Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
Aktuelle Zeit: 21.08.2018 06:26

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: THE DARK - John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 07.02.2015 13:27 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 05.2011
Beiträge: 1138
Wohnort: Arkham
Geschlecht: männlich
The Dark
(The Mutilator)
USA 1979 - Directed by John 'Bud' Cardos
Starring: William Devane, Cathy Lee Crosby, Richard Jaeckel, Keenan Wynn, Biff Elliot, Jacquelyn Hyde...


Bild

Ein außerirdisches Wesen, genannt The Dark und gespielt von John Bloom (Frankensteins Monster in Al Adamsons Über-Baddie Dracula vs. Frankenstein), ist unterwegs in den Hollywood Hills von Los Angeles. Nachts schleicht es durch die Straßen, auf der Suche nach neuen Opfern. Es fühlt sich wohl in der Finsternis. Vielleicht weiß es, daß es viele Menschen mit der Angst zu tun bekommen, wenn sie sich alleine im Dunkeln befinden. Oder auch nicht ganz so alleine, schließlich lauert The Dark auf den richtigen Zeitpunkt, um zuzuschlagen. Wenn das elektrische Licht zu flackern beginnt, wenn die Leuchtstoffröhren ihren Geist aufgeben, wenn ein blinder Mann vorbeispaziert (fragt mich nicht wieso; ich habe keinen blassen Schimmer!), wenn irgendjemand ständig "The Dark" zu flüstern beginnt, dann ahnt man, daß The Dark nicht weit ist. Dieses Geräusch! Sind das nicht scharfe Krallen, die über brüchiges Mauerwerk schaben? Diese Fratze! Da gefriert einem fast das Blut in den Adern. Diese Augen! Oh, Gott, diese Augen! Wenn sie zu glühen beginnen, dann weißt du, daß dein Leben in wenigen Sekunden vorbei sein wird. Denn The Dark verschießt laserähnliche Strahlen mit seinen Augen, und wo die auftreffen, wächst kein Gras mehr. Im besten Falle explodiert das Opfer sofort. Hat es Pech, verbrennt es bei lebendigem Leibe, ohne zu wissen, warum es nun sterben muß. Über seine Motive hüllt sich die Kreatur in Schweigen. Doch The Dark ist unberechenbar. Manchmal packt es mit seinen kräftigen Händen auch einen Menschenkopf und reißt ihn glatt ab. Wieso? Nun, weil es The Dark ist, natürlich, und weil es das kann. Und weil Stanford Whitmore es in seinem Drehbuch so geschildert hat.

The Dark ist ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Monsterfilm nicht machen sollte. Grundsätzlich gibt es ja zwei Herangehensweisen. Entweder man stellt a) das Monster in den Mittelpunkt der Geschichte, oder man legt b) den Fokus auf die Figuren, die es mit dem Monster zu tun bekommen. Wenn man Variante b) wählt, wie es The Dark tut, sollte man jedoch unbedingt darauf achten, daß der Drehbuchautor interessante und gut charakterisierte Figuren liefert, mit denen die Schauspieler etwas anfangen können. Schließlich soll der Zuschauer mit diesen Menschen gut und gerne neunzig Minuten verbringen, und wenn das dann allesamt uninteressante Pappnasen sind, deren Schicksal einem am Allerwertesten vorbeigeht, dann ist das natürlich fatal. Im Falle von The Dark heißt das konkret: Man sieht Polizisten (u. a. Richard Jaeckel und Biff Elliot) dabei zu, wie sie in der Gegend herumfahren, mit ihren Vorgesetzten debattieren und am Ende gegen das Monster kämpfen. Man sieht einer Reporterin (Cathy Lee Crosby) dabei zu, wie sie über den Fall berichtet, mit diversen Leuten spricht und am Ende gegen das Monster kämpft. Man sieht einem Schriftsteller (dem Vater des ersten Opfers, gespielt von William Devane, dem James Heller aus 24) dabei zu, wie er mit seinem Schlitten durch die Stadt kurvt, auf eigene Faust Ermittlungen anstellt, den Polizisten Druck macht und am Ende gegen das Monster kämpft. Und man sieht einer hellseherisch begabten Dame (Jacquelyn Hyde) dabei zu, wie sie Visionen hat, die Polizei vergebens auf kommendes Ungemach hinweist und es in ihrer Wohnung mit poltergeistähnlichen Aktivitäten zu tun bekommt.

