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 Betreff des Beitrags: DJANGO - DEIN HENKER WARTET - Edoardo Mulargia
BeitragVerfasst: 25.09.2010 13:47 
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Story:

Djangos Vater wird Opfer eines Raubüberfalls, bei dem ihm das bei einem Handel mit Alvarez eingenommene Geld wieder abgenommen wird und bei dem er erschossen wird. Django sinnt nun einerseits auf Rache für den ermordeten Vater, andererseits darauf, die sauer verdienten Dollars wieder der Familienkasse einzuverleiben. Dann kommt es zur großen Abrechnung, bei der Django gründlich unter einer Verbrecherbande aufräumt, bevor ihm zum endgültigen Showdown der hinterhältige Alvarez selbst gegenübersteht. (Quelle: Amazon)

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Da ich gerade für ein anderes Forum Screenshots gemacht habe, eröffne ich hier mal ein Filmtopic.

DJANGO - DEIN HENKER WARTET ist nämlich ein schöner kleiner IW, zwar mit einem sichtbar kleinen Budget gedreht, aber mit allen Zutaten die einen soliden IW auszeichnen. Es gibt wunderschön fotografierte Schussduelle, staubige Landschaften, dreckige Gesichter und Nihilismus an allen Ecken und Enden. Dabei gerät auch für Django die eigentliche Rache eher in den Hintergrund, wenn es ja einen großen Brocken Geld zu holen gibt.

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Die Regiearbeit von Mulargia ist wie immer grundsolide und er schafft genau dass, was die geringem Mittel ihm ermöglichen. Ich glaube ich hatte es bereits öfters erwähnt, für mich einer der meistunterschätzten IW-Regisseure. Der Score von Felice Di Stefano ist eher unaufdringlich, sprich fällt sowohl nicht negativ wie positiv auf.

Das Skript von Vincenzo Musolino ist natürlich mehr als einfallslos, ein Umstand der durch die erstklassige Kameraarbeit von Vitaliano Natalucci wieder ausgeglichen wird.

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Insgesamt sicher kein Film der in Höhere Sphären des Genre eintaucht, aber gute Unterhaltung bietet. Und ein Film wo sichtbar ein Regisseur am Werke ist, der die IW-Elemente versteht einzusetzen. Für mich auf einem Niveau mit z. B. Castellari's DJANGO - DIE TOTENGRÄBER WARTEN SCHON oder Baldi's DJANGO - DER RÄCHER (um mal zwei Beipiele zu nennen). Die in Deutschland schlechte Kritiken kann ich kaum nachvollziehen.


Zuletzt geändert von El Puro am 25.09.2010 15:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 14:13 
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Naja, was soll ich sagen ? :lol: Wunderschönes Plakat, dass ich selber lange an der Wand zu hängen hatte.



Langweiliger kleiner Spaghettiwestern.
Mulargia muss man natürlich das geringe Budget und die schlechten Autoren zu gute halten aber letztlich zählt halt das was er abgeliefert hat, und nicht das was vielleicht irgendwie möglich gewesen wäre. Und ich finde seine Arbeiten durch die Bank unterdurchschnittlich, mit Ausnahme von Ein fressen für django, der auch nicht gut aber irgendwie ganz unterhaltsam ist. Bevor mir jmd. wieder El Puro an den Kopf wirft, den hab ich noch nicht gesehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 18:00 
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Finde der Film ist erstklassige B-Ware. Hab das untenstehende irgendwann mal geschrieben.


