Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 25.02.2011 19:40 
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TRAXX hat geschrieben:
Diabolik! hat geschrieben:
Mit der Idee eines Filmclubs, der sich abseitiger Streifen annimmt, bin ich erstmals 1990 an die Betreiber herangetreten und dabei auf heftigen Widerstand gestoßen - man schrieb sich auf die Fahnen, ausschließlich politisch korrekte, linkslastige und kulturell wertvolle Filmkunst vorzuführen, meine Filmauswahl wurde als Beleidigung aufgefasst.

Ich komme ja immer mehr zu der ultimativen Erkenntnis dass Deutschland (post '45) Filme abgrundtief hassen muss.
Man schaue sich nur mal die weltweit einmaligen 'regulierenden' Instanzen an. Neben der strafrechtlichen Verfolgung von fiktionalen Filmen (§131) und dem JuSchG (BPJM & FSK) gibt's da noch zusätzlich jene Filmförder-Mafia, die scheinbar bis hinunter in entlegenste Exhibitionsorte ihre Finger im Spiel hat.

Ekelhaft!


Ja so ist das ...... da muß man schon viel Leidenschaft mitbringen um die zu überzeugen !!!!! :mrgreen:

Diabolik! hat geschrieben:
KualaLumpur hat geschrieben:
HAHAHA!! :shock: Die perfekte Werbung!! Einfach großartig!!


:mrgreen: Wir wollen ja nicht, daß jeder dahergelaufene Hanswurst dort auftaucht!


Ja genau Diabolik .... die Kostverächter und Mainstreampenner haben bei solchen Abenden eh nix verloren..... sollen die sich schön ihren neusten Hollywood Scheiß im Multiplex reinziehen....

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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 03.03.2011 14:47 
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KINOKRÄNZCHEN # 19:

SON OF FRANKENSTEIN
USA 1939

Regie: Rowland V. Lee
Digital. Originalfassung.

Das war schon lange überfällig. Kinokränzchen 19 präsentiert einen prototypischen Monsterschinken von der Mutter aller Horrorfilmschmieden: Universal. Die Universal Studios lösten ab 1930 den ersten großen Boom des Horror-(Ton-)Films aus und prägten mit ikonischen Klassikern wie "Dracula" (1930), "Frankenstein" (1931) oder "The Mummy" (1932) das Genre bis in die Gegenwart. "Son Of Frankenstein" (USA 1939 / Regie: Rowland V. Lee) wurde nie der Ruhm seiner Vorgänger zuteil und fristet ein unverdientes Schattendasein. Dabei darf "Son..." vielleicht als der letzte ernsthafte Horrorfilm Universals aus dieser Zeit gelten, danach wurden die Filme zunehmend billiger, alberner und schlechter (was durchaus auch seine Reize hatte!). Auch "Son..." entschärft die psychopathologischen Abgründe seiner Vorgänger zugunsten eines simplen (aber zappendusteren) Revenge-Plots, in dessen Verlauf Boris Karloff (der hier zum dritten und letzten Mal das Monster verkörperte) als gnadenloser Racheenge

l Tod und Verderben sät und Bela Lugosi tritt kurz vor seinem Abstieg in die Poverty Row in seiner vielleicht besten, aber mit Sicherheit düstersten Rolle auf. Und Regisseur Rowland V. Lee kreierte hier eine bleischwere Atmosphäre und einen Look, den man vielleicht am ehesten als gotischen Expressionismus beschreiben könnte. Ein wunderbar stimmungsvolles Period Piece und in vieler Hinsicht das letzte seiner Art...
Sonntag, 6.3. um 14.30
Einführung: Thomas Reitmeir

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 06.03.2011 20:49 
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FRAUEN, DIE WIR LIEBEN:
TURA SATANA (1935-2011)

Tura Satana, geboren 1935 in Japan, ist die Tochter eines japanisch/indianisch-schottischen Paares. Mit 13 Jahren kam sie in die USA und arbeitete dort als Fotomodell und Burlesque-Tänzerin. Nach kleinen Statistenrollen im Film und Fernsehen kam ihre große Stunde 1962, als sie in Russ Meyers unvergleichlichem FASTER PUSSYCAT! KILL! KILL! die Anführerin einer gnadenlosen Mädchen- bande spielte. Dieser Film sollte sie unsterblich machen. Danach war sie noch in ASTRO-ZOMBIES und THE DOLL SQUAD zu sehen. Dann wurde es still um sie. Nach bewegenden Jahren mit vielen privaten Katastrophen tauchte sie 2002 noch einmal in einer Fortsetzung von ASTRO-ZOMBIES auf. (Filmforum Bremen)
Sie wirkte, als wäre sie einer Jungsphantasie entsprungen, in der sich Angst und Begehren die Waage halten: Der Körper von Tura Satana verfügte über lebensgefährliche Rundungen, mehr als einmal brachte sie mit ihm auf der Leinwand Schlappschwänze um die Ecke. (...) Mit ihrem pechschwarzen, kurvenbetonenden Look wurde sie neben ihrer Pin-up-Kollegin Bettie Page zum wichtigsten Fetisch- moden-Vorbild, ihre optisch extrem ansprechende Kampfkraft machte sie zum Prototyp der Fantasy-Amazone à la „Xena“. (spiegel online)

THE DOLL SQUAD

USA 1974. Regie: Ted V. Mikels. Mit Claudia Jennings, Sheri Vernon, Judy McConnell, Tura Satana. 16mm. Originalfassung. 90 Min.
Eine Spezialeinheit der Polizei, der nur Frauen angehören, macht einen ehemaligen Agenten des US- Geheimdienstes, der die Welt mit Pestviren zu verseuchen droht, unschädlich.
„Der Film wirkt, als hätte Russ Meyer einen Agentenfilm nach einem Drehbuch von Jack Hill gemacht.“ (filmflausen.de)
10. – 11. 3. um 22.30h

FASTER PUSSYCAT! KILL! KILL!

USA 1966. Regie: Russ Meyer. Mit Tura Satana, Lori Williams, Haji, Susan Bernhard. 35mm. Deutsche Fassung. 75 Min.
Drei Rennauto-fahrende Stripteasetänzerinnen terrorisieren die Provinzbevölkerung im amerikanischen Mittelwesten.
12. – 14. 3. um 22.30h

ASTRO-ZOMBIES

USA 1967. Regie: Ted V. Mikels. Mit Wendell Corey, John Carradine, Tura Satana. 16mm. Originalfassung. 83 Min.
Ein Forscher, dem die Schaffung menschlicher Roboter gelungen ist, verliert am Ende sein verbreche- risches Spiel.
„One of the all-time worst”. (Michael Weldon) 15. – 16. 3. um 22.30h

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 21.03.2011 15:42 
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Die Todeskrallen des grausamen Wolfes
EL RETORNO DE WALPURGIS Spanien 1973. Regie: CARLOS AURED. 35mm. Deutsche Fassung. 78 Min.
Eine Zigeunerin kann kurz vor ihrer Hinrichtung im 15. Jahrhundert den verantwortlichen Schloßherrn verfluchen. Viele Jahre später leidet sein Urahn unter diesem Fluch, der ihn immer bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. So streift er dann durch die Wälder, um ahnungslose Wanderer zu überfallen und hübschen Mädchen an die Wäsche zu gehen. Der Film stellt solide Gore-Unterhaltung im Stil der frühen 70er Jahre dar. Als Klassiker kann der Film aber trotzdem gehandelt werden, da er einer der wichtigsten Wegbereiter des spanischen Horrorkinos ist. (Frank Trebbin)
24. – 27. 3. um 22.30 h

