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 Betreff des Beitrags: KILLER-ALIEN (BREEDERS) - Tim Kincaid
BeitragVerfasst: 31.03.2012 11:42 
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Breeders
(Killer-Alien / Nemesis - Die Brut des Grauens)
USA 1986 - Written & Directed by Tim Kincaid
Starring: Teresa Farley, Lance Lewman, Frances Raines, Natalie O'Connell, LeeAnne Baker , Matt Mitler...


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Böse, häßliche, schleimige Kreaturen paaren sich mit jungen, hübschen, unwilligen Weibchen. Nach diesem Prinzip funktionierte bereits Barbara Peeters' Humanoids from the Deep, eine Roger Corman-Produktion aus dem Jahre 1980, und das gar nicht mal schlecht. Tim Kincaid baut mit Breeders auf dieser spekulativen Grundidee auf, tauscht das idyllische Küstendörfchen mit dem Moloch New York, und anstelle von vielen triebgesteuerten Monstern gibt es ein fortpflanzungswilliges Alien. Auf der Suche nach den Objekten seiner Begierde (diese müssen jungfräulich sein, was glücklicherweise auf mindestens jede zweite New Yorkerin bis 25 Jahre zuzutreffen scheint) geht der insektenhafte Außerirdische gar nicht mal so ungeschickt vor. Er beherrscht nämlich die große Kunst der Tarnung, schlüpft in einen beliebigen Menschen hinein (keine Ahnung, wie er das genau bewerkstelligt), und mißbraucht ihn als täuschend echte Hülle. Wenn es dann soweit ist, wenn es daran geht, den Begattungsvorgang einzuleiten, bricht er blutig aus der bedauernswerten "Puppe" hervor und macht sich über das kreischende Opfer her (Breeders ist definitiv ein Kreischfilm). Der grausigen Wahrheit auf die Spur kommen die Ärztin Dr. Gamble Pace (Teresa Farley) und der Polizist Dale Andriotti (Lance Lewman), die zum großen Showdown schließlich die bizarre Brutstätte unterhalb der Stadt aufstöbern.

Breeders ist ein lupenreines Guilty Pleasure, das Fans von preisgünstig hergestellten (S)Exploitern ganz vorzüglich munden sollte. Tim Kincaid (*) weiß, daß er mit schauspielerischen Glanzleistungen ebenso wenig punkten kann wie mit Oscar-reifer Kameraarbeit oder State-of-the-Art-Spezialeffekten, also drückt er stattdessen ordentlich aufs Tempo und nutzt jeden noch so fadenscheinigen Vorwand, um die Darstellerinnen zum Blankziehen zu animieren. Da wird nicht nur ausgiebig geduscht, sondern u. a. auch gleich nackt geturnt, wobei die Kamera langsam über die jungen Körper gleitet und Brüste, Ärsche und Büsche fast zärtlich einfängt. Die Vergewaltigungen läßt Kincaid großteils im Off statt finden; lediglich einmal wird die Untat des Aliens gezeigt bzw. angedeutet. Die schauspielerischen Darbietungen sind so herrlich mies, daß es niemanden verwundern sollte, daß die Filmographien der meisten Darsteller überschaubar sind. Den Vogel diesbezüglich schießt Teresa Farley ab, die so emotionslos agiert, daß man glauben könnte, man hätte sie zuvor in tiefe Trance versetzt. Die Kamera arbeitet nach dem Prinzip des Beamten-Mikado (wer sich bewegt hat verloren) und bleibt meist statisch und ruhig (eine wohltuende wenn auch gewöhnungsbedürftige Abwechslung zur berüchtigten Shaky-Cam). Auch die Spezialeffekte dieser Direct-to-Video-Produktion (einer der ersten DTV-Filme überhaupt, wenn nicht gar der erste) überzeugen nicht wirklich, dafür sind sie hübsch blutig geraten. Wenn das Alien aus den Wirtskörpern herausplatzt, dann jubelt der Gorehound. Das böse E. T. selbst ist ein Mann im lustigen Ganzkörpergummikostüm, dessen Screentime sich jedoch nur auf eine handvoll Auftritte beschränkt.

Erfreulicherweise atmet Breeders den Charme der billigen 50er-Jahre-Monsterstreifen, komplett mit schlechter Musik und lachhaften Dialogen, zeitgemäß aufgepeppt mit selbstzweckhaften Nuditäten und derben Splattereien, was die niederen Instinkte Cha-Cha-Cha tanzen läßt. Obwohl das Geschehen nach Schema F abläuft, schafft es Kincaid, die eine oder andere eigene (und ziemlich schräge) Idee einzubauen, die seinem anspruchslosen Low-Budget-Schlocker das gewisse Etwas verleiht (wie z. B. der Auftritt der nackten Opfer, die sich verzückt im Schleim (oder gar im extraterrestrischen Sperma?) räkeln, oder das grotesk mißgestaltete Alien-Baby). Breeders ist ein so kurzweiliges wie launiges Monster-Movie, das ohne Durchhänger von A(nfang) nach E(nde) braust, das volle T & A-Programm abspult und dabei prächtig unterhält. Kurz: ein Fest für Trashologen, ein Alptraum für Cineasten. Das 1997 entstandene Remake Breeders (Deadly Instinct - Die Bestie aus dem All) von Paul Matthews konnte ich leider noch nicht begutachten.

(*) Der am 2. Juli 1944 in Santa Barbara geborene Tim Kincaid ist unter dem Pseudonym Joe Gage eine große Nummer in der Schwulenpornoszene. Unter anderem schrieb und inszenierte er mit Kansas City Trucking Co., El Paso Wrecking Corp. und L.A. Tool & Die eine immens einflußreiche Trilogie, die angeblich mit zum besten zählt, was diesbezüglich auf dem Markt ist. Mitte der 1980er-Jahre verschlug es Kincaid kurz in die Exploitationabteilung des B-Films, und so entstanden neben Breeders noch Bad Girls Dormitory, Robot Holocaust, Riot on 42nd St., Mutant Hunt, She's Back und The Occultist.

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