Außergewöhnlich guter Western aus der zweiten Reihe, den das Duo Mulargia und Vincenzo Musolino hier fabriziert haben.
Der Western spielt hauptsächlich in einem kleinen Städtchen, was für die Atmosphäre und die Spannung des Films von großem Vorteil ist. Die Inszenierung ist sehr gut und angenehm ruhig, ohne auf die nötige Action zu verzichten. Vor allem der Vorspann weiß zu überzeugen.
Die Besetzung ist ganz ordentlich, neben den Rassimovs sind vor allem Ignazio Spalla und Dino Strano zu erwähnen. Franco Pesce ist wie des Öfteren auch hier wieder als Totengräber tätig. Der Sountrack von Felice di Stefano ist ebenfalls sehr gut gelungen und passt auch sehr gut zur Stimmung des Films.
Die deutsche Synchro geht in Ordnung, schlägt nur hie und da mal über die Strenge.
Musolino und Mulargia arbeiteten öfter zusammen, u.a. mit Vaya con dios Gringo (1966), ein weiterer Western in ähnlicher Besetzung. Leider ist der Film nie zu uns herüber gelangt. Eine weitere Zusammenarbeit, Cjamango (1967), ist ja bald bei Koch Media unter dem Titel Django- Kreuze im blutigen Sand auf DVD erhältlich.
6,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 18:45 
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Da stimme ich dir zu, nerofranco. So zwischen 6 und 7 würde ich den auch bewerten.
Die Zusammenarbeit von Mulargia und Vincenzo Musolino erstreckte sich ja auf insgesamt 4 Filme (Django- Dein Henker wartet, Django - Kreuze im blutigen Sand, Vayas con Dios, gringo und Jetzt sprechen die Pistolen). Wobei das Mitwirken von Musolino wohl eher hinderlich als dienlich war, wenn ich an dessen beide Genrebeiträge denke. ;)

Zu Mulargia selbst und da muss ich dir wiedersprechen Anti-Hero, hat er, mit Ausnahme des schwachen DAKOTA-NUR DER COLT WAR SEIN GESETZ, einige ansprechende Beiträge geliefert. Und er bewieß dass, was man bei Leuten wie Castellari zum Beispiel vermissen ließ: nämlich ein Gespür für die richtige Szenengestaltung, die entsprechend genretypisch und vor allem atmosphärisch überzeugen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 18:50 
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Zu lange nicht gesehen um zu den Film was zu sagen....

Ignacio Spalla war wie immer eine hervorstechende figur....
Muss ich mal wieder schaun wenn die zeit reif ist :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 19:04 
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auf Dakota warte ich seit drei Wochen. Ganz große Leistung vom TM-Shop. :(

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 19:27 
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Anti-Hero hat geschrieben:
auf Dakota warte ich seit drei Wochen. Ganz große Leistung vom TM-Shop. :(


Na, da wartest du noch nicht so lange. Habe mal bei denen 3 Monate gewartet. Das ist ein "Knallerverein". ;)
Bestelle da auch nichts mehr. Egal wie günstig die sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 20:16 
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Eine sehr witzige Szene hat er ja. :mrgreen: Als Django diese Mexikaner am Anfang abknallt und sie sich buchstäblich auf einem Haufen stapeln.

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.09.2010 23:58 
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Sterbenslangweiliger Film. Es passiert 90 Minuten lang rein gar nichts.

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 05:45 
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ich finde den sehr gelungen und mag seine ruhige art, muss auch sagen dass es einer meiner ersten spaghettis überhaupt war
und somit immer in guter erinnerung beibt! 7,5/10 :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 12:56 
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Hab mich trotzdem über die DVD gefreut, uncut, gute Qualität, korrektes Bildformat, spottbillig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 14:51 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Hab mich trotzdem über die DVD gefreut, uncut, gute Qualität, korrektes Bildformat, spottbillig.


Der ital. Ton mit deutschen UT hätte der DVD noch gut getan. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 15:04 
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ich hätte auch einen deutschen Kinotrailer gerne gesehen (bei dem Verleih sicher ähnlich kultig wie der zu Kreuze im blutigen Sand), oder ein 30 Min. Interview mit dem Regisseur. :mrgreen:

naja..

