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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 18:47 
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Auch wenn der Begriff an sich Schwachfug darstellt, so ist es nicht so abwegig, was damit gemeint ist. Pornographie zeigt in expliziter Form den Geschlechtsakt inkl. allen Details. Und die Filme, der Gattung "Torture-Porn" stehen dem in Nichts nach. Immerhin wird bei den Folterein draufgehalten und viele explizite Gewaltdarstellung in ihrer vollen "Pracht" beleuchtet. Und da es durchaus Menschen gibt, die eine Errektion bei ausufernder Gewalt bekommen............


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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 19:13 
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Freakland hat geschrieben:
Und die Filme, der Gattung "Torture-Porn" stehen dem in Nichts nach.


Nenn bitte Titel, die du in diese Schublade einsortieren würdest, danke.

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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 19:17 
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Pornographie liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte vor, wenn eine Darstellung unter Ausklammerung aller sonstigen menschlichen Bezüge sexuelle Vorgänge in grob aufdringlicher Weise in den Vordergrund rückt und ihre Gesamttendenz ausschließlich oder überwiegend auf die Erregung eines sexuellen Reizes abzielt (vgl. BGHSt 37, 55 (60); 32, 40 (44 ff); OLG Karlsruhe NJW 1974, 2015 (2016); OLG Düsseldorf NJW 1974, 1474 (1475); ebenso BVerwG NJW 2002, 2966 (2969)).


Torture Porn wäre demnach ein Kunstbegriff, der etwas benennt, was es eigentlich nicht gibt. Denn schließlich werden keine sexuellen Handlungen dargestellt, sondern gewalttätige. Es gibt allerdings auch SM-Filme, die unter Pornografie fallen, obwohl keine sexuellen Handlungen (im herkömmlichen Sinne) gezeigt werden.

Dumm und überflüssig ist diese Wortschöpfung so oder so.

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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 19:36 
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Also ich hab den Begriff "Torture Porn" immer als Synonym für ein Genre verstanden, dass sich den MECHANISMEN, jedoch nicht unbedingt den INHALTEN pornographischer Filme bedient. Sollten wir aber in einem anderen Thread diskutieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 19:52 
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Blap hat geschrieben:
Freakland hat geschrieben:
Und die Filme, der Gattung "Torture-Porn" stehen dem in Nichts nach.


Nenn bitte Titel, die du in diese Schublade einsortieren würdest, danke.


Hostel 1+2 sind nur des Rufes wegen produziert. Pannemann Roth ist in vielen seiner Interviews ziemlich durchschaubar, wenn man wissen will, wie die Branche tickt. Grotesque und weitere Japan Sickos (RED ROOM !!!!!!!!!) ebenso. Dort geht es primär nur darum, viel Gewalt in expliziter Form aufzuzeigen. Man hält selbst bei dem abartigsten Müll drauf bzw. dem sinnlosesten, Hauptsache das Gorevolk ist zufrieden. Neben Pornos haben diese Filme eine magische Anziehung und ein ennormes Gewinnpotenzial, weil die Zielgruppe sich an den teilweise drastischen Bildern erfreut und die Talerchen zückt. Und am besten hat es QT ausgedrückt. Gewalt macht Spaß. Ehrlich, markant und bezeichnend.

Der Begriff ist Schwachsinn, aber hat durchaus eine gewisse Berechtigung, was die Bedeutung dahinter ausdrücken will. Und da geht es nicht um Pimmelmann zwischen zwei Hantelscheiben zerdrücken. Porn hat hier mal ausnahmsweise nicht wirklich viel mit Rammelei zu tun, auch wenn man es nach all der Zeit zuerst denkt (geht mir ja nicht anders)

@ Traxx

Natürlich ist auch Torture-Porn ein Kunstbegriff im formalen Sinne. Porn steht hier aber nicht für Sex, sondern lediglich für die explizite Darstellung, ohne zwischenmenschliche Bezüge aufzuzeigen. Im Prinzip hast dir die Frage selbst beantwortet.

@ all

Neulich lief auf 3Sat der Film "9 Songs". Ja, es ist Arthouse Kino, obwohl vom optischen gesehen, ein Porno. Da wird geleckt, geblasen, gefingert, gevögelt und besamt. Natürlich nicht so dargestellt, wie im reinen Porno, sondern etwas distanzierter, jedoch sehr detailreich in Großaufnahmen. Lief uncut, normale 18er Freigabe und kurz nach Mitternacht. Wer definiert nun Pornofilm?


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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 19:55 
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Freakland hat geschrieben:

Neulich lief auf 3Sat der Film "9 Songs". Ja, es ist Arthouse Kino, obwohl vom optischen gesehen, ein Porno. Da wird geleckt, geblasen, gefingert, gevögelt und besamt. Natürlich nicht so dargestellt, wie im reinen Porno, sondern etwas distanzierter, jedoch sehr detailreich in Großaufnahmen. Lief uncut, normale 18er Freigabe und kurz nach Mitternacht. Wer definiert nun Pornofilm?
Ok, letztes OT meinerseits: Der Film ist FSK 16. Die DVD gibts bei Amazon. Da hab ich meine auch her.

