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 Betreff des Beitrags: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 27.09.2017 18:30 
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Mania (IT)

IT 1974

R: Renato Polselli
D: Isarco Ravaioli, Eva Spadaro, Brad Euston, Mirella Rossi, Ivana Giordan und Max Dorian

Italienische Kinopremiere: 25.08.1974

Italienische Wiederaufführung: 02.05.2007

(im Rahmen einer Renato Polselli Retrospektive)

Score: Umberto Cannone

Interview mit Renato Polselli

Italo-Cinema.de

OFDb


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"Wenn die dunklen Schatten der Nacht unsere Vision der Welt verdecken, erst dann wird der geheimnisvolle Abgrund des Unterbewusstseins die unkontrollierbaren Kräfte des Unbewussten entfesseln und niemand wird wissen, wo die Realität endet."


Nach dem Tod ihres Ehemannes Professor Dr. Brecht (Brad Euston) wird die junge Witwe Lisa (Eva Spadaro) immer häufiger von heftigen Wahnvorstellungen heimgesucht, da sie sich die alleinige Schuld am Tod des eigentümlichen Wissenschaftlers zuschreibt. Der ausschlaggebende Grund für das verfrühte Ableben Brechts war im lotterhaften Lebenswandel Lisas verhaftet, da diese den Professor mit dessen Bruder Germano (Brad Euston) eiskalt hinterging. Was folgte war ein brüderlicher Zwist, infolgedessen Professor Dr. Brecht in seinem privaten Kellerlabor tödlich verunglückte. Und als Lisa dann auch noch eines schönen Tages Opfer eines unausweichlichen Nervenzusammenbruchs wird, kehrt sie gemeinsam mit ihrer treuen Haushälterin Katia (Ivana Giordan) an den Ort des grausamen Geschehens zurück, um auf Anraten ihres Psychiaters Dr. Lous (Max Dorian) eine gnadenlose Konfrontationstherapie in der Villa ihres verstorbenen Mannes durchzuführen, in welcher aber auch weiterhin der mittlerweile im Rollstuhl sitzende Germano mit seiner Lustsklavin Erina (Mirella Rossi) residiert. Und bereits nach kürzester Zeit sieht und hört die geistesverwirrte Lisa in jeder Ecke des Hauses den Geist ihres verstorbenen Ehemanns, der ihr augenscheinlich aus dem Jenseits heraus nach dem Leben trachten möchte. Arme Lisa, denn mit fortschreitender Aufenthaltsdauer in der unheilvollen Villa scheint sie immer tiefer in den Wahnsinn abzudriften...





Bei MANIA handelt es sich um einen sagenumwobenen Horror-Giallo des wahnwitzigen Regiekünstlers Renato Polselli, der seit seiner Urauführung im August 1974 für mehr als dreißig Jahre lang als verschollen galt, denn erst im Jahre 2007 konnte in den weitläufigen Kellerarchiven der Cineteca Nazionale erstmals eine vorzeigbare 35mm Fassung wiederaufgefunden werden. Leider war es zu diesem Zeitpunkt für Polselli schon viel zu spät, da er bereits im Herbst des Vorjahres verstarb. Verschiedenen Interviews zufolge war der leidenschaftliche Filmemacher niemals in den Genuss seiner exzessiven Inszenierung gekommen, da MANIA im Jahre 1974 nicht nur zensurbedingt begrenzt in Umlauf gebracht wurde, sondern sich danach auch im Besitz des Hauptdarstellers Brad Euston befunden haben soll, welcher das gute Stück dann einfach nicht mehr herausrückte. Diversen Berichten zufolge soll sich Euston nicht nur seine Schauspielrolle(n) eingekauft, sondern damit einhergehend auch noch den Großteil der Produktionskosten übernommen haben.

