: 5,-

„Vier Jugendliche lassen sich aus Spaß über Nacht in einer Geisterbahn einschließen und werden dort Zeuge, wie der mißgestaltete Sohn des Besitzers eine Prostituierte ermordet. Dabei werden sie bemerkt, worauf Sohn und Vater in dem geschlossenen Haus beginnen, auf die vier Jagd zu machen. Eine Jagd, die nur einer von ihnen überleben wird.“ (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

Tobe Hooper, Regisseur des legendären Original-„Texas Chainsaw Massacre“, schuf mit „The Funhouse“ für lange Zeit seinen letzten wirklich gelungenen Film. Die Einleitung mag etwas lang sein, aber die Jahrmarktsatmosphäre wird dabei hervorragend eingefangen. Danach entwickelt sich der Streifen zu einem sehr intensiven, exzellent inszenierten Schocker mit einem von dem brillanten Make-Up-Künstler Rick Baker grandios gestalteten Monster.

Hooper hatte hier erstmals ein relativ hohes Budget zur Verfügung, das er geschickt nutzt, ohne dabei den Horror – wie in seinem nächsten Film, dem Kassenschlager „Poltergeist“ – zu verwässern. Ähnlich wie in „The Texas Chainsaw Massacre“ wirken die Gewaltszenen sehr schockierend und brutal, ohne dass dabei viel Blut fließt. In England reichte dies seinerzeit für ein Verbot.



Lebendig gefressen
(Zur FFF-Nights-Aufführung von "The Green Inferno")

(Mangiati vivi!) I 1980, 87 Min., dF, 35mm, R.: Umberto Lenzi, D.: Robert Kerman, Janet Agren, Ivan Rassimov

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Freitag 4.4. um 21:15
Dienstag 8.4. um 21:15

Eintritt: 5,-

Passend zur FFF-Nights-Aufführung Eli Roths "The Green Inferno", einer Hommage an den italienischen Kannibalenfilm der 70er und frühen 80er Jahre, bringen wir eines der originalen Vorbilder dieser berüchtigten Gattung zurück auf die Leinwand. Eine blutige Trash-Granate!

„Der Urwald ist voll von mörderischen Kannibalen, die stets ihre Opfer aus dem Hinterhalt erlegen und bei lebendigem Leibe auffressen! Als „Vorankündigung“ für den Tod des nächsten Eindringlings bleibt immer ein Körperteil im Busch liegen … ! Für eine Forscherin und ihre ständig kleiner werdende Expeditionstruppe beginnt die Flucht und ein sinnloser Kampf ums Überleben. Da zeichnet sich eine Rettung ab: Jonas, der Führer der religiös-fanatischen Purifikations-Sekte, die im Dschungel haust, nimmt die Gruppe auf! Doch nun beginnt ein Kesseltreiben der irren Sekte um die letzten Überlebenden …! Ein Film, den man angewidert hassen kann – vergessen wird man ihn nie!“

Soweit der mit vielen Ausrufezeichen garnierte Reklametext für die 30-minütige Super-8-Ausschnittfassung für den damaligen Heimkino-Markt. Die S-8-Version schlug übrigens schon 1980 mit stolzen 298 DM (oder heute ohne den natürlich erforderlichen hohen Inflationszuschlag etwa 150 Euro) zu Buche – und verkaufte sich dennoch bestens. Zwar wurde dieser „internationale Großfilm“ (Verleihreklame), der „so unglaublich wie sein Titel“ sei, kostensparend mit ein paar Sequenzen aus älteren Kannibalenschockern angereichert. Doch Umberto Lenzi hat diesen Generalangriff auf den guten Geschmack doch recht flott, routiniert und zum Glück mit einer guten Portion unfreiwilliger Komik in Szene gesetzt. Hinzu kommt eine illustre Besetzung, zu der sich neben beliebten B-Film-Recken mit Mel Ferrer sogar ein echter Promi-Darsteller gesellte.

„Lebendig gefressen“ fügte sich damals perfekt in die überbordende Welle von Splatter und Extrem-Exploitation ein und wurde ein großer Hit in den Bahnhofs- und Grindhouse-Kinos. Dass der deutsche Verleih mit unglaublich drastischen Aushangfotos warb, für die sich auch schnell der Staatsanwalt interessierte, war daran wohl nicht unschuldig. Natürlich war Lenzis Appetitanreger auch ein besonders häufig attackierter Streifen im Zuge der kurze Zeit später folgenden hysterischen Anti-Horrorvideo-Kampagne.

Aus heutiger Sicht ein durch Anspielungen auf reale Ereignisse um die Jim-Jones-Sekte besonders obskur wirkendes Machwerk, das durchaus einiges über die Bedürfnisse eines damals nach Blut und Tabubrüchen geradezu lechzenden Publikums verrät.



Adam Chaplin
(Necrostorm-Werkschau)

I 2011, 84 Min., OmU, HD, R.: Emanuele De Santi, D.: Emanuele De Santi, Valeria Sannino, Chiara Marfella

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Donnerstag 10.4. um 21:15
Sonntag 13.4. um 21:15

Eintritt: 5,-

Nach dem Niedergang der einstmals blühenden italienischen Filmproduktion in den 80ern kam auch der Boom italienischer Horror-, Splatter-, Endzeit- und Sci-Fi-B-Movies praktisch zum Erliegen.
Das gelegentliche Wiederaufbäumen ehemals verdienter Regie-Altmeister in den 90ern und Nuller-Jahren brachte in der Regel nur lahme und lustlose Durchschnittsfilme hervor, die lediglich noch ein Schatten ihrer eigenen Genre-Perlen aus den 70ern und frühen 80ern waren.
Umso überraschender sind die ersten Gehversuche der Independent-Filmschmiede NECROSTORM der Brüder Emanuele und Giulio de Santi, die natürlich viele Einflüsse bekannter Genre-Klassiker verarbeiten, dabei aber eine völlig neue, frische Ästhetik kreieren, die zum Teil sichtlich an - vor allem japanische - Animationsfilme und Comics angelehnt ist, und für die sogar ein neues Verfahren für (handgemachte) Spezialeffekte entwickelt wurde. Wir zeigen in einer kompakten Werkschau innerhalb einer Woche sämtliche drei bisher entstandenen Necrostorm-Filme! Den Auftakt bildet ADAM CHAPLIN:

„Das fiktive Land Heaven Valley: Adam und seine Frau sind ein glückliches Paar. Bis zu dem Tag, an dem seine Frau wegen einem kleinen, geliehenen Geldbetrag von Gangsterboss Denny Richards gekidnappt wird. Da sie die Schulden bei Denny nicht begleichen kann, überschüttet dieser sie mit Benzin, setzt sie in Flammen und sie verbrennt zu Tode. Besessen von Rache hat Adam nur noch ein Ziel vor Augen: Den Tod seiner Frau zu rächen. Ein namenloser Dämon erscheint ihm und bietet ihm übernatürliche Kraft und Stärke an, wenn er im Gegenzug die Befehle des Dämons befolgt. Adam geht den Deal ein und von nun an sitzt der Dämon auf seiner rechten Schulter, um ihm Kraft und Ratschläge zu geben auf dem Pfad der Rache. (...) Emanuele de Santis Debütfilm ist ein grandioser Film, produziert mit einem recht geringen Budget. Der Film ist hyperbrutal und bluttriefend, einer der besten Independent/Low-Budget-Movies, die ich in den letzten Jahren gesehen habe - weit entfernt von der sogenannten „campiness“. (…) Man kann sehen dass Emanuele ein Fanboy ist und dass Filme wie FIST OF THE NORTH STAR, STORY OF RICKY, BRAINDEAD und THE CROW ihn beeinflusst und inspiriert haben.

Aber er kopiert hier nicht einfach seine filmischen Inspirationsquellen, er nutzt diese als Nährstoff für seinen eigenen Film. Emanuele de Santi war bei seinem Debüt als „Ein-Mann-Armee“ tätig und beschränkte sich nicht nur auf die Regie. Er schrieb auch das Script, arbeitete an den Special FX mit, schrieb und komponierte die Filmmusik und übernahm auch noch die Hauptrolle.

Für den Film wurde von Necrostorm extra ein neues und spezielles Verfahren für die Special FX, welches von ihnen entwickelt wurde, benutzt. Dieses Verfahren nennt sich „H.A.B.S.“ (Hyperrealistic Anime Blood Simulation) und gibt den SFX einen sehr guten und einzigartigen Look. Was mir besonders gut gefällt ist die Tatsache das fast alle FX handgemacht sind und nicht am PC generiert wurden, das H.A.B.S.-Verfahren am PC wurde nur genutzt, um ihnen noch das I-Tüpfelchen zu verpassen. (…)

Die Story des Films ist sichtlich von THE CROW und Goethes FAUST beeinflusst. Bei mir persönlich wurden auch Erinnerungen an Jim van Bebbers DEADBEAT AT DAWN geweckt. Zum einen, weil die Storys sich etwas ähneln, aber auch durch die triste, graue, düstere und trostlose Umgebung in ADAM CHAPLIN. Die Umgebung weckt aber auch Erinnerungen an die postapokalyptischen Filme der 80er aus Italien (wie z.B. THE RIFFS, FIREFLASH oder METROPOLIS 2000). (…)“ (siteboard.org)



Taeter City
(Necrostorm-Werkschau)

I 2012, 73 Min., engl. OV, HD, R.: Giulio De Santi, D.: Monica Muñoz, Riccardo Valentini, Santiago Ortaez

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Freitag 11.4. um 21:15
Montag 14.4. um 21:15

Eintritt: 5,-

„Die ganze Welt und auch Taeter City werden von der Organisation „The Authority“ beherrscht. Und die dulden keine Aufstände, Verbrechen oder Kriminellen. In über 30 Jahren Forschung haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das „Andromeda Syndrome“ dafür verantwortlich ist, aus Menschen eiskalte Mörder zu machen, dabei handelt es sich, um genauer zu sein, um einen Defekt im Hirn. Doch da kann Abhilfe geschaffen werden, denn Taeter City hat das „Zeed System“ entwickelt. Das sind Radiowellen, die über die Strommäste gesendet werden. Doch diese Radiowellen sind keine gewöhnlichen Radiowellen, das „Andromeda Syndrome“ wird durch sie umgekehrt und macht aus eiskalten Killern im Handumdrehen Selbstmörder. Und sollte es doch mal Probleme geben, gibt es immer noch die sogenannten „Biker Officers“, eine Sondereinheit, die darauf spezialisiert ist, mit den Verbrechern und Mördern kurzen Prozess zu machen. Da die Welt eh an einer Überbevölkerung leidet, werden die Mörder, die Suizid begangen haben, kurzerhand zu Burgerfleisch und Blood Energy Drinks weiterverarbeitet. (…)

Wie bei ADAM CHAPLIN, werden auch bei TAETER CITY keine Gefangenen gemacht und man bekommt wieder reichliche Gore- & Splatter-FX par excellence. Auch hier ist wieder alles handgemacht und in der Postproduktion durch H.A.B.S. verfeinert worden. Die Story ist wirklich abgefahren, auch wenn sie nicht tiefgründig ist oder innovativ, es wirkt ein bisschen wie ein Mix aus ADAM CHAPLIN und JAHR 2022...DIE ÜBERLEBEN WOLLEN.

(…) TAETER CITY wirkt auf das Herz des Gorehounds wie eine direkte Adrenalininjektion und ist eine extrem blutige Sci-Fi-Horror-Achterbahnfahrt mit unterschwelliger zynischer, ironischer und überspitzter Gesellschaftskritik, fernab vom präpubertären Wald- & Wiesen-Gonzo-Splatter voll von campiness, den man sonst aus dem Genre gewohnt ist! (…)“ (siteboard.org)



Hotel Inferno
(Necrostorm-Werkschau)

I 2013, 78 Min., engl. OV, HD, R.: Giulio De Santi, D.: Rayner Bourton, Jessica Carroll, Michael Howe

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Samstag 12.4. um 21:15
Dienstag 15.4. um 21:15

Eintritt: 5,-

„Wir begleiten Frank Zimosa, einen Profikiller, bei einem seiner Jobs. Er soll in einem Hotel zwei Mörder umbringen. Leichter gesagt als getan, denn die Vorgaben für diesen Mord erscheinen nicht nur ihm sehr merkwürdig. Als er dann zur Tat schreiten will, wird ihm schnell bewusst, dass hier etwas gewaltig falsch läuft. Doch als er es erkennt, ist es bereits zu spät, und so beginnt für ihn das Grauen auf Erden und das Hotel wird wahrlich zu einem Inferno, in dem es nur darum geht, lebendig zu entkommen.