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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 19:58 
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trAp JAw hat geschrieben:
Ok, letztes OT meinerseits: Der Film ist FSK 16. Die DVD gibts bei Amazon. Da hab ich meine auch her.


Echt? Im TV kam die 18er Ansprache. Vllt. auch nur ne Vorsichtsmaßnahme.


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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:16 
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Also, dass der Splatterfilm durchaus Parallelen zum Pornofilm haben kann, ist seit Herrschel Gordon Lewis - denke ich - bekannt. "Torture Porn" als Genrebezeichnung wurde so - glaub ich - aus Edelsteins Aufsatz von 2006 im NY Magazine übernommen: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** Wie ich das verstehe, war das vor allem eine kritische Bestandesaufnahme darüber, dass Gewalt als reine Unterhaltungsform im Mainstreamkino mehr und mehr salonfähig wird. Das ist sicher nicht falsch nur ist der Titel "Torture Porn" dafür schlicht eine komplette geistige und sprachliche Fehlleistung :mrgreen: Abgesehen davon, dass sich die von Edelstein aufgezählten The Devil’s Rejects, Hostel, Wolf Creek und Passion of the Christ (lol?) nur schwer unter einen gemeinsamen Nenner bringen lassen, hat der Begriff auch einen ganz unsympathischen, negativen Anstrich (zumal der Artikel selbst ja durchaus einen kritischen Unterton hatte). Wenn mittlerweile selbst der Antichrist darunter subsumiert wird, tut das darum umso mehr weh... Bei "Folter" und "Porno" denk ich an Bethmann aber sicher nicht an Von Trier ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:26 
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Blaubart hat geschrieben:
Also, dass der Splatterfilm durchaus Parallelen zum Pornofilm haben kann, ist seit Herrschel Gordon Lewis - denke ich - bekannt. "Torture Porn" als Genrebezeichnung wurde so - glaub ich - aus Edelsteins Aufsatz von 2006 im NY Magazine übernommen: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** Wie ich das verstehe, war das vor allem eine kritische Bestandesaufnahme darüber, dass Gewalt als reine Unterhaltungsform im Mainstreamkino mehr und mehr salonfähig wird. Das ist sicher nicht falsch nur ist der Titel "Torture Porn" dafür schlicht eine komplette, geistige und sprachliche Fehlleistung :mrgreen: Mal abgesehen davon, dass sich die von Edelstein aufgezählten The Devil’s Rejects, Hostel, Wolf Creek und Passion of the Christ (lol?) sich nur schwer unter einen gemeinsamen Nenner bringen lassen, hat der Begriff auch einen ganz unsympathischen, negativen Anstrich (zumal der Artikel selbst ja durchaus einen kritischen Unterton hatte). Wenn nun selbst der Antichrist darunter subsumiert wird, tut das darum umso mehr weh... Bei "Folter" und "Porno" denk ich an Bethmann aber sicher nicht an Von Trier ;)


Ja, Du hast recht. Das ist schon so ein seltsames Feuilleton-Label, was einigermaßen undifferenziert verschiedenste Sorten Film subsummieren will. Dennoch: Das Wichtigste am Genre "Porno" in dem Zusammenhang ist ja diese KOMPLETT fehlende zweite Bedeutungsebene. Da gibt es halt nichts. What you see ist what you get. Das "Bezeichnende" (Fickende Menschen) ist EXAKT und ausnahmslos auch das, was "bezeichnet" werden soll. Es werden fickende Menschen gezeigt, um fickende Menschen zu zeigen, sozusagen. Es gibt keine wie auch immer geartete verweisende oder auch nur durch Fiktionalität bedingte Verschiebung von Be-Deutungen. Ein Porno will nichts mehr als sagen: hier ficken Menschen und wir filmen das. Sonst nichts.
Das gibt es sonst in keinem Genre, weil eigentlich im Modus der Fiktionalität eine zweite Bedeutungsebene quasi per definitionem schon existiert.

Und so müsste man den Begriff "Folterporno" dann auch verstehen: die Filme zeigen Gewalt, um Gewalt zu zeigen. Die Folterdarstellungen haben keine weitere Bedeutung als Folter darzustellen usw. Es GIBT keine hinweisende oder in einen fiktionalen Zusammenhang eingebettete Sinnstruktur der Darstellungen, so sehr sich Eli Roth auch immer bemüht hat, das ganze mit Guantanamo und Abu Gharib in Verbindung zu bringen. Wie bei einem Porno dient die Handlung einzig und allein dazu, Gewalt als Gewalt darzustellen und das wars.
Dies möchte ich gar nicht unbedingt bewerten oder den Sinn dieses Begriffs jetzt großartig diskutieren. Aber ich glaube, so ist es gemeint. Dass es dabei um sexuelle Befriedigung durch Gewaltdarstellung geht oder so, glaube ich nicht.

