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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 13:32 
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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 13:34 
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Ich trage die Ergüsse nach, die während der "Zwangspause" aufgelaufen sind:



Hitch-Hike (Italien, 1977, Originaltitel: Autostop rosso sangue)

Der italienische Journalist Walter Mancini (Franco Nero) und seine Gattin Eve (Corinne Clery), sind mit einem Auto samt anhängendem Campingwagen in den USA unterweges. In der Ehe kriselt es kräftig, Walter lässt gern den prolligen Macho raushängen. Als das genervte Paar am Strassenrand ein liegengebliebenes Fahrzeug entdeckt, nimmt Eve unter Protest ihres Gatten den Faher mit. Adam Konitz (David Hess) scheint lediglich ein kleiner Dummschwätzer zu sein, entpuppt sich jedoch bald als gefährlicher Irrer. Der Psychopath befindet sich auf der Flucht vor dem starken Arm des Gesetzes, er will sich mit der üppigen Beute eines Raubzuges nach Mexiko absetzen. Das Trio gerät immer tiefer in den Strudel eines erbarmungslosen Nervenkriegs, es bleibt nicht bei lediglich verbalen Ausbrüchen. Es kommt aber noch dicker, denn nicht nur die Polizei will Konitz ergreifen...

"Autostop rosso sangue" (1977) wurde von Pasquale Festa Campanile inszeniert, der sonst eher im Bereich Komödie und lockere Unterhaltung sein Werk verrichtete. Hier stellte er eindrucksvoll unter Beweis, dass er weitaus mehr auf der Pfanne hatte. In Deutschland verpasste man dem Film den Titel "Wenn Du krepierst - Lebe ich". Die drei Hauptfiguren sind ein echter Volltreffer, besser hätte man die Rollen kaum besetzen können! Franco Nero darf sein ganzes Können zeigen, über seine Rolle kann ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, die Spoilergefahr verbietet mir dies leider. David Hess erlangte durch Wes Cravens "The last House on the left" (1972) Bekanntheit, seine Darstellung eines völlig durchgeknallten Kriminellen wirkt bis in die heutige Zeit. Vordergründig ist seine Rolle in "Hitch-Hike" sehr ähnlich, tatsächlich ist sie aber weitaus vielschichtiger angelegt, bietet mehr Tiefe und fordert Hess mehr ab. Corinne Clery verdient ebenfalls grosses Lob. Sie ist nicht nur das unschludige Opferlamm, vor allem lässt sie sich schauspielerisch nicht von den beiden Schwergewichten Nero und Hess unterbuttern. Es sei mir an dieser Stelle erlaubt, zusätzlich -und mit Nachdruck- auf die optischen Vorzüge der sehr attraktiven Dame hinzuweisen. Erfreulicherweise werden dem Zuschauer genußvolle Einblicke geboten. Action, Gewalt und Geballer kommen natürlich zum Zuge, doch der Schwerpunkt liegt ganz klar auf der psychischen Schiene, was dank der erstklassigen Akteure sehr überzeugend rüberkommt. Grosses Lob gebührt ebenso dem Drehbuchautor! Wo andere Filme vermutlich zum Ende kommen würden, fährt dieser Film gut 20 weitere Minuten fort, überrascht auf eindrucksvolle Weise mit einem zynischen Finale der Extraklasse! Die tolle Kameraarbeit, die prächtige Landschaft und der schöne Score von Ennio Morricone runden das Gesamtbild gelungen ab.

Neben all diesen Pluspunkten, übt der Film dadurch eine zusätzliche Faszination aus, dass er als Exploitation-Kracher und durchaus ernstzunehmender Psycho-Thriller "funktioniert". Wer "Wild Dogs" (Cani arrabbiati, 1974) von Mario Bava und "Hitcher - Der Highway Killer" ("The Hitcher", 1986, Regie: Robert Harmon) mit Rutger Hauer mag, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf "Hitch-Hike" werfen, wird nicht an diesem prächtigen Film vorbeikommen! In Deutschland liegt leider keine offizielle DVD-Auswertung vor, es existiert lediglich ein Steifelbein unter dem alten, deutschen Kinotitel "Wenn Du krepierst - Lebe ich". Ich habe zur amerikanischen DVD von Blue Underground gegriffen. Diese bietet den Film in toller Bildqualität, hat eine informative Featurette an Bord (in der die Hauptdarsteller zu Wort kommen) und kommt ohne Regionalcode daher. Über die einschlägig bekannten Versender ist die Scheibe problemlos zu bekommen, der Preis fällt sehr moderat aus! Für jeden Freund der italienischen Filmkunst ist dieses Werk absolutes Pflichtprogramm, doch auch jeder Filmfan der sich von der Inhaltsangabe ein wenig angesprochen fühlt, sollte sich diesen herrlichen Film gönnen und keinesfalls entgehen lassen!

Dicke 8,5/10 (...mit steigender Tendenz...)

Lieblingszitat: "They're making love. We just screw!"

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Postal - Director's Cut (Kanada, USA, Deutschland, 2007, Originaltitel: Postal)

Dude (Zack Ward) hat es nicht leicht. Seine Gattin ist eine fette, hässliche und tyrannische Schlampe, die den ganzen Tag fressend vor der Glotze liegt und sich von irgendwelchen Pennern besteigen lässt. Die Suche nach einem Job verläuft erfolglos, ergo kommt der Dude auf die Idee seinen Onkel Dave (Dave Foley) anzupumpen. Der scheffelt dicke Kohle als Guru einer Sekte. Momentan hat Dave leider mit einem kleinen Engpass zu kämpfen, das Finanzamt verlangt eine Nachzahlung in Millionenhöhe. Die beiden Schwachmaten wollen mit Hilfe diverser Damen -hörige Sektenmitglieder- einen genialen Coup durchziehen. Ein Frachtschiff sollte eine Ladung heiss begehrter Stofftiere anliefern, doch der Kahn ist abgesoffen und nur ein paar tausend Exemplare können nun unter die Leute gebracht werden. Diese sollen in einem Vergnügungspark angeboten werden, der Dude und Uncle Dave wollen sich die Teile unter den Nagel reissen und bei eBay verkaufen. Leider ist auch Osama Bin Laden (Larry Thomas) hinter dem Zeug her, denn er will mit Hilfe der Kuschelteile einen teuflischen Plan in die Tat umsetzen. Grosser Ärger ist vorprogrammiert...

Der Name Uwe Boll sorgt bei vielen Mitmenschen für blankes Entsetzen. Ich halte diese Hysterie für übertrieben. Sicher, es gibt talentiertere Filmemacher, für kurzweilige Unterhaltung kann Boll aber durchaus gut sein, als Beispiel sei "BloodRayne (2005) genannt. Mit "Postal" bringt der umstrittene Bursche nun eine böse Satire unters Volk, zumindest will man dies dem Zuschauer vermitteln. Werfen wir einen Blick auf die Besetzung, die Wahl der Darsteller recht gut gelungen. Zack Ward passt prima in die Rolle des debilen Losers, Ralf Moeller kommt als idiotischer Bulle gut rüber, sogar einen echten Könner wie J.K. Simmons konnte man für eine Nebenrolle gewinnen. Eine böse, böse Satire möchte "Postal" gerne sein, möglichst viele Tabus brechen. Doch dieser Schuss geht meist nach hinten los und/oder läuft ins Leere. Gekillte Kinder bringt Troma viel zynischer rüber, der Witz mit dem "vom Wachturm gefallenen Opa", hat einen längeren Bart als die Typen von ZZ Top. Ich bin ein bekennender Fan von Trash und kaputten Filmen, aber "Postal" langweilt überwiegend, kaum ein "Gag" zündet wirklich. Was so unfassbar bööööse sein möchte, ist in Wirklichkeit nur asoziales, debiles Gegeifer. Nun kann auch "asoziales, debiles Gegeifer" durchaus unterhaltsam sein, aber nicht in solch dröger Form. Da sind die "Toxic Avenger" Streifen von Troma weitaus subversiver und vor allem unterhaltsamer.

Herr Boll möchte provozieren, der Gesellschaft -vor allem der Obrigkeit- den Spiegel vor die Nase halten. Dann aber doch bitte wirklich provokant und nicht auf dem Niveau einer Nachmittagstalkshow! Letztlich ist "Postal" ein nett gemeinter Versuch, scheitert jedoch bereits im Ansatz und entlockt mir lediglich ein mitleidiges Gähnen. Ein Totalausfall ist das Machwerk nicht, aber diesmal bewegt sich Boll wirklich hart an der Grenze zur Arschbombe. Lieber schaue ich mir erneut "BloodRayne" an, "Postal" darf ab jetzt im Regal verstauben. Die Blu-ray ist übrigens von guter Qualität, doch was tut dies bei dem langweiligen Inhalt schon zur Sache?

Langweilig und (unangenehm) doof. Ein überflüssiger Möchtegern-Schocker, gääähn... (Vielleicht soll das Teil eine Satire auf echte Satiren sein...¿?)

3/10

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Der Hund von Baskervilles (Großbritannien, 1959, Originaltitel: The Hound of the Baskervilles)

Auf der wohlhabenden Sippe Baskerville lastet seit vielen Jahren ein grausiger Fluch. Nach dem Tod des letzten Gutsherrn tritt Sir Henry Baskerville (Christopher Lee) das Erbe an. Da Dr. Mortimer (Francis de Wolff) um das Leben des Erben fürchtet, bittet er Sherlock Holmes (Peter Cushing) um dessen Hilfe, er soll das Rätsel um den alten Fluch lösen. Mit seinem Gefährten Dr. Watson (Andre Morell) macht sich Holmes daran die Wahrheit ans Licht zu fördern. Kein leichtes und vor allem kein ungefährliches Unterfangen, denn man trachtet Sir Henry bereits nach dem Leben...

