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 Betreff des Beitrags: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 10.02.2017 17:39 
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Death Spa
(Witch Bitch - Tod aus dem Jenseits / Witch Bitch)
USA 1987 - Directed by Michael Fischa
Starring: William Bumiller, Brenda Bakke, Merritt Butrick, Robert Lipton, Alexa Hamilton, Ken Foree...


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"Everyone in this place is going to die!"
(Die "Witch Bitch" gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden)

Wenn ein Horrorfilm mit dem Einschlag eines Blitzes beginnt, bedeutet das selten etwas Gutes. Wenn der Blitz dann auch noch in ein ultramodernes Fitness-Center namens Star Body Health Spa einschlägt und die Leuchtbuchstaben S-T-A-R-B-O-Y-H-L auslöscht, sodaß die verbleibenden Buchstaben die unheilschwangere Bezeichnung "Death Spa" ergeben, dann kann man sich sicher sein, daß die unter Faulpelzen weit verbreitete Floskel "Sport ist Mord" hier punktgenau ins Schwarze trifft. Und tatsächlich: Auf einmal geschehen bizarre "Unfälle" in der computergesteuerten High-Tech-Fitness-Bude, sehr zum Leidwesen von Besitzer Michael Evans (William Bumiller, Guns). Erstes Opfer ist seine hübsche Freundin Laura (Brenda Bakke, American Gothic), deren leckerer, schweißbedeckter Luxuskörper (nackt, wie Gott sie schuf, selbstverständlich) in der Sauna von austretendem Chlordampf schlimm verbrüht wird.

Nach eher harmlosen Zwischenfällen - wie einem sich lösenden Sprungbrett beim Wasserbecken, heißem Wasser aus den Duschköpfen und durch die Gegend fliegenden Fliesen - wird es dann so richtig übel. Eine Sportskanone wird beim Krafttraining vom Fitnessgerät so beansprucht, daß es ihn innerlich zerreißt, der zarte Hals einer Frau wird von einem Stahlrohr durchbohrt, und ein unglückliches Mädel wird von aus der Sprinkleranlage spritzender Säure regelrecht zersetzt. Lieutenant Fletcher (Francis X. McCarthy) und Sergeant Stone (Rosalind Cash) nehmen die Ermittlungen auf und haben als potentiellen Täter neben Michael vor allem dessen Ex-Schwager David (Merritt Butrick, Fright Night Part 2) im Auge, dem Programmierer der Computersteuerung. Ein Motiv hat der ständig schlecht gelaunte Kerl nämlich auch, schließlich war seine geliebte Zwillingsschwester Catherine (Shari Shattuck) mit Michael verheiratet, bis sie sich eines Tages mit Benzin übergossen und angezündet hat.

Michael Fischas Death Spa ist ein sehr ansprechend inszeniertes und überaus kurzweiliges Slasher-Movie mit einem coolen Gimmick. Der heimtückische Killer ist nämlich übernatürlichen Ursprungs, womit ihm auch weit mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, seine Opfer über den Jordan zu schicken, als den üblichen tumben Gestalten mit ihren Messern, Äxten oder Macheten, die diese Art Film für gewöhnlich bevölkern. Ein reanimierter, tiefgefrorener Aal, der sich in eine Kehle verbeißt, oder zerberstende Spiegel, deren scharfe Glassplitter einen Körper zerfetzen, sieht man nun wirklich nicht alle Tage. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, wenn es die "Witch Bitch" krachen läßt und den "Tod aus dem Jenseits" bringt, wodurch natürlich auch für reichlich Abwechslung gesorgt ist. Bei den Gore-Effekten schossen die Macher (für die damalige Zeit) fröhlich übers Ziel hinaus, weshalb die amerikanische Zensurbehörde MPAA für ein R-Rating auch prompt diverse Kürzungen forderte.

Die Splatterszenen sind zwar überwiegend recht happig, allerdings beschränkt sich Fischa selbst in der Unrated-Fassung auf eher kürzere Einstellungen, nicht zuletzt wohl auch, um die nicht immer gelungenen Effekte etwas zu kaschieren. Lediglich bei der saftigen Mixerszene (ein einfacher aber höchst effektiver Trick) wird mit der Kamera bis zum bitteren Ende der süßen "Biene" draufgehalten. Die SFX-Leute um Mel Slavick (Bride of Re-Animator) konnten sich bei Death Spa jedenfalls über mangelnde Arbeit bestimmt nicht beklagen, wobei beim spektakulären Finale auch die Pyrotechniker einiges zu tun bekamen. Denn trotz aller Todesfälle läßt es sich Michael nicht nehmen, eine flotte Mardi Gras-Party zu schmeißen, was den Bodycount noch mal drastisch in die Höhe schraubt. Das nicht ganz schlüssige Ende ist ziemlich abrupt, wird aber immerhin durch die angenehm eklige Schlußeinstellung etwas versüßt.

