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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 31.10.2011 13:44 
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Wenn man nach den italienischen Veröffentlichungsdaten geht dann handelt es sich bei Glut der Sonne (VÖ 2.3) tatsächlich um Karlis erste Hauptrolle. Im selben Jahr, 1967, erschienen zwar noch die Streifen El hombre que mató a Billy el Niño (VÖ 9.3), Killer calibro 32 (VÖ 20.4), I giorni della violenza (VÖ 10.8), aber alle nach Glut der Sonne. Das Jahr 1967 war auf alle Fälle ein ausgezeichnetes Jahr für den guten Karl, hat er doch in immerhin vier außerordentlich guten Western die Hauptrolle gespielt, das find ich wirklich nicht schlecht.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 31.10.2011 14:12 
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nerofranco hat geschrieben:
Wenn man nach den italienischen Veröffentlichungsdaten geht dann handelt es sich bei Glut der Sonne (VÖ 2.3) tatsächlich um Karlis erste Hauptrolle. Im selben Jahr, 1967, erschienen zwar noch die Streifen El hombre que mató a Billy el Niño (VÖ 9.3), Killer calibro 32 (VÖ 20.4), I giorni della violenza (VÖ 10.8), aber alle nach Glut der Sonne. Das Jahr 1967 war auf alle Fälle ein ausgezeichnetes Jahr für den guten Karl, hat er doch in immerhin vier außerordentlich guten Western die Hauptrolle gespielt, das find ich wirklich nicht schlecht.



Danke, wollte ich auch gerade schreiben ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 31.10.2011 14:23 
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Hmm, Stimmt. Bruckner listet die filme aber in einer anderen Reihenfolge auf, was aber nicht immer stimmen mag. Da wäre es der 4.
Und Bruckner gibt für Killer calibro 32 als produktionsjahr 1966 an, für die anderen aber 67.

Ich finde keinen von den Vier sonderlich interessant. Aber Glut der Sonne ist von ihnen noch der angenehmste.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 31.10.2011 14:32 
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Stanton hat geschrieben:
Hmm, Stimmt. Bruckner listet die filme aber in einer anderen Reihenfolge auf, was aber nicht immer stimmen mag. Da wäre es der 4.
Und Bruckner gibt für Killer calibro 32 als produktionsjahr 1966 an, für die anderen aber 67.

Ich finde keinen von den Vier sonderlich interessant. Aber Glut der Sonne ist von ihnen noch der angenehmste.


Ich nehme an Du magst den Karl nicht sonderlich, oder ? ;)

Zumindest Killer Calibro 32 taugt in meinen Augen auch für
Nicht-Genrefans


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 31.10.2011 17:42 
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Da ist PLL ja auch ganz gut. Als Snob passt er. Aber wehe, wenn er mal einen Kerl spielen muss.

In seinem Geburtsland kam PLL aber offensichtlich nicht gut an. Von 17 Western liefen hier nur 6 im Kino. (Den Leone nicht mitgezählt). In zwei davon spielt er Bösewichte und keine richtigen Hauptrollen.

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 31.10.2011 21:30 
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trainspotting hat geschrieben:

Ich nehme an Du magst den Karl nicht sonderlich, oder ? ;)



Ich fürchte nein. Schlechter Schauspieler. Keinerlei Ausstrahlung. Auch kein Westerngesicht, er wirkt in Western irgendwie falsch.

Habe dann aber doch noch einen IW mit ihm gesehen in dem er besser war, und auch anders aussah, hagerer und etwas männlicher (ich habe ihn anfangs nicht mal erkannt).
Das war in More Dollars for the McGregors. Sein bester.

Vom Rest ist Garringo der Beste (aber nur uncut), und Manos Torpes war auch noch interessant. Die anderen reichen von halbwegs ok bis schlecht.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.11.2011 09:11 
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Stanton hat geschrieben:
Schlechter Schauspieler. Keinerlei Ausstrahlung. Auch kein Westerngesicht, er wirkt in Western irgendwie falsch.

Habe dann aber doch noch einen IW mit ihm gesehen in dem er besser war, und auch anders aussah, hagerer und etwas männlicher (ich habe ihn anfangs nicht mal erkannt).
Das war in More Dollars for the McGregors. Sein bester.