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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 16:20 
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Ich mag den Film auch sehr gerne, obwohl ich ihn wegen seiner Schwächen und des ganz offenkundig minimalen Budgets (ist das nicht der Film, in dem Djangos Verwandtschaft im eigenen Haus im strahlenden Sonnenschein stehen - da also offensichtlich kein Dach vorhanden ist?) schon fast eher als C-Western bezeichnen möchte. Folglich schätze ich auch die genannten HAMLET und ADDIO einen ganzen Tacken höher ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 18:11 
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ephedrino hat geschrieben:
ist das nicht der Film, in dem Djangos Verwandtschaft im eigenen Haus im strahlenden Sonnenschein stehen - da also offensichtlich kein Dach vorhanden ist?


Genau das ist er. Großartige Szene. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Django - Dein Henker wartet / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 26.09.2010 18:39 
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Ist halt ein Öko-Haus


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 25.03.2012 20:28 
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Der kleine Farmer Foster hat ein großes Geschäft gemacht. Er hat durch den Verkauf von Pferden an Don Alvarez ganze 10.000 Dollar eingenommen. Nach erfolgreicher Abwickelung behauptet Don Alvarez aber nun er habe gar keine Pferde bekommen und schickt seinen Killer Navarro los um das Geld zurückzuholen. Da sich Foster ziert das Geld herauszurücken macht Navarro kurzen Prozess und knallt ihn über den Haufen. Dessen Sohn Django sinnt auf Rache und will sich nun Don Alvarez und seinen ganzen Haufen stinkender Schweine vorknöpfen.

Edoardo Mulargia war ja ein richtiger Genreexperte, der es in seiner Karriere als Regisseur auf immerhin neun Western brachte. Seine beste Arbeit war mit Sicherheit der wunderbare El Puro mit Robert Woods in der Titelrolle aber auch alle anderen, mit Ausnahme von Rimase uno solo e fu la morte per tutti! (Dakota- nur der Colt war sein Gesetz) vielleicht, können sich mehr als sehen lassen. Gemeinsam mit dem Schauspieler, Produzenten, Drehbuchautor und Regisseur Vincenzo Musolino schuf er vier äußerst unterhaltsame kleine Western. Dazu zählen Mulargias erste vier Westernbeiträge Vaya con dios, Gringo, Perché uccidi ancora (Jetzt sprechen die Pistolen), Cjamango (Django – Kreuze im blutigen Sand) und eben Non aspettare Django, spara (Django – dein Henker wartet). Danach inszenierte Musolino mit Chiedi perdono a Dio... non a me (Django – den Colt an der Kehle) und Quintana selber noch zwei einigermaßen unterhaltsame Filmchen bevor er mit nicht einmal 40 Jahren aus dem Leben schied.

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Bei Mulargias Non aspettare Django, spara (Django – dein Henker wartet) handelt es sich wie bei allen seinen Western um einen äußerst billig produzierten kleinen Western, der aber ungemein unterhaltsam ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Farmer Django, der sich aufgrund des Mordes an seinem Vater auf einen unerbittlichen Rachefeldzug begibt um den Mördern ihre gerechte Strafe zukommen zu lassen. Seinem Vater Foster wurde vorgeworfen er hätte ein Geschäft nicht sachgemäß abgewickelt und die an Don Alvarez verkauften Pferde nicht geliefert. Alvarez schickt den irrsinnigen Navarro los um das gezahlte Geld zurückzuholen. Der fackelt nicht lange und legt Foster ohne zu zögern um als der die Moneten nicht rausrücken will. Django lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und macht sich sofort auf den Weg um die Schuldigen zur Strecke zu bringen und die 10.000 Dollar will er klarerweise auch wieder haben. Die Story ist zwar enorm dünn ausgefallen und gibt nicht allzu viel her aber was Mulargia aus dem Stoff herausholt ist schon aller Ehren wert. Das ist auch der Punkt wo man meiner Meinung nach noch mehr herausholen hätte können. Es ist nämlich immer ganz klar bei wem sich gerade das Geld befindet. Das hätte man vielleicht im Unklaren lassen sollen da es jede Menge Möglichkeiten gibt wer es denn nun haben könnte, etwa Navarro, Hondo, Gray oder sogar Django. Wenn man da noch ein paar Spielereien eingebaut hätte wäre der Film vielleicht noch etwas besser ausgefallen.

