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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 20.04.2010 19:58 
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Ach und wenn ich eine Darstellerin wirklich hasse, gucke ich mir KEINEN EINZIGEN Film mit ihr an...wenn schon, dann bitte konsequent zu Ende gedacht und gehandelt! :ugeek:

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 20.04.2010 20:26 
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...ich fand Farmer auch immer recht blass, finde aber dass sie für die "labilen" Rollen in Filmen wie Autopsie, Four Flies und Perfume gut paßte.
War sie nicht auch mit einem Produzenten verheiratet, der ihr die Rollen verschaffte?
Glaube, sowas in den Extras zu Perfume gehört zu haben....


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 20.04.2010 20:28 
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Von "Hass" kann doch gar nicht die Rede sein. Unsympathisch und abstossend, ja! Der Film gehört trotzdem in die Italo-Sammlung, denn er besteht glücklicherweise nicht nur aus Mimsy Farmer.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 20.04.2010 20:38 
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Naja, sie ist nicht direkt meine Traumfrau und sicherlich auch keine Sexbombe aber wie schon gesagt: mich lässt sie eher kalt, als dass sie ne extreme Reaktion (egal welcher Art) hervorruft.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 20.04.2010 21:29 
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The Perfume of the Lady in Black (Italien 1974, Originaltitel: Il profumo della signora in nero)

Silvia Hacherman (Mimsy Farmer) ist beruflich erfolgreich und bewohnt eine schicke Wohnung. Doch Ereignisse aus ihrer Kindheit beschäftigen sie noch immer. Die junge Frau wird von Albträumen geplagt, nach und nach scheint sie sich in einen Wahn zu steigern, der sie auch am Tag immer häufiger heimsucht. Ihr Freund Roberto (Maurizio Bonuglia) kann diese Probleme nicht nachvollziehen, Silvia fehlt eine vertauenswürdige Bezugsperson der sie ihr Herz ausschütten kann. Ihr Nachbar Signor Rossetti (Mario Scaccia) ist ein freundlicher älterer Herr, mit dem sich die Geplagte gut versteht, doch gleichzeitig kommt er fast ein wenig unheimlich daher. Als dann auch noch ein kleines Mädchen in Silvias Wohnung auftaucht, verschwimmen die Grenzen zwischen Wahn und Realität endgültig...

Die erste Regiearbeit von Francesco Barilli kann mit einer fesselnden Story punkten, die erfreulicherweise in sehr schönen Bildern eingefangen wurde. "Il profumo della signora in nero" fasziniert mit einer intensiven Atmosphäre, die sich dank des gemäßtigten und ruhigen Erzähltempos prächtig entfalten kann. (Wenige) wüste Schauwerte gibt es gegen Ende des Films zu sehen. Diese wirken aber nicht wie aufgezwängte Fremdkörper, sondern untermalen das Treiben sehr stimmungsvoll. Sehr geschickt setzt man schon früh vermeintlich belanglose Kleinigkeiten ein, die umgehend auf die drohende Gefahr hinweisen, die aufkommende Verzweiflung der Hauptfigur regelrecht greifbar machen. Da reicht schon das Anschalten diverser Lichtquellen durch Silvia, wohlgemerkt bevor sie ihre Wohnung verlässt. Auch bezüglich der Darsteller gibt es positives zu berichten. Mario Scaccia hat mir besonders gut gefallen, sein Herr Rossetti sorgt bei jedem Auftreten für unterschwellige Spannung, verbindet vordergründige Freundlichkeit mit finsteren Abgründen. Mit fürchterlichem Schrecken, der nur ganz knapp unterhalb der sauberen Fassade darauf wartet unheilvoll auszubrechen. Maurizio Bonuglia kommt als Lebensgefährte der Hauptfigur recht glatt und teils kalt daher, was letztlich rundum zum Verlauf und der Auflösung der Geschichte passt.