Necrostorm is back. Nachdem die Jungs aus Italien bereits mit ADAM CHAPLIN die Gorekeule rausgeholt und diesen mit TAETER CITY sogar noch übertroffen haben, bescheren die Italiener dem Gorehound nun den ersten Splatterfilm, der komplett in der Ego-Perspektive gedreht worden ist. (…)

Holy Shit, was haben die Italiener da wieder vom Stapel gelassen. (…) Zimosa sieht man während des gesamten Films nicht. Lediglich seine Hände und Beine werden von der Kamera immer wieder eingefangen. In Räumen mit Spiegeln wird die Kamera immer clever von eben jenen ferngehalten, damit der Zuschauer den Schauspieler nie sieht und sich so noch besser mit dem Killer identifizieren und selbst zu ihm werden kann. Dadurch entsteht ein ungemeiner Sog, der den Zuschauer in das Geschehen versetzt. (…) Immer wieder fühlt man sich als Zuschauer genau so in die Enge getrieben, wie man es normalerweise nur aus Ego-Shootern kennt, dass die Jungs diese Stimmung und diese beklemmende Atmosphäre auf einen Film übertragen konnten, verdient wirklich großen Respekt. Dank der tollen Musik, die zunächst sehr rockig à la 80s-Action daherkommt und später in treibende Beats umschlägt, wird diese Atmosphäre weiter verstärkt, und die Nerven spannen sich förmlich an. Aber auch sonst herrscht in dem ganzen Film eine sehr horroreske Stimmung, wie man sie zuvor von der Necrostorm-Crew noch nicht geliefert bekommen hat. Dadurch hebt sich Hotel Inferno auch deutlich von den ersten beiden Werken ab und entwickelt so seine ganz eigene Identität. (...)

Fazit: Abschließend kann man wirklich nur sagen, dass Hotel Inferno das bisherige Highlight der Necrostorm-Jungs geworden ist, denn hier stimmt neben den Effekten auch die handwerkliche Umsetzung. (...) Ein rasantes Action-Splatter-Feuerwerk, das einfach nur Spaß macht und 72 Minuten bestens unterhält.“ (unserekleinefilmwelt.de)


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 14.04.2014 16:01 
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Adjust Your Tracking: The Untold Story of the VHS Collector
(Nürnberger Erstaufführung)

USA 2013, 84 Min., engl. OV, HD, R.: Dan M. Kinem, Levi Peretic, D.: Lloyd Kaufman, Anthony Timpone, Fred Vogel

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Donnerstag 17.4. um 21:15
Freitag 18.4. um 21:15
Samstag 19.4. um 21:15
Sonntag 20.4. um 21:15
Montag 21.4. um 21:15

Eintritt: 5,-

Wie jedes gute Medium überdauert auch VHS seine Zeit: Es gibt sie noch da draußen - die VHS-Geeks! Zwei dieser Geeks, Dan Kinem & Levi Peretic haben etwas Geld gecrowdfunded, um einen Dokumentarfilm über die noch sehr lebendige VHS-Szene zu drehen: Sammler, Videothekenbetreiber, Filmemacher und Verleiher erzählen über ihre Liebe zum Medium. Und über die Zeit, als man trotz oft mäßiger Qualität und falschen Bildformaten wahnwitzige Preise für einzelne Cassetten bezahlt hat, weil man nur auf diese Weise an seltene Filme oder ungeschnittene Fassungen herangekommen ist.

Die Macher wissen, wovon sie erzählen: Levi „Dabeedo“ Peretic ist Filmemacher und mit VHS aufgewachsen. Dan Kinem betreibt die Website „VHShitfest“, ist Horror- und natürlich VHS-Fan und wohnt derzeit in einem Haus aus Videokassetten in Philadelphia. So verwundert es nicht, dass ADJUST YOUR TRACKING ein sehr liebevoller, spannender und humorvoller Einblick in eine ungewöhnliche Subkultur geworden ist. Die Bildqualität wurde passend zum Thema so gestaltet, dass sie bewusst an alte VHS-Videos erinnert und damit die richtige Atmosphäre aufkommen lässt.


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BeitragVerfasst: 06.10.2014 14:52 
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Mysterien der Pornographie
(Wiederentdeckung)

(It's All for Sale) USA 1969, 81 Min., dF, 35mm, R.: Alexander Maxwell, D.: Albert Jenkins, Patricia Collins, Sue Saber

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Donnerstag 9.10. um 21:15
Samstag 11.10. um 21:15
Sonntag 12.10 um 21:15

Eintritt: 5,-

Lernen Sie Dr. Albert Jenkins kennen - selbsternannter Referent und Enthusiast in Sachen Pornographie, Sexspielzeug und käufliche Liebesdienste! Seriös und liebevoll führt er Sie ein in die wunderbare Welt der erotischen Massage und der Aktfotografie. Sachlich und verständnisvoll zeigt er ihnen, mit welchen kleinen, praktischen Hilfsmitteln sie ihre Beziehung wieder aufpeppen können. Und damit auch ihr Auge mitessen kann, nimmt er – natürlich nur für Sie! - an einer Gruppensex-Orgie teil. Wie er nicht müde wird, zu betonen: „Heute kann man sich ALLES kaufen!“

Die Originalfassung von MYSTERIEN DER PORNOGRAPHIE gilt in den USA als verschollen. Die nicht minder seltene, charmant synchronisierte deutsche Fassung, die bei uns zu sehen sein wird, ist vom Essig-Syndrom (ein chemischer Prozess, der den Film zersetzt) befallen und wird nicht mehr lange existieren. Sehen Sie diesen Film, solange Sie noch können!


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 15.10.2014 13:20 
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H.O.T.S. - American Teens
(Tuesday Trash Night)

USA 1979, 96 Min., dF, 35mm, R.: Gerald Seth Sindell, D.: Susan Kiger, Lisa London, Pamela Jean Bryant

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Dienstag 21.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Auf dem Campus herrscht Krieg. Mädels gegen Mädels. Blonde gegen Brünette. So lautet die Prämisse dieses frühen Höhepunkts der Ende der 70er anrollenden College-Komödien-Welle. Und was machen Frauen, wenn sie sich an anderen Frauen rächen wollen? Genau: Sie versuchen mit deren Männern zu schlafen – und zwar mit allen!

„Teensploitation at its best! Was Regisseur Gerald Seth Sindell mit H.O.T.S. abgeliefert hat, spottet auf der einen Seite wirklich jeglicher Beschreibung, sollte auf der anderen Seite das Herz eines jeden Genrefans aber definitiv höher schlagen lassen. Wie die meisten seiner Kollegen verzichtet auch Sindell so gut wie komplett auf eine Story und verlässt sich dabei lieber auf die überzeugenden Argumente seiner attraktiven Hauptdarstellerinnen. An Nacktszenen geizt der Film genauso wenig wie an entsprechend niveaulosen Scherzen. Ein wahres Fest des schlechten Geschmacks. Absoluter Höhepunkt ist das Strip-Football-Spiel im Finale des Streifens, während dessen der geneigte Zuschauer mit einigen wahrlich grandiosen Kameraeinstellungen verwöhnt wird. Groß, verdammt groß!“ (filmforen.de)

Auftakt zur neuen Reihe "Tuesday Trash Night", in der zukünftig einmal pro Monat an einem Dienstag ausgewählte Trash-Perlen gezeigt werden.



Decoder
(Wiederaufführung)

BRD 1984, 87 Min., HD, R.: Muscha, D.: FM Einheit, Genesis P-Orridge, William Rice, Christiane F., William S. Burroughs

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Donnerstag 23.10. um 21:15
Freitag 24.10. um 21:15
Sonntag 26.10. um 21:15
Montag 27.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Inhalt:

Mit seinem Kassettenrecorder bewaffnet ist der „Decoder“ (FM Einheit) in den verödeten Stadtgebieten der Jetztzeit unterwegs und sammelt Töne und Geräusche, die er in seinem Heimstudio zerhackt und neu zusammensetzt. Er glaubt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den ausdruckslos zufriedenen Gesichtern der Leute, die in Fastfood-Läden Hamburger in sich hineinstopfen und der „Muzak“, mit der sie dabei berieselt werden. Ist er einer allgemeinen Verseuchung der Stadt mit Junk und Plastikmusik auf der Spur? Seine Freundin Christiana (Christiane F.), die in einer Peepshow arbeitet, nimmt ihn nicht ernst, bis er in eine kultische Piraten-Messe gerät, dort den Hohepriester (Genesis P-Orridge) kennenlernt und mit den Piraten ein „Anti-Tape“ produziert. Das Chaos bricht in der Stadt aus. Das Sicherheitsministerium setzt einen Agenten (Bill Rice) auf den Unruhestifter an, doch der Mann mit den Laseraugen scheint eher von Christiana fasziniert zu sein...

Der 80er Kultfilm von Muscha ist eine frühe Cyberpunk-Fantasie frei nach William S. Burroughs, der in dem Film als Fachverkäufer für elektronische Bauteile einen kurzen Auftritt hat. Der Score von Genesis P-Orridge/Dave Ball und FM Einheit/Jon Caffery enthält Songs von Soft Cell, den Einstürzenden Neubauten und The The. Seit 30 Jahren feiern Fans, vor allem in Italien, Japan und den USA, DECODER als Meisterwerk der Medien-Kritik, des Industrial und der Gegenkultur. Nun ist der Film auch endlich wieder in Deutschland zu sehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 15.10.2014 13:56 
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KommKino hat geschrieben:
Decoder

Geiler Film :!:

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"Uh, I hope, I didn't brain my damage." - Homer Simpson

Wiederaufführung | Alte Filme. Neu entdeckt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 22.10.2014 22:22 
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Halloween-Special
(Zur Nacht des Grauens)

Horror-80s-Classics-meets-Japan-Splatter-Double-Feature

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Freitag 31.10. um 21:15

Eintritt: 7,- :!:

Einen Terror-Schocker aus den USA und eine Splatter-Granate aus Japan zeigen wir im Double Feature (7 Euro für beide Filme) zu Halloween.

Näheres zum ersten Film:

Das Haus der lebenden Leichen

(Don't Go in the House) USA 1980, 82 Min., dF, 35mm, R.: Joseph Ellison, D.: Dan Grimaldi, Charles Bonet, Bill Ricci

Weil Mutti ihn im Kindesalter mit glimmenden Zigaretten bestrafte, entwickelt Donny als junger Mann eine gefährliche Faszination für Feuer. Schon bald hallen die Todesschreie seiner brennenden Opfer aus dem hauseigenen Folterkeller…
Kurz nachdem das kontroverse Meisterwerk „Maniac“ für Furore gesorgt hatte, kam „Das Haus der lebenden Leichen“ in die Kinos. Ein kompromisslos harter und morbider Schocker, der sich in den frühen 80ern zum Hit in Mitternachtsvorstellungen entwickelte und bei Kennern schon lange als Geheimtipp gilt. Ein echtes Horror-Schmankerl für Zuschauer mit starken Nerven.


