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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 25.12.2009 22:37 
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Mit Franco Nero, Woody Strode, Olga Karlatos etc.

In diesem Streifen spielt Franco Nero das Halbblut Keoma, das aus dem amerikanischen Bürgerkrieg zurückkehrt und als eine Mischung aus Messias und Ur-Vigilante sein siechendes Heimatdorf aus den Fängen eines teuflischen Tyrannen zu befreien sucht. Einer schwangeren Schönheit gewährt er hierbei persönlichen Schutz, sein alter Freund und Bogenschütze (!) George (Woody Strode) steht ihm treu zur Seite. Und auch eine alte Familienangelegenheit will aus dem Weg geräumt werden...

##########

Sehr schönes Ding, 8/10
Mein Review:

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 26.12.2009 19:30 
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Einer der besten Filme des Genres!Ein Film wie ein Tornado...
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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 26.12.2009 19:54 
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Ein wirklich sehr geiler Film und in seiner Intensität außergewöhnlich für Castellari.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 26.12.2009 21:29 
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Der Film ist wirklich genial. Vor allem die Atmosphäre und die Zeitlupenszenen haben mir gefallen.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 26.12.2009 23:43 
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Enzo Castellaris "Keoma - Melodie des Sterbens" ist ein großartiges Westerndrama.
Die Story ist stimmig, die Inszenierung einfach nur großartig und teiweise sehr dramatisch und von solcher Dichte wie man sie in diesem Genre selten erlebt. Das liegt zum einen am charismatischen Hauptdarsteller Franco Nero, der eine unglaubliche Präsenz zeigt und seinen Filmcharakter (Keoma) glaubwürdig darstellt. Zum anderen ist die Kamerafahrt und die Inszenierung nur als absolut gelungen zu bezeichnen. Das geht von dem sehr guten, spannenden Schußgefechten bis zu den poetischen Landschaftsaufnahmen und ruhigeren aber teils auch unglaublich dramatischen Passagen.
Was den Film aber noch besonders prägt ist sein Score, mitreißende Songs, tiefgründig und melancholisch, bestens dazu geeignet die Atmosphäre noch ungemein zu verstärken.
Einfach nur grandios!

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"But being as this is a .44 Magnum, the most powerful handgun in the world, and would blow your head clean off, you've got to ask yourself one question: Do I feel lucky? Well, do ya, punk?"


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 27.12.2009 13:04 
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Dr.Butcher hat geschrieben:
Enzo Castellaris "Keoma - Melodie des Sterbens" ist ein großartiges Westerndrama.
Die Story ist stimmig, die Inszenierung einfach nur großartig und teiweise sehr dramatisch und von solcher Dichte wie man sie in diesem Genre selten erlebt. Das liegt zum einen am charismatischen Hauptdarsteller Franco Nero, der eine unglaubliche Präsenz zeigt und seinen Filmcharakter (Keoma) glaubwürdig darstellt. Zum anderen ist die Kamerafahrt und die Inszenierung nur als absolut gelungen zu bezeichnen. Das geht von dem sehr guten, spannenden Schußgefechten bis zu den poetischen Landschaftsaufnahmen und ruhigeren aber teils auch unglaublich dramatischen Passagen.
Was den Film aber noch besonders prägt ist sein Score, mitreißende Songs, tiefgründig und melancholisch, bestens dazu geeignet die Atmosphäre noch ungemein zu verstärken.
Einfach nur grandios!


So ist es!


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 27.12.2009 13:20 
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KEOMA ist ein Meisterwerk, für meinen Geschmack einer der besten Italowestern überhaupt.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 27.12.2009 14:29 
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"Keoma" war für mich der Grund, mich eingehender mit Italowestern zu befassen. Ich unterscheide zwischen der Zeit vor KEOMA und nach KEOMA.
Hätte man mir vor einigen Jahren prophezeit, dass ich mir jemals mit größtem Vergnügen Western ansehe (und sogar Soundtracks aus jenen Filmen anhöre), hätte ich einfach nur gelacht.
Natürlich kannte ich damals nur amerikanische Western und war der Meinung, dass solche Filme ausschließlich von Männern für Männer gemacht wurden und mich deswegen in keinster Weise ansprechen.
Dank Andreas Marschall und seiner Hommage an Keoma und Italowestern generell in "Tears of Kali" (einem meiner Lieblingsfilme) hat ich mich doch die Neugier gepackt und mich dazu veranlasst, einen Ausflug ins Italowestern-Genre zu wagen.
Und voilà! Volltreffer.
Keoma hat eingeschlagen wie eine Bombe :mrgreen:
Über den Film selbst brauche ich wohl nichts mehr zu schreiben, Dr. Butcher hat es eh schon gut auf den Punkt gebracht.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 27.12.2009 23:34 
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Super Film, der einzig wirklich sehr gute Castellari.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 28.12.2009 00:29 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Super Film, der einzig wirklich sehr gute Castellari.



