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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 04.07.2010 20:39 
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Originaltitel: I... comme Icare
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 1979
Regie: Henri Verneuil

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Im Zuge der Ermordung des US-Präsidenten Kennedys entstand dieser Film von Henri Verneuil. Montand ermittelt in einem Mordfall. Auf offener Straße wurde ein Politiker erschossen. Eigentlich gilt der Fall als abgeschlossen, doch Montand entdeckt immer wieder Kleinigkeiten, die die offizielle Version als unglaubwürdig erscheinen lassen.

Die Musik ist von Morricone (Affen-Geil!!!)
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 31.10.2010 14:49 
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Der gerade wiedergewählte Staatspräsident Jary wird ermordet. Nach einjähriger Arbeit stellt eine Untersuchungskommission fest, dass es sich um die Tat eines verwirrten Einzeltäters gehandelt hat, der sich anschließend selbst tötete. Doch Generalstaatsanwalt Volney (Yves Montand) weigert sich, das Abschlussdokument zu unterzeichnen. Er rollt die Ermittlungen wieder auf (und wir Zuschauer wissen, dass er damit auf der richtigen Fährte ist) und stößt dabei auf Zeugen, die im Report gar nicht erwähnt wurden und mittlerweile auf mysteriöse Weise aus dem Leben geschieden sind (der 9. Zeuge ist hier übrigens ein kleiner logischer Fehler), eine von ihnen ist übrigens Brigitte Lahaie! 8-) , einen Professor, der das berüchtigte Milgram-Experiment durchführt (mit erschreckenden Ergebnissen), und eine Spur, die ihn zum nationalen Geheimdienst führt...

Es ist bestimmt 20 Jahre her, dass ich den Film zuletzt als Jugendlicher im TV sah. Sehr beeindruckt war ich damals, und sehr beeindruckt bin ich auch heute. "I wie Ikarus" ist ein Film, an dem fast alles stimmt. Dass es sich praktisch um einen Film über das Kennedy-Attentat handelt, ist mir damals nicht aufgegangen, doch fällt heute der diesbezügliche Groschen wie Schuppen aus den Haaren. Filme mit einem unbestechlichen Ermittler, der sich praktisch allein gegen alle behaupten muss, haben bei mir immer einen Stein im Brett (s.a. "Die Macht und ihr Preis" oder Costa-Gavras' Z).

Der Film erschien Anfang des Jahres bei Kinowelt, was prinzipiell sehr löblich ist. Extras gibt es leider praktisch gar nicht, und die Bildqualität ist leider Kinowelt-unwürdig.

Fazit: TOP-Film, aber leider keine Top-Veröffentlichung.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 31.10.2010 23:23 
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Ist auch einer meiner Lieblingsfilme, hab ich damals mal im TV gesehen, als ich noch zur Schule ging, besonders diese Szene mit den Stromschlägen fand ich unheimlich. Später hab ich dann erfahren, daß es dieses Experiment tatsächlich gab. Gerade DIESER Film hätte mehr Zusatzmaterial verdient.
Ich hab ihn Ende der 90er aufgenommen, lief in der ARD.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 09.01.2014 11:38 
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Ein einfach großartiger Film. Im Gegensatz z.B. zu Oliver Stones kann I wie Ikarus den Kennedy-Mord etwas freier aufgreifen, weil die Story vorgibt fiktional zu sein. Trotzdem ist es gerade in der ersten Stunde interessant, wie Verneuil das Attentat darstellt. Er baut eine tolle Spannung auf und spielt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer.
In der zweiten Hälfte wird der Film zunehmend politisch motiviert. Verneuil droht manchmal den Faden zu verlieren, wie z.B. bei dem fast fünfzehnminütigen Psycho-Experiment, kommt aber immer wieder zu klaren und präzisen Schlüssen. Leider wird der Zuschauer auch am Ende mit so viel Informationen auf einmal überhäuft, dass man bestimmte Szenen zwei Mal sehen muss, um den nur noch angedeuteten roten Faden wahr zu nehmen.
Trotzdem ein erstklassiger Politthriller.
9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 17.10.2014 21:12 
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Ich bin echt geplättet, die Bezeichnung "genial" scheint mir hier noch arg untertrieben, aber mir fällt gerade kein anderer Superlativ ein.
Es ist so ein Film, dem man seine 2 Stunden nicht im Geringsten anmerkt, der vergeht quasi im Handumdrehen.
Man fiebert von Anfang an mit und mit zunehmender Laufzeit entwickelt der Film eine extreme Sogwirkung, fast schon so etwas wie Faszination.
Der Zuschauer wird immer mehr in den Film hineingezogen und fast schon gezwungen mitzudenken und sich mitreißen zu lassen.
Der Film mag zwar von der Thematik her nicht auf ein Meisterwerk hinweisen; im Grunde geht es um den Mord am gerade erst wiedergewählten Präsidenten.
Die Geschichte orientiert sich am Kennedy-Mord, aber da man ja vorgibt, es handle sich um eine fiktive Geschichte, kann man es ja beliebig ausbauen.
Und so, wie das ganze eben ausgebaut ist (Mörder ist ein Psychopath, ein Einzelgänger, die Zeugen, der Aufschrieb von Heiniger, das Psycho-Experiment,...) gibt es tausende Dinge, die einem zwar zunächst seltsam erscheinen, im weiteren Verlauf aber immer einen Sinn ergeben.
Das sind die Dinge, die zumindest für mich, den Film so unterhaltsam machen.
Dann gibt's da natürlich auch noch den Einbruch bei Mallory und die letzte Viertelstunde ist dann ein absoluter Knaller, wenn Volney sich das Tonband anhört und der Lösung Schritt für Schritt näher kommt.
Aber das Ende setzt dem ganzen dann die Krone auf und vollendet diesen Film zu einem absoluten Meisterwerk.
Natürlich trägt auch die Musik von Ennio Morricone ihren Teil zur Atmo bei (Szene mit der Safeöffnung) und die ist auch wieder äußerst gelungen.
Bei den schauspielerischen Leistungen brauchen wir gar nicht lange herumreden, ich denke bei so einem Film, ist es selbstverständlich, ausnahmslos Glanzleistungen geboten zu bekommen.