Die Nacht der Vampire

LA NOCHE DE WALPURGIS Spanien 1970. Regie: LEON KLIMOVSKY. 35mm. Deutsche Fassung. 84 Min.
Zwei junge Studentinnen geraten bei einer Studienreise in Ungarn an den geheimnisvollen Waldemar Daninsky, der sich als Werwolf entpuppt. Doch dieser ist eher friedlich, da er schon genug damit zu tun hat, die durch die Mädchen unbeabsichtigt erweckten Vampire zu jagen.
...dem Zuschauer bleibt bei diesem Schund nur noch übrig, sein Heil in dem im Überfluß vorhandenen, unfreiwilligen Humor zu finden. Von dieser Seite betrachtet, bietet der Streifen gute Unterhaltung. (Frank Trebbin)
28. – 30. 3. um 22.30 h

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 29.03.2011 15:55 
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THE PEOPLE NEXT DOOR
USA 1970. Regie: David Greene. 93 Min. 16mm. Originalfassung.
Mit Eli Wallach, Julie Harris, Deborah Winter, Cloris Leachman
Unser Lieblings-Filmexperte Jack Stevenson zeigt diesen Film gern in seinen „Drug-Scare“ Reihen. Zu recht. Denn er trägt alles in sich, was das Drogengenre der Seventies ausmacht: Das Freiheitsversprechen von Sex, Drugs, Rock'n'Roll. Die große Verteufelung der Teenager, die ihr Bewußtsein irgendwohin erweitern wollen, wo mehr los ist als im häuslichen Alltag. Und die Bigotterie, die hinter dem strengen Regiment ihrer Eltern steht, die zwar schnell mit Polizei und Psychiatrie bei der Hand sind, trotzdem natürlich selbst bis unters Kinn in allerlei Exzessen stecken.
31.3. und 1.4. um 20.30 h


ROBBIN' TRAINS WITH THE OKTOBER FOLK CLUB
OFC live im Filmlicht (Reprint)
Die Garagenfolk-Band begibt sich wieder auf eine cineastische Reise in staubige Schwarz-Weiß-Gefilde. Diesmal schrammelt und honkt sie zum ersten Western der Filmgeschichte, "The Great Train Robbery" (1903) und einigen anderen extrem verstaubten Leckerbissen. Sogar John Wayne treibt sich da irgendwo als junger, namenloser Kleindarsteller herum! Wegen der großen Beute im letzten November werden die Züge jetzt noch einmal geplündert!
Samstag, 2.4. um 21.00 h


THE BALLAD OF VICKY AND JAKE
UK 2006. Regie: Ian Thomas Ash. Digital. 84 Minuten engl. Originalfassung.
Der Filmemacher beobachtet Vicky, eine drogenabhängige Frau, die mit ihrem halbwüchsigen Sohn Jake aus dem Obdachlosenheim in ein Haus zieht, das ihr die Stadt zur Verfügung stellt. Bald übernachten dort auch ihre ganzen Freunde. Gleichzeitig versucht der Sohn, sich einen normalen Schulalltag zu organisieren.
Nichts bleibt verborgen, was das Leben der User so inkompatibel mit der Welt der Nüchternen macht: Termine werden ignoriert, Versprechen gebrochen, die Zeit vergessen, die Hygiene auch. Das liefert allerhand unverhoffte Schwierigkeiten für den naiven Dokumentaristen. Für den Jungen Jake allerdings bedeutet es eine Kette steter Enttäuschungen.
„An honest and intelligent film, moving in the way it respects its subjects without question.“ -Visions du réel, Nyon 2006
3.4. und 5.4. um 20.30 h


JAKE: NOT FINISHED YET
UK 2009. Regie: Ian Thomas Ash.Digital. 71 Minuten. engl OV mit engl UT.
Die Fortsetzung, drei Jahre später: Geht Jake noch zur Schule? Konnte Vicky das gemeinsame Leben meistern? Ein erneutes Zusammentreffen mit dem Filmemacher, bei dem Jake nicht nur Fragen beantwortet, sondern auch selbst die Kamera in die Hand nimmt.
4.4. und 6.4. um 20.30 h


GEGENGERADE
D 2010. Regie: Tarek Ehlail. 90 Minuten. HD Digital.
Mit Wotan Wilke Möhring, Moritz Bleibtreu, Mario Adorf, Dennis Moschitto, Dominique Horwitz. Erstaufführung.
Deutsche Independent-Kleinkunst als Actionfilm: ein wilder Mix aus Punk, Gegenkultur, Straßenschlachten, Fan-Gegröle und Slapstick. All das ist Teil eines Kultes, der sich auf einen prima Nenner bringen lässt: die Vergötterung des Fußballklubs Sankt Pauli. Zwischen dessen Spielen und den Träumen davon zerbricht die Freundschaft von drei Hamburger Jungs.
31.3. - 1.4. um 22.30 h
3. - 6.4. um 22.30 h
10.4. um 18.30 h


Ausserdem nochmals auf vielfachen Wunsch:
JAFFA - THE ORANGE'S CLOCKWORK
Israel 2009. Regie: Eyal Sivan. Digital. 88 Min. Hebr./arab./engl.mit deutschen Untertiteln.
Donnerstag 31.3. um 18.00 h

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 04.04.2011 21:16 
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Dirty Pictures im Werkstattkino, eine einmalige Gelegenheit:

RATED XXX
The golden days of american hardcore 1970-1978

Donnerstag, 7.4. bis Samstag, 9.4., 20.30 Uhr
DEEP THROAT
USA 1972. Regie: Gérard Damiano.
Mit Linda Lovelace, Harry Reems. 35mm. Originalfassung.
Linda Lovelace, die mit einer freizügigen Freundin Haus und Männer teilt, hat Schwierigkeiten, zum Punkt der maximalen Erfüllung vorzustoßen. Besorgt wendet sie sich an den Onkel Doktor, der flugs diagnostiziert, dass sich ihre Klitoris nicht an der traditionell dafür vorgesehenen Stelle befindet, sondern vielmehr tief in ihrer Kehle, wo die Zahnbürste nicht mehr hinkommt. Da hilft nur eine "deep throat therapy", die ungeheuerliche Resultate zeitigt. Mittlerweile ein absoluter Klassiker des Genres, vielfach kopiert, nie erreicht!

Donnerstag, 7.4. bis Samstag, 9.4., 22.30 Uhr
MONA, THE VIRGIN NYMPH
USA 1970. Regie: Bill Oscon (i.e. Michael Benveniste & Howard Ziehm). Buch: Bucky Searles.
Mit Fif Watson, Ric Lutze, Judy Angel. 16mm. Originalfassung.
Legendärer Underground-Sex-Klassiker! Im "Sexfilm-Sodom" San Francisco entstand 1970 diese pornografische Pioniertat - einer der ersten Hardcore-Langfilme fürs Kino, gedreht in drei Tagen vom späteren Flesh Gordon-Team. Die Titelheldin will bis zur Hochzeit Jungfrau bleiben, hat aber ein (von Kindheitserlebnissen geprägtes) Faible für Oralverkehr, das sie auf der Straße und im Kino, am Verlobten wie an Wildfremden beiderlei Geschlechts bis zur gemeinsamen Schlussorgie auslebt. Eine Vorahnung der ganzen gierigen Geilheit des Genres, trist und erregend zugleich, und durchaus originell in der (oft psychedelischen) Musikuntermalung und ausgewählten Bildkomposition. - Christoph Huber

Sonntag, 10.4., um 20.30 Uhr
Lesung & Film: Christian Keßler
DIE LÄUFIGE LEINWAND -
Der amerikanische Hardcorefilm von 1970 bis 1985
Der Filmjournalist Christian Keßler (Splatting Image) widmet sich in seinem neuen Buch dem übel beleumundeten Genre des pornographischen Kinos, dem amerikanischen Pornofilm der siebziger Jahre. Auf dieser Odyssee begegnet er vielen lohnenden, aber auch vielen eigentümlichen Vertretern dieser Gattung, die nicht nur Zeugnis ablegen von der Zeit, in der die Filme entstanden, sondern auch von deren oftmals abenteuerlichen Produktionsbedingungen. Um einen anschaulichen Eindruck von dieser vergangenen Periode der kommerziellen Filmarbeit zu vermitteln, hat sich der Autor mit zahlreichen Produzenten, Regisseuren und DarstellerInnen jener Tage unterhalten. Dabei wird deutlich, wie sehr gerade dieser Sektor des Filmschaffens mit den Normvorstellungen seiner Zeit verwoben war. Kommerzielles Kalkül und Freude am kreativen Abweichlertum waren verantwortlich für viel Ramsch, aber auch für viele Beispiele von Guerilla-Filmemacherei, wie sie heutzutage nicht mehr vorstellbar ist. www.martin-schmitz-verlag.de
Der Abend wir moderiert von Ulrich Bassenge.
Anschließend: XXX-Überraschungsfilm (Nur für Erwachsene!)