Dieser Hammer Film ist zwar eher ein Kriminialfilm, verbreitet aber trotzdem eine wohlige, unheimliche Atmosphäre. Der bewährte Terence Fisher zauberte mal wieder einen sehr schönen Film aus dem Hut, wunderschöne Landschaftsbilder und herrliche Kulissen inklusive. Die Besetzung ist natürlich traumhaft, Peter Cushing und Christopher Lee sind schon jeder für sich eine Freude, zusammen sind die beiden Ikonen absolut unschlagbar. Dazu noch der geschätzte Andre Morell in der Rolle des Watson, perfekt! Es bedarf nicht allzu vieler Worte über diesen schönen Film, jeder Hammer Fan muss sich dieses Schätzchen sowieso in die Sammlung stellen! Besonders empfehlenswert als Double Feature mit "Captain Clegg" (1962), der vielleicht sogar noch ein wenig schöner anzuschauen ist und das kreativere Drehbuch aufbieten kann.

Die DVD von MGM bietet eine solide Bildqualität, als Bonus ist lediglich ein Trailer vorhanden. Den Fan wird die magere Ausstattung nicht abschrecken, zumindest fällt der Preis moderat aus. 7,5/10 (gut bis sehr gut) scheint mir eine angemessene Bewertung zu sein. "Eigentlich" würde ich lieber eine noch höhere Wertung ziehen, jedoch blockieren andere Hammer Werke die oberen Ränge. Fazit: Muss man als Hammer Fan besitzen!

7,5/10

Lieblingszitat: "Wenn Sie wüssten wie gefährlich diese Tierchen sind..."

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 13:37 
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Weiter gehts... ...damit es nicht zu unübersichtlich wird, teile ich die Kommentare auf mehrere Einträge auf.


Shogun's Ninja (Japan, 1980, Originaltitel: Ninja bugeichô momochi sandayû)

Die Eltern des kleinen Takamaru (Hiroyuki Sanada) fallen Machtgier und politischen Verstrickungen zum Opfer. Die Mörderbande unter dem Kommando von General Shogen (Sonny Chiba) bekommt Takamaru aber nicht zu fassen, er entgeht seinen Häschern knapp und flüchtet von Japan nach China. Einige Jahre ziehen ins Land, als junger Mann kehrt Takamaru ins Land seiner Vorfahren zurück und will Rache nehmen. Kein leichtes Unterfangen, denn seine Sippe ist nahezu ausgerottet und Shogen noch immer ein mächtiger, brutaler und gnadenloser Militärschädel. Takamaru findet alte Freunde aus seiner Kindheit wieder, schliesst sich deren Widerstandsgruppe an. Doch Shogens Arm ist lang und kräftig, zusätzlich droht auch aus den eigenen Reihen Gefahr, die Gefahr mit dem Namen Verrat...

Dieser Beitrag aus Japan entstand unter der Regie von Norifumi Suzuki, dessen "Exzesse im Folterkeller" in Deutschland die Zensur auf den Plan riefen. Keine Angst, so wüst geht es bei "Shogun's Ninja" nicht zu. Der Streifen ist sehr ansprechend gefilmt, die Kämpfe machen Laune durch diverse Übertreibungen, welcher Eastern Fan erfreut sich nicht an Wirework und ein paar abgeschlagenen Körperteilen samt Blut? Der Racheplot wird durch einige "Nebenschauplätze" belebt, was im Ergebnis allerdings nicht immer zuträglich ist. So erscheinen manche Übergänge dann auch ein wenig harsch, insgesamt bleibt der Film erzähltechnisch aber im grünen Bereich. Der Hauptdarsteller Hiroyuki Sanada wirkt ein wenig blass, sein Erscheinungsbild passt aber gut zu dem von ihm dargestellen Charakter. Von Sonny Chiba hätte ich gern mehr gesehen, sowohl was seine Kampftechnik angeht, als auch generell seine Erscheinung betrifft. Andererseits wäre die Hauptfigur dadurch vermutlich zu stark an die Wand gedrückt worden, gegen die Präsenz eines Sonny Chiba ist schwer zu bestehen. Man hat auch die Samurai-Legende Hattori Hanzo in die Geschichte eingebaut, angenehmerweise als eine etwas zwielichtige Figur.

Hier und da hat der Film ein paar Schwachpunkte, diese sind jedoch als Nebensächlichkeit zu betrachten und stören den Genuss nicht nachhaltig. Die DVD von NEW zeigt den Film in recht ordentlicher Qualität und kommt -wie für das Label üblich- in einer Hartbox daher. Seit einiger Zeit ist das Werk auch auf Blu-ray verfügbar, allerdings kann ich zu der Qualität der HD-Auswertung nichts sagen. Ich bin mit der mir vorliegenden DVD zufrieden, von daher habe ich keine Nachforschungen bezüglich der BD angestellt.

Guter Stoff = 7/10

Lieblingszitat: "Ich kann es nicht zulassen, dass sich in unserer Provinz solche Elemente herumtreiben!"

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Als das Meer verschwand (Neuseeland, Großbritannien, 2004, Originaltitel: In my Father's Den)

Paul Prior (Matthew Macfayden) verliess als sehr junger Mann sein Elternhaus, nach dem Tod seiner Mutter zog es ihn hinaus in die weite Welt. Nach 17 Jahren kehrt er in seine Heimat Neuseeland zurück, der Anlass ist traurig, sein Vater ist verstorben. Paul ist ein bekannter, erfolgreicher Journalist, besonders seine Fotos aus Krisengebieten rumd um den Globus geniessen hohes Ansehen. Nun sieht sich der Weltenbummler mit der Enge, dem Mief seiner Kindheit konfrontiert. Das alte Elternhaus, sein Bruder, der ihm den Weggang offensichtlich nie verziehen hat, seine Jugendliebe. Eigentlich möchte Paul nur möglichst schnell wieder weg, denn der von seiner beruflichen Laufbahn schwer gezeichnete Journalist, kann dem Druck der überall präsenten Vergangenheit kaum standhalten. Die junge Celia (Emily Barclay) interessiert sich für Paul, Celia ist die Tocher von Pauls Jugendfreundin, der Vater des Mädchens ist vor ein paar Jahren verstorben. Zwischen dem ausgebrannten Schreiberling und dem aufgeweckten Mädchen entsteht eine Freundschaft, doch eine erschreckende Wahrheit lauert unter der Oberfläche...

Regisseur Brad McGann hat mit "In my Father's Den" einen sehr bewegenden Film auf die Beine gestellt. Leider ist der talentiere Mann bereits 2007 verstorben, er wurde lediglich 43 Jahre jung. Was sich zunächst als Familiendrama mit Tiefgang präsentiert, offenbart zum Finale überraschende Wendungen, die sich so mancher gestandene Thriller wünschen würde. Die Schauspieler leisten grossartige Arbeit, besonders Macfayden und die noch sehr junge Emily Barclay haben mich beindruckt. Die sehr guten Leistungen reichen bis in die kleineren Nebenrollen, Hut ab! Die melancholische Stimmung des Werkes wird sehr schön vom spröden Charme der Landschaft unterstützt. Der schmale Grat zwischen wärmender Melancholie und der kalten, hässlichen Fratze Depression wird auf beiden Seite der Grenze beschritten. Glücklicherweise driftet der Film aber nie in Kitsch oder unerträgliche Weinerlichkeit ab, der schwierige Balanceakt wird sehr souverän gemeistert. Manchmal erinnerte mich "Als das Meer verschwand" ein wenig an den ebenfalls sehr gelungenen "Schiffsmeldungen". Weniger von der Story her, sondern was die eingefangene, spürbar gemachte Atmosphäre anbelangt. Betrachtet man diese Werke, scheinen sich Neuseeland und Neufundland nicht am jeweils anderen Ende der Welt zu befinden.

Mir hat "In my Father's Den" sehr gut gefallen! Die Blu-ray bietet eine sehr ansprechende Qualität. Glücklicherweise hat man den Film nicht zu Tode gefiltert, wo es hingehört, da ist das Filmkorn auch zu sehen. Einiges an Bonusmaterial wird ebenfalls geboten. Eine schöne Veröffentlichung die dem Film gerecht wird, klarer Kauftipp!

Sehr gut = 8/10

***

Cannonball (USA, Hongkong, 1976, Originaltitel: Cannonball!)

Ein illegales Autorennen führt quer durch die USA, das Ziel liegt mitten in New York. Coy "Cannonball" Buckman (David Carradine) macht sich Hoffnungen auf den Sieg, will das dicke Preisgeld einstecken. Sein Bruder Bennie (Dick Miller) lässt sich mit Gauern ein, denn er will noch mehr Schotter machen. Zwar möchte Bennie seinem Bruder zum Sieg verhelfen, jedoch agiert er hinter dessen Rücken. Überhaupt geht es bei der grossen Sause ordentlich zur Sache. Da wird bei Höchstgeschwindigkeit gerempelt und an der Tanke fliegen auch schonmal die Fäuste. Keine leichte Aufgabe für Cannonball...