Gemeinsam mit seinem angestammten Kameramann Ugo Brunelli und seinen beiden illustren Regieassistenten Bruno Vanni und Claudio Fragasso verhalf Polselli diesem cineastischen Irrsinn auf die Beine, der inhaltlich ein wenig seinem vorausgegangenen LUSTHAUS TEUFLISCHER BEGIERDEN ähnelt, denn auch in MANIA wird eine hysterische Hauptprotagonistin innerhalb einer bekannt wirkenden Villa gnadenlos in den Wahnsinn getrieben. Bei der besagten Villa handelt es sich in diesem Fall ausnahmsweise mal nicht um das Eigenheim des mitwirkenden Schauspielers Isarco Ravaioli, welches er Polselli bereits für DAS LUSTHAUS TEUFLISCHER BEGIERDEN und Teile von sowohl RIVELAZIONI DI UNO PSICHIATRA SUL MONDO PERVERSO DEL SESSO als auch QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’ zur Verfügung stellte, sondern um die aus DAS GRAUEN KOMMT NACHTS bekannte Villa, worin dann sowohl MANIA als auch BLACK MAGIC RITES (THE REINCARNATION OF ISABEL) abgedreht wurden. (die dazugehörigen Bildvergleiche folgen demnächst)

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Neben den grotesken Fantasien des wundersamen Regisseurs beinhaltet MANIA aber auch erstklassige Gothikmomente, die wiederum für eine sowohl bedrohliche als auch unheilvolle Stimmung sorgen. Und wie so oft bei den Filmen aus der sensationellen 'Ralph Brown-Phase' wird auch MANIA ausschließlich von exzentrischen Rollencharakteren dominiert, denen sowohl der endlose Schrecken als auch die nackte Panik in den permanent weit aufgerissenen Augen geschrieben steht.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch weitere polsellitypischen Skurrilitäten zu bestaunen, wie beispielsweise ominöse Fußspuren, die mit schwarzer Farbe dick auf den Boden aufgetragen wurden und plötzlich nicht mehr da sind, geisterähnliche Erscheinungen des zombifizierten Professors, eine wurmdurchdrungene Leichenpuppe, welche in aller Ruhe dahinmumifiziert, ein fahrerloser Wagen, der wie aus dem Nichts erscheint, bizarre Geistererscheinungen, ein kuscheliges Kellerlabor, welches im feinsten 60er Jahre Sci-Fi-Chic erstrahlt, eine kuriose Schrottpresse, die augenscheinlich von dem perfiden Zwillingsbruder in mühsamer Kleinstarbeit zusammengeschustert wurde, feinmaschige Fangnetze, die urplötzlich von der Decke fallen, ein Haufen aalglatter Vipern, die unsere Hauptprotagonistin gnadenlos attackieren oder handelsübliche Telefone, die aus heiterem Himmel unter Strom stehen. Nur hinsichtlich der brownschen Sleazemomente scheint die aufgefundene 35mm Kopie ein paar Federn gelassen zu haben, da einige der expliziten Szenen augenscheinlich schon vor dem ursprünglichen Kinostart entfernt wurden. Indizien hierfür lassen sich in der Cinesex Ausgabe vom November 1973 finden, da zahlreiche der darin veröffentlichten Szenen (glasflaschengestützte Masturbation, ungezügelter Lesbianismus und wundersamer Sadismus) in der vorliegenden Fassung letztendlich nicht mehr enthalten sind.