In seinen besten (=absurdesten) Momenten weckt der 1987 gedrehte, aber erst 1989 veröffentlichte Death Spa Erinnerungen an italienische Genreklassiker wie Suspiria, ...E tu vivrai nel terrore! L'aldilà (Über dem Jenseits aka Die Geisterstadt der Zombies) oder La Chiesa (The Church), die ja ebenfalls das (blutige) Spektakel über eine nachvollziehbare, logische Handlung stellten. Death Spa erreicht zwar weder deren Klasse, noch deren dichte, alptraumhafte Atmosphäre, aber in einer Zeit, als sich das populäre Genre bereits in einer tristen Abwärtsspirale befand, setzt er zumindest mit Schmackes noch ein dickes, fettes Ausrufezeichen. Obwohl Death Spa zweifellos ein preisgünstig produziertes B-Movie ist, ist der Film gut gemacht, was schon bei der tollen Eröffnungsszene (ein langer Steadicam-Tracking-Shot von der Straße durch den Eingangsbereich in den Fitness-Club) klar ersichtlich ist.

Zudem hat der 1952 in Wien geborene Michael Fischa (My Mom's a Werewolf, Deadtime Stories) die Regie fest im Griff und schafft es problemlos, die Geschichte ohne grobe Durchhänger über die Runden zu bringen. Selbst Szenen, in denen nichts von Belang passiert, weiß er launig auf Zelluloid zu bannen, sodaß kaum Langeweile aufkommt. Fans des unvergleichlichen Achtziger-Jahre-Flairs bekommen hier die volle Dröhnung verpaßt. Geile Frisuren und wunderbar scheußliche (Sport-)Klamotten, schamlos ins neondurchtränkte Licht gerückt, geben sich die Klinke in die Hand, während längst vergessene Popsongs (u. a. von längst vergessenen Bands wie People, Messenger, The Raunchettes und Sgt. Rock) die Tonspur rocken. Im schauspielerischen Bereich werden zwar keine Bäume ausgerissen, aber das Dargebotene ist durchaus akzeptabel. Ein echter Hingucker ist Chelsea Field (Prison) als Darla, aber auch Ken Foree (Dawn of the Dead) ist immer wieder gern gesehen, selbst wenn er so wie hier in äußerst lächerliche Klamotten schlüpfen mußte.

Wie bei vielen Filmen dieser Art ist die große Schwachstelle hier einmal mehr die Figurenzeichnung. Sämtlichen Figuren fehlt es an Tiefe, die Charakterisierung ist bestenfalls oberflächlich, weshalb es dem Publikum schwerfällt, etwas für die (todgeweihten) Männer bzw. Frauen zu empfinden oder gar mit ihnen mitzufiebern. Wer darüber hinwegsehen kann, der bekommt mit Death Spa ein flottes, spaßiges B-Movie serviert, welches für den nicht allzu anspruchsvollen Genrefan ein kleines Rundumsorglospaket darstellt. Schließlich ist in dem Streifen so ziemlich alles drin, was man sich erhoffen darf. Starke, wuchtige, spektakuläre und/oder blutige Murder-Set-Pieces, hübsche junge Frauen, die mit ihren Reizen nicht geizen, eine originelle Location, in der eine wahre Furie ihr Unwesen treibt, und dazu noch Unmengen an extravagantem 80s-Chic. Das alles mag nicht für einen qualitativ hochwertigen Film reichen. Für knappe anderthalb Stunden megageile und recht charmante Horrorunterhaltung langt es jedoch allemal.

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PS: Ich bin ja eigentlich der Typ, der Filmfehler geflissentlich übersieht, selbst wenn sie mich mit Schmackes in den Arsch treten und laut "Juhu" rufen. Der Moment, als sich ein Mikro lustig von der Seite ins Bild schiebt, ist aber selbst mir sofort ins Auge gesprungen.

