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 Betreff des Beitrags: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 06.07.2010 16:11 
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Originaltitel: Le Professionnel
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 1981
Regie: Georges Lautner

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Der Profi ist sicherlich die Atombombe der Filme der achtziger Jahre. Belmondo spielt so cool wie kaum einer danach mehr und die Wirkung der Musik von Ennio Morricone ist hypnotisch.

Belmondo spielt einen Elitesoldaten der französischen Armee. Er hat den Auftrag bekommen in einem Land in Afrika den Diktator zu erschießen. Doch es kommt anders als er denkt, die Regierung kann sich mit dem Diktator auf einen lohnenden Vertrag einigen und Belmondo wird fallengelassen. In einem Schauprozess wird er zur Arbeit im Steinbruch verurteilt. Durch einen glücklichen Moment gelingt ihm die Flucht und er hat ein Ziel: seinen Auftrag zu erfüllen.

Spannung pur, lassen den Film zu einem absoluten Genuß machen. Belmondo übertrifft sich in diesem Film. Der Film war sogar mehrere Jahre in der Sowjetunion verboten, da er massive Staatskritik enthielt. In Frankreich fühlte man sich an die Situation nach dem Algerienkrieg erinnert. Dort hatte auch die französische Regierung ihre Meinung innerhalb weniger Tage geändert, was viele Franzosen als Verrat ansahen.

Übrigens, dieser Film lohnt nicht in der Originalfassung. Das hat mehrere Gründe, zum einen ist Belmondos originale Stimme überhaupt nicht so markant wie die von Rainer Brandt, zweitens hat Rainer Brandt die lustigeren Sprüche und drittens ist die Klangmontage in der deutschen Version wesentlich gelungener. Man muss nur auf die Szenen mit dem Hauptmotiv achten, die in der deutschen Version fantastisch montiert sind, und in der französischen Version bei weitem nicht so dramatisch wirken. Schaut euch nur mal das Duell mit Robert Hossein in der deutschen und dann in der französischen Version an. Dazwischen liegen nicht nur Welten, sondern Planeten! ;) Übrigens Robert Hossein (Friedhof ohne Kreuze) ist in seiner Rolle als Kommissar Rossen einfach spitze. Ein sehr guter Darsteller.


Hier schon mal das göttliche Intro:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Hier noch einmal das Hauptthema: (Hier gibt es die äußerst unangenehme Situation, dass man statt des Originals jede menge furchtbar produzierter Keyboardversionen findet)
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Hier der französische Trailer: (hört mal auf die Musik, na woher kennen wir die? Lösung unter dem Video!)
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Richtig, aus dem Film "Ermittlung gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger" :)
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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 06.05.2013 01:17 
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Der Profi



Josselin Beaumont ist ein französischer Geheimagent der den Auftrag bekommt, ein afrikanisches Staatsoberhaupt namens Njala zu töten.
Allerdings ändert sich die politische Lage, weshalb man den Auftragsmord verhindern will, indem man ihn verrät und seinem Schicksal überlässt. Nach 2 Jahren in einem ziemlich harten Gefangenenlager, gelingt ihm die Flucht. Er kehrt nach Paris zurück, wo sich Njala zu einem Staatsbesuch angekündigt hat. Der für tot gehaltene Beaumont, sendet sofort eine Nachricht an seine ehemaligen Arbeitgeber. Er teilt ihnen mit, das er nun seinen Auftrag zu Ende führen wird....