Da könntest du recht haben.
Sagen wir mal der einzige Castellari mit einem gewissen Anspruch.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 28.12.2009 05:02 
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italostrikesback hat geschrieben:
Sagen wir mal der einzige Castellari mit einem gewissen Anspruch.


Stimmt ... Racket war Kacke ! Keoma ist der Beste , und Franco Nero der beste Schauspieler Italiens :D

Bei all dem Arschlecken kratzt doch die Zunge ... Keoma ist zwar ein Trash Klassiker , aber definitiv nicht unter den besten 30 Italo-Western zu suchen ! Wenn ich bedenke , wie hier bei Mannaja rumgemosert wurde ... :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 28.12.2009 10:13 
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Johnny Hamlet hat auch noch einen gewisen Anspruch.

Und nö, Keoma ist ganz gewiss keiner der besten 30 IW für mich, für die Fans aber schon. In einer Abstimmung von mittlerweile über 100 Fans in dem SWDB Forum ist er momentan auf Platz 18.

Aber Keoma, der durchaus auch große Schwächen hat, ist in der Summe viel interessanter als Mannaja.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 28.12.2009 13:46 
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Interresanter, vorallem wegen der Story vielleicht, aber nicht groß besser als Mannaja finde ich!

Für mich auch keinesfalls unter den top 30! Und mehr anspruch als andere IW hat der jetzt auch nicht unbedingt. Paar coole Kammeraeinstellungen und ideen das wars aber dann auch schon finde ich.

Neros Indianeroutfit ist auch Lachhaft :lol:

:|

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 28.12.2009 14:46 
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Ich find den Film großartig - gerade WEIL der anders, als andere Western ist.
Ich kann Western eigentlich persé nicht leiden, speziell hasse ich amerikanische Western. Geht mir bloß weg mit John Wayne und Konsorten. Ich ziehe jede japanische Provinz der Tokugawa Ära einem Kaff in Texas vor und lasse jede Winchester für ein Katana in der Ecke stehen. Italowestern liebe ich, weil sie dreckig und hinterhältig sind. Weil die (Anti-) Helden aussehen wie Totengräber oder Lumpenhunde. Und speziell KEOMA liebe ich, weil er diese gewisse "mystische" Dimension hat und auf die typischen Gesetze des Genres einen dicken Dampfhaufen kackt.
Außerdem (Gruß an Asa Vajda!) hat mich ebenfalls Andreas Marschall auf den Film gebracht, allerdings nicht durch TEARS OF KALI, sondern schon lange davor. Und damit verbinde ich sehr persönliche und warme Erinnerungen. Ein Prosit auf Keoma!

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 28.12.2009 23:34 
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Ich mag Keoma. Allerdings halte ich ihn für überschätzt...sogar Castellari selbst hält ihn ja für seinen besten Film, hmm, naja. Und Franco Nero wirkt irgendwie immer ziemlich lächerlich, wenn er wie hier zu sehr "overactet". Bei "Django" und "Tempo di massacro" war er um Klassen besser!