Die Beteiligten Darsteller agieren hierbei mit einer gewohnt hohen Hingabe und Inbrunst, so dass sie der Leidenschaft des poetischen Filmemachers in fast nichts mehr nachstehen. An vorderster Front spielt sich eine völlig unbekannte Darstellerin namens Eva Spadaro in der Rolle der mental retardiert wirkenden Lisa um Kopf und Kragen, wobei dieser Auftritt ihr einziger Ausflug ins Schauspielgewerbe darstellte. Isarco Ravaioli darf dieses mal den ehemaligen Assistenten des verstorbenen Professors mimen, wobei sein darzustellender Rollencharakter Dr. Lailo einen Dickschädel hart wie Stahl zu haben scheint, denn einen Isarco Ravaioli setzt so schnell nichts außer Gefecht. Dann wäre da auch noch die aus CASA DELL'AMORE... LA POLIZIA INTERVIENE, RIVELAZIONI DI UNO PSICHIATRA SUL MONDO PERVERSO DEL SESSO und QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’ bekannte Darstellerin Mirella Rossi, welche im vorliegenden Fall die verstummte Assistenzkraft des Professors spielt. Dabei wird ihr das gleiche Schicksal zuteil, wie es einer Dame aus DAS GRAUEN KOMMT NACHTS (US FASSUNG!) widerfuhr, denn auch sie wird ein Opfer einer plastiktütengestützten Erstickungsattacke, infolgedessen sie nicht nur verstummt, sondern auch noch vollmundig eine gehörige Menge des kunstblutroten Lebenssafts lassen muss. Weiterhin wird die gequälte Seele von dem tobsüchtigen Hausherr Germano zu dessen persönlicher Foltermagd degradiert, die er dann nicht nur ständig mit seinem orthopädischen Hilfsmittel aufs Übelste malträtiert, sondern auch noch unter der Zuhilfenahme einer absonderlichen Folterzange sexuell missbraucht. Neben dem bereits zuvor erwähnten Brad Euston, der übrigens auch schon in QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’ mitwirkte, geben sich mit Ivana Giordan und Max Dorian noch zwei weitere Stammschauspieler Polsellis die Ehre, wobei sich die komplette Schauspielkarriere der Erstgenannten auf nur zwei Ralph Brown Filme beschränkt. Und da sich der Komponist Umberto Cannone neben MANIA auch für die musikalischen Untermalungen für RIVELAZIONI DI UNO PSICHIATRA SUL MONDO PERVERSO DEL SESSO und QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’ verantwortlich zeigte, kann auch dieser zum vertrauten Stammpersonals des einmaligen Filmemachers gezählt werden.

Fazit: Ein exzessiv psychotisches Filmerleben der höchsten Güteklasse, welches nicht nur berauscht, sondern den geneigten Filmliebhaber verschrobener Filmproduktionen auch noch durchwegs in Staunen versetzt. Wer aber solch wundersam bodensätzigen Kinoproduktionen schon grundsätzlich nicht viel abgewinnen kann, der sollte lieber gleich die Finger von dieser filmischen Wundertüte lassen, denn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überstrapaziert MANIA die 'gewöhnlichen' Sehgewohnheiten gehörig.


Eine etwas ausführlichere MANIA Besprechung steht übrigens auch seit heute auf Italo-Cinema.de zur Verfügung

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Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Spoilerhafte Filmzusammenfassung mit Bildauszügen aus der Cinesex Ausgabe 09/1974
(inkl. geschnittener Szenen)

Score:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com



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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 27.09.2017 18:55 
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Danke für die klasse Vorstellung dieser raren Genreperle!!!

Ich hoffe, daß die breite Masse durch eine würdige Veröffentlichung auf DVD oder Bluray auch einmal diesen Film zu Gesicht bekommen kann.

Camera Obscura kommt mir da spontan in den Kopf.


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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 29.09.2017 20:14 
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Prinzipiell finde ich „Lusthaus teuflischer Begierden“ (Originalversion) eine deutliche Spur irrsinniger, das soll aber nicht bedeuten, dass es bei „Mania“ normal zur Sache geht, nee, nicht wirklich. Des Rätsels Lösung liegt zwar auf der Hand, aber wen interessiert das bei diesem manischen Treiben schon? Lustslavin - Rollstuhl - Aaaarrggggghhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!

Unglaublich!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 30.09.2017 13:13 
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Sehr spannender Text, Mr. Pistilli!

Die Bilder sehen ja gar nicht so schlecht aus, von welcher Quelle kommen die denn?


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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 01.10.2017 10:26 
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Matze5878 hat geschrieben:
Danke für die klasse Vorstellung dieser raren Genreperle!!!