Fazit: Als Fan gepflegter Politthriller dürfte man hier nichts anderes geben, als die Höchstnote.
Die hat der Film mehr als verdient.
10/10 und eine allgemeine Empfehlung.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 29.11.2014 16:24 
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ugo-piazza hat geschrieben:
Der Film erschien Anfang des Jahres bei Kinowelt, was prinzipiell sehr löblich ist. Extras gibt es leider praktisch gar nicht, und die Bildqualität ist leider Kinowelt-unwürdig.


Die Bildqualität des Youtube Trailers finde ich gut, kann man diese mit der Dvd Qualität vergliechen?

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 29.11.2014 16:46 
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Soweit ich mich erinnere, ist das Bild stellenweise deutlich unsauber, also an diesen Stellen auf jeden Fall Kinowelt unwürdig.
Vielleicht täusche ich mich da, aber ich glaube auch die Tonqualität ist manchmal unter aller Sau, also rauschen und knistern im Hintergrund.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 29.11.2014 19:21 
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DAnke dir...jetzt müsste man nur wissen, ob evtl. noch was besseres nachkommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 30.11.2014 15:34 
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Ich habe das Bild nicht als wahnsinnig schlecht in Erinnerung, aber es ist halt nicht mehr als ein durchschnittlicher Letterbox-Transfer, der beim Aufzommen und bei den heutigen Bilddiagonalen ganz deutlich seine Schwächen zeigt. Zur Zeit des Erscheinens der deutschen DVD war er jedenfalls nicht mehr zeitgemäß. Eine Blu-ray wäre für diesen grandiosen Film äußerst wünschenswert, auch wenn ich persönlich in naher Zukunft nicht damit rechne. Wenn man den Film also gerne sehen möchte und einem die DVD für kleines Geld über den Weg läuft kann man ruhig zuschlagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 01.12.2014 17:24 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
also an diesen Stellen auf jeden Fall Kinowelt unwürdig.


Ich würde eher sagen Kinowelt-Durchschnitt, was das betrifft.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 01.12.2014 18:38 
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Nobody hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
also an diesen Stellen auf jeden Fall Kinowelt unwürdig.


Ich würde eher sagen Kinowelt-Durchschnitt, was das betrifft.


Meinst du? Ich habe ein paar andere Kinowelt-Scheiben (Red Heat, Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, Angst über der Stadt, Der Profi) und bei diesen Filmen ist die Qualität nie so schlecht, wie stellenweise bei I WIE IKARUS.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 01.12.2014 18:59 
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Ja, gerade die Belmondo Filme sind schon Ok, wenn man ihr Alter in Betracht zieht. Ich bin da auch kein Farbnuancenabgleicher und Pixelzähler, aber andere Labels holen da mehr aus dem Material raus.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 01.12.2014 19:19 
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Nobody hat geschrieben:
Ich bin da auch kein Farbnuancenabgleicher und Pixelzähler, aber andere Labels holen da mehr aus dem Material raus.


