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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:01 
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Der Herr Subkultur hat aber vollkommen recht mit seinen auführungen ;) :!:


Auf die viele Filminteressierte trifft auch das Sprichwort "Was der Vogel nicht kenn frisst er nicht", oder er frisst nur dass was er vorgesetzt bekommt.

Könnte mir vorstellen das ettliche Filme aus den 40igern den Leuten hier gefallen könnten, aber sie trauen sich nicht, oder wollen sich einfach nicht trauen die mal anzutesten, nicht mal wenn jemand anderes sagt ist Super.... Da hab ich jetzt etwas weit zurück gedacht, aber das gibts auch bei Filmen aus den 60igern schon ;)

Dann sieht man auch oft leute die sind Fan eines Genres, aber mangels digitaler erhältlichkeit wird halt was anderes geschaut. "Gibts ja leider nicht auf BD" , dann schauen die halt lieber irgendwelchen mist :shock:

Unverständlich für mich sowas. Ich denke mir durch das Medium BD geht das Klassiker vergessen noch viel schneller.

Ist da ein Teufelskreis... Viele kaufen einfach keine DVD mehr ist ja sowas von veraltet und bietet nicht die Möglichkeiten und sie schreien nach den Klassikern auf BD, was aber nicht realisierbar ist...
In diesem Zuge verkauft sich dann auch ein Klassiker auf DVD nicht mehr so gut und dann überlegen die Labels dreimal was sie bringen....


Und später wird es nur die Klassiker geben die jetzt auch schon klassiker sind....
Meint ihr würde koch jetzt zb. nicht "Hexen der Liebe" bringen, das den in ettlichen jahren noch jemand kennen würde?
Oder so einem wirklich genialen Film wie "So ein Windhund"... wenn sich nicht irgendwann jemand dem Film an nimmt ?
Oder der Film "Umberto D.", davon wurde ein Remake gedreht, das könnt vl. mal ein Klassiker werden (kenne davon nur ausschnitte). Aber an das geniale Original wird sicher nie mehr einer denken..

Und da gäbe es noch ettliche die man aufzählen könnte....

Weil die Welt auch älter wird. Was sind für mich klassiker ? "Rambo" , "Die Goonies" , weil ich mit denen aufgewachsen bin. "Karate, Küsse Blonde Katzen", weil den zufällig mein Vater im Schrank hatte. Die anderen Klassiker hab ich mir erst im nachhinein erarbeitet...
Die Heutige Generation erarbeitet sich vielleicht gerade mal die Filme aus den 80igern, von den Wenigen Filmbegeisterten die auch mal in die Vergangenheit blicken...
Ausser der Vater hat ne gut bestückte Klassikersammlung, aber diese Väter sterben auch aus...

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:05 
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Subkultur-Entertainment hat geschrieben:
Die aktuelle Finanzkrise zwingt/veranlasst Menschen dazu, weniger bzw. nur gezielt zu kaufen

Die empfinde ich gar nicht mehr so?

Subkultur-Entertainment hat geschrieben:

Unsere eigene Prognose geht dahin, dass sich in den kommenden 5 - 10 Jahren das VoD-System vollkommen durchgesetzt hat und den Markt dominiert. Die physischen Datenträger werden als Beiwerk erscheinen und dann reden wir nicht mehr von "Limitiert auf 1000 Stück" sondern maximal "auf 500 Stück" zu einem höheren Preis, um den letzten harten Kern der Sammler bei Laune zu halten. Aktuelle Blockbuster schaffen schon heute innerhalb weniger Tage die Rekordmarke von 100.000 Downloads (legale kostenpflichtige Angebote), was eine deutliche Sprache spricht, denn die Verkäufe der physischen Medien kommen da teilweise gar nicht erst ran, egal wie tief der Preis angesetzt wird.