Als zweites wird ein Überraschungsfilm aus der japanischen Splatterschmiede jüngeren Datums zu sehen sein. Der Titel wird nicht verraten. Jedenfalls wird es sehr durchgeknallt und sehr blutig zugehen …



Der Samurai
(Nürnberger Erstaufführung)

D 2014, 80 Min., HD, R.: Till Kleinert, D.: Pit Bukowski, Michel Diercks, Uwe Preuss

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Donnerstag 30.10. um 21:15
Samstag 1.11. um 21:15
Sonntag 2.11. um 21:15
Montag 3.11. um 21:15
Dienstag 4.11. um 21:15

Eintritt: 5,-

Inhalt:

Ein Wolf streift durch die Wälder am Rand eines kleinen Dorfs an der deutsch-polnischen Grenze. Jakob, ein junger Polizist, ist ihm auf der Spur, aber er wittert noch etwas anderes in der Dunkelheit. Er stößt auf einen Mann, so scheint es zumindest, mit wildem Blick und drahtigem Körper. Er trägt ein Kleid und schwingt ein Katana, ein japanisches Schwert. Als der Fremde Jakob zu einem Kreuzzug gegen das Dorf verführen will, muss dieser an seine Grenzen und darüber hinaus gehen, um die Verwüstungen aufzuhalten, die sein geheimnisvoller Verehrer erst unter Gartenzwergen und Wachhunden, dann unter den Bewohnern des Dorfes anrichtet. Im Morgengrauen nach dieser rabenschwarzen Nacht ist nichts mehr, wie es einmal war. Und Jakob muss lernen, was es heißt, aus der Reihe zu tanzen...

DER SAMURAI ist ein alptraumhafter Thriller über eine persönliche Befreiung. Was als eine mysteriöse, aber dennoch in der Realität verwurzelte Erzählung beginnt, nimmt im weiteren Verlauf immer fantastischere Züge an.

„Der surreale Thriller „Der Samurai“ feierte als sogenanntes „Midnight Movie“ auf der 64. Berlinale seine Premiere, also in einer Programmsparte, die für Filme gedacht ist, die dem Genrekino frönen. […] Und die Mission gelingt: „Der Samurai“ ist ein Film aus Fleisch und Blut, der von einem unbedingten Stilwillen lebt, stets spannend bleibt und nach ganz eigenen Spielregeln funktioniert.“ (Christian Horn, filmstarts.de)


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 24.11.2014 15:52 
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Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
(Wiederaufführung)

BRD 1970, 67 Min., HD, R.: Rosa von Praunheim, D.: Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling

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Donnerstag 27.11. um 21:15
Freitag 28.11. um 21:15
Samstag 29.11. um 21:15
Sonntag 30.11. um 21:15
Montag 1.12 um 21:15
Dienstag 2.12 um 21:15

Eintritt: 5,-

Daniel (Bernd Feuerhelm), ein junger Mann aus der Provinz, kommt nach Berlin und trifft dort zufällig Clemens (Beryt Bohlen). Beide erleben die große Liebe. Sie ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Doch nach vier Monaten endet das junge Glück. Daniel hat inzwischen einen älteren, reichen Mann kennengelernt und zieht mit ihm in dessen Villa zusammen. Als sein neuer Partner ihn jedoch betrügt, löst sich Daniel von der Beziehung und taucht in die Schwulenszene der Großstadt ein.

Unmittelbar nachdem 1969 der kontroverse §175 im deutschen Strafgesetzbuch erstmals reformiert wurde, begann Rosa von Praunheim mit der Inszenierung seines filmischen Manifests für die neu erstarkte Homosexuellenbewegung. Als die ARD den „Schwulen-Schocker“ trotz heftiger politischer Gegenwehr 1973 zur Hauptsendezeit ausstrahlte, klinkte sich der konservative Bayrische Rundfunk umgehend aus dem laufenden Programm aus – es würden „Szenen gezeigt, die die Grenze des Erträglichen überschreiten“. Selbst im schwulen Lager löste der Film verwirrte und empörte Reaktionen aus, sorgte jedoch im gleichen Maße auch für Solidaritätsbekundungen und aufklärerischen Aktionismus, dessen Anliegen noch bis heute fortlebt. Erstmals ist nun eine HD-restaurierte Fassung des zeitlosen Klassikers zu sehen.

Historische Pressezitate:
"… immense Provokation." (Süddeutsche Zeitung)
"… ein militant marxistischer Aufruf für ein Ende der Schwulenunterdrückung." (New York Times)
"Aufstand der Perversen" (Deutsche Wochenzeitung)
"Raus aus den Toiletten, rein in die Straßen! Freiheit für die Schwulen!" (Rosa von Praunheim)



That's Sexploitation!
(Nürnberger Erstaufführung)

USA 2013, 136 Min., engl. OF, Digital, R.: Frank Henenlotter, D.: Albert Cadabra, Gal Friday, David F. Friedman

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Donnerstag 4.12. um 21:15
Freitag 5.12. um 21:15
Samstag 6.12. um 21:15

Eintritt: 5,-

Die Geschichte von über 40 Jahren Sex im Kino (1930 – 1970). Am Beispiel unzähliger erstklassig erhaltener Archiv-Clips erfährt man nahezu alles über die Entwicklung des Genres vom Sex-Hygiene und Drogen-Aufklärungsfilm über Pin-Up-Movies, FKK-Camp-Streifen sowie Striptease- und Burlesque-Filmchen bis zum Arthouse Cinema, Sexy Psychedelics und Pre-Hardcore-Filmen. Durch dieses selten ins Licht gerückte Kapitel amerikanischer Filmgeschichte führen der ungekrönte König des Exploitation-Films David F. Friedman und der Regisseur Frank Henenlotter (“Basket Case”, “Frankenhooker”).



Blutjunge Mädchen - Hemmungslos
(Begleitend zur Sexploitation-Doku)

(OT: The Godson) USA 1971, 76 Min., dF, 35mm, R.: William Rotsler, D.: Keith Erickson, Jane Allyson, Jason Yukon

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Sonntag 7.12. um 21:15
Montag 8.12. um 21:15

Eintritt: 5,-

1972 leitete „The Godfather“ („Der Pate“) durch seinen enormen Erfolg die Ära des Blockbusterkinos ein. Doch ein Jahr zuvor gab es bereits „The Godson“ zu sehen. Ein Zufall?

„The Godson“, so der Originaltitel von „Blutjunge Mädchen“, erzählt nämlich ebenfalls die Geschichte von Macht und Aufstieg eines jungen Mannes innerhalb einer besonderen "Familienstruktur". Zwar ohne Al Pacino oder Marlon Brando, dafür aber mit wesentlich mehr Frauenfiguren ausgestattet und einem fast schon dokumentarischen Blick auf die nackten Tatsachen.

Marko erledigt den örtlichen Mafia-Don und übernimmt dessen Geschäfte, unter anderem auch die Leitung eines Bordells. Dies erweckt natürlich den Neid anderer Mitglieder der Mafia-Familie …

„Junger Zuhälter versucht, sich an die Spitze einer Rauschgiftorganisation hochzuarbeiten. Eine grobgezimmertte Geschichte als Aufhänger für Sex und Crime.“ (Katholischer Filmdienst)

“This might be the most low-rent story of the mafia ever made.“ (Aus der IMDB)

“The Godson is an offer you simply can't refuse.” (wipfilms.net)

“The Godson” ist Sexploitation pur.” (Aus der OFDB)


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 29.12.2014 14:04 
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Super-8-Filmabend
(Tuesday Trash Night)

Trash im Kleinformat, ca. 120 Min.

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Dienstag 6.1. um 21:15

Eintritt: 5,-

Früher, da gab's keine Videos. Da gabs nur Filme. Und die schaute man sich im Kino an. Für zu Hause gab's trotzdem kleine Schmalfilme (auch Super 8 genannt). Aber diese Filme waren teuer. 15 min kosteten 120 Mark!

Die Lösung war, zum Albtraum aller Cineasten, die Filme einfach zu kürzen. Nicht auf Grund von Gewalt oder Sex, nein - nur weil sie "zu lang" waren. Zum Teil um die Hälfte, zum Teil sogar noch krasser gekürzt, aber nicht immer zum Leid der Filme. Manche wurden dadurch sogar besser. Oder zumindest unterhaltsammer. Und solche zeigen wir hier, an diesem Abend.

Achtung: Wer noch Zeit hat, kann gern noch etwas länger bleiben. Für alle die das tun, haben wir noch eine Überraschung.



Shaolin Kung-Fu - Der gelbe Tiger
(Eastern auf der Scope-Leinwand)

(OT: Da mo mi zong) Taiwan 1976, 78 Min., 35mm, dF, R.: Chang Peng-Yi, Darsteller: Carter Wong, Hsu Feng, Chang Yi, Kong Ban

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Donnerstag 8.1. um 21:15
Montag 12.1. um 21:15

Eintritt: 5,-

Da sind sie wieder, die kecken Recken mir ihren Wunderwaffen! Auch wir vom KommKino lieben die ostasiatischen Handkanten-Streifen des vergangenen Jahrhunderts. Ob tränenreiches Epos oder kampfstarke Prügelnummer, alle sind sie uns willkommen. Denn ihr Einfallsreichtum ist erquicklich, ihr Eigensinn willkommen und ihr Akrobatentum ansteckend. Wenn gelbe Tiger auf rote Drachen und wilde Knaben auf böse Buben treffen stockt der Atem, hebt sich der Puls, bleibt selten ein Auge trocken und jedes Glied im Ärmel. Ob auf seiten der Darsteller oder der Zuschauer – das immergleiche Programm lockt mit immer neuen Spektakeln und Sensationen.

SHAOLIN KUNG FU dreht sich um Prinzregenten und Rebellentum, um die Qing und Ming-Dynastie, und den nicht immer trennscharf zu spaltenden Balanceakt zwischen Habgier und Verrat. Vorangetrieben werden die intriganten Verrenkungen durch so altbewährte Gegensätze und Potenzen wie Geist und Materie, fliegende dreiteilige Sternenmesser oder die 18 Stufen des Kung Fu. Und wenn Pappwände durch Nahkampftechniken bezwungen werden sowie Körperkultur erst in offene Wildnis wirklich zu sich kommt ist es an der Zeit sich von der KommKinno-Leinwand zur Kerkertour ins legendäre Shaolin-Kloster entführen zu lassen: "herunterkommende Speerwände, Flying-Guillotine-artige Waffen, Feuer, Pfeile und unzählige weitere Fallen sind hier keine Seltenheit und machen das Geschehen zu einem wahren Augenschmaus - das rockt!" Meinen auch wir. (zitiert und inspiriert durch ofdb.de)



Ferdinand, der Pussyschreck
(Nur für Erwachsene)

BRD 1976, 78 Min., 35mm, R.: Alois Brummer, Darsteller: Steve Burgess, Angelika Hefner, Sepp Gneissl

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Freitag 9.1. um 21:15
Sonntag 11.1. um 21:15

Eintritt: 5,-

Ferdinand ist ein schüchterner, verklemmter Büroangestellter, der sich nur heimlich in seiner Fantasie erotisch verausgabt. Dort schnappt er seinem arroganten Chef, einem ausgekochten Womanizer, sämtliche Frauen weg. Als ihm in der U-Bahn wieder einmal seine Vorstellungskraft mit einer Sitznachbarin durchgeht, ändert sich schlagartig alles: Ferdinand mausert sich zum Sexprotz und fortan ist im Büro kein Rockzipfel vor ihm sicher...