"Der Profi" gilt als einer der erfolgreichsten Action-Filme des europäischen Kinos in den 80ern, was natürlich auch seinem Star Jean-Paul Belmondo zu verdanken ist. Einen genauso großen Anteil hat aber auch Ennio Morricone, der eine seiner besten Arbeiten ablieferte und mit "Chi Mai" aus diesem Film, einen Welthit landete.
Durch die Musik hat der Film über die komplette Spielzeit verteilt einen melancholischen Grundton, den hauptsächlich die deutsche Synchro zwischenzeitlich verlässt. Zwar hat der Film auch im Original einige Sprüche zu bieten und sorgt immer wieder für humorvolle One-Liner, aber in der deutschen Fassung wird das doch zuweilen stark überstrapaziert.
Dabei ist der Charakter von Beaumont, eher ernst gezeichnet. Ein wenig verdrossen, zynisch und manchmal wirkt er als ob er bereits mit dem Leben abgeschlossen hat. Dennoch ist er genauso zielorientiert und geradlinig, weshalb hier eine fabelhafte Mischung serviert wird. Allerdings hat er mit dem Bullen Rosen einen knallharten Gegenspieler, der definitiv zu überzeugen weiß.
Der Film vertritt auch starke Westernmotive auf Geheimdienstebene. Der "Lonesome Rider" auf seinem Rachefeldzug, sowie das obligatorische Duell, bieten weit mehr als nur eine subtile Hommage. Dennoch war er zu seiner Entstehungszeit äußerst modern und man wünscht heutigen Produktionen im Genre gerne mal den gleichen Tiefgang. Auch wenn der Film als "Action" deklariert wurde, ist das nämlich mit den jetzigen Stakkatos nicht zu vergleichen. Eher ruhig und gemächlich im Tempo, das aber immer wieder anzieht, weshalb man fortwährend gefesselt bleibt. Trotzdem ist der Film für reine Baller- und Explosionsfreaks nicht zu empfehlen. Dafür konzentriert sich der Film viel zu sehr auf seine Hauptfigur und dessen Motivation, die zwar manchmal sinnlos erscheint aber bei näherer Betrachtung einen unausweichlichen, blutroten Faden preisgibt.
Ein weiterer Pluspunkt ist die "political correctness", auf die der Film nämlich weitestgehend verzichtet. Seine Motive sind nicht ehrenhaft, aber man macht ihm keinen Vorwurf daraus. Rache ist hier völlig okay und niemand erhebt den Zeigefinger. Im Gegenteil! Man darf Beaumont als Zuschauer lieben und niemand versucht hier den oberklugen Motalisten aufzuzeigen. Danke!
Bei aller Lobhudelei sind mir trotzdem natürlich Fehler des Regisseurs aufgefallen. Fausthiebe bei Schlägereien, die nicht treffen beispielsweise. Solche handwerklichen Unzulänglichkeiten gibt es mehrfach, aber auch die können mein inniges Verhältnis zum Film nicht trüben. Dafür habe ich einfach zu oft "Chi Mai" gehört, während Beaumont auf den Hubschrauber zugeht. Für mich ein unverzichtbares Meisterwerk.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 06.05.2013 18:36 
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deadlyfriend hat geschrieben:
Für mich ein unverzichtbares Meisterwerk.

Für mich ebenfalls! 8-)

Ohne jegliches Zweifeln und Zaudern zucke ich meine Höchstnote:

12 / 12

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 07.11.2013 13:26 
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Ich würde in dem film kein Meisterwerk sehen, aber es ist ein unterhaltsamer Actionfilm mit vielen großen Plus:
- ein cooler Belmondo
- ein genialer Hossein
- tolle Morricone Musik
- ein schickes modernes Westernduell der Hauptdarsteller.

Von der Inszenierung her sehe ich trotzdem einige Schwächen. Kamera und Licht können nicht mit dem franzöischen Kino der Sechziger und Siebziger mithalten (ist ja beim Italo-Kino ähnlich)