Ich denke der Markt an Nische DVDs/Blu-rays wird sich noch am längsten halten, weil hier gezielt Sammler bedient werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:06 
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Nur mal bzgl. Fernsehjuwelen: Kann man da schon Ergebnisse dieser Neuabtastungen sehen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:09 
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Übrigens bemerkt man das Desinteresse an einem Schwarz Weiß Film auch hier im Forum.
Ich habe neulich einen Thread zu einem richtig guten Schwarz Weiß Film DIE ENDLOSE NACHT aufgemacht. Die DVD ist klasse und wirklich empfehlenswert aber fast niemand hat sich dafür interessiert, wahrscheinlich weil es kein Horror oder Thriller ist und dann auch noch in Schwarz Weiß.

Wenn Fernsehjuwelen in den nächsten Wochen die Doppel DVD des wirklich genialen Antonio Pietrangeli Films ICH HABE SIE GUT GEKANNT rausbringt werden sich bestimmt auch nicht viele dafür interessieren. Sehr schade, weil einem wirklich was entgeht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:11 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
Nur mal bzgl. Fernsehjuwelen: Kann man da schon Ergebnisse dieser Neuabtastungen sehen?



Gib mal bei Amazon Filmjuwelen ein. Es kam schon einiges und die bisher erhältlichen scheinen allesamt gut zu sein. Ich denke die machen das beste aus den Filmen und wir können glücklich darüber sein, weil wir die meisten Filme sonst nie wieder zu Gesicht bekommen würden.
Wenn das vorhandene Master qualitativ nicht gut genug ist, wird abgetastet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:14 
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italo hat geschrieben:
Die empfinde ich gar nicht mehr so?


Du vielleicht nicht, aber es gibt sehr viele Menschen da draußen, die es hart getroffen hat und die vielleicht noch vor 5 Jahren regelmäßig gekauft haben und nun nicht mehr können.
Nur weil es einem selbst gut geht, kann man es nicht verallgemeinern.

Auch horten viele Menschen ihre Kröten zusammen, obwohl es ihnen finanziell gar nicht schlechter gehen mag, als vorher, doch "falls es schlimmer wird, haben wir Konserven".
Betrifft übrigens alle Branchen, nicht nur die Unterhaltungsindustrie ;)


Zitat:
Ich denke der Markt an Nische DVDs/Blu-rays wird sich noch am längsten halten, weil hier gezielt Sammler bedient werden.


Nö. Wäre es tatsächlich so, würden wir unser bisheriges Programm nicht so radikal umändern, wie wir es dieses Jahr tun werden. Wie schon gesagt, projeziere deine persönliche Einstellung nicht auf den allgemeinen Markt, denn der spricht eine deutlich andere Sprache.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 16:18 
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Da hast du recht Italo, ist halt nunmal so.


Aber sei mal ehrlich, wäre die Karin Dor nicht dabei gewesen, hättest du dir diesen Film wohl auch nie angesehen oder??? :mrgreen:

In dieser Art wie "Ich habe sie gut gekannt" gibt es noch ettliche SW Filme aus Italien! Klar jeder hat so seinen Liebling und schaut erstmal nach Filmen mit diesem...

Ein noch besseres beispiel ist ja eigentlich der Tempelhof Film, den es schon auf Dvd gibt. Da zeigen auch nur wenige interesse...

Aber man kann die Leute nicht zwingen, das Geld sitzt einfach nicht mehr so locker wie Früher, um ganz Europa steht es nicht so gut. Man darf gespannt sein wo das noch alles Hinführt....

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 17:45 
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Ich denke, das Hauptproblem, was die Konservierung und Verfügbarkeit von "alten Filmen" angeht, ist einfach, dass es eine unglaubliche Menge an "Nischen-Klassikern" gibt, die aus wirtschaftlicher Sicht praktisch null Wert haben und denen sich deshalb auch kein Label annehmen wird. :(

Irgendwie müsste da ein Umdenken stattfinden, wie man mit solchen Filmen verfährt... Findet ihr nicht auch?

So eine Art "Public Domain" müsste es da geben. Und Fakt ist ja, es gibt doch eine Menge Filme, mit denen im Moment und auch in absehbarer Zeit sowieso niemand Geld verdienen wird. Aber trotzdem bestehen irgendwelche Rechteinhaber auf ihre zum Teil wohl auch überzogenen Forderungen, oder wie? Sehe ich das richtig, dass das einer der Hauptgründe ist, wieso sich so ein Unterfangen für evtl. interessierte Labels oft nicht lohnt?