Der große Rächer Django wird verkörpert durch Ivan Rassimov alias Sean Todd, der mit Mulargia kurz zuvor bereits in Cjamango (Django – Kreuze im blutigen Sand) erfolgreich zusammengearbeitet hat. Django ist ein ziemlich wortkarges Bürschchen, dem nur die deutsche Synchro ab und an ein Sprüchlein in den Mund gelegt hat. Auch wenn Rassimov seine Sache ganz ordentlich macht legen seine Gegner doch weitaus mehr Charisma an den Tag als der gute Ivan. Der erste Schurke auf Djangos Abschussliste ist der vollkommen wahnsinnige Navarro, der seinen Vater erschossen hat. Navarro hat die Hitze wohl etwas das Hirn verbrannt, nicht nur das er seine eigenen Leute ohne Grund über den Haufen schießt erschleicht ihn auch noch der Größenwahn ("Weil ich es euch sage. Ich, Navarro und wenn ich etwas sage stimmt es auch. Bin ich hier der Chef oder bin ich es nicht mehr"). Als er merkt dass ihn sein eigener Sohn Chico übers Ohr gehauen hat und ihm die 10.000 Dollar geklaut hat macht er Jagd auf diesen ("Der Halunke kann noch nicht weit sein. Wir werden ihn suchen und wer ihn findet legt ihn um und zwar auf der Stelle"). In einem mexikanischen Städtchen findet er seinen Sohn dann allerdings tot auf der Straße liegend. Da kommt dann doch der Vater in ihm durch und so versucht er den Mörder ausfindig zu machen, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Deswegen lässt der die ganze Dorfbevölkerung antanzen und droht einen nach dem anderen umzubringen wenn man ihm den Mörder nicht ausliefert ("Wie lange wollt ihr euch das noch überlegen. Ich geb euch zwei Minuten und dann knallt es. Zwei Minuten und nicht eine Sekunde länger"). Das setzt er dann auch in die Tat um bis ihm Django in die Quere kommt und dem fortschreitenden Massaker ein Ende bereitet.

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Als ein wesentlich schwierigerer Gegner als Navarro stellt sich der stämmige Hondo heraus, der eigentlich von Don Alvarez angeheuert wurde um Navarro und das Geld ausfindig zu machen. Produzent und Drehbuchautor Vincenzo Musolino spielt den machohaften und äußert brutalen Hondo, für den Mitgefühl ein absolutes Fremdwort zu sein scheint. Aber das trifft hier auf fast alle beteiligten zu, denn der Film spielt in einer Welt in der ein Menschenleben einen Dreck wert ist und nur mehr der Zaster etwas zählt. Wer in so einer Welt zu Hause ist sollte sich möglichst früh um ein geeignetes Grab samt Sarg umsehen. Hondo lässt sogar Djangos Schwester entführen, die übrigens von Rassimovs echter Schwester Rada gespielt wird, um ihn unter Druck zu setzen damit er das Geld rausrückt. Der Brasilianer Celso Faria spielt den fiesen Gray, der nicht nur Navarros Sohn auf dem Gewissen hat sondern sich auch das Geld unter den Nagel gerissen hat. Aber Gray hat ein gehöriges Problem: er kommt mit dem Geld nicht aus seinem Haus hinaus ohne dass Django oder Barrica ihn zu Gesicht bekommen würden. Faria war recht häufig in Filmen von Demofilo Fidani mit von der Partie so etwa als Killer Ramirez in ...e vennero in quattro per uccidere Sartana! (Sie kamen zu viert um ihn zu töten!) wo er gerne ein Messer in Sartanas Kehle jagen würde. Grays Freundin Judy ist ein ziemlich heißer Feger, die gespielt wird von der äußerst hübschen Marisa Traversi. Musolino hat sich das wohl ebenso gedacht und sie gleich für seinen Film Quintana engagiert.

Wer ist sonst noch mit dabei? Besonders hervorzuheben ist noch Ignazio Spalla alias Pedro Sanchez, der den mexikanischen Sidekick von Django spielt und ihm bei der Suche nach dem Geld unter die Arme greift. Allerdings macht er das nicht weil er so ein guter Mensch ist sondern für eine zehn prozentige Beteiligung (Barrica zu Django: "Ich bin Geschäftsmann, natürlich nur da wo Geschäfte zu machen sind, verstehst du. Und abgesehen davon bin ich ein sehr angenehmer und sympathischer Mensch, immer hilfsbereit. Das ist ein Glückstag für dich, dass du mich heute getroffen hast, ohne Übertreibung"). Alfredo Rizzo spielt wieder mal einen Alki und taumelt sich so durch den Film. Franco Pesce hat auch seinen üblichen Part als kauziger Totengräber, der jede Menge Leichen unter die Erde bringen muss dafür aber keinerlei Entlohnung bekommt was ihn mächtig stinkig macht. Dino Strano muss hier natürlich auch noch erwähnt werden gehört er doch zu meinen allerliebsten Schurkendarstellern. In dem Film spielt er allerdings nur eine untergeordnete Rolle als Unter-unterschurke von Don Alvarez mit Namen Johnny. Der Bär Amerigo Castrighella, der ebenso wie Strano und Faria häufig im Fidaniuniversum unterwegs war, spielt noch einen von Alvarez Männern mit dem klingenden Namen Barretta.

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Mulargia stand bei den Dreharbeiten augenscheinlich nur ein geringes Budget zur Verfügung. Es gelingt ihm aber diese Tatsache relativ gut zu kompensieren und einen ausgezeichneten kleinen Western zu inszenieren. Ein großer Vorteil des Films ist Konzentrierung auf einige wenige Schauplätze. Ein großer Teil spielt in einem kleinen mexikanischen Dorf, in dem Django und Barrica erstmal Navarro und seine Mannen wegpusten und dann darauf warten bis Gray irgendeinen Fehler macht damit sie ihm das Geld abknüpfen können. Mulargia bietet uns zwar vergleichsweise wenig Action und Tempo dafür gelingt es ihm aber sehr gut Spannung aufzubauen. Eigentlich wird die meiste Zeit über nur auf irgendetwas oder irgendwen gewartet. Unterstützt wird die Spannung durch die besonders hitzige Atmosphäre, die den Film umgibt. Wir scheinen uns hier im Hochsommer zu befinden und der Schweiß rinnt nur so an den Körpern der Akteure herunter. Die Hitze sorgt wohl auch dafür dass so mancher Fiesling seine Nerven verliert, zumindest auf Navarro trifft das zu denn der scheint geradezu wahnsinnig zu werden. Ebenso gelungen sind die vielen Duelle und Schießereien, die Duelle zählen sowieso zu den Stärken von Mulargia wie ich finde.

Hervorragend ausgefallen ist die Musik von Felice di Stefano, der vor allem jene Szenen in denen unglaublich viel gewartet wird mit seinem Soundtrack ein wenig zusätzliche Spannung einhaucht. Für die deutsche Synchronisation zeichnet sich wieder einmal Rainer Brandt verantwortlich, der sich im Gegensatz zu anderen Filmen (siehe Django – Ein Sarg voll Blut) ziemlich zurück hält. Nur Django, der von Rainer Brandt höchstpersönlich gesprochen wird, fallen ab und an ein paar blöde Sprüche aus dem Bart, die aber nicht weiter negativ auffallen. Teilweise ist die Synchro aber auch schön knochentrocken. Beispielsweise als Grays Partner Smith seinen Anteil ausbezahlt bekommen und dann schnellst möglich aus der bleiverseuchten Gegend verschwinden möchte schießt ihn Gray über den Haufen und kommentiert das trocken mit: "Siehst du, jetzt bist du weg." Sowas gefällt mir ungemein. Die DVD von MCP/MAWA hat zwar akzeptable Bildqualität allerdings hat man da oben und unten einen Balken eingezogen, der häufig die Hüte oder Köpfe der Darsteller ein wenig beschneidet. Denke mal nicht dass es sich hierbei um das richtige Format handelt aber in dem Bereich bin ich leider nun mal überhaupt kein Experte.

Edoardo Mulargias Non aspettare Django, spara ist ein hervorragender kleiner Western und einer meiner Lieblinge aus der zweiten Reihe. Mulargia holt aus der üblichen Rachestory und dem geringen Budget noch einiges raus und schafft es einen spannenden und atmosphärisch dichten Western zu inszenieren, der mit guten Darstellern und einem ausgezeichneten Score punkten kann. Mit einer etwas besser ausgebauten Story hätte der Film aber noch mehr Luft nach oben gehabt. Wer ein Faible für geradlinige Western hat wird mit Django – dein Henker wartet bestens bedient.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 13.04.2012 00:00 
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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 19.03.2013 18:02 
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Alternativer Titel: Non aspettare Django, spara/ Don't wait, Django... shoot!
Produktionsland: Italien
Produktion: Vincenzo Musolino
Erscheinungsjahr: 1967
Regie: Edoardo Mulargia
Drehbuch: Vincenzo Musolino
Kamera: Vitaliano Natalucci
Schnitt: Enzo Alabiso
Musik: Felice Di Stefano
Länge: ca. 84 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller:

Ivan Rassimov: Django Foster
Ignazio Spalla: Barrica
Rada Rassimov: Mary Foster
Gino Buzzanca: Don Alvarez
Alfredo Rizzo: Nico
Celso Faria: Fred Grey
Marisa Traversi: Judy
Franco Pesce: Totengräber
Ivan Scratuglia: Johnny
Vincenzo Musolino: Hondo Barrett



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Djangos Vater wird von Navarro und seinen Männern erschossen. Der Grund: Djangos Vater soll angeblich Don Alvarez um 10.000 Dollar betrogen haben. Django sinnt auf Rache…

Die allenfalls durchschnittliche Musik lässt nicht gerade Besonderes erwarten und das im Verlauf ständig angestimmte Geklimper einer akustischen Gitarre kann von dem ein oder anderen als äußerst ermüdend empfunden werden. Ich persönlich konnte jedenfalls nichts Erquickendes an den musikalischen Klängen finden.

Was im Bezug auf die Optik zu gefallen weiß ist, dass Ivan Rassimov zu Beginn, beim Durchlauf der Credits, Silhouettenhaft präsentiert wird. Dieses ist im Bezug auf Beleuchtung, Kameraarbeit und Schnitt ein sehr guter Moment. Auch die kargen und vom Staub aufgewirbelten Landschaften können sich sehen lassen. Ansonsten liegt der wartende Henker allerdings im Durchschnittsbereich. Denn trotz eines enorm hohen Bodycounts vermag der Film keine Spannung oder ein Mitfiebern vermitteln. Alles läuft auf der eher belanglosen Strecke.

Was die Darsteller anbelangt, so gefällt mir die Leistung von Ivan Rassimov etwas besser als die in „Django- Kreuze im blutigen Sand“. Auch Rada Rassimov kann trotz ihrer spärlich ausgelegten Rolle mit einer gewissen Natürlichkeit für Sympathie sorgen. Eine absolute Fehlbesetzung ist Vincenzo Musolino. Der Mensch passt einfach nicht in die Rolle eines überzeugenden Bösewichts und wirkt eher wie ein Taxifahrer der dem Geld für seine letzte Fahrt hinterher läuft. Musolino bekommt dann auch noch den wunderschönen Namen: Hondo zugeschustert.

Das Finale ist recht ordentlich inszeniert worden und man wird auch hier– wie zu Beginn- mit ein paar guten Einstellungen konfrontiert.

Fazit: Durchschnittlicher und vereinzelnd etwas langweiliger Italo Western aus der zweiten Reihe.