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 14:11 
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gestern zum ersten mal gesehen :oops:
Erlösergeschichte, King Lear, Apokalypse, diese gestelzten Dialoge, Freiheitskämpfer, Wideraufestehung, christliches Pathos, Peckinpah, der verlorene Sohn, mystische Todessymbolik, Nero in Hippieklamotten und und und... :mrgreen:

auch wenns manchmal fast ein wenig zu viel des guten ist: dieser film ist ganz, ganz grosses kino - quasi ein einziger hochstilisierter höhepunkt. da steckt jede menge herzblut und liebe zum kino dahinter :) und der score der gebrüder angelis ist ein knaller.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 14:28 
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Blaubart hat geschrieben:
gestern zum ersten mal gesehen :oops:
Erlösergeschichte, King Lear, Apokalypse, diese gestelzten Dialoge, Freiheitskämpfer, Wideraufestehung, christliches Pathos, Peckinpah, der verlorene Sohn, mystische Todessymbolik, Nero in Hippieklamotten und und und... :mrgreen:

auch wenns manchmal fast ein wenig zu viel des guten ist: dieser film ist ganz, ganz grosses kino - quasi ein einziger hochstilisierter höhepunkt. da steckt jede menge herzblut und liebe zum kino dahinter :) und der score der gebrüder angelis ist ein knaller.


Genauso habe ich auch reagiert und verweise in dem Zusammenhang gerne nochmal auf mein Review ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 15:06 
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Thomas Morus hat geschrieben:
Blaubart hat geschrieben:
gestern zum ersten mal gesehen :oops:
Erlösergeschichte, King Lear, Apokalypse, diese gestelzten Dialoge, Freiheitskämpfer, Wideraufestehung, christliches Pathos, Peckinpah, der verlorene Sohn, mystische Todessymbolik, Nero in Hippieklamotten und und und... :mrgreen:

auch wenns manchmal fast ein wenig zu viel des guten ist: dieser film ist ganz, ganz grosses kino - quasi ein einziger hochstilisierter höhepunkt. da steckt jede menge herzblut und liebe zum kino dahinter :) und der score der gebrüder angelis ist ein knaller.


Genauso habe ich auch reagiert und verweise in dem Zusammenhang gerne nochmal auf mein Review ;)

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der soundtrack läuft nun im itunes in endloschleife ;)

schöner text. würde dir überall - bis auf den zweitletzten absatz - zustimmen. den vergleich mit pasolini, damiani und jodorowsky, die ich alle auf ihre art bewundere, ist für mich nicht ganz schlüssig. ich würde sogar behaupten, froh zu sein, dass ausgerechnet castellari und niemand anderes diesen film machte ;) hinter all dem pomp steckt, wie ich finde, zudem ein durchaus sympathischer freiheits- und gerechtigkeitsgedanke.
was man vielleicht noch erwähnen müsste: handwerklich ist das ein nahezu perfekter film. der zeitlupeneinsatz und geschwindigkeitswechsel bei den shoot-outs (auch wenn von wild bunch kopiert), einsatz von handkameras, rückblenden die ohne schnitt in die jetz-zeit transportiert werden, vorausblenden etc. das find ich schon extrem beeindruckend und wirkt irgendwo überraschend modern. das hätte keiner der drei genannten herren so hinbekommen :P der finale schusswechsel mit den brüdern, der nur mit dem schreien der gebärenden frau unterlegt ist - naja darüber kann man streiten: ich fands hinreissend!
witzig auch, diese offensichtliche faszination für shakespear (z.b auch bei castellaris totengräber) :)


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 15:54 
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Blaubart hat geschrieben:
den vergleich mit pasolini, damiani und jodorowsky, die ich alle auf ihre art bewundere, ist für mich nicht ganz schlüssig. ich würde sogar behaupten, froh zu sein, dass ausgerechnet castellari und niemand anderes diesen film machte ;) hinter all dem pomp steckt, wie ich finde, zudem ein durchaus sympathischer freiheits- und gerechtigkeitsgedanke.



Das ist eine ähnliche Nummer wie bei der EDIT: "Töte, DJANGO"-Diskussion, auch hier im Forum. Ich habe immer auch den Anspruch, Filme nicht zu sehr aus dem Genre-Fan-Blickwinkel zu betrachten, sondern eher "allgemeinere" Statements zu formulieren, mit denen etwa auch ein klassischer Autorenfilm-Gucker etwas anfangen kann.

Und daher fühle ich mich immer gezwungen, den Zuschauer gewissermaßen zu "warnen", dass die ganzen Verweise und das ganze Pathos in so einem Film nicht immer schlüssig und stringent zu irgendeinem Ergebnis führen müssen wie halt eben etwa bei Pasolini etc.

