Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 18.03.2013 10:56 
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Sorry, dass ich das hier frage, aber gibt es wen der mir den Film netterweise mal zugänglich machen könnte?
Das ist der einzige IW an den ich bisher nicht rangekommen bin, von denen die ich unbedingt mal sehen wollte...
Würde mich echt über ne PM freuen :oops:

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 19.03.2013 06:24 
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Okay das ging ja fix, danke schonmal an diejenigen dir mir geantwortet haben :)

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 24.03.2013 02:26 
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Heute nachmittag hab ich den Film endlich mal gesehen. Wirklich ein Vollblut-Italowestern mit allem was ein IW braucht. Überdurchschnittlich gut sag ich mal. Könnte sich einen Platz in meinen Top 25 sichern. Wenn ich "Schweinehunde beten nicht" gesehen hab poste ich mal ne neue Liste in dem Thread ;) Jedenfalls fand ich den Anfang und das Ende wirklich überragend und dazwischen gabs auch einiges zu sehen. Das Bierduell war zum Beispiel eine klasse Idee. Irgendwie fällt mir auch grade eigentlich nichts ein was ich an dem Film bemängeln könnte und Langeweile kam auch keineswegs auf.

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 24.03.2013 12:33 
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Dann hat sich die Anschaffung ja gelohnt ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 30.08.2014 15:59 
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Kann mich den überwiegend positiven Meinungen nur anschließen.
Der Film fängt schon sehr gut an, mit einer etwas anderen Art der Folterung.
Ich muss sagen, am Beginn wird nicht zuviel versprochen.
Der Film hat ein gutes Tempo, mit kurzen zwischendurch eingestreuten Actionszenen, die alle sehr gut inszeniert sind.
Besonders erwähnen möchte ich die nächtliche Schießerei mit den Leuten von Laredo.
Margheriti nimmt sich Zeit für die Szene, was davon zeugt, dass er keiner derjenigen ist, die die Actionszenen einfach nur hinschlampen, nur dass endlich mal wieder geschossen wird (zumindest nicht in dem Film)
Das Bierglas-Duell mit Pochath ist auch eine nette Idee.
Die Geschichte ist auch gar nicht mal so schlecht - durchschnittlich aber ungewöhnlich umgesetzt; von einer Unterteilung in Episoden habe ich gar nichts gemerkt.
Das Finale in der Höhle ist dann nochmal ein Highlight; die Kameraarbeit von Riccardo Pallottini ist sehr gut und bietet einige schöne Einstellungen (gerade beim Finale in der Höhle) und die Musik von Carlo Savina ist diesmal auch recht gelungen.
Die Schauspieler liefern allesamt gute Leistungen ab; natürlich gibt's in Nebenrollen wieder viele bekannte Gesichter zu sehen und somit komme ich alles in allem auf 8,5/10.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 30.08.2014 19:47 
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Ich bin ein Halbblut. Als die Cheyenne plötzlich was gegen Weiße hatten, gaben sie mir einen Tritt in den Arsch. Anschließend spukten mir die Weißen ins Gesicht.

Aber die meisten von ihnen sind jetzt tot.

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 05.09.2014 19:23 
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War Pochats einziger Western oder?? Hab ihn mir gestern angeschaut, leider das ende verpasst...
Ist aber besser als ich ihn in Erinnerung hatte....
Pochats rolle fand ich cool...
Harrison als Schweigsamer Rächer passte auch...
Schön auch die rolle von Camaso in den Rückblenden, ganz kultige Figur. Fand diese Rückblende eh sehr gelungen ;)
Der ganz große wurf ist meiner Meinung aber nicht gelungen, woran es lag kann ich gar nicht genau sagen, aber mehr als solide 7/10 ;) Irgendwie ging es doch manchmal zu gemächlich zu in der erzählweise...

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 05.09.2014 19:28 
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Ich schau zur Zeit fast jede Nacht in einen Western rein, und da war auch der dabei. Ich werd aber nicht mit ihm warm...dieser Beginn mit den Stricken ist grandios, aber dann verliert er sehr an Fahrt... :|

Obwohl er optisch, wie auch SATAN DER RACHE wirklich toll ist, dreckig, erdig, düster...

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 23.10.2014 02:55 
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Den Film mag ich sehr, auch hier enttäuscht mich der gute Margheriti nicht. Hatte die Stricke mal im Nachtprogramm von Kabel 1 gesehen, und er zog mich in seinen Bann, damit hatte der Film schon gewonnen. Ich ziehe dieses Kleinod auch dem ähnlichen "Death Sentence" vor, weil er nicht ganz so episodenartig daherkommt und weil er mir R. Harrison den besseren Rächer vorzuweisen hat, denn der hat mir hier richtig gut gefallen. In meinen Augen definitiv eine Perle des Genres. 8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 09:48 
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Düster, dreckig, ziemlich hart, weitgehend humorlos, und wenn humorig dann eher grimmig, karge Landschaften, gut inszenierte Action - so mag ich das :D Die Musik von Carlo Savina ist nicht ganz meines, und Richard Harrison hab ich noch nie leiden können. Dafür aber Claudio Camaso und Werner Pochath in einem Film, und Paolo Gozlino gehört sowieso zu meinen liebsten Nebendarstellern. Schade dass die Screentime von Mariangela Giordano so kurz ist (zumal in der gekürzten Fassung), aber der Film macht definitiv Laune, weil einfach die Zusammenstellung der einzelnen Genreteile hervorragend passt.
8 von 10 blutigen Stricken sind da locker drin ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 09:59 
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Schmutziger_Maulwurf hat geschrieben:
Düster, dreckig, ziemlich hart, weitgehend humorlos, und wenn humorig dann eher grimmig, karge Landschaften, gut inszenierte Action - so mag ich das


Genau so sieht es aus.

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 16:37 
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Margheriti hat es einfach drauf.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 16:53 
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Nobody hat geschrieben:
Margheriti hat es einfach drauf.

Ich weiss nicht, von den Margheritis die in letzter Zeit gesehen habe (Augen der Katze, Sieben Jungfrauen, Schreie in der Nacht) war der hier mit Abstand der Beste. Die erwähnten sind OK, aber eben auch nur OK (Schreie in der Nacht allerdings etwas OKer ;) ), wohingegen die Stricke wirklich gerockt haben. Aber einem Margheriti-Fanclub werde ich ganz bestimmt nicht beitreten, irgendwie nehme ich den immer nur für den Komplettismus mit ...

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 18:04 
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Bezeichne den inzwischen als Margheritis besten IW - 7,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 18:05 
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Nobody hat geschrieben:
Margheriti hat es einfach drauf.


Na ich weiß nicht. Also ich habe lange Zeit von Margheriti nicht viel gehalten, da mein erster Film von ihm GEHEIMCODE WILDGÄNSE war - hab ich mir nur wegen Lee Van Cleef besorgt, hat mir nicht gefallen.
Seine IW sind zwar sehr gut, aber ansonsten ist Margheriti nicht so hervorragend, wie man aufgrund seiner Arbeiten im IW glauben könnte.
Er hat ja viele Söldnerfilme gedreht, dazu ein paar Science Fiction Streifen und Kannibalen - alles nicht meines.
Also würde ich sein Können auf IW beschränken, denn nur da war er m.E. wirklich gut.
Seine Gialli und Horrorfilme stelle ich mir auch eher durchschnittlich vor.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 18:07 
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GunmanStan hat geschrieben:
Bezeichne den inzwischen als Margheritis besten IW - 7,5/10


Du gibst dem 7,5 und meinst es wäre der beste Margheriti-IW? Was ist dann mit SATAN DER RACHE?


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 18:09 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Nobody hat geschrieben:
Margheriti hat es einfach drauf.


Na ich weiß nicht. Also ich habe lange Zeit von Margheriti nicht viel gehalten, da mein erster Film von ihm GEHEIMCODE WILDGÄNSE war - hab ich mir nur wegen Lee Van Cleef besorgt, hat mir nicht gefallen.
Seine IW sind zwar sehr gut, aber ansonsten ist Margheriti nicht so hervorragend, wie man aufgrund seiner Arbeiten im IW glauben könnte.
Er hat ja viele Söldnerfilme gedreht, dazu ein paar Science Fiction Streifen und Kannibalen - alles nicht meines.
Also würde ich sein Können auf IW beschränken, denn nur da war er m.E. wirklich gut.
Seine Gialli und Horrorfilme stelle ich mir auch eher durchschnittlich vor.

Seine Gialli und Horrorfilme sind nicht besonders, aber gerade die Söldnerfilme sind gut. Alles was mit Action zu tun hat, lag ihm sehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 18:10 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Seine Gialli und Horrorfilme stelle ich mir auch eher durchschnittlich vor.

Beim Italohorror war er schon richtig gut,da könntest du mal den ein oder anderen versuchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 13.03.2015 18:13 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Du gibst dem 7,5 und meinst es wäre der beste Margheriti-IW? Was ist dann mit SATAN DER RACHE?

Satan der Rache lag mal vorn,inzwischen geb ich beiden 7,5/10 Punkten und die fünf blutigen Stricke gefallen mir einen Tick besser.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 17:18 
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FÜNF BLUTIGE STRICKE
[JOKO, INVOCA DIO.. E MUORI][ITA/BRD][1968]

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Regie: Antonio Margheriti
Darsteller: Richard Harrison, Claudio Camaso, Spela Rozin, Guido Lollobrigida, Werner Pochath, Paolo Gozlino, Alberto Dell'Acqua, Luciano Pigozzi, Mariangela Giordano


Inhalt:

Rocco [Richard Harrison] schiebt Hass! Fünf Männer haben seinen Kumpanen Ricky [Alberto Dell'Acqua] auseinandergenommen – nicht verbal, sondern auf gute, alte Wildwest-Manier: fünf Stricke, auf der einen Seite befestigt an jeweils einem Pferd und auf der anderen an jeweils einem von Rickys Körperteilen, und dann kräftig ziehen. Grund für die Übeltat: Die Schurken waren spitz auf die Beute eines Raubes, den Rocco, Ricky und ein paar weitere Spießgesellen vollzogen hatten. Klar, dass Rocco nun auf Rache sinnt. So behält er für jeden der Mörder ein blutiges Strick-Stück am Mann. Leider weiß er aber noch nicht, wer an dem Verbrechen beteiligt war. Ein instinktiver Verdacht metaphysischen Charakters führt ihn zunächst zum feigen Domingo [Luciano Pigozzi], wo er gleich in zweifacher Hinsicht einen Volltreffer landet: Erst entpuppt sich der geldgierige Halunke tatsächlich als einer der Killer, dann fängt er sich von Rocco die verdiente Kugel ein – nicht ohne kurz vor seinem Ableben zumindest noch die Namen von dreien der vier weiteren Täter auszuspucken. Nun hat Rocco erst mal eine Menge zu tun und stattet ein paar sehr netten Herren einen Besuch ab.

Kritik:

FÜNF BLUTIGE STRICKE beginnt gleich mit einem Paukenschlag und lässt Alberto Dell'Acqua in den Seilen hängen - buchstäblich, denn der Gute ist drauf und dran, wichtige Gliedmaße zu verlieren und schreit dementsprechend wie am Spieß. Seine Scharfrichter lachen dreckig, reißen erst menschenverachtende Sprüche und dann den armen Mann in Fetzen. Das gewiss hässliche Resultat bleibt dem Betrachter zwar erspart, doch die gefühlsferne Grausamkeit dieses Auftakts verfehlt ihre Wirkung trotzdem nicht und stellt die Weichen für den nachfolgend dominierenden Zynismus, der freilich typisch ist für den Italo-Western dieser Zeit. Ebenso rasant, wie es begonnen hat, geht es im Anschluss auch weiter. Jede Gewalttat erfordert einen Rächer, so will es das Gesetz. Zumindest das der einschlägigen Genreregeln. In diesem Falle ist das der einsame Revolverheld Rocco. Dieser vergeudet auch nicht eine Sekunde und geht unverzüglich ans Werk. Es dauert nicht lang, da fliegt bereits die erste Kugel. Dass sie ins Schwarze trifft, bedarf keiner Erläuterung. Die strikte Geradlinigkeit der Ereignisse und deren kompromisslose Umsetzung versöhnen dabei mit Vorhersehbarkeit und offensichtlichem Mangel an Innovation.

Leugnen ist natürlich völlig zwecklos: VENGEANCE, wie sich der Trip auf den Punkt gebracht im englischen Sprachraum nennt, ist zyklische Dutzendware, die damals den Markt in Massen heimsuchte. Die Leinwände konnten sich kaum retten vor schießprügelschwingenden Vigilanten, die auf der Suche nach Gerechtigkeit dem fiesen Möpp mal so richtig einheizen. Trotz seiner Armut an Überraschungsmomenten liegt FÜNF BLUTIGE STRICKE dabei deutlich über dem Durchschnitt und liefert eine formal überzeugend in Szene gesetzte Atmosphäre aus Sand, Staub und Pulverdampf, garniert mit schroffer Härte und gesundem Sarkasmus. Rocco gibt alles und plättet seine Gegner wahlweise per Schlag, Schuss oder Sporenhieb (was für eine der originellsten Szenen sorgt; man sieht die Tötung aus Sicht der Stiefel!). Dabei scheint Rocco um seinen gemeuchelten Kumpanen nicht einmal wirklich zu trauern. Selbst, als er in einem Moment des Erinnerns von ihrem gemeinsamen Coup und den daraus resultierenden folgenschweren Fehlschlägen berichtet, bleibt er ohne sichtbare Anteilnahme. Vielmehr scheint es ihm bei der ganzen Sache ums Prinzip zu gehen: Bringst du meinen Kollegen ums Eck, dann puste ich auch dir die Lampe aus.

Die emotionale Kälte der Hauptfigur passt allerdings ungemein zu dem entmenschlichten Szenario, das hier kreiert wurde, und unterstreicht noch einmal dessen spartanischen Minimalismus: Hier werden weder Tränen verschwendet, noch Worte. Was zählt, ist die Tat. Dazu passt dann auch, dass das Drehbuch nicht mal im Ansatz erklärt, woher Rocco eigentlich weiß, wo sich die abzuarbeitenden Halunken eigentlich gerade aufhalten. Ein Rocco recherchiert nicht, ein Rocco macht einfach, Umwege werden nicht in Kauf genommen. Nicht mal das kurze Nebenkapitel, in welchem er sich kurzerhand selbst zum Sheriff eines kleinen Wüstenkaffs ernennt, um dieses vom Terror einer Banditenbande zu säubern, kann daran etwas ändern, denn auch dieser Job ist für ihn nur Mittel zum Zweck: Der Anführer der Schurkentruppe ist der schmierige Laredo [Ignazio Spalla] – Nummer 3 auf Roccos Liste. Und auch der einzige Handlungspunkt, den man zumindest als so etwas Ähnliches wie eine überraschende Wende bezeichnen könnte, wird im Nullkommanix abgefrühstückt: Die bis dahin noch unbekannte Identität des fünften Mörders fällt dem Helden quasi aus dem Nichts heraus in den Schoß, so dass pflichtbewusst und zielorientiert wie immer das große Finale eingeläutet werden darf.

Dabei geriet das Charakterbild des rachsüchtigen Revolverhelden zwischen all seinen Faust- und Bleiduellen sogar im Ansatz ambivalent. Denn auch Rocco ist kein integrer Saubermann, der, wenn er nicht gerade feige Mörder ins Gras beißen lässt, eine blütenreine Weste spazierenträgt. Als Beteiligter an dem verhängnisvollen Raubzug, der die unglückseligen Ereignisse erst ins Rollen brachte, war er ebenso scharf auf den schnöden Mammon wie der Rest der Belegschaft und hatte keine Skrupel, dafür das Gesetz zu übertreten. Erst, als er zur Selbstjustiz übergeht, verliert er an der Beute das Interesse – eine moralische Verfehlung ersetzt die andere. Ein ausgefeiltes Psychogramm ist das freilich nicht, aber das verlangt ja auch niemand. Dass Rocco gleichzeitig aber auch noch eine halbe Rothaut sein soll, ist schon ein ziemlicher Lacher, sieht Richard Harrison doch ungefähr so indianisch aus wie John Wayne. Immerhin beschert dieser Umstand FÜNF BLUTIGE STRICKE eines seiner besten Zitate: „Er hat Recht, ich bin ein Halbblut. Als die Cheyenne plötzlich was gegen Weiße hatten, gaben sie mir einen Tritt in den Arsch. Anschließend spuckten mir die Weißen ins Gesicht. Aber die meisten von ihnen sind jetzt tot.“

Mimisch mag Richard Harrison etwas eingeschränkt sein, für eine so wenig komplexe Rolle wie diese jedoch geht seine Leistung vollkommen in Ordnung - zumal sein etwas knabenhaftes Äußeres mit Drei-Tage-Bart, modischer Weste und schwarzer Dunstkiepe tüchtig aufgemotzt wurde und sicher nicht nur zufällig an Franco Neros Erscheinung in DJANGO erinnert. Dessen Karriere blieb Harrison freilich verwehrt, so dass er gut 20 Jahre später, deutlich weniger knabenhaft, dafür mit 80er-Jahre-Porno-Schnauzer, Dauergast in asiatischen Trash-Produktionen wurde und sich unter der Regie Godfrey Hos regelmäßig in eine ziemlich alberne Ninja-Kluft warf. Ihm zur Seite steht eine illustre Schar gerngesehener Italo-Gesichter: Alberto Dell'Acqua [→ EIN HOSIANNA FÜR ZWEI HALUNKEN] darf sich in der Eröffnungsszene laut schreiend zerlegen lassen, Luciano Pigozzi [→ DIE JÄGER DER GOLDENEN GÖTTIN] fängt sich als wimmernder Feigling die erste Kugel ein, und der Deutsche Werner Pochat [→ HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS] gibt abermals ein bemerkenswert widerliches Arschgesicht, dessen Foltermethoden der Hauptfigur fast zum Verhängnis werden. Besonderes Augenmerk verdient Claudio Camaso [→ 10.000 BLUTIGE DOLLAR], der als ausgeflippter Hippie-Cowboy Mendoza den anfänglichen Beutezug ausbaldowert hat und von Rocco einige Male als Genie betitelt wird. Mit seinen schrillen Klamotten (inklusive Handschuhen und Spazierstock) und seiner extravaganten Art mit leicht perverser Ader wirkt er wie von einem anderen Stern und eine frühe Blaupause für Stanley Kubricks drei Jahre später entstandenen Kult-Schurken Alex aus dem Meisterwerk UHRWERK ORANGE.

Regie bei dem Schauspiel führte der fleißige Antonio Margheriti, der damals kein kassenträchtiges Genre ausließ und auch hier wieder in gewohnter Kompetenz die Zügel führte. Bereits ein Jahr zuvor lies er VIER HALLELUJA FÜR DYNAMIT-JOE erklingen, was jedoch alles andere als ein Wohlklang war. FÜNF BLUTIGE STRICKE ist eine deutliche Steigerung zu der lauen Komödie, wurde von ihm zwei Jahre später allerdings nochmals getoppt durch den ähnlich konzipierten SATAN DER RACHE, für dessen gotische Horror-Attitüde Margheriti hier schon mal geübt hat: Der Showdown geschieht in einem unterirdischen Schwefelhöhlensystem, was für einen stimmungsvoll-gruseligen Einschlag sorgt. Von Inhalt, Stil und Aufbau her erinnert das Werk zudem stark an den im selben Jahr entstandenen DJANGO – UNBARMHERZIG WIE DIE SONNE, wozu neben der nahezu identischen Idee und Struktur auch der vergleichbar schräge Endgegner beiträgt.

Aber so austauschbar der Stoff seinerzeit auch gewesen sein mag: Die straff durchgezogene Rache-Mär funktioniert, eine gewisse Affinität zum Genre immer vorausgesetzt, fabelhaft, besitzt ordentlich Tempo und nutzt das offenbar limitierte Budget bestmöglich aus. Dabei heißt Rocco im Original eigentlich Joko, aber das klang dem deutschen Verleih wohl nicht kernig genug. Zudem war der Name 'Rocco' durch ähnliche Produktionen wie ROCCO – DER MANN MIT DEN ZWEI GESICHTERN oder ROCCO – DER EINZELGÄNGER VON ALAMO bereits im Italo-Western-Universum etabliert. Aber ob nun Joko, Rocco oder Django (so nannte man Harrisons Figur pfiffigerweise in der französischen Fassung) ist im Grunde auch völlig egal: Namen sind Schall und Rauch, und davon bietet FÜNF BLUTIGE STRICKE ohnehin jede Menge. Antonio Margheriti präsentiert erneut kompromisslose Unterhaltung auf grundsolidem B-Niveau und macht dafür ordentlich die Hölle heiß. 95 blutige Minuten.

s. auch: FÜNF BLUTIGE STRICKE

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Zuletzt geändert von DJANGOdzilla am 21.06.2015 20:53, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 17:49 
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Schöne,ausführliche Beschreibung :)
Für die Statistik - Pedro Sanchez spielt hier nicht mit,Laredo wird von Lucio de Santis dargestellt.


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 18:58 
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GunmanStan hat geschrieben:
Schöne,ausführliche Beschreibung :)
Für die Statistik - Pedro Sanchez spielt hier nicht mit,Laredo wird von Lucio de Santis dargestellt.


Ernsthaft? Die imdb behauptet was anderes und meine Augen tun das auch. :|

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 19:00 
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@DJANGOdzilla: Tolles Review eines sehr unterhaltsamen
Streifens.
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten wollen das es sich
hier um Harrison`s besten Beitrag zum Genre handelt.
Und Camaso ist (wie immer) schlicht eine absolute Wucht


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 20:01 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
GunmanStan hat geschrieben:
Schöne,ausführliche Beschreibung :)
Für die Statistik - Pedro Sanchez spielt hier nicht mit,Laredo wird von Lucio de Santis dargestellt.


Ernsthaft? Die imdb behauptet was anderes und meine Augen tun das auch. :|


:) ja, die imdb... ein paar Zeilen weiter unten ist dort Lucio di Santis (als "Louis Santis") in der selben Rolle ("Laredo") aufgeführt. Im Vorspann ist auch nur letzterer erwähnt. Kann mich auch nicht an den guten Pedro Sanchez erinnern in dem Streifen hier! Also Deine Augen... 😆


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 20:56 
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Loco Burro hat geschrieben:
DJANGOdzilla hat geschrieben:
GunmanStan hat geschrieben:
Schöne,ausführliche Beschreibung :)
Für die Statistik - Pedro Sanchez spielt hier nicht mit,Laredo wird von Lucio de Santis dargestellt.


Ernsthaft? Die imdb behauptet was anderes und meine Augen tun das auch. :|


:) ja, die imdb... ein paar Zeilen weiter unten ist dort Lucio di Santis (als "Louis Santis") in der selben Rolle ("Laredo") aufgeführt. Im Vorspann ist auch nur letzterer erwähnt. Kann mich auch nicht an den guten Pedro Sanchez erinnern in dem Streifen hier! Also Deine Augen... 😆


Gut, überzeugt. Hatte mich verwirren lassen, da die ofdb das ebenfalls bestätigte. Aber wahrscheinlich haben die ebenfalls einfach nur abgeschrieben. Hab den Pedro jetzt entfernt. :yes4:

Und was meine Augen angeht: Demnächst dann vielleicht nur noch so?: :ugeek: :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 20:58 
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trainspotting hat geschrieben:
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten wollen das es sich
hier um Harrison`s besten Beitrag zum Genre handelt.


Dazu kann ich gar nichts sagen, weil dies meines Wissens der einzige Western ist, den ich mit ihm kenne. Ansonsten kenne ich halt nur noch ein paar dieser Ninja-Filme, wo ich ihn aber auch immer ziemlich cool fand - wenn auch auf andere Art und Weise. :lol:

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BeitragVerfasst: 21.06.2015 21:08 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
trainspotting hat geschrieben:
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten wollen das es sich
hier um Harrison`s besten Beitrag zum Genre handelt.


Dazu kann ich gar nichts sagen, weil dies meines Wissens der einzige Western ist, den ich mit ihm kenne. Ansonsten kenne ich halt nur noch ein paar dieser Ninja-Filme, wo ich ihn aber auch immer ziemlich cool fand - wenn auch auf andere Art und Weise. :lol:


In VON DJANO MIT DEN BESTEN EMPFEHLUNGEN finde ich Harrison noch einen Tick besser.

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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 21.06.2015 21:12 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Und was meine Augen angeht: Demnächst dann vielleicht nur noch so?: :ugeek: :mrgreen:


Na was für Django gut genug ist... Von Richard - mit den besten Empfehlungen, sozusagen! ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 22.06.2015 16:35 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Gut, überzeugt. Hatte mich verwirren lassen, da die ofdb das ebenfalls bestätigte. Aber wahrscheinlich haben die ebenfalls einfach nur abgeschrieben. Hab den Pedro jetzt entfernt. :yes4:

Und was meine Augen angeht: Demnächst dann vielleicht nur noch so?: :ugeek: :mrgreen:


Wenn du nochmal vergleichen willst - De Santis ist der Peitschenschwinger,welcher Loredana Nusciak an der Hängebrücke vermöbelt ... bis dein Avatar kommt ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: FÜNF BLUTIGE STRICKE - Antonio Margheriti
BeitragVerfasst: 27.06.2015 15:04 
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sid.vicious hat geschrieben:
DJANGOdzilla hat geschrieben:
trainspotting hat geschrieben:
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten wollen das es sich
hier um Harrison`s besten Beitrag zum Genre handelt.


Dazu kann ich gar nichts sagen, weil dies meines Wissens der einzige Western ist, den ich mit ihm kenne. Ansonsten kenne ich halt nur noch ein paar dieser Ninja-Filme, wo ich ihn aber auch immer ziemlich cool fand - wenn auch auf andere Art und Weise. :lol:


In VON DJANO MIT DEN BESTEN EMPFEHLUNGEN finde ich Harrison noch einen Tick besser.


Der kommt in meinem Ranking knapp dahinter ;)


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