5,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 19.03.2013 18:45 
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Hier mal eine 1969er Original-Kritik aus der Fachzeitschrift "Filmblätter":

"Das Publikum sollte sich den Namen des Regisseurs merken - um nicht selbst in die nächste Django-Falle zu schlittern.
Denn von dem, was Django zu einer Art Gütemarke des italienischen Westerns machte, hat dieser Film so gut wie nichts.
Das liegt nicht an dem neuen Django-Darsteller Sean Todd noch an seinen Gegenspielern, die das Durchschnittsniveau von Western-Bösewichten durchaus erreichen.
Es liegt an Drehbuch und Regie, an der tödlichen Langeweile der Dialoge und dem enervierend langsamen Rhythmus
von Handlung und Szenenfolge.
Was lastende mexikanische Hitze verdeutlichen und intensive Spannung bewirken soll - lange Passagen, in denen Leute
mit starren Minen sich den Schweiß von der Stirn wischen, bis dann endlich - trab, trab - Pferdegetrappel und
Effekt-Musik die nächste "Action" ankündigen - lässt nur unbequeme Kinosessel spürbar werden.
Da hilft auch nicht der Auftritt einiger skurriler Typen, die mit Narren-Geschwätz und Primitiv-Komik ein bißchen
Zirkus-Atmosphäre in das heiße Western-Städtchen bringen.
Fazit: Django ist müde.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 19.03.2013 18:46 
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Kann man so unterschreiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 10.03.2014 16:05 
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Typisch Mulargia.
Kleines Budget, keine irgendwie besonders ausgebaute Geschichte, miese Actionszenen, aber trotzdem kein schlechter Film.
Und zwar deswegen nicht, weil doch einige interessante Charaktere zu sehen sind, die Sets passen und die Musik gar nicht mal so übel ist.
Mit interessanten Charakteren meine ich Leute wie z.B. Barrica, den Totengräber oder auch den besoffenen in der Posada.
Die Sets finde ich deswegen gut, weil Mulargia es trotz des geringen Budgets schafft mit diesen Cinecitta-Sets ein gewisses spanisches Flair zu erzeugen.
Die Actionszenen finde ich, wie gesagt, sehr schwach, aber das ist ja bei Mulargia nichts neues.
Schauspielerisch sticht niemand besonders hervor, aber für gewisse Leute gibt´s Sympathie-Pluspunkte.
Die Musik von Felice Di Stefano ist auch ganz gut.
6,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 10.03.2014 20:59 
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Die Action ist hier doch eher gut, und der Rest des Filme auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 11.03.2014 11:44 
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Ich denke auch für Action hatte er ein ganz gutes Händchen. Die Szenen sind immer recht dynamisch geschnitten, wen auch manchmal etwas steif gefilmt.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 08.09.2014 16:43 
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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - DEIN HENKER WARTET / Edoardo Mulargia 1967
BeitragVerfasst: 22.11.2016 18:09 
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Nach längerer Zeit habe ich den gestern wieder einmal eingelegt.
Das ist sicher einer der besseren aus der zweiten Reihe und auch wenn es manchen komisch vorkommen mag, bei mir punktet der Film immer noch am ehesten mit den Sets und seinen Charakteren.
Betreffend Inszenierung bleibe ich auch dabei: Ist eigentlich nicht sonderlich schlecht, aber an den Actionszenen hapert es.
Es gibt Filme wo Mulargia zeigt, dass er es kann (SHANGOS LETZTER KAMPF z.B.), aber da gehört DJANGO - DEIN HENKER WARTET für mich nicht dazu.
Dafür ist er wiederum atmosphärisch durchgehend gelungen und die Musik passt.
Auch dass sich Rainer Brandt bei der Synchro mit Sprüchen diesmal eher zurückhält, möchte ich ausdrücklich gutheißen (und das sage ich als bekennender Brandt-Fan).
Also für eine überdurchschnittliche Wertung ist es insgesamt zu wenig, aber der oberste Durchschnittsbereich geht sich aus.
Es bleibt bei 6,5/10.


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