Und das Monster? In der ersten Stunde des Streifens ist die mordlüsterne Kreatur maximal eine Minute zu sehen. Hier eine Pranke, da eine Nahaufnahme der Augen, dort eine Totale des Aliens, wie es einen Kopf abrupft. Erst im finalen Showdown läßt man das Ding so richtig dolle wüten, doch da ist es längst zu spät, um den Film noch zu retten. Begonnen wurde The Dark von Tobe Hooper, doch der wurde bereits kurz nach Drehbeginn gefeuert und durch John 'Bud' Cardos ersetzt. Cardos, ein recht verläßlicher Genreregisseur (Kingdom of the Spiders, The Day Time Ended, Night Shadows), trifft meines Erachtens die geringste Schuld am Debakel. Man springt kurzfristig ein, hat keine Vorbereitungszeit, bekommt ein fertiges oder auch nicht so fertiges Drehbuch vorgelegt (aus dem ursprünglichen Zombie wurde z. B. dank des Erfolges eines gewissen Films von Ridley Scott flugs ein Alien)... da kann man halt keine Bäume mehr ausreißen und bloß noch versuchen, das Projekt irgendwie zum Abschluß zu bringen. Und so fühlt sich der Großteil des Streifens auch an. Zwar kompetent inszeniert, aber ohne einen Funken Leidenschaft, ohne jede Energie, nur um die eine Aufgabe lustlos zu erfüllen: Schadensbegrenzung. Und das überträgt sich leider voll auf den Zuseher, weshalb sich der Unterhaltungswert auch stark in Grenzen hält. Leider ist The Dark - trotz Laserstrahlen aus seinen Augen verschießendem Außerirdischen - bei weitem nicht schlecht genug, um als Trashheuler zu funktionieren. In kleinen Nebenrollen sind Radiolegende Casey Kasem (American Top 40), Philip Michael Thomas (Miami Vice) und der kleinwüchsige Angelo Rossitto (Freaks) zu sehen. Nicht, daß dies den Film aufwerten würde, aber ich wollte es nur mal erwähnt haben. Unterm Strich bleibt somit ein sehr ödes Monster-Movie mit zwei, drei ansehnlichen Suspense-Szenen und einem ordentlichen Finale in einem alten Kloster. Der Rest schafft lediglich eines. Zu langweilen.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: THE DARK - Regie: John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 22.01.2018 16:28 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 742
Geschlecht: nicht angegeben
THE DARK
keine deutsche Veröffentlichung
USA 1979
Regie: John 'Bud' Cardos, ursprünglich: Tobe Hooper (führte nur drei Tage Regie)
Darsteller
William Devane
Cathy Lee Crosby
Richard Jaeckel
Keenan Wynn

Bild

THE DARK absorbiert den Zuschauer nicht so sehr wegen seiner filmischen Originalität; der Film fasziniert vielmehr in seiner Ritualisierung von Vorhersehbarem. Eigentlich hat man den Eindruck, man sieht einen Thriller, einen Fernsehkrimi aus den USA – mit der typischen Polizeiarbeit sowie den mondänen Einstellungen von Villen, Partys und Yachten der Reichen. Insofern ist der Killer hier eine Variable: er müsste nicht unbedingt außerirdischer Natur sein, die Thriller-artige Erzählstruktur und die Inszenierung ließen ebenso eine menschliche zu (so war es ursprünglich auch geplant, doch zur damaligen Zeit waren eben Außerirdische en vogue, weshalb man sich dazu entscheiden sollte, einen solchen als Killer ins Drehbuch zu schreiben). Der Außerirdische nun verbirgt sich in der Dunkelheit, um von dort seine Opfer in die Mangel zu nehmen. Jede Mordsequenz gestaltet sich gleichartig, wobei der Außerirdische im Laufe des Films immer sichtbarer wird – zunächst nur als Schatten, mit sichtbarer Augenpartie, bis im Finale seine gesamte Gestalt erscheint. Dieses zunächst Verbergen und stückchenweise Enthüllen des Killers hat durchaus seinen Charme. Auch sehr gelungen, habe ich dabei die musikalische Begleitung empfunden. Denn wenn der Außerirdische in Aktion tritt, kommen aus dem Off bedrohliche, ja, „dunkle“ Töne, die zusammen mit einem satanisch anmutenden Singsang – im Stil von THE OMEN – für Spannungsmomente sorgen. Im Gesamtbild möchte ich THE DARK als Hommage an den Science-Fiction-Film der 1950-er Jahre beschreiben, oder aber auch: als einen Noir-Thriller mit Außerirdischem. Das Aussehen des außerirdischen Killers ähnelt sehr dem NEANDERTHAL MAN von 1953, wobei seine Fähigkeit, aus den Augen Laserstrahlen schießen zu können, an THE COLOSSUS OF NEW YORK von 1958 erinnert – alles sehr kleine B-Movies…wie THE DARK…


