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 Betreff des Beitrags: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 24.11.2009 00:47 
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Originaltitel: Sei Donne Per L´Assassino
Darsteller: Cameron Mitchell, Eva Bartok, Thomas Reiner, Luciano Pigozzi,...
Jahr: 1964

Inhalt:
Im Modesalon von Contessa Christina Cuomo tragen sich schreckliche Dinge zu: Mehrere Mannequins werden von einem maskierten Killer brutal abgestochen. Inspektor Sylvester von der römischen Polizei nimmt die Ermittlungen auf, tappt aber im Dunkeln, als der Mörder wieder und wieder zuschlägt. Nach und nach stellt sich heraus, dass im Mittelpunkt der Morde das Tagebuch eines der Models steht, in dem sämtliche Skandale und dunkle Machenschaften im Haus der Contessa aufgezeichnet sind...

Quelle: ofdb.de

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 06.06.2010 18:37 
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Blutige Seide


Mario Bava, der schon zu Lebzeiten eine Legende war, errichtete sich 1964 sein eigenes Denkmal: "Blutige Seide".
Er lieferte hiermit nicht nur einen überragenden Film ab, sondern er begründete ein komplettes Genre, das auch nach seinem Tod im Jahr 1980 noch existierte. Es gab zwar auch schon vorher Filme die in diese Richtung gingen, darunter auch "The girl who knew too much", den er 1 Jahr zuvor selbst drehte, aber "Blutige Seide" gilt heute als der Urvater des Giallo. Das Regelwerk sozusagen, an dem sich die weiteren Beiträge orientierten. Selbstverständlich erhielt das Genre auch eine Eigendynamik und zeigte verschiedene Ansätze und andere Prioritäten, aber nichtsdestotrotz erinnern viele Szenen der jüngeren Filmgeschichte an den Großmeister des italienischen Horrorkinos. Selbst absolute Koryphäen wie Dario Argento ließen sich von der Virtuosität beeindrucken und auch beeinflussen. Wenn man sich "Blutige Seide", "Suspiria" und "Horror Infernal" anschaut und vergleicht, wird man viele Übereinstimmungen finden. Bei letztgenanntem arbeitete Mario Bava übrigens selbst mit.
Bei den Vergleichen stehen aber weniger die Plots im Vordergrund, sondern eher die kunstvolle Inszenierung. Das Farbenspiel und die Kontraste sind das Salz in der Legendenbildung.
Schon die Eröffungssequenz überwältigt mit grandioser Ausleuchtung und fantastischen Abgrenzungen der Farbenwelt.
Völlig eigen und unwirklich aber atmosphärisch kaum zu toppen.
Tiefes Blau und knalliges Rot dicht aneinander gedrängt, schimmerndes Grün und drohendes Gelb sorgen für Bilder die man nie vergessen wird. Hinzu kommen opulente Settings und ausladende Designs. Prunkvolle Einrichtungen in ein Farbenmeer getaucht, die durch die Schattenspiele einen durchgehend mysteriösen Hauch erhalten. Gerade durch die ständig im Bild erscheinenden Schaufensterpuppen wirkt alles immer unheimlich.
Der Plot tritt bei soviel Glanz fast etwas in den Hintergrund, aber wenn man ihn sich näher betrachtet ist er durchgehend interessant. Die Jagd nach dem Täter ist äußerst spannend und man weiß nie ob man auf der richtigen Fährte ist. Dafür gibt es zuviele Verdächtige und die Auflösung dürfte im Jahr 1964 für massenweise erstaunte Gesichter gesorgt haben. Zudem gibt es für das Erscheinungsjahr doch eine Reihe gut inszenierter Morde, die durchaus sehenswert sind. Besonders Mord Nummer 5, zähle ich zu den Schönsten der Filmgeschichte, auch wenn sich das wahrscheinlich befremdlich anhört. Durch die Kameraarbeit hat man aber auch keine Möglichkeit mit dem Opfer zu leiden, sondern ist der morbiden Virtuosität völlig ausgeliefert.
Gleichzeitig sind das aber auch die Veränderungen zu den späteren Werken des Genre. Die Brillanz der Kamera wich zu Gunsten der Brutalität und der Erotik etwas zurück. Wurde in den 70ern fast nur noch mit Stichwerkzeugen "gearbeitet", präsentierte Bava bei jedem Mord einer andere Tatwaffe. Auch die Freizügigkeit war noch eine Andere. Liefen hier meist eher etwas leicht bekleidete hübsche Damen um ihr Leben, waren es einige Jahre später mindestens Halbnackte, die immer wieder in Softsexszenen zu finden waren. Trotzdem hat man die Grundregeln selten verlassen. Auch die obligatorischen schwarzen Handschuhe haben bei Bava ihren Ursprung.