"Der Alternativtitel MIT GURKE UND BANANE kommt der niedlichen Verrücktheit dieser pornographischen Brummerei näher. Steve Burgess träumt sich in erotische Abenteuer mit diversen Frauen in der U-Bahn und am Arbeitsplatz und muss immer, wenn es ihn überbekommt, eine Banane aus der Tasche ziehen, schälen und gedankenverloren mampfen. Angesichts der somnambulen Prämisse keine Überraschung, dass sich Brummer in bizarren Eskapaden ergeht, die bisweilen die Schallmauer zum Surrealen durchbrechen. Wie so oft in seinen Filmen ist auch die rocklastige Musikauswahl erlesen und die formale Gestaltung dazu angetan, so manchen Lederhosenfilm dieser Zeit auszustechen. Brummers Sex-Slapstick-Tagträumerei ist spritzig, rasant, von unverstellter Naivität und schmuddeliger Märchenhaftigkeit. Und sie ist behaart: Die Darsteller sind keine digital geglätteten, präzise modellierten und mechanisch rammelnden Maschinen. Man kann sie sich auch im Alltag in diesen deutschen 70er-Jahre-Küchen und -Büroräumen vorstellen, in denen sie hier, immer etwas unsicher, aber auch immer angenehm schamlos-ordinär, kopulieren." (nach Christoph Draxtra, eskalierende-traeume.de)

Um die Verwirrung perfekt zu machen, gibt es noch einen weiteren Alternativtitel, den auch die gezeigte Filmkopie trägt: VERRÜCKT NACH STEILEN KURVEN.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 29.12.2014 20:20 
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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 13.01.2015 15:11 
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Top Girl oder La déformation professionnelle
(Nürnberger Erstaufführung)

D 2014, 95 Min., HD, R.: Tatjana Turanskyj, D.: Julia Hummer, RP Kahl, Susanne Bredehöft

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Donnerstag 15.1. um 21:15
Freitag 16.1. um 21:15
Samstag 17.1. um 21:15
Sonntag 18.1. um 21:15
Montag 19.1. um 21:15

Eintritt: 5,-

Helena (Julia Hummer), 29, alleinerziehende Mutter einer elfjährigen Tochter, ist als Schauspielerin nur mäßig erfolgreich und verdient ihren Lebensunterhalt mit Sexarbeit in einem Escort-Service. Zu ihrer Mutter (Susanne Bredehöft), einer Gesangslehrerin, hat sie ein angespanntes Verhältnis. Auch von ihrem Job ist Helena zunehmend genervt. Als sie David (RP Kahl) kennenlernt, bietet sich ihr eine Chance. Momentaufnahmen einer zeitgenössischen, brüchigen weiblichen Arbeits-Biografie, Teil 2: Helena in Latex, Lack, Leder, Netzstrumpfhosen, mit langen Wimpern und Sexspielzeug bei der Arbeit. Männliche Kunden mit diversen sexuellen Vorlieben. Ein Casting, bei dem sie eine “notgeile“ Frau spielt. Ein postfeministischer Vortrag zu Körper, Alter, Schönheitsoperationen. Und immer wieder: Sex als Performance. Ökonomisierte Beziehungen. Körper-Bilder im Diskurs. Die Mutter steht für eine Zeit, in der “weibliche Selbstverwirklichung“ noch anders buchstabiert wurde. Die kleine Tochter sagt ein Gedicht von Heine auf. Schließlich denkt Helena sich eine neue sexuelle Dienstleistung aus, und als die Jagd beendet ist, die Frauen erlegt sind, die Männer triumphieren, steht sie da, streng, schön und unerbittlich. Wie eine absolute Herrscherin. (Birgit Kohler, Forum)

““Top Girl“ von Tatjana Turanskyj verbindet das Nachdenken über prekäre und/oder entmündigende Arbeitsverhältnisse mit dem über Selbstbestimmung und Prostitution. Die Kunden haben das Sagen, und die Prostituierte wird zur Darstellerin in den von ihnen entworfenen Szenarien. Nichts daran ist kriminell, doch die Lust an der Entwürdigung der Sexpartnerin kann dem Zuschauer leicht die Brust zuschnüren. Wie befreiend ist es dann, dass die Kamera dieser Logik nicht folgt, sondern konsequent den Männerkörper entblößt und in seiner Banalität und Verletzbarkeit zeigt, ohne ihn darüber zu entwürdigen. (…) Am Ende hat die von Julia Hummer beeindruckend zart und angreifbar gespielte Hauptdarstellerin den Aufstieg zur Geschichtenerzählerin geschafft. Sie inszeniert nun die Entwürdigung ihrer Kolleginnen und streicht dafür das Honorar ein. Gleichberechtigung ist eben nicht gleich Emanzipation.” (taz, Ines Kappert)



Grün ist die Heide
(Nachschlag zum Heimatfilmfestival)

BRD 1972, 86 Min., 35mm, R.: Harald Reinl, D.: Roy Black, Monika Lundi, Peter Millowitsch, Jutta Speidel

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Donnerstag 22.1. um 21:15
Sonntag 25.1. um 21:15
Montag 26.1. um 21:15

Eintritt: 5,-

Als Nachtrag zum Nürnberger Heimatfilmfestival zeigen wir diesen völlig aus der Zeit gefallenen 70er-Jahre-Schlagerfilm. "Ein fröhlicher Film um Leute von heute, voll Musik, Romantik und herrlichen Naturaufnahmen. Ein stimmungsvoller Film mit Roy Black.", wie die Werbung seinerzeit meinte.

"Drei Freunde beschließen, in der Lüneburger Heide naturverbundenen Urlaub zu machen; ohne Nikotin und Alkohol. Immerhin sind Weib und Gesang nicht ausgespart. Eine junge Weißkitteldame aus einem Heidesanatorium für überkandidelte Wirtschafts- und Gesellschaftstypen, ein burschikoses Heidehofmädchen und eine aus der Stadt anreisende Freundin verdrehen den drei in einer Scheune kampierenden Jünglingen die Bubiköpfe und sorgen für neckisches und gefühlvolles Hin und Her. Am Schluß sind drei Ehen perfekt. - Das ist realitätsferne Unterhaltung einfachster Sorte. [...] Die Idiotisierung weiter Strecken der Handlung wird mit Uralt-Klamauk betrieben. Aber wenn Roy Black, mit einer Ente im Arm, hansglücklich und schlagerschmalzend die einfallslos abfotografierte Heide durchwandert, ist das fast schon eine befreiende Parodie des Kitsches." (Filmdienst)

"Wenn Roy Black debil in die Kamera grinst, öffnen sich die Pforten der Schlagerhölle. Auch der Heimatfilm wollte mal modern sein, und "Grün ist die Heide" ist ein gutes Beispiel dafür, wie das in die Hose gehen kann. Am Ende geht es doch wieder in erster Linie um Paarbindungen und die Liebe zur Heimat („Ich bin verrückt genug, um die Heide zu lieben, und mutig genug, um es zuzugeben“). Als Camp funktioniert der Film allerdings erstaunlich gut. Unter den Witzen befinden sich so viele Rohrkrepierer, dass man das Drehbuch eigentlich in Buchform herausbringen müsste." (critic.de)



The Arab Storm
(Werkschau Nakahira Kô)

(OT: Arabu no arashi) J 1961, 91 Min., 35mm, OmeU, R.: Nakahira Kô

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Dienstag 27.1. um 21:15

Eintritt: 5,-

Ein fast komplett im Ausland gedrehtes geopolitisches Starvehikel für Ishihara Yûjirô, der den jungen Playboy und Erben eines Firmenimperiums Shintarô spielt. Aus reinem Trotz und um der Welt zu beweisen, dass er kein Schwächling ist, tritt er eine Flugreise in Richtung Naher Osten an. Er landet in Ägypten, wo er in eine wilde Agentengeschichte gerät und schließlich zum Helden der lokalen antikolonialen Widerstandsbewegung avanciert. Zwischendurch schließt er noch Bekanntschaft mit zwei Frauen: mit der japanischen Studentin Yuriko und der ägyptischen Sängerin Laila.

THE ARAB STORM ist der durchgeknallteste aller Nakahira-Filme. Die spekulative, sich selbst nicht allzu ernst nehmende Räuberpistole klappert alle touristischen Sehenswürdigkeiten Ägyptens ab, wurde ursprünglich weitgehend auf Arabisch gedreht und hat mit Shadia, der Darstellerin Lailas, auch noch einen waschechten ägyptischen Superstar zu bieten. Die beschwingte Regie von Nakahira sorgt dafür, dass bei allem Durcheinander nie Langeweile aufkommt. (Lukas Foerster)

Die Vorstellung findet aus technischen Gründen nebenan im Filmhaussaal statt.



Missverstanden
(Nürnberger Erstaufführung)

(OT: Incompresa) I/F 2014, 106 Min., HD, OmU, R.: Asia Argento, D.: Giulia Salerno, Charlotte Gainsbourg, Gabriel Garko

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Donnerstag 29.1. um 21:15
Freitag 30.1. um 21:15
Samstag 31.1. um 21:15
Sonntag 1.2. um 21:15
Montag 2.2. um 21:15

Eintritt: 5,-

Aria (Giulia Salerno) ist das einsamste Mädchen Roms: Ihr Zuhause gleicht einem Schießstand, auf dem ihre neurotischen Eltern ihre Eitelkeiten abfeuern. Die männerverrückte Pianistin (Charlotte Gainsbourg) und der Möchtegern-Filmstar (Gabriel Garko) haben die Neunjährige in ihrem Ehekrieg aus den Augen verloren. Während ihre Schwestern mit Liebe überschüttet werden, wird Aria wie ein ungeliebtes Möbelstück hin- und hergerückt. In der Schule sieht es nicht anders aus – weder die beste Freundin noch Arias Schwarm erkennen die hilflose Verlorenheit der Außenseiterin. Zurückgewiesen und abgeschoben streunt Aria durch die Stadt und schenkt ihre Liebe einer schwarzen Straßenkatze.

Underground-Ikone Asia Argento hat mit MISSVERSTANDEN ein bonbonbuntes Familiendrama über eine unverstandene Seele geschaffen. Die Welt der Erwachsenen aus großen Kinderaugen zu sehen ist mitunter grausam und entlarvend, aber ebenso heiter und herzerfrischend. Charlotte Gainsbourg spielt die Mutter auf dem Ego-Trip so grandios eiskalt, dass das verletzte Kind in uns zu einem universellen Topos wird. Die stumme Verzweiflung findet ihre Sprache im Synthpop-, Funk-, und Punk-Soundtrack, der wie die Geschichte selbst in den schrillen 80ern angesiedelt ist. MISSVERSTANDEN war in diesem Jahr in Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ zu sehen.

„mit viel Schwung und Phantasie erzählt (…) mehr Ulrich Seidl oder Todd Solondz als italienisches Kino" (Hollywood Reporter)


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 02.02.2015 23:39 
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Scanners - Ihre Gedanken können töten
(David Cronenbergs Klassiker)

(Scanners) Kanada 1981, 103 Min., dF, 35mm, R.: David Cronenberg, D.: Jennifer O'Neill, Stephen Lack, Patrick McGoohan, Michael Ironside

Donnerstag 5.2. um 21:15
Samstag 7.2. um 21:15
Montag 9.2. um 21:15

Eintritt: 5,-

Inhalt:

1981: Ronald Reagan wird Präsident der Vereinigten Staaten, Lady Di gibt Prinz Charles das Ja-Wort und im ZDF geht das „Traumschiff“ auf Kreuzfahrt des Grauens. Als ob das nicht genug Gründe für heftiges Schädelbrummen wären, lässt Regisseur David Cronenberg in „Scanners“ auch noch zwei Gruppen telepathisch und telekinetisch begabter Freaks aufeinander los – und dabei das eine oder andere Haupt platzen. Mit von der Partie ist Cameron Vale, ein armer Loser, der allenfalls von den Stimmen in seinem Kopf ein wenig Aufmerksamkeit erfährt. Das ändert sich, als Dr. Paul Ruth sich dem unwissenden „Scanner“ annimmt. Er befreit diesen nicht nur von der Pein des säuselnden Hirnmonologs, sondern zeigt ihm auch die Möglichkeiten seiner mentalen Kräfte auf. Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Vale soll für den Rüstungskonzern „ConSec“ den Fiesling Darryl Revok ausfindig machen und eliminieren...

Mit „Scanners“ gelang dem kanadischen Filmemacher David Cronenberg der kommerzielle Durchbruch. Es folgten Streifen wie „Dead Zone“, „Die Fliege“, „A History of Violence“ und zuletzt „Maps to the Stars“. Zudem brannte sich die explizite Darstellung des explodierenden „Scanner“-Schädels ins cineastische Langzeitgedächtnis einer ganzen Generation von Horrorfans ein.