"Eigentlich" müsste mich diese schöne Mystery-Grusel-Perle mit Wonne erfüllen. Doch leider gibt es einen grossen Hemmschuh, die Hauptdarstellerin Mimsy Farmer. Während sie mir in Dario Argentos "Vier Fliegen auf grauem Samt (4 mosche di velluto grigio, 1971) nicht weiter auffiel, störte mich ihr Mitwirken in "Autopsie - Hospital der lebenden Leichen" (Macchie solari, 1975) schon sehr deutlich. Während mich in "Autopsie" ihre schauspielerische Leistung nicht überzeugte, kann ich ihr ein Versagen auf dieser Ebene nicht für "The Perfume..." anlasten. Zugegeben, Frau Farmer liefert eine durchaus solide Vorstellung ab. Aus mir bricht der Chauvi hervor, denn ich finde die Dame ungefähr so attraktiv wie einen kompostierbaren Teebeutel. Aber selbst dies ist nicht der Grund für meinen Ärger, ich kann Mimsy Farmer einfach nicht ausstehen. Es gibt keine sachliche oder vernünftige Begründung dafür, es ist einfach so. Da der Film aber stark auf dem Mitfühlen mit der Hauptfigur aufbaut, funktioniert der Streifen für mich zu einem erheblichen Teil nicht mehr. Anstatt zu zittern, darauf zu hoffen die "Heldin" möge einen Ausweg aus dem um sich greifenden Grauen finden, erfreute ich mich an jedem Leid das ihr geschah. Der Film wird dadurch pervertiert, dass ich ein zutiefst subjektiver und manchmal intoleranter Gipskopf bin. Vermutlich sollte ich mich nun schämen, aber dieses Gefühl will sich nicht einstellen. Im Gegenteil, mir bereitet das Ende des Streifens sadistische und bizarre Freude! Es wird Zeit über eine Ausweitung der psychologischen Betreuung nachzudenken, keine Frage.

Wäre "Il profumo della signora in nero" mit einer Hauptdarstellerin besetzt, für die ich meine Zustimmung erteilen könnte... ...dann würde an dieser Stelle wohl eine Bewertung im Bereich von 7,5/10 (gut bis sehr gut) stehen. Ergo empfehle ich jedem Filmfreund eine Sichtung der Sause, denn sicher wird nicht jeder mit Mimsy Farmer solch ausufernde Probleme bekommen. Mir ist nun endlich klar, dass Candice Bergen der Thron der "schrecklichsten Frau auf Erden" nicht mehr alleine gebührt. Danke, Mimsy! Die italienische DVD von Raro Video überzeugt mit schöner Qualität, zusätzlich gibt ein interessantes Interview mit Francesco Barilli zu sehen. Neben dem italienischen Ton, liegt der Film auch in englisch auf der Scheibe vor.

Lieblingszitat:

"Sometimes I really don't understand you..."

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 21.04.2010 07:49 
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Ich kann mir PERFUME - den ich sehr mag - gar nicht ohne Mimsy vostellen. Sie passt da wunderbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 04.06.2010 21:26 
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So, gestern hatte ich nun auch endlich mal die Raro-Scheibe im Player.

Das erste was mir auffiel waren der tolle Score und die stilvolle Inszenierung. Von einem Giallo würde ich hier gar nicht sprechen, der Film hat doch nun echt so gut wie keine der genre-typischen Zutaten. Mystery/Horror-Thriller trifft es wohl eher und genau in den unwirklich, surreal wirkenden Momenten kann der Film dann auch voll punkten, wenn z.B. unerwartet Rückblenden auftauchen oder Realität und Fiktion undurchschaubar verschwimmen. Wenn man etwas ankreiden könnte, dann sicher die sehr gemächliche Erzählweise, welche zwar ihren Teil zur Atmosphäre beiträgt, aber gleichzeitig auch Geduld erfordert. Auch mit zuviel Logik sollte man nicht an den Film rangehen (sagt Barilli im Interview ja auch selber). Da wird der Zuschauer erstmal sehr lange im Dunkeln gelassen und auch das Ende kann man nicht wirklich als Auflösung bezeichnen, da noch sehr viele Fragen offen bleiben. Aber sowas sehe ich bei einem Film dieser Art nicht so eng, so lange er zu faszinieren weiß und das schafft er mühelos.