Insofern haben wir es also mit einem Meilenstein der Filmgeschichte zu tun, den jeder Filmfreund zumindest gesehen haben sollte. Dabei ist es egal ob man ein Freund von Thrillern, Horrorfilmen, Slashern oder Krimis ist. "Blutige Seide" muss man einfach gesehen haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 06.06.2010 22:16 
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Ich habe ihn mir jüngst geordert und bin schon extrem gespannt auf den Streifen!
Bisher haben mir alle Bavas sehr gut gefallen!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 06.06.2010 22:26 
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Zombiebunker hat geschrieben:
Ich habe ihn mir jüngst geordert und bin schon extrem gespannt auf den Streifen!
Bisher haben mir alle Bavas sehr gut gefallen!



Von denen die ich habe ist das mein absoluter Liebling von Bava. Allerdings kenne ich bei weitem nicht alle. Gerade "5 dolls for an august moon" würde mich tierisch interesseieren, weil da Edwige Fenech auch noch mitspielt. Da werde ich aber wohl noch lange drauf warten können.

Leider bekomme ich von "Blutige Seide" die Samtbox nirgends. Zumindest nicht für einen vernünftigen Preis. Da habe ich damals geschlafen :cry:
Egal, der Film ist auch ohne Samtbox einfach nur genial.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 06.06.2010 22:34 
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Das glaube ich dir gern!
Ich habe auch die tolle Edition verpasst, aber wer weiß, vielleicht schnappt man sie irgendwo nochmal auf. Bei der Hammer Reihe von Anolis bekommt man ja auch alle paar Monate mal ein Schnäppchen vor die Flinte. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 06.06.2010 22:43 
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Auf diesen gigantischen Moment warte ich inzwischen schon eine halbe Ewigkeit. Aber irgendwann wird er kommen und ich mir dann einen Altar bauen. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 09.06.2010 17:02 
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So, ich habe ihn mir gerade angeschaut.
Wow! Wirklich ein beeindruckender Film. Von den Farben, der Kamera, der Beleuchtung und die Musik.
Da werde ich mir wohl noch mehr Gialli besorgen müssen!
Ich sah mich gezwungen direkt ein paar Worte über den Film fallen zu lassen und hab natürlich einen kleinen dezenten Verweis auf das Forum hier gemacht :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 09.06.2010 19:24 
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Klasse Sache das! Habe mir deine Rezi gerade durchgelesen und es freut mich das dir der Film ebenso gut gefällt wie mir! Auch das erwähnte Schild finde ich nur klasse. Der Hinweis auf den Fall der "haute couture". Gehört zu meinen absoluten Lieblingen.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 09.06.2010 19:32 
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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 09.06.2010 19:33 
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Malastrana hat geschrieben:
Schönes Review, Zombiebunker! (& auch tolles Forum :D )


Dem schließe ich mich mal an ;)

Ps. auch ich finde den Film spitze!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 09.06.2010 19:36 
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Dankeschön!
Absolut, auch die düsteren Farben draußen und die grellen im Inneren. Der Film hat ziemlich viel auf einer Metaebene zu bieten!
Als nächstes hab ich "Das Geheimnis der blutigen Lilie" und "My Dear Killer" im Regal.
Bin schon sehr gespannt!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 10.06.2010 00:40 
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Zombiebunker scheint eine Bereicherung für das Forum zu werden! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 10.06.2010 07:59 
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Ich gebe mir jedenfalls Mühe :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 12.06.2010 19:52 
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Eine der Filme des Genres, den man als Ausnahme-Gialli bezeichnen kann. Sehr gute Atmosphere und herrlich kräfigte Farben.

10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 13.06.2010 10:13 
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Da kommt doch bestimmt noch ne Neuauflage ;) ;)

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""I despise your killing, and raping. You're despicable. You should be punished. I'm going to chop off your arm, so are you ready?..."


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 13.06.2010 10:14 
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Santorro hat geschrieben:
Da kommt doch bestimmt noch ne Neuauflage ;) ;)

Hoffentlich mit dem italienischen Kinoplakat als Cover :schilder_hschild:

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 13.06.2010 10:32 
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Am allerliebsten auf Blu Ray. Bei dem Film könnte ich mir das hervorragend vorstellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 13.06.2010 14:50 
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Gestern Abend war es soweit: Meine Freundin wollte tatsächlich einen Giallo sehen! Bisher kennt sie nur ein paar Argentos (Bird, Cat, Tenebre, Rosso) und Martinos Torso. Also fiel mir die Wahl nicht sonderlich schwer, denn Blutige Seide muss man imho gesehen haben. Ich war natürlich sowieso wieder Hin und Weg, aber auch sie war durchaus positiv überrascht. Ihr Fazit: "Sehr atmosphärisch, spannend und der totale Farbenrausch. Mehr davon!

Wenn sie sich nicht so sehr gegen den (meist) engl. Ton der US-Scheiben sträuben würde, könnten wir jetzt voll durchstarten. Da werd ich aber wohl noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten müssen :)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 15.07.2010 15:37 
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So, gestern auch zum ersten Mal gesehen.
Sicherlich die Machart des Films ist schon richtig beeindruckend, der Farbenrausch und die Kameraführung, top! Allerdings ist auch das Entstehungsjahr sein großes Manko: alles wirkt sehr zurückhaltend und irgendwie piefig. Bava musste sich sichtlich an die Kette legen bei der inszenierung seines Films. In den Siebzigern erst konnte sich das Genre vollkommen austoben und daher sind mir solche Genrebeiträge wesentlich lieber.

Nichtsdestotrotz wurde hier ein Fundament für eines der großartigsten Genres gelegt das verdient volle Anerkennung, allerdings wurde hier kein zeitloser Klassiker geschaffen, ein Klassiker ja, aber einer dem man sein spießiges Entstehungsjahr immer ansieht, leider.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 15.07.2010 16:45 
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TRAXX hat geschrieben:
So, gestern auch zum ersten Mal gesehen.
Sicherlich die Machart des Films ist schon richtig beeindruckend, der Farbenrausch und die Kameraführung, top! Allerdings ist auch das Entstehungsjahr sein großes Manko: alles wirkt sehr zurückhaltend und irgendwie piefig. Bava musste sich sichtlich an die Kette legen bei der inszenierung seines Films. In den Siebzigern erst konnte sich das Genre vollkommen austoben und daher sind mir solche Genrebeiträge wesentlich lieber.

Nichtsdestotrotz wurde hier ein Fundament für eines der großartigsten Genres gelegt das verdient volle Anerkennung, allerdings wurde hier kein zeitloser Klassiker geschaffen, ein Klassiker ja, aber einer dem man sein spießiges Entstehungsjahr immer ansieht, leider.

BLUTIGE SEIDE konnte mich auch nicht komplett überzeugen. Müsste dem aber nochmal ne Chance geben, um ihn richtig einzuschätzen (ist schon ne Weile her, dass ich den gesehen hab).

Bavas noch davor entstandener Früh-Giallo THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH hat mich dafür richtig positiv überrascht, auch wenn der natürlich auch nicht mit späteren Genre-Beiträgen vergleichbar ist und sogar noch in Schwarzweiß gedreht ist (und das in einem Genre, das so von seinen Farben lebt). Trotzdem, der Film funktioniert vorzüglich! Kennst du den denn schon?

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BeitragVerfasst: 15.07.2010 16:53 
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Puh, also ich hatte diese Eisenkrallenattacke oder die "Gesicht auf Ofen"-Szene so nicht erwartet und war wegen der expliziten Darstellung doch sehr überrascht. Oder ist mit der Kritik gemeint, dass es zu wenig Hupen zu bestaunen gab?

Ich finde grade die eher bieder wirkende Optik, die mich sehr an die schwarz/weißen Rialto Wallace Verfilmungen erinnert, sehr passend. Es wirkt alles nicht so schmierig und verrucht, was allerdings auch mit dem Stoff und diesem krassen Kontrast zwischen biederer Dekadenz und Wahnsinn zu tun hat.
Es wäre aber sehr interessant, wenn du das noch konkret ausführen könntest, was "gefehlt" hat :)

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 15.07.2010 20:16 
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TRAXX hat geschrieben:
So, gestern auch zum ersten Mal gesehen.
Sicherlich die Machart des Films ist schon richtig beeindruckend, der Farbenrausch und die Kameraführung, top! Allerdings ist auch das Entstehungsjahr sein großes Manko: alles wirkt sehr zurückhaltend und irgendwie piefig. Bava musste sich sichtlich an die Kette legen bei der inszenierung seines Films. In den Siebzigern erst konnte sich das Genre vollkommen austoben und daher sind mir solche Genrebeiträge wesentlich lieber.

Nichtsdestotrotz wurde hier ein Fundament für eines der großartigsten Genres gelegt das verdient volle Anerkennung, allerdings wurde hier kein zeitloser Klassiker geschaffen, ein Klassiker ja, aber einer dem man sein spießiges Entstehungsjahr immer ansieht, leider.


Es ist Jahre her, dass ich den Film sah, aber den Eindruck hatte ich auch.

Aber vielleicht sollte ich ihm einfach mal eine neue Chance geben.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 15.07.2010 20:46 
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Chet hat geschrieben:
Bavas noch davor entstandener Früh-Giallo THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH hat mich dafür richtig positiv überrascht, auch wenn der natürlich auch nicht mit späteren Genre-Beiträgen vergleichbar ist und sogar noch in Schwarzweiß gedreht ist (und das in einem Genre, das so von seinen Farben lebt). Trotzdem, der Film funktioniert vorzüglich! Kennst du den denn schon?

Nein, kenne ich leider noch nicht!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 15.07.2010 20:46 
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"Blutige Seide" ist ein Rausch aus Bildern und Farben. Da bedarf es keiner ausufernden Härte und hüpfenden Möpsen. Doch trotzdem sind die Morde erstaunlich ruppig, und der Film auch ohne Bären und Obstkörbe auf seine Art sexy. Es ist nicht immer reizvoll "alles zu zeigen", was sich bei "Blutige Seide" als absolut zutreffend erweist.

Der Film ist ein kleines Meisterstück!

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 15.07.2010 20:53 
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Zombiebunker hat geschrieben:
Puh, also ich hatte diese Eisenkrallenattacke oder die "Gesicht auf Ofen"-Szene so nicht erwartet und war wegen der expliziten Darstellung doch sehr überrascht. Oder ist mit der Kritik gemeint, dass es zu wenig Hupen zu bestaunen gab?

Ich finde grade die eher bieder wirkende Optik, die mich sehr an die schwarz/weißen Rialto Wallace Verfilmungen erinnert, sehr passend. Es wirkt alles nicht so schmierig und verrucht, was allerdings auch mit dem Stoff und diesem krassen Kontrast zwischen biederer Dekadenz und Wahnsinn zu tun hat.
Es wäre aber sehr interessant, wenn du das noch konkret ausführen könntest, was "gefehlt" hat :)

es sieht alles zu sehr nach den spießigen Fünfzigern aus! Eines der furchtbarsten Jahrzehnte die wir letztes Jahrhundert hatten. Alles in dem Film wirkt irgendwie zugeknöpft, und damit meine ich nicht unbedingt nur die der Dekolletees der Damen, sondern auch das Schauspiel und die Zeichnung der Charaktere. Man wollte aber konnte irgendwie nicht, so kam es mir zumindest irgendwie rüber.
Dagegen steht natürlich die innovative Machart, die Kamerafahrten und der Farbenrausch, welche wiederum absolut seiner Zeit voraus war.

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 16.07.2010 15:44 
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Einer der besten Gialli überhaupt! Mario ist ein Gott :) Er hat hier ein absolutes Meisterwerk geschaffen

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 27.09.2010 20:02 
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Hi Folks!

Hat jemand schon die neue Auflage von Anolis begutachtet?

Lohnt sich die Anschaffung, auch wenn man die E-M-S-Scheibe hat?

Ist das Bonusmaterial mit der buio-omega-Auflage in Samt identisch?


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 27.09.2010 20:59 
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Laut Anolis ist die Hartbox-Auflage identisch mit der abgespeckten, alten e-m-s DVD (sprich, ohne umfangreiches Bonusmaterial).

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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 00:30 
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Ich habe mir den Film heute nach langer Zeit mal wieder mal wieder angesehen.
BLUTIGE SEIDE ist sicherlich ein prägender Film fürs Giallo Genre, in einer eigenwilligen und wahrscheinlich richtungsweisenden Inszenierung (Farben, Kamera) aber man muss ihn durch die Nostalgie Brille ansehen.
Nicht zu vergessen, die schöne Filmmusik.
Handlungstechnisch sind nur die letzten 20 Minuten wirklich stark aber wenn ich alle positiven Aspekte des Films und noch den Nostalgiefaktor bedenke, mag ich den Film wirklich.
Sieht man einmal vom vermummten Mörder mit den Handschuhen und einer übertrieben stylishen Inszenierung ab, ähnelt der Film wesentlich mehr den deutschen Edgar Wallace Filmen als den Gialli der 70er Jahre.
Ich denke, dass die Deutschen die europäischen Vorreiter im Bezug auf Krimis waren.
Wenn man die Edgar Wallace Filme besser kennt, weiß man, dass in diesen Filmen schon sehr viel Giallo Zutaten drin stecken, inkl. des vermummten Mörders und den schwarzen Handschuhen. ;)
Trotzdem will ich dem Film seinen italienischen Stellenwert nicht absprechen.


9 von 10 Punkten


Bei heutiger Sichtung ist mir aufgefallen, wie durchschnittlich die Bildqualität der Anolis DVD auf meinem 107 cm TV ist. Vor Jahren auf meiner 82er Röhre, fand ich das Bild noch ganz gut.

Hoffentlich gibt es mal einen ordentlichen HD Transfer vom Negativ, denn speziell dieser Film hätte eine Blu-ray verdient.


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 Betreff des Beitrags: Re: BLUTIGE SEIDE - Mario Bava
BeitragVerfasst: 28.07.2011 00:38 
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Wenn wir schon bei "Meisterwerken" sind, sollte man mal Alfred Vohrers DIE TOTEN AUGEN VON LONDON ansehen. Der Film ist bestimmt nicht weniger Meisterwerk als Bavas BLUTIGE SEIDE und würde bestimmt zu den großen Schwarz Weiß Klassikern der deutschen Filmgeschichte gehören, wenn er nicht der Edgar Wallace Serie angehören würde.
Ich will natürlich Bavas Film nicht runtermachen aber das Rad hat der gute Mario damals nicht neu erfunden.


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