Oh Happy Day
(Wiederentdeckung)

BRD 1970, 90 Min., 35mm, R.: Zbyněk Brynych, D.: Anne-Marie Kuster, Amadeus August, Siegfried Rauch, Nadja Tiller

Freitag 6.2. um 21:15
Sonntag 8.2. um 21:15

Eintritt: 5,-

Inhalt:

Erwachsen werden und erwachsen lieben – aber wie? Diese Frage beschäftigt die 17jährige Anna mehr als alles andere, sehr zum Leidwesen ihrer bürgerlichen Eltern. In ihrer überreizten Fantasie sieht sie ihr gesamtes Umfeld in sexuellen Situationen. Als Anna Robert, einen Studenten, kennenlernt, steigt ihre Neugierde. Heimlich begibt sie sich auf eine nächtliche Entdeckungs- und Erfahrungsreise, durch die Beat-Schuppen und Hippie-Kommunen von München... - Einer von nur drei Kinofilmen, die der exzentrische Exil-Tscheche Zbyněk Brynych ("Als Hitler den Krieg überlebte") in seiner Wahlheimat München drehte – und vielleicht der schönste. Ein unübertroffenes Zeitdokument der frühen 70er und eine echte Wiederentdeckung!

„Diese verwegene kleine Teenager-Sex-Träumerei ist Triumph und Vollendung dessen, was Brynych konnte wie kein Zweiter: Dramatisches frei von der Decke hängen zu lassen wie ein Mobilé aus Fleisch und Blumen. Grotesk erotisch ist die Balance: Siegfried Rauch als scharfer Chauffeur und Hanne Wieder als Fetisch-Nonne; ihre Lippen, seine Augen lassen Anne-Marie Kuster im roten Inneren des weißen Kugelsessel schwitzend um sich selber kreiseln. Die Pubertät ist keine Krise der Kinder, sondern die Krise der Eltern. Nadja Tiller und Karl-Michael Vogler sind explosiv wie Elizabeth Taylor und Richard Burton, ihr Yoga-Dress ist lila, seine Keller-Bar ist dunkel. Brynych wusste, wie fremd die Menschen sich selbst sind, wie leicht ihr Leben anstoßerregend in Trubel und Trance geraten kann. Eine Schlammschlacht – der Bayern gegen Aachen – schwingt sich auf ins Gospelglück der Edwin Hawkins Singers. Vergewisserndes Starren in den Spiegel geht über in zerreißendes Lachen. Von seiner Cutterin Sophie Mikorey lässt Brynych alle Verbindungen trennen, die das Erzählen noch ans Erklären fesselt, und das Lebendige, einmal befreit, gehorcht nicht länger der Schwerkraft.“ (Rainer Knepperges)



Swelter
(Nürnberger Erstaufführung)

USA 2014, 96 Min., dF, HD, R.: Keith Parmer, D.: Jean-Claude Van Damme, Alfred Molina, Josh Henderso

Donnerstag 12.2. um 21:15
Samstag 14.2. um 21:15
Sonntag 15.2. um 21:15
Montag 16.2. um 21:15

Eintritt: 5,-

Inhalt:

Es ist der legendärste Raubüberfall in der Geschichte von Vegas: Nachdem eine Gangsterbande– bekannt unter dem Namen Rat Pack – ein Casino um 100 Millionen Dollar erleichtert hat, werden vier von der Polizei geschnappt, der fünfte im Bunde kann samt Beute knapp entkommen. Nach zehn Jahren brechen die Inhaftierten aus einem Hochsicherheitsgefängnis aus und machen sich auf die Suche nach ihrem ehemaligen Kumpane, der ihnen noch etwas schuldig ist. Dieser hat nach einem Gedächtnisverlust allerdings den Posten des rechtschaffenden Sheriffs in einem trostlosen Wüsten-Ort angenommen und als seine ehemaligen Gangster-Freunde auftauchen, zählt für ihn daher nur eines: Sein Leben und das seiner Familie zu beschützen!

Gier – Rache – Erlösung: “Reservoir Dogs” trifft auf “A History of Violence” - und in der Hauptrolle Altstar Jean-Claude Van Damme. In der gnadenlosen Hitze der Wüste begeben sich vier Bad Boys auf einen brutalen Rachefeldzug, der keine Gesetze kennt – denn Gerechtigkeit ohne Gewalt gibt es für sie nicht.



The Room
(Tuesday Trash Night)

USA 2003, 99 Min, OmdU, HD, R.: Tommy Wiseau, D.: Tommy Wiseau, Greg Sestero, Juliette Danielle

Dienstag 17.2. um 21:15

Eintritt: 5,-

Für alle einsamen Herzen präsentieren wir drei Tage nach Valentinstag THE ROOM, der in den USA und England längst zum gefeierten Kult-Trash geworden ist. Ein Drama um Freundschaft, Leidenschaft, Liebe und Verrat. Oder zumindest war es so geplant. Und bei einem Budget von 6 Millionen Dollar hätte man das sicherlich machen können. Aber dank Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller Tommy Wiseau, der mit seinem markanten, ausdruckslosen Gesicht in gewisser Weise Pedro aus „Napoléon Dynamite“ ähnelt, wurde daraus, nun ja, etwas anderes...

Im Grunde wirkt der Film mehr wie eine Mischung aus Seifenoper, Tele-Novela und Soft-Porno. Aber auch das nicht so richtig. Und die, nun ja, durchaus "soliden" schauspielerischen "Leistungen" des Casts wirken spätestens im Dialog mit dem Protagonisten Johnny mehr als hölzern. Aber (fast) alle halten bis zum Schluss durch, denn Johnny/Tommy Wiseau ist ihr Freund. Oder sie wollen alle doch nur das eine: Ihren niedrigen Instinkten folgen, z. B. Sex oder Geld.

Inhaltlich geht es um einen nicht mehr ganz so jungen Mann, der mit seiner hübschen Freundin/Verlobten und seinen coolen Kumpels in San Francisco lebt. Aber dann beginnt seine Angebetete alles zu vermasseln...

Man kann Wiseau aber zu Gute halten, dass er wahrscheinlich nur sein eigenes Geld verschwendet hat. Und immerhin hat er seinen Freund und Mitwirkenden Greg Sestero (Mark) dazu inspiriert, ein Buch über den Dreh zu schreiben: “The Disaster Artist“, das demnächst verfilmt werden soll, mit James und Dave Franco als Tommy Wiseau und Greg Sestero.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 31.03.2015 17:12 
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Festival: Eastern zu Ostern


Sechs Kampfkunst-Klassiker & -Raritäten


Passend zu Ostern präsentieren wir das Easter-Weekend. Zu sehen sind sechs kultige Kampfkunst-Raritäten im originalen 35-mm-Kinoformat. Lassen Sie sich zurückbeamen in die wilden 70er, als die Knochenbrecher-Streifen aus Hongkong fester Bestandteil des Kinoprogramms waren und eine große Fangemeinde hatten. Alleine in Nürnberg existierten zu dieser Zeit drei Kinos, die sich auf Eastern spezialisiert hatten.



Der Zeitplan:

DONNERSTAG, 02.04.

21:15 Uhr Bruce Lee - Die große Kampfmaschine

FREITAG, 03.04.

21:15 Uhr Die Schlange im Schatten des Adlers
23:15 Uhr Der Silberspeer der Shaolin

SONNTAG, 05.04.

21:15 Uhr Bruce Lee gegen die Supermänner
23:15 Uhr Die fliegenden Feuerstühle

MONTAG, 06.04.

21:15 Uhr Samtpfötchen - Die Kunf-Fu-Katze von Chinatown



Bruce Lee - Die große Kampfmaschine
(Eastern zu Ostern)

They Call Him Chop-suey, Philippinen 1975, 93 Min., dF, 35mm, R.: Jun Gallardo, D.: Ramon Zamora, Jennifer Kaur, Romeo Rivera

Donnerstag 2.4. um 21:15

Einzelticket: 5,-
Dauerkarte: 20,-

Sie nennen ihn Chop Suey, ihn, der nur ein Ziel kennt: So zu werden wie Bruce Lee, sein großes Idol. Verbissen und zäh wie eine Raubkatze trainierend, wird er zu einer Kanone aller asiatischen Kampfarten, besonders des Kung-Fu. Als Chop Suey nach dem Tode seines Großvaters im Restaurant seiner Tante Ming aushilft, wird er Zeuge, wie Agenten eines skrupellosen Erpressersyndikats seine Tante hinrichten. Von diesem Augenblick an hat sich Jackson, der das Vergnügungsviertel in China Town kontrollieren lässt, Chop Suey zum Todfeind gemacht...

"Eine zusammengestümperte Sex-and-Crime-Story, mit Kämpfen, billigen Späßen und sadistischen Einlagen aufgebessert." (Katholischer Filmdienst)

Ein besonders unterhaltsames und trashiges Beispiel für den damaligen von Insidern mittlerweile „Bruceploitation“ genannten Trend, den Namen des Kung-Fu-Idols Bruce Lee auszuschlachten. Lee spielte tatsächlich nur in vier Filmen mit, aber sein Name taucht in unzähligen Titeln auf.



Die Schlange im Schatten des Adlers
(Eastern zu Ostern)

Sau Ying Diu Sau, Hongkong 1978, 93 Min., 35mm, dF, R: Yuen Woo-Ping, D: Jackie Chan, Simon Yuen Siu-Tin

Freitag 3.4. um 21:15

Einzelticket: 5,-
Dauerkarte: 20,-

Ein scheinbar schwerfälliger alter Mann, der sich als Bettler verkleidet, ist in Wahrheit der letzte Meister der "Schlangen"-Kampftechnik. Seine Rivalen, Anhänger der "Adlerkrallen"-Technik, verfolgen ihn, doch er findet Unterschlupf bei einem oft verspotteten Küchenjungen. Dieser lässt sich in die Kunst des Kampfes einweisen und entwickelt die Technik des Alten erfolgreich weiter. Gemeinsam stellen sie sich der Übermacht ...

Einer der großen Klassiker von Jackie Chan, der ihm maßgeblich zum internationalen Durchbruch verhalf. "Die Formel: Looser + alter, weiser und betrunkener Mann + Trainingsmethoden frisch aus der Folterkammer + Brachial-Prügelfilm-Synchro + spektakuläre Comedy-Action = 90 Minuten Spaß" (filmtipps.at)



Der Silberspeer der Shaolin
(Eastern zu Ostern)

Xue Lian Huan, Taiwan 1978, 35mm, dF, 88 Min., R: Sung Ting-Mei, D: Wang Yu, Hsu Feng

Freitag 3.4. um 23:15

Einzelticket: 5,-
Dauerkarte: 20,-

Selbst der gestrenge katholische Filmdienst zollte diesem kleinen Klassiker trotz moralischer Vorbehalte eine gewisse Anerkennung:

„Der kampfgewandte Einzelkämpfer Lung führt auf der Suche nach dem Mörder seiner Eltern einen Rachezug gegen das Verbrechen. Im Auftrag einer geheimnisvollen Frau tötet er mit Hilfe eines Silberspeers drei berüchtigte Mörder, ohne zu ahnen, daß er damit in einen Sumpf von Intrigen hineingezogen wird. Zwei Parteien kämpfen um die Macht in einer Provinz, und Lung, der zwischen den Fronten unterzugehen droht, muß letztlich sogar gegen den todbringenden "Ring des Blutes" kämpfen, um die Ordnung herzustellen und den Mörder der Eltern zu finden. - In der Realität gänzlich ausschließenden Künstlichkeit seines Themas erweist sich der Film als einer der einfallsreicheren Beispiele des Eastern-Genres: Eingebettet in einen märchenhaften Rahmen, angereichert mit Dekor und einigermaßen ansprechenden Außenaufnahmen, verbreitet er eine konsequente Atmosphäre des Bösen und Ausweglosen, die selbst den "Helden" einbezieht. Jenseits davon kann natürlich nicht die selbstverständlich gehandhabte Grausamkeit übersehen werden, die auch diesem Film als ein sanktioniertes Stilmittel zugrunde liegt.“

„Ein mit bizarren Trash-Einfällen gespickter Knaller.“ (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)



Bruce Lee gegen die Supermänner
(Eastern zu Ostern)

Meng Long Zheng Dong, Hongkong 1975, 35mm, dF, 84 Min., R: Wu Chia-Chun, D.: Bruce Li, Lung Fei, Lu Wen Lu

Sonntag 5.4. um 21:15

Einzelticket: 5,-
Dauerkarte: 20,-

Dr. Ting hat eine Formel entwickelt, mit der Erdöl in Nahrung verwandelt werden kann. Prompt wird er mitsamt seinem attraktiven Töchterlein entführt. Da kann nur einer helfen: Bruce Lee (bzw. einer seiner professionellen Imitatoren). Bruceploitation - das bedeutet: Kung-Fu, geklauter Soundtrack und keinerlei Sinn und Verstand. What's not to love? Ein absolut haarsträubendes, völlig durchgeknalltes Vergnügen in einer seltenen 35mm-Filmkopie.