Trotzdem 8,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 18.10.2014 20:17 
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Ich habe mir den Film eigentlich nur wegen der Musik gekauft.
Chi Mai habe ich nämlich bis vor kurzem selbst noch gespielt und da dachte ich mir, auch wenn es nicht der Film ist, für den dieses Lied ursprünglich geschrieben wurde, muss ich ihn sehen.
Man sollte ja schließlich den Film kennen, wenn man schon eine Melodie davon spielt.
Zum Film selber muss ich sagen, es ist vermutlich einer der besten französischen Actionfilme der 80er.
Ich habe da ja immer die Befürchtung, es würde zu sehr in Richtung Hollywood gehen, denn die Franzosen (zumindest einige) haben sich ja in den 80ern (zumindest bei den Actionszenen) oft sehr nach Hollywood gerichtet, soll heißen mit haufenweise großen Explosionen und "coolen" Schießereien und Schlägereien.
Hier ist das Gott sei Dank nicht der Fall, man konzentriert sich eher auf den Hauptcharakter und erzählt eine gute Geschichte ohne viel Action.
Die vorhandene Action hinterlässt bei mir allerdings sehr gemischte Gefühle.
Die Schießerei am Anfang z.B. war mir viel zu amerikanisch, die Verfolgungsjagd hingegen finde ich großartig.
Beim Ende, weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll.
Wieder so ein Fall von "Lässt den Zuschauer in der Luft hängen".
Auf schauspielerischer Ebene ist jedenfalls alles einwandfrei.
Belmondo cool wie immer, dazu ein grandioser Robert Hossein und ein paar hübsche Frauen als Sahnehäubchen obendrauf; besser geht's doch gar nicht.
Die Synchro von Rainer Brandt ist sehr zurückhaltend für seine Verhältnisse, aber natürlich konnte er sich den einen oder anderen Spruch auch nicht verkneifen, was aber gar nicht schlecht ist.

Fazit: Allerfeinstes französisches Actionkino.
Nur selten zu amerikanisch und eigentlich Pflicht für jeden, der sich, so wie wir alle hier, abseits des Mainstreams wohlfühlt.
9,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 10:49 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Nur selten zu amerikanisch und eigentlich Pflicht für jeden, der sich, so wie wir alle hier, abseits des Mainstreams wohlfühlt.


Woher diese "Angst" vor "amerikanischen Momenten"? Es doch eher der Fall, dass sich die Kontinente gegenseitig befruchten, austauschen, ergänzen.

Ich stimme dir zu, hier haben wir es mit einem großartigen Werk zu tun, ein Klassiker der gewissermaßen immer geht. Beim Thema "Mainstream" muss ich ein wenig grinsen, Belmondo -und vor allem dieser Film- war damals extrem angesagt und totaler Mainstream. Der Freude tut dies keinerlei Abbruch.

Danke für deinen Beitrag, weiter so, ohne Nachwuchs keine Fackel (oh weh, mein Phrasenschwein platzt).

... schon "Tanz der Vampire" gesehen? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 10:55 
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"Der Profi" war sogar in den Topp 10 der damaligen deutschen Kinocharts. Bin mir jedenfalls zu 99% sicher.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 13:46 
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Blap hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Nur selten zu amerikanisch und eigentlich Pflicht für jeden, der sich, so wie wir alle hier, abseits des Mainstreams wohlfühlt.


Woher diese "Angst" vor "amerikanischen Momenten"?

... schon "Tanz der Vampire" gesehen? ;)


Weißt du, ich kann mit Hollywood-Actionfilmen neueren Datums selten bis nie etwas anfangen. Das liegt vor allem an den Actionszenen, die m.M.n. immer viel zu cool rüberkommen wollen, wenn z.B. nach ein paar Schüssen auf ein Auto, dieses gleich in die Luft fliegt.
Solche und dergleichen Übertreibungen hasse ich, wie die Pest und es ist nicht zu übersehen, dass auch die Franzosen in vielen Filmen der 80er sich solcher Sachen bedient haben.
Da fehlt mir einfach das Bodenständige, die Actionszenen sehen einfach nicht mehr so handgemacht aus.

Noch nicht, das werde ich aber in den nächsten Tagen nachholen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 14:29 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Weißt du, ich kann mit Hollywood-Actionfilmen neueren Datums selten bis nie etwas anfangen. Das liegt vor allem an den Actionszenen, die m.M.n. immer viel zu cool rüberkommen wollen, wenn z.B. nach ein paar Schüssen auf ein Auto, dieses gleich in die Luft fliegt.
Solche und dergleichen Übertreibungen hasse ich, wie die Pest und es ist nicht zu übersehen, dass auch die Franzosen in vielen Filmen der 80er sich solcher Sachen bedient haben.
Da fehlt mir einfach das Bodenständige, die Actionszenen sehen einfach nicht mehr so handgemacht aus.