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 Betreff des Beitrags: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:29 
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Die Mods können die Beiträge ja mal Phenomenal hierherverschieben :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:37 
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super idee. sehr weise :D

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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:38 
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Freakland hat geschrieben:
1.Hostel 1+2 sind nur des Rufes wegen produziert. Pannemann Roth ist in vielen seiner Interviews ziemlich durchschaubar, wenn man wissen will, wie die Branche tickt.
2. Gewalt macht Spaß. Ehrlich, markant und bezeichnend.


1. Ich finde es sehr schade, dass "Hostel" unter die Räder dieses bescheuerten Hype geraten ist. Klar, es war so von den "Erzeugern" gewollt, man will Kohle mit den Filmen machen. Doch wer will das nicht?

Besonders "Hostel 2" ist IMHO eine herrliche Komödie und Verbeugung vor dem Exploitationfilm, längst nicht nur weil Frau Fenech oder die Herren Merenda und Deodato dort kurz auftauchen. Der Film macht in der Tat jede Menge Spass! Ganz sicher aber nicht nur wegen der gezeigten Gewalt, sondern weil das "Gesamtpaket" in sich stimmig ist. Der Film ist ein Beispiel dafür, wie leicht man die Massen gängeln kann. Überall ist von der ausuferndern Gewalt zu lesen, dabei sind die Szenen im Gegensatz zu wirklich "fiesen" Filmen wie z.B. "Martyrs" regelrecht zahm. "Hostel" kommt zu keiner Zeit wirklich "hart" oder "böse" daher, der Streifen ist einfach ein sinnfreier Spass, nicht mehr!

2. Jein. Wenn Gewalt so gezeigt wird wie in diversen Splatterstreifen oder Actionern macht sie Spass, ja! Völlig absurde, unrealistische Darstellungen von Gewalt sorgen für Freude. Filme die sich -auf welche Art auch immer- real anfühlen, finde ich teils sehr unangehm und keinesfalls "spassig" (siehe "Martyrs").

***

Naja, es führt zu weit vom Thema ab. Ich finde den Begriff "Torture Porn" beschissen und gerade auf "Hostel" passt dieser Deckel überhaupt nicht!



Thomas Morus hat geschrieben:
so sehr sich Eli Roth auch immer bemüht hat, das ganze mit Guantanamo und Abu Gharib in Verbindung zu bringen. Wie bei einem Porno dient die Handlung einzig und allein dazu, Gewalt als Gewalt darzustellen und das wars.


Hast du z.B. "Hostel 2" überhaupt gesehen? Was in beiden Hostel Streifen "gewalttechnisch" vor sich geht, ist weder besonders ausufernd noch provokant. Der "Hype" hat hier zu 100% durchgeschlagen und für teils blindwütige Hysterie gesorgt!

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 Betreff des Beitrags: Re: PHENOMENA - Dario Argento
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:43 
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Blap hat geschrieben:
CC saugen.


Nope! Überbewertet definitiv aber mind. eine der ersten 4 Scheiben MUSS JEDEM (Death)Metalhead gefallen...das geht nicht anders! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:47 
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Operazione Bianchi hat geschrieben:
Diabolik! hat geschrieben:
Dumm und überflüssig ist diese Wortschöpfung so oder so.


Stimmt !

Schließlich geht es bei jedem Splatter-Film um möglichst detailierte / explizite Gewalt-Darstellungen . Ist wohl einfach ein "Kunst-Begriff " zum Kaufanreiz für eine neue Generation abgestumpfter Splatter Kiddies , die den Humor der 80er-90er Horror-Filme vermissen lassen .


Habs mal verschoben, sollte ein beitrag vergessen sein und noch hier rein, gebt bescheid!

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 20:49 
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Blap hat geschrieben:

1. Ich finde es sehr schade, dass "Hostel" unter die Räder dieses bescheuerten Hype geraten ist. Klar, es war so von den "Erzeugern" gewollt, man will Kohle mit den Filmen machen. Doch wer will das nicht?


Nichts für ungut, aber Hostel hat diesen Hype doch ausgelöst. Im Kino hatte ich meinen Spaß. Paar Kumpels, paar Bier und paar Folterein. Auf DVD hab ich mir den Spei mal nüchtern angesehen und sorry, es ist einer der dümmsten Filme, die das Genre je hervorgebracht hat. Inhaltlich totaler Dummfug und ohne die guten und harten Effekte nichtmal ansatzweise zu beachten. Da kann Eli soviel labern, wie er will. Er hatte mit Cabin Fever keinen wirklichen Erfolg, also kam diese Grütze raus mit der Absicht, soviel wie möglich zu schlachten, um den Pöbel zu befriedigen. Warum ist denn dieser Film so erfolgreich gewesen? Schau zurück, auf was sich das Marketing fokusiert hatte ;)

Zitat:
Besonders "Hostel 2" ist IMHO eine herrliche Komödie und Verbeugung vor dem Exploitationfilm, längst nicht nur weil Frau Fenech oder die Herren Merenda und Deodato dort kurz auftauchen. Der Film macht in der Tat jede Menge Spass! Ganz sicher aber nicht nur wegen der gezeigten Gewalt, sondern weil das "Gesamtpaket" in sich stimmig ist. Der Film ist ein Beispiel dafür, wie leicht man die Massen gängeln kann. Überall ist von der ausuferndern Gewalt zu lesen, dabei sind die Szenen im Gegensatz zu wirklich "fiesen" Filmen wie z.B. "Martyrs" regelrecht zahm. "Hostel" kommt zu keiner Zeit wirklich "hart" oder "böse" daher, der Streifen ist einfach ein sinnfreier Spass, nicht mehr!


