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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 06:40 
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So sehr ich die Wallace-Filme liebe, so sehr ich Alfred Vohrer schätze, Mario Bava spielt in einer anderen Liga (Ich schreibe bewusst "andere Liga", nicht "höhere Liga").

"Blutige Seide" geht in (fast) jeder Hinsicht ein, zwei Schritte weiter als die Wallace-Streifen aus dieser Zeit! Letztlich aber zweitrangig, denn Filme sind glücklicherweise kein Sport (obwohl man bei heutigen "Lauter-langweiliger-blöder-CGI-Schlachten" den Eindruck gewinnen könnte). Ob Vohrer oder Bava, Wallace oder Giallo, allesamt sind sie ein Quell der Freude, unverzichtbar und liebenswert!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 08:55 
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Blap hat geschrieben:
So sehr ich die Wallace-Filme liebe, so sehr ich Alfred Vohrer schätze, Mario Bava spielt in einer anderen Liga (Ich schreibe bewusst "andere Liga", nicht "höhere Liga").

"Blutige Seide" geht in (fast) jeder Hinsicht ein, zwei Schritte weiter als die Wallace-Streifen aus dieser Zeit! Letztlich aber zweitrangig, denn Filme sind glücklicherweise kein Sport (obwohl man bei heutigen "Lauter-langweiliger-blöder-CGI-Schlachten" den Eindruck gewinnen könnte). Ob Vohrer oder Bava, Wallace oder Giallo, allesamt sind sie ein Quell der Freude, unverzichtbar und liebenswert!



Ich wollte damit nur sagen, das DIE TOTEN AUGEN VON LONDON ein echtes Schwarz Weiß Meisterwerk ist, was leider in Deutschland am wenigsten anerkannt ist, weil es zur Edgar Wallace Serie gehört. Der Prophet gilt im eigenen Land immer am allerwenigsten.
Ich wollte Vohrer gar nicht über Bava stellen. Da hatte Harald Reinl im Bezug auf seine Filmographie wesentlich mehr zu bieten als Vohrer.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 09:00 
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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 15:45 
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Malastrana hat geschrieben:
Laut Anolis ist die Hartbox-Auflage identisch mit der abgespeckten, alten e-m-s DVD (sprich, ohne umfangreiches Bonusmaterial).

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Nicht wirklich - was die Specials angeht schon, aber die neue Anolis hat eine OT Spuhr mit drauf!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 17:45 
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Eine Blu-ray muss her!


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 29.07.2011 08:07 
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italo hat geschrieben:
Eine Blu-ray muss her!

Früher oder später wird da sicherlich was Ansprechendes zunächst aus dem Ausland kommen, bin mir sicher. Die visuellen Qualitäten, die dieser und andere Streifen Bavas mitbringen, schreien förmlich danach, auf hochauflösender Ebene eine Wiedergeburt zu erleben.

Gruß, G.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 14.01.2012 15:01 
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Ich kaufe ja eher selten einen Film neu, nur weil ein weiteres Cover auf den Markt kommt. Da "Blutige Seide" aber zu meinen absoluten Lieblingstiteln zählt, war ich am überlegen und habe mich dann doch für das kürzlich erschienene Mediabook entschieden. Was soll ich sagen? Das hat sich diesmal absolut gelohnt. Das Mediabook ist ein Traum und gehört schon jetzt für mich zu den schönsten Veröffentlichungen im Jahr 2012. Das bekommt definitiv einen Ehrenplatz. Da ich die alte Auflage bereits für einen 10er verkloppt habe, war das Update gar nicht mal so teuer. Auch wenn es nur ein neues Cover ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 14.01.2012 18:56 
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deadlyfriend hat geschrieben:
Ich kaufe ja eher selten einen Film neu, nur weil ein weiteres Cover auf den Markt kommt. Da "Blutige Seide" aber zu meinen absoluten Lieblingstiteln zählt, war ich am überlegen und habe mich dann doch für das kürzlich erschienene Mediabook entschieden. Was soll ich sagen? Das hat sich diesmal absolut gelohnt. Das Mediabook ist ein Traum und gehört schon jetzt für mich zu den schönsten Veröffentlichungen im Jahr 2012. Das bekommt definitiv einen Ehrenplatz. Da ich die alte Auflage bereits für einen 10er verkloppt habe, war das Update gar nicht mal so teuer. Auch wenn es nur ein neues Cover ist.