Die fliegenden Feuerstühle
(Eastern zu Ostern)

Zhui Sha, Honkong 1973, 35mm, dF, 76 Min., R: Stanley Siu Wing, D: Charlie Chin, Nancy Leung

Sonntag 5.4. um 23:15

Einzelticket: 5,-
Dauerkarte: 20,-

Diesmal steht wieder ein unbekanntes Meisterwerk auf dem Programm, ein ungeschliffener Rohdiamant, ein Actionfeuerwerk der Güteklasse A! Die fliegenden Feuerstühle ist Hongkong-Low-Budget-Kino in Reinkultur, ein düsteres Brüderdrama in Heroic-Bloodshed-Manier zwischen Pflichtvergessenheit und Selbstaufgabe, Polizeiwut und Delinquententum, dessen elliptische Schnitte der deutschen Kinofassung dem bunten Treiben endgültig die Krone aufsetzen. Seinen Höhepunkt erreicht selbiges in einer schier endlosen Verfolgungshatz auf den titelgebenden heißen Öfen. Nach diesem Film werden Sie in die Knie gehen. Exploitationkino in Reinkultur.



Samtpfötchen – Die Kung-Fu-Katze von Chinatown
(Eastern zu Ostern)

Zui Mao Shi Fu, Hongkong 1978, 35mm, dF, 88 Min., R: Cheung Sam, D: John Cheung, Yang Pan-Pan

Montag 6.4. um 21:15

Einzelticket: 5,-
Dauerkarte: 20,-

Samtpfötchen wird sie genannt, die kleine Yüh-Ling (Hongkongs „Kung Fu Queen“ Pan Pan Yeung in einer ihrer ersten Rollen) - in dieser weiblichen Variante des Jackie-Chan-Klassikers Sie nannten ihn Knochenbrecher, inklusive Drunken Master Siu Tin Yuen - als Drunken Master! (in der deutschen Fassung von Bud Spencers Synchronstimme Wolfgang Hess intoniert) Der ebenso wie sein berühmtes Vorbild ganz auf Humor setzende und die Martial-Arts-Kämpfe in bewährter Manier als Slapsticknummern inszenierende Eastern lässt seine Darsteller durch ein Trommelfeuer an Kalauern und Kampfszenen blödeln. Untermalt wird das Spektakel von Funk-Musik und Disco-Rhythmen, in einem Film für Zuschauer jeglichen Alters, denen Adjektive wie dümmlich und albern ein Strahlen ins Gesicht zu zaubern vermögen - für die Großen und Kleinen, damit sie lachen und nicht weinen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 09.06.2015 22:04 
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Carte blanche für KommKino-Mitglieder:

Zum Abschied aus dem alten und vor dem Umzug in den neuen Saal laden die Mitglieder des KommKinos
zu eigenen Themenabenden.

Der Eintritt ist jeweils frei!
Une Soirée Avec Jean
9. Juni ab 21:15 Uhr.
Der Abend ist der französischen Ikone des surrealen Vampirfilms gewidmet, "Jean Michel Rollin Le Gentil". Sein Werk zeichnet sich durch eine bis heute unerreichte Mélange aus unwirklichen, nahezu halluzinativen Bildkompositionen, Erotizismen und teils groteskem Blutvergießen aus. Eröffnet wird das Programm durch den sehr seltenen Jeunes filles impudiques (Schoolgirl Hitchhikers). Ein für Rollins Verhältnisse durch und durch ungewöhnlicher Film. Das mysteriöse, fiebrige Abenteuer zweier Schülerinnen kommt vollkommen ohne Vampire, Friedhöfe oder Clowns aus und trägt doch unverkennbar seine Handschrift. Im Anschluss daran noch ein Überraschungsfilm aus Jeans Œuvre, diesmal selbstverständlich mit allen Ingredienzen, die ihn so außergewöhnlich und einzigartig machten.
21:15 uhr

Jeunes filles impudiques

Schoolgirl Hitchhikers, F 1973, 74 Min., OmeU, digital
Regie: Jean Rollin
Darsteller: Gilda Arancio, Willy Braque, François Brincourt, Joëlle Coeur, Pierre Julien

+

23:00 Uhr

Überraschungsfilm

Regie: Jean Rollin
OmeU, digital


Sano in Japanien
10. Juni ab 17:00 Uhr.
Der Sano-Tag widmet sich passend zum Namen dem japanischen Kino in der Form zweier Klassiker, wobei der Begriff natürlich weitreichend lesbar bleibt. Unzählige Filme, die in Japan als essenziell und wegweisend gelten, sind hierzulande (und meist generell außerhalb Japans) oft unbekannt. So verhält es sich auch mit den beiden ersten Leckerbissen des Sano-Programms. Gezeigt werden von 35mm-Kopien aus dem Japanischen Kulturinstitut Köln Kinji Fukasakus pessimistisches Vexierspiel Unter dem Banner der aufgehenden Sonne (1972) sowie Kiriro Urayamas verständnisvolles Meisterwerk Das Mädchen, das ich wegwarf (1969).

Abgerundet werden diese erschütternden Dokumente voller Abartigkeiten und Perversionen im Anschluss mithilfe eines Überraschungsfilms - selbstverständlich ebenfalls von 35mm - aus dem schönsten aller Jahrzehnte, in welchem uns der aristokratische Überschwang in einen musikalischen Farbenrausch locken und zu einem oneironautischen Höhepunkt führen wird, um uns danach auf purpurnen Wolken beglückt in die Nachtluft Nürnbergs entschweben zu lassen.
17:00 Uhr (im Filmhaussaal):

Das Mädchen, das ich wegwarf

Watashi ga suteta onna, J 1969, 116 Min., OmU, 35mm, R.: Kiriro Urayama, D.: Chôichirô Kawarazaki, Toshie Kobayashi, Ruriko Asaoka, Chikako Natsumi, Haruko Katô

+

21:15 Uhr (im Filmhaussaal):

Unter dem Banner der aufgehenden Sonne

Gunki hatameku motoni, J 1972, 97 Min., OmeU, 35mm, R.: Kinji Fukasaku, D.: Sachiko Hidari, Tetsurô Tanba, Noboru Mitani, Sanae Nakahara, Kan'emon Nakamura

+

23:15 Uhr (im KommKino-Saal):

Überraschungsfilm

(35mm)



Zurück in die wilde Zeit des Bahnhofskinos
11. Juni ab 21:15 Uhr.
“Kino ist ein wildes, gefährliches Tier.” Klaus Lemke

Diese Zeit ist leider lange vorbei. Werden in aktuellen Filmen vermeintlich Tabus gebrochen, kommt dies in der Regel sehr glatt, berechnend und damit harmlos daher.

Doch von den 60er- bis zu den frühen 80er-Jahren war es noch eine echte Herausforderung,
in die damals sehr zahlreichen Bahnhofs- und Schundfilmkinos zu gehen. Hier konnte man oft Filme erleben, die tatsächlich schockierten, provozierten, verstörten, dabei manchmal unfreiwillig komisch, manchmal auch überraschend hintergründig waren.

Mit zwei Überraschungsfilmen werden wir dieser glorreichen Ära Tribut zollen.




Bestialischer Stahl und schönster Farbstich:
Wochenende des stählernen Films
12. Juni bis 14. Juni
Einzelkarte: 5,- Euro - Dauerkarte: 40,- Euro
Die Definition eines stählernen Films ist schnell getan: Filme, die keinerlei Qualitäten besitzen, weder optisch noch inhaltlich; Filme, die weder gut sind noch so schlecht, dass sie dadurch wieder an Reiz gewinnen; Filme, bei denen kein Gag zündet und keine Emotionen geweckt werden; Filme, die so mittelmäßig und langweilig sind, dass sie einfach vor sich hinplätschern; Filme, die so einen Farbstich haben, dass man glaubt, er habe sich auf ewig in die Netzhaut eingebrannt; Filme, die mehr einer Verweigerung nahekommen – stahlhart eben!

Was macht aber den Reiz dieses Filmstahls aus - noch dazu, dass man sich ihm ein ganzes Wochenende aussetzt? Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten. Für die einen ist es ein Durchhaltetest oder Mutprobe, für andere ist es ein Gemeinschaftsgefühl – zusammen mit vielen anderen durchleidet man die Filme und geht gemeinsam gestärkt daraus hervor – und wieder andere sehen es als Hinterfragung, was Film überhaupt ist, was Filme auszeichnet und sie zu dem macht, was sie sind.

Letzten Endes muss das aber jeder für sich selbst entscheiden und jeder ist eingeladen, dem illustren und unvergesslichen Wochenende beizuwohnen: 12 Filme, alle auf 35mm, und auch den ein oder anderen inoffiziellen digitalen Stahlspaß in der Nacht wird es zu bestaunen, zu erleben und zu genießen geben. Und das sogar zum womöglich letzten Mal. Da selbst uns diese Filme zu hart sind und sie deshalb garantiert aus unserem Archiv geworfen werden, wird die Möglichkeit gegeben sein, die jeweiligen analogen Zelluloidrollen direkt im Anschluss an ihre Vorführung zu ersteigern.

„Die Triebfeder der Kunst ist nicht Glück, sondern Leid. Leider.“ Stephan Sarek

„Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“ Friedrich Nietzsche

Fr. 12.6. - 17:00 Uhr:
Ein Begräbnis 1. Klasse
That's Your Funeral
GB 1972, 81 Min., dF, 35mm
R.: John Robins
D.: Bill Fraser, Raymond Huntley, David Battley, Dennis Price, John Ronane
Achtung: Starker Rotstich!

Fr. 12.6. - 21:15 Uhr:
Die Sex-Spelunke von Bangkok
CH 1974, 60 Min., dF, 35mm
R.: Erwin C. Dietrich, Paul Grau
D.: Martina Domingo, Chien Yu, Michel Jacot, Eric Falk, Monika Rohde

Fr. 12.6. - 23:15 Uhr:
Frauenstraflager
Desperate Women, USA 1985, 82 Min., dF, 35mm
R.: Ned Morehead
D.: Taija Rae, Sharon Mitchell, Aurora, Cyndee Summers, Tantala Ray
Achtung: explizit erotisch!


Sa, 13.6. - 13:00 Uhr:
Leo, der Kriegsheld
Le Mur de l'Atlantique, F, I 1970, 87 Min., dF, 35mm
R.: Marcel Camus
D.: Bourvil, Peter McEnery, Sophie Desmarets, Jean Poiret, Reinhard Kolldehoff

Sa, 13.6. - 15:00 Uhr:
Sex-Shop
F 1972, 95 Min., dF, 35mm
R.: Claude Berri
D.: Jean-Pierre Marielle, Juliet Berto, Claude Berri, Francesca Romana Coluzzi, Jacques Martin

Sa, 13.6. - 17:00 Uhr:
Friss den Staub von meinen Stiefeln
Three Bullets… for a Long Gun, D, ZA 1971, 83 Min., dF, 35mm
R.: Peter Henkel
D.: Beau Brummell, Keith Van Der Wat, Patrick Mynhardt, Tullio Moneta, Don McCorkindale
Achtung: starker Braunstich!

Sa, 13.6. - 21:15 Uhr:
Todesschrei der Hexen
Cry of the Banshees, GB 1970, 86 Min. dF, 35mm
R.: Gordon Hessler
D.: Vincent Price, Elisabeth Bergner, Essy Persson, Hugh Griffith, Sally Geeson
Achtung: starker Rotstich!

Sa, 13.6. - 23:15 Uhr:
Die Liebessklavin
Ursula, F 1977, 79 Min. dF, 35mm
R.: Claude Pierson
D.: Nadine Roussial, Sophie Guers, Gérard Grégory, Yvan Renault, Jacques Gateau
Achtung: explizit erotisch!

So, 14.6. - 13:00 Uhr:
Fast ein Held - Die Abenteuer des braven Kommandanten Küppers
D, Jugoslawien 1967, 94 Min., dF, 35mm
R.: Rainer Erler
D.: Martin Held, Pascale Petit, Henny Alma, Vladimir Medar, Vladimir Leib
Achtung: starker Braunstich!

So, 14.6. - 15:00 Uhr:
Ekstasen, Mädchen und Millionen
D 1981, 77 Min., dF, 35mm
R.: Heiko Hagemann
D.: Karin Hofmann, Peter Kwapinski, Richard Allan, Judy London, Barbara Moose

So, 14.6. - 17:00 Uhr:
Und der Regen verwischt jede Spur
D, F 1972, 98 Min., dF, 35mm
R.: Alfred Vohrer
D.: Alain Noury, Anita Lochner, Wolfgang Reichmann, Malte Thorsten, Eva Christian

So, 14.6. - 21:15 Uhr:
Klassentreffen
Klassäzämekunft, D, CH, A 1988, 81 Min. dF, 35mm
R.: Walter Deuber, Peter Stierlin
D.: Lukas Ammann, Ursula Andress, Anne-Marie Blanc, Inigo Gallo


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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 17.10.2015 12:36 
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Cinema perverso - Die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofskinos

D 2015, 60 Min., digital, R.: Oliver Schwehm

Bild

Donnerstag 22.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Zu Gast: Regisseur Oliver Schwehm und Produzent Markus Hilß

Nie wieder trieb das Kino so wilde und bunte Blüten wie auf den Leinwänden der schummrigen Säle der Bahnhofskinos. Für geringen Eintritt boten diese als "Schmuddeltempel" verschrienen Kinos in einer Nonstop-Schleife Filme, die es anderswo nicht zu sehen gab. Denn VHS, DVD oder gar Streaming gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Bahnhofslichtspiele zeigten Streifen mit hohem Schauwert und niedrigem Budget, nicht selten in heimischer Produktion gedreht. Damals als Trash und cinematografische Bückware verrufen, genießen die Filme der "Krautploitation" mittlerweile Kultstatus.

Der Dokumentarfilm Cinema Perverso – Die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofskinos unternimmt eine unterhaltsame
und informative Reise in diese terra incognita der deutschen Filmgeschichte und liefert ein Stück Archäologie der Alltagskultur. Zu Wort kommen die Regisseure Jörg Buttgereit und Uwe Boll ebenso wie die Schauspieler Ben Becker und Mechtild Großmann, der Musiker Wolfgang Niedecken, der Schlagerstar Christian Anders und Box-Legende René Weller. Damit erfährt auch der Nürnberger Kultfilm Macho Man eine gebührende Würdigung!



Slavers - Die Sklavenjäger

BRD 1976, 98 Min., 35mm, dF, R.: Jürgen Goslar, D.: Jürgen Goslar, Trevor Howard, Britt Ekland, Cameron Mitchell, Ray Milland

Bild

Donnerstag 22.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Um 1880: nachdem er einen Nebenbuhler im Duell getötet hat, flieht der deutsche Diplomat Max van Erken mit seiner jungen Frau nach Afrika. Dort wird er von dem britischen Großgrundbesitzer Alec McKenzie aufgenommen und gerät in dessen blutige Auseinandersetzungen mit arabischen und portugiesischen Sklavenhändlern, die sein Land unsicher machen ...

Der einzige deutsche Beitrag zum berüchtigten Genre der Sklavenfilme ist ein nihilistisches und aus bewundernswert stoischem Prinzip abgeschmacktes Sittengemälde des Kolonialismus zum Zeitpunkt seiner fettleibigen Altersreife: Wie verzogene Kinder auf einem Sonntagsausflug bewegen sich die wohlhabenden Europäer fingerzeigend durch einen Kontinent, den sie in die politische Obdachlosigkeit und die kulturellen Knie gezwungen haben. Auch, wenn sie über den blutgetränkten Boden der Steppe schreiten, begreifen sie weder den Gedanken der Ausbeutung, noch das Prinzip des Humanismus, mit dem sie sich flankieren. Im Geiste eng verwandt mit den polemisch-provokativen Afrika-Panoramen der umstrittenen italienischen Filmemacher Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi (Africa Addio, Addio Onkel Tom). Ein Film ohne Illusionen und Ethno-Kitsch, wie ihn das zahnlose deutsche Message-Kino seither nie wieder gewagt hat und sicherlich nicht noch einmal wagen wird, leider.



Im Augenblick der Angst

E, USA 1987, 89 Min., 35mm, DF, R.: Bigas Luna, D: Zelda Rubinstein, Michael Lerner, Talia Paul

Bild

Freitag 23.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Die junge Patty hat keinen Spaß im Kino. The Mommy ist einfach nicht der richtige Film für sie – die Geschichte eines geistig zurückgebliebenen Mannes, der von seiner zwergenhaften Mutter (Zelda Rubinstein – das Medium aus Poltergeist!) mittels Hypnose zum Serienkiller dressiert wird, zermürbt ihren jungen Geist. Als der fiktionale Menschenschlächter dann auch noch in ein Kino eindringt und dort blutigen Rabatz macht, wird Patty die Geschichte zu gruselig. Für ein kurzes Durchschnauf-Päuschen schleicht sie sich aus dem Saal – und macht eine schreckliche Entdeckung: Nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in ihrem Kino scheint ein Mörder umzugehen! Langsam beginnen sich Realität und Fiktion zu vermischen. Ein raffinierter und außergewöhnlicher Film im Film für unsere Reihe über Kino im Kino.

„Nur wenige Regisseure haben das Prinzip des Mise en abyme so konsequent umgesetzt wie Bigas Luna mit Angustia, einem der überzeugendsten Metafilme überhaupt – und nebenbei eine schöne Huldigung an den Horrorfilm im Speziellen und die Kraft des Kinos im Allgemeinen.“ (Oliver Nöding, Remember It for Later)

Vorfilm:

Max Mustermann

D 2014, 23 Min., R.: Christian Kreil

Digital, DF bzw. oberpfälzische Originalversion ;)

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Dèmoni

I 1985, 89 Min., digital, OmeU, R.: Lamberto Bava, D: Urbano Barberini, Natasha Hovey, Karl Zinny

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Freitag 23.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Die Eröffnungsfeier eines neu erbauten Kinos wird zur blutigen Todesfalle, als die Dämonen in dem vorgeführten Horrorfilm Besitz von den Zuschauern im Kinosaal ergreifen, die bald in dem abgeriegelten Gebäude Jagd aufeinander machen ...
Ein Triumph des italienischen Horrorfilms der 80iger Jahre: Atmosphärisch, rasant und mit viel Gespür für das schauerliche Potenzial seiner Location – dem Berliner Metropol-Kino – entfesselt Lamberto Bava eine wilde Achterbahnfahrt des (wortwörtlichen) Kino-Horrors.

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Yellow Submarine

GB 1968, 90 Min., 35mm, DF, R.: George Dunning

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Samstag 24.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Ohne Musik ist alles grau. Diese schmerzhafte Erfahrung müssen auch die Einheimischen in Pepperland machen. Nachdem ihre Heimat von den fiesen Blaumiesen angegriffen wurde, ist ihnen irgendwie die Farbe abhandengekommen. Zumal auch noch die Residents von der „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ in einer Blase gefangen wurden. Was tun? Eine militärische Intervention verbietet sich – wir schreiben schließlich das Jahr 1968. Bleibt nur, die Unterstützung der Beatles anzufordern. Die lassen sich nicht lange bitten, reisen stilecht im gelben U-Boot an und vertreiben mit ihren Hits die Blaumiesen - vermutlich Stones-Fans ...

Zeitgeist, wohin das Auge blickt. George Dunnings Yellow Submarine ist ein psychedelischer Animationsfilm, knallbunt und liebevoll gestaltet. Den Titelsong und jede Menge anderer „Fab Four“-Hits gibt’s obendrauf.

Trailer:

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Interstella 5555: The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem

F, J 2003, 68 Min., digital, OV (keine Sprache, nur Lyrics), R.: Kazuhisa Takenôchi, Reiji Matsumoto

Bild

Samstag 24.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

„In einer weit entfernten Galaxie befindet sich die erfolgreichste Band des Planeten gerade mitten in einem Konzert, als bewaffnete Truppen in die Hallen eindringen und die Musiker entführen. Ihr Weg führt nun zur Erde, wo ihr Aussehen manipuliert wird, sodass sie wie normale Erdenbürger erscheinen. Ihre Erinnerungen werden verändert und nachdem sie passend gestylt wurden, sind sie nun die „CrescenDolls“, der neueste Hitanwärter in den amerikanischen Charts. Ihr Schicksal ist nicht das erste dieser Art, denn ihr Manager, ein finsterer Graf, praktiziert diese Form der „Talentschmiede“ schon ewig. Diesmal hat der Halunke aber seine Rechnung ohne den größten Fan der Leadsängerin gemacht, der als Raumschiff-Captain über die nötigen Ressourcen verfügt, die Verfolgung aufzunehmen.

Der Film ist die grafische Umsetzung des Albums Discovery der französischen House-Formation Daft Punk (…). Ganz ohne Dialoge erzählen alle Songs des Albums aneinandergereiht in Form eines Anime-Musicals ein knallbuntes Weltraumabenteuer.“ (Wikipedia)

Trailer:

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La Grande Psichedelia

(Zu Gast: Schwarzmanns Raumgleiter)

Bild

Sonntag 25.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

Eine Nacht lang dreht es sich im KommKino um die Bewusstseinserweiterung durch Musik und Film. Versinken Sie zu den Klängen des Nürnberger Trios Schwarzmanns Raumgleiter im orangenen Plüsch unserer Kinosessel und lassen Sie sich dabei von den hypnotisierenden Bildern eines Klassikers des psychedelischen Films verzaubern.

Schwarzmanns Raumgleiter sind: Schwarzmann (Gitarre), Ernst Saller (Drums), Adrian Seifert (Bass).



Die Muse

D, A 2011, 95 Min., digital, DF, R.: Christian Genzel, D: Thomas Limpinsel, Henriette Müller, Jean-Luc Julien

Bild

Montag 26.10. um 21:15

Eintritt: 5,-

„Fischer (Thomas Limpinsel) entführt die junge Studentin Katja (Henriette Müller), sperrt sie in eine eigens angefertigte Zelle in seinem Keller. Er will von ihr Inspiration für sein neues Buch, sie möchte natürlich wieder raus. Während Katja versucht, Fischers Schwächen zu finden und zur Flucht zu nutzen, will Fischer die junge Frau für seine Sache gewinnen.

Die erste bemerkenswerteste Leistung von Genzel ist, eine Geschichte zu inszenieren, die mit drei Schauspielern auskommt, doch einem ein abgenudeltes Beschreibungsvokabular wie ‚kammerspielartig‘ keine Sekunde in den Sinn kommt. Dazu ist die Handlung zu dynamisch und die Dialoge sind weder zu üppig noch zu karg. Die zweite bemerkenswerte Leistung besteht darin, mit Limpinsel und Müller zwei Schauspieler zu führen, die mit Mimik und Gestik, ihrer gesamten Präsenz, viele Worte überflüssig machen.“ (Gordon Gernand, *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***ßtfilm.de)

Trailer:

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Birdemic: Shock and Terror
(Tuesday Trash Night)

USA 2008, 92 Min, engl. OF, HD, R.: James Nguyen, D.: Alan Bagh, Whitney Moore, Janae Caster, Colton Osborne, Adam Sessa

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Dienstag um 21:15

Eintritt: 5,-

„Ich würde Birdemic zeigen. Das ist‘n Partyfilm“ – Thilo Gosejohann

Und warum sollte der Regisseur von Operation Dance Sensation, Captain Cosmotic und Ghettoforce 2000 mit dieser Aussage falsch liegen?