Ach jetzt komm, in den meisten Filmen wo der Karl mitspielt passt er ganz gut ! Bis auf I quattro pistoleri di Santa Trinita und Einer nach dem anderen, ohne Erbarmen wo ich dir zustimme. Aber bei den beiden hätten andere Schauspieler auch nicht mehr alzu viel retten können. Und vielleicht noch den Sando Kid, den einige nicht so ganz mögen. Den hab ich aber noch ned gesehn.

Den La muerte busca un Hombre halt ich auch für einen seiner besten, finde den God in Heaven, Arizona on Earth aber noch ne ecke besser, und in dem kommt Karl auch ganz cool rüber ! 8-)
Garringo, Manos Torpes und Glut der Sonne sind ebenfalls spitzen Filme, wo's nix zu meckern gibt über Karl !

Die Rollen in Stirb oder Töte, Killer Adios, Der Tod droben auf dem Hügel, Sein Wechselgeld ist Blei, Prey of Vultures und Sein Steckbrief ist kein Heiligenbild hätte man VIELLEICHT besser bestzen können, aber das wäre auch unnötig, da er wirklich gut in die Rollen passt ! Vorallem bei Steckbrief, Stirb oder töte, Wechselgeld und Tod auf dem Hügel hätt ich die selbe Wahl getroffen.

Einzig in Arriva Sabata und Ein Colt für 100 Särge (neben dem Santa Trinita und Einer nach dem anderen) find ich ihn nicht wirklich passend. Aber der Arriva Sabata und der Colt sind trotzdem unterhaltsame Filme !

Und 2 bzw. 4/5 schlechte Filme von 16 (die Rolle in Für ein paar Dollar mehr zählt nicht !) ist wirklich kein schlechter Kurs !

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.11.2011 09:46 
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Sando Kid mochte ich sogar, da tarnt er sich glaube ich als Parfum-Händler :lol: :lol: :lol:

in Galgenvögel sterben einsam fand ich ihn okay, da ist er nicht so auf sich allein gestellt und vorallem nicht so ein Märchenritter.

In Colt für 100 Särge spielt er die typische SW-Rolle und versagt erbärmlich. Schade, der einzige Schwachpunkt eines großartigen Italowesterns.

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.11.2011 10:01 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Sando Kid mochte ich sogar, da tarnt er sich glaube ich als Parfum-Händler :lol: :lol: :lol:

in Galgenvögel sterben einsam fand ich ihn okay, da ist er nicht so auf sich allein gestellt und vorallem nicht so ein Märchenritter.

In Colt für 100 Särge spielt er die typische SW-Rolle und versagt erbärmlich. Schade, der einzige Schwachpunkt eines großartigen Italowesterns.


Ich sag ja.Sando Kid mögen einige, aber nicht alle.
Galgenvögel und Colt passts nicht wirklich, aber die Filme unterhalten.
Bei den beiden ists auch relativ egal wie der Karl sich anstellt, den die Filme werden eindeutig von Steffen/Fajardo und Ireland/Fajardo getragen ;)

Aber die meisten von Karl Filmen sind in Ordnung, das gibts nix zu meckern. PUNKT ! :) 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.11.2011 10:27 
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Sorry IW Fan, aber ich finde ihn eigentlich immer fehlbesetzt (God in Heaven kenne ich nicht). Ausser in dem Merino Film hätte ich mir da immer einen anderen gewünscht, auch wenn ich ihn generell nicht mehr ganz so furchtbar finde wie früher.

Aber er spielt definitiv eine meiner Lieblingsszenen was schauspielerisches Unvermögen betrifft in Killer Adios.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.11.2011 12:31 
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Stanton hat geschrieben:
Sorry IW Fan, aber ich finde ihn eigentlich immer fehlbesetzt (God in Heaven kenne ich nicht)

Na, diese Lücke muss geschlossen werden ! ;) Der Film ist echt klasse !