Ich hoffe, daß die breite Masse durch eine würdige Veröffentlichung auf DVD oder Bluray auch einmal diesen Film zu Gesicht bekommen kann.

Camera Obscura kommt mir da spontan in den Kopf.

.... oh ja, bitte !!! .... und gerne auch schnell das "Lusthaus" hinterher. Die "Obskuren" und die "Untergrundkulturer" dürfen sich gerne drum duellieren :D

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 01.10.2017 12:19 
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samgardner hat geschrieben:
Die Bilder sehen ja gar nicht so schlecht aus, von welcher Quelle kommen die denn?


Die Bilder stammen aus einem 35mm Rip der in Fankreisen kusiert,gibt auch bereits liebevoll erstellte Fansubs auf englisch und deutsch damit diejenigen die des italienischen nicht mächtig sind,auch ihre Freude an dem Film haben können. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 01.10.2017 14:04 
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giallosammler hat geschrieben:
...gibt auch bereits liebevoll erstellte Fansubs auf englisch und deutsch

:shock:
Vielen Dank für die Info, denn von der Existenz deutscher Fansubs wusste ich bisher noch nichts.... :hutheben:

trebanator hat geschrieben:
Matze5878 hat geschrieben:
Ich hoffe, daß die breite Masse durch eine würdige Veröffentlichung auf DVD oder Bluray auch einmal diesen Film zu Gesicht bekommen kann.

.... oh ja, bitte !!! .... und gerne auch schnell das "Lusthaus" hinterher.

Adäquate Veröffentlichungen von MANIA und LUSTHAUS wären absolut fantastisch!
Dazu dann noch CASA DELL'AMORE... LA POLIZIA INTERVIENE und zahlreiche der frühen Werke Polsellis... :pray:

Aber leider befürchte ich, dass den Werken Polsellis in den hiesigen Breitengraden eine zu geringe Liebhaberschaft entgegen steht, wodurch dann wiederum für die interessierten Labels (ggf.) ein unkalkulierbares Risiko resultiert. Und dann wäre da auch noch die Frage, ob für die jeweiligen Filme überhaupt noch abtastungsfähiges Ausgangsmaterial zur Verfügung steht (?) ...aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! :)



sid.vicious hat geschrieben:
Prinzipiell finde ich „Lusthaus teuflischer Begierden“ (Originalversion) eine deutliche Spur irrsinniger, das soll aber nicht bedeuten, dass es bei „Mania“ normal zur Sache geht, nee, nicht wirklich. Des Rätsels Lösung liegt zwar auf der Hand, aber wen interessiert das bei diesem manischen Treiben schon? Lustslavin - Rollstuhl - Aaaarrggggghhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!

Unglaublich!!!

Im Direktvergleich empfand ich das Wahnsinnspotenzial des LUSTHAUSES auch ein wenig intensiver, da dieses durchwegs zu spüren war. Bei MANIA bekommt der Wahnsinn zwar nur punktuell freien Lauf, aber dafür finde ich den gezeigten Irrsinn in all seinen unfassbaren Facetten ein wenig abwechslungsreicher gestaltet. Darüber hinaus kommt es mir so vor, als hätte Helia Colombo für seinen ebenfalls schier unfassbaren LA POLIZIA BRANCOLA NEL BUIO ein wenig bei MANIA abgekupfert, da auch in dessen Giallo ein im Rollstuhl sitzender Wüterich in einer Villa sowohl ein munteres Psychospiel als auch ein geheimes Kellerlabor betreibt...