Wenn ich in diesem Review Themen wie Erlösung, Himmel, Hölle usw. anspreche, dann möchte ich, dass der "normale" Zuschauer das ganze eben nicht so bier-ernst rezipiert, sondern sich erfreut an den ganzen kleinen und großen Überzeichnungen, Übertreibungen, Zusammenwürfelungen, falschen Fährten etc.

Nur so kann man einen solchen Film überhaupt richtig genießen, aus dem B-Movie-Blickwinkel. Sonst kommt man noch auf falsche Gedanken und nimmt das ganze wirklich ernst... :o

Nach dem Motto: Na klar ist das Murks, aber genau das ist doch das Schöne daran! ;)

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Zuletzt geändert von Thomas Morus am 20.01.2010 16:38, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 16:36 
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randnotiz: ich finde es hat durchaus seinen reiz, filme - die als trash oder (im vergleich zu autorenfilme) minderwertig verschrienen sind - mit dem ernst eines feuilletonschreibers zu rezipieren. das hat so einen sympathischen rebellisch-anarchistischen anstrich :D die tendenzen gehen ja auch dahin, dass leute wie z.b mario bava oder george romero mehr und mehr als "auteurs" wiederentdeckt werden, was ich sehr schön finde...

würdest du denn jodorowsky und damiani als autorenfilmer bezeichnen? ;) das mit töte amigo verwirrt mich etwas? du meinst schon den damiani? oder den töte django vom questi? ;)
ich finde die symbolik in el topo beispielsweise weder schlüssiger noch weniger platt als die in keoma (dermassen ostentative symbolik ist und war schon immer platt, selbst bei literarischen klassikern wie faust oder great gatsby :mrgreen: ) . dafür hat jodorowsky wohl den grösseren subversiv-politischen gehalt, als der castellari.
finde nur, dass man z.b ein accattone nie gegen einen keoma ausspielen sollte, denn beide funktionieren nach ihren eigenen machanismen. solche kategorien sind irgendwo auch etwas unsympathisch, denn es ist genauso schwer ein guter, dem unterhaltungskino verpflichteten actionfilm, wie ein neorealstisches drama zu drehen. castellari ist nun mal der bessere regisseur als ein pasolini, wenn es um die choreographie und aufbau von actionszenen geht. das muss auch mal gesagt werden :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 16:50 
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oooops! :oops: :oops: :oops: :oops: :oops: :oops:
hast natürlich recht!
es heißt natürlich "töte, django". wie kann denn so was passieren?! habe es mal ge-editet.
also, bei mir ist das mit "el topo" schon länger her. aber ich habe mich sehr lange mit buddhistischen erlösungsdiskursen beschäftigt und hatte nach diesem film wirklich das gefühl, dass man ihn schlüssig in dieser hinsicht interpretieren kann bzw. dass da viel "mehr" drin steckt als ein oberflächlich-spekulatives feuerwerk... bin da leider jetzt nicht mehr so drin, daher kann ich es nicht mehr recht rekonstruieren :(
den begriff "autorenfilmer" würde ich im zusammenhang mit damiani z.b. vielleicht gar nicht nennen. ich hatte das nur eingangs erwähnt, um meine angenommene "zielgruppe" ein wenig zu charakterisieren. was ist das überhaupt, ein autorenfilmer? ist es einfach ein technischer begriff für einen regisseur, der halt maßgeblich an allen wichtigen prozessen der produktion beteiligt ist? oder ist es auch eine art niveau-siegel? schwierige frage.
zumindest den gesellschaftspolitischen diskurs kann man bei damiani sehr schlüssig aus fast allen filmen destillieren. sogar aus "töte, amigo"... und das beweist halt eine tiefe, die "keoma" eben nicht hat, aber auch gar nicht haben SOLLTE. denn genau hierbei hast du meine vollste zustimmung:

Blaubart hat geschrieben:
finde nur, dass man z.b ein accattone nie gegen einen keoma ausspielen sollte, denn beide funktionieren nach ihren eigenen machanismen. solche kategorien sind irgendwo auch etwas unsympathisch, denn es ist genauso schwer ein guter, dem unterhaltungskino verpflichteten actionfilm, wie ein neorealstisches drama zu drehen. castellari ist nun mal der bessere regisseur als ein pasolini, wenn es um die choreographie und aufbau von actionszenen geht. das muss auch mal gesagt werden :mrgreen:


es kommt halt immer auf die erwartungshaltung und den fokus/schwerpunkt des interesses an. nur so kann man verschiedene filme angemessen würdigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 17:08 
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Keoma, ein perfekter Film? Das ist mal was neues.
Ich finde eher das Keoma neben starken Szenen auch groteske Schwächen hat. Gerade die Zeitlupenszenen funktionieren meist überhaupt nicht. Das ist allenfalls unverdauter Peckinpah. Und das was gelungen ist auf der "apokalyptischen" Ebene kann man auch als monströsen Kitsch bezeichnen. Aber ich mags.

In der Summe ist das ein guter IW, aber auch nicht viel mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 17:12 
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Stanton hat geschrieben:
Keoma, ein perfekter Film? Das ist mal was neues.
Ich finde eher das Keoma neben starken Szenen auch groteske Schwächen hat. Gerade die Zeitlupenszenen funktionieren meist überhaupt nicht. Das ist allenfalls unverdauter Peckinpah. Und das was gelungen ist auf der "apokalyptischen" Ebene kann man auch als monströsen Kitsch bezeichnen. Aber ich mags.

In der Summe ist das ein guter IW, aber auch nicht viel mehr.



Der Herr Stanton hat das hier wirklich genau auf den Punkt gebracht! ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 17:25 
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monströser kitsch ist kein schlechtes stichwort :D , wobei ich als solche wohl einzig das auftauchen des vaters (beim kampf keomas mit seinen brüdern) bezeichnen möchte - da war's dann schon ein wenig arg.. ansonsten empfinde ich den kitsch anbetracht der sowieso extrem überhöhten und gekünstelten komposition irgendwo durchaus für stimmig... :mrgreen:

sicher ist der schnitt nicht auf augenhöhe eines wild bunch oder straw dogs, aber welcher film ist das denn schon? (castellari soll ja während den dreharbeiten gemeint haben: heute machen wird mal peckinpah :lol: ) die bildmontage - und komposition bzw. die ganze kamerarbeit finde ich aber ehrlich (auch in anbetracht des budgets) aussergewöhnlich gut :oops:


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 17:44 
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Der Score ist wohl das, womit Keoma am meisten aneckt. Vor allem am Gesang stören sich sehr viele, speziell an der weiblichen Stimme. Und auch an den Texten, die auf eine Naive Weise den Film nacherzählen oder auch interpretieren.
Aber auch hier, mir gefällt es, vor allen die Leonard Cohen artigen Passagen. Aber auch das kann man wieder als monströsen Kitsch verbuchen.

Peckinpah hat seine Slo Mo Szenen meist ineinandergeschnitten und dadurch die Verlangsamung der Zeitlupe durch den schnellen Schnitt wieder beschleunigt. Das hat seltsamerweise bis Mitte der 90ger kaum ein Regisseur hingekriegt. In Keoma dagegen dauert alles unglaublich lange und wird seiner Wirkung beraubt. Ganz schlimm die blöden Schlägereien die durch die Zeitlupe noch viel schlechter werden.
In Inglorious Bastards klappt das besser.

Aber alle Castellari Western sind sowieso Meisterwerke der überflüssigen Faustkämpfe, die dann auch noch mit artistischen Einlagen versehen werden. Gerade in Johnny Hamlet völlig fehl am Platz.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 18:45 
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Blaubart hat geschrieben:
randnotiz: ich finde es hat durchaus seinen reiz, filme - die als trash oder (im vergleich zu autorenfilme) minderwertig verschrienen sind - mit dem ernst eines feuilletonschreibers zu rezipieren. das hat so einen sympathischen rebellisch-anarchistischen anstrich :D die tendenzen gehen ja auch dahin, dass leute wie z.b mario bava oder george romero mehr und mehr als "auteurs" wiederentdeckt werden, was ich sehr schön finde...

...

Du bringst es genau auf den Punkt! :jc_goodpost:

Finde diese Sichtweise auch sehr reizvoll und faszinierend. Mit der Einstellung gehe ich z.B. auch immer an Jess Franco ran.

Bezeichnungen wie "Trash" sollten eigentlich gar nicht existieren - Filme sind Filme. Aber zugegeben, manchmal, wenn es einfach zu gut passt, verwende ich solche Begriffe auch.