Oder warum veröffentlicht kein Label Filme wie:

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Liebend gerne würde ich mir die auf DVD zulegen!!! Einen Käufer hättet ihr sicher! 8-) Die Frage ist nur, wieviele mehr würden es noch werden? :lol: :cry: Und das ist wieder ein ganz anderes Problem (wenn nicht sogar das größte): der Bevölkerungs-Mainstream ist zu faul und desinteressiert sich mit den Schätzen der Vergangenheit auseinanderzusetzen, erst recht wenn es in Bereiche geht, die so weit abseits der anerkannten Kanons sind. Ich verstehe das alles nicht: mit dem Internet steht heute eine so gewaltige Informationsquelle zur Verfügung, sowas könnte doch eigentlich auch die Entdeckungslust fördern; stattdessen hab ich jedoch eher das Gefühl, eine dümmlich-seichte Rudel-Mentalität greift immer mehr um sich! Selbst hier im Forum würde sich das Interesse an den genannten Filmen wohl stark in Grenzen halten. Das fällt mir in letzter Zeit auch verstärkt auf, dass sich die Interessengebiete irgendwie immer weiter auffächern, jeder so seine Lieblingsbereiche und ganz individuellen Wunschtitel hat und auch nicht unbedingt bereit ist, mal über den Tellerrand zu schauen (da will ich mich auch nicht von ausnehmen). Einfacher macht das die Sache jedenfalls nicht.

Eigentlich ist es mir auch scheißegal, ob das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben wird. :mrgreen: Ich will lediglich, dass das Kino der goldenen und einzigartigen 60er und 70er (denn solche 60er und 70er werden nicht wiederkommen) so gut wie es geht in unsere heutige Zeit herübergerettet wird, damit ich mich ohne Ende daran laben kann. :schilder_hschild: Ein typischer Chet-Beitrag! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 19:09 
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reggie hat geschrieben:
Da hast du recht Italo, ist halt nunmal so.


Aber sei mal ehrlich, wäre die Karin Dor nicht dabei gewesen, hättest du dir diesen Film wohl auch nie angesehen oder??? :mrgreen:

In dieser Art wie "Ich habe sie gut gekannt" gibt es noch ettliche SW Filme aus Italien! Klar jeder hat so seinen Liebling und schaut erstmal nach Filmen mit diesem...

Ein noch besseres beispiel ist ja eigentlich der Tempelhof Film, den es schon auf Dvd gibt. Da zeigen auch nur wenige interesse...

Aber man kann die Leute nicht zwingen, das Geld sitzt einfach nicht mehr so locker wie Früher, um ganz Europa steht es nicht so gut. Man darf gespannt sein wo das noch alles Hinführt....



Stimmt ohne Karin Dor hätte ich ICH HABE SIE GUT GEKANNT nie angesehen. Da wäre mir echt
etwas entgangen. Schäm.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 10.03.2013 19:11 
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Warum kommen eigentlich Filme wie ABENTEUER IN RIO oder UNSER MANN IN RIO nicht raus. Potanski meinte mal die Rechtelage bei UNSER MANN sei so verzwickt wie bei den Reinl Filmen.

Gottseidank scheint das Reinl Problem so gut wie gelöst, seit es Fernsehjuwelen gibt.

Unglaublich wie viele Filme vor die Hunde gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 16.03.2013 15:09 
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Zitat:
Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?


Ja natürlich! Man darf nicht vergessen, daß die wirklichen Klassiker höheren Alters ebenfalls in einer Schwemme weniger qualitativer oder beliebter Filme erschienen sind.

Armitage hat geschrieben:
Nur bedingt, da aktuell die starke Digitalisierung dafür sorgen wird, dass die heutigen Produktionen bei fachkundiger Sorgfalt auf Ewigkeiten erhalten bleiben. Auch ist das moderne Kino irgendwie einem reinem Konsum gleichzusetzen und die Wertigkeit und Wertschätzung wird auf kurz oder lang auf der Strecke bleiben.


