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 Betreff des Beitrags: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 04.07.2010 21:34 
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Alternativer Titel: un Flic
Produktionsland: Frankreich, Italien
Produktion: Robert Dorfmann
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Kamera: Walter Wottitz
Schnitt: Patricia Nény
Musik: Michel Colombier
Länge: ca. 98 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Alain Delon: Kommissar Edouard Coleman
Richard Crenna: Simon
Catherine Deneuve: Cathy
Riccardo Cucciolla: Paul Weber
Michael Conrad: Louis Costa
Paul Crauchet: Morand
Simone Valère: Pauls Ehefrau
André Pousse: Marc Albouis
Valérie Wilson: Gaby



Und es geht wieder richtig nach vorne ;)
Der Chef ist eine vergessen Perle von Jean-Pierre Melville. Es ist eine Schande, dass dieser Film noch nicht auf DVD erschienen ist. Der Film ist spitze und hat nur einen kleinen Fehler, Freunde von Modelbaueisenbahnen wissen was ich meine ;)

Eine bewaffnete Bande überfällt eine Bank und verschwindet mit der Beute. Delon spielt einen Kommissar und soll den Fall klären. Beim Überfall wurde einer der Gangster angeschoßen und schwer verwundet. Der Film ist sehr spannend gemacht und eine Empfehlung :)

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Chef (Un flic) - Delon; Deneuve; Melville
BeitragVerfasst: 04.07.2010 21:35 
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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 09.05.2012 20:07 
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Wird am 5. Juli 2012 innerhalb einer Edition zusammen mit Vier im roten Kreis und Monsieur Klein erscheinen.

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Ebenfalls am 5. Juli kommt eine Einzelveröffentlichung des Titels.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 26.07.2012 20:19 
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Alternativer Titel: un Flic
Produktionsland: Frankreich, Italien
Produktion: Robert Dorfmann
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Kamera: Walter Wottitz
Schnitt: Patricia Nény
Musik: Michel Colombier
Länge: ca. 98 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Alain Delon: Kommissar Edouard Coleman
Richard Crenna: Simon
Catherine Deneuve: Cathy
Riccardo Cucciolla: Paul Weber
Michael Conrad: Louis Costa
Paul Crauchet: Morand
Simone Valère: Pauls Ehefrau
André Pousse: Marc Albouis
Valérie Wilson: Gaby



Jean-Pierre Melvilles Film beginnt mit den Bildern eines kleinen Küstenorts, der als Betonwüste dargestellt wird. Daraufhin setzt ein heftiger Regenguss ein und einer unserer Hauptdarsteller bewegt sich innerhalb der Wassermassen in Richtung Banküberfall. Herrlich, still und bedrohlich gefilmt und die Sirene im Kopf läutet dem geeigneten Zuschauer ein:

Wir sind voll und ganz in Melvilles Welt angekommen.

Ein Banküberfall bei dem so gut wie kein Wort gesprochen wird. Eine Situation vor der Praktizierung des Überfalls innerhalb der Bank die in seiner Stille die Dramatik findet. Geschickt auf die Bankräuber und die anstehende Situation zugeschnitten ist das, was die Kamera von Walter Wottitz einfängt. Die Bilder sind einfach beeindruckend gut.

Anschließend kommt es zu kurzen Aufnahmen innerhalb einer Landschaft, die in ihrer Beschaffenheit stark an die aus „Le Cercle rouge“ (dessen Beginn) erinnert. Ein eher karges Gesamtbild, das Blühendes vermissen lässt und sich auf ein eher düsteres Resultat beschränkt.

„Nur zweierlei Empfindungen ruft der Mensch in einem Polizisten wach, tiefstes Misstrauen und Verachtung.“ so Kommissar Edouard Coleman, gespielt von Alain Delon. Das Zitat führt schnell in die charakterliche Richtung von Coleman. Ein Mensch der brutal vorgeht um zu seiner Lösung zu kommen, ein Mensch der bei Misserfolgen ebenfalls die Brutalität und den Hass nach außen trägt.

Doch nicht allein Delon weiß hier zu gefallen, sondern auch Richard Crenna in der Rolle von Simon. Ein Mensch mit einem Doppelleben, Nachtclubbesitzer und Gangster. Ein Mensch mit Verstand, der die Dinge bis ins Detail plant und dessen erster Fehler immer von Coleman erwartet wird. Allerdings macht Simon dem Kommissar die Sache ganz und gar nicht einfach. Demnach beste Vorraussetzungen für ein Duell auf Augenhöhe.

Catherine Deneuve hat in der Rolle der Cathy etwas wenig Spielzeit. Ihr Part ist eigentlich als wichtig anzusehen, wird allerdings etwas außer Acht gelassen. Hier hätte ich mir schon etwas mehr Spielzeit hinsichtlich der Dreiecksbeziehung gewünscht. Weiterhin erwähnenswert ist Valérie Wilson in der Rolle der Gaby.

