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 Betreff des