Wieviel Seiten hat das Booklet und gibts auch ein paar Infos zum Film?


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 14.01.2012 19:29 
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Dr. Freudstein hat geschrieben:
deadlyfriend hat geschrieben:
Ich kaufe ja eher selten einen Film neu, nur weil ein weiteres Cover auf den Markt kommt. Da "Blutige Seide" aber zu meinen absoluten Lieblingstiteln zählt, war ich am überlegen und habe mich dann doch für das kürzlich erschienene Mediabook entschieden. Was soll ich sagen? Das hat sich diesmal absolut gelohnt. Das Mediabook ist ein Traum und gehört schon jetzt für mich zu den schönsten Veröffentlichungen im Jahr 2012. Das bekommt definitiv einen Ehrenplatz. Da ich die alte Auflage bereits für einen 10er verkloppt habe, war das Update gar nicht mal so teuer. Auch wenn es nur ein neues Cover ist.


Wieviel Seiten hat das Booklet und gibts auch ein paar Infos zum Film?



Das Booklet hat 12 Seiten und besteht aus Szenenfotos, sowie einigen internationalen Covermotiven und einem Artikel von Fabian Rodewald.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 20.01.2012 22:04 
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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 01:56 
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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 01:58 
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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 08:55 
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Das neue Mediabook dürfte heute auch bei mir eintrudeln.
Bin echt extrem gespannt auf den Film, weil leider noch nie gesehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 21:44 
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Achtung, halber Spoiler:

Mir war der Film am Ende zu theatralisch. Ist mittlerweile doch ein bisschen angestaubt.
Abgesehen davon ist das einer dieser Filme, wo du dir irgendwann denkst... "Hmm, Moment mal... wenn DER da mitspielt und bis jetzt noch kaum was gemacht hat, dann wird da bestimmt noch was kommen, also kann eigentlich nur er/sie der Mörder sein."
...sowas halte ich schon für relativ gravierendes Regieversagen. Leute zu buchen, oben in die Credits zu packen und sie dann bis zum Ende des Films fast tatenlos warm zu halten, wo dann eigentlich klar ist, wofür sie die ganze Zeit "fehlten".... das geht wesentlich besser.

Wenn ich's genauso kunstvoll, aber direkter und schnörkelloser will, dann gucke ich lieber Ercoli.
Fand auch "Sieben Jungfrauen für den Teufel" besser als den hier.

Im Grunde ist das Ding hier nichts anderes als eine von Wallace & Co. inspirierte Italo-Version, die im Grunde die Überleitung von Schwarz/Weiß zu Farb-Wallace ankündigte. Das war es aber auch.
Schönes Ding, aber gibt Gialli, die Welten besser sind.

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Luc Merenda in "A Man Called Magnum" zu einer minderjährigen weiblichen Zeugin von vielleicht 13 Jahren, nachdem diese ihm vorher einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, nur weil er ihre Bilder lobte... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 21:59 
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Mit Wallace hat "Blutige Seide" rein gar nichts zu tun. Wo sind die Sympathieträger, die Identifikationsfiguren? Das ist schon mal der Hauptunterschied. Hier löst kein kesser Ermittler den Fall und heiratet am Ende die Hauptzeugin. Hier löst sich der Fall selbst durch Zusammenbruch des/der Verantwortlichen. Es geht hier auch gar nicht so um die Auflösung, im Vordergrund steht der Eindruck einer Welt voller getriebener Individuen, ohnmächtig gegenüber ihren Leidenschaften, Marionetten ihrer Obsessionen ... durchdacht visualisiert mit einer symbollastigen Bildsprache.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 22:15 
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Dafür hat der Film in puncto theatralischer Täterabgesang mit Wallace, im Gegensatz zu vielen anderen Gialli, aber umso mehr gemein.
Für mich war das am Ende mehr Shakespeare als abgründig. Sorry. Entsprechend hat mich die Atmosphärik auch nicht so recht vom Hocker gehauen.
Das Geschmachte am Ende ist etwas, was ich von einem Giallo überhaupt nicht erwarte. Das haut mich sogar regelrecht raus. Tut mir leid. Das ist mir für nen Giallo zwei, drei Level zu bieder.