So ist es. Die Qualität ist akzeptabel, da gibt's viel schlechteres. Von daher kann man durchaus zufrieden sein, zumal die Scheiben ja im Low-Price-Segment laufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 03.12.2014 10:25 
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Jup, also mir genügt es, aber viele hier im Forum sehen das sicherlich anders.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 20:44 
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Auf der DVD von Kinowelt leider nicht mit dabei, der deutsche Kinotrailer:

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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 21:09 
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Der Film ist der absolute Wahnsinn :!: und der Trailer fantastisch :dh: Vielen Dank dafür :hutheben:

Habe Ikarus gerade erst vor 2 Wochen zum ersten mal gesehen ( :oops: ) und bin immer noch völligst begeistert.
Bin mir ziemlich sicher, dass der Film schon sehr bald für eine 2. Runde im Abspielgerät landen wird und dabei fallen dann auch bestimmt ein paar visuelle Eindrücke für diesen Thread ab :)


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 21:18 
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Bei mir liegt der schon seit Ewigkeiten auf Halde, aber der Trailer gibt einem ja wirklich einen Tritt in den Hintern, sich den Film anzuschauen. :D
Danke fürs Einstellen! 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 21:42 
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Prisma hat geschrieben:
Bei mir liegt der schon seit Ewigkeiten auf Halde, aber der Trailer gibt einem ja wirklich einen Tritt in den Hintern, sich den Film anzuschauen. :D


Ich hoffe der Trailer tritt Dir ordentlich genug in den Hintern, damit Du Dir den Film dann auch schnellstmöglich anschaust :D Zähle Ikarus zu den Filmen, die mich im letzten Jahr mit am meisten begeistern konnten. Wäre auch schon auf Dein Feedback sehr gespannt ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 21:46 
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Das von diesem Spitzenfilm ein Thread existiert, hab ich erst soeben bemerkt :?
Der deutsche Trailer ist klasse :)

Einer der intelligentesten Politthriller, der einer meiner absoluten Politthriller-Lieblinge ist und einer der besten 5-10 Politthriller aller Zeiten sein dürfte, der seinen Platz ziemlich oben haben müßte :jc_doubleup:

Vielleicht verfasse ich demnächst auch noch etwas mehr dazu.

Was mir damals sofort bei der TV-Ausstrahlung auffiel, war die Tatsache, das der Film um ca. 9-10 min länger war, als auf der alten Constantin-VHS. Wenn ich mich recht entsinne, so war ein ganzes Treffen bzw. auch Gespräch zwischen dem Staatsanwalt Volney und dem Geheimdienstchef im TV zusehen, was auf Video gänzlich fehlte. Naja,... zumindest ist der Film nun auch vollständig auf DVD.

Prisma hat geschrieben:
Bei mir liegt der schon seit Ewigkeiten auf Halde, aber der Trailer gibt einem ja wirklich einen Tritt in den Hintern, sich den Film anzuschauen. :D

Na dann wird es mal wirklich Zeit für Dich, diese geniale Bildungslücke zu schließen :D
Der Film hat alles, was ein gut durchdachter, spannend inszenierter und schauspielerisch brillant dargebotener Politthriller braucht.

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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 22:39 
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Graf von Karnstein hat geschrieben:
Das von diesem Spitzenfilm ein Thread existiert, hab ich erst soeben bemerkt :?
Der deutsche Trailer ist klasse :)



So dolle finde ich den Trailer gar nicht.


Der Film selbst ist freilich ganz, ganz großes Kino und absolutes Pflichtprogramm.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 22:52 
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Hervorragend ist der Trailer nicht gerade.
Nicht so, wie der Film, versteht sich. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 23:05 
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Na, die Qualität eines Trailers lässt sich doch gut damit einschätzen, ob man schließlich animiert wird, sich den jeweiligen Film auch anzuschauen.
Dieser ist so einer, also finde ich ihn auch gut. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 23:09 
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Ich habe ja nicht gesagt, dass es ein schlechter Trailer wäre, aber hervorragend ist der auch wieder nicht, im Vergleich zu anderen Trailern aus den 70ern.
Ist meiner Meinung nach ein guter Standard-70er-Trailer.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 19.06.2016 23:16 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Hervorragend ist der Trailer nicht gerade.

Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
aber hervorragend ist der auch wieder nicht

Ich habe schon begriffren, dass nicht hervorragend nicht gleichbedeutend mit schlecht ist. Schon beim ersten Mal. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 20.06.2016 09:33 
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Yves Montand   in

I WIE IKARUS

● I... COMME ICARE / I WIE IKARUS (F|1979)
mit Michel Albertini, Roland Amstutz, Jean-Pierre Bagot, Georges Beller, Maurice Benichou, Edmond Bernard, u.a.
eine Produktion der Antenne-2 | Société Française de Production | V Films | im Verleih der Neue Constantin Film
ein Film von Henri Verneuil


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»Ein Weltverbesserer bringt sich nicht selbst um!«

Staatspräsident Jarry (Gabriel Cattand) sieht seiner zweiten Amtszeit entgegen. Bei einem öffentlichen Auftritt wird er vor den Augen tausender seiner Anhänger in seinem Wagen von einem Unbekannten erschossen. Der Attentäter namens Daslow (Didier Sauvegrain) wird wenig später tot aufgefunden und man geht von Selbstmord aus. Nach einem Jahr soll die mit den Ermittlungen beauftragte Untersuchungskommission ihr Ergebnis bekannt geben, allerdings kommt es zu einer spektakulären Wendung. Eines der Mitglieder, Generalstaatsanwalt Henri Volney (Yves Montand), verweigert die Unterschrift, sodass der Bericht der Kommission hinfällig wird. Die Ermittlungen werden nun unter der Leitung von Volney wieder aufgenommen, der aufgrund seiner Erkenntnisse nicht an die Tat eines Einzelnen glauben kann. Mit seinem Team rollt er skandalöse Hintergründe auf, doch die Zeit rennt davon, da bereits etliche Zeugen unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen...

Polit-Thriller, ganz gleich aus welcher Dekade sie auch stammen, lassen sich qualitativ zunächst einmal gut daran messen, ob man rückblickend eine nicht endend wollende Brisanz und vor allem andauernde Aktualität ausfindig machen kann. Anhand der ersten Szenen von Henri Verneuils Film, lässt sich gerade in der heutigen Zeit ein ziemlich unbequemer Realitäts-Transfer herleiten, außerdem verspürt man beim Großthema Politik naturgemäß die schwarzen, verborgenen und zerstörerischen Seiten, die von der Öffentlichkeit ferngehalten werden sollen. Sind es nur Märchen? Ernüchternderweise muss man sich sicherlich eingestehen, dass es zwischen Himmel und Hölle mehr konspirative politische Kraft gibt, als man vielleicht für möglich hält. Enthüllungen, Bloßstellungen, Wahrheiten, aber auch Kolportage, bringen die Masse seit jeher in Aufruhr. Bleibt man ganz schlicht bei diesem Beitrag, überträgt sich dieses Gefühl hundertprozentig auf den Zuschauer und die Geschichte hält einen mehr als unangenehmen Spiegel in einem Schachspiel, möglicherweise ohne Länderbindungen vor, in dem zahlreiche Bauern geopfert werden, damit es den Offizieren nicht an den Kragen geht. Wie man sieht, kann ein solches Spiel auch außer Kontrolle geraten, denn hier wird gleich der Staatspräsident höchstpersönlich ermordet, was den Alltag, das politische Ehrgefühl und Gleichgewicht aus den Angeln hebt. Man braucht nicht zu denken, dass es zu chaotischen Zuständen kommt, diese spielen sich nämlich höchstens temporär ab, weil die Erfahrung lehrt, dass jeder ersetzbar ist und dass die Konkurrenz niemals schläft. Gleich von Beginn an geht es also Schlag auf Schlag. Eine Staats-Eskorte wird ebenso von den jubelnden Massen eskortiert, tausende von Menschen und die Sicherheitskräfte werden schon eine gewisse Sicherheit garantieren, so denkt man zumindest. Als dann auch noch der lauernde Attentäter keinen Schuss abfeuern kann, wiegt man die Zielscheibe in Sicherheit.