Noch nicht, das werde ich aber in den nächsten Tagen nachholen.


Ok, ich glaube zu verstehen was du meinst, obschon ich die Sicht der Dinge nicht teile.

Bin auf deine Meinung zu "Tanz ..." gespannt, aus meiner Sicht ein ganz, ganz großartiger Film. Selten funktioniert ein Werk als Parodie und gleichzeitig grandioser Genrebeitrag dermaßen vortrefflich. Aber das gehört nicht in diesen Thread.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 15:23 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Die vorhandene Action hinterlässt bei mir allerdings sehr gemischte Gefühle.
Die Schießerei am Anfang z.B. war mir viel zu amerikanisch, die Verfolgungsjagd hingegen finde ich großartig.
Beim Ende, weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll.


Wenn Du die Schiesserei nach dem Ausbruch von J. BEAUMONT in diesem Dorf in Afrika meinst, so kann ich das widerum nicht so bestätigen. So eine Schiesserei hätte in einem USA-Film schon aus der damaligen Zeit meiner Ansicht nach anders ausgesehen. Im Gegenteil,...hier war alles gut nachvollziehbar und außerdem wurde hierbei auch keinesfalls übertrieben.




Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Blap hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Nur selten zu amerikanisch und eigentlich Pflicht für jeden, der sich, so wie wir alle hier, abseits des Mainstreams wohlfühlt.


Woher diese "Angst" vor "amerikanischen Momenten"?


Weißt du, ich kann mit Hollywood-Actionfilmen neueren Datums selten bis nie etwas anfangen. Das liegt vor allem an den Actionszenen, die m.M.n. immer viel zu cool rüberkommen wollen, wenn z.B. nach ein paar Schüssen auf ein Auto, dieses gleich in die Luft fliegt.
Solche und dergleichen Übertreibungen hasse ich, wie die Pest und es ist nicht zu übersehen, dass auch die Franzosen in vielen Filmen der 80er sich solcher Sachen bedient haben.
Da fehlt mir einfach das Bodenständige, die Actionszenen sehen einfach nicht mehr so handgemacht aus.


Ich verstehe, was Du meinst und bin der gleichen Ansicht, was das US-Kino heutzutage betrifft.
Bei Frankreich bin ich anderer Ansicht und kann dies auch hier wiederum nicht so bestätigen. Es sei denn Du könntest ein paar Filmbeispiele nennen, wo Du solche Ansichten vertrittst. Mir fällt da jetzt auf die schnelle erstmal nichts ein. Frankreich ist immer noch eines der Länder, das sich seine Filmkultur in gewisser Weise bewahrt hat. Auch heutzutage noch unterscheiden sich ihre Filme von denen aus den USA. Das fängt häufig schon beim Inhalt eines Films an. Die Franzosen legen in der Regel immer noch mehr wert darauf. Zwar gibt es auch aus Frankreich mal hier und mal dort stumpfsinniges Actionkino oder irgendwelchen Klamauk, aber meistens eben anderes. Ich kann auch nicht jeden Film aus Frankreich sehen und sicherlich entgeht mir der eine oder andere, aber das was ich kenne und sah, daraus ergibt sich meine Ansicht der Dinge.

Das kaum noch ein Filmland auf irgendwelche CGI- und Computereffekte verzichtet oder nicht verzichten kann, ist wahrscheinlich eher dem neuen Zeitgeist und der fortschreitenden filmtechnischen Entwicklung geschuldet.