Montag, 11. & Dienstag, 12.4., 20.30 Uhr
THE DEVIL IN MISS JONES
USA 1972. Regie: Gérard Damiano.
Mit Georgina Spelvin, Harry Reems, Gérard Damiano. 16mm. Originalfassung.
"If you have to go to hell, go for a reason!" Ein existenzialistischer Pornofilm, der seine Wirkung aus dem Widerspruch zwischen Lust und Angst und der Angst vor der Lust bezieht. Protagonistin ist die altjüngferliche Justine, die, des Lebens überdrüssig, sich die Pulsadern öffnet. Woraufhin ihr bedeutet wird, dass der Himmel für sie nun mal nicht mehr in Frage komme, sie sich aber erstmal aus dem Katalog der überaus genussvollen Todsünden ein paar auswählen dürfe, unter der sachkundigen Leitung von Lehrer Harry Reems, versteht sich. Zuletzt geht's dann ab ins Fegefeuer, das aber ganz anders aussieht als erwartet.
"A milestone in hardcore history!" - Time Out

Montag, 11.4. & Dienstag, 12.4., 22.30 Uhr
MEMORIES WITHIN MISS AGGIE
USA 1974. Regie: Gérard Damiano.
Mit Harry Reems, Darby Lloyd Rains, Eric Edwards, Deborah Ashira. 16mm. Originalfassung.
Der Film erzählt die Geschichte einer alten Frau, die zusammen mit ihrem Gefährten Richard in einer Hütte wohnt. An diesem gottverlassenen Ort gibt es für die fantasiebegabte Aggie nur einen Zeitvertreib: sich die glorreichen und erotischen Tage der Vergangenheit in Erinnerung zu rufen, wobei ihr das Gedächtnis öfters einen Streich spielt. Einer der bizarrsten und unheimlichsten Pornofilme überhaupt. Er bricht mit den Hemmschwellen, die das Genre in thematischer Hinsicht errichtet hatte, in ähnlich radikaler Hinsicht wie "The Devil in Miss Jones". - Christian Keßler
"Aggie's memories are revealed in explicit sexual detail in romantic sequences and in a masturbation scene that will bring tears to your eyes. This is a woman's film that you're not likely to see in adult theaters." (The X-rated videotape guide)

Mittwoch, 13.4. & Donnerstag, 14.4., 22.30 Uhr
DYNAMITE
USA 1971. Regie: Amero Brothers.
Mit Uta Erickson, Monica Rivers, Dolly Sharp, Jamie Gillis. 35mm. Deutsche Fassung.
Die unkomplizierte Susie verdient sich ein Zubrot bei der Sexspielzeugfirma "Yvonne Calling". Aufgrund ihrer Bedenkenlosigkeit im Umgang mit ihren körperlichen Reizen erlebt sie verschiedene erotische Abenteuer mit einem impotenten Pianisten, einer dildointeressierten Hausfrau, einem pgmentgestörten Hippie im Kastenwagen und mit dem Direktor eines Pornokinos.

Freitag, 15.4. & Samstag, 16.4., 22.30 Uhr
HONEYPIE
USA 1975. Regie: Howard Ziehm.
Mit Jennifer Welles, Terri Hall, Bree Anthony, Serena. 35mm. Deutsche Fassung.
Lois ist eine sexuell arg aufgeheizte junge Frau und zudem Lektorin in der Redaktion des Herrenmagazins "Metro" und ihr Boss kein geringerer als "Screw"-Herausgeber Al Goldstein. Zusammen mit ihrem Kollegen nimmt sie Einsicht in die erotische Leserpost, wo von sehr, sehr unartigen Erlebnissen die Rede ist, was natürlich die einzelnen Episoden stellt. Ziemlich aufregend!

Sonntag, 17.4. & Montag, 18.4., 22.30 Uhr
TAKE OFF
USA 1978. Regie: Armand Weston.
Mit Georgina Spelvin, Annette Haven, Wade Nichols, Leslie Bovée, Holly Woodlawn. 35mm. Deutsche Fassung.
Die Pornoversion von Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray". Vier Episoden über Vergänglichkeit und Schönheit, die sich aber auf sehr amüsante Art und Weise in typische (film-)historische Situationen des letzten Jahrhunderts einklinken und dabei noch äußerst spielerisch immer den perfekten Übergang zu den pornografischen Szenen findet. "Transcends the boundaries between erotic art films and solid cinema entertainment!" (production ad)

Dienstag, 19.4. & Mittwoch, 20.4., 22.30 Uhr
WATERPOWER
USA 1977. Regie: Warren Evans.
Mit Jamie Gillis, C.J. Lang, John Buco, Gloria Leonard, Eric Edwards. 35mm. Deutsche Fassung.
Ein Porn Noir, schmutzig und düster, mit Jamie Gillis als schwarzer Engel des Einlaufs. Mit diesem Abgesang auf die "golden days of hardcore" taten sich viele schwer, allen voran Damiano himself: "Der Film ist nicht von mir (sondern von Warren Evans aka Russ Carlson; Anm.). Ich habe ihn angefangen, dann aber abgebrochen. Ich sah meine Vorstellungen von dem Film verletzt. Sex sollte in meinen Augen etwas Spielerisches besitzen, nichts Verletzendes, selbst in sadomasochistischen Bereichen." (G. Damiano)
"Whatever your shock feelings may be, you'll watch this from beginning to end." (The X-rated videotape guide)

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 05.04.2011 00:27 
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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 29.04.2011 21:37 
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THE UNKNOWN
USA 1927. Regie: Tod Browning. Mit Lon Chaney, Joan Crawford. 16mm. 50 Min.

Der Horrorfilm der Stummfilm-Ära war ein heterogener Bastard. Im Prinzip Terra Incognita bot er ein weites Experimentierfeld für die unterschiedlichsten Formen der Inszenierung und die Auslotung verschiedenster Stoffe und Motive. Bevor also der Horrorfilm im frühen Tonfilm sein erstes universal (no pun intended) funktionierendes Idiom im "gothic" Monsterfilm fand, konnten die visionären Pioniere des Fantastischen in den USA und Europa (wie Georges Méliès, Paul Wegener, Robert Wiene, Friedrich W. Murnau, Benjamin Christensen, Fritz Lang, Paul Leni oder Jean Epstein) fast völlig frei die Grundlagen der späteren Genre-Ikonographie und -Psychologie erschließen. Der Maverick unter diesen Individualisten war Tod Browning. Browning gelang zu Beginn des Tonfilms mit "Dracula" (1931) ein Klassiker, ein Jahr später drehte er sich mit "Freaks" um Kopf und Kragen. "Freaks" wiederum ist ein Echo auf eine Reihe von Filmen die Browning zwischen 1924 und 1929 zusammen mit dem ersten Superst
ar des Leinwandhorrors Lon Chaney gedreht hatte. Der erstaunlichste und verstörendste dieser Filme ist "The Unknown" (USA 1927), der im hermetischen Kosmos einer Sideshow eine bizarr perverse Geschichte von Begehren, Abhängigkeit, Transformation und Tod erzählt. Laut Phil Hardy "einer der gnadenlos morbidesten Filme, die je gedreht wurden".
Einführung und Musikbegleitung: Thomas Reitmeir.
1.Mai um 14.30 h

Werkstattkino
Fraunhoferstr. 9
80469 München

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 03.05.2011 20:25 
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Italo-Western Fans aufgepasst:

LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
IL GRAND SILENZIO/LE GRAND SILENCE
Italien/Frankreich 1968. Regie und Buch: Sergio Corbucci. Mit Jean-Luis Trintignant, Klaus Kinski, Frank Wolff.
Musik: Ennio Morricone. Kamera: Silvano Ippoliti. 35mm. Deutsche Fassung. 105 Min.
1896, in den Schneebergen von Utah: Eine Gruppe Verlorener, die unter dem Druck der sozialen Verhältnisse zu Räubern geworden sind, wird von Kopfgeldjägern aus schnöder Geldgier erbarmungslos verfolgt. Ein Revolvermann, Personifikation des Racheengels, stellt sich gegen die Kopfgeldjäger, unterliegt aber deren Übermacht. Mit zwingender Konsequenz inszenierter Italo-Western, der mit seinen exzeßhaften Brutalitäten durchaus vorhandene sozialkritische Bezüge in Frage stellt. (fd)
10./11. und 15. 5. um 20.15 h

RINGO AND HIS GOLDEN PISTOL
JOHNNY ORO
Italien 1966. Regie: Sergio Corbucci. Mit Mark Damon, Valeria Fabrizi, Franco Derosa. 35mm. Englische Fassung. 88 Min.
Ein Revolverheld tritt wegen verlockender Kopfprämien für das Gesetz ein und vernichtet eine Banditengruppe. Handwerklich gekonnt inszenierter, an RIO BRAVO orientierter Italowestern; ein gelungenes Frühwerk von Sergio Corbucci. (fd)
10./11. und 15. 5. um 22.30 h

THE MAN FROM LONDON
A LONDONI FERFI
Ungarn / Frankreich/ Deutschland 2007 Regie: Bela Tarr Buch: Bela Tarr, Laszlo Krasznahorkai nach Georges Simenon
Kamera: Fred Kelemen 35mm, s/w, 132min. OF mit dt.UT mit Miroslav Krobot, Tilda Swinton, Janos Derzsi
Bela Tarrs Ankündigung einer „Adaption“ von Georges Simenons L’HOMME DE LONDRES (1933) irritierte vor allem jene, die fürchteten, dass sich nunmehr auch Bela Tarr - wie so viele ost- und mittel- europäische Autoren - an den Mainstream anpassen würde. Eine absurde Vermutung angesichts Tarrs konzeptioneller Kompromisslosigkeit, aber auch angesichts von Simenon, in dessen „Kriminalgeschichten“ es nicht so sehr um die Aufklärung einer Tat, sondern vor allem um die Motive des Täters, um die Tragik des „l’homme nue“, des „nackten Menschen“ geht, die Verständnis, ja Mitleid des ermittelnden Kommissar erweckt.
Die Geschichte des mürrischen, sorgengequälten Stellwerkers Maloin, der zufällig Zeuge eines tödlichen Streits um Geld wird und dann der illusionären Hoffnung erliegt, seiner sozialen wie psychischen Misere zu entkommen, wobei er selbst zum Dieb und Mörder wird, „erzählt“ der Film vor allem über Bilder und Töne, deren komplex sensible Aura die existenzielle Tragödie des „l’homme nue“ spürbar werden lässt. -Hans-Joachim Schlegel
5. - 9.5. um 20.30 h

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 04.05.2011 17:35 
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Oha das ist ne reise nach München wert! ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 05.05.2011 00:15 
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Ja, ich überlege bei dem Programm auch mal wieder vorbei zu schauen. Ich will in München auch unbedingt nochmal in die Filmpassage (weiter vorn schon beschrieben). Die machen wohl ende des Jahres entgültig zu. Vielleicht lassen sich da noch einige VHS-Schätze abstauben. Schade drum!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 07.05.2011 15:48 
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BUT - B MOVIE UNDERGROUND & TRASH FILMFESTIVAL
Das BUT-Festival (Breda/Niederlande) geht vor der nächsten Festivalausgabe im September quer durch Europa auf Tour. Klar, dass die Freunde von schlechtem Geschmack und Underground dabei ihre Best-of-Auswahl auch ins Werkstattkino schicken.

CAPTAIN BERLIN VS. HITLER
D 2009. Regie: Jörg Buttgereit. Digital. 81 Min. Deutsch mit englischen Untertiteln.
Buttgereits Bühnenstück über eine wahnsinnige Nazidoktorin, die Hitlers Gehirn konserviert und nun an einen Computer angeschlossen hat.
12.5. um 20.00 h

BLOOD ON THE HIGHWAY
USA 2008. Regie: Barak Epstein & Blair Rowan. Digital. 88 Min. Englisch ohne Untertitel.
Eine Horror-Parodie mit allen genreüblichen Klischees: Drei Jugendliche landen in einem texanischen Kaff mit irren Vampiren.
12.5. um 22.00 h

MODERN LOVE IS AUTOMATIC
USA 2009. Regie: Zach Clark. Digital. 93 Min. Englisch ohn Untertitel.
Eine pessimistische Satire über eine gelangweilte Krankenschwester, die eine zweite Karriere als Domina startet.
13.5. um 18.00 h

SHORT FILM BLOCK
Kurzfilmprogramm. Digital. Deutsch/Englisch/Englische Untertitel.
13.5. um 20.00 h

MURDERCOLLECTION: VOLUME 1
USA 2009. Regie: Fred Vogel. Digital. 82 Min. Englisch ohne Untertitel.
Eine infame Show, zusammengestellt mit brutalen, authentischen Szenen aus einer Internet-Clip-Show.
13.5. um 22.00 h

IL SOLITARIO
Italien 2008. Regie: Francesco Campanini. Digital. 85 Min. Italienisch mit englischen Untertiteln.
Die ultraharte Jagd auf einen Mann, der als einziger einen Überfall überlebt hat, bei dem Millionen gestohlen wurden.
14.5. um 16.00 h

THE DIAMONDS OF METRO VALLEY
USA 2010. Regie: Aaron Arendt. Digital. 76 Min. Englisch ohne Untertitel.
Eine völlig wilde Geschichte mit einem modernen Frankenstein, der eine Art Roboter-Echse geklont hat.
14.5. um 18.00 h

REISE NACH AGATIS
Deutschland 2010. Regie: Marian Dora. Digital. Deutsch mit englischen Untertiteln.
14.5. um 20.00 h

L.A. ZOMBIE
USA 2010. Regie: Bruce LaBruce. Digital. Ohne Dialoge.
Eine deftige Variante des untoten Themas, diesmal verlegt ins schwule Milieu.
14.5. um 22.00 h

www.butff.eu

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 14.05.2011 21:18 
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AMERICAN INDIES

AMERICAN SPLENDOR
USA 2003. Regie: Shari Berman, Robert Pulcini. 35mm. 100 Min. Originalfassung.
Nach dem gleichnamigen Comic von Harvey Pekar. Mit Paul Giamatti, Hope Davis, Shari Berman, Harvey Pekar.
Langeweile in Cleveland, Ohio: der Krankenhaus-Archivar und Trödel-Sammler Harvey Pekar bringt, inspiriert von Robert Crumb, seine eigene Version des amerikanischen Durchschnittslebens als Comic heraus. Er schreibt extrem schlechtgelaunte Texte, Crumb zeichnet die Bilder dazu, das Ganze erscheint ab 1976 und heißt „American Splendor“.
„Reminds you that sometimes, simply getting out of bed each morning, can be the most heroic of acts.“ -Miami Herald
„There was a tremendous amount of things you could do in comics that you couldn't do in other art forms – but no one was doing it. I figured if I'd make a try at it, I'd be at least a footnote in history.“ - Harvey Pekar
16. - 20.5. um 20.30 h

GHOST WORLD
USA 2001. Regie: Terry Zwigoff. 35mm. 111 Min. Originalfassung.
Nach dem gleichnamigen Comic von Daniel Clowes.
Mit Steve Buscemi, Thora Birch, Scarlett Johansson, Brad Renfro.Zwei Teenager werden erwachsen, oder auch nicht.
„Adeptly evokes the unbearable dullness of being 18, the precarious powerplay of female friendship, the torpor born from having to decide what 'other plans' you should make if you're not going to college.“ - Sight and Sound
„GHOST WORLD, like the best of Ozu's cinema, has captured the shadow of time passing.“ - Senses of Cinema
16. - 20.5. um 22.30 h