Hostel 2 kam bei mir an, wie Hostel 1, aber mit Frauen. Ich fand keinerlei komödiantische Einlagen, außer den Inhalt selbst. Und die vielen Cameos kann man als Italofan sicherlich mögen, aber die retten den Film nicht.


Zitat:
2. Jein. Wenn Gewalt so gezeigt wird wie in diversen Splatterstreifen oder Actionern macht sie Spass, ja! Völlig absurde, unrealistische Darstellungen von Gewalt sorgen für Freude. Filme die sich -auf welche Art auch immer- real anfühlen, finde ich teils sehr unangehm und keinesfalls "spassig" (siehe "Martyrs").



Gewalt ist ja eigentlich auch nicht zum Spaß gedacht. Nur zum Geld verdienen, da ist es egal, ob lustige Splatterorgie, oder ein französischer Tritt in den Magen

***
Zitat:
Naja, es führt zu weit vom Thema ab. Ich finde den Begriff "Torture Porn" beschissen und gerade auf "Hostel" passt dieser Deckel überhaupt nicht!


Besonders auf den!


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 21:08 
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Thomas Morus hat geschrieben:
Ja, Du hast recht. Das ist schon so ein seltsames Feuilleton-Label, was einigermaßen undifferenziert verschiedenste Sorten Film subsummieren will. Dennoch: Das Wichtigste am Genre "Porno" in dem Zusammenhang ist ja diese KOMPLETT fehlende zweite Bedeutungsebene. Da gibt es halt nichts. What you see ist what you get. Das "Bezeichnende" (Fickende Menschen) ist EXAKT und ausnahmslos auch das, was "bezeichnet" werden soll. Es werden fickende Menschen gezeigt, um fickende Menschen zu zeigen, sozusagen. Es gibt keine wie auch immer geartete verweisende oder auch nur durch Fiktionalität bedingte Verschiebung von Be-Deutungen. Ein Porno will nichts mehr als sagen: hier ficken Menschen und wir filmen das. Sonst nichts.
Das gibt es sonst in keinem Genre, weil eigentlich im Modus der Fiktionalität eine zweite Bedeutungsebene quasi per definitionem schon existiert.

Und so müsste man den Begriff "Folterporno" dann auch verstehen: die Filme zeigen Gewalt, um Gewalt zu zeigen. Die Folterdarstellungen haben keine weitere Bedeutung als Folter darzustellen usw. Es GIBT keine hinweisende oder in einen fiktionalen Zusammenhang eingebettete Sinnstruktur der Darstellungen, so sehr sich Eli Roth auch immer bemüht hat, das ganze mit Guantanamo und Abu Gharib in Verbindung zu bringen. Wie bei einem Porno dient die Handlung einzig und allein dazu, Gewalt als Gewalt darzustellen und das wars.
Dies möchte ich gar nicht unbedingt bewerten oder den Sinn dieses Begriffs jetzt großartig diskutieren. Aber ich glaube, so ist es gemeint. Dass es dabei um sexuelle Befriedigung durch Gewaltdarstellung geht oder so, glaube ich nicht.

Ja, ich vesteh das schon und ich kann die Parallelen zu den Machanismen des Pornofilm - wie gesagt - auch nachvollziehen. Nur müsste dann z.B ein Herrschell Gordon Lewis als "Godfather of torture porn" umbenannt werden, denn da fungiert die Handlung wirklich nur noch als billigster Aufhänger, um verschiedene Gewaltsequenzen aneinander zu reihen ;) Da sind im Vergleich selbst Eli Roth oder Rob Zombie Grossmeister des subtilen Filmemachens!

Was ich meine: "Torture Porn" ist ja letzlich (auch!) ein Ausdruck der Popkultur, der irgendwo eine neuzeitige Entwicklung des Kinos beschreiben möchte. Nur ist diese Erkenntnis, dass Filme ähnlich einem Porno sich auf die Darstellung von Folter und Gewalt beschränken (zur einer wie auch immer gearteten Stimulation/Unterhaltung beim Zuschauer :) ), keine neue oder irgendwo revolutionäre Enteckung: Solche Filme gabs bereits in den 60er Jahren. Neu ist wohl nur, dass diese Entwicklung vom Nischenfilm im Mainstreamkino angekommen ist... und ob dafür der Begriff wirklich gut getroffen ist, würd ich anzweifeln - allein schon, weil er zwangsläufig negativ assoziert wird, weil er als Definitionskriterium missverständlich ist (sieht man daran, was für verschiedenste Filme darunter mittlerweile subsumiert werden) und weil er aus einem Aufsatz stammt, der erst gar nicht versuchte, eine schlüssige Definition zu liefern ...und letzendlich eine ganz ganz schlimme linguistische Vergewaltigung darstellt :mrgreen:


Zuletzt geändert von Blaubart am 13.01.2010 21:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 21:10 
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Sagt ja auch keiner, das die Filme das Rad neu erfunden haben. Waren die HGL Filme früher noch sowas wie die unbekannten Werke, für noch unbekanntere Konsumenten, sind die heutigen Streifen teilweise eben Majorsachen.