Authentisch bzw. überzeugend mit Blick auf die abgründige Welt der Täter fand ich den Film in keinster Weise. Dagegen sind die meisten Vincent Price-Filme allein dank Price schon eine Offenbarung an seelischer Tiefe.

Ich fand den Film nicht schlecht, aber ich kenne sowohl eine Reihe von spannenenderen als auch überzeugenderen Genre-Beispielen.
Er mag stilbildend gewesen sein, aber die Nachfolger haben das zum Teil wirklich deutlich besser gemacht als Bava.

Eisenstein war auch mal der Urknall, aber mittlerweile gehört er in die Mottenkiste. Wenngleich etliche Filmwissenschaftler noch heute so tun, als müsste man jeden zweiten Film auf Eisenstein zurückführen - so als ob jeder Regisseur, der Parallelmontage macht, vorher zwangsläufig einen Eisentein-Film gesehen haben muss...^^

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 23:21 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
Ich fand den Film nicht schlecht, aber ich kenne sowohl eine Reihe von spannenenderen als auch überzeugenderen Genre-Beispielen.
Er mag stilbildend gewesen sein, aber die Nachfolger haben das zum Teil wirklich deutlich besser gemacht als Bava.

Eisenstein war auch mal der Urknall, aber mittlerweile gehört er in die Mottenkiste. Wenngleich etliche Filmwissenschaftler noch heute so tun, als müsste man jeden zweiten Film auf Eisenstein zurückführen - so als ob jeder Regisseur, der Parallelmontage macht, vorher zwangsläufig einen Eisentein-Film gesehen haben muss...^^

Da kann ich nur 100%ig beipflichten - sehe ich genauso!

Zweifelsohne war BLUTIGE SEIDE eine Art door-opener für das Giallo-Genre, aber da gibt es sicher weitaus besseres. Einem Einsteiger würde ich zb nicht BS als Anfix-Giallo in die Retina spritzen, da bleibt wohl keiner drauf hängen und will mehr von dem gelben Filmstoff.

Beim ersten Anschauen war ich echt ziemlich enttäuscht, mittlerweile geht's ein bischen versöhnlicher zu, aber wie gesagt der große Wurf ist BS für mich auch nicht - weder als Giallo, noch als Bava.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 23:44 
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Ihr seht das vermutlich eher andersrum, aber wo Martino in z. B. "Torso" fernab jeder Subtilität mit nackten Brüsten und kruden blutigen Effekten um sich wirft, setzt Bava in Blutige Seide 100% auf Farbdramaturgie, Lichtstimmungen, Kameraeinstellungen und andere Mittel, die aus meiner Sicht nicht nur das Genre vorprägen, sondern nach wie vor in dessen Spitzenklasse gehören. Ich glaube alles Wesentliche, was es offiziell auf DVD zumindest mit englischer Sprachoption gibt, gesehen zu haben, und würde Blutige Seide immer noch zu den Top 5 zählen, mindestens. Also wer das explizit Nackte und Blutige hier vermisst, der hat natürlich objektiv gesehen recht, aber ansonsten ist aus meiner Sicht sehr vieles Wesentliches des Giallo schon vorhanden und seiner Zeit voraus. Bei dem Wallace-Vergleich, wenn man den überhaupt ziehen will, denke ich eher an Margheriti, der in "Nude si muore" doch sehr züchtig zu Werke geht und auf mich viel braver wirkt als Bava.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 23:55 
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Auf solche Slasher-Filme steh ich auch nicht.