ME AND YOU AND EVERYONE WE KNOW
USA 2006. Regie: Miranda July. 35mm. 91 Min. OmU.
Mit Miranda July, John Hawkes.
Schüchterne Liebesgeschichte zwischen einem Schuhverkäufer und einer Künstlerin, während die zwei Söhne des Verkäufers auch erste Erfahrungen in der weiten Welt der Sexualität erringen.
„On one hand, it's charming, truthful and full of the sadness of everyday life. On the other, it's whimsical and overly endulgent towards the colourfully odd and the sadly ineffectual.“ - The Observer
21.5. und 23. - 25.5. um 20.30 h



GARDEN STATE
USA 2004. Regie: Zach Braff. Digital. 102 Min. OmU.
Mit Ian Holm, Zach Braff, Peter Sarsgaard, Natalie Portman.
Zach Braff kehrt nach Jahren in L.A. nach New Jersey zurück, setzt seine Antidepressiva ab und entdeckt, dass das Leben auch spaßige Seiten zu bieten hat – wenn man sich nicht von seinen Eltern drangsalieren lässt, wenn man neue Freunde findet, wenn man nicht in den bodenlosen Abgrund stürzt.
„When Braff keeps the tears and the kookiness in check, he takes us to some unusual, interesting areas of the human psyche. And makes us laugh a good deal while he's at it.“ - Film Threat

21.5. und 23. - 25.5. um 22.30 h

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 19.05.2011 11:44 
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JUGENDVERDERBER-NACHT NO. 20

Double Feature: SATAN RASANT!

Pasquale Festa Campanile: Wenn du krepierst, lebe ich! (Autostop rosso sangue AKA Hitch-Hike) m. Franco Nero, Corinne Clery u. David Hess; Italien 1975, DF, 35mm

Jack Starrett: Race With The Devil (Vier im rasenden Sarg) m. Peter Fonda, Warren Oates, Loretta Switt u. Lara Parker; USA 1975, OF, DVD


Das Auto als Schauplatz des Bösen. Zweimal geht es mit dem Teufel zu. Regisseur Jack Starrett (1936-89) war ein enorm begabter Routinier, ähnlich wie Monte Hellman. Er drehte Race With the Devil mit seinen guten Freunden Peter Fonda und Warren Oates. Das zwar vollkommen unglaubwürdige, aber actionreiche Roadmovie um die Attacken einer Satanistengang (!) auf ein Wohnmobil wird von der Kunst seiner vier Darsteller getragen.

Versaute Ferien erleben auch Franco Nero und die bezaubernde Corinne Clery in Campaniles rabiatem Italo-Road-Thriller Autostop rosso sangue. Als sei es nicht genug, dass die Reise die Defizite ihrer Beziehung ans Licht bringt, steigt auch noch der Satan in Gestalt von David Hess (der „Krug" aus The Last House on the Left) ins Auto. Der psychopathische Tramper heizt den beiden erst richtig ein. Ein perverses Kammerspiel im rasenden Auto. Insgesamt ein teuflisch spannender Abend.

Die Jugendverderber-Nacht ist Volksbildung in Zeiten der Dummheit. Der Abend wird moderiert von Ulrich Bassenge.

Sonntag, 22. Mai 2011, 20.30 Uhr

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 04.06.2011 12:51 
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THOME IN MÜNCHEN
Eine Filmreihe von 2. bis 8. Juni 2011

Ins Kino gehen, Ideen haben, ein Drehbuch schreiben, Freunde zusammentrommeln, irgendwo Geld auftreiben, Drehorte suchen, hübsche Mädchen aufspüren, dann geht alles wie von selbst. Thome filmt nicht nur in der Welt, in der wir uns auskennen er filmt sie auch so, wie wir sie kennen, wenn wir sie nicht mehr zu kennen wissen. Thome-Filme regen uns an, aktivieren uns. Auch dazu zum Beispiel, selber Bilder, Filme machen zu wollen. Und das entscheidende dabei wäre, daß wir nicht "bessere" Filme würden machen wollen (oder aber nur "schlechtere" machen könnten), sondern einfach nur solche, wie Thome sie mit Marquard Bohm macht - solche, die einfach nur das würden ausbreiten sollen, was wir leben und gerne haben und sehen und hören und tun wollen. Die Helden der Thome-Filme - die niemals welche sind, genauso wenig wie wir selbst - sind uns in genau dem Maße sowohl ähnlich wie auch unähnlich, daß wir in ihnen uns gleichzeitig wiedererkennen, träumen, fürchten, entdecken und hassen können. Kann sein, vielleicht: man müßte in einem bestimmten Alter sein, in München leben, am Kino Spaß haben und an dem Gedanken, selber Bilder und Filme machen zu wollen, hübsche Mädchen mögen und nicht blind sein und Gitanes rauchen und als Kind Roller gefahren sein und gerne Rum-Eis schlecken und 1,76 groß sein: um "so" über Thome schreiben und lesen zu wollen. Na und?
Thome-Filme sind schön. Man kann sie zwar "schlecht" finden, aber nie häßlich. Und man muß verstehen lernen, daß es gar nichts zu verstehen gibt - was, wie ich mir vorstellen kann, sehr irritierend sein muß und im Wörterbuch dann nachschlagen läßt: Glätte, Oberfläche, Understatement, Irrealität und was weiter. Aber dann hat man noch gar nichts von dem "kaputten Charme" der Thome-Filme. Von ihrem utopischen Anachronismus und ihrer anachronistischen Utopie. Von ihrer kühlen warmen Schönheit.
Wir sitzen im Kino. Das Licht geht an. Das Wort "Ende" versteckt sich in den Falten des Vorhangs. Wir stehen auf. Und dann?
- Wolf-Eckhart Bühler, Filmkritik 5/1971

2.-5.6., 20.30 Uhr
DETEKTIVE
BRD 1968. Regie: Rudolf Thome. Buch: Max Zihlmann. Kamera: Hubs Hagen, Niklaus Schilling.
Mit Marquard Bohm, Ulli Lommel, Uschi Obermeier, Iris Berben, Elke Haltaufderheide, Walter Rilla.
35mm. Schwarzweiß. Ultrascope 1:2,35.
"Für uns Zuschauer ist Detektive ein Angebot. Okay, wir können es ablehnen. Es zwingt uns ja niemand dazu, ins Kino zu gehen. Wenn wir das Angebot aber annehmen, ist die Wirkung nur vergleichbar mit der Wirkung einer erregenden Körpererfahrung, von der man hofft, daß sie nie endet. Ein Film, der nichts vorsagt, der sich nicht vorlaut einmischt: Ein Film, der ein Gefühl gibt - fürs Leben, ein Gefühl, das stark macht. In Detektive geht es ums Kino, also ums Leben." (Norbert Grob)

6.-8.6., 20.30 Uhr
FREMDE STADT
BRD 1972. Regie: Rudolf Thome. Buch: Max Zihlmann. Kamera: Martin Schäfer.
Mit Roger Fritz, Karin Thome, Peter Moland, Christian Friedel, Eva Kinsky, Martin Sperr, Hans Noever.
35mm. Schwarzweiß. Ultrascope 1:2,35.
Enno Patalas, 1972: "Hollywood ist das heimliche Vorbild der Thomeschen Figuren, sie imitieren Handlungen, ohne sie ausfüllen zu können. Immer spürt man die Reduktion der globalen Attitüde auf Deutsch-Provinzielles. Bis ins Detail: Da gehen zwei 'ganz groß aus' von den geklauten Millionen, und was trinken sie? Kalterer See. Aus Zinnkrüglein. Die 'fremde Stadt' ist München. Ein Münchner Film - da stimmt jedes Detail, von den Lichtreflexen auf der Windschutzscheibe, wenn das Taxi vom Bahnhof wegfährt, bis zur Bayernhymne im Autoradio zum Programmschluß. In allen Thome-Filmen ist die Rede von Tokio oder Marokko, in diesem hier von Kenya, Papua und vom Oberlauf des Amazonas. Fische von dort wünscht sich einer - für sein Aquarium. Die Filme selbst kommen in ihrer Handlung auch nie über Starnberg hinaus."