Nun ja - vielleicht, weil Regisseur James Nguyen die Sache mit dem gleichen Talent wie Tommy Wiseau (Regisseur von The Room), aber mit nur einem Bruchteil des Budgets, angeht. Aber zumindest bekommt man YouTube-Kurtisane Withey Moore, die sich aber leider nicht entkleidet, was den Film allerdings sicherlich auch nicht gerettet hätte. Dafür versorgt der Streifen einen mit schönen Videobildern von Kalifornien, die einem das sichere, wohlige Gefühl geben, dass die Bedrohung einzig in der Imagination des Regisseurs stattfindet. Nur die katastrophalen Vogel-Animationen lassen hin und wieder entfernte Erinnerungen an Alfred Hitchcocks Die Vögel aufkommen. Aber dieser Vergleich ist natürlich so hanebüchen wie der Film selbst.

Trailer:

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 Betreff des Beitrags: Re: Programmvorschau - KommKino Nürnberg
BeitragVerfasst: 08.12.2016 21:01 
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In Memoriam Ted V. Mikels:

Astro Zombies

USA 1968, 91 Min., OV, 16mm
R.: Ted V. Mikels
D.: Wendell Corey, Tom Pace, John Carradine, Joan Patrick, Tura Satana
08. Dezember - 21:15 Uhr
„In einem nicht näher lokalisierten Labor beschäftigen sich Forscher damit, menschliche Gehirne durch Eingriffe von außen zu steuern. Geheimnisvolle Morde deuten darauf hin, dass es einem der Forscher, der aus dem Team ausgeschieden ist und auf eigene Faust arbeitet, gelungen ist, die Experimente „erfolgreich“ abzuschließen. Rivalisierende Gruppen versuchen, sowohl das Ergebnis als auch die legalen und illegalen Forscher in ihren Machtbereich zu bringen.“ (Filmdienst)

Die katholischen und evangelischen Filmkritiker waren sich in diesem Fall sehr einig: „bis zur Lächerlichkeit primitiver, schludriger Horrorfilm“ (katholischer Filmdienst) „Bis zur Lächerlichkeit primitiv ausgedacht und technisch geschludert. Für Freunde von Science-Fiction-Grusel eine Zumutung!“ (evangelischer Filmbeobachter) Dennoch erzielte das mit Russ-Meyer-Star Tura Satana besetzte Filmchen recht gute Einspielergebnisse. Mikels versuchte viele Jahre später mit drei Fortsetzungen (2002, 2010 und 2012) noch mal an diesen Erfolg anzuknüpfen.

Zum Gedenken an Ted V. Mikels:

Am 16. Oktober 2016 verstarb bedauerlicherweise Ted V. Mikels, einer der großen Kultregisseure des sogenannten Trashfilms. Von der heute oft abschätzigen Verwendung dieses
Begriffs distanzieren wir uns ausdrücklich. Selbst der ehrwürdigen „New York Times“ war Mikels‘ Tod einen ausführlichen Nachruf wert. Da ist es für das KommKino natürlich Pflicht, eine Auswahl seiner unterhaltsamsten Filme zu zeigen – vorwiegend im originalen 16mm- oder 35mm-Kinoformat.

Mit Mikrobudgets und in ihrer jeweiligen Funktion oft völlig unerfahrenen Beteiligten drehte Mikels zwischen 1963 und 2012 eine ganze Reihe von Streifen, vor allemim Horror- und Actiongenre. Er mauserte sich zum nach Ed Wood wohl bekanntesten Regisseur von dem, was man Trashfilme oder Baddies nennt: Streifen, die nach konventionellen Kriterien so schlecht ausfallen, dass sie schon wieder gut und sehr unterhaltsam sind. Noch eins verbindet ihn mit Wood: Wie es sich für wirklich für gute Trashfilme gehört, sind die Werke von Mikels bei aller unfreiwilligen Komik mit viel Engagement und Herzblut gemacht. Das macht sie dann auch erheblich interessanter als viele glatt gebügelte Kommerzprodukte aus Hollywood. Und auch wenn Mikels als Regisseur kaum ernstgenommen wurde, hinterließ er deutliche Spuren in der populären Kultur: Er beeinflusste eine sehr erfolgreiche TV-Serie mit späteren hochbudgetierte Kino-Ablegern und er inspirierte sogar Quentin Tarantino.


Reihe Ruggero Deodato:

Mondo Cannibale 2 - Der Vogelmensch

OT: Ultimo mondo cannibale, I 1977, 88 Min., dF, 35mm
R.: Ruggero Deodato
D.: Massimo Foschi, Ivan Rassimov, Me Me Lai, Sheik Razak Shikur, Judy Rosly
10. Dezember - 21:15 Uhr
Robert Harper und seine Begleiter machen auf dem Flug nach Manila einen Zwischenstopp auf der Insel Mindanao. Der kleine Flughafen, den sie ansteuern, finden sie in Folge eines Kampfes völlig verwüstet und verlassen vor. Die Situation spitzt sich zu, als ein Kannibalenstamm sie findet, der Harpers Begleiter tötet und ihn gefangen nimmt. In einen Käfig gesperrt, da sie durch das Flugzeug glauben, er sei ein Vogelmensch, kennt Harper nur noch den Gedanken an Flucht...

Ruggero Deodatos erster Ausflug in den Kannibalenfilm liefert zugleich den vielleicht bemerkenswertesten Beitrag zum Genre: von einigen Unbeholfenheiten abgesehen eine wortkarge, hypnotisch bebilderte Rückkehr in die Wiege der Menschheit, die dem modernen Zivilisationsmenschen längst zum unverständlichen Feindesland geworden ist. Je mehr Harper seiner Schutzvorrichtungen und Apparate beraubt wird, je mehr er sich auf die wenigen unveräußerlichen Merkmale seiner selbst – seinen Körper, seinen Geist und seine Instinkte – zurückziehen muss, desto augenfälliger tritt seine Selbstentfremdung zutage, die ihm seine Bestrebungen, sich über seine barbarischen Wurzeln zu
erheben, eingebracht haben. Eine nachgerade meditative Parabel über die dünne Zivilisationsdecke, in die der Mensch sich gehüllt hat, und die verdrängte Bestie, die nach wie vor darunter lauert und mit wenigen Handgriffen wieder freigesetzt werden kann. (Adam Kesher/www.ofdb.de)

Neben dem ebenfalls von Ruggero Deodato inszenierten „Cannibal Holocaust“ gilt „Mondo Cannibale, 2. Teil – Der Vogelmensch“ (der übrigens inhaltlich völlig eigenständig ist, die Kenntnis des schwächeren ersten „Mondo Cannibale“-Films ist also nicht nötig) als ambitioniertester und gelungenster italienischer Kannibalenfilm. Ein blutiger, schonungslos harter Trip in die Tiefen des Dschungels, zu barbarischen Ritualen und menschlichen Abgründen.Im Jahr 1967 fürchtet die NASA einen russischen Spion in den eigenen Reihen, der die Apollo-Mission auf den Mond gefährden soll. Matt Johnson und Owen Williams werden, getarnt als Filmemacher, von der CIA in die NASA eingeschleust. Doch während ihrer geheimen Mission entdecken sie ein schreckliches Geheimnis, das die amerikanische Regierung um jeden Preis verheimlichen will.

Reihe Ruggero Deodato:

Der Schlitzer

OT: La casa sperduta nel parco, I 1980, 92 Min., dF, digital
R.: Ruggero Deodato
D.: David Hess, Giovanni Lombardo Radice, Annie Belle, Christian Borromeo,
Lorraine De Selle
10. Dezember - 23:30 Uhr
Der Automechaniker Jack vergewaltigt eine Frau und erwürgt sie anschließend. Als er am nächsten Abend mit seinem Kollegen Ricky auf die Piste gehen will, erscheint ein junges Paar in seiner Werkstatt, das die beiden als Dank für die Autoreparatur zu einer Party einlädt. Während Ricky die versnobte Partygesellschaft mit einem Striptease amüsiert, verliert Jack sein komplettes Vermögen beim Poker und die Lage eskaliert …
„Ambitionierte und radikale Klassenkampf-Allegorie im blutigen Gewand eines rücksichtslosen Exploiters. Deodatos Sleazethriller hat nichts von seiner rohen, versauten Kraft eingebüßt; nicht zuletzt natürlich auch wegen David Hess, der hier eine seiner drei unvergesslichen Widerling-Performances vom Stapel lässt.“
(julio sacchi/www.moviepilot.de)


Reihe Ruggero Deodato:

Ballad in Blood

I 2016, 93 Min., eng. OV, digital
R.: Ruggero Deodato
D.: Roger Garth, Ernesto Mahieux, Carlotta Morelli, Gabriele Rossi, Noemi Smorra

In Anwesenheit des Regisseurs Ruggero Deodato!
11. Dezember - 21:15 Uhr
In der Nacht nach Halloween gibt es für Duke, Jacopo und seine Freundin Lenka, eine tschechische Erasmus-Studentin, ein böses Erwachen: Ihre gemeinsame britische Freundin Elizabeth finden sie tot im Wohnzimmer, ohne dass sich einer der drei erinnern kann, was passiert ist. Zu lösen versuchen sie dieses Rätsel über Handyvideos der Toten, die den Verlauf der letzten Nacht und derenÜberschreitungen und das Abdriften in den Wahnsinn zeigen ...
Basierend auf der Ermordung der Studentin Meredith Kercher in Perugia 2007, kredenzt uns nach 23 Jahren Pause vom Regiestuhl Ruggero Deodato wieder einen echten harten Genrefilm, mit dem er auf leichtfüßige und träumerische Weise und mit vielen skurrilen Einfällen an seine alten Werke anknüpft. Musikalisch unterstützt wurde er dabei von Goblin- und Dario-Argento-Legende Claudio Simonetti.


Reihe Ruggero Deodato:

Eiskalte Typen auf heißen Öfen

OT: Uomini si nasce, poliziotto si muore, I 1976, 100 Min., dF, 35mm
R.: Ruggero Deodato
D.: Marc Porel, Ray Lovelock, Adolfo Celi, Franco Citti, Silvia Dionisio
11. Dezember - 23:15 Uhr
Alfredo und Antonio sind Polizisten und gleichzeitig Mitglieder einer Spezialeinheit. Sie haben ihre eigene Art und Weise mit den Verbrechern umzugehen und das geht in den meisten Fällen tödlich für die Unholde aus. Ihr ärgster Widersacher ist der Mafiaboss Roberto „Bibi“ Pasquini, der nach einem tödlichen Anschlag auf einen ihrer Kollegen in ihr Fadenkreuz rückt. Immer näher kommen sie an den Mafioso heran und hinterlassen dabei eine Spur von Blut, Gewalt und einer Menge Toter. (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

„Deodatos herausragender Beitrag zum italienischen Polizeifilm ist das seltene Beispiel eines puren Genre-Rohdiamanten. Erst wenn man die Oberfläche abschleift, entfaltet der Edelstein seinen strahlenden Glanz.“ (SAILOR RIPLEY/www.buio-omega.de)
„Hier wird einfach alles grotesk überspitzt und bis ins Extrem gesteigert. Damit hat der gute Ruggero vielleicht den logischen Schlusspunkt hinter das Genre gesetzt, indem er durchexerziert, was passiert, wenn den Rachegelüsten des kleinen Bürgers von der Straße und seinem Ruf nach dem Aufräumer mit der harten Hand wirklich Rechnung getragen würde. Fred und Tony unterscheiden sich von dem Abschaum, den sie jagen nur noch durch ihre Polizeimarke. Als absurder Reißer großartig, als Reflexion über die Mechanismen des (italienischen) Polizeifilms brillant.“ (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)


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