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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 11.02.2017 14:37 
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Klasse Review - den Film kenne ich zwar nicht, aber er scheint ganz nach meinem Geschmack zu sein; dieses Erzählmuster des übernatürlichen Slashers hat man in den 80er Jahren ja häufig angewandt - mir gefällt da zum Beispiel THE OUTING recht gut, wo ein "Flaschengeist" in einem Museum sein Unwesen treibt... aber Dein Vergleich zum italienischen Horrorkino macht mich jetzt noch neugieriger auf den Film...


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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 12.02.2017 09:56 
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Howard Vernon hat geschrieben:
Klasse Review - den Film kenne ich zwar nicht, aber er scheint ganz nach meinem Geschmack zu sein; dieses Erzählmuster des übernatürlichen Slashers hat man in den 80er Jahren ja häufig angewandt - mir gefällt da zum Beispiel THE OUTING recht gut, wo ein "Flaschengeist" in einem Museum sein Unwesen treibt... aber Dein Vergleich zum italienischen Horrorkino macht mich jetzt noch neugieriger auf den Film...


Danke. :D Ich fühlte mich tatsächlich hin und wieder an das italienische Horrorkino erinnert, nicht in Punkto Atmosphäre, sondern in Bezug auf die Inszenierung der Set-Pieces und die zum Teil heftigen Gore-Effekte. Vielleicht geht es anderen nicht so, aber in mir kam einige Male ein starkes Italo-Horror-Feeling auf.

Hierzulande brachte Dragon den Film vor vielen Jahren auf DVD raus, aber die Scheibe to go for ist natürlich die US-Veröffentlichung von MPI als Blu-Ray+DVD-Combo-Pack.

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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 12.02.2017 15:20 
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Ja, es gibt gerade auch im Slasher-Genre sicher viel (neu) zu entdecken - zwei Filme, die mir im Bereich des "übernatürlichen" Slashers noch einfallen, sind: EVILSPEAK von Eric Weston und RETRIBUTION von Guy Magar; bei beiden Filmen hangelt sich die Story von Set-Piece zu Set-Piece, wobei RETRIBUTION einen cleveren finalen Rekurs auf DER EXORZIST gibt... und bei beiden stimmt natürlich die 80er-Jahre Neo-Atmosphäre...


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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 12.02.2017 21:04 
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WITCH BITCH habe ich vor Kurzem ebenfalls noch mal im Player gehabt... ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus für 80s-Nostalgiker und gleichzeitig wird auch der gemeine Slasher-Afficionado gut abgemolken.
Die einzelnen Set-Pieces erinnern tatsächlich an das Italo-Horror-Genre, vor allem was Farbgebung und Ausleuchtung betrifft. Ganz ähnlich wie bei RETRIBUTION übrigens.

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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 13.02.2017 14:49 
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RETRIBUTION habe ich durch die dt. BD zum ersten Mal gesehen; die farblich extrem stilisierte Inszenierung zusammen mit den 80er-Jahren-Effekten haben mir ganz außerordentlich zugesagt; auf dieser technischen Ebene finde ich beispielsweise Fulcis MANHATTAN BABY sehr unterschätzt, da sein Kino zu dieser Zeit, und erst recht später dann, nur noch wegen der graphischen Gewalt gemocht wurde (zumindest bei einem Großteil der Horrorfilmfans); umgekehrt könnte man dann auch sagen, dass etwa MANHATTAN BABY die "Neon"-Stimmung der 80er-Jahre US-Slasher gut einfängt... zu denen ja auch WITCH BITCH gehört...


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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 13.02.2017 18:49 
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Wobei MANHATTAN BABY ja noch definitiv in die Down-Dirty-&-Sleazy-Zone der 80s fällt, also die Früh-80er, aber RETRIBUTION und WITCH BITCH absolute Kinder der Glossy-Era (Spät-80er) sind. In der zweiten Hälfte der 80er greift doch schon recht deutlich die MTV-Videoclip-Ästhetik aufs Kino über. Völlig Amok läuft dieser Style erst in den 90s, aber in der 2. Hälfte der 80er lässt sich vor allem im US-Kino ein deutlicher Wandel in der Film-Ästhetik ausmachen - besonders im doch für Experimente recht offenem Horror-Genre.

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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 13.02.2017 19:31 
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TRAXX hat geschrieben:
WITCH BITCH habe ich vor Kurzem ebenfalls noch mal im Player gehabt... ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus für 80s-Nostalgiker und gleichzeitig wird auch der gemeine Slasher-Afficionado gut abgemolken.