2.-8.6., 22.30 Uhr
ROTE SONNE
BRD 1969. Regie: Rudolf Thome. Buch: Max Zihlmann. Kamera: Bernd Fiedler.
Mit Mit Marquard Bohm, Uschi Obermeier, Sylvia Kékulé, Diana Körner, Gaby Go, Peter Moland, Hark Bohm.
35mm. Farbe (Eastmancolor). 1:1,66.
Frieda Grafe, 1971: "Und das alles spielt in München und Umgebung. Man kennt jede Straße, jedes Haus, jedes Café. Außen kennt man alles. Drinnen, in der Wohnung der Sirenen, der Spinnen, herrschen andere Gesetze. Man erwarte keinen Emanzipationsfilm. Die Mädchen haben keine Theorie für ein besseres Leben der Frauen. Sie handeln so gut sie können. Sie spüren, es sollte sich etwas ändern. Sie versuchen einen Anfang zu machen. Sie haben keine Botschaft zu vermitteln, nichts Neues zu bieten, sie verschieben nur Bekanntes. Sie übernehmen Männerrollen: sie fesseln, sie schießen, sie machen sich stur Prinzipien. Das führt dann zu bekannten Krimiszenen. Genau besehen ist dieser Film ein reiner Männertraum. Die Spielregeln der Mädchen sind keine Gesetze. Die Mädchen schlafen wahllos mit Männern, aber sie glauben an die große Liebe. Und die beschreibt der Film."

--



KINOKRÄNZCHEN 22

Das Kinokränzchen (in Cooperation mit dem ehrenwerten Jugendverderber) aber sowas von proudly presents:
A MEIA-NOITE LEVAREI SUA ALMA
Brasilien 1963. Regie: José Mojica Marins. 84 Min. Digital. Originalfassung mit englischen Untertiteln.
Der Inbegriff eines obskuren Films und ein unglaublich wildes Stück DIY-Guerilla-Kino. Ein Film, entstanden, weil ihn sein Macher/Regisseur/Produzent/Autor/Hauptdarsteller während eines Fieberdeliriums geträumt hatte! Gedreht mit einem Mikrobudget und erstaunlich leidensfähigen Laiendarstellern, befeuert einzig vom paranoiden Hass Marins auf alles bürgerliche und klerikale. Marins hatte zwar keine Ahnung vom Filmemachen, dafür aber eine Vision - so muss das sein. Das Ergebnis war gelinde gesagt erstaunlich, das völlig durchgeknallte und nie vermisste missing link zwischen Luis Bunuel, Herschell Gordon Lewis und William Castle.
Sonntag, 5. Juni, um 14.30 h
Einführung: Thomas Reitmeir

Werkstattkino
Fraunhoferstr. 9
80469 München

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 07.06.2011 09:51 
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Täglich in der Spätvorstellung um 22.30 Uhr
KING OF THE B's: ROGER CORMAN
Filmreihe von 9. bis 24. Juni 2011

Sein Name bezeichnet weniger den Autor der 56 Filme, die er seit 1955 in Szene setzte, sondern vielmehr ein Phänomen der Großindustrie HOLLYWOOD; er ist nahezu ein Markenzeichen. ROGER CORMAN, der nach abgeschlossenem Ingenieurstudium - so die Legende - als Laufbursche bei MGM begann, kennt die Mechanismen und Riten des Wasserkopfes HOLLYWOOD und als er 1954 mit dem Filmemachen loslegte, gebrauchte er dieses Wissen auch, um das herrschende System zu unterlaufen. CORMAN arbeitete "schnell und billig", konzipierte, drehte und schnitt Filme oft nur in wenigen Tagen, und wollte dabei aber auch immer erfolgreich sein. Und das gelang ihm auch, zwar nicht bei den Kritikern und Cinéasten - sie nahmen von seinen Filmen vorerst keine Notiz - und überhaupt: wie sollte man ihn bei diesen Filmtiteln auch ernst nehmen. Doch CORMANS Filme machten die Anfänge des Kinos wieder lebendig, als es Jahrmarkts- und Schaubuden noch Spektakel und Sensation versprach, - als man auch noch nicht der Bildung wegen ins Kino ging. Seine Filme beuteten Genres und Themen aus, die gerade in Mode waren und verfremdeten sie: Western, Science Fiction, Monsterfilme und Räubergeschichten, die dann insbesondere Jugendliche zwischen Rendezvous und Rock'n'Roll zusammen mit Hamburger und Cola, gerne auch im Autokino, konsumierten, mit Begeisterung. Denn CORMANS Filme, wirtschaftlich unabhängig produziert, hatten es nicht nötig, Moral zu predigen oder zu verkaufen.
Dann wurde CORMAN doch noch berühmt und machte sich einen Namen, vor allem beim europäischen Publikum, durch seine EDGAR ALLAN POE-Verfilmungen, die mit POE manchmal nicht mehr gemeinsam hatten, als den Titel und einige Motive. "POE schreibt den ersten und den letzten Akt, den Rest besorgt CORMAN." Als CORMAN jetzt mehr Geld und Drehzeit zur Verfügung hatte, korrumpierte es seinen Stil doch nicht. Er drehte weiterhin in übriggebliebenen Dekors oder auf Originalschauplätzen, und nützte das eingesparte Geld um längere Filme zu machen oder aber er drehte stattdessen einen zweiten Film. Hatte CORMAN in den ersten Jahren zwischen vier und acht Filme (pro Jahr) gedreht, so wurden die Pausen jetzt immer länger. 1971 drehte er mit MANFRED VON RICHTHOFEN - DER ROTE BARON seinen letzten Film. Nein, halt: Da wären noch GIGANTEN MIT STÄHLERNEN FÄUSTEN (1978) und SADOR - HERRSCHER IM WELTRAUM (1980), die ihm ungenannt zugeschrieben werden. Und, last but not least, 1990 eine gewagte FRANKENSTEIN-Fantasie mit John Hurt und Bridget Fonda!
Während seiner produktivsten Zeit galt er als Ein-Mann-Filmschule, seine Schüler und Entdeckungen erlebten während der Siebziger Jahre den Höhepunkt ihrer Berühmtheit: Peter Bogdanovich, Francis Ford Coppola, Martin Scorsese und Jack Nicholson, Dennis Hopper, Peter Fonda. Aus seinem Ruf als Entdecker neuer Talente konnte CORMAN inzwischen eine Industrie aufbauen. Jedenfalls wurden dem "Vater des NEW HOLLYWOOD" seine Schützlinge oft schon nach ihrer ersten Regiearbeit von der Industrie engagiert. - Hans J. Wild, Werkstattkino, 1979 (Text leicht abgewandelt und ergänzt)

9./10.6., 22.30 Uhr
GESANDTER DES GRAUENS
(Not of this Earth) USA 1957. Regie. Roger Corman. Buch: Charles B. Griffith, Mark Hanna.
Kamera: J.J. Mescall. Musik: Ronald Stein.
Mit Paul Birch, Beverly Garland, Morgan Jones, Jonathan Haze, Dick Miller.
35mm. s/w. 67 Minuten. Deutsche Fassung.
Ein Abgesandter eines anderen Planeten wird auf die Erde geschickt. Da seine Rasse von einer schrecklichen Blutkrankheit befallen ist, soll er von Menschen Blut abzapfen und es in den Weltraum schicken. Ein Teenager, ein Chinese, ein Staubsaugervertreter und drei Penner müssen bereits in der ersten halben Stunde des Films dran glauben. Als er noch nicht genug hat und sogar noch mehr Leute seines Kalibers aus dem Weltraum anfordern will, nimmt sich ein wackrer Streifenbulle seiner an und macht ihn nieder. Ende. (Werkstattkino, 1979)
"Corman's most enjoyable science-fiction film. Great fast-paced nonsense with a flying, head-crushing bat creature and a mistaken transfusion of dog's blood. The alien didn't know the doctor was a veterinarian!" (Michael Weldon, The Psychotronic Encyclopedia of Film)