Paul Bartel drehte 1975 den legendären Streifen " Death Race 2000" (Frankensteins Todesrennen), in dem David Carradine ebenfalls eine der Hauptrollen bekleidete. "Cannonball" sorgt mit launigem Humor für Stimmung, Bartel selbst hat eine herrlich groteske Nebenrolle inne. Natürlich regiert hier immer wieder der Trash, was besonders gut bei einem Massenunfall gegen Ende des Filmes zu Tage kommt. Da knallt Auto um Auto um Auto in eine Lawine aus Blech, diese wird aber kaum grösser, dafür explodieren die Kisten als gigantische Fauerbälle. Überhaupt neigen die Schlitten hier sehr schnell zu irrwitzigen Explosionen. Dass Ami-Karren nichts taugen ist ja hinreichend bekannt, aber das Verhalten wie von frisch gezündeten Böllern ist schon prächtig anzusehen. Hoher Spassfaktor garantiert! Die Riege der Darsteller macht ebenfalls Laune, so kommt auch Robert Carradine zum Zuge, im echten Leben der kleine Bruder von David C.. Ab und an pendelt der Film ein wenig unentschlossen zwischen Albernheiten und Härte. Die Albernheiten behalten meist die Oberhand, im Ergebnis macht die leichte Konfusion den Streifen irgendwie noch liebenswerter. An der Produktion waren übrigens auch die Shaw Brothers beteiligt, genauer gesagt Herr Run Run Shaw.

Die DVD von Kinowelt ist sehr ansprechend, sie basiert scheinbar auf der Vorlage von Blue Underground. "Cannonball" kommt in sehr schönen, frischen Farben daher, das Bonusmaterial enthält eine recht kurze -aber durchaus interessante- Featurette.

Knuffig und unterhaltsam! 7,5/10

Lieblingszitat: Will eine von euch grandiosen Schönheiten vielleicht mal rüberkommen und meinen Steuerknüppel ein bißchen in die Hand nehmen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 13:38 
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Underworld: Evolution (USA, 2006, Originaltitel: Underworld: Evolution)

Mit Rücksicht auf Filmfreunde die den Auftakt der Reihe noch nicht gesehen haben, verzichte weitgehend auf die übliche Inhaltsangabe. Vampirin Selene (Kate Beckinsale) kämpft noch immer gegen Verrat und Intrigen. Im zweiten Teil werden Rätsel gelöst, Selene erhält erschreckende Einblicke in die eigene Vergangenheit...

Da mir "Underworld" (2003) gut gefallen hat, musste natürlich auch die Weiterführung der Geschichte her. Die DVD stand allerdings schon seit mehr als einem Jahr im Regal, irgendwie waren mir andere Film immer wichtiger. Naja, gestern war ich dann endlich in der richtigen Stimmung für ein modernes CGI-Spektakel, also ab in den Player mit der Scheibe. Kate Beckinsale steht die Rolle der Selene nach wie vor prächtig, für meinen Geschmack fehlt es der Dame aber ein wenig an den von mir sehr geschätzen Rundungen. Aber das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert und Silikon ist auch keine Lösung. Im Verleich zum ersten Teil bietet "Evolution" mehr Action, dafür tritt die Story ein wenig in den Hintergrund. Ok, "Hintergrund" mag ein wenig übertrieben sein, zumindest war der erste Teil ein wenig "storylastiger" konzipiert. Der Zuschauer bekommt durchweg düstere Bilder gezeigt, durch die sehr "künstliche" Optik des Filmes wirken sie allerdings nicht sonderlich bedrohlich. Insgesamt hat mir das Erscheinungsbild des Werkes aber zugesagt. Man will ja nicht immer nur meckern, bei neueren Filmen muss jemand mit meinem Geschmack eben Abstriche machen. Es klingt abgedroschen, aber für mich sind Filme aus den sechziger und siebziger Jahren eben reizvoller, schöner und liebenswerter. Verdammt, verdammt, verdammt! Ich hatte mir fest vorgenommen nicht in "früher war alles besser" Geschwärme zu verfallen. Manchmal kann ich eben nicht anders, man möge es mir bitte verzeihen!

Zurück zum zweiten Underworld. Der Streifen hat mich gut unterhalten, ich werde mir irgendwann auch den dritten Teil ansehen, soviel ist sicher. Die DVD bietet eine sehr schöne Bildqualiät, dazu scheppert und rummst es an allen Ecken und Enden. Das Soundspektakel hat mich dabei schon fast ein wenig genervt, ich mag mir diesen Terror nicht mehr gern antun, es geht doch nicht über entspanntes Mono! ;) Bonusmaterial ist mit an Bord, bedenkt man den kleinen Preis der für die Scheibe verlangt wird, kann ich für den Film eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Inzwischen ist "Underworld: Evolution" auch auf Blu-ray verfügbar, allerdings lässt die DVD IMHO kaum Wünsche offen.

Unterhaltsam und kurzweilig = 7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 13:57 
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Du haust ja wieder ganz schön in die Tasten! Schön, dass du wieder da bist! Ich hab deine Tagebücher schon vermisst! Jetzt ist es schon fast wieder wie früher. :D

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 14:19 
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Malastrana hat geschrieben:
Du haust ja wieder ganz schön in die Tasten! Schön, dass du wieder da bist! Ich hab deine Tagebücher schon vermisst! Jetzt ist es schon fast wieder wie früher. :D


In diesem Fall musste ich nur meine Einträge aus einem anderen Forum kopieren. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 17:55 
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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 25.11.2009 22:31 
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Ausbruch der 28 (Großbritannien, Irland, 1970, Originaltitel: The McKenzie Break)

Der zweite Weltkrieg. Die deutschen Insassen einen Gefangenenlagers im schottischen Hinterland sind aufmüpfig. Der britische Major Perry (Ian Hendry) erweist sich als überfordert, füllt den Posten des Lagerkommandanten nicht zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten aus. General Kerr (Jack Watson) schickt Captain Jack Connor (Brian Keith) zur Unterstützung des Majors. Die Umtriebe der Gefangenen sind rätselhaft und daher beunruhigend. Kapitänleutnant Schlüter (Helmut Griem) ist der ranghöchste Offizier unter den Insassen, von ihm gehen die Unruhen aus, den grössten Teil seiner Untergebenen hat er gut im Griff. Connor will dem cleveren Schlüter auf den Zahn fühlen, was steckt tatsächlich hinter dem rebellischen Verhalten der Kriegsgefangenen...?

"The McKenzie Break" zeigt nicht die üblichen Gefechte auf dem Schlachtfeld, hier spielt sich der Großteil der Handlung in einem Gefangenenlager ab. Ok, natürlich gab es auch diese Thematik schon vorher zu sehen, spontan fällt mir sofort "Gesprengte Ketten" (The Great Escape, 1963) mit Steve McQueen ein. "Ausbruch der 28" bleibt bis zum Schluss spannend und gefällt mit einem gelungenen Ende. Die Zeichnung der Charaktere ist sehr lobenswert, die Deutschen werden hier nicht als stumpfsinnige Monster dargestellt, die Briten nicht als die großen, unantastbaren Superhelden. Klar, Schlüter ist alles andere als sympathisch, opfert gar eigene Männer um seine Mission zu erfüllen, doch agiert er zumindest nachvollziehbar, nicht überzogen irrsinnig. Captain Connor kommt als charmantes Rauhbein daher, er verführt gerne die Damen, rebelliert ständig gegen seine Vorgesetzten und ist ein pfiffiges Schlitzohr. Gewissermaßen der Inbegriff eines liebenswerten Antihelden. Sein Gegenpol -neben Schlüter- ist der führungsschwache Major Perry, bei dem Connor selbstverständlich kräftig aneckt. Die Besetzung der Figuren ist erstklassig gelungen, Horst "Captain Kronos" Kronos ist in einer Nebenrolle zu sehen, über Jack "Militärschädel" Watson freut man sich als Fan von Kriegsfilmen sowieso. An Optik und Ausstattung gibt es ebenfalls nichts zu meckern, ein durchweg ansprechender Film!

Die DVD von MGM zeigt sich von der gewohnt "geizigen" Seite. Keine Ahnung wie oft ich dies schon schrieb, mich über den "MGM-Standard" ausgelassen habe. Es wird sicher auch in Zukunft nicht vermeidbar sein. Dafür stimmt die Bildqualität -ebenfalls wie üblich- wobei das Material schon einen deutlichen Braunstich abbekommen hat. Diese "erdige" Optik passt zwar durchaus zu diesem Film, war aber vermutlich ursprünglich so nicht angedacht (zumindest sicher in dieser recht ausgeprägten Form). Als Bonus liegt ein Trailer vor, sehr großzügig. Da natürlich der Film im Mittelpunkt steht, spreche ich für diese DVD trotzdem eine klare Kaufempfehlung aus, der Preis fällt moderat aus.

Guter Stoff, für Freunde von WWII Filmen eine Pflichtveranstaltung! 7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 26.11.2009 15:46 
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Conquest (Italien, Spanien, 1983, Originaltitel: La Conquista)

Ilias (Andrea Occhipinti) zieht -mit einem magischen Bogen bewaffnet- hinaus in die weite Welt. In der Ferne treibt sich allerlei Gesindel und Ungetier herum, bald bekommt er es mit der bösen Ocron zu tun, denn die will Ilias Kopf und natürlich den Bogen. Der kräftige Bursche Mace (Jorge Rivero) treibt sich ebenfalls in der Gegend rum und rettet Ilias aus einer brenzligen Situation. Die beiden Kerle freunden sich an, Ilias ist von dem Gedanken besessen der fiesen Ocron die Lichter abzuschalten. Ocron wird von Visionen geplagt und hetzt immer wieder neue Schergen auf die Fährte des dynamischen Duos. Schliesslich sucht sie Hilfe bei Zora, einem Blechwurz mit magischen Kräften...