Ist nicht genau dies auch früher oft genug mit B-Filmen und Exploitern passiert? Jammert man nicht jeher über die Materiallage insbesondere von asiatischen Produktionen, von denen niemand erwartet hat, nach der kurzen Konsumspitze noch Bedeutung zu haben? Wie oft wurden Negative schlecht bis gar nicht eingelagert? Und warum soll das nun heute anders sein?

Es wird die Masse an Filmen bestimmt ohne Wertschätzung eines Kanon bleiben. Andererseits gibt es eben jedes Jahr die Handvoll Filme, an die man sich in größerer Breite erinnern wird oder die zumindest in einem gewissen Umfeld von Bedeutung sind. Darunter werden sich dann auch Filme wie The Social Network befinden, weil gerade hier der aktuelle Zeitbezug der Wirkung des Films im Wege steht. Später wird man den Film zur Veranschaulichung von der Entwicklung des Internets oder auch zum Thema Datenschutz vorführen. Die spätere Bedeutung ist je nach Zukunft heute noch ambivalent.

Selbst der größte Schund wird, sofern er seine Liebhaber finden konnte, später auch nostalgisch betrachtet werden. Stöbert man ein wenig im Netz, z.B. auf Blogs jüngerer Altersgruppen, so wird dort schon von Pokemon bis Power Rangers alles Mögliche abgefeiert, weil man es als Kind eben so toll fand. Diesen Effekt kann man in unserer Wohlstandsgesellschaft verstärkt beobachten, weil wir in jungen Jahren die Möglichkeit eines großen Konsums haben und uns aus der Geborgenheit entwachsen beim Wurf ins harte Leben nach gemütlichen Momenten von Früher zurücksehnen. Und weil es uns gut genug geht und wir im Verhältnis viel Freizeit haben, wird diese Nostalgie auch entsprechend ausgelebt.

Subkultur-Entertainment hat geschrieben:
Wir beobachten schon seit längerem die Tendenz, dass ältere Produktionen im schwarzweiß-Sektor rückläufig sind.


Und woran liegt das? Weil die Jugend nicht an die Materie herangeführt wird. Es wurde versäumt im frühen Kindesalter die Barriere zu brechen und ein altersgemäßes Programm unterschiedlichster Epochen vorzuführen. Es ist eine Frage der Erziehung, der Darstellung einer Normalität.

Hier fängt dann die Initiative des "Filmfans" an. Man muß machen, zeigen, hinweisen und alte Filme zu einem Teil des Alltags machen. Eine Edition Grauwert ist da ein ehrenwerter Schritt für das Angebot, welches jedoch noch an den Zuschauer herangeführt werden muß.

Wer sich eine Änderung wünscht, der sollte zunächst einmal ein Beispiel geben, nicht nur den Kindern gegenüber, sondern auch der Netz- oder Umwelt. Warum nicht auf der Arbeit oder in der Kneipe einen Standpunkt vertreten oder seinen Mitmenschen ein Filmprogramm schmackhaft machen? Warum nicht das Netz nutzen, um den eigenen Geschmack präsent zu machen - zum Teil einer Normalität, die von passiven Konsumenten aufgegriffen und nachgeahmt werden kann?

Es muß ja nicht gleich der Blog sein, es genügte ja eine Seite wie die OFDb oder Moviepilot. Gerade bei letzterer stieß es mir ohnehin oft auf, nicht nur bei Genrefilmen einer der ersten Bewerter zu sein, sondern einen ganzen Teil nicht unrelevanter Produktionen gar nicht erst vorzufinden. Hier lohnt sich der Hinweis an die Betreiber, um auf leider langsamem Wege eine Nachpflege zu erwirken.

Subkultur-Entertainment hat geschrieben:
Die aktuelle Digitalisierung bietet wahrscheinlich auch dem nostalgischen Kino die letzte Gelegenheit, gesichtet zu werden, auch wenn es nur ein Download sein mag.


Du bist ja selbst mitten in diesem Dilemma der Formate. Als Medium für Filme wird langfristig der Download bzw. VoD durchgesetzt werden, aber auch eine Perspektive für Obskuritäten bieten, für die es aber notwendig ist, eine Förderung einzusetzen, die vielleicht nicht aus öffentlichen Geldern, sondern aus einem Pflichtanteil der Gewinne bestehen kann. Ich denke da seit langem an ein Filmarchiv mit Einzelpreisen und Abonnements, welches einem die Garantie eben auch eines nicht zwingend umsatzabhängigem Angebots bietet. Vielleicht muß dieses Engagement für ein Weltkulturerbe dann global umgesetzt werden. Ansonsten schätze ich abseits des Genrefilms z.B. Nischenprogramme wie die Edition filmmuseum, die auch einen Weg abseits des Mainstreams gehen und eine doch recht eklektische Auswahl pflegen.

Mit den limitierten DVD-Auflagen ist es so eine Sache. Du merktest unlängst an, daß sich hiermit kaum Feedback aus der Presse erreichen ließe. Vielleicht ist die Angabe der Limitierung hier sogar ausschlaggebend, weil man an dieser Zahl einen begrenzten Markt festmacht, während stinknormale Pressungen anderer Labels vielleicht trotzdem kaum an Einheiten glänzen, jedoch für den Massenmarkt konzipiert wirken.

Gerade kürzlich führte ich eine Diskussion, ob nicht die allgemeine Wertschätzung für Film in der Generation Free-TV aufgrund der vermeintlich kostenlosen Ausstrahlung, wegen DVDs als "Gratisbeilage" zur TV-Zeitschrift und vielleicht auch noch aus der einstigen Selbstverständlichkeit von Videokopien rapide gesunken ist. Vielleicht liegt hier sogar die Wurzel für den selbstverständlichen Umgang mit illegalen Downloads.

Diese Personengruppe interessiert sich in Massen für einmaliges Ansehen oder eben eine beliebige Kopie fern optimaler Qualität. Die Wirtschaft hat sich hier ein Übel herangezogen, welches durch die Verramschung so mancher Titel nicht besser geworden ist und somit den Stand für hervorragende Sammlereditionen weiter untergräbt. Daß der Nischentitel hier kaum eine Chance hat, ist klar. Eine Mitfinanzierung dieser weniger populären Produktionen aus den Einnahmen für ein Gesamtarchiv könnte in Zukunft die Lösung werden und die allgemeine Verfügbarkeit am Ende sogar ein neues Interesse des Publikums wecken.

Ich fühle ich mich mir greifbaren Veröffentlichungen noch wohler. Wenn jedoch die Marktlage tatsächlich so schief ist, wie es im Zusammenhang mit der EDV debattiert wurde, kann man nur hoffen, daß diese Energie in anderen Vertriebswegen kanalisiert wird. Vielleicht erbarmt sich ja ein Förderer, um gerade die Veröffentlichung deutscher Filme nicht abreißen zu lassen.

Armitage hat geschrieben:
Ob die Technik soweit ist, kann ich als Konsument nicht beurteilen, ähnliche Aussagen gab es auch bei CD etc. und dennoch laufen auch die ersten CDs heute noch tadellos.


Veto! Natürlich wollte man auf dem CD-Markt Geld verdienen und so haben sich manche Labels schnell günstige Presswerke gesucht, die offenbar in der Materialmischung Probleme haben. Speziell vom Ende der 80er habe ich einige CDs, die schlimmer knistern als manche alte Vinyl-Schallplatte. Das sieht man auch richtig an kleinen, punktuellen Farbveränderungen im Material.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 16.03.2013 15:43 
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Intergalactic Ape-Man hat geschrieben:
Selbst der größte Schund wird, sofern er seine Liebhaber finden konnte, später auch nostalgisch betrachtet werden. Stöbert man ein wenig im Netz, z.B. auf Blogs jüngerer Altersgruppen, so wird dort schon von Pokemon bis Power Rangers alles Mögliche abgefeiert, weil man es als Kind eben so toll fand. Diesen Effekt kann man in unserer Wohlstandsgesellschaft verstärkt beobachten, weil wir in jungen Jahren die Möglichkeit eines großen Konsums haben und uns aus der Geborgenheit entwachsen beim Wurf ins harte Leben nach gemütlichen Momenten von Früher zurücksehnen. Und weil es uns gut genug geht und wir im Verhältnis viel Freizeit haben, wird diese Nostalgie auch entsprechend ausgelebt.




Verdammt richtig und sehr gut beschrieben. Mich interessieren die Filme, mit denen ich als Kind der 70er/80ern aufgewachsen bin. Als ich mit dem Sammeln anfing wollte ich nur ein paar Kindheitsmomente, die eine angenehme Erinnerung mit sich bringen in mein Regal stellen. Der Geschmack hat sich dann unerwartet ausgeweitet.
Früher ist man im TV mit alten Filmen aufgewachsen. Mein frühes Kindheitsprogramm waren die Filme der 60er und frühen 70er Jahre Filme.
Deswegen reicht mein hauptsächliches Interesse nur bis Anfang der 60er Jahre zurück, weil ich diese Zeit in meiner Kindheit Ende der 70er und Anfang 80er Jahre noch spüren und nachempfinden konnte.
Die 40er oder 50er Jahre hingegen sind für mich zu weit weg, allerdings gibt es auch einige Ausnahmen an Filmen aus der Zeit.

Intergalactic Ape-Man hat geschrieben:
Ich fühle ich mich mir greifbaren Veröffentlichungen noch wohler. Wenn jedoch die Marktlage tatsächlich so schief ist, wie es im Zusammenhang mit der EDV debattiert wurde, kann man nur hoffen, daß diese Energie in anderen Vertriebswegen kanalisiert wird. Vielleicht erbarmt sich ja ein Förderer, um gerade die Veröffentlichung deutscher Filme nicht abreißen zu lassen.




Deswegen erfreue ich mich an dem rießgen Fernsehjuwelen Output. Klar kann man die gleich vor dem Start niedermachen aber bisher sieht es so aus, als ob man um gute Produkte bemüht ist.
Gerade der rießige Output ist sogar besonders wichtig, weil es besser ist 100 Filme im Jahr zu bekommen, in ordentlicher Qualität, als von einem Klein Label 4 Filme im Jahr in Deluxe Ausführungen.
Damit will ich nichts gegen die tollen Kleinlabels sagen, weil ich die sehr schätze aber gemessen an den Lebensjahren die uns allen bleiben, würde es ohne Fernsehjuwelen ein paar Leben dauern bis man gewisse Filme zu Gesicht bekommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird das heutige Kino irgendwann auch Klassiker-Status haben?
BeitragVerfasst: 16.03.2013 16:15 
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Endlich lange Diskussionsbeiträge :mrgreen:

Intergalactic Ape-Man hat geschrieben:
Ist nicht genau dies auch früher oft genug mit B-Filmen und Exploitern passiert? Jammert man nicht jeher über die Materiallage insbesondere von asiatischen Produktionen, von denen niemand erwartet hat, nach der kurzen Konsumspitze noch Bedeutung zu haben? Wie oft wurden Negative schlecht bis gar nicht eingelagert? Und warum soll das nun heute anders sein?


Relativ simpel zu erklären. Unwahrscheinlich viele moderne Produktionen werden digital gedreht, d.h. es gibt gar kein richtiges Filmnegativ mehr, was eingelagert und gepflegt werden muss. Die Filmwirtschaft sieht sich stattdessen nun damit konfrontiert, die digitale Grundlage auf Lebenszeit zu sichern. Es gibt den Plan, im Jahre 2014 alle Kinos nur noch digital zu betreiben und die 35mm Projektion komplett einzustellen. Hier könnte sich eine nicht unerhebliche Nische für die Programmkinos öffnen, die sicherlich nicht alle zu 100% auf digital umstellen werden, in weiser Vorraussicht, dass das wirkliche Filmmaterial irgendwann ebenso einen festen Bestand hat, wie heute die Vinyl (die ja auch nach Erscheinen der CD für zunächst tot erklärt wurde).

Und wenn wir im Jahre 2020 wirklich davon sprechen können, dass jede neue Produktion ohne Filmmaterial entsteht, dann ist die Materiallage nur noch abhängig von der Pflege der Speichermedien. Ob das unterm Strich die bessere Lösung sein wird, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

Zitat:
Es wird die Masse an Filmen bestimmt ohne Wertschätzung eines Kanon bleiben. Andererseits gibt es eben jedes Jahr die Handvoll Filme, an die man sich in größerer Breite erinnern wird oder die zumindest in einem gewissen Umfeld von Bedeutung sind. Darunter werden sich dann auch Filme wie The Social Network befinden, weil gerade hier der aktuelle Zeitbezug der Wirkung des Films im Wege steht. Später wird man den Film zur Veranschaulichung von der Entwicklung des Internets oder auch zum Thema Datenschutz vorführen. Die spätere Bedeutung ist je nach Zukunft heute noch ambivalent.


Zustimmung. Kleine und große moderne Produktionen werden sich im Laufe der Zeit fest in den Köpfen verankern, so war es immer und so wird es auch weiterhin bleiben. Keiner von uns weiß, wie die Filmlandschaft in 20 Jahren aussehen wird und die heutigen Epen werden generationsbedingt nur einen bestimmten Teil der Menschen ansprechen. Früher konnte man erleben, wie begeistert die Menschen nach dem Besuch von "Der Pate" waren. Die heutige Generation, die in dem Alter ist, wie die Besucher damals, wird aber auch häufiger erwischt, wie sie den Paten als "langweilig" und "verstaubt" bezeichnet. Das ist ein völlig normaler Vorgang, der sich in jeder Dekade wiederholen wird.

Zitat:
Selbst der größte Schund wird, sofern er seine Liebhaber finden konnte, später auch nostalgisch betrachtet werden. Stöbert man ein wenig im Netz, z.B. auf Blogs jüngerer Altersgruppen, so wird dort schon von Pokemon bis Power Rangers alles Mögliche abgefeiert, weil man es als Kind eben so toll fand. Diesen Effekt kann man in unserer Wohlstandsgesellschaft verstärkt beobachten, weil wir in jungen Jahren die Möglichkeit eines großen Konsums haben und uns aus der Geborgenheit entwachsen beim Wurf ins harte Leben nach gemütlichen Momenten von Früher zurücksehnen. Und weil es uns gut genug geht und wir im Verhältnis viel Freizeit haben, wird diese Nostalgie auch entsprechend ausgelebt.


Wieder richtig und wieder ein unwiderlegbares Argument, dass "Klassiker" und "Schund" nicht klar definierbar sind, denn jede Ära birgt komplett unterschiedliche Sehgewohnheiten. Doch die aktuelle Generation tut mir doch etwas leid, da sie durch die Digitalisierung und dem Internet quasi alles auf Abruf zur Verfügung hat und das "Jagen und Sammeln" Syndrom definitv in gewisser Form abhanden kommt. Auch wird kommerzielles Fast-Food so dermaßen überladen angeliefert, dass der Kreis von Filminteressierten tendenziell schrumpft und der Altersdurchschnitt steigt. Anhand nur von diesem Forum gehe ich von einem Durchschnitt von 33 Jahre aus. Zu Beginn der DVD-Zeit konnte man ein jüngeres Publikum wesentlich schneller für einen älteren Film begeistern.

Subkultur-Entertainment hat geschrieben:
Wir beobachten schon seit längerem die Tendenz, dass ältere Produktionen im schwarzweiß-Sektor rückläufig sind.

Zitat:
Und woran liegt das? Weil die Jugend nicht an die Materie herangeführt wird. Es wurde versäumt im frühen Kindesalter die Barriere zu brechen und ein altersgemäßes Programm unterschiedlichster Epochen vorzuführen. Es ist eine Frage der Erziehung, der Darstellung einer Normalität.


Konsum von Schwarzweiß-Kino war schon immer schwergängig. Zu meiner Kinderzeit kamen wir gar nicht umher, da ein Farbfernseher zum puren Luxusgut gehörte und Technicolor lediglich im Kino zu bestaunen war. Und es hat funktioniert. Ein S/W-Film hatte danach weniger Einschlagskraft, als z.B. die blödeste Trashperle aus dem Hause AVIS, auch wenn er noch so gut war.

Zitat:
Hier fängt dann die Initiative des "Filmfans" an. Man muß machen, zeigen, hinweisen und alte Filme zu einem Teil des Alltags machen. Eine Edition Grauwert ist da ein ehrenwerter Schritt für das Angebot, welches jedoch noch an den Zuschauer herangeführt werden muß.

Wer sich eine Änderung wünscht, der sollte zunächst einmal ein Beispiel geben, nicht nur den Kindern gegenüber, sondern auch der Netz- oder Umwelt. Warum nicht auf der Arbeit oder in der Kneipe einen Standpunkt vertreten oder seinen Mitmenschen ein Filmprogramm schmackhaft machen? Warum nicht das Netz nutzen, um den eigenen Geschmack präsent zu machen - zum Teil einer Normalität, die von passiven Konsumenten aufgegriffen und nachgeahmt werden kann?

Es muß ja nicht gleich der Blog sein, es genügte ja eine Seite wie die OFDb oder Moviepilot. Gerade bei letzterer stieß es mir ohnehin oft auf, nicht nur bei Genrefilmen einer der ersten Bewerter zu sein, sondern einen ganzen Teil nicht unrelevanter Produktionen gar nicht erst vorzufinden. Hier lohnt sich der Hinweis an die Betreiber, um auf leider langsamem Wege eine Nachpflege zu erwirken.


Siehe oben! Wie willst du das Schwarzweiß-Kino so breit aufstellen, wenn es aktuellen Sehgewohnheiten widerspricht? TV-Sender picken sich Rosinen raus und verweigern spannenden Projekten einen Sendeplatz. Die Flut an Independent-VÖs macht es fast unmöglich, Neueinsteigern gezielte kleine Perlen nahezubringen. Aktuelles Bsp. ist sogar in der von dir erwähnten Edition Grauwert zu finden. Der Film "491" lief bisher unter jedem Radar. Nun wird er kommen und besonders bei dem jüngeren Publikum macht sich Skepsis breit. Ich denke mal, wenn dieser Film nicht angenommen wird, war es der letzte Versuch von Subkultur, einen unbekannten S/W Film zu veröffentlichen, der abseits von Horror und Science-Fiction liegt und weitere Kandidaten werden gar nicht erst angefasst. Auch wenn es noch so ein frommer Wunsch ist, müssen wir "Alten" einfach akzeptieren, dass für einen Großteil alter Filme einfach kein Publikum mehr existiert, was eine Veröffentlichung rechtfertigt und die Filme sind damit ewige Geschichte und erleben vielleicht nochmal eine Namensnennung in einer Fußnote.


Zitat:

Veto! Natürlich wollte man auf dem CD-Markt Geld verdienen und so haben sich manche Labels schnell günstige Presswerke gesucht, die offenbar in der Materialmischung Probleme haben. Speziell vom Ende der 80er habe ich einige CDs, die schlimmer knistern als manche alte Vinyl-Schallplatte. Das sieht man auch richtig an kleinen, punktuellen Farbveränderungen im Material.


Das habe ich nicht bestritten, sondern das eigentliche Thema beschrieben. Früher sagte man, die CD hat beschränkte Lebensdauer und dennoch laufen eben CDs der ersten Stunde eben noch. Es gibt eben nur Vermutungen und keine belegbaren Fakten, wann ein altes Medium den Geist aufgibt. Billigpressungen gab es damals wie heute, aber ändern nichts daran, dass per se eine CD theoretisch ein Leben lang und länger halten kann. Selbst wenn wir schon schimmeln, wird sie noch rotieren können, wenn sich jemand für den Inhalt interessiert.


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