Ein ganz guter Vergleich scheint mir MALASTRANA zu sein, der hat eine sehr ähnliche Stimmung und, wenn ich mich richtig erinnere, auch ein paar sehr ähnliche Szenen. Komisch, dass diese Parallelen hier noch keiner erwähnt hat.

Naja, wie dem auch sie, beides sehr außergewöhnliche Filme, die mit dem typischen Giallo aber kaum vergleichbar sind.

PS: Die Aufregung über Mimsy ist völlig übertrieben, ich fand sie sogar sehr passend in der Rolle. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 04.06.2010 22:47 
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Chet hat geschrieben:
Naja, wie dem auch sie, beides sehr außergewöhnliche Filme, die mit dem typischen Giallo aber kaum vergleichbar sind.


"Malastrana" ist für meinen Geschmack eigentlich ein reiner Giallo , "Perfume ..." eher weniger . Dennoch passen die Filme wunderbar von der Art des Herrangehes des Betrachters ins Giallospektrum ... wie gesagt , nicht alles was Gelb ist trägt Schwarze Handschuhe (siehe "La casa dalle finestre ...") . Der Schluss von Perfume wirkt zugegeben etwas deplaziert , aber dazu kannst Du ja gleich den Regisseur im DVD-Bonusmaterial hören ... ;)

Chet hat geschrieben:
PS: Die Aufregung über Mimsy ist völlig übertrieben, ich fand sie sogar sehr passend in der Rolle. ;)


Jepp ... ist halt keine Sexbombe aber für diesen Rollen-Typ eine hervorragende Besetzung (gleiches gilt für Autopsy ) !

Der Film ist auf jeden Fall TOP !


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 04.02.2011 20:25 
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Habe den Film nun auch sehen dürfen. Ich bin immer noch hin und weg! Definitiv einer der besten Filme die ich bisher überhaupt gesehen habe! Unglaublich was für Perlen sich noch alles so finden lassen. Ein sehr unterschätzer Film. Übrigens hat mich Mimsy Farmer überhaupt nicht gestört. Ich finde sie passt hervorragend in die Rolle der psychisch labilen Sylvia. Der Score untermal den schleichenden Horror perfekt. Jeder der einen ruhigen Film sehen will bei dem das Grauen zum Schluss voll und ganz zupackt, sollte ich Perfume... auf jeden Fall anschauen! Ein unterschätztes Meisterwerk!

10/10

Gesichtet wurde übrigens die qualitativ sehr gute Raro DVD welche den Film in italienischer + englischer Sprache (wahlweise natürlich auch englische Untertitel) und mit mit anamorphen Bild beinhaltet. Ein Muss für die Sammlung das Teil!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 05.02.2011 12:13 
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italostrikesback hat geschrieben:

Weiß ich.
Die englisch sprachige Version der Raro wäre ja ok aber was mir gar nicht gefallen will ist die komplette italienisch sprachige DVD.
d.h. Covertext, Bonusmaterial usw.



Für den 15.März ist in den USA eine DVD von Raro US angekündigt. Bei amazon.com bereits vorbestellbar, falls das noch für dich aktuell ist. Ich werde ihn mir dann wohl einverleiben :)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 06.02.2011 01:30 
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deadlyfriend hat geschrieben:
Für den 15.März ist in den USA eine DVD von Raro US angekündigt.


Na, wunderbar... :roll: Gestern fiel mir auf, daß ich die DVD noch immer nicht mein eigen nenne und gedachte dies schleunigst nachzuholen. Dann die helle Aufregung: Bei ebay.it nicht mehr zu kriegen, bei kultvideo für 25 €! Resultat: Kurzschluss und Panikkauf bei ebay.com für 20 $ plus 10,75 $ Porto! Zwei Stunden später lese ich dann das hier... :x

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 06.02.2011 16:04 
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Hab die italienische DVD schon lange hier rumliegen, bin aber noch nicht zum Schauen gekommen. Hier kann man die noch recht günstig erwerben, habe damals auch dort bestellt: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Allerdings ist jetzt die Lieferzeit wohl etwas länger...

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 06.02.2011 23:02 
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Von den Raro Horror Club DVDs scheinen wohl einige Titel nicht mehr lieferbar zu sein. Auf der Raro Seite selbst ist beispielsweise "The Perfume..." nicht mehr gelistet, bei amazon.it wurde der Titel (und auch einige andere aus der Reihe, z.B. Murder Obsession) erst gar nicht mehr ins Programm mit aufgenommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 07.02.2011 09:23 
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Die Raro DVD bietet zur Zeit jemand in der foreininternen Tauschbörse zu einem guten Preis an. Desweiteren ist er auch noch bei E-Bay zu bekommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 07.02.2011 20:03 
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Die 25 E in der Tauschbörse ist er ohne Überlegen wert! Wer ihn noch nicht hat: Zuschlagen! Nur so lernt ihr die Giallo-Speerspitze kennen!

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 07.02.2011 20:26 
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Malastrana hat geschrieben:
Nur so lernt ihr die Giallo-Speerspitze kennen!


Naja, auch ohne den "Mimsy-Malus", gibt es IMHO weitaus besser geeignete Gialli, um sich in den Wonnen und Klischees des herrlichsten Italogenres zu suhlen (Ausgehend von Titeln, die in Deutschland keine brauchbare Veröffentlichung erfahren haben).

Ich würde z.B. eher zu den Ercoli "Death Walks..." Werken, oder auch zu "The Black Belly of the Tarantula" greifen. Das sind typische Genrevertreter, und zur Speerspitze des Giallo gehören sie ohne jeden Zweifel.

Was solls, letztlich muss man alle Gialli, die man in die Finger bekommt, der Sammlung zuführen. Natürlich -da bin ich 100% bei dir- auch "Perfume..."

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 08.02.2011 01:23 
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Ich fand den Film bei der ersten Sichtung "noch" nicht so toll, werde mir die Raro demnächst nochmal ansehen. Dann entscheide ich ob ich das gute Stück verkaufe. Könnte schon bald in meinem "Italos Preisbrecher" Thread angeboten werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 21.02.2011 18:52 
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Gestern Nacht kam ich endlich in den Genuss des Films und bin total begeistert! Sehr stilvolle, wenn auch gemächliche Inszenierung, tolle Kameraführung und Bildgestaltung, großartiger Score. Und die Story, speziell die "Auflösung" am Ende, ist ja mal sowas von abgefahren, das geht auf keine Kuhhaut... Als Giallo würde ich den Streifen auch nicht unbedingt bezeichnen, Mystery-Horror passt schon her. Aber was solls, Schubladen sind dazu da, um sie aus dem Fenster zu schmeißen.

Ein Satz noch zu Mimsy:
Obwohl ich die Torte ja bekanntermaßen auch nicht sonderlich mag, fand ich sie in diesem Film - darstellerisch - absolut hervorragend! Sie überzeugt in der Rolle der nervolabilen Gebeutelten auf ganzer Linie. Dieser Part ist ihr regelrecht auf den Leib geschrieben worden, das hätte keine andere so perfekt hinbekommen. Krieg dich wieder ein, Blap! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 22.02.2011 14:10 
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geht mir genauso: obwohl ich meine eigene Definition von Giallo gar nicht so arg einschränke enthält der Film mir persönlich zu viele phantastische Elemente um ihn als Giallo einzuordnen.

Vielleicht hat auch meine falsche Erwartungshaltung dazu geführt, dass ich von dem Film bei der ersten Sichtung doch ziemlich enttäuscht wurde. Vielleicht muss ich ihm als Horrorfilm ala Rosemary's Baby nochmal eine Chance geben.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 26.03.2011 21:26 
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Gerdae gesehen und ich kann mich den vorhergehenden Meinungen weitestgehend anschließen:

Weitestgehend ruhiger jedoch spannender Giallo, der mit einem unerwartet furiosen Finale aufwartet. Der Film bietet einige surreale Momente und lässt Raum für Interpretationen. Muss ich mir noch ein zweites mal anschauen.
Die Hauptdarstellerin macht ihre Sache zwar gut, bleibt aber dennoch ein wenig blass. Hier wäre mir eine Besetzung mit eines der üblichen Giallo-Eurobabes lieber gewesen.