Rein inhaltlich hast du vollkommen recht was Onkel Herschell angeht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 21:17 
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@Blaubart: stimme Dir in allen Punkten zu.
Wichtig ist nur der von Dir auch genannte Unterschied zwischen "Nischenfilm" und "Mainstream". Damals hatte so ein Ding wie Blood Feast Subversionspotenzial, es war gewissermaßen als Schockangriff auf eine doppelmoralische und vermuffte Gesellschaftsordnung zu interpretieren, GERADE in der Drastik und GERADE in der Selbstzweckhaftigkeit und Rohheit der Gewalt. Wie z.B. auch die Abject Art-Bewegung um Filme von John Waters, hier ist dieses "you get what you see" gewissermaßen Programm, um Doppelmoral und versteckte Kontrolldiskurse zu dekonstruieren. Aber genau in dem Moment, wo eine solche Interpretation schlüssig möglich ist (wobei es natürlich nicht die EINZIGE mögliche Deutung ist, logisch!), haben wir halt wieder diese zweite Deutungsebene und der "Porn"-Effekt verschwindet.
Doch diese 2.Ebene will den Verwendern des Begriffs "Torture Porn" bei Hostel einfach nicht reingehen. Und DAS ist halt ein Mainstream-Film, der für die Massen gemacht wird und daher eher affirmativ-reaktionäres als subersives Potenzial hat. Und aus dieser Warte ... naja, ist der Begriff bestimmt kein Knaller, aber schon irgendwie schlüssig, also für mich. Und ich fand Hostel echt ganz gut ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 21:31 
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Wen es interessiert: ich habe hier noch aus meiner Studienzeit eine kleine Literaturliste zum Thema "Torture Porn" vs. Gewaltdarstellung als Reaktion auf geo- oder soziopolitisches Geschehen. Richtet aber mehr den Fokus auf Post-Vietnam und Wes Craven, Romero, Hooper etc. (wer den Film "The American Nightmare" kennt, weiß, in welche Richtung das etwa geht). Vieles ist sehr wissenschaftlich, vieles sehr feuilletonistisch, aber einiges auch echt interessant.

Busche, Andreas. 2003. „Ein Ausdruck der Zeit“ (Interview mit Marcus Nispel). In: Tageszeitung vom 31. 12. 2003. 21.

Ders. 2006. Frivole Freude am Knacken der Knochen. Eli Roth führt mit „Hostel“ die große Tradition des amerikanischen Splatterfilms fort. In: Tageszeitung vom 9. 9. 2006. 12.

Carroll, Noel. 1990. Philosophy of horror. Or Paradoxes of the heart. New York: Routledge. 1-11, 158-214.

Dang, Sarah-Mai. 2006. Leben – töten – sterben. Gedanken zur Schaulust im Horrorfilm. In: Filmdienst 9/06.

Gelder, Ken (ed.). 2000. The horror reader. London: Routledge. 81-89, 252-265, 273-293.

Hall, Peter Christian (ed.). 2001. Krieg mit Bildern. Wie Fernsehen Wirklichkeit konstruiert. Mainz: Zweites Deutsches Fernsehen. 7-18.

Huss, Roy (ed.). 1972. Focus on the horror film. Englewood Cliffs: Prentice-Hall. 1-11, 121-131.

Keil, Christopher. 2003. Lieber da draußen sein. In Vietnam wurde der Kriegsfotograf Horst Faas zum Pulitzer-Preisträger. In London begutachtet er am „War desk“ von AP die Bilder aus dem Irak. In: Süddeutsche Zeitung vom 2. 4. 2003.

Kellner, Douglas & Michael Ryan (ed.). 1990. Camera politica. The politics and ideology of contemporary Hollywood films. Indiana: University Press. 168-193.

Lowenstein, Adam. 2005. Shocking Representation. Historical trauma, national cinema, and the modern horror film. New York: Columbia University Press. 1-16, 111-143, 153-164.

Müller, Marion G. 2005. ‚Burning Bodies’. Visueller Horror als strategisches Element kriegerischen Terrors – eine ikonologische Betrachtung ohne Bilder. In: Thomas Knieper (ed.). War visions. Bildkommunikation und Krieg. Köln: Von Halem. 405-421.

Paul, Gerhard. 2004. Bilder des Krieges – Krieg der Bilder. Die Visualisierung des Krieges in der Moderne. München: Wilhelm Fink Verlag. 11-23, 311-344,

Rehfeld, Nina. 2006. „Die Wahrheit ist blutig und gefährlich“ (Interview mit Wes Craven). In: Spiegel Online vom 23. 3. 2006.

