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 Betreff des Beitrags: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 09.01.2017 00:00 
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Pierre Brasseur   Pascale Audret   Marianne Koch   

Jean-Louis Trintignant Dany Saval

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● PLEINS FEUX SUR L'ASSASSIN / MITTERNACHTSMÖRDER (F|1961)
mit Robert Vattier, Jean Ozenne, Jean Babilée, Georges Rollin, Gérard Buhr, Maryse Martin, Serge Marquand und Philippe Leroy
eine Champs-Élysées Produktion | im Verleih der Metro-Goldwyn-Mayer
ein Film von Georges Franju



Gleich einem einsamen Adlerhorst hält Schloss Keraudren Wache über den Bergen der Bretagne. Der Graf und Besitzer des Schlosses ist schwer erkrankt. Nach Ansicht der Ärzte besteht keine Hoffnung mehr, dass er eine Nacht überstehen wird, jedoch am nächsten Morgen ist er verschwunden. Als sich die Erben auf dem Schloss einfinden, erfahren sie, dass der Graf, falls er gestorben ist, erst nach Ablauf von fünf Jahren, vom mutmaßlichen Todestag an gerechnet, nach dem Gesetz für tot erklärt wird. Bis dahin bleibt die Erbschaft unangetastet, doch müssen die Verwandten und Erben für die gesamte Unterhaltung des Schlosses aufkommen. Einer von ihnen hat die geniale Idee, das Schloss zur Besichtigung freizugeben und durch nächtliche Schlossbeleuchtung die Attraktion und damit die Einnahmen zu erhöhen. Aus hundertjährigem Schlaf gerissen, erwacht das Schloss zu regem Leben. Besucher kommen und gehen, und über Lautsprecher werden die oft tragischen und grausamen Schicksale der früheren Bewohner erzählt. Eine merkwürdige Parallele zu den geheimnisvollen Ereignissen der verstorbenen und der jetzigen Bewohner auf Schloss Keraudren beginnt sich abzuzeichnen. Das Schloss wird für die Nichten und Neffen des verschwundenen Grafen zu einem Ort des schleichenden Grauens.

Die Kette der sensationellen Ereignisse beginnt damit, dass Henri, einer der Erben, von einem elektrischen Schlag tödlich getroffen wird, als er versucht, einen defekten Scheinwerfer zu reparieren. Kurz danach wird André, der Jeanne den Hof macht, von deren Ehemann überrascht und von ihm in blinder Eifersucht ermordet. Jeanne durch diese schreckliche Tragödie in geistige Umnachtung und begeht Selbstmord. Sie stürzt sich vom Turm in die Tiefe. Wer steckt hinter all diesen schrecklichen Vorfällen? Ist es vielleicht einer der Erben, der sich das gesamte Vermögen dadurch sichern will, dass er einen perfekten Mord nach dem anderen begeht? Zu dieser Annahme besteht berechtigte Begründung: Wer hat den Strom in dem Augenblick wieder eingeschaltet, als Henri den Scheinwerfer reparierte? Woher wusste Bénoist-Sainval, dass sich seine Frau mit André zum Rendezvous verabredet hatte? War es nicht glänzend arrangiert, einen weniger töten zu müssen, ihn dafür aber als Mörder lebenslang ins Zuchthaus zu bringen? Wurde die Mikrofonanlage nicht dazu benutzt, Jeanne in den Tod zu treiben? In den Tagen vor ihrem Selbstmord vernahm sie in bohrender Regelmäßigkeit eine Stimme, die ihr einhämmerte: »Du bist Schuld« ...


Die "Illustrierte Film-Bühne" beschreibt den Film des bekannten französischen Regisseurs Georges Franju sehr vielversprechend, doch auch hier handelt es sich um einen Beitrag, der zumindest in der deutschen Fassung das letzte Mal im Jahr 1970 ausgestrahlt wurde. Zusammen mit der MGM-Kinoauswertung von 1961 kann man nicht gerade von Präsenz, beziehungsweise einem Überangebot für den interessierten Zuschauer sprechen und es ist immer wieder erstaunlich, dass unzählige Filme in der Versenkung verschwunden sind und daher nicht nur selten, sondern auch in Vergessenheit geraten sind. "Mitternachtsmörder", der im Originaltitel "Pleins feux sur l'assassin" heißt, was andeuten will, dass der Mörder, auf den man sich konzentrieren soll, hier ins Rampenlicht gerückt wird, hört sich potentiell sehr spannend an und es scheint, als präsentiere Franju seinen düsteren Beitrag in der Tradition bekannter und vor allem klassischer Vertreter des Gruselkrimi- und Suspense-Bereichs, was für Fans dieser Richtung ein Leckerbissen sein dürfte. Bestückt mit einer absolut prominenten Besetzung aus dem Bilderbuch, scheint die besondere Unterhaltung garantiert zu sein. So viel oder so wenig dazu, Georges Franjus Arbeit würde sich auf einer schönen Veröffentlichung sicherlich sehr gut machen.