7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 12.04.2011 21:31 
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Habe den Film gerade gesehen und würde ihn auch wahrlich nicht als Giallo einstufen, eher als Mystery Thriller. Die Inszenierung fand ich zwar sehr gelungen, hadere aber mit der Auflösung (wobei es ja eigentlich keine war). Da sind mir einfach noch viel zu viele Fragen offen geblieben.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 26.02.2012 17:19 
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Ich saß gestern vor dem Fernseher und dachte mir, ein unterhaltsamer Giallo wäre doch was Nettes vor dem Schlafengehen. :mrgreen:
Und weil ich meinte, "Perfume" des Öfteren in den Giallo-Bestenlisten gelesen zu haben, wurde der flugs in den Player geschoben. Nach einer Viertelstunde dachte ich mir "Auch mal wieder nett, ein Giallo ohne Morde im Minutentakt, schöner Spannungsaufbau" nach einer Dreiviertelstunde konnte ich kaum noch erfassen was da vor meinen Augen abläuft und habe überlegt, ob ich "nur" einen sehr guten Psycho-Thriller sehe oder das schon als Arthouse durchgeht, nach einer Stunde war ich mir sicher zu wissen, wie der Hase läuft und die folgenden 10 Minuten gaben mir Recht, nur um dann mit der letzten Viertelstunde alles was davor war mit de Vorschlaghammer zu zertrümmern und mich fassungslos zurückzulassen. Und die großartige Wendung kommt nicht einmal "ScoobyDoo"-mäßig um die Ecke, sondern lässt sich rückblickend nahezu lückenlos nachvollziehen, nur dass alle Hinweise entweder als schmückendes Beiwerk getarnt waren oder von mir nicht wahrgenommen wurden, weil ich zu sehr auf Mimsy Farmers bröckelnde Psyche fixiert war. Und jetzt muss ich auch mal eine Lanze für Mimsy Farmer brechen! Ich habe sie bisher immer als "graue Maus" wahrgenommen, so dass sie mir auch in "Vier Fliegen auf grauem Samt" weder negativ noch positiv aufgefallen ist. Und sicher ist die Frau keine südeuropäische Traumfrau mit wunderbaren Rundungen! Aber in diesem Film ist sie glänzend besetzt und spielt absolut überzeugend. Wirkt sie zu Beginn des Films wie die starke, emanzipierte Frau, die ihren Weg geht, bröckelt dieses Bild immer mehr und spätestens wenn sie schließlich ihrem eigenen kindlichen Selbst gegenübersteht und der Wahnsinn sich, äußerlich in Form von zuckenden Mundwinkeln und grenzdebilem Kichern, Bahn schlägt, kann ich ihre Leistung nur noch bewundern. Das hätte keine Edwige Fenech oder Nieves Navarro (glaubhaft) verkörpern können, da bin ich mir sicher. Im Übrigen finde ich die Frau aber auch gar nicht unattraktiv, auch wenn ich damit hier anscheinend komplett aus der Bahn schlage. ;)
Dass die Kameraarbeit absolut erhaben, das Szenenbild und die Kostüme absolut stilvoll und edel daherkommen und der Soundtrack zum Besten gehört, was ich aus Italien bisher hören durfte, muss ich natürlich auch noch erwähnen.
Auf jeden Fall ist das Ganze kein Giallo im herkömmlichen Sinne. Eher lässt sich das Ganze, wenn es denn sein muss, als Mystery-Horror-Psycho-Thriller-Drama kategorisieren - ein unglaublicher Film!
Im Moment tanzen die 10 Punkte vor meinen Augen, die Zweitsichtung muss zeigen, ob ich den Film dann sogar zu meinen Lieblingsfilmen zähle oder doch auf 8 Punkte "abwerte", aber drunter geht definitiv nix! ;)


Zuletzt geändert von Fabi88 am 26.02.2012 17:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 26.02.2012 17:24 
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Absolut deiner Meinung. Der Film gewinnt übrigens bei der Zweit- oder Drittsichtung noch einiges dazu, ich mache mal den Vorschlag: Lass das Gesehene reifen und gib ihn dir ein halbes Jahr später nochmals.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 26.02.2012 17:35 
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Dem Vorschlag werde ich wohl folgen! Ich würde mir nur wünschen, dass die Zweitsichtung dann mit einer BluRay erfolgt, aber das ist wohl Wunschdenken... :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 23.08.2012 18:12 
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Ist die US Scheibe eigentlich RC 0? Habe im Netz dazu nichts wirklich Hilfreiches bzw. Sicheres gefunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 04.09.2012 23:16 
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Linx hat geschrieben:
Ist die US Scheibe eigentlich RC 0? Habe im Netz dazu nichts wirklich Hilfreiches bzw. Sicheres gefunden.