Rodek, Hanns-Georg. 2006. Hütet euch vor Bratislava. Hollywood reagiert auf die Folgen des 11. September – mit Horrorfilmen größter Brutalität. In: Die Welt vom 28. 4. 2006.

Roth, Eli (im Interview). 2007. „Wir haben das Bedürfnis zu schreien!“. In: Woman-Magazin Online.

Rüb, Matthias. 2003. Eingebettet vom Pentagon. Der erste Cyber-Krieg des einundzwanzigsten Jahrhunderts: Ob Amerika eine gute Presse bekommt, ist die alles entscheidende Frage. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. 3. 2003, 1.

Seeßlen, Georg. 2006. Bildersprache der Gewalt. Die „Irakisierung“ des Films. In: Das Parlament vom 4. 9. 2006.

Ders. 2006. Im Chaos der Bilder. Oliver Stones „WTC“ versucht den 9/11-Bilder ihre Reinheit wiederzugeben. In: Tageszeitung vom 9. 9. 2006. 12.

Sontag, Susan. 2003. Die Botschaften der Bilder. Im Zeitalter der Kameras muß die Wirklichkeit neuen Anforderungen genügen: Warum Kriegsfotografien an das Morbide im Menschen appellieren. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. 4. 2003. 41.

Stresau, Norbert. 1987. Der Horror-Film. Von Dracula zum Zombie-Schocker. München: Heyne. 7-18, 156-203.

Venker, Thomas. 2006. Re-make a role model. Hügel der blutigen Augen. In: Intro vom 27. 3. 2006.

Wood, Robin. 2003. Hollywood from Vietnam to Reagan... and beyond. New York: Columbia University Press. 1-8, 63-119.

Wunderlich, Antonia. 2004. Bilder als Folter - Folter als Bild. In: Doris Schuhmacher-Chilla (ed.). Im Banne der Ungewissheit. Bilder zwischen Medien, Kunst und Menschen. Oberhausen: Athena. 195-206.

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2. Inhaltlich totaler Dummfug und ohne die guten und harten Effekte nichtmal ansatzweise zu beachten.
3. Ich fand keinerlei komödiantische Einlagen, außer den Inhalt selbst.


1. Um den Film wurde ein Riesenhype gemacht, unbestritten. Das ändert aber doch nichts daran, dass der Streifen ein recht normaler, durchaus "mainstreamiger" Horrorflick ist. Nicht mehr und nicht weniger (bezogen auf Teil 1).

2. Wenn man nun Filme an den Pranger stellen will, die sich durch "inhaltlichen Unfug" auszeichnen, dann kann man gleich das hiesige Forum zu 90% verdammen. ;)

3. Das ist doch der Punkt. Es gibt bei "Hostel 2" keine "komödiantschen Einlagen", sondern der gesamte Film ist eine einzige Satire, Parodie etc.. :!:

***

So sehr ich "Nischenfilme" liebe, ist mir doch die oft -zumindest unterschwellig- zu lesende Meinung "Nischenfilme = gut", "Mainsteamfilme = böse" sehr suspekt. Ganz abgesehen davon, wo hört "Nische" auf, wo "fängt" Mainstream an, wer maßt sich an dies beurteilen zu wollen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 23:34 
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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 13.01.2010 23:43 
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Thomas Morus hat geschrieben:
Und DAS ist halt ein Mainstream-Film, der für die Massen gemacht wird und daher eher affirmativ-reaktionäres als subersives Potenzial hat. Und aus dieser Warte ... naja, ist der Begriff bestimmt kein Knaller, aber schon irgendwie schlüssig, also für mich. Und ich fand Hostel echt ganz gut ;)

Mag Hostel auch. Wirft nebenbei ein ulkiges Licht auf so einige Vorstellungen und Vorurteile über unsere osteuropäischen Nachbarn.
Und jo, auch ich finde das irgendwo schlüssig. Hab das ähnlich - sprachlich vielleicht nicht ganz so gewandt und mit einer gewissen Ironie - in meinem Beitrag auch zu sagen versucht :mrgreen: Die Kritik, wenn es denn eine solche sein soll, war eher in den beiden letzten Sätzen zu finden. Wobei ich den allerletzten Satz ernster meine, als das das vielleicht klingen mag: Sprachlich halte ich das wirklich für keine sonderlich schöne Wortschöpfung :)

Und danke für die Liste. Interessant :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 14.01.2010 18:01 
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Blap hat geschrieben:
1. Um den Film wurde ein Riesenhype gemacht, unbestritten. Das ändert aber doch nichts daran, dass der Streifen ein recht normaler, durchaus "mainstreamiger" Horrorflick ist. Nicht mehr und nicht weniger (bezogen auf Teil 1).


.... der sich, wie auch sein Nachfolger, dadurch auszeichnet, dass man hier soviel Gewalt wie möglich zeigen wollte. Auf die Folterei und die Splattereffekte konzentrieren sich beide Filme. Die Handlung ist nur Beiwerk, um auf Länge zu kommen.