„Un Flic“ ist wie „Le Cercle rouge“ ein eher ruhig angelegter Film, dennoch hat „Un Flic“ eine wirklich spektakuläre Aktion zu bieten. Es sei hier einzig das Wort Hubschrauber erwähnt. Das in diesem Part angestrebte Durchführen des Verbrechens ähnlich zentral wie der Juwelenraub in „Le Cercle rouge“.

Worte macht „Un Flic“ nur wenige. Jeder bezieht sich auf das Nötigste. Was allerdings Gesichtsausdrücke zu sagen vermögen, dass zeigen Delon und Crenna in Perfektion. Dialoge können so sekundär sein, wenn die Akteure ihr Fach beherrschen.

Das depressive, desillusionierende Bild, das der Film zu Beginn vermittelt, präsentiert dieser auch zum Ende. Für den Einen heißt es Vorhang runter, für den Anderen kann nun ein Interpretieren des Gesehenen losgehen.

Fazit: Brillantes französisches Kino dass nicht ganz die Klasse von Mellvilles „Le Cercle rouge“ aufweisen kann, aber das „Un Flic“ einst beim Publikum durchgefallen ist, kann ich persönlich absolut nicht nachvollziehen.


9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 08.11.2013 12:16 
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So ich habe den Film noch einmal gesichtet.

Der Chef gehört sicherlich zu jener Art Klassiker/ Kultfilme, von denen man behaupten kann, dass sie heute keiner mehr so drehen würde und das sie auch schwerlich ein Publikum finden würden. Aber das trifft wohl auf Melvilles gesamtes Werk zu.

Banküberfälle gehören ja vermutlich zu den meistverfilmten Szenen der Kinogeschichte. Aber nur wenige kommen so stylisch daher, wie die Eingangsszene von "Der Chef". Melville hat viel Ähnlichkeit mit Leone. Er lässt Bilder für sich sprechen, ohne den Spannungsaufbau durch viele Dialoge zu stören. Das wird ind er Eingangsszene dieses Films sehr deutlich.

Im übrigen lebt der Film natürlich von der Wechselbeziehung Delon-Crenna, wobei ich letzteren als den Star des Films sehen würde, was zum einen an dessen Talent, zum anderen an Melvilles Inszenierungsweise liegt.

Alles in allem, Kino pur. Nur die Zugszene ist mir etwas zu lang. 9,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 08.11.2013 13:36 
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Der Film hat leider nicht die Anerkenung die ihm eigentlich gebührt. Da werden wesentlich schwächere Filme in den Himmel gelobt.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 08.11.2013 15:21 
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Das liegt daran, dass viele den Stil von Regisseuren wie Melville, oder auch Leone, der sich Zeit lässt eine Szene und Bilder zu entwickeln für langatmig halten, oder die Figuren zu flach finden, weil sie eben diese Bildsprache nicht verstehen. ich finde die Filme der beiden aber, obwohl die Gesamtzahl der Szenen auf 100 bis 120 Minuten geringer ist, als bei vielen 08/15 Streifen auf 90 Min. immer spannend und in einem gewissen Sinne auch kurzweilig, weil man als Zuschauer mehr gezwungen wird, die einzelnen Bilder zu verfolgen, als halbherzig einen Dialog mitzuhören. Dazu kommt, dass es eben keine Lückenfüllerszenen gibt, sondern jede ein Baustein der Geschichte ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 24.08.2014 18:31 
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DER CHEF ist Melvilles letzter Film, aber auch hier merkt man, dass er nicht zu Unrecht als "französischer Sergio Leone" gilt.
Zwar hat er es genau andersrum gemacht wie Leone, indem er mit seinem letzten Film nicht einen noch größeren, noch längeren drehen wollte, als alle bisherigen, sondern ganz im Gegenteil wieder auf eine normale Länge zurückgegangen ist.
Das heißt aber nicht, dass er "schneller" oder geschwätziger wäre.
Es wird auch hier nur langsam Spannung aufgebaut, auf Action verzichtet und nur das nötigste gesprochen.
Schon die Eröffnung ist genial, wenn die Gangster bei strömendem Regen bei der Bank ankommen und dann in Ruhe Richtung Bank marschieren.
Bereits da wird das Tempo klar, nämlich ruhig; so nach dem Motto: "Wir haben ja Zeit"
Und so geht's den ganzen Film hindurch, selbst bei der Zug-Szene; wo die Amis alles auf nervös und hektisch gemacht hätten, bewahrt Melville Ruhe und Crenna bleibt ganz cool.
Die Schauspieler können ausnahmslos alle überzeugen.
Was Catherine Deneuve betrifft, sie gefällt mir hier optisch wesentlich besser, als bei BELLE DE JOUR.
Die Musik von Michel Colombier ist, soweit ich mich erinnere, passend, wird aber nicht oft eingesetzt.

Fazit: Melville schafft es auch mit seinem letzten Film, ein Meisterwerk abzuliefern.
9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DER CHEF - Jean-Pierre Melville
BeitragVerfasst: 03.09.2014 08:23 
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Ich denke nicht, dass Melville bewusst einen kürzeren Film gedreht hat. Ich denke das Script gab einfach nicht mehr her.


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