Hast Du eigentlich auch bemerkt, dass MANIA in der Villa von Herbert und Marcia abgedreht wurde? Und als wäre das nicht schon genug, entstanden auch noch Teile von BLACK MAGIC RITES (THE REINCARNATION OF ISABEL) in dem Haus mit dem legendären Gewölbekeller und der unheilvollen Dachveranda. Hierzu dann auch ein paar Beweisfotos, wobei der Fokus dieses Mal auf das Treppenhaus, das Mauerwerk der Dachveranda, den Hyänenspiegel, das Gittertor zum Gewölbekeller (samt der dazugehörigen Treppen und Luken), die verschnörkelte Gittertüre (Zugang zum Haus), das Krankenhauszimmer, die Außenaufnahmen von Villa und Innenhof, die hitzewallende Wandheizung hinter der Zimmertüre, Herberts und Marcias Ehebett, das rote Gästebett, den Wohnzimmerkamin und die Terassentüre gelegt werden sollte.



Polsellihafte Ähnlichkeiten Teil 1: Die Villa von Isarco Ravaioli (> Klick!)


Polsellihafte Ähnlichkeiten Teil 2: Die Villa von Herbert und Marcia:


DAS GRAUEN KOMMT NACHTS

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MANIA

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BLACK MAGIC RITES (THE REINCARNATION OF ISABEL)

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 02.10.2017 14:43 
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Zitat:
Polsellihafte Ähnlichkeiten Teil 2: Die Villa von Herbert und Marcia:


Ergänzung zu Teil 2:

Im Übrigen wäre es auch interessant zu wissen, wem eigentlich die glorreiche Lyutak-Villa damals gehörte, denn nach einer erneuten Überprüfung wurden in dieser auch noch kurze Szenen für QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’ und RIVELAZIONI DI UNO PSICHIATRA SUL MONDO PERVERSO DEL SESSO abgedreht.

(Man beachte dieses Mal das Ehebett der Lyutaks, das rote Gästebett, den Hauseingang, das Krankenhauszimmer, das Treppenhaus, den Wohnzimmerkamin, die berühmte Kellertreppe, die hitzewallende Wandheizung hinter der Zimmertüre und der buntgekleidete Stoffteddy)


QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’

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RIVELAZIONI DI UNO PSICHIATRA SUL MONDO PERVERSO DEL SESSO

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Außerdem kommen in RIVELAZIONI DI UNO PSICHIATRA SUL MONDO PERVERSO DEL SESSO zwei markante Möbelstücke zum Einsatz, die es dann wiederum in MANIA in nur einer Bildeinstellung zu bestaunen gibt: das schwarz-weiß gestreifte Bett und das Sekretär-ähnliche Holzschränkchen

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 04.10.2017 18:40 
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Polsellihafte Ähnlichkeiten Teil 3: blutungsförderndes Polyethylen


Wie bereits schon weiter oben beschrieben, kopierte Renato Polselli in MANIA den bereits aus DAS GRAUEN KOMMT NACHTS (US Fassung!) bekannten plastiktütengestützten Erstickungsversuch, und zwar fast 1:1 :!:

In beiden Fällen dient die handelsübliche Plastiktüte eines Blumenstraußes nicht als das ursprünglich angedachte Geschenk, sondern als zweckentfremdete Tatwaffe, die dann bei den weiblichen Opfern unerklärbare Blutungen hervorruft. Augenscheinlich fand es Polselli schade, dass die besagte Szene in DAS GRAUEN KOMMT NACHTS ausschließlich in der US FASSUNG enthalten war und inszenierte sie daher für MANIA ein zweites Mal. Was Polselli zum Zeitpunkt der zweiten Inszenierung aber noch nicht wissen konnte, war das schwerwiegende Schicksal, welches den Film nach seiner Fertigstellung ereilen sollte, denn gesehen haben diese neuinszenierte Szene 'bis heute' wohl nur die wenigsten...


DAS GRAUEN KOMMT NACHTS (US Fassung)

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MANIA

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Abschließend gibt es noch einen kurzen Blick durch die sagenumwobene Luke, deren Standort dann in der Gartenanlage des Lyutak-Anwesens verortet ist:

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 04.10.2017 21:00 
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Du hast dir viel Zeit mit Polselli genommen und fleißig analysiert, lieber Kollege.