Zitat:
2. Wenn man nun Filme an den Pranger stellen will, die sich durch "inhaltlichen Unfug" auszeichnen, dann kann man gleich das hiesige Forum zu 90% verdammen. ;)


Dann zeig mir mal die Stelle in meinen Beiträgen, wo ich geschrieben habe, alles andere ist besser. Es gibt im Nischenbereich und im Mainstreamsektor noch viel härtere, aber zugleich dümmere Filme. Hostel ist vom Gesamtpaket zwar einer der dümmsten, aber seinen Unterhaltungsfaktor streite ich ja nicht ab. Wenn ich wirklich nur stumpfe Splatterei sehen will, liegt auch schon mal ein Hostel im Player, auch wenn ich mich meist durch die (kannst auch du nicht abstreiten) extrem dünne Handlung quälen muss.

Zitat:
3. Das ist doch der Punkt. Es gibt bei "Hostel 2" keine "komödiantschen Einlagen", sondern der gesamte Film ist eine einzige Satire, Parodie etc.. :!:


Jetzt interessiert mich aber schon, was Hostel 2 nun parodieren will? Hostel 1?

***
Zitat:
So sehr ich "Nischenfilme" liebe, ist mir doch die oft -zumindest unterschwellig- zu lesende Meinung "Nischenfilme = gut", "Mainsteamfilme = böse" sehr suspekt. Ganz abgesehen davon, wo hört "Nische" auf, wo "fängt" Mainstream an, wer maßt sich an dies beurteilen zu wollen?


Das ist aber eine eigene Interpretation. Mitnichten schrieb ich, Nischenfilme gut-Mainstream böse. Bester Vergleich sind einige Remake, wo mich der moderne Mainstreamabklatsch besser unterhalten kann, als das damalige Nischenoriginal. Ich empfinde nur Hostel als total doof, weil er auf hanebüchenen Inhalt verweist, diesen nicht hat und einfach nur drastische Effekte zeigen will. Und Teil 2 ist ein Abklatsch von Teil 1, da hat sich nicht wirklich viel verändert, außer das der Gewinn vom ersten Teil hier ein höheres Budget ermöglichte. Siehe auch SAW. War dort Teil 1 noch ein waschechter Horrorthriller mit vereinzelten Effekten, überschritt die Serie doch ab Teil 3 die Grenze, in der es nur darum geht, soviel sadistische Folterein auszuwälzen, wie nur möglich. Jigsaws undurchschaubarer Masterplan wäre sicher in 2 Filmen erzählt, aber die Zielgruppe will das nicht sehen. Die wollen zerplatzte, entweidete, verdrehte und zerstückelte Leichen sehen und auch wenn ich ein Fan der Serie bin und mich auf jeden Teil freue, ist es immer wieder schade, wenn aufgrund der Gewalt die vom Prinzip her geniale Ausgangsgeschichte so verheizt wird.

Aber um dich zu beruhigen. Ich würde jederzeit Hostel 1+2 ansehen, wenn die Alternative Papaya lauten würde :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 14.01.2010 18:18 
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Freakland hat geschrieben:
Aber um dich zu beruhigen. Ich würde jederzeit Hostel 1+2 ansehen, wenn die Alternative Papaya lauten würde :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 14.01.2010 18:33 
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Ich teile die Ansicht, dass der Begriff "Torture-Porn" in Bezug auf Hostel, Live Feed (kennt den irgendwer, der Killer soll ja sogar nen Macabre Shirt tragen... :shock: ) und Konsorten ziemlich unpassend gewählt ist. Was passiert denn jetzt, nachdem dieser Terminus mehr oder weniger "etabliert" ist, mit den eigentlichen Gewalt- und Folterpornos, die es ja schon viel früher gab...wie geht man mit denen um, bzw. welche Bezeichnung kann hier verwendet werden ohne Verwirrung zu stiften?

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 14.01.2010 19:28 
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Da erinnere ich mich gerne an meine letzte Börse vor 4 Jahren ... mein VHS Stammverkäufer ( M. aus HL ) war ganz aus dem Häuschen : "Live Feed ...schon gesehen ? ... härter als Hostel ... unbedingt die Unrated Fassung sehen..." . Es sei ihm gegönnt :D

Gesehen hab ich den natürlich nicht ... aber nach den Screenshots bei sb.com läuft auch hier alles auf stumpfes Geschnetzel raus ! Dann doch lieber Gefangenen-Express oder Roughies a la Waterpower :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 14.01.2010 19:34 
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Freakland hat geschrieben:
1. ....der sich, wie auch sein Nachfolger, dadurch auszeichnet, dass man hier soviel Gewalt wie möglich zeigen wollte. Auf die Folterei und die Splattereffekte konzentrieren sich beide Filme. Die Handlung ist nur Beiwerk, um auf Länge zu kommen.
2. Dann zeig mir mal die Stelle in meinen Beiträgen, wo ich geschrieben habe, alles andere ist besser.
3.Es gibt im Nischenbereich und im Mainstreamsektor noch viel härtere, aber zugleich dümmere Filme. Hostel ist vom Gesamtpaket zwar einer der dümmsten, aber seinen Unterhaltungsfaktor streite ich ja nicht ab. Wenn ich wirklich nur stumpfe Splatterei sehen will, liegt auch schon mal ein Hostel im Player, auch wenn ich mich meist durch die (kannst auch du nicht abstreiten) extrem dünne Handlung quälen muss.
4. Jetzt interessiert mich aber schon, was Hostel 2 nun parodieren will? Hostel 1?
5. Aber um dich zu beruhigen. Ich würde jederzeit Hostel 1+2 ansehen, wenn die Alternative Papaya lauten würde :D