11./12.6., 22.30 Uhr
DAS RAUBTIER (REVOLVER-KELLY)
(Machine-Gun Kelly) USA 1958. Regie: Roger Corman. Buch: R. Wright Campell.
Kamera: Floyd Crosby. Musik: Gerald Fried.
Mit Charles Bronson, Susan Cabot, Morey Amsterdam, Frank DeKova.
35mm. s/w. 80 Minuten. Deutsche Fassung.
Corman-Noir: Der brutale Verbrecherboß Kelly ist durch seine abergläubische Todesfurcht verwundbar; nach einem mißglückten Bankraub bleibt nur seine Freundin bei ihm. Die geplante Kindesentführung scheitert am Verrat eines Mitwissers.
"Without his gun he was naked yellow!" In one of Corman's most respected movies, Charles Bronson has his first starring role as the famous bank robber, seldom without his Thompson machine gun. The story opens with great jazzy music and a murder shown in shadows and ends with Kelly giving himself up to police after a botched kidnapping. As his moll, Susan Cabot is the driving force behind his exploits. He has an exaggerated fear of death and death symbols. - Michael J. Weldon

13./14.6., 22.30 Uhr
THE LITTLE SHOP OF HORRORS
USA 1960. Regie: Roger Corman. Buch: Charles B. Griffith.
Kamera: Archie R. Dalzell. Musik: Fred Katz.
Mit Jonathan Haze, Dick Miller, Mel Welles, Jackie Joseph, Jack Nicholson.
16mm. s/w. 70 Minuten. Originalfassung.
Corman's cult-classic comedy! Seymour wird aus dem kleinen Blumenladen razsgeschmissen, wenn er nicht bald bessere Leistungen zeigt. Da bringt er von zu Hause eine komisch aussehende Pflanze mit und gibt an, die wäre seine Züchtung. Er ist der Mann des Tages. Aber leider muss er feststellen, dass es eine fleischfressende Pflanze ist und ständig Nahrung braucht, will sie nicht eingehen. Anfangs reicht es noch, wenn er eigenes Blut aus seinen aufgestochenen Fingerspitzen presst, aber die Pflanze wächst ständig. Eine Reihe glücklicher Zufälle - ein Obdachloser wird von einem Zug überfahren, die Leichenteile verfüttert Seymour an sein zartes Pflänzlein, usw. - helfen ihm vorerst, über die Runden zu kommen... "Feed me! I'm hungry!"
In zweieinhalb Tagen abgedreht wurde der Film eine von Cormans erfolgreichsten und nachhaltigsten Arbeiten und bescherte Jack Nicholson einen seiner ersten Filmauftritte.

15./16.6., 22.30 Uhr
DAS PENDEL DES TODES
(The Pit and the Pendulum) USA 1961. Regie: Roger Corman. Buch: Richard Matheson, nach E.A. Poe.
Kamera: Floyd Crosby. Musik: Les Baxter.
Mit Vincent Price, John Kerr, Barbara Steele, Luana Anders.
35mm. CinemaSope. Farbe. 80 Minuten. Deutsche Fassung.
Anfang der Sechziger Jahre entdeckte die Produktionsfirma American International Puctures (AIP) das Potenzial von Edgar Allan Poe-Verfilmungen, die v.a. in Europa für einige Aufmerksamkeit sorgten und auch mehrmals wiederaufgeführt wurden. So drehte Corman in nur fünf Jahren sieben E. A. Poe-Filme für die AIP und nebenbei noch ein paar an Stil und Atmosphäre angepasste Poe-like Adaptionen. Meist mit Altstars des Genres besetzt (Boris Karloff, Peter Lorre), die er mit jüngeren Entdeckungen (Jack Nicholson) kombinierte. Im Zentrum der Filme stand allerdings stets der dämonisch-süffisante und dabei immer großartige Vincent Price. In diesem Falle nimmt er als Schloßherr furchtbare Rache an seiner ehebrecherischen Gattin. Nach Poes Erzählung "Die Schlangengrube und das Pendel".

17./20.6., 22.30 Uhr
WEISSER TERROR
(The Intruder) USA 1962. Regie: Roger Corman. Buch: Charles Beaumont.
Kamera: Taylor Byars. Musik: Herman Stein.
Mit William Shatner, Frank Maxwell, Beverly Lunsford, Robert Emhardt, Leo Gordon.
35mm. s/w. 84 Minuten. Deutsche Fassung.
Rassist William Shatner, in Anzug und Krawatte, sucht die Kleinstädte des Südens auf, um ihre weißen Bewohner gegen das neue Bundesgesetz, das die Rassenintegration an den Schulen vorsieht, aufzuwiegeln. Die Bürger von Charleston, Missouri spielen sich dabei selbst, „they knew it was a movie, they were paid extras, but they believed in Bill Shatner, they loved him as Cramer the racist.“ (Roger Corman)

Sonntag, 19.6., 20.30 Uhr!
ROGER CORMAN-DOUBLE FEATURE:

SORORITY GIRL
USA 1957. Regie: Roger Corman. Buch: Leo Lieberman, Ed Waters.
Kamera: Monroe P. Askins. Musik: Ronald Stein.
Mit Susan Cabot, Dick Miller, Barboura O'Neill, June Kenney, Barbara Crane.
16mm. s/w. 61 Minuten Originalfassung.
„Die Geschichte vom verfaulten Apfel in der Obstkiste.“ (Michael Althen) Ein Drive-In-Classic für die aufgebrachten Teenager und Autokinoleinwände der Fifties, American International Pictures, einfach und schnell, gedreht on location. Hier geht es um die „uncensored shock-by-shock confessions of a highschool girl, rich, smart, pretty - and all bad!“

X-THE MAN WITH THE X-RAY EYES
USA 1963. Regie: Roger Corman. Buch: Robert Dillon, Ray Russell.
Kamera: Floyd Crosby. Musik: Les Baxter.
Mit Ray Milland, Diana Van der Vlis, Harold J. Stone, John Hoyt, Don Rickles.
16mm. Farbe. 80 Minuten. Originalfassung.
Dr. James Xavier experiments on himself with X-ray vision eyedrops. After accidentally killing his boss, he hides out as a mind reader and faith healer at a carnival. Xaviers sight gets increasingly stronger until he can see through everything - to eternity! And it hurts! Ein bedrohlicher Exkurs in Sachen Schein und Wirklichkeit.
Mr. Roger Corman wird zur Vorführung erwartet!

21./22.6., 22.30 Uhr
DIE WILDEN ENGEL
(The Wild Angels). USA 1966. Regie: Roger Corman. Buch: Charles B. Griffith.
Kamera: Richard Moore. Musik: Mike Curb.
Mit Peter Fonda, Nancy Sinatra, Bruce Dern, Michael J. Pollard, Diana Ladd, Gayle Hunnicutt.
35mm. CinemaScope. Farbe. 85 Minuten. Deutsche Fassung.
Der erste wirkliche Rockerfilm. Corman verbrachte einige Zeit mit einer kalifornischen Gruppe der Hell‘s Angels, gab Partys, kaufte ihnen genug Bier, und schrieb seine Story nach den Geschichten, die sie ihm erzählten (später wollten sie ihn dafür umbringen). Auf der Tagesordnung stehen Schlägereien, Einbrüche, Orgien, Vergewaltigungen, Schocks mittels nazistischer Symbole, Rauschgiftexzesse, Saufgelage, Vandalismus, „wanting to do what we want to do“.