Lieblingsgialli von mir aktuell sind z.B.:

- The Child - Die Stadt wird zum Alptraum
- Death walks on High Heels
- Das Geheimnis der grünen Stecknadel (länger nicht mehr gesehen, aber in guter Erinnerung)
- Das Geheimnis der blutigen Lilie (ich kann überhaupt nicht auf Carnimeos Western, aber hier ging die Rechnung m.E. spitze auf)
- Der Killer von Wien
- Der schwarze Leib der Tarantel

Auch "Nacht der rollenden Köpfe", den viel nackte Haut offenbarenden, aber schön dreckig-stilvollen "Nacht der blanken Messer" und "Schön, nackt und liebestoll" fand ich super...

Selbst bei manchen Filmen mit wirklich guten Schockmomenten wie z.B. "Die rote Dame" war ich aber über gewisse kitschie Facetten sehr enttäuscht. Ich bin da schnell rauszureißen. Ich mag keine Gialli, die partiell auf Wallace-Niveau abdriften. Das sind für mich zwei Sparten, die beide gut kommen, aber wirklich ums Verrecken nicht ansatzweise vermischt gehören.

Den Typ Frauenrolle, den Barbara Bouchet in der "roten Dame" gespielt hat, fand ich für einen Giallo z.B. katastrophal und geradezu rotzig bieder - das wirkt, als hätte sich jemand aus einem Heimatfilm da rein verirrt. Naivchen, wie es sie nur im Film gibt. Da gab es echt schon in den 30ern Frauenrollen, die fünfmal versierter waren.
Wenn du das etwa mit Susan Scott bei Ercoli vergleichst wirkt das wie im Kindergarten.

Und die Theatralik gegen Ende von "Blutige Seide" fand ich ähnlich deplatziert. So überzogene, stoische Gesten gehören vielleicht in das Cinemascope-Kino der 50er in Hollywood, aber ein Giallo ist für mich was anderes.

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Zuletzt geändert von Detective Lloyd am 21.01.2012 23:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 21.01.2012 23:57 
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Adalmar hat geschrieben:
Ihr seht das vermutlich eher andersrum, aber wo Martino in z. B. "Torso" fernab jeder Subtilität mit nackten Brüsten und kruden blutigen Effekten um sich wirft, setzt Bava in Blutige Seide 100% auf Farbdramaturgie, Lichtstimmungen, Kameraeinstellungen und andere Mittel, die aus meiner Sicht nicht nur das Genre vorprägen, sondern nach wie vor in dessen Spitzenklasse gehören. Ich glaube alles Wesentliche, was es offiziell auf DVD zumindest mit englischer Sprachoption gibt, gesehen zu haben, und würde Blutige Seide immer noch zu den Top 5 zählen, mindestens. Also wer das explizit Nackte und Blutige hier vermisst, der hat natürlich objektiv gesehen recht, aber ansonsten ist aus meiner Sicht sehr vieles Wesentliches des Giallo schon vorhanden und seiner Zeit voraus. Bei dem Wallace-Vergleich, wenn man den überhaupt ziehen will, denke ich eher an Margheriti, der in "Nude si muore" doch sehr züchtig zu Werke geht und auf mich viel braver wirkt als Bava.

Ach komm, für nen Bava war BS doch extrem blass in der Farbgebung, das kann der aber besser (PLANET DER VAMPIRE, anyone?).
Und eben dieses schon angesprochne "biedere" fand ich doch schon ziemlich störend für n sogenannten 'Edel-Giallo'. Das Fehlen der nackten Weiber kann ich ja noch verknusen, das war halt die Zeit, aber der Rest sollte doch dann stimmen.

Imho hat Bava bei BS den Fehler gemacht den Film nicht volle Kannte ins bunte Zeitkolorit der Sixties zu tauchen, sondern er spagatierte lieber noch n büschn mit dem Gothic-Grusler - und dieses Gemisch mundet mir persönlich recht selten.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 22.01.2012 00:17 
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"Blass" und "bieder" kann ich mit "Blutige Seide" echt nicht in Zusammenhang bringen, aber irgendwo ist das wohl auch subjektiv ...