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 02.11.2011 10:59 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Anti-Hero hat geschrieben:
Sando Kid mochte ich sogar, da tarnt er sich glaube ich als Parfum-Händler :lol: :lol: :lol:

in Galgenvögel sterben einsam fand ich ihn okay, da ist er nicht so auf sich allein gestellt und vorallem nicht so ein Märchenritter.

In Colt für 100 Särge spielt er die typische SW-Rolle und versagt erbärmlich. Schade, der einzige Schwachpunkt eines großartigen Italowesterns.


Ich sag ja.Sando Kid mögen einige, aber nicht alle.
Galgenvögel und Colt passts nicht wirklich, aber die Filme unterhalten.
Bei den beiden ists auch relativ egal wie der Karl sich anstellt, den die Filme werden eindeutig von Steffen/Fajardo und Ireland/Fajardo getragen ;)

Aber die meisten von Karl Filmen sind in Ordnung, das gibts nix zu meckern. PUNKT ! :) 8-)


So sieht`s aus :D


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 05.11.2011 01:24 
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Glut der Sonne (Italien, Spanien 1967, Originaltitel: Dove si spara di più)

Milchbubi muckt auf

Kalifornien ist groß. Doch nicht groß genug für die Familie Mounters und den Clan der Campos, die sich seit ewigen Zeiten gegenseitig abmurksen. Gerade hat es mal wieder einen Burschen aus den Reihen der Campos erwischt, doch statt der üblichen Rache verfolgt das Oberhaupt der Sippe (Rufino Inglés) einen hinterlistigen Plan. Er schlägt dem Chef der Mounters (Luis Induni) ein faires Duell zwischen den verfeindeten Familien vor, ausgetragen auf neutralem Boden, überwacht von einem unparteiischen Beobachter. Mounters willigt ein, gerät wenig später mit seinen Leuten in einen Hinterhalt, trotz deutlicher Verluste kommen die Mounters mit einem blauen Auge davon. Ärgerlicherweise haben die Campos den "Schiedsrichter" im Sack, gleiches gilt für den korrupten Sheriff (Piero Lulli). Unglücklicherweise fällt der junge Johnny Mounter (Peter Lee Lawrence) in Feindeshand, kann sich aber gemeinsam mit dem pfiffigen Gauner Lefty (Andrés Mejuto) aus dem Staub machen. Lefty bringt seinem Schützling den Umgang mit dem Colt bei, die Bardame Rosalind (Maria Cuadra) führt Johnny in tiefere Regionen ein, verliebt sich in das blonde Bürschlein. Doch seine wahre Liebe soll Johnny an anderer Stelle begegnen. Als er mit Lefty eine Kutsche überfällt, trifft er auf die bezaubernde Giulietta (Cristina Galbó), die dem jungen Mounters gehörig den Kopf verdreht. Zu blöd, denn Giulietta ist die Tochter des alten Campos, überdies hinter den Kulissen längt dem schmierigen Sheriff versprochen, den ein ganz besonderes Ereignis mit dem zukünftigen Campos-Obermotz Rodrigo (Peter Martell) verbindet. Keine guten Vorzeichen für die Liebe der jungen Generation, nicht nur die Familienfehde und der Sheriff stellen schier unüberwindbare Hindernisse dar, auch die eifersüchtige Rosalind ist verdammt sauer...

Gianni Puccini inszenierte nur einen Western, wird ansonsten eher dem "anspruchsvolleren" Kino zugerechnet. "Romeo und Julia" musste als Vorlage herhalten, das Drehbuch überzeugt mit einem interessanten Beziehungskonstrukt, weicht (teils) erfrischend vom üblichen Schema ab. Gute Voraussetzungen für einen ganz besonderen Italowestern, der mich letztlich aber nicht vollständig überzeugen kann. Die folgen Zeilen suchen nach einer Erklärung.