Wenig später findet man sich in den abgeschirmten Räumen einer Untersuchungskommission wieder, der schnelle Abschluss ist oberste Priorität, sozusagen die Königsdisziplin, vor allem da man den Massen einen Täter zum Fraß vorwerfen kann. Das suggerierte Motiv bewegt sich vollkommen stilsicher und konstruiert zwischen geistiger Verwirrtheit und dissozialer Persönlichkeitsstörung eines Einzelgängers, man kann daher zu einem Abschluss kommen und die sechs Mitglieder der Kommission müssen die Berge von Akten nur noch mit einer Unterschrift absegnen, damit sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Die Zeit ist nun gekommen, um die Sinnhaftigkeit eines bekannten Sprichwortes hautnah mitzuerleben, nämlich dass die Rechnung ohne den Wirt gemacht wurde. Generalstaatsanwalt Volney verweigert seine Absolution aufgrund vieler ungeklärter Fragen. Der Mann mit der prägnanten Stimme und dem selbstbewussten Auftreten wird vom Zuschauer schnell als diplomatischer Analytiker und intelligenter Rhetoriker mit glasklarem Verstand identifiziert, der es sich aber auch nicht nehmen lässt, unter hohen Einsätzen zu pokern. Ab diesem Zeitpunkt kann dieses brisante Politikum seine Orientierung zum Detail und dem Zusammentragen von Informationen forcieren, die entscheidende Frage, wie die Hintergründe aussehen mögen, sorgt für ausgiebige Spannung. Die Regie scheut sich fortan nicht, ein unüberschaubares Mosaik in Kleinstarbeit mühsam zusammenzufügen, was sich zur großen Stärke entwickeln wird, die man bereits im frühen Stadium wahrnehmen kann. Nicht gerade überraschend, aber relativ plötzlich, gibt es auffällige Brüche in der strategischen Kontinuität des Verlaufs und man wittert die Gefahr von Liquidierung und Mord an allen Ecken und Enden. Längst schließt man ein Komplott von einzelnen Personen oder kleinen Gruppierungen aus, sodass sich der Verdacht verstärkt, dass man es mit weitverzweigtem und bis ins kleinste Detail organisiertem Verbrechen zu tun hat.

Der Kampf gegen ein Phantom ist von Rückschlägen und Ohnmacht geprägt, der Mann, der sich gegen die Maschinerie stellt, wird exzellent von Yves Montand dargestellt. Man kann sicherlich von einer Leistung sprechen, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt, da eine auffällige Mischung von Ausstrahlung und Vehemenz im Krieg gegen subversive Mächte zusammenkommt. Bereits der Vorspann deutet die Ausnahmestellung des Franzosen im Film an, der logischerweise vor dem Titel genannt wird, damit alle anderen Darsteller in alphabetischer Reihenfolge abgespult werden können. Das soll nicht heißen, dass sich nicht auch hier besondere Leistungen ausfindig machen lassen würden, allerdings ist der Film vollkommen auf das Profil von Montand zugeschnitten worden. Was ist unter der unbequemen Grundvoraussetzung zu tun, wenn die Sicherheit von Zeugen und Kollegen längst nicht mehr gewährleistet werden kann? Angesichts dieser Tatsache geht ein stets präsentes Gespenst um, dass sich Tod und Mord nennt, und dessen Opfer, wie sollte es auch anders sein, schleunigst horizontale Gestalt mit Blei im Hirn annehmen werden. Im Sinne von Präzisionsleistungen darf in Henri Verneuils Beitrag definitiv umfassend, oder besser gesagt global gedacht werden, denn die handwerkliche Qualität lässt in keinem Bereich irgend welche Wünsche offen. Mit den Beispielen Ausstattung, Schauplätze, Komparserie, Dialogarbeit oder Musik, erschließen sich höchste Qualitätsebenen und man bekommt ein Gesamtbild vermittelt, das runder nicht sein könnte. Als I wie I-Tüpfelchen darf man auf ein besonderes Finale und eine noch spektakulärere Auflösung dieses verzwickten Falles hoffen, aber der Verlauf garantiert über die gesamte Spiellänge ohnehin besondere Eindrücke. "I wie Ikarus" ist ein umwerfender Polit-Thriller mit spürbarer Brisanz, psychologischer Dichte und außergewöhnlicher Intensität geworden, bei dem der Zuschauer in der stark dezimierten Gruppe der Augenzeugen übrig bleiben wird. Erstklassig!


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 03.01.2017 21:06 
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Läuft am Sonntag, den 15.01. um 20.15 Uhr auf arte in HD. Sieht um einiges besser aus als die olle DVD.


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 03.01.2017 21:14 
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Endlich! Ich liebe diesen Film :ggg55:

Vielen Dank für diesen fantastischen Hinweis :hutheben:


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 03.01.2017 21:17 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Endlich! Ich liebe diesen Film :ggg55:


Icke och! Freu mich schon! :88n:


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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 03.01.2017 21:34 
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Hab ich an Silvester erst gesehen, und für mich eine der schönsten Neuentdeckungen. Leider pflege ich Sonntagabende auf der Autobahn zu verbringen. :|

Trotzdem löblich. Letzten Februar "Z" in HD, nun dieser Film.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: I WIE IKARUS - Henri Verneuil
BeitragVerfasst: 03.01.2017 21:43 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Hab ich an Silvester erst gesehen, und für mich eine der schönsten Neuentdeckungen. Leider pflege ich Sonntagabende auf der Autobahn zu verbringen. :|

Macht ja nichts, für dich gibt's dann die Wiederholungen am 20. und 30.1. jeweils um 13:45.


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