Zuletzt geändert von Prisma am 14.01.2017 15:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 09.01.2017 10:54 
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Trintignant / Franju, das ist ein feine Kombination.

Du hattest bisher (auch) keine Chance den Film zu sichten?

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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 09.01.2017 20:16 
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sid.vicious hat geschrieben:
Trintignant / Franju, das ist ein feine Kombination.

Sehe ich genauso. Überhaupt klingt der ganze Stab sehr schmackhaft. Ich erwarte mir sehr viel von dem Film.


sid.vicious hat geschrieben:
Du hattest bisher (auch) keine Chance den Film zu sichten?

Bislang noch nicht, der ist aber in Frankreich bei Gaumont erschienen.
Die Veröffentlichung werde ich mir auf jeden Fall demnächst zulegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 09.01.2017 21:52 
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Danke für die Info.

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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 05.02.2017 15:45 
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● INTERVIEW MIT REGISSEUR GEORGES FRANJU AUS DER PRESSE-MAPPE DER METRO-GOLDWYN-MAYER
"GEORGES FRANJU: KEIN GRUSELFILM" - MITTERNACHTSMÖRDER (F|1961)

»Zum Schluss des Filmes habe ich mir noch ein kleines Privatvergnügen gestattet«

Wir wollten keinen Gruselfilm machen, auch keinen klassischen Kriminalfilm. Es sollte ein Stück werden, in dem die Wirklichkeit und der Traum, das Erstaunliche und das Absurde miteinander verschmelzen. Von einem bestimmten Blickwinkel aus betrachtet könnte man das Geschehen als "surrealistisch" bezeichnen. Um diesen Film zu drehen, habe ich mehr als 50 Schlösser in Frankreich besucht, und meine Wahl fiel schließlich auf eine Burg in meiner Heimat; der Bretagne. MITTERNACHTSMÖRDER ist so der erste Film, bei dem ich vollständig auf die Benutzung von Studios verzichtete, denn es schien mir, dass eine Kulisse, sei sie auch noch so geschickt hergestellt, niemals die Atmosphäre der Türme und Türmchen, der Verließe und der Gewölbe, die Weite der bretonischen Landschaft unter ihrem wunderbar klaren Himmel wiedergeben kann. Der Film enthält wenig Dialog, denn ich habe mich bemüht, jede Szene so minutiös aufzubauen, dass alle darauf folgenden deren logische Weiterführung sind.

Darin liegt das Wesentliche meines Berufes, und wer dies erreicht, nennt sich - meiner Meinung nach - mit Recht Regisseur. Den Stoff als solchen entdeckten Boileau und Narcejac, die beiden Drehbuch-Autoren, als sie im Hotel des Invalides an einer Feierlichkeit teilnahmen. Auf dem Hof hatte man Scheinwerfer und Mikrophone aufgebaut und das nächtliche Schauspiel, das sich bot, war grandios genug, ihre Fantasie zu reizen und den Hintergrund für ein Drehbuch abzugeben. Man kann sich leicht denken, dass ich von der Idee begeistert war. Der Gedanke, über den üblichen Rahmen der Leinwand hinauszugehen und eine zusätzliche Dimension, die akustische "ins Bild" zu bringen, erschien mir geradezu großartig. Zum Schluss des Filmes habe ich mir noch ein kleines Privatvergnügen gestattet. Ich drehte eine Szene, die vielleicht manchen schockieren wird, die sich aber trotz ihrer Komik in den Rahmen des Filmes sehr gut einfügt. Es handelt sich um ein Begräbnis. Mehr möchte ich nicht verraten. Es wird Ihnen selbst auffallen.


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 23.02.2017 15:29 
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kommt bald von Arrow:

ich zitiere mal die diabolikdvd.com-Ankündigung:

"Spotlight on a Murderer (Arrow Academy) (DVD / Blu-Ray Combo)


When the terminally ill Count Hervé de Kerloquen (Pierre Brasseur, Goto, Isle of Love) vanishes without trace, his heirs are told that they have to wait five years before he can be declared legally dead, forcing them to devise ways of paying for the upkeep of the vast family château in the meantime. While they set about transforming the place into an elaborate son et lumière tourist attraction, they are beset by a series of tragic accidents – if that’s really what they are…

The little-known third feature by the great French maverick Georges Franju (Eyes Without a Face, Judex) is a delightfully playful romp through Agatha Christie territory, whose script (written by Pierre Boileau and Thomas Narcejac of Les Diaboliques and Vertigo fame) is mischievously aware of the hoariest old murder-mystery clichés and gleefully exploits as many of them as possible.

They’re equally aware of the detective story’s antecedents in the Gothic novel, a connection that Franju is only too happy to emphasise visually at every opportunity thanks to his magnificent main location. A young Jean-Louis Trintignant (The Conformist, Amour) is amongst the Kerloquen heirs.