Zu Beginn drückt der Streifen mächtig auf die Atmosphärentube, tischt uns sofort das stilvoll eingefangene Ende eines Zöglings aus dem Lager der Campos auf. Blut, Schweiss und Hass. Eine wüste Ballerei lässt nicht lange auf sich warten, die Vorstellung der relevanten Figuren nimmt ein wenig mehr Raum ein, was in diesem Fall ausdrücklich zu begrüßen ist. Ich erlaube mir den Sprung zum Finale. Erneut wird regnet es aus allen Läufen Blei, die Reihen lichten sich rasant. Wirklich innovativ ist der Krawall nicht ausgeführt, der Fan sollte aber weitgehend zufriedengestellt werden. Einerseits werden (im wahrsten Sinne des Wortes) keine Gefangenen gemacht, andererseits fällt das Ende nicht für alle Beteiligten so konsequent aus, wie ich alter Miesepeter mir es gewünscht habe. Ein kleiner Höhepunkt ereilt uns dennoch, eine -in diesem Umfeld- sehr grotesk anmutende Gestalt taucht wie aus dem Nichts auf, mehr will ich wegen akuter Spoilergefahr nicht verraten. Nun haben wird also einen sehr starken Auftakt, obendrauf ein solides Finale mit verzeihbaren Schwächen. Doch was passiert in der übrigen Zeit? Tja, die wird leider, leider von zu viel Peter Lee Lawrence (bürgerlich Karl Otto Hirenbach, hier als Arthur Grant unterwegs) dominiert, dessen "schwachmatische Unpräsenz" mir den Genuss immer wieder verhagelt. Was macht der Typ falsch? Sicher ist er nicht unbedingt ein begnadeter Schauspieler, was ich ihm an dieser Stelle aber gar nicht ankreiden will. Fakt ist, ich mag den Schmalhans nicht, er nagt an meinen Nerven. Hinzu kommt noch die -für meinen Geschmack- unsympathische Anlage der Figur Johnny Mounters, ich mag solche "kleinen Früchtchen mit grossen Problemen" nicht ertragen. Wie bitte? Ausgerechnet ich begebe mich auf den ausgetretenen Pfad der engstirnigen Nörgelei, wo ich doch (fast) immer jeden Darsteller unbedingt mögen will!? Schon plagt mich mein schlechtes Gewissen, trotzdem kann ich meine Abneigung gegen diese Made nicht zügeln.

Noch immer steht die Frage im Raum, was macht der arme Karl Otto verkehrt??? Vermutlich fast nichts, ich bin inkompatibel, verzeiht mir. Eventuell hatte ich irgendwann Albträume, in denen mich ein Stoffel wie Karl Otto zum Sechs mit flachbrüstigen Thai-Frauen zwingen wollte, die Kassengestelle von Fielschwamm trugen und hysterisch keiften. Verdammt, ich habe keinen blassen Schimmer! Genug davon, werfen wir einen Blick auf die anderen Akteure vor der Kamera, den Damen gewähre ich den Vortritt. Cristina Galbó geniesst bei mir stets Kredit, immerhin wirkte sie in Lieblingen wie "Das Leichenhaus der lebenden Toten" (Non si deve profanare il sonno dei morti, 1974) & "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" (Cosa avete fatto a Solange?, 1972) mit. In diesem Western ist sie noch mehr Mädchen als Frau, passt daher noch nicht in mein Beuteschema. Cristinachen ist putzig, süss, man muss sie einfach mögen, sie spielt die Rolle der Giulietta sehr liebenswert, bei Bedarf legt sie kratzbürtige Anfälle hin. Richtig gut hat mir María Cuadra gefallen, die mit ihrer Mixtur aus Erotik, Sehnsucht und Verschlagenheit den Puls beschleunigt. Ana María Noé sehen wir als Ehefrau des alten Mounters, der von Charakterkopf Luis Induni verkörpert wird, den man aus unzähligen Europroduktionen kennt. Andrés Mejuto hat keinen leichten Job, er hat viele gemeinsame Szenen mit dem doofen Karl Otto, die durch seinen kauzigen Knuffel Lefty in deutlich erträgliche Bahnen gelenkt werden. Die Stars sind für mich allerdings Piero Lulli und Peter Martell. Lulli dringt die Verdorbenheit aus jeder Pore, aus seinem Gesicht sprechen Arroganz und Niedertracht, eine grossartige Vorstellung! Peter Martell ergänzt den Auftritt von Piero Lulli, zeigt eindeutig sadistische Neigungen (Gefangenenfolter, die eigene Schwester brutal verprügeln). Lulli und Martell kommen dermaßen ekelhaft rüber, ich verspüre den Wunsch die eigenhändig über den Haufen zu scheissen (haha, der verunglückte Kalauer des Tages). Besser kann man "Westernfieslinge" kaum zum Leben erwecken, zu solchen Zwecken müsste schon ein Kinski aus der Kiste hüpfen. Bevor ich mich in weitere Peinlichkeiten und Entgleisungen verstricke, soll an dieser Stelle genug zu den Schauspielern gesagt sein.

"Glut der Sonne" ist ein interessanter Western, ein besonderer Western. Kein Meisterstück wie der im selben Jahr entstandene "Töte, Django" (Se sei vivo spara), aber ein aus der Masse "irgendwie" hervorstechender Beitrag. Auf den Habenseite stehen ein paar solide "Standardszenen" (was keinen Widerspruch zur "Besonderheit" des Films darstellt), wenige härtere Momente, ein kaputt-frecher Einfall, Paul Naschy in zwei kleinen Rollen (ich verzichte auf die üblichen Begeisterungsstürme zum Thema Naschy, sonst tippe ich noch nächste Woche an diesem Kurzkommentar herum). Weiterhin spielt die Besetzung (überwiegend) stark auf, sind die Spannungen innerhalb des Geflechts reizvoll, bieten Kamera, Schnitt und Musik ordentliche Qualität. Die deutsche Synchronisation leistet sich ein paar Flapsigkeiten, bietet aber ansonsten kaum Anlass zur Beschwerde. Für 7/10 sollte es reichen, doch Karl Otto grätscht mit solch nachhaltig schmerzhafter Gewalt dazwischen, ich muss einen vollen Punkt abziehen. Erneut: Es tut mir leid!

Koch Media hat mit der "Regenbogen-Reihe" vielen Fans des Eurowestern eine grosse Freude gemacht. Obschon ich mit "Glut der Sonne" nur zum Teil glücklich sein kann, verneige ich vor den Köchen, denen wir die Präsentation nahezu vergessener Schätzchen verdanken, auch wenn nicht alle Sausen mitten ins Zentrum der Lust treffen. Die DVDs dieser Reihe gehören in jede gepflegte Sammlung, sofern man ein Herz für Western aus Italien/Europa im geschundenen Leib trägt. "Glut der Sonne" liegt in sehr schöner Verfassung vor, eine Prise sehenswertes Bonusmaterial rundet den erstklassigen Eindruck ab, das Digipak ist sowieso (wie immer) toll gestaltet.

6/10 (...und wer mit Karl Otto keine Schwierigkeiten hat, der darf locker einen fetten Punkt addieren)

Lieblingszitat:

"Vor Ungeziefer schützt man sich, indem man es zerquetscht!"

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Zuletzt geändert von Blap am 05.11.2011 12:39, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 05.11.2011 09:58 
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Blap hat geschrieben:
Hinzu kommt noch die -für meinen Geschmack- unsympathische Anlage der Figur Johnny Mounters, ich mag solche "kleinen Früchtchen mit grossen Problemen" nicht ertragen.


Da hast du das gleiche Problem wie ich. Das ist auch eines der wenigen Sachen, die mich bei neuerlicher Sichtung des Films wirklich gestört haben. Da möcht ich aber nicht dem armen Karl die Schuld geben sondern einfach seiner Rolle, die manchmal richtig unsympathisch angelegt ist. Seine Präsenz find ich jetzt nicht so schlecht, die ist in anderen Filmen aber doch deutlich besser.

Blap hat geschrieben:
Die Stars sind für mich allerdings Piero Lulli und Peter Martell. Lulli dringt die Verdorbenheit aus jeder Pore, aus seinem Gesicht sprechen Arroganz und Niedertracht, eine grossartige Vorstellung! Peter Martell ergänzt den Auftritt von Piero Lulli, zeigt eindeutig sadistische Neigungen (Gefangenenfolter, die eigene Schwester brutal verprügeln). Lulli und Martell kommen dermaßen ekelhaft rüber, ich verspüre den Wunsch die eigenhändig über den Haufen zu scheissen (haha, der verunglückte Kalauer des Tages).