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 05.09.2012 18:36 
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Juhu! Danke, dann kann ich den ja demnächst endlich mal bestellen!


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 05.09.2012 19:52 
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Gab es zu dem Film ne deutsche Synchro und ist eine deutsche VÖ in nächster Zeit möglich? Jemand was gehört?


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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 05.09.2012 20:51 
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Von einer deutschsprachigen Version ist mir nichts bekannt. In etwaigen Vorschläge Threads der Labelforen wird der immer mal wieder genannt. Leider gibts bisher keine konkrete Ankündigung etc.
Die US DVD von Raro ist allerdings in allen belangen als äußerst gelungen einzustufen und gibts schon für kleines Geld! Lohnt sich!

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 Betreff des Beitrags: Re: THE PERFUME OF THE LADY IN BLACK - Francesco Barilli
BeitragVerfasst: 01.11.2014 12:30 
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Il profumo della signora in nero
(The Perfume of the Lady in Black)
Italien 1974 - Directed by Francesco Barilli

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Silvia Hacherman (Mimsy Farmer) führt ein recht angenehmes Leben in Rom. Sie ist mit dem gutaussehenden Geologen Roberto (Maurizio Bonuglia) liiert, hat einen anspruchsvollen Job als Chemikerin in einem Laboratorium, und über einen Mangel an Freunden kann sie sich ebenso wenig beklagen wie über Geldsorgen. Alles scheint im Lot zu sein. Doch plötzlich geschehen beunruhigende Dinge. Silvia sieht in ihrer Wohnung eine schwarzgekleidete Frau im Schaukelstuhl sitzen, die sich mit Parfüm bestäubt und ihren erschrockenen Blick ungerührt erwidert. Als Roberto nachsieht, gibt es jedoch keine Spur mehr von der mysteriösen Fremden. Und das ist noch nicht alles. Silvias Nachbarn und Freunde verhalten sich irgendwie seltsam, ein schöner Strauß Blumen verwelkt über Nacht ohne ersichtlichen Grund, die passionierte Frühaufsteherin schläft bis in den Nachmittag, und dann taucht auch noch ein junges Mädchen auf und beginnt sie zu nerven. Ist die Arme etwa so überarbeitet, daß ihr die Nerven fiese Streiche spielen? Oder melden sich nun die Dämonen der Vergangenheit zu Wort, da sie in ihrer Kindheit etwas Schreckliches getan hat? Sollte ihre Paranoia gar berechtigt sein und es ist eine großangelegte Verschwörung gegen sie im Gange? Treiben eventuell Geister ihr Unwesen? Oder wird sie schlicht und einfach nur langsam wahnsinnig?

Francesco Barillis Il profumo della signora in nero hat mich nun schon zum zweiten Mal sehr begeistert. Als ich den Film vor einigen Jahren das erste Mal sah, saß ich am Ende paff vor der Glotze, da mich das krasse Ende völlig überrollt hat. Jetzt, in Kenntnis der Auflösung (was dazu führte, daß ich den Film mit völlig anderen Augen sah), überraschte mich der Streifen damit, wie verflucht gut er doch als Ganzes ist. Il profumo della signora in nero entwickelt sich so unglaublich langsam, als hätte Barilli alle Zeit der Welt, um die Geschichte zu erzählen. Silvias Geschichte, um genau zu sein, steht die fragile, blonde Frau mit Kurzhaarschnitt doch so sehr und so eindrucksvoll im Zentrum, daß man glatt denkt, sie wäre in jeder einzelnen Szene des Filmes zu sehen. Als kleine Sensation entpuppt sich die damals knapp dreißigjährige Mimsy Farmer (4 mosche di velluto grigio). Mit ihrer Performance steht und fällt der Film, und was sie hier in der Hauptrolle abliefert, ist trotz ihrer begrenzten Ausdrucksfähigkeit atemberaubend. Aber auch der Rest der Cast ist toll. Wie Mario Scaccia als kauziger Nachbar mit Vorliebe für Flußpferde, Nike Arrighi als blindes Medium Orchidea, Jho Jhenkins als Robertos Freund aus Afrika, oder Lara Wendel (Ghosthouse) als das Mädchen, das plötzlich in Silvias Leben tritt. Sehr stark sind auch die Charakterköpfe, die in kleineren Rollen zu sehen sind und Silvia manchmal wissende und/oder bedeutungsschwangere Blicke nachzuwerfen scheinen.