:jc_goodpost:

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 05.10.2017 14:09 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
giallosammler hat geschrieben:
...gibt auch bereits liebevoll erstellte Fansubs auf englisch und deutsch

:shock:
Vielen Dank für die Info, denn von der Existenz deutscher Fansubs wusste ich bisher noch nichts.... :hutheben:

trebanator hat geschrieben:
Matze5878 hat geschrieben:
Ich hoffe, daß die breite Masse durch eine würdige Veröffentlichung auf DVD oder Bluray auch einmal diesen Film zu Gesicht bekommen kann.

.... oh ja, bitte !!! .... und gerne auch schnell das "Lusthaus" hinterher.

Adäquate Veröffentlichungen von MANIA und LUSTHAUS wären absolut fantastisch!
Dazu dann noch CASA DELL'AMORE... LA POLIZIA INTERVIENE und zahlreiche der frühen Werke Polsellis... :pray:

Aber leider befürchte ich, dass den Werken Polsellis in den hiesigen Breitengraden eine zu geringe Liebhaberschaft entgegen steht, wodurch dann wiederum für die interessierten Labels (ggf.) ein unkalkulierbares Risiko resultiert. Und dann wäre da auch noch die Frage, ob für die jeweiligen Filme überhaupt noch abtastungsfähiges Ausgangsmaterial zur Verfügung steht (?) ...aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! :)



... ich denke schon, das es sich z.B für die Obscuren oder ggf. auch Subkultur lohnen dürfte. Zumindest die "obskuren" VÖ`s sind ja auch schon für den Export optimiert. Wenn ich mir daann so anschaue, was da so alles in letzter Zeit alles released wurde und sich scheinbar auch einigermaßen rentierte... dann sollte zumindest in Punkto Absatz das ganze machbar sein ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: MANIA - Renato Polselli
BeitragVerfasst: 08.10.2017 13:48 
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Polsellihafte Ähnlichkeiten Teil 4: Verschiedenes


BLACK MAGIC RITES wurde übrigens im gleichen Schloß wie SCARLETTO abgedreht, nämlich im 'Castello Piccolomini' (Balsorano Vecchio - Provinz L’Aquila, Abruzzen). Die bekannte Touristenattraktion diente darüberhinaus auch noch als Drehort für beispielsweise 'Ein Toter hing am Glockenseil (1964)' oder 'Schicke deinen Teufel in meine heiße Hölle' (1973)

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Wie die folgenden Bilder zeigen, griff Renato Polselli auch immer wieder gerne auf altbewährte Foltermethoden. bzw. -werkzeuge zurück:

BLACK MAGIC RITES vs. CASA DELL'AMORE... LA POLIZIA INTERVIENE
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MANIA vs. BLACK MAGIC RITES
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BLACK MAGIC RITES vs. DAS GRAUEN KOMMT NACHTS
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IL MOSTRO DELL'OPERA > Auf Italo-Cinema.de steht übrigens auch eine erstklassige Filmvorstellung vom 'schmutzigen Maulwurf' zur Verfügung
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Weiterhin scheint der Regisseur eine Vorliebe für streifenfreipolierte Glasfensterscheiben zu besitzen, an denen sich dann Mirella Rossi -egal ob in einer Pressanlage stehend oder in einer Badewanne liegend- stets ihr hübsches Näschen platt drückt:

MANIA vs. QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’
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Und neben dem bis dahin noch gar nicht aufgezeigten Swimming-Pool werden zum Abschluss nochmals ein paar Bilder des Anwesens der Familie Lyutak bzw. der Geschwister Brecht dargeboten:

BLACK MAGIC RITES vs. QUANDO L’AMORE E’ OSCENITA’
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Ein knapp zweiminütiges Interview zu MANIA:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

Polselli über MANIA (ab 6:10 Min.!)


trebanator hat geschrieben:
Wenn ich mir dann so anschaue, was da so alles in letzter Zeit alles released wurde und sich scheinbar auch einigermaßen rentierte... dann sollte zumindest in Punkto Absatz das ganze machbar sein ;)


Dein Wort in Gottes Ohr ;)


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