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 26.01.2012 21:24 
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TRAXX hat geschrieben:
Malastrana bonzt rum - Teil 4 :mrgreen: ;)


Teil 5 ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 29.01.2012 15:15 
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Am Freitag endlich mal gesehen. (Ja, ich weiß... hab noch vieles nachzuholen. :oops: )
Ein wunderbarer Giallo, der die Richtung für viele weitere Vertreter seiner Art vorgegeben hat.
Audiovisuell ein Gaumenschmaus, mit "schönen" Kills und guten Darstellern.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 03.02.2012 11:13 
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Blutige Seide gehört fraglos in jede Giallo Sammlung. Den Vergleich zu Edgar Wallace kann ich durchaus nachvollziehen, auch wenn außer den Wurzeln nicht viele Gemeinsamkeiten bleiben. Die Qualität von Regie und Kamera ist Bava meilenweit von den altmodischen E.W. Filmen entfernt und die Qualität von "Blutige Seide" ist auch heute noch deutlich zu sehen.
Die Szenen im Modestudio sind einfach eine Augenweide und zumindest der erste Mord im Park und der Mord im Antiquitätenlager gehören für mich mit besten zu den Morden des Genre.

Ich empfehle den Film gerne als Start in das gelbe Genre. Auch wenn er nicht unbedingt zu den spektakulärsten Gialli gehört vereint er doch alle typischen Giallo Elemente sehr deutlich und eigent sich dadurch gut als Einstiegsdroge.

Prädikat: Kann man immer wieder sehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 03.02.2012 12:54 
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Unter welchen Vorstellungen lohnt sich denn der Film?
Will nicht nochmal so enttäuscht werden wie von "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" :mrgreen: Laut meiner Erinnerungen soll es Paralellen zu "Das Geheimnis der gelben Narzisse" sowie "Das Phantom von Soho" geben. Liege ich da richtig?

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 03.02.2012 13:37 
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Die drei kenne ich noch nicht :? Schaue das Genre noch nicht so lange :? :? :?

Blutige Seite ist auf jeden Fall ein eher ruhiger Giallo, der weniger durch seine ausgefeilte Story als eher durch die Bilder, die Kamera und den Aufbau der einzelnen Szenen besticht. Am besten man erwartet nichts und läßt sich einfach von Bavas Bildern durch den Film führen.
Probieren geht über studieren :D

Super Avatar, die Geisterinsel :231:


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 03.02.2012 14:52 
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Sartana hat geschrieben:
Unter welchen Vorstellungen lohnt sich denn der Film?
Will nicht nochmal so enttäuscht werden wie von "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" :mrgreen:


Was hat dir bei den schwarzen Handschuhen nicht gefallen?
Du reitest dich immer weiter in die Scheisse rein :mrgreen: ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 03.02.2012 16:28 
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Malastrana hat geschrieben:
Sartana hat geschrieben:
Unter welchen Vorstellungen lohnt sich denn der Film?
Will nicht nochmal so enttäuscht werden wie von "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" :mrgreen:


Was hat dir bei den schwarzen Handschuhen nicht gefallen?
Du reitest dich immer weiter in die Scheisse rein :mrgreen: ;)


Mir hat der Film gefallen, hatte ur etwas anderes erwartet, da ich zuvor immer mal wieder die Berichte über den Film gelesen habe, in denen der Film so begeistert aufgenommen wurde. "Das Geheimnis des gelben Grabes" dass immer kritisch zerfleischt wurde, hat mich dagegen positiv überrascht ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 03.02.2012 17:15 
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BeitragVerfasst: 27.02.2012 08:22 
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BLUTIGE SEIDE
[SEI DONNE PER L'ASSASSINO][ITA][1964]

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Regie: Mario Bava
Darsteller: Cameron Mitchell, Eva Bartok, Thomas Reiner, Ariana Gorini, Franco Ressel


Christiana [Eva Bartok] und Max [Cameron Mitchell] führen eine erfolgreiche Modeagentur.
Als Christiana eines Tages wieder einmal die Abwesenheit ihrer etwas unzuverlässigen Angestellten Isabella [Francesco Ungaro] beschimpft, droht sie mit Konsequenzen. Doch die kann sie sich sparen, denn es hat sich bereits ausgeisabellat: Die Gute liegt tot im Schrank.
Alle sind verständlicherweise schockiert – doch als man unter den Sachen der Toten ein Tagebuch findet, erschrecken sich alle noch viel mehr. Irgendwie scheinen alle ein bisschen Dreck am Stecken zu haben, welcher von Isabella fein säuberlich notiert wurde.
Ein Mörder mit Strumpfmaske geht plötzlich um, bald stapeln sich die toten Models.
Inspektor Silvestri [Thomas Reiner], der den Fall übernimmt, ist völlig überfordert und findet weder in der Agentur, noch bei Isabellas Liebhaber Franco [Dante DiPaolo] ein brauchbares Motiv.
Panik breitet sich aus, denn Jede befürchtet, das nächste Opfer sein.


BLUTIGE SEIDE gilt als wegweisender Beitrag sowohl zum Krimi- als auch zum Horror-Genre und wird als erster wirklicher 'Giallo', der aus Italien stammenden Subkategorie des Thrillers, gezählt.

Bereits der Vorspann fetzt gewaltig: Während die Stabangaben zu lässigem Trompeten-Jazz durchrauschen, klammern sich ein paar Models an Schaufensterpuppen und lassen sich von diesen nur durch ein kurzes Zucken oder Augenaufschlagen unterscheiden.

Und ganz stilecht geht es auch weiter in diesem von Regisseur Mario Bava mit Andacht und Konzentration durchkomponierten Kunstwerk aus Licht, Schatten und Perspektive.
Und Farbe! Ganz viel davon!

Knalliges Rot! Leuchtendes Gelb! Bunter! Greller! Bava!

BLUTIGE SEIDE wirkt wie Edgar Wallace auf Extasy – quietschbunt und in überkandidelter Extravaganz.

Spannung? Eher weniger! Trotz der eigentlich recht unerfreulichen Tatsache, dass ein Frauenmörder umherstreift, herrscht fast schon entspannte Wohnzimmeratmosphäre.
Ein paar Schocks sitzen gut, doch überwiegend bestimmt sanfter Grusel das Geschehen.

Ab und zu muss man auch mal schmunzeln: Wenn der Mörder sich nach vollbrachter Tat in seiner ans klassische Ganzkörperkondom erinnernden Kostümierung ins Automobil setzt und damit nach Hause fährt (und dabei auch noch die halbe Nachbarschaft aufweckt, weil bei dem Ding die Hupe klemmt), erinnert das etwas an den Killer in SCARY MOVIE, der in seinen Geisterklamotten nach anstrengendem Tagwerk heimkommt, sich sein Feierabendbier aus dem Kühlschrank holt und lässig in den Fernsehsessel fläzt.

Warum der Mörder überhaupt einen Strumpf auf den Kopf trägt, obwohl seine Opfer dessen Identität doch ohnehin nicht mehr ausplaudern können, ist so plausibel auch nicht.

Zudem amüsiert auch der ermittelnde Inspektor Silvestri, der zwar immer schön einen auf dicke Hose macht, eigentlich jedoch ein totaler Nixblicker ist.
In völliger Ahnungslosigkeit verdächtigt und verhaftet er daher vorsichtshalber einfach alles und jeden - und spielt bezeichnenderweise am Ende dann gar keine Rolle mehr, da sich alles von selbst klärt.

BLUTIGE SEIDE wird keinem mehr schlaflose Nächte bereiten, doch gefällt als künstlerisch anspruchsvoller Gruselfilm mit gekonnt ausgespieltem gotischen Einschlag und generös ausgelebtem Austattungsfetisch (wer dazu gewillt ist, kann sich an den ebenso verschwenderischen wie verschnörkelten Dekors im Hintergrund stundenlang sattsehen).

Aufgrund seiner fast schon übertrieben knalligen Farbgebung wirkt das Schauerstück trotz seines reifen Alters zudem noch erstaunlich frisch.

Synchronstimmenerkenner, die sich die Überraschung nicht verderben möchten, sollten sich beim Konsum der deutschen Fassung während des anfänglichen Telefonanrufs übrigens die Ohren zuhalten – oder auf eine alternative Tonspur wechseln, wie der vorgewarnte Verfasser dieser Zeilen.

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