:hutheben:

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 16:25 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Frankreich ist immer noch eines der Länder, das sich seine Filmkultur in gewisser Weise bewahrt hat. Auch heutzutage noch unterscheiden sich ihre Filme von denen aus den USA. Das fängt häufig schon beim Inhalt eines Films an. Die Franzosen legen in der Regel immer noch mehr wert darauf. Zwar gibt es auch aus Frankreich mal hier und mal dort stumpfsinniges Actionkino oder irgendwelchen Klamauk, aber meistens eben anderes. Ich kann auch nicht jeden Film aus Frankreich sehen und sicherlich entgeht mir der eine oder andere, aber das was ich kenne und sah, daraus ergibt sich meine Ansicht der Dinge.


Dieses stellenweise kategorische Ablehnen jeglicher gegenwärtiger Filme aus den USA erschließt sich mir nicht und lässt mich immer ratlos zurück. Auch und gerade in den USA werden noch immer grandiose Filme von Menschen gedreht, die etwas zu sagen haben.

Es wird immer so getan, als wäre das amerikanische Kino nur Dreck wie "Transformers", "G.I. Joe" oder der wahnwitzge Output seitens Marvel. Das ist jedoch schlicht falsch.

Was ist mit den unzähligen kleineren und auch Independentproduktionen die Jahr für Jahr ihren Weg direkt in die Videotheken (oder Streamingdienste) finden?

Was ist mit Filmen wie "I Melt With You", "Killer Joe", "Mud", "The Wolf of Wall Street", "World's Greatest Dad" oder "Excision"? Um nur ein paar (!) ausgewählte Beispiele der letzten paar Jahre zu nennen.

Urteile wie "Die USA legen keinen Wert mehr auf Inhalt" sind unhaltbar und können nur aus einer prinzipiellen Ablehnung amerikanischer Filme erwachsen sein. Anders lässt es sich kaum erklären.

Und von den Serien, für die sich die USA in den letzten fünfzehn Jahren auszeichnete, fange ich lieber gar nicht erst an. Denn manches Serienevent gehörte wohl mit zum besten, was die mediale Landschaft (ob Film oder Serie) jemals - seit Anbeginn - hervorgebracht hat.

_________________
Suche:

DER NAME DER ROSE (ARD-HDTV-Fassung), FASSBINDER COLLECTION (Limited Edition/Arrow),

EIN LEBEN FÜR DEN TOD, DIE SUPERSCHNÜFFLER, HOOVER-ICH BIN DER BOSS, EIN DRECKIGER HAUFEN,

BATTLES WITHOUT HONOR AND HUMANITY (The Complete Collection/Arrow), DEEP SPACE (F. O. Ray),

DIE HÖLLENHUNDE (1970) , UNTERNEHMEN STAATSGEWALT, QUEIMADA (TV-Fassung),

IN DIE ENGE GETRIEBEN, OUT OF THE BLUE, JOHNNY MNEMONIC (Turbine).


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 19.10.2014 20:01 
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Don Ricuzzo hat geschrieben:
Dieses stellenweise kategorische Ablehnen jeglicher gegenwärtiger Filme aus den USA erschließt sich mir nicht und lässt mich immer ratlos zurück. Auch und gerade in den USA werden noch immer grandiose Filme von Menschen gedreht, die etwas zu sagen haben.


Das hast Du vielleicht jetzt ein wenig missverstanden, denn ich lehne US-Filme KEINESFALLS kategorisch ab. Ich bin sogar der gleichen Ansicht wie Du, das auch heutzutage noch sehr gute Filme aus Amerika kommen. Nur die muß man bzw. muß jeder für sich selbst erstmal ausfindig machen. In der Vielzahl derer, die zu uns kommen, ist das des öfteren nun nicht soooo einfach, die berühmte Spreu vom Weizen zu trennen ;)


Don Ricuzzo hat geschrieben:
Es wird immer so getan, als wäre das amerikanische Kino nur Dreck wie "Transformers", "G.I. Joe" oder der wahnwitzge Output seitens Marvel. Das ist jedoch schlicht falsch.

Was ist mit den unzähligen kleineren und auch Independentproduktionen die Jahr für Jahr ihren Weg direkt in die Videotheken (oder Streamingdienste) finden?