Lulli und Martell, die beiden sind hier wirklich göttlich. Ich finde das ist fast eine der besten,und vor allem fiesesten, Rollen, die Martell im Westerngenre jemals hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 05.11.2011 12:52 
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Ich mag ekelhafte Charaktere meist sehr, siehe in diesem Fall Lulli und Martell, doch Karl Otto geht "irgendwie" gar nicht. Dieses "Schmalpur-Delon-Halbstarken-Geseiber" bereitet mir Qualen.

Zwar wird der Film durch Karl Otto erheblich beschädigt, dennoch hat er einige großartige Momente und gute Nebendarsteller zu bieten. Mit einem anderen Hauptdarsteller im Gepäck, wäre der Streifen vielleicht einer der "Klassiker aus der zweiten Reihe". Aber -wie so oft- ist das Leben kein Wunschkonzert, der Film hat seine Berechtigung und eine Sichtung lohnt sich, die DVD der Köche ist Pflicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 03.12.2011 11:04 
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Alternativer Titel: Dove si spara di più
Produktionsland: Italien
Produktion: Francesco Merli
Erscheinungsjahr: 1967
Regie: Gianni Puccini
Drehbuch: Bruno Baratti, María del Carmen Martínez Román
Kamera: Mario Montuori
Schnitt: Rosa G. Salgada
Musik: Gino Peguri
Länge: ca. 85 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Peter Lee Lawrence: Johnny Monter
Cristina Galbó: Giulietta Campos
Peter Martell: Lodorigo Campos
Piero Lulli: Sheriff Cooper
María Cuadra: Lezerind
Paul Naschy: der Tod
Luis Induni: Bill Monter
Ana María Noé: Mrs. Monter
Ángel Álvarez: Padre
Luciano Catenacci: Campos’ Handlanger
José Rubio: Campos’ Sohn
Rufino Inglés: Senor Campos



Die Familien Monter und Campos hassen sich und liegen seit langem in einem Streit, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Mit Unterstützung des Sheriffs locken die Campos, die Monters in einen Hinterhalt, dabei nehmen sie Johnny Monter gefangen. Johnny kann entkommen und lernt später Giulietta Campos kennen in die er sich verliebt. Eine Liebe die allein wegen des Hasses, der zwischen den Familien steht, nicht geduldet werden kann.

Da erkennt der geschulte Zuschauer doch sofort, dass es sich hier um eine Italo-Western-Variante von Shakespeares Romeo und Julia handelt. Sollte dieses nicht der Fall sein, so wird innerhalb der deutschen Synchronisation mehrfach darauf hingewiesen. Es ist ja schließlich auch nichts Ungewöhnliches sich innerhalb eines Italo-Westerns am klassischen Kulturgut zu orientieren. Tessari orientierte sich bei „Ringo kehrt zurück“ an Homers "Odyssee" oder Castellaris. „Django - Die Totengräber warten schon“ fand sein Vorbild in Shakespeares „Hamlet“. Wie auch Castellaris Film, weiß Gianni Puccinis Film durchaus mit dieser Vorlage umzugehen. „Glut der Sonne“ ist ein interessanter und recht ungewöhnlicher Italo-Western. Dieses ist daran festzumachen, dass Puccini die Gewalt, die er zeigt nicht verherrlicht. Sein Western dient nicht dazu einen enorm hohen Body Count mit der Coolness eines Franco Nero oder Antonio de Teffe zu paaren. Puccini verfolgt sehr wohl den Weg, dass Gewalt die falsche Lösung ist. Ein Schlusszitat von Johnny Monter untermauert dieses. Allerdings ist der Hass erst dann vorbei, wenn sein Auslöser und dessen Vasallen vernichtet sind. Das ist die Tragik des Films und eine Tragik die Shakespeare frönte.

Der bereits mit 29 Jahren verstorbene Peter Lee Lawrence, spielt die Rolle des Johnny Monter sehr ordentlich. Irgendwie erinnern mich seine Gesichtszüge jedes mal an Ivan Rassimov, warum auch immer. Peter Martell hat in der Rolle des Lodorigo Campos allerdings den dankbareren Part, den er auch gut zu verkörpern wusste. Christine Galbo die u.a. die Rolle der Elisabeth in Massimo Dallamanos „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ spielt, macht ihre Sache als Giulietta „Julia“ Campos ebenfalls recht gut. Der Auftritt von Paul Nashi hat zwar was, ist allerdings sehr, sehr kurz.