1. Von "so viel Gewalt wie möglich" kann doch nicht die Rede sein. Das wird gern behauptet, doch wo bitte sind diese "ausufernden", "ausgedehnten Gewaltszenen"??? Natürlich sind Metzeleien bei vielen -längst nicht bei allen- Horrorfilmen die eigentliche Attraktion, die Handlung mehr oder weniger phantasievolles Beiwerk. Aber will man das wirklich ausgerechnet den Filmen von Eli Roth vorwerfen? Den Pfad beschreitet man seit Jahrzehnten, schon bevor der Typ überhaupt geboren wurde.

2. Darauf wollte ich nicht hinaus. Aber wenn "alles andere" auch nicht dein Spielplatz ist, warum hälst du dich an in einem Forum wie dem hiesigen auf? ;) Natürlich muss man nicht alle Ergüsse die irgendwann hervorgebracht wurden kritiklos abnicken, doch wenn mir die Leidenschaft für etwas fehlt, dann verschwende ich meine Zeit nicht damit.

Na, mir gefallen diese letzten zwei, drei Zeilen meinerseits nicht. Sie sind mißverständlich, ich will dich mit Sicherheit nicht aus dem Forum vertreiben, im Gegenteil. Solche "Probleme" -Filmgeschmack und Titten- kann man am besten bei einem gepflegten Gesöff besprechen.

3. Wir drehen uns im Kreis. Gerade "Hostel 2" ist IMHO gar nicht sooo dumm. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, dass der Humor nicht überall ankommt. Ich würde mir wünschen, die Macher hätten nicht diesen Hype -denn der ist wirklich saublöd- um die Filme veranstaltet, dann würden sie mit Sicherheit auf viele Zuschauer ein wenig anders wirken, als es nun leider der Fall ist. Schade.

4. Was soll ich dazu noch schreiben. Ich habe meine Gedanken dazu nach der Sichtung von "Hostel 2" in einen Kurzkommentar gepackt. Den möchte ich aber nun nicht auch noch in diesen Thread posten, sonst wird es vermutlich zu ausufernd. IMHO ist "Hostel 2" eine liebenswerte und gekonnte Verbeugung vor dem Genre und dem gesamten Exploitationfilm. Leider -wie schon erwähnt- stellen sich die Macher durch den dummen Hype ein Bein. Ziemlich absurd, aber der Rubel sollte eben rollen. Erneut: Schade, man hätte dem Publikum mehr zutrauen sollen. Vielleicht bekommt das Publikum aber auch die Art von Werbung präsentiert die es verdient hat, was ich aber nicht unterstellen möchte.

5. Ich bin ganz ruhig. Das ist bei mir staatlich verordnet, ich bin ein ergebener Diener der Bundesrepublik Deutschland. Mit Urkunde, Kordel und auf Lebenszeit. Wenn ich noch ruhiger werde, fliesse ich als Glibbermasse ins Sofa ein. Aber jetzt wo du es schreibst... "Papaya" von Herrn Massaccessi muss wirklich in den Player! :mrgreen:

***

In diesem Sinne: Prost! :prost23:

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 28.06.2010 15:53 
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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 28.06.2010 16:28 
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Aus dem Artikel:

"...Grausame und menschenverachtende Orgien von Gewalt und Terror, Kannibalismus und Rassenhaß, Pornographie und Kriegsverherrlichung..."

Wenige Zeilen darunter:

"...Denn zu den 45 Prozent Marktanteilen der Sparte "Horror, Krieg, Action" zählen nicht nur Zombie-Machwerke wie die "Schwarze Messe der Dämonen" oder Eastern-Brutalos ("Der Todesarm des Kung-Fu"), in denen sich schlitzäugige Wesen per Handkantenschlag oder Schwertstreich ins Jenseits befördern..."

:shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Torture-Porn / Gesammelte Lyriken zu Kunst und Kitsch
BeitragVerfasst: 01.12.2015 21:43 
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Blap hat geschrieben:
Ich habe meine Gedanken dazu nach der Sichtung von "Hostel 2" in einen Kurzkommentar gepackt. Den möchte ich aber nun nicht auch noch in diesen Thread posten, sonst wird es vermutlich zu ausufernd.


Der letzte Beitrag hier ist zwar schon 5 1/2 Jahre her, aber ich will mal nachfragen:

Ich habe nach eventuell vorhandenen Threads zu den HOSTEL-FILMEN gesucht und fand keinen über die Suchfunktion. Stattdessen machte ich diesen Thread hier ausfindig und las hier u.a. das von Blap, siehe Zitat.

Sind hier nun HOSTEL-THREADS vorhanden oder gibt es keine :?

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