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 Betreff des Beitrags: DJANGO - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.11.2010 13:43 
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Originaltitel: Django
Herstellungsland: Italien/Spanien
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Sergio Corbucci

Ich hab leider keinen Thread zu diesem Djangofilm gefunden.
Wenn es doch eine gibt, dann kann der hier natürlich dicht gemacht werden.

Habe mir den Streifen in der 3er Box geholt und vor ein paar Tagen gesichtet.
Wahnsinnig gut.
Eine ehrfürchtige Besprechung musste ich ebenfalls schreiben. Der erste Western im Bunker. Weitere werden sicherlich folgen, denn ich bin mittlerweile angefixt vom Westernvirus.
Das Dirty Pictures hat daran natürlich maßgeblich Schuld :P

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 28.11.2010 19:49 
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Django, 8-) der wohl dreckigste Western den es gibt.
Mein erster Corbucci Western den ich gesehen hab.
Ich glaub es gibt keine 3 Monate, wo ich den nich seh.
Traumhaft schöner Film
9 von 10 Punkten

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 14:23 
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So hab ihn Gestern zum ersten mal gesehen.
Bin absolut begeistert, auch wenn er nicht mit Filmen von Sergio Leone mithalten kann.
Stimmige Musik, schöne Bilder und gute Schauspieler in einem der besten Italowestern.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 16:10 
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Django ist glaub ich der Film den ich am meisten im Tv gesehen, jedesmal wenn der gekommen ist wurde der geschaut....

Aussage von Django/des Filmes:
"Es gibt bloß eins, was wichtig ist: dass man sterben muss."

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 17:20 
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reggie hat geschrieben:
"Es gibt bloß eins, was wichtig ist: dass man sterben muss."


Mehr gibt es nicht zu sagen.
Django ist Django .... Kult ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 20:09 
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@Reggie

das Plakat ist von der Wiederaufführung, oder ?

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 20:20 
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Mein erster Western abseits der Mainstreamwestern :)
Fand den verdammt gut.

Habe mir die Sargbox mit dem 3er Django Digipack zugelegt 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 20:21 
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Jo dat von der erstaufführung ist dieses Hier:

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 10.01.2011 23:40 
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Meiner Meinung nach gibt es nichts, was das japanische Plakat toppen kann:

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Toller Film, bei dem einfach alles stimmt.
Corbucci hat hier aus dem geringen Budget das Maximum rausgeholt und eine dreckige Alternative zu Leone geschaffen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 11.01.2011 00:00 
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dicfish hat geschrieben:
Meiner Meinung nach gibt es nichts, was das japanische Plakat toppen kann:


In der Tat, das hätte ich gern in meiner Höhle hängen!

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 11.01.2011 00:32 
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ich finde das ital. aus Post 1 am besten.


Das deutsche ist nicht so gelungen, eigentlich eine Ausnahme, da die Constantin-Plakate mit die schönsten überhaupt waren.

Sehr gelungen finde ich auch dieses hier. (wenn auch in dem Fall für den falschen Western)


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 11.01.2011 11:10 
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Das jap. ist mir zu chaotisch, aber das deutsche WA Plakat hat was. Die ital. sind aber auch gut, und das alte deutsche auch.
Außerdem ist das deutsche DVD Cover auch großartig.


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 Betreff des Beitrags: Django - Eine Review
BeitragVerfasst: 18.11.2011 23:26 
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Sehr geehrte Mtileser. Es wurde mal wieder Zeit über diesen relativ bekannten Italowestern zu reden. Natürlich kann es dieser Film nicht der absoluten intelektuellen Spitzenklasse wie "Zwiebel Jack" oder dem grandiosen genialen Schnarchwestern "Adios Companeros - Ich will deinen Kopf" aufnehmen. Aber wenden wir uns dem tatsächlichem zu:
Ein Mann in schwarzer Kluft stapft durch den Schlamm, wobei ein Lied über einen gewissen Django, manchmal auch Dschängo gesungen wird. Der Text ist jetzt hierbei genügend analysiert. Diese symphatische Gestalt der Hoffnung zieht, was auch sonst, das Lieblingsgepäckstück der Deutschen für ihre (letzten) Reisen mit sich. Natürlich spreche ich von einem Seil. An diesem Seil hängt zufälligerweise noch ein Sarg. Wir überlegen: Sarg, schwarze Kluft, unrasiert, Schlamm und umherziehen? Natürlich. Der Mann, der wie es aussieht Django oder Dscängo heißt ist ein Vertreter für Vorwerk-Staubsauger! :idea:
Kombiniere, wir haben es nun mit einer Dokumentation aller "Mann beißt Hund" zu tun. Wir geleiten den symphatischen addreten Vertreter zu einer kleinen Grube, wo er auch schon seine Kunden wittert. Zwei Mexikaner, die eine gefesselte Frau peitschen wollen. Was könnte das wieder bedeuten? Zwei Mexikaner, Peitsche, gefesselte Frau, hm, was kann das nur zu bedeuten haben? Big Brother? Drawn Together? Man weiß es nicht. Wie es scheint, ist der nette Herr Vertreter jedoch der Meinung, keine zahlenden Kunden vor sich zu haben und erschießt netter Weise die beiden Mexikaner.
Hm, wirklich Vorwerk oder GEZ???!!!!
O pardon, was rede ich da, natürlich erschießt der Vertreter sie nicht, sondern einige sympathisch wirkende Amerikaner.
Sofort befreien sie die Frau. Die Amis scheinen weniger für Sadomaso zu seien, als die Mexikaner. Als Ami spielt man viel lieber mit brennenden Kreuzen, wie man wenige Augenblicke später sieht. Aber was sind das für Leute? Schützenverein oder Feuerwehr. Doch, wie Django oder Dschängo sieht, keine potentiellen Staubsaugerkäufer. Was macht der aufmerksame Verkäufer? Natürlich, er nimmt ein anderes seiner Produkte, eines, dass leichter in der Hand liegt und führt es ihnen vor. Leider fallen sie, bevor sie bestellen können, alle blutend zu Boden. Nunja, der nette Herr nimmt die potentielle Käuferin, deren Name immer noch nicht genannt wird natürlich auf der weiterführenden Reise mit. Es verschlägt den smarten Vertreter in ein kleines heimisches Dorf mit dem Flayr von netten Familienfilmen wie "The Crazies", "Hügel der blutigen Augen" oder dem pädagogisch wertvollem "Die Folterranch der gequälten Frauen". Mit Geschäftssin betritt er einen kleinen Dienstleistungsbetrieb mit eingegliedertem Saloon. Ein nettes weibliches Ambiente versorgt den sympatischen Fremden. Doch bald trübt sich alles, denn die Konkurenz taucht auf. Mit geschickten Vorstellungen seiner Hauspflegemittel, spielt er sie auf den Boden, wo sie auch bleiben.
Nunja, es gibt noch ein paar Verhandlungsversuche, aber schließlich kommt eine gesammelte Belegschaft der Konkut´renz. Und schließlich öffnet der Herr Django, so wird er auf jedenfall genannt, seinen Reisekoffer und führt ihnen den Saugblaser Heinzelmann vor.
Ganz baff von dieser Vorführung fällt die Konkurenz immer mehr zusammen und bleibt am Boden liegen. Wo kommt das Blut nur her?
Den Chef lässt der Herr Django entkommen, da das Produkt nun markreif sein muss.
Und bald kommt schon wieder Kundschaft. Freundliche mexikanische Bankkaufleute besuchen das kleine Dorf an der Grenze. Django hat auch schon ein Paket zusammen gestellt, welches aus der Frau und den Diensten des Sauglasers Heinzelmann bestehen. Noch eine letzte Vorführung im Saloon und das Geschäft steht. Dann geht es schließlich auf, Geld von der Bank zu holen, um noch mehr Saugblaser zu kaufen. Mit Tanz und Gesang kommt man beim Bankkaufinstitut an und testet nochmal den Staubsauger. Auch hier Begeisterte, die schonmal proben, wie es ist auf dem Boden zu liegen. Man holt sich das geplante Geld in Gold und ein rauschendes Fest wird gefeiert. Doch Django denkt als gerrissener Verkäufer gar net daran, so viele Saugblaser zu verschwenden. Mit einem Trick holt er sich das Gold und lässt den Sauglaser erstmal zurück. Die bei Vorwerk sind zufrieden mit mehr Umsatz als erdacht bei weniger Kosten. Natürlich will die Frau vom Anfang mit, da sie, wie es scheitn Gefallen am Geschäft gefunden hat. Nunja, den Sarg voll und auf gehts zu neuen Kunden, oder dem Verkaufshauptquartier,. Man weiß es nicht.
Die Mexikaner jedoch wollen reklamieren und verfolgen Django. Das Gold versenkt er leider in einem Tümpel und so sind sie damit zufrieden, mit ihm eine neue Handmassage auszutesten. Der begeisterte Django stöhnt vor Freude und muss gleich auf seinen neuen gepflegten Händen die Frau ins Dorf tragen. Währenddessen lauert die Konkurenz den Mexikanern auf, die aber nicht kaufen möchten... Pech gehabt!
Und wieder ist die Konkurenz hinter Django her, der nun keinen Saugblaser mehr hat. Erst versuchen sie, dem Saloonbesitzer ihre Reinigungsgeräte zu verkaufen, der jedoch abneigt, dann machen sie sich auf, Django zu finden, und ihm die Geräte zu zeigen. Der versteckt sich derzeit auf der Begegnungsstätte, dem zweiten Markt und Bahnhofsplatz, ja ich spreche vom Friedhof. Um seine frisch manikürten Hände nicht zu gefährden zeigt er ihnen dass, man das Gerät auch mit dem Mund bedienen kann und dabei befriedigende Ergebnisse erzielen kann, die die Konkurenz flachlegt...

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 17:38 
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Produktionsland: Italien, Spanien
Produktion: Manolo Bolognini, Sergio Corbucci
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Sergio Corbucci
Drehbuch: José Gutiérrez Maesso, Piero Vivarelli
Kamera: Enzo Barboni
Schnitt: Nino Baragli, Sergio Montanari
Musik: Luis Enríquez Bacalov
Länge: ca. 87 Minuten
Freigabe: FSK 18
Darsteller:
Franco Nero: Django
José Bódalo: General Hugo Rodriguez
Loredana Nusciak Maria
Eduardo Fajardo: Major Jackson
Ángel Álvarez: Nataniele
Rafael Albaicin: Rodriguez Handlanger
Gino Pernice: Jonathan
Luciano Rossi: Miguel
José Terron: Ringo



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Ein Mann der einen Sarg hinter sich zieht kommt in eine Stadt in der das Gesetz von Major Jackson regiert. Um diesen zu hintergehen verbündet sich der Unbekannte mit General Hugo Rodriguez, aber auch diesen will der Fremde ausspielen. Doch der Fremde der sich mit beiden Seiten gleichzeitig anlegt, merkt erst zu spät dass er zu hoch gepokert hat…

Sergio Corbuccis „Django“ zählt nicht ohne Grund zu den besten Vertretern seines Genres. Corbucci macht nämlich in/ mit seinem Film alles richtig. Es stimmt die Besetzung, es stimmt die Handlung, es stimmt die Spannung, es stimmt die Atmosphäre. Corbucci lässt sein Werk und seine darin lebenden Antihelden im Schlamm einer Kleinstadt im Wilden Westen wüten und die Gewalt zelebrieren. Lässt Leone ein paar Jahre später in „Once upon a Time in the West“ fast Opern- bzw. Operettenähnliche Bilder für sich sprechen, so befindet sich Corbuccis „Django“ visuell an der Front, da wo sich nur die Härtesten niederlassen. Ein staubiges, schlammiges, bleihaltiges und blutiges Gesamtbild wird an den Sehnerv des Zuschauers vermittelt. Ein Bild wie man es sich von einem Italo Western wünscht. Ein Quell voller Misstrauen, Gemeinheit, Brutalität und Menschenverachtung. Doch bei all diesen Kinomassenanziehenden Worten muss Corbuccis „Django“ auch als künstlerisch wertvoll angesehen werden. Die Bilder haben Niveau und spiegeln das wieder, was der Regisseur vermitteln will. Das Sterben wird zu einer Art morbider Ästhetik. Die Kamera hält drauf und es stapeln sich die Leichen von Djangos Widersachern. Optisch gibt es rein gar nichts auszusetzen.

Der Held ist tot, es lebe der Antiheld!

Was Anthony Mann bereits in den Staaten praktizierte, nämlich einen zwiespältigen auf seinen Vorteil bedachten Helden sprich Antihelden zu schaffen, verstärkte u. a. Leone in Europa. Was Corbucci allerdings draufsetzte war eine deftige Portion von zusätzlicher Egozentrik die seinem Hauptdarsteller eingehaucht wurde. Django sucht seinen Vorteil, er sucht seinen Gewinn und er geht „fast“ genauso über Leichen wie seine Widersacher.

Die roten Masken des Todes.

Die Gegenpartei, nämlich Major Jacksons Männer mit roten Kapuzenmasken auszustatten verleit dem Film eine weitere besondere Note. Ein verängstigendes Bild von brutalen Häschern die im Zeichen des Kreuzes zum Schlag gegen Alles ausholen, was sich ihnen in den Weg stellt. Ob Corbucci hier religiöse Absichten verfolgte oder Hexenverbrennungen und religiösen Wahn anprangern wollte, sei dahin gestellt. Das Leiden wird jedenfalls nicht so derbe eingefangen wie es z.B. bei „Il grande Silenzo“ der Fall ist, der durchweg als depressiv und gemein zu sehen ist.

Was Corbuccis Film an Einzelszenen zu bieten hat und diese nacheinander zu würdigen, würde den gesunden Rahmen sprengen und ein nicht enden wollendes Manuskript folgen lassen. Aus diesem Gunde sei gesagt, dass sich der gesamte Film auf einem unantastbaren Level bewegt. Ein Film der auch nach 46 Jahren immer noch zu begeistern weiß, da er den Zuschauer jederzeit packen und ihn für sich einbinden kann.

Fazit: Ein Italo Western wie er sein soll. Eine Mixtur aus Blut, Blei, Schlamm und Gewalt welche sich zu einem niveauvollen Gesamtwerk niederlässt. Weniger Punkte als die Höchstwertung, wäre kurz gesagt reine: Blasphemie.

10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 19:33 
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sid.vicious hat geschrieben:
Lässt Leone ein paar Jahre später in „Once upon a Time in the West“ fast Opern- bzw. Operettenähnliche Bilder für sich sprechen, so befindet sich Corbuccis „Django“ visuell an der Front, da wo sich nur die Härtesten niederlassen. Ein staubiges, schlammiges, bleihaltiges und blutiges Gesamtbild wird an den Sehnerv des Zuschauers vermittelt. Ein Bild wie man es sich von einem Italo Western wünscht. Ein Quell voller Misstrauen, Gemeinheit, Brutalität und Menschenverachtung. Doch bei all diesen Kinomassenanziehenden Worten muss Corbuccis „Django“ auch als künstlerisch wertvoll angesehen werden. Die Bilder haben Niveau und spiegeln das wieder, was der Regisseur vermitteln will. Das Sterben wird zu einer Art morbider Ästhetik. Die Kamera hält drauf und es stapeln sich die Leichen von Djangos Widersachern. Optisch gibt es rein gar nichts auszusetzen.


Was Anthony Mann bereits in den Staaten praktizierte, nämlich einen zwiespältigen auf seinen Vorteil bedachten Helden sprich Antihelden zu schaffen, verstärkte u. a. Leone in Europa. Was Corbucci allerdings draufsetzte war eine deftige Portion von zusätzlicher Egozentrik die seinem Hauptdarsteller eingehaucht wurde. Django sucht seinen Vorteil, er sucht seinen Gewinn und er geht „fast“ genauso über Leichen wie seine Widersacher.



Was allerdings auch erwähnt werden muss, ist die unterschiedliche Darstellung der Anti-Helden Charakteren von Leone und Corbucci.
In Leone's Dollar-Triologie agiert die Anti-Hero Figur noch egoistischer und handelt nur noch aus niederen Motivgründen, ohne persönliche Intentionen.
Corbucci haucht sowohl Django als auch Silence noch einen Racheantrieb ein, was die Motivgründe zwar eher nachvollziebar werden lässt, aber gleichzeitig die Figur vom Charakterwesen anfälliger macht.
Corbucci's Figuren sind gebrochene Charaktere, während Leone`s Typen von extremer Charakterkälte geprägt sind, die jegliche menschliche Gefühlsregungen abgestreift zu haben scheinen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:14 
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Im eigentlichen Sinne sind aber weder Leones Protagonisten noch die von Corbucci Antihelden (Silenzio ein wenig weil er scheitert ,aber auch nicht wirklich). Eigentlich gibt es im ganzen IW fast gar keinen Antihelden. Die gibt es aber in einigen US Western der 70ger.


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:22 
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Stanton hat geschrieben:
Im eigentlichen Sinne sind aber weder Leones Protagonisten noch die von Corbucci Antihelden (Silenzio ein wenig weil er scheitert ,aber auch nicht wirklich). Eigentlich gibt es im ganzen IW fast gar keinen Antihelden. Die gibt es aber in einigen US Western der 70ger.


Naja, ein Anti-Held im klassischen Sinne ist ja "ein ständiger Verlierer". Und das will der Zuschauer ja auch nicht unbedingt sehen.
Gibt es einen ständig scheiternden Charakter im US-Western ?


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:24 
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El Puro hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Im eigentlichen Sinne sind aber weder Leones Protagonisten noch die von Corbucci Antihelden (Silenzio ein wenig weil er scheitert ,aber auch nicht wirklich). Eigentlich gibt es im ganzen IW fast gar keinen Antihelden. Die gibt es aber in einigen US Western der 70ger.


Naja, ein Anti-Held im klassischen Sinne ist ja "ein ständiger Verlierer". Und das will der Zuschauer ja auch nicht unbedingt sehen.

Tony Anthonys "Stranger" ist ein ständiger Verlierer, und den will ich sehen ! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:28 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
El Puro hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Im eigentlichen Sinne sind aber weder Leones Protagonisten noch die von Corbucci Antihelden (Silenzio ein wenig weil er scheitert ,aber auch nicht wirklich). Eigentlich gibt es im ganzen IW fast gar keinen Antihelden. Die gibt es aber in einigen US Western der 70ger.


Naja, ein Anti-Held im klassischen Sinne ist ja "ein ständiger Verlierer". Und das will der Zuschauer ja auch nicht unbedingt sehen.

Tony Anthonys "Stranger" ist ein ständiger Verlierer, und den will ich sehen ! :mrgreen:


Warum ist das ein ständiger Verlierer ?
Im ersten Teil zieht er doch mit einer beträchtlichen Beute ab. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:29 
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Schon, währen die Soldaten aber nicht gekommen hätte er das doppelte gehabt ;)
Im endeffekt hat er die hälfte verloren ! :D

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:35 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Schon, währen die Soldaten aber nicht gekommen hätte er das doppelte gehabt ;)
Im endeffekt hat er die hälfte verloren ! :D


Ist eigentlich schon höhrere Mathematik.
Von dem Doppelten nimmst du die Hälfte, die Hälfte ist im Endeffekt der Verlust, der sich aus dem Ganzen ergibt..... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:38 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Schon, währen die Soldaten aber nicht gekommen hätte er das doppelte gehabt ;)
Im endeffekt hat er die hälfte verloren ! :D



Der Fremde ist ein genialer Typ. Bringt mich immer wieder zum Schmunzeln.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:38 
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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:39 
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El Puro hat geschrieben:
während Leone`s Typen von extremer Charakterkälte geprägt sind, die jegliche menschliche Gefühlsregungen abgestreift zu haben scheinen.



Aber Eastwoods Figur aus dem ersten Teil führt immerhin eine Familie wieder zusammen und ermöglicht ihr die Flucht, Blondie aus Teil 3 darf mit einer Babykatze spielen und mit einem sterbenden, jungen Soldaten eine Zigarre teilen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:43 
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Anti-Hero hat geschrieben:


Aber Eastwoods Figur aus dem ersten Teil führt immerhin eine Familie wieder zusammen und ermöglicht ihr die Flucht,


Ja, das ist leider wahr.
Diese Handlung will nicht zum Gesamtwesen der Eastwood Figur passen.
Darüber hinaus gibt er der Familie noch Geld zur Flucht.
Diese Handlungsweise ist äußerst konträr zur weiteren Charakterisierung angelegt und einer der wenigen Kritikpunkte an "der Mutter der IW".


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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:48 
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El Puro hat geschrieben:
Anti-Hero hat geschrieben:


Aber Eastwoods Figur aus dem ersten Teil führt immerhin eine Familie wieder zusammen und ermöglicht ihr die Flucht,


Ja, das ist leider wahr.
Diese Handlung will nicht zum Gesamtwesen der Eastwood Figur passen.
Darüber hinaus gibt er der Familie noch Geld zur Flucht.
Diese Handlungsweise ist äußerst konträr zur weiteren Charakterisierung angelegt und einer der wenigen Kritikpunkte an "der Mutter der IW".


Mir haben die gut gefallen. Das mit der Katze ist einfach ein geile Leone-Idee, weil Eastwood danach kaltblütig Sentenzas Sniper tötet, die Szene mit dem Soldaten, die ohne Worte auskommt, finde ich auch große Klasse und mit viel Gespür gemacht.

Die Szene aus Teil 1 ist auch weit von sentimentalen Scheiß wie in "Kreuze im blutigen Sand" entfernt

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:51 
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Die Szene mit dem Soldaten ist wirklich genial, neben dem Duell und der Szene wo Tuco durch den Friedhof rennt und nach dem Grab sucht für mich die beste Szene im Film ! :)

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BeitragVerfasst: 16.08.2012 20:56 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Die Szene mit dem Soldaten ist wirklich genial, neben dem Duell und der Szene wo Tuco durch den Friedhof rennt und nach dem Grab sucht für mich die beste Szene im Film ! :)



Der Film ist ein Luxusmenü mit 172 Gängen.

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 Betreff des Beitrags: Re: DJANGO - Sergio Corbucci (1966)
BeitragVerfasst: 16.08.2012 21:00 
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2 Glorreiche Halunken ist der einzige, so lange Film bei dem ich wirklich jede Szene liebe ! :)

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BeitragVerfasst: 16.08.2012 21:06 
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Da gibt es noch andere, auch noch längere.


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