Fazit: Ein gut gefilmter Italo-Western, der von einer guten Story und einer ebenfalls guten Kameraarbeit getragen wird. Fans des Genres sollten diesen Film auf jeden Fall im Regal haben.


7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 17.11.2012 18:03 
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Bin grad über einen englischen Trailer gestolpert, sonderlich gut ist er zwar nicht, aber was solls ! ;)
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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BeitragVerfasst: 29.12.2014 17:12 
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So, extra für euch der vorerst letzte Kinotrailer "Glut der Sonne".
Ist mir bisher nirgendwo anders untergekommen und auch nicht auf der Koch dvd enthalten.
Richtig klasse mit einem Super Off-Sprecher :lol: ;)
"Die heilige Mutter Colt kennt 6 Gebote". :mrgreen:

Viel Spaß :D

www.dailymotion.com Video From : www.dailymotion.com


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 29.12.2014 18:18 
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Den gibts bestimmt wirklich nicht mehr so oft ;)

Die Stimme im Off ... sind das nicht die Weisheiten,die der alte Lefty (Andres Mejuto) Johnny mit auf den Weg gibt,nachdem sie zusammen vor den Campos' geflohen sind und er ihm das schießen beibringt ?
Ist auch schon wieder etwas länger her,hab da aber noch irgendwas im Gedächtnis.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 29.12.2014 21:16 
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Sehr schönes Stück, müssen die Köche wohl übersehen haben.

Man bekommt auf jeden Fall Lust auf den Film. Heute seh ich PLL ja ein bisschen gnädiger.

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 15:21 
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Gestern hab ich ihn nochmal komplett gesehen. Muss weiterhin sagen, tolle Sets, ordentlich blutig, netter Piraten-Buddy, schöne Musik, zwei tolle bizarre Szenen (Kugel, Richter,Tod)

Aus der reizvollen Familienkrieg-Thematik wird leider zu wenig gemacht.

Vor Posterboy PLL muss ich allerdings auch jetzt noch kapitulieren. Er ist grotten-grottenschlecht, und seine kleine Dulcinea auch.

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Ist doch eine von Peterle's besten Rollen ?! :?

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BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:25 
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Was was was was waswaswas ??? :o :o :o :o :o :o

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BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:27 
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find ich schon

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:28 
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doch doch doch doch ;) Da muss ich dem IWF schon beipflichten, aufjeden weit von schlecht entfernt ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:34 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
Ist doch eine von Peterle's besten Rollen !

Dieser Meinung bin ich auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:36 
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Italo-West-Fan hat geschrieben:
find ich schon


reggie hat geschrieben:
doch doch doch doch ;) Da muss ich dem IWF schon beipflichten, aufjeden weit von schlecht entfernt ;)


Ihr habt ja noch Restalkohol. :lol:

Kauft ihr ihm das wirklich ab ? :o

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:44 
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Wie sollte er den deiner Meinung nach agieren damit du's ihm abkaufst ? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 17:49 
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Da müsste er wahrscheinlich ein anderer werden. Er ist auch unglücklich synchronisiert (oder ist er es selber ?), aber er zeigt einfach gar nix. Immer das gleiche Gesicht, keine Regungen, Emotionen, null Ausstrahlung.

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 Betreff des Beitrags: Re: GLUT DER SONNE - Gianni Puccini
BeitragVerfasst: 01.01.2015 19:53 
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An seine Synchronstimme kann ich mich gerade nicht erinnern; das er sich selber synchronisierte bezweifel ich aber stark.
Auch sonst müsste ich den Film nochmal sehen um deine Argumente zu checken, jedenfalls habe ich ihn aber ganz ordentlich als 'Pseudo-Romeo' in Erinnerung, wüsste auf die schnelle keinen besseren in der Rolle, es muss ja ein "jüngling" sein

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