Auch wenn Barilli mit Versatzstücken des Genres spielt, so ist Il profumo della signora in nero in meinen Augen kein Giallo. Vielmehr erinnert der Film stark an die frühen Arbeiten von Roman Polanski (Repulsion und - vor allem - Rosemary's Baby), gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf Alice in Wonderland und inszeniert mit viel Sinn und Gespür für Ästhetik, wodurch man sich oft an die Giallos von Dario Argento und Mario Bava erinnert fühlt. Mario Masinis Kameraarbeit ist famos; die Kamerafahrt mit Kran zu Beginn ist z. B. schon zum Niederknien. Fast zärtlich gleitet die Kamera dahin, belichtet großartige Bilder (visuell ist der Film eine wahre Wucht) und schafft es spielerisch, sowohl die Protagonistin als auch die anderen Figuren immer ins rechte Licht zu rücken. Manche Einstellungen möchte man glatt ausdrucken und an die Wand hängen, so sehr verzaubern sie (der am 4. Februar 1943 in Parma geborene Francesco Barilli ist ja auch ein begabter Maler). Aber nicht nur die starke Optik überzeugt, auch die musikalische Untermalung des Geschehens von Nicola Piovani ist ganz formidabel und verstärkt die bizarre, beunruhigende und doch nicht wirklich greifbare Grundstimmung enorm. Überhaupt ist der Streifen ein exquisites Mood Piece, dessen schauderhaft-bedrohliche Atmosphäre gleichermaßen hypnotisiert wie fasziniert. Obwohl das Geschehen nicht sonderlich spannend ist und auch die Figuren nur oberflächlich charakterisiert sind, so wird durch diese Stimmung eine seltsame, fast schon magische Anziehungskraft entfacht, der man sich kaum entziehen kann.

Eine nicht unwesentliche Rolle in dieser Geschichte spielt der Sex, der hier alles andere als schön dargestellt wird und manchmal eher an eine Vergewaltigung als an zärtlichen Geschlechtsverkehr erinnert. Mimsy Farmer ist kurz völlig nackt zu sehen, und auch ein Schauspieler ist sich nicht zu schade, sein Glied vor der Kamera zu entblößen. Das ist schon sehr gewagt, da diese Szene auch ein Kind beinhaltet und sich der nackte Mann diesem bedrohlich nähert. Am Ende unterläßt es Barilli, der die Geschichte zusammen mit Massimo D'Avak aus zwei verschiedenen Drehbuchentwürfen entwickelt hat, glücklicherweise, den Erklärbären auf den Zuschauer zu hetzen. Im Verlauf des Streifens gibt es zwar einige Andeutungen (unter anderem auch auf die schockierende Schlußszene), aber im Grunde muß man sich die Auflösung selbst erarbeiten, die hingestreuten Puzzlestücke quasi selbst zusammensetzen. Daß die Grenzen zwischen Realität, Wahn, Erinnerungen und Halluzinationen andauernd verwischen, erschwert diese Aufgabe beträchtlich. Il profumo della signora in nero ist ein herausragender Psychothriller, welcher sich im Erinnerungszentrum des Gehirns so sehr festsaugt, daß man ihn kaum mehr wieder loswerden kann. Italienische Thriller gibt es viele. Il profumo della signora in nero zählt zu den allerbesten.

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