Zuletzt geändert von Howard Vernon am 28.01.2018 16:17, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: THE DARK - Regie: John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 22.01.2018 20:21 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 03.2010
Beiträge: 1479
Wohnort: zu Hause
Geschlecht: männlich
Sehr feiner Horror Science Fiction Film kann hier die Blu von Code Red jedem empfehlen. Spannend gut gefilmt und 70er feeling vor der großen Horrorwelle der 80er Jahre. Nicht ganz so gut wie Blue Sunshine oder God told me too, aber definitiv einer der guten 70er Jahre Horrorfilme.

_________________
Bild

Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: THE DARK - Regie: John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 27.01.2018 13:23 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 05.2011
Beiträge: 1138
Wohnort: Arkham
Geschlecht: männlich
Ja, über The Dark habe ich in der Tat mal etwas geschrieben (müßte eigentlich irgendwo hier rumschwirren), aber viel Gutes konnte ich über den Film leider nicht berichten. Ich fand den sehr enttäuschend und langweilig.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: THE DARK - Regie: John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 27.01.2018 14:40 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 742
Geschlecht: nicht angegeben
Randolph Carter hat geschrieben:
Ja, über The Dark habe ich in der Tat mal etwas geschrieben (müßte eigentlich irgendwo hier rumschwirren), aber viel Gutes konnte ich über den Film leider nicht berichten. Ich fand den sehr enttäuschend und langweilig.


Dann habe ich mich also doch richtig erinnert - von Deiner eher schlechten Bewertung war mir auch noch etwas im Hinterkopf geblieben; bei mir hat der Film allerdings extrem gut "gezündet" - ich habe es bei meinem Seheindruck ja angedeutet: der Film funktioniert - für mich - wie eine gute "Columbo"-Folge: man weiß genau was passieren wird, weil man es zuvor schon 100-fach gesehen hat, es macht aber dennoch Spaß...und wie Trash schon geschrieben hat, die Blu Ray von "Code Red" sieht ungemein klasse aus...

lieber Randolph Carter, vielleicht kannst Du im Zuge der Meinungsvielfalt Deinen Text doch noch einmal an dieser Stelle platzieren?!...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: THE DARK - John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 28.01.2018 05:44 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 11.2009
Beiträge: 8780
Wohnort: Liquid Eyes in Cologne
Geschlecht: männlich
Howard Vernon hat geschrieben:
lieber Randolph Carter, vielleicht kannst Du im Zuge der Meinungsvielfalt Deinen Text doch noch einmal an dieser Stelle platzieren?!...

Erledigt :!:

_________________
"Ein Tittchen hier, ein Fötzchen da, und die Welt sähe wieder rosiger aus." anti
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: THE DARK - John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 28.01.2018 13:13 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 05.2011
Beiträge: 1138
Wohnort: Arkham
Geschlecht: männlich
TRAXX hat geschrieben:
Howard Vernon hat geschrieben:
lieber Randolph Carter, vielleicht kannst Du im Zuge der Meinungsvielfalt Deinen Text doch noch einmal an dieser Stelle platzieren?!...

Erledigt :!:


Merci.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: THE DARK - John 'Bud' Cardos
BeitragVerfasst: 28.01.2018 16:15 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2017
Beiträge: 742
Geschlecht: nicht angegeben
Danke an Randolph Carter und TRAXX!!!


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker