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 Betreff des Beitrags: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 19.09.2014 18:48 
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Nachdem über meine Facebook-Seite ein netter Kontakt mit dem deutschen Schauspieler, Schlagersänger, Drehbuchautor und Schriftsteller Michael Maien entstanden ist, habe ich die Tage dann die Gunst der Stunde für ein kleines Interview genutzt. Habe mich da bewusst nur auf seinen Ausflug ins italienische Genrekino konzentriert. Weitere Infos über ihn gibt es hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten! ;)

Im Laufe Ihrer Karriere beim Film hat es Sie Anfang der 1970er Jahre auch zweimal nach Italien verschlagen, dort drehten Sie unter der Regie von Riccardo Freda IN DER GLUT DES MITTAGS [La salamandra del deserto] (1970) und den leider nicht in Deutschland veröffentlichten Giallo-Thriller EYE IN THE LABYRINTH [L'occhio nel labirinto] (1972) von Mario Caiano, wie kam es dazu?

Als ich 1965 den Bambi erhielt, lernte ich Sophia Loren, die gleichfalls den Bambi erhielt, näher kennen. Sie gab mir die Adresse eines Agenten in Rom. Über ihn, auf Umwegen, traf ich Mario Caiano, der mir das Drehbuch zu L'OCCHIO gab. Der deutsche Co-Produzent, Hächler, machte dann den Vertrag mit Sybil Danning und mir.

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Riccardo Freda ist bekannt dafür sich gerne mal mit den Produzenten überworfen zu haben, wie haben Sie ihn und die Dreharbeiten zu IN DER GLUT DES MITTAGS in Erinnerung?

Erwin C. Dietrich brachte mich mit Freda zusammen. Er, ein schwieriger Mann, führte kaum in diesem Sinne Regie, da ihn die Umstände wohl überforderten: Krieg in Israel mit Jordanien und Komparserie. Bei dem von Onan gelegten Brand im Gatter brannten in der Tat viele Pferde ab. Wir waren zwei Tage Geiseln der Beduinen, bis der Schaden beglichen war. Also widrige Umstände.


L’OCCHIO NEL LABIRINTO gilt in Fankreisen als überdurchschnittlicher Genrevertreter und wird seit Jahren, auch von den deutschen Giallo-Fans, in ansprechender Qualität für den Heimkino-Markt gefordert. Warum hat es der Film damals nicht nach Deutschland geschafft?

Warum der Film nie nach Deutschland kam weiß ich nicht, ich vermute finanzielle Schwierigkeiten der deutschen Seite.

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In L’OCCHIO NEL LABIRINTO sehen wir Sie an der Seite von gleich mehreren Legenden des italienischen Genrefilms. Wie war die Zusammenarbeit mit Adolfo Celi, Alida Valli und Horst Frank?

Die Arbeit mit den Kollegen war sehr locker, vor allem Adolfo Celi war ein guter Kumpel, ein witziger Typ, der das ganze Business recht easy anging. Alida Valli, eine wahre Lady, mit der ich mich sehr gut verstand. Sie kannte meinen ersten Film WÄLSUNGENBLUT (1964), der in Italien unter L‘INCESTO herauskam. Horst Frank kannte ich schon aus München. Er war okay, wenn er nüchtern war, aber in diesem Fall, da total verknallt in Sybil Danning, war das in Elba seltener der Fall. Er fand sich auch ein wenig unterfordert in der Rolle.


Ebenfalls wirkten mit Sybil Danning und Rosemary Dexter zwei äußerst reizende Damen mit, zu einer damals wilden Zeit!?

Mit Rosemary Dexter hatte ich noch länger Kontakt, sie starb ja leider recht früh.


Sprechen Sie Italienisch oder wurde Englisch am Set gesprochen?

Wir drehten in englischer Sprache, mein Italienisch war, sagen wir, nicht gerade perfekt.


Hatten Sie in der Folge weitere Rollenangebote aus Italien?

1973 begann ich noch Dreharbeiten zu einem Krimi neben Pascale Petit und Brett Halsey. Eines Tages war die Produktion pleite, keine schöne Erfahrung.


Wie kam es zu ihrem Rückzug aus der Filmlandschaft?

Mein Anliegen war eigentlich immer Theater zu spielen, dafür ergriff ich den Beruf. Engagements in München, Wuppertal, Düsseldorf, Hannover. Von 1988-1995 noch einmal ein festes Engagement am Rheinischen Landestheater. Da ich aber kein alternder Schauspieler werden wollte, auch auf Sicherheit bedacht war, arbeitete ich fortan in der Kulturredaktion der Zeitung Komet und war Mitglied des Filmbüros NRW. Dann folgte mein Roman, Lesungen bis vor wenigen Jahren. Heute noch erhalte ich ab und zu Angebote, zuletzt für German Angst. Da aber das Feuer nicht mehr brennt, habe ich mich dann doch zum völligen Rückzug entschlossen. Aber, man soll ja nie nie sagen.

Nochmals vielen Dank an Michael Maien für Beantwortung meiner Fragen. :)

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Zuletzt geändert von andeh am 22.09.2014 14:57, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 19.09.2014 19:05 
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Sehr interessant das Ganze. Gut gemacht und vielen Dank dafür :good:

ps: Die Anfrage für "German Angst" stammte doch dann ganz bestimmt von Herrn Marschall ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 22.09.2014 16:40 
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Jetzt erst entdeckt... Danke für das schöne Interview, andeh! :)

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 22.09.2014 17:29 
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:jc_doubleup:

Ja sehr toll!

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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 22.09.2014 17:35 
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Interessant, wieder einmal was von Michael Maien zu hören, mit ihm hatte ich die letzte Zeit allerlei Filme im Player.
Schön, wenn sich jemand die Mühe macht und an die Leute herantritt, daher auch von mir ein großes Dankeschön!


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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 22.09.2014 18:06 
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Noch viel interessanter finde ich wie der Kontakt zustande kam. Michael Maien war auf die tolle Facebook Seite *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** gestoßen und hatte dort gepostet. Nicht Andeh kam zu Herrn Maien, sondern Maien zu *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Man muss nicht auf Facebook angemeldet sein, wer aber dort angemeldet ist, sollte sofort liken. Die Informationen sind weltbest.


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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 22.09.2014 18:20 
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Malastrana hat geschrieben:
Jetzt erst entdeckt... Danke für das schöne Interview, andeh! :)


Auch jetzt erst erspäht. Danke sehr, Andeh.

:lol:
über Horst Frank: Er war okay, wenn er nüchtern war

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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 22.09.2014 18:22 
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Auch ich danke herzlichst für das Veröffentlichen des Interviews hier!!! 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 28.10.2014 11:51 
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Danke für das Lob, im Nachgang habe ich mir von Mr. Maien noch zwei Plakate signieren lassen. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Interview mit MICHAEL MAIEN
BeitragVerfasst: 28.10.2014 12:07 
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andeh hat geschrieben:
Danke für das Lob, im Nachgang habe ich mir von Mr. Maien noch zwei Plakate signieren lassen. :)

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Ja ja Andeh, gibt er Dir den kleinen Finger, willst Du im Nachgang gleich die ganze Hand. :mrgreen:


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