Immer wieder hat der von mir sehr geschätzte Lucio Fulci mit Vorurteilen zu kämpfen, wird auf seine Horrorbeiträge der späten siebziger und frühen achtziger Jahre reduziert. Ich liebe Filme wie "Woodoo" oder "The Beyond", doch wer sich ein wenig mit der Filmographie des Herr Fulci beschäftigt, wird bald erkennen, dass der Mann weitaus vielschichtiger war. Man schaue sich nur den starken Giallo "Non si sevizia un paperino" ("Don't torture a Duckling", 1972) an. Wer allerdings einem Film wie "Conquest" begegnet, wird alle Vorurteile über Fulcis Schaffen bestätigt finden. Im Fahrfasser der damaligen Welle von Barbaren-Filmen entstand auch diese groteske Sause. Zunächst sieht der Film wie ein Beitrag "So lebten unsere Vorfahren in der Urzeit" aus, den man exklusiv für "Die Sendung mit der Maus" produziert hat (Es liegt mir fern diese schöne Sendung zu verunglimpfen). Doch plötzlich werden Schädel eingeschlagen, Körper zerrissen bis das Mettgut quillt, Hirn frisch aus dem Schädel geschlürft. Allerdings sind die Gore-Effekte so mies, dass sie selbst empfindliche Gemüter kaum schocken werden. Dann die unglaublichen Gestalten, die sich überall in der Landschaft herumtreiben. Hundewesen, die entfernt an Werwölfe erinnern, die Böse Ocron mit ihrer albernen Maske, der Brüller ist jedoch der superduberböse Zora, der vollständig mit Blech behangen ist, es ist nahezu unbeschreiblich. In einem Sumpf tauchen plötzlich Zombies (?) aus dem Morast auf, natürlich wollen sie den tapferen Mace killen, doch der tritt den wandelnden Bettlaken ordentlich in den Hintern. Auch die grandiosen Effekte des "magischen Bogens" sollen nicht ohne Erwähnung bleiben, für Lacher ist gesorgt!

Achso, schrieb ich weiter oben etwas von Landschaft? Naja, von einer "Landschaft" ist eigentlich fast nichts zu sehen, alles ist ständig in Nebel eingetaucht. Nein, wenn ihr während der Sichtung des Filmes kaum etwas erkennen könnt, dann ist euch weder Ejakulat ins Auge getropft, noch hat ein Fiesling einen Eimer Kleister über eurer Glotze ausgeschüttet. "Nebelt mal den Baggersee ordentlich ein!". "Wie, geht nicht... ...da wird schon ein Endzeit-Trasher gedreht?". "Ok, dann dritte Strasse links, wir drehen im Biotop von Frau Garcia, aber zerstampft der Dame nicht wieder das Blumenbeet"!". So wird es vielleicht gewesen sein, der Nebel der Zeit gibt diese Geheimnisse nicht mehr preis. Dieses Machwerk sei somit nur irren Trash-O-Logen ans Herz gelegt, alle normalen Menschen dürfen einen weiten Bogen um den Film machen, einen sehr, sehr weiten Bogen. Einen magischen Bogen, nur zur Sicherheit!

Die DVD von Blue Underground kommt ohne Regionalcode daher und ist günstig zu erstehen. Die Bildqualität kann man in diesem Fall kaum beurteilen, es ist halt Nebel angesagt. Wer sich für solch gorben Unfug erwärmen kann, der darf sich diesen Fetzer durchaus zu Gemüte führen. Aber kommt mir nachher nicht heulend an, ich habe ausdrücklich vor diesem Film gewarnt!

Zu welchen Erkenntnissen komme ich nach dem Genuss dieser Sause? Mir hat "Conquest" gut gefallen, ich hatte Spass. Was bedeutet dies? Vermutlich gehöre ich zu den Leuten, vor denen mich meine Eltern immer gewarnt haben! Vermutlich bin ich schlimmer als die Leute, vor denen ich meine Nachkommen schon immer gewarnt habe! Tja, was will man machen, einer muss die Fahne des schlechten Geschmackes ja in die Höhe halten.

Eine Wertung erscheint mir in diesem Fall nahezu unmöglich. Gefühlte 7/10 Blap-Punkte. 1/10 - 2/10 Normalo-Punkte.

Lieblingszitat: "I shall make him suffer a thousand Deaths!"

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BeitragVerfasst: 26.11.2009 20:15 
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Blap hat geschrieben:

Postal - Director's Cut (Kanada, USA, Deutschland, 2007, Originaltitel: Postal)

Dude (Zack Ward) hat es nicht leicht. Seine Gattin ist eine fette, hässliche und tyrannische Schlampe, die den ganzen Tag fressend vor der Glotze liegt und sich von irgendwelchen Pennern besteigen lässt. Die Suche nach einem Job verläuft erfolglos, ergo kommt der Dude auf die Idee seinen Onkel Dave (Dave Foley) anzupumpen. Der scheffelt dicke Kohle als Guru einer Sekte. Momentan hat Dave leider mit einem kleinen Engpass zu kämpfen, das Finanzamt verlangt eine Nachzahlung in Millionenhöhe. Die beiden Schwachmaten wollen mit Hilfe diverser Damen -hörige Sektenmitglieder- einen genialen Coup durchziehen. Ein Frachtschiff sollte eine Ladung heiss begehrter Stofftiere anliefern, doch der Kahn ist abgesoffen und nur ein paar tausend Exemplare können nun unter die Leute gebracht werden. Diese sollen in einem Vergnügungspark angeboten werden, der Dude und Uncle Dave wollen sich die Teile unter den Nagel reissen und bei eBay verkaufen. Leider ist auch Osama Bin Laden (Larry Thomas) hinter dem Zeug her, denn er will mit Hilfe der Kuschelteile einen teuflischen Plan in die Tat umsetzen. Grosser Ärger ist vorprogrammiert...

Der Name Uwe Boll sorgt bei vielen Mitmenschen für blankes Entsetzen. Ich halte diese Hysterie für übertrieben. Sicher, es gibt talentiertere Filmemacher, für kurzweilige Unterhaltung kann Boll aber durchaus gut sein, als Beispiel sei "BloodRayne (2005) genannt. Mit "Postal" bringt der umstrittene Bursche nun eine böse Satire unters Volk, zumindest will man dies dem Zuschauer vermitteln. Werfen wir einen Blick auf die Besetzung, die Wahl der Darsteller recht gut gelungen. Zack Ward passt prima in die Rolle des debilen Losers, Ralf Moeller kommt als idiotischer Bulle gut rüber, sogar einen echten Könner wie J.K. Simmons konnte man für eine Nebenrolle gewinnen. Eine böse, böse Satire möchte "Postal" gerne sein, möglichst viele Tabus brechen. Doch dieser Schuss geht meist nach hinten los und/oder läuft ins Leere. Gekillte Kinder bringt Troma viel zynischer rüber, der Witz mit dem "vom Wachturm gefallenen Opa", hat einen längeren Bart als die Typen von ZZ Top. Ich bin ein bekennender Fan von Trash und kaputten Filmen, aber "Postal" langweilt überwiegend, kaum ein "Gag" zündet wirklich. Was so unfassbar bööööse sein möchte, ist in Wirklichkeit nur asoziales, debiles Gegeifer. Nun kann auch "asoziales, debiles Gegeifer" durchaus unterhaltsam sein, aber nicht in solch dröger Form. Da sind die "Toxic Avenger" Streifen von Troma weitaus subversiver und vor allem unterhaltsamer.

Herr Boll möchte provozieren, der Gesellschaft -vor allem der Obrigkeit- den Spiegel vor die Nase halten. Dann aber doch bitte wirklich provokant und nicht auf dem Niveau einer Nachmittagstalkshow! Letztlich ist "Postal" ein nett gemeinter Versuch, scheitert jedoch bereits im Ansatz und entlockt mir lediglich ein mitleidiges Gähnen. Ein Totalausfall ist das Machwerk nicht, aber diesmal bewegt sich Boll wirklich hart an der Grenze zur Arschbombe. Lieber schaue ich mir erneut "BloodRayne" an, "Postal" darf ab jetzt im Regal verstauben. Die Blu-ray ist übrigens von guter Qualität, doch was tut dies bei dem langweiligen Inhalt schon zur Sache?

Langweilig und (unangenehm) doof. Ein überflüssiger Möchtegern-Schocker, gääähn... (Vielleicht soll das Teil eine Satire auf echte Satiren sein...¿?)

3/10

"[/i]


Basiert der Film nicht auf dem Egoshooter Postal 2? Das Spiel hat auf jeden Fall immer richtig Bock gemacht. Ist zwar recht billig vom technischen Aspekt, aber ein Heidenspaß!! :lol:

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BeitragVerfasst: 27.11.2009 00:30 
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Canisius hat geschrieben:
Basiert der Film nicht auf dem Egoshooter Postal 2? Das Spiel hat auf jeden Fall immer richtig Bock gemacht. Ist zwar recht billig vom technischen Aspekt, aber ein Heidenspaß!! :lol:


Naja, ich finde das Spiel auch recht lustig und angenehm grotesk, der Film hat aber kaum etwas damit gemeinsam. Das ist aber auch nicht mein Problem. Ich vergleiche Filme nie mit vorhandenen Vorlagen, wie z.B. Bücher, Comics oder eben Computerspielen. Filme sind eine eigenständige Form der Kunst, von daher halte ich solche Vergleiche für unpassend und sinnfrei.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich den Film "Postal" beschissen finde! :mrgreen:

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BeitragVerfasst: 27.11.2009 01:17 
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Kann ich nicht widersprechen...und einem Uwe Boll traue ich auch (ehrlich gesagt) keinen "nicht beschissenen" Film zu.