23./.24.6., 22.30 Uhr
THE TRIP
USA 1967. Regie: Roger Corman. Buch: Jack Nicholson.
Kamera: Archie R. Dalzell. Musik: The Electric Flag.
Mit Peter Fonda, Susan Strasberg, Bruce Dern, Dennis Hopper, Salli Sachse, Barboura Morris.
35mm. Psychedelicolor! 85 Minuten. Deutsche Fassung.
The ultimate sixties psychedelic masterpiece! Peter Fonda und Bruce Dern schmeißen sich mit der Hilfe von Dennis Hopper diverse bewusstseinserweiternde Pillchen ein und begeben sich auf den Wahnsinns-Trip. Darin enthalten sind Sex-Visionen, Kapuzenreiter, eine Folterkammer und ein Zwerg. Und man fragt sich beklommen, welche Drogen bei Jack Nicholson im Spiel waren, als er das Drehbuch geschrieben hat.

In Kooperation mit KALIBER35 - Munich International Short Film Festival 16.-22. Juni 2011
Save the date: Masterclass mit Roger Corman am 18./19.6. im Gloria Palast am Stachus.
Informationen unter www.kaliber35.de/2011/masterclass/html

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Werkstattkino
Fraunhoferstr. 9
80469 München
089 260 72 50
info@werkstattkino.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 23.06.2011 11:26 
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Jugendverderber-Nacht No. 21

Double Feature: Zweite Fellbikini-Nacht!

Michael Carreras: Sklave der Amazonen (Slave Girls) GB 1967, DF, 35 mm.
Don Chaffey: One Million Years B.C. (Eine Million Jahre vor unserer Zeit) GB 1966, OF, Digital.

Zwar weiß man heute, dass Raquel Welch es besser kann als im Steinzeit-Melodram "Eine Million Jahre vor unserer Zeit". Doch an diesem Abend gilt es die Lanze zu brechen für Martine Beswick, meine dunkle Königin, an die sich nur wenige als schnittiges Bond-Girl erinnern. Tumak (John Richardson) aus dem Felsenvolk vertreibt sich den Tag nach Art von Bud Spencer mit Grunzen, Fressen und Prügeln. Stress mit Vater und Bruder zwingt Tumak aus der Höhle. Unterwegs begegnet der Felsenmann den Jahre tot geglaubten Dinosauriern von Ray Harryhausen, aber auch Luana (Raquel Welch), Anführerin des Muschelvolks, die ihn mit vielen Neuerungen bekannt macht: verbesserte Speer-Technologie, warmes Wasser, Weinen und Feminismus.
Trotzdem benimmt sich Tumak weiter wie ein Steinzeitmensch und wird wieder heim in die Höhle geschickt. Später brechen dann Vulkane aus, Rachel und Martine liefern sich einen MONUMENTALEN Catfight und alles wird gut. Eine liebenswerte, nahezu wort- und vollkommen hirnlose Trashgranate aus dem Hause Hammer.
Flugs spendierte das britische Studio Beswick einen Solo-Film, dessen Plot man großzügig dem Fellbikini-Kracher "Amazonen des Urwalds" (Prehistoric Women, 1950) entlehnte. Es gab Geld zu sparen: die Kulissen standen noch von "Eine Million Jahre vor unserer Zeit" herum, Hammer-Chef Michael Carreras führte selbst Regie und auch sonst wird hier wenig Federlesens gemacht. Eine brünette Herrscherinnenkaste nutzt ihren naturgegebenen Intelligenzvorsprung, um einen Blondinenstamm zu versklaven.
Selbstredend kann nur ein Mann solch himmelschreiend ungerechtes Weiberregime terminieren. Und so beamt der Autor (auch Carreras) Michael Latimer aus den Sixties zurück. Er trifft ein weißes Rhinozeros aus Pappmaschee; Frauen, die hauen; Die Göttliche Martine im Nietenbikini mit Sauzahn-Krone und Peitsche und Sklavinnentänze der Fünfzigerjahre. "Sklave der Amazonen" wurde auf einer Fan-Convention in Baltimore zum schlechtesten Hammer-Film aller Zeiten gewählt. Da wüsste ich aber noch ein paar ...
WER IM FELLBIKINI KOMMT, HAT FREIEN EINTRITT!

Jugendverderber-Nacht - Volksbildung in Zeiten der Dummheit. Der Abend wird moderiert von Ulrich Bassenge.

Sonntagabend, 26. Juni 2011, 20.30 Uhr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 01.07.2011 11:36 
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Und wieder ein ganz besonderes Schmankerl im Werkstattkino:

THE SPIRIT OF SEVENTY-SEX
USA 1976. Regie: Stu Segall. Mit Annette Haven, John Holmes. 35mm. 65 Min. Deutsche Fassung. Nur für Erwachsene!
Der 200. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika wurde 1976 von unzähligen aufrechten Patrioten begangen. Der Film THE SPIRIT OF SEVENTY-SEX nutzte diese Gelegenheit, sich über die Geschichte des Landes lustig zu machen: George Washington, Benjamin Franklin, Pocahontas und andere Würdenträger versinken im sündigen Morast. Der Regisseur ist mittlerweile ein millionenschwerer TV-Produzent, für den SPIRIT vermutlich eine peinliche Leiche im Keller ist. (spiegel-online)
Ein Klassiker aus den „golden days of american hardcore“. Rated XXX. Adults only!
4. – 6.7. um 22.30 h



Kinokränzchen: DAUGHTER OF HORROR
(aka DEMENTIA). USA 1953. Regie: John Parker. Digital. Originalfassung.
Vielleicht der film noir schlechthin. Mit Sicherheit ein wahrhaftiger film maudit. Verboten, verstümmelt, lange verschollen und bis heute einigermaßen rätselhaft. Ein finsteres Panoptikum einer Stadt- bzw. Seelenlandschaft, die immer kurz davor steht, endgültig in Schatten und Dunkelheit unterzugehen. Diesen Film sollte man um jeden Preis gesehen haben...
Einführung: Thomas Reitmair
3.7. um 14.30 h



SIMULATION EINER BEDROHUNG
Filme vom Maximilian Erbacher
Programm 1

MONOSPACE (2000)
Vordringen zur Landebahn, der Sperrzone des Flughafens.

HEIMAT IST TÖTEN (2002)
Es stellt sich die Frage, wann man zur Waffe greifen würde. Ein Feldversuch.

HOCHHAUS (2002)

KARSTLAND (2005)
Ein Mann, eine Insel, ein Auftrag.

HEUTE BIN ICH DEIN FREUND (2007)
Betteln ist keine Kunst.

TX 21 (2008)
Als das junge Mädchen aus der Disco kommt und in das Taxi steigt, ahnt sie nicht, dass es ihre letzte Fahrt werden soll.

ALL BY MYSELF (2008)
Eine Predigt.

EINHAUSUNG # 3 (2008)

MY SPACE (2010)
Für einen Tag schlüpfe ich in die Rolle eines Bäckers.

ENDE VOM LIED (2006)
Eine dreijährige Suche nach einem Phantom, dem deutschen Volkslied.

3.7. und 5.7. um 20.30 h


SIMULATION EINER BEDROHUNG
Filme von Maximilian Erbacher
Programm 2

ZERO ZONES (2007)
Eine Reise entlang der blutigsten Grenze Europas. Der Film fragt nach den Veränderungen in Nordirland drei Monate nach Friedensschluss zwischen Protestanten und Katholiken.

HEUTE BIN ICH DEIN FREUND (2010)
Das anonyme Versprechen geht weiter. In München, Pècs und Shanghai.

4.7. und 6.7. um 20.30 h

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Please consider the cultural significance of 35mm film, and don’t take it away from the cinephiles to whom it means so much.
Thank you.


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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 20.04.2012 08:14 
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Diese Woche läuft wohl täglich etwas von Jess Franco mit Lina Romay. Was genau, muss man im Kino erfagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Werkstattkino München
BeitragVerfasst: 20.04.2012 19:25 
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Beiträge: 381
Geschlecht: männlich
Verdammt und ich bin nicht da, es kommen schon seit längerem keine Programmails mehr bei mir an...was da wohl los ist??

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