SPECIAL EDITION CONTENTS

• High Definition Blu-ray (1080p) and Standard Definition DVD presentations of the feature, restored by Gaumont
• Uncompressed French Mono 1.0 PCM Audio
• Optional English subtitles
• Vintage production featurette from 1960, shot on location and including interviews with Georges Franju and actors Pascale Audret, Pierre Brasseur, Marianne Koch, Dany Saval and Jean-Louis Trintignant
• Original theatrical trailer
• Reversible sleeve with original and newly commissioned artwork by Peter Strain"


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 23.02.2017 22:35 
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Howard Vernon hat geschrieben:
kommt bald von Arrow

Vielen Dank für die Info, das ist wirklich eine sehr schöne Nachricht, zumal der Film sehr sehenswert ist!
Da hat Georges Franju nämlich einen hoch interessanten und sehr extravaganten Beitrag abliefern können, der wider erwarten recht unkonventionell ausgefallen ist.
Das war aufgrund des Titels und des Produktionsjahres vielleicht nicht unbedingt zu erwarten, wenngleich man sich an etablierten Krimi-Formaten oder Grusel anlehnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 24.02.2017 12:50 
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@Prisma

Ich freue mich auch schon ziemlich auf den Titel - ich hatte den Film in den 90er Jahren auf Arte gesehen, dort lief er mit dt. UT (soweit ich weiß, gibt es keine dt. Sprachfassung); leider hat Franju ja nicht so viele Filme gedreht, wobei die wenigen, die ich kenne, mir allesamt wegen ihrer poetisch ruhigen Besonderheit, um das mal so zu nennen, sehr gefallen. Mein Lieblingsfilm von ihm ist - und wird es wohl bleiben - JUDEX, der nostalgisch melancholisch das Stummfilmkino (und besonders das Kino Louis Feuillades) ästhetisch feiert (bei JUDEX spielt übrigens auch Frau Koscina in einer kleinen Nebenrolle mit); ansonsten ist natürlich LES YEUX SANS VISAGE sehr zu empfehlen...


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 24.02.2017 14:59 
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Howard Vernon hat geschrieben:
(soweit ich weiß, gibt es keine dt. Sprachfassung)


Zumindest gab es eine im Kino. Außerdem (wie Prisma erwähnte) auch eine deutsche TV-Ausstrahlung im Jahre 1970 (die ich sogar selbst noch gesehen habe). Leider ist nicht bekannt, welche Rundfunkanstalt der ARD sie ausstrahlte. Ich hatte mal auf Verdacht den WDR wegen eines Mitschnittes angeschrieben, leider hatten sie kein Material.


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 24.02.2017 16:45 
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Ragory hat geschrieben:
Howard Vernon hat geschrieben:
(soweit ich weiß, gibt es keine dt. Sprachfassung)


Zumindest gab es eine im Kino. Außerdem (wie Prisma erwähnte) auch eine deutsche TV-Ausstrahlung im Jahre 1970 (die ich sogar selbst noch gesehen habe). Leider ist nicht bekannt, welche Rundfunkanstalt der ARD sie ausstrahlte. Ich hatte mal auf Verdacht den WDR wegen eines Mitschnittes angeschrieben, leider hatten sie kein Material.


Sehr interessante Information; dann besteht ja durchaus Hoffnung, dass der Film tatsächlich einmal mit dt. Sprachfassung veröffentlicht wird - bei JUDEX weiß ich es jetzt nicht mehr, ob der im TV mit dt. Synchro lief (ich selbst habe die DVD aus GB)...


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 24.02.2017 19:41 
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Howard Vernon hat geschrieben:
Ich freue mich auch schon ziemlich auf den Titel - ich hatte den Film in den 90er Jahren auf Arte gesehen

Ich habe ihn jetzt jüngst zum ersten Mal gesehen und ich war auch gleich angetan.
Wie du so schön beschrieben hast, liegt das hauptsächlich an eben diesem besonderen Inszenierungsstil, der mich schon bei "Augen ohne Gesicht" begeistern konnte.
Den "Judex" habe ich noch nicht gesehen, ihn allerdings schon länger vorliegen.
Liegt auf meinem Sylva-Koscina-Stapel. :mrgreen:

Mit deutscher Synchronisation wäre das absolut interessant, wie Ragory schon schreibt, dürfte es nämlich tatsächlich eine geben.


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 Betreff des Beitrags: Re: MITTERNACHTSMÖRDER - Georges Franju
BeitragVerfasst: 24.02.2017 20:11 
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Ragory hat geschrieben:
Ich hatte mal auf Verdacht den WDR wegen eines Mitschnittes angeschrieben, leider hatten sie kein Material.

Übrigens habe ich genau das gleiche kürzlich auch versucht und natürlich ebenfalls eine Absage bekommen.
Der Begründung dafür war aber absolut logisch, da es sich bei "Mitternachtsmörder" um keine Eigenproduktion oder einen Film unter deren Beteiligung handelt.
Sehr schade, wäre aber auch zu einfach gewesen.


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