So und nicht anders ist es. :D

Howard Vernon hat geschrieben:
Ja, es gibt gerade auch im Slasher-Genre sicher viel (neu) zu entdecken - zwei Filme, die mir im Bereich des "übernatürlichen" Slashers noch einfallen, sind: EVILSPEAK von Eric Weston und RETRIBUTION von Guy Magar; bei beiden Filmen hangelt sich die Story von Set-Piece zu Set-Piece, wobei RETRIBUTION einen cleveren finalen Rekurs auf DER EXORZIST gibt... und bei beiden stimmt natürlich die 80er-Jahre Neo-Atmosphäre...


Retribution habe ich vor langer Zeit einmal gesehen, und der hat mir damals sehr gefallen. Höchste Zeit, den mal wieder aufzufrischen. Evilspeak hingegen habe ich zu meiner Schande noch nie gesehen. :oops: In die Kategorie "übernatürlicher Slasher" gehört auch noch der einerseits sehr atmosphärische, andererseits jedoch ziemlich beknackte Beyond the Door III aka Amok Train, wobei der ja im damaligen Jugoslawien gedreht wurde.

Hier noch ein Trailer zu Death Spa:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 19.02.2017 11:07 
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Evilspeak ist einn toller film ;)

Dieser hier, damals von dragon erscheinen, ist nicht so mein fall...

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 Betreff des Beitrags: Re: WITCH BITCH - TOD AUS DEM JENSEITS - Michael Fischa
BeitragVerfasst: 11.05.2017 16:52 
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Spontan fällt mit nur noch THE TOXIC AVENGER ein, wo die Handlung durch ein Setting im Fitness-Studie eingeleitet wird; Death SPA lässt dagegen fast den gesamten Handlungsrahmen dort spielen, wobei ein besessener oder besser verhexter Computer, der vollautomatisch ein solches Studie steuert, die unglaublichsten Mordtaten einläutet...

Man kann sich fragen, ob DEATH SPA möglicherweise eine clevere (post-)moderne Variation des "haunted-house"-Genres darstellen will. Bereits der Blitzeinschlag am Anfang verrät vielleicht schon einen derartigen gotisch angehauchten Traditionsbezug. Kommen doch die bedrohlich stimmungsvollen Unwetter vor allem auch in solchen klassischen Spukfilmen wie THE OLD DARK HOUSE von 1932 vor; zudem gibt es den abgeschirmten Bezirk des Hauses, nämlich das Spa, wo eine bestimmte Gruppe von narzisstisch körperkultsüchtigen Sporttreibenden das übernatürliche Grauen erleben. Auch die tragische Liebesgeschichte aus dem Jenseits, die den Plot vorantreibt, würde zu solch einer romantischen Geistergeschichte passen.

Ganz zeitgemäß ist natürlich der Technikbezug, der die Fitnessgeräte wie Folterinstrumente erscheinen lässt (was sie in der Handlung dann auch sind) und der Computer es denn sogar vermögen soll, dass im Duschraum die Fliesen aus den Wänden fliegen.
Der 80er-Jahre-Slasher-Film hat schon unglaubliche Sachen hervorgebracht, dessen Qualität ich erst in den letzten Jahren zu schätzen verstehe; sei es jetzt das Experimentieren mit Genreformeln oder die Übertreibung in der Inszenierung - der damalige Independent-Film (unabhängig produzierte Werke sind es wohl in der Regel gewesen) hat sich immer wieder die nötigen Freiheiten genommen. Natürlich auch in der graphischen Gewalt, was auch DEATH SPA gemacht hat, weshalb es denn auch eine R-Rated-Fassung und eine Unrated-Version gibt. Sollte ich das Werk mit anderen aus der Zeit vergleichen, dann würde ich hier vielleicht WITCHBOARD oder auch (der sehr von mir verehrte) NIGHT OF THE DEMONS nennen, aber auch die von Randolph Carter angesprochenen italienischen Verweise kann ich gut nachvollziehen...

Der absurd übertriebene Eindruck von DEATH SPA hatte sich allerdings bei mir etwas relativiert, da ich zuvor am Abend den BLOODSUCKING PHARAOHS IN PITTSBURGH mit Veronica Hart mir angeschaut habe und gegen den kommt dann DEATH SPA doch sehr geerdet daher...


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