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Zu Postal: Irgendwo hat Blap ja recht, der Film funktioniert nicht so wie er soll (naja mit Ausnahme der Eröffnungszene vielleicht, da stimmt eigentlich fast alles), aber irgendwo ist das auch schon wieder Unterhaltsam... Bloodrayne finde ich dagegen ob seiner Mittelmäßig noch langweiliger.
Noch eine kurze Frage: Ich habe den Film auf eng. geschaut und mir ist auf efallen das der Ton extrem dynamikarm und flach war. Kannst du das bestätigen? Hab dann später im Vergleich dazu mal in die deu. Spur reingehört, die bietet dagegen eine anständige Dynamik; hat mir das Ganze irgendwie zusätzlich verhagelt...

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Canisius hat geschrieben:
...und einem Uwe Boll traue ich auch (ehrlich gesagt) keinen "nicht beschissenen" Film zu.


Och, ich fand z.B. den ersten "BloodRayne" durchaus angenehm und unterhaltsam. Boll ist IMHO nicht der Hauptschuldige am Verfall des modernen Kinos, da ist mir z.B. Herr Emmerich weitaus suspekter. (Obwohl ich "Universal Soldier" und "The Patriot" durchaus mag!) Zu "ID4" hatte man mich damals mit ins Kino geschleppt, ich hätte am liebsten ins Essen gebrochen. Was für ein Dreck. :evil:

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BeitragVerfasst: 27.11.2009 01:27 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
Noch eine kurze Frage: Ich habe den Film auf eng. geschaut und mir ist auf efallen das der Ton extrem dynamikarm und flach war. Kannst du das bestätigen? Hab dann später im Vergleich dazu mal in die deu. Spur reingehört, die bietet dagegen eine anständige Dynamik; hat mir das Ganze irgendwie zusätzlich verhagelt...


Müsste ich nochmal antesten. Ich habe die BD nach der Sichtung ins Regal verbannt, wollte sie dort mit Mißachtung strafen.

Ich liebe schlechte Filme. Natürlich auch extrem schlechte Filme, die so mies sind, dass sie schon wieder Spass machen. Doch "Postal" geht mir nicht rein. Naja, vielleicht in ein paar Jahren erneut versuchen...

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Blap hat geschrieben:
Ich liebe schlechte Filme. Natürlich auch extrem schlechte Filme, die so mies sind, dass sie schon wieder Spass machen. Doch "Postal" geht mir nicht rein. Naja, vielleicht in ein paar Jahren erneut versuchen...


Das Problem bei Postal ist halt, dass er an seinem eigenen Anspruch scheitert, nämlich dem der Satire. Der "Trash-Faktor" ist ja eine bewußte Mache (funktioniert auch nur so halb) aber ehrlich gesagt glaub ich kaum, dass das ganze Timing (vor allem der Gags) so miserabel sein soll. Habe schon mehrer Bollwerke gesehen und so wirkliche Ganzleistungen waren nicht dabei. Besser als hier wirds glaub' ich beim Boll nicht! Vieles ist hier gewollt und nicht gekonnt. Aber wie gesagt, macht mir auf eine völlig verquere Weise dann doch wieder Spaß dabei zuzusehen...

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BeitragVerfasst: 27.11.2009 10:45 
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BeitragVerfasst: 27.11.2009 19:00 
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Cobra hat geschrieben:
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Nö.

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Das indische Tuch (Deutschland, 1963, Originaltitel: Das indische Tuch)

Lord Lebanon hat den Löffel gereicht. Nun soll der Rechtsanwalt Frank Tanner (Heinz Drache) das Testament verkünden, die Hinterbliebenden scharren bereits gierig mit den Hufen, schliesslich war der Lord äusserst wohlhabend. Tanner offenbart den Erben eine Überraschung, bevor das tatsächliche Testament eröffnet wird, soll die Bagage knapp eine Woche in dem herrschaftlichen Sitz ausharren. Wer früher abreist bekommt seinen Erbteil nicht, fertig. Kein leichtes Unterfangen für die Beteiligten, die Verwandtschaft ist untereinander heillos zerstritten, man ist sich spinnefeind. Es kommt aber noch dicker, nach und nach wird die Gesellschaft ausgedünnt, ein Mörder erdrosselt seine Opfer mit Tüchern aus edlem Stoff. Da sich das Anwesen auf einer Halbinsel befindet ist nicht an ein Entkommen zu denken, denn wegen eines Orkans ist man von der Außenwelt abgeschnitten. Kann der Killer gestoppt werden, wer steckt hinter der unheimlichen Mordserie...???

"Das indische Tuch" ist einer der wohl am häufigsten im Fernsehen gezeigten Edgar Wallace Filme. Schon als Kind habe ich den Film sehr gern gehabt, wurde von seiner herrlichen Atmosphäre und der Schrulligkeit der Figuren gepackt. Regisseur Alfred Vohrer konnte aus dem Vollen schöpfen, die Riege der Darsteller gehört gewissermaßen zur "Standardausstattung" der Wallace Streifen. Was die Hauptrolle des Ermittlers angeht, habe ich Joachim Fuchsberger immer lieber gesehen als den stets ein wenig hüftsteifen Heinz Drache. Daran hat sich bis heute nichts geändert, doch auch mit Herrn Drache habe ich mich inzwischen angefreundet. Mit Klaus Kinski und Hans Clarin bekommt der Zuschauer gleich zwei irre Fratzen geboten, die sich gegenseitig in der Disziplin "irrer Blick" überbieten. Die bewährte Elisabeth Flickenschildt als gestrenge Hausherrin, Siegfried Schürenberg leicht beknackt wie immer, natürlich fehlt auch Eddy Arent nicht, schön! Vermisst habe ich eigentlich nur eine wirklich attraktive Dame, Corny Collins ist zwar ganz nett, aber...

Man ahnt vielleicht ein wenig zu früh wer der Killer ist, was man sicher als Schwachpunkt werten kann. Hat man den Film -so wie ich und viele andere- aber schon häufiger gesehen, kann man sich auf die liebenswert verkörperten Charaktere konzentrieren, auch eine schöne Sache. Das sehr flapsige Ende wirkt ein wenig unpassend, anderseits "muss das eben so sein". Die DVD von Universum gibt es wahlweise in einer Box mit drei weiteren Wallace Titeln, alternativ kann man die DVD auch einzeln erwerben. Ich habe zur "Edgar Wallace Edtion 4" gegriffen, denn die drei ebenfalls enthaltenen Filme: "Der schwarze Abt", "Zimmer 13" und "Der Hexer" wollte ich sowieso gern in der Sammlung haben. Der Box liegt ein Booklet bei, auf der DVD zu "Das indische Tuch" sind Boni allerdings nicht vorhanden, lediglich Trailer zu anderen Titeln des Labels sind vorhanden.

Sehr gut und einfach liebenswert. Ein Klassiker des deutschen Films! 8/10

Lieblingszitat: "Meine Herren, dieser Telefonapparat wird uns die nächsten Tage lediglich als Zimmerschmuck dienen!"

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BeitragVerfasst: 28.11.2009 21:09 
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Cobra hat geschrieben:
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Yo, funktioniert recht gut als kleiner dreckiger Kriegsfilm mit kritischen Untertönen... mehr DOG TAGS als PLATOON.

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 30.11.2009 01:17 
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Drag me to Hell (USA, 2009, Originaltitel: Drag me to Hell)

Christine (Alison Lohman) arbeitet in einer überschaubaren Bankniederlassung, sie schielt auf den momentan freien Posten des stellvertretenden Filialleiters. Neben ihr gibt es einen weiteren Anwärter auf den Job, ihr Chef wünscht sich daher von der jungen Dame mehr Härte und Durchsetzungsvermögen, besonders im Bezug auf in Enpässe geratene Kundschaft. Als eine alte Dame um Hilfe bittet, lässt Christine die Frau auflaufen und gewährt ihr keine Verlängerung eines Kredites. Ein schwerwiegender Fehler, denn die Alte fällt die junge Frau regelrecht an und belegt sie mit einem fürchterlichen Fluch. Bald geschehen merkwürdige, erschreckende Dinge. Ein Wahrsager klärt Christine nach und nach über den Fluch auf, drei Tage wird Christine von einem Dämon gepeinigt werden, am Ende dieser Phase wird er sie mit in die Hölle nehmen...

Sam Raimi verdanken wir herrliche Filme wie die "Evil Dead" (Tanz der Teufel) Reihe, mit "Darkman" beglückte er sein Publikum ebenfalls, doch auch Fürchterlichkeiten wie die "Spider-Man" Gurken gehen auf seine Kappe. "Drag me to Hell" soll so eine Art "Back to the Roots" Werk sein, zum Teil geht diese Rechung sogar auf. Der Film startet wirklich ganz vorzüglich, die Auseinandersetzung zwischen der Hauptfigur und der alten "Hexe" in einer Tiefgarage macht richtig Laune! Es wird gekeift und gegeifert, hier kommen in der Tat wohlige Erinnerungen an "Evil Dead II" auf. Doch nach dem tollen Auftakt wartet man vergeblich auf weitere Höchstleistungen. Klar, es gibt immer wieder nette Einlagen und der Film versandet auch nicht wirklich, doch Raimi kommt insgesamt nicht über eine gute, solide Leistung hinaus. Alison Lohman macht ihren Job ordentlich. Die junge Dame ist zwar keine Schönheit, kommt aber meist recht knuffig daher und weckt Beschützerinstinkte. Die übrige Besetzung fällt weder positiv noch negativ auf. Lediglich Lorna Raver -welche die "Gegenspielerin" von Christine verkörpert- ragt deutlich positiv heraus, ihre irre Darbietung sorgt für Freude.

Es gelingt Raimi gut den Zuschauer immer wieder ein wenig zu erschrecken. Man ahnt natürlich immer, dass gleich etwas passieren wird, letztlich erwischt der Streifen einen dann aber (fast immer) genau im richtigen Moment. Humor kommt zum Zuge, jedoch längst nicht so ausgeprägt und wundervoll hysterisch wie bei den "Evil Dead" Filmen. Für die Mett-Abteilung gilt ähnliches, Raimi hält sich bei "Drag me to Hell" eher zurück, die gebotenen Einlagen wissen aber zu gefallen. Lediglich eine Szene -in der ein Amboss, ein Schädel und zwei Augen die Hauptrolle spielen- ist tricktechnisch völlig mißlungen, quasi ein tiefer Griff ins Abort. Schade, denn die Idee ist belustigend, scheitert aber an der miesen Umsetzung. Nun möchte ich aber nicht ständig auf der "Evil Dead war doch viiiel besser" Mähre umherreiten. Als lockere Horrorsause funktioniert "Drag me to Hell" auf überwiegend ansprechende Art und Weise. Man sollte nur keinen Überflieger erwarten, dann kann man mit dem Werk seine Freude haben.

Die Blu-ray präsentiert den Film in sehr ansprechender Qualität. Das Bonusmaterial ist nicht allzu üppig ausgefallen, bietet aber ein paar -mehr oder weniger- nette Einblicke. Ich bin mit dem Film zufrieden. Insgeheim hatte ich auf einen echten Knaller gehofft, doch bei einem gut gelungenen Film möchte ich keinesfalls von einer Enttäuschung sprechen, auch wenn "Drag me to Hell" dann tatsächlich "lediglich gut" ist.

7/10

Lieblingszitat:

"Blutest Du?"
"Nein, das ist nur Tomatensaft!"

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BeitragVerfasst: 01.12.2009 00:22 
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5 blutige Gräber (USA, 1970, Originaltitel: Five bloody Graves)

Ben Thompson war einst glücklich verheiratet, doch seine Frau wurde von Rothäuten gemeuchelt. Nun reitet -oder latscht- der gute Mann durch die Landschaft, seine Mission ist Rache am fiesen Häuptling Setago zu nehmen. Dabei trifft Ben auf ein paar andere Gestalten, die sich Angriffen der Indianer ausgesetzt sehen. Fiese Waffenschieber, Huren und deren Begleiter, ein ebenfalls um die Frau gebrachter, ansonsten freundlicher Indianer. Auf beiden Seiten gibt es Verluste, dabei verliert Thompson sein Ziel aber nie aus den Augen...

Trash-Regisseur Al Adamson erfreute mich für ein paar Monaten mit dem lockeren Rockerstreifen "Die Sadisten des Satans" (Satan's Sadists, 1969), der ein Jahr später abgespulte "Five bloody Graves" ist ein reinrassiger Western. Naja, ein trashiger Western. Das hat durchaus Potential, jedoch neigt dieser Film ein wenig zum zu sanften dahinplätschern. Die Darsteller bleiben sehr blass, besonders die von Robert Dix gespielte Hauptfigur lässt mich völlig kalt, schade. Gewalttechnisch hält sich Adamson hier auch ziemlich bedeckt, überhaupt werden kaum Schauwerte geboten, für einen Film wie diesen schon fast das Todesurteil. Der totale Absturz kann aber vermieden werden, immer wieder gibt es unfreiwillig komische Momente und saublöde Dialoge. ...und ab und an spricht der Tod aus dem Off...

Der geneigte Trash-O-Loge kann hier vorsichtig ein Auge riskieren, ein Highlight sollte man aber nicht erwarten. Die DVD aus dem Hause Eyecatcher kommt wie gewohnt in einer Hartbox verpackt. Es stehen zwei kleine und eine grosse Hartbox zur Wahl. Die Bildqualität ist zweckmäßig, die Vorlage war offensichtlich ziemlich ramponiert, was aber durchaus zum Feeling des Streifens passt. Leider bekommt man nur die alte Kinofassung geboten, die 1970 über deutsche Leinwände flackerte. Diese enthält ein paar Schnitte, die entsprechenden Szenen sind immerhin im Bonusmaterial zu bewundern. Wirklich besser und deutlich härter machen diese Passagen den Film nicht, trotzdem hätte ich sie gern ins Geschehen eingefügt gesehen.

Mittelprächtiger Trash. Kann man sich mal ansehen, muss man aber nicht! 5/10

Lieblingszitat:

"Mensch, ich will auch mal sehen!"
"Ich guck für dich mit!"

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 01.12.2009 22:46 
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SS Experiment Love Camp (Italien, 1976, Originaltitel: Lager SSadis Kastrat Kommandatur)

In einem Gefangenenlager führt die SS grausige Versuche an den Insassen durch. Oberst von Kleiben (Giorgio Cereoni) betreibt ein strenges Regiment, ebenso einige seiner sadistischen Untergebenen. Man wählt besonders gut zur "Zucht" geeignete deutsche Soldaten aus, will diese mit den diversen weiblichen Gefangenen paaren. Alles im Sinne des Führers und der Herrenrasse. Kommandant von Kleiben verfolgt jedoch nebenher ein sehr persönliches Ziel. Dazu setzt er Dr. Steiner unter Druck, über dessen Vergangenheit er gefährliche Erkenntnisse in der Hand hat. Derweil verlieben sich zwei der "Versuchskaninchen" ineinander, der Unteroffizier Helmut möchte seine Zukunft mit einer weiblichen Versuchsperson verbringen. Diese Umstände nutzt der perverse von Kleiben für sich aus, denn er hat ganz spezielle Pläne mit Helmut...

Sergio Garrone drehte "Lager SSadis Kastrat Kommandatur" im Jahre 1976 ab, zu dieser Zeit erblickten einige Naziploitation-Filme das Licht der Welt. Nun wird sich mancher Mitmensch fragen, ob man vor dem Hintergrund dieser ernsten Thematik, überhaupt einen reinen "Unterhaltungsfilm" auf die Beine stellen darf. Ich bin der Ansicht, dass dies völlig in Ordnung geht, denn Garrone verherrlicht die Taten der Nazis zu keiner Zeit, setzt seine "Bösewichter" besonders abstossend und ekelhaft in Szene. Da gibt es den kalten, perversen Lagerleiter, abstossende Soldaten, nicht zu vergessen die besonders sadistische Wärterin und eine ebenso widerwärtige Ärztin. Was die Gewalt angeht, so hat man schon ausuferndere Filme als dieses Werk von Garrone gesehen. Z.B. ermutigen die Szenen in einem Ofen eher zum schmunzeln, sie sehen einfach zu albern aus. Natürlich übt der Film keine wirklich ernstzunehmende Kritik. Doch trotzdem entlarvt er auch durch seine Überzeichung der Figuren, den Wahn und die eigentliche Lächerlichkeit des Nationalsozialismus und seiner Machthaber. Persönlich halte ich es wie folgt: Darf man sich über Nazis lustig machen? Nein, man muss!!! Neben seriöser Aufbereitung erscheint mir Humor die einzige Möglichkeit mit diesem Thema umzugehen.

Abgesehen von seinem heiklen Thema, ist "Lager SSadis Kastrat Kommandatur" selbstverständlich ein tiefer Griff in die Exploitation Schmuddelkiste, also ein Streifen nach meinem Geschmack. Es regieren Trash und Logiklöcher, für Freunde des schlechten Geschmacks eine echte Bereicherung. Die DVD Exploitation Digital kommt mit einer recht ordentlichen Bildqualität daher, im Bonusmaterial kommt Regisseur Sergio Garrone zu Wort, es ist durchaus interessant seinen Ausführungen zu lauschen. Die DVD aus den USA ist leider mit der Sinnlosigkeit namens Regionalcode verseucht, doch lässt sich diese Fußangel glücklicherweise leicht umgehen. Es gibt auch ältere Auflagen in mieser Qualität, also bitte nach der Scheibe von Exploitation Digital Ausschau halten!

Gut = 7/10

Lieblingszitat:

"It will be for you a great Honour to serve us!"

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 02.12.2009 21:27 
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Stone (Australien, 1974, Originaltitel: Stone)

Die Grave Diggers sind eine ziemlich wüste Rockergang. Mopeds, Sex und Drogen, natürlich ab und an eine zünftige Schlägerei. Doch irgendwer will den Bikern ans Fell. Innerhalb kurzer Zeit werden drei Mitglieder der Gang ermordert, die Zusammenarbeit mit der Polizei lehnen die coolen Burschen selbstverständlich ab. Der Cop Stone (Ken Shorter) schafft es durch glückliche Umstände an die Biker ranzukommen. Es herrscht zwar Skepsis seitens der Outlaws -sie kennen die wahre Identität Stones- sie glauben ihm jedoch, dass er den Killer tatsächlich ergreifen will. Stone erhält mehr und mehr Einblicke in das Leben der Rocker, die Gefahr ist jedoch längst nicht gebannt...

Sandy Harbutt führte bei "Stone" nicht nur Regie, er übernahm auch die Rolle des Anführers der Rockerbande, stilvoll Undertaker genannt. Der eigentliche Held namens Stone wirkt fast ein wenig blass, denn die Mitglieder der wilden Bikergang kommen sehr authentisch rüber. Harbutt gelingt es zu jeder Zeit eine tolle Atmosphäre aufzubauen, die der Film wirklich bis zur letzten Sekunde aufrecht hält. Die Story um den/die Killer tritt ein wenig in den Hintergrund, hier wurde mehr wert auf die Zeichnung der Figuren gelegt. Die harten Burschen werden zu greifbaren Menschen. Aussenseiter die eben nicht nur stumpfsinnige Schläger sind, sondern eine Geschichte haben, jeder von ihnen. Harbutt muss sich mit seinem Werk keinesfalls hinter den zahlreichen Verwandten Genrebeiträgen aus den USA verstecken, dabei ist die Konkurrenz durchaus als mächtig zu betrachten. Wer Filme dieser Art zu schätzen weiss, der wird von diesem Ausflug nach Australien nicht enttäuscht zurückkehren.

In Deutschland liegt bisher leider keine offizielle DVD-Auswertung vor, lediglich ein Bootleg wird über die einschlägigen Wege angeboten. In den USA ist der Film dafür gleich in zwei Ausstattungsvarianten erhältlich. Severin Films hat eine Einzel-DVD im Programm, diese wird durch eine "2-Disc Special Edtion" mit reichlich Bonusmaterial ergänzt.

Gute Unterhaltung für Freunde von Bikerstreifen = 7/10

Lieblingszitat:

"...jedenfalls wird der Satan bei dir sein. Er wird für dich sorgen, du wirst auch sein Freund..."

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 03.12.2009 23:31 
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Hast du eigentlich schonmal drüber nachgedacht, ein Buch, ähnlich wie Die Angst sitzt neben dir, zu veröffentlichen? Bei deinem Output füllst du so ein Werk locker! Einen Käufer hättest du schon! ;) :mrgreen:

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 04.12.2009 00:00 
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Malastrana hat geschrieben:
Hast du eigentlich schonmal drüber nachgedacht, ein Buch, ähnlich wie Die Angst sitzt neben dir, zu veröffentlichen? Bei deinem Output füllst du so ein Werk locker! Einen Käufer hättest du schon! ;) :mrgreen:


Das ist zu viel der Ehre. Ausserdem finde ich es irgendwie "seltsam" seine Leidenschaft in "kommerzieller" Form auszuleben. ;) Das sollen andere Menschen machen. Die können es besser und fühlen sich damit vermutlich auch besser als ich es tun würde.

***

House (USA, 1986, Originaltitel: House)

Der erfolgreiche Schriftsteller Roger Cobb (William Katt) durchlebt eine bereits länger andauernde Krise. Sein Sohn verschwand unter unerklärbaren Umständen, die Ehe mit der Kindesmutter ist ebenfalls im Eimer, ferner fehlt im die Inspiration für ein neues Buch. Als er das Haus seiner verstorbenen Tante erbt, entschliesst er sich nach kurzer Überlegung gegen einen Verkauf der Immobilie, zieht sogar selbst in den alten Kasten ein. Er hofft auf ein wenig Ruhe, doch sein Nachbar Harold ist ein recht aufdringlicher Zeitgenosse. Es soll aber noch viel schlimmer kommen! Als Roger eine Tür öffnet wird er von einem Monster attackiert, kann das Ungetüm nur mit grosser Mühe wieder einsperren. Weitere Merkwürdigkeiten ereignen sich, selbstverständlich begegnet man Roger mit Skepsis, wer glaubt schon an Monster und ähnliches Ungetier? Die Lage eskaliert unaufhaltsam, nach und nach erkennt der Schriftsteller einen Zusammenhang mit seiner Vergangenheit, kann Roger das Unheil stoppen und seinen Seelenfrieden wiedererlangen...???

Lese ich den Namen Steve Miner, so kommen mir sofort der zweite und dritte Teil der "Freitag der 13." Reihe in den Sinn. Beide Filme liebe ich sehr, sie gehören zu den besten Slashern überhaupt. Bei "House" beschreitet Herr Miner deutlich sanftere Wege, inszenierte einen liebenswerten Gruselfilm mit einer ordentlichen Portion Humor. Wüste Gewaltorgien mit fliegendem Mettgut, Fontänen von Blut und sonstigen Körperflüssigkeiten? Fehlanzeige! Ein paar -ziemlich knuffige- Monster tauchen auf und wollen der Hauptfigur ans Leder, doch dies geht alles recht zivilisiert über die Bühne. Ok, hier und da wird gehackt, gestochen und geballert, wirklich "brutal" lässt Miner aber in der Effektekiste. Hauptdarsteller William Katt muss den Film fast vollständig allein schultern, diese Aufgabe gelingt dem Burschen durchaus ansprechend, sehr respektabel und überzeugend. Die Geschichte ist gut durchdacht, die Auflösung macht Sinn, natürlich darf man nicht mit dem Logikknüppel drohen. Aber was solls, "House" ist eine Horrorkomödie! "Mehr" will der Film offensichtlich auch gar nicht sein, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten liefert Steve Miner einen soliden Streifen ab.

Für den kleinen Hunger eine klare Empfehlung, heute gilt der Film gar als kleiner Klassiker des 80er-Jahre Horrors. Die aktuelle DVD stammt aus dem Hause Splendid, der Film liegt in ordentlicher Qualität vor. Leider wurde auf Bonusmaterial verzichtet, lediglich ein paar Trailer haben es mit auf die Scheibe geschafft! Wegen des "FSK-Flatschen" muss sich niemand einnässen, der Titel wurde mit einem Wendecover ausgestattet.

Im positiven Sinne "nett". 7/10

Lieblingszitat:

Halten Sie das etwa für Einbildung?

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BeitragVerfasst: 05.12.2009 00:25 
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Der Schrecken vom Amazonas (USA, 1954, Originaltitel: Creature from the Black Lagoon)

Ein Forscher findet die Klaue einer unbekannten Lebensform in einer Gesteinsschicht vor. Umgehend macht er sich auf den Weg, um seine Kollegen davon in Kenntnis zu setzen. Nun begibt sich eine kleine Expedition von Wissenschaftlern auf die Reise, der Fund wurde am Rande des Amazonas gemacht. Als die Gruppe an der Fundstelle eintrifft, findet man die beiden dort zurückgelassenen Hilfskräfte tot auf. Die Suche nach weiteren Überresten der rätselhaften Kreatur, führt die emsigen Forscher schliesslich zu einer geheimnisvolle Lagune. Dort erwartet die Gruppe das Grauen. In den Tiefen des Amazonas lauert eine gefährliche Lebensform, es kommt zu weiteren Todesfällen, die Lage spitzt sich mehr und mehr zu, es kommt zur direkten Konfrontation mit dem Monster...

Jack Arnold ist vermutlich DER Regisseur des US-Monsterfilmes der fünfziger Jahre. Ausserirdische, eine Riesenspinne, ein schrumpfender Mann oder eben ein schwimmendes Ungetüm wie in "Creature from the Black Lagoon", Jack Arnold faszinierte die Zuschauer mit mannigfaltigen Science Fiction- und/oder Grusel-Visionen, sogar Western drehte der gute Mann ab. Natürlich sind die Filme aus heutiger Sicht herrlich naiv und altmodisch, doch gerade das macht einen grossen Teil des Reizes aus, der noch immer von diesen kleinen Perlen ausgeht. "Black Lagoon" zeigt sich dabei durchaus vielschichtig, pendelt locker zwischen modern und konservativ umher. So ist die weibliche Hauptrolle -von Julie Adams sehr sympathisch verkörpert- machmal nur ein hilfloses, schreiendes Bündel, andererseits zeigt sie sich durchaus selbstbewusst und betört sogar das Ungeheuer. Ok, das "verliebte" Monster gab es schon früher, jedoch sind die Szenen in der das Ungetier unerkannt unterhalb der "Heldin" schwimmt, für die damalige Zeit schon fast ein wenig frivol ausgefallen. Es gibt zahlreiche Unterwasseraufnahmen zu sehen, dabei macht das Monster im Gummianzug eindeutig die beste Figur. Die Optik des Monstrums ist insgesamt sehr ansprechend, hier hat man sich wirklich Mühe gegeben. Über die sonstige Besetzung gibt es nicht viel wirklich Aufregendes zu berichten. Die Burschen machen ihren Job ordentlich, Julie Adams ist ganz putzig und angenehm.

"Creature from the Black Lagoon" ist ohne Zweifel ein Klassiker des Monsterfilms, gehört zu Jack Arnolds besten und wichtigsten Arbeiten. Der Film erlebte in den Jahren 1955/56 zwei Fortsetzungen, ein Beleg für den damaligen Erfolg an den Kinokassen. An der DVD aus der "Monster Collection" von Universal gibt es nichts zu meckern. Die gebotene Qualität geht völlig in Ordnung, sogar interessantes Bonusmaterial wird dem geneigten Fan geboten. Es waren auch zwei Sets mit weiteren Universal Monsterfilmen im Handel, diese sind aber weitgehend vergriffen. Die Einzelveröffentlichungen finde ich sowieso praktischer, von daher kann ich gut ohne die Sets leben. "Dracula" (1931) und "Der Wolfsmensch (1941) stehen in absehbarer Zeit auf meinem Speiseplan. Ich freue mich darauf, denn ich habe die Filme schon ewig nicht mehr gesehen.

Dieser Film macht noch immer Freude, Jack Arnold ist eine sichere Bank! 7/10

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"Die armen Burschen sind tot."