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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 18:58 
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Stanton hat geschrieben:
Der Score ist wohl das, womit Keoma am meisten aneckt. Vor allem am Gesang stören sich sehr viele, speziell an der weiblichen Stimme. Und auch an den Texten, die auf eine Naive Weise den Film nacherzählen oder auch interpretieren.
Aber auch hier, mir gefällt es, vor allen die Leonard Cohen artigen Passagen. Aber auch das kann man wieder als monströsen Kitsch verbuchen.

der score wird zudem etwas über gebühr ausgespielt (eigentlich besteht er ja aus einem einzigen song - vom banjo-geschruppe mal abgesehen). persönlich liebe ich aber den keoma-song und würde ihn auch nie unter kitsch verbuchen - dafür ist er mir zu düster und schräg. die männerstimme ist ja auch eine ulkige mischung aus leonard cohen und tom waits :mrgreen:

Stanton hat geschrieben:
Peckinpah hat seine Slo Mo Szenen meist ineinandergeschnitten und dadurch die Verlangsamung der Zeitlupe durch den schnellen Schnitt wieder beschleunigt. Das hat seltsamerweise bis Mitte der 90ger kaum ein Regisseur hingekriegt. In Keoma dagegen dauert alles unglaublich lange und wird seiner Wirkung beraubt. Ganz schlimm die blöden Schlägereien die durch die Zeitlupe noch viel schlechter werden.

bei den schlägereien und den kurzen shoot outs hast du wohl recht, da wirkt die zeitlupe teilweise befremdlich aufgesetzt und bremst das geschehen unnötig. aber gerade die lange schiesserei im dorf find ich durchaus grossartig durchkomponiert. da werden zwischen die zeitlupensequenzen auch immer mal wieder echtzeitshots hineingeschnitten - wobei sich die zeitlupeneinstellungen sowieso auf etwa 3-4(?) aufnahmen beschränken und das geschehen und der schnittrhytmus durchwegs rasant bleibt ... eigentlich bis zu dem zeitpunkt, als keomas vater gefangen genommen wird und das tempo wieder gedrosselt wird - von da an gibt's wieder zeitlupe :D man muss auch sehen, dass bei peckinpah bei actionsequenzen pro sekunde wahrscheinlich durschnittlich ein schnitt oder mehr erfolgt; ein solches tempo und rhythmus kriegt auch castellari nie hin...

möchte zugunsten des films noch anfügen, dass die assoziative bildfolge zwischen jetz, vergangenheit (und zt sogar zukunftsvisionen) für das genretypische unterhaltungskino der damaligen zeit doch ziemlich innovativ und aussergewöhnlich waren (gut beim leone gab's das auch ;) )

Stanton hat geschrieben:
Aber alle Castellari Western sind sowieso Meisterwerke der überflüssigen Faustkämpfe, die dann auch noch mit artistischen Einlagen versehen werden. Gerade in Johnny Hamlet völlig fehl am Platz.

:lol: da hast du schon wieder recht....

@chet
;) thx


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 21:21 
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beast with a gun hat geschrieben:
@stanton + reggie: da bin ich gerne der dritte, der das unterschreibt. die zeitlupen-szenen sind ja sowas wie ein markenzeichen für castellari-filme - aber genau hier finde ich übertreibt er es damit maßlos! auch der hier so hoch gelobte soundtrack verursacht bei mir nur ohrenkrebs. und ja ich hab gecheckt das da die story erläutert wird - aber muss da so nervend und laut rübergewimmert werden ?!


Tja, wie immer bleibt alles Geschmackssache. Ich liebe den Soundtrack, ich liebe die Zeitlupenszenen, ich liebe den Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 20.01.2010 22:16 
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Ich liebe diese Diskussion - und den Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: KEOMA - DAS LIED DES TODES - Enzo G. Castellari
BeitragVerfasst: 21.01.2010 16:53 
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hab mir gerade den mannaja-score der gebrüder angelis angehört. der sänger des titelsongs; ist das derselbe wie bei keoma? klingt für mich eher nach leonard cohen kurz vor der alkoholvergiftung und irgendwo weniger tom waits-mässig (auch von der stimmlage) als noch bei keoma :D


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