Was ist mit Filmen wie "I Melt With You", "Killer Joe", "Mud", "The Wolf of Wall Street", "World's Greatest Dad" oder "Excision"? Um nur ein paar (!) ausgewählte Beispiele der letzten paar Jahre zu nennen.


Ich kenne davon, um bei Deinen Filmbeispielen zu bleiben nur KILLER JOE & EXCISION. Killer Joe hat mir nicht so zugesagt, leider, gerade weil William Friedkin in der Vergangenheit echt gute Filme gemacht hatte. EXCISION,...dieser kleine eher unscheinbar daherkommende Independet-Film hat es insich und gefällt mir auch :) Also ich behaupte jedenfalls nicht das das US-Kino wegen solchen Mülls wie Transformers nur Dreck sei. Es ist bei mir nur so, das ich mehr ältere amerikanische Filme in meiner kleinen bescheidenen Sammlung habe, als heutzutage die Neumodischen. Deswegen freue ich mich und schätze es sehr, wenn ich mal wieder einen wirklich guten Film aus Amerika entdecke oder sonst irgendwie darauf aufmerksam geworden bin. :)

In Bezug auf die vielen Knall- und Krawalleffekte in einem Actionfilm, womit diese Diskusion im Grunde begann,...sehe ich aber nach wievor Unterschiede zw. denen aus Europa und den USA. Heutzutage übertreibt das US-Kino diesbezüglich sehr. Dort wird der Inhalt meiner Ansicht nach mit übertriebenen Effekten überdeckt und zwar so, das die Geschichte ansich anscheinend keine Rolle mehr spielt, bzw. dient diese sehr häufig nur dazu, als Aufhänger für die folgende Effekt- und Krawallshow zu dienen. Hauptsache es kracht und scheppert, alles andere egal. Und auf sowas hab ich einfach keine Lust, weil das Ganze nur noch nervt. Sehe ich dagegen z.B. einen Actionthriller aus Frankreich, so weist dieser zumindest für mich oft mehr Inhalt, als Knalleffekte auf. Bei den Franzosen ist das in der Regel weniger, da besser verteilt. Beim US-Actionthriller heutzutage, da kracht es mehr und zudem völlig überzogen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Mir fällt da der Film SHOOTER mit Mark Wahlberg ein. Dieser wurde damit beworben, das er im Stil der 70er Jahre in Szene gesetzt wurde. Und tatsächlich, vieles erinnerte mich in der Tat daran. Hier stimmte die Geschichte und die Actionszenen. Kommt immer darauf an, WIE es inszeniert ist und letztendlich wäre eh alles Geschmackssache. Mir hat z.B. auch die Comicverfilmung WATCHMEN gefallen.

Was mehr Inhalt betrifft, kann ich Dir z.B. auch was empfehlen,
den Film BADLAND (USA 2008) von Francesco Lucente. Der hat zwar Überlänge von ca. 160 min, aber der Film hat schon was zu vermelden und gilt für mich, als eines des besten Dramen des US-Kinos der Neuzeit. Ich habe den in Abständen schon 4 mal gesehen und es wird nicht langweilig. Ein eher erschütterndes Drama, das es aber auch insich hat und eher unbekannte Darsteller aufweist, die aber alle eine echt tolle Leistung abgeliefert haben. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PROFI - Georges Lautner
BeitragVerfasst: 04.11.2014 10:40 
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Diese Vergleiche amerikanischer Actionfilme von heute mit französischen Filmen der Achtziger ist doch quark, ebenso wie die Aussage, Belmondos Filme seien nicht amerikanisch. Amerikanische Filme waren die großen Vorbilder seiner Actionvehikel, ebenb Streifen wie "Bullit", "Dirty Harry" oder "Getaway". Die Belmondofilme seit etwa 1975 sind uramerkianisch, die haben kaum noch was mit der Frenchcrime der Sechziger/frühen Siebziger zu tun. Was sie natürlich nicht schlechter macht.


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