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 05.12.2009 10:51 
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Top-Film, würde da sogar eine 8 ziehen. Arnold selbst sagte, der Film hätte Universal vor dem Ruin gerettet - wieso durfte er dann nie A-Filme inszenieren ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 05.12.2009 11:26 
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Mailman hat geschrieben:
... wieso durfte er dann nie A-Filme inszenieren ?


Weil das ein Abstieg gewesen wäre. :mrgreen:

Ich habe mich nicht näher mit Jack Arnold "hinter den Kulissen" beschäftigt. Vielleicht war glücklich mit seiner Arbeit und wollte es genau so? Grössere Budgets sind oft auch mit mehr Zwängen verbunden! Ein kleines Budget kann die Kreativität durchaus fördern!

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 06.12.2009 00:11 
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Das Rätsel der roten Orchidee (Deutschland, 1962, Originaltitel: Das Rätsel der roten Orchidee)

Wohlhabende Einwohner Londons erhalten Post von Erpressern. Wer der Zahlungsaufforderung nicht nachkommt -oder gar die Polizei einschaltet- wird unbarmherzig ermordet. Inspector Weston (Adrian Hoven) wurde gerade in die für solche Verbrechen zuständige Abteilung versetzt, bei seinen Ermittlungen wird er von Captain Allerman (Christopher Lee) tatkräftig unterstützt. Captain Allerman ist in England zu Gast, normalerweise ist der Amerikaner bei der Polizei in Chigaco tätig. Inspector Weston hat an einer jungen Dame namens Lilian (Marisa Mell) zwar nicht nur berufliches Interesse, doch ihr Arbeitgeber wird gekillt und später gerät Lilian selbst ins Visier der Gangster. Allerman weiss gut über die Täter Bescheid, es scheint sich zusätzlich ein Krieg zwischen rivalisierenden Banden anzubahnen...

Oft ermitteln Joachim Fuchsberger oder Heinz Drache in den schönen Edgar Wallace Klassikern. Diesmal sorgen der geschätzte Christopher Lee und Adrian Hoven für die Ausführung dieser Aufgabe. Als grosser Chris Lee Verehrer freut mich dies natürlich besonders. Darüber hinaus bekommt man die Kultschädel Klaus Kinski und Eddi Arent präsentiert, auch Pinkas Braun soll nicht unerwähnt bleiben. Während Eddi Arent die übliche Knallschote gibt, hat der liebe Herr Kinski eine weitaus interessante Rolle erwischt, gleiches gilt für seinen Kollegen Pinkas Braun. Die Damenriege bietet die hübsche Christiane Nielsen auf, während ich Marisa Mell auch hier nicht sonderlich attraktiv finde, obwohl sie recht gut in ihre Rolle passt. Die gute Marisa wurde bekanntlich später zu einem Star des italienischen Genrekinos. Eben deshalb fällt mir ihr Erscheinungsbild leider immer ein wenig unangenehm auf, denn ich verbinde mit den betreffenden Filmen Schönheiten wie Edwige Fenech oder Barbara Bouchet. Selbst im Vergleich zur durchschnittlichen Anita Strindberg sieht Frau Mell ziemlich eckschädelig aus. (Alte Chauvisau, komm nicht zu sehr vom Thema ab!) ... *Räusper* ... Tjo, die Story der roten Orchidee bietet ein paar interessante Überraschungen, für einen Wallace Film wird recht viel geballert, vorzugsweise mit einer Maschinenpistole. Damit wollte man offensichtlich den "Ami-Style" des Verbrecherpacks unterstreichen, diese Mission ist geglückt, obwohl man eine deutsche MP40 einsetzt, sicher nicht die bevorzugte Wumme amerikanischer und britischer Ganoven. Naja, ich will nicht kleinlich sein. ;)

"Das Rätsel der roten Orchidee" gehört nicht zu den bekanntesten Vertretern der zahlreich gedrehten Edgar Wallace Verflimungen. Schade, denn der Film bietet sehr angenehme Unterhaltung, ist gut besetzt und der Humor bleibt glücklichweise im Rahmen. Der Film liegt mir als einer von vier Titeln vor, die Inhalt der "Edgar Wallace Edtion 4" sind. Die Box ist nett aufgemacht, der Film liegt in ordentlicher Qualität vor. Für Freunde klassischer Krimikost eine klare Pflichtveranstaltung!

Gut bis sehr gut = 7,5/10

Lieblingszitat:

"Verzeihen Sie mein Herr, der Vogel ist schlecht erzogen!"

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 Betreff des Beitrags: Re: Möpse, Mettgut, Mainstream! Die Verfehlungen des Herrn Blap.
BeitragVerfasst: 07.12.2009 03:07 
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A Lizard in a Woman's Skin (Italien, 1971, Originaltitel: Una lucertola con la pelle di donna)

Carol (Florinda Bolkan) wird von bizarren Albträumen gepeinigt, über die sie in aller Ausführlichkeit mit ihrem Psychologen spricht. Im Mittelpunkt dieser Träume steht die Nachbarin Julia (Anita Strindberg), die in der Realität ein ausuferndes Leben führt, ein Leben voller Sex, Drogen und Alkohol. In ihren Träumen hat Carol ein sexuelles Verhältnis mit Julia, doch eines Nachts sieht sie in ihrem Traum wie sie Julia brutal ermordet. Erschreckenderweise wurde die wilde Julia tatsächlich getötet, offensichtlich genau auf die Art und Weise wie in Carols Traum. Die Polizei stellt Ermittlungen an, schliesslich gerät Carols Ehegatte Frank (Jean Sorel) unter Verdacht, doch damit soll der Fall noch längst nicht geklärt sein. Während Frank entlastet wird, gerät seine Frau immer tiefer in den Studel des Wahns, benötigt eine noch intensivere psychologische Betreuung denn zuvor. Damit nicht genug, sie soll auch noch zur Zielscheibe weiterer Personen werden, die auf irgendeine Weise in den Fall verwickelt sind...

Noch vor "Don't torture a Duckling" (1972) schuf Lucio Fulci diesen Giallo. Wie auch bei "...Duckling" lässt Fulci die Vorgaben des Genres immer wieder hinter sich, blickt weit über den Tellerrand hinaus. Mit Florinda Bolkan -die in "...Duckling" ebenfalls mitwirkt- hat der Meister die Hauptrolle sehr gelungen besetzt. Frau Bolkan zieht erneut alle Register und beeindruckt mit ihrem intensiven, zu jederzeit glaubwürdigen Spiel. Anita Strindberg ist hier in einer Nebenrolle zu sehen. Die Dame sehe ich immer gern, obwohl ich sie "eigentlich" nicht sonderlich attraktiv finde. Doch diesmal sieht sie wirklich sehr heiss aus, noch besser als in "The Child - Die Stadt wird zum Alptraum" (Chi l'ha vista morire, 1972) von Aldo Lado. Doch ich will Frau Strindberg nicht auf ihre optischen Vorzüge reduzieren, denn sie spielt ihre -eher kleine, aber extrem wichtige- Rolle absolut überzeugend. Auch auf die übrige Besetzung ist Verlass, Stanley Baker, Jean Sorel, Alberto de Mendoza und alle anderen Mitwirkenden spielen solide auf. Star ist hier aber eindeutig Frau Bolkan, die mit ihrer Präsenz alle anderen Beteiligten überstrahlt. Ein weitere ganz grosse Stärke des Werkes ist die Kamera. Es werden wunderschöne, nahezu poetische Bilder eingefangen, weiterhin gibt es sehr kunstvolle, psychedelisch anmutende Sequenzen, beeindruckend! Die prachtvolle Optik wird durch einen sehr passenden, stimmungsvollen Score von Ennio Morricone untermalt, der die Wirkung der Bilder ganz vortrefflich unterstreicht. Für die damalige Zeit erscheinen die lesbischen Liebesszenen recht gewagt, ab und an gibt es zusätzlich ein paar harsche Gewaltausbrüche zu sehen. Diese dienen aber zu jederzeit der Atmosphäre, geraten nie in den Verdacht lediglich reisserischer Selbstzweck zu sein.

"A Lizard in a Woman's Skin" ist ein Giallo der etwas anderen Art. Ein wunderschöner und faszinierdender Film, der mich von der ersten bis zur letzten Sekunde gepackt und begeistert hat! Leider liegt in Deutschland keine DVD-Auswertung des Werkes vor. Daher habe ich zur US-DVD von Shriek Show gegriffen. Es gibt zwei unterschiedliche Auflagen, die ältere enthält die gekürzte US-Version in ordentlicher Qualität, zusätzlich war die ungekürzte Fassung nur in schwacher Verfassung vorhanden. Die Neuauflage enthält zwar lediglich die ungekürzte Fassung, dafür aber im richtigen Bildformat und ansprechender Qualität. Ergo habe ich zur neuen Auflage gegriffen, der Verzicht auf die kastrierte US-Fassung fiel mir nicht schwer. Der Ton liegt in englisch und italienisch vor, die englische Synchronisation ist von angenehmer Qualität. Leider kommt die DVD mit Regionalcode 1 daher, doch diese Einschränkung lässt sich bekanntlich mit vielen Playern umgehen.

Ein erstklassiger Film! Hier zeigt Fulci sein wahres Gesicht, der Mann war ein grosser Künstler, einer der besten seiner Zunft! Daran ändern auch seine Horrorbeiträge aus den achtziger (und frühen neunziger) Jahren nichts. (Die ich ebenfalls sehr verehre, deren künstlerischer Anspruch (zum Teil) jedoch weitaus geringer ausfällt!)

Ein sehr guter bis überragender Film! Absolute Pflicht für Italo-Fans (...und nicht nur für die)!

8,5/10

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"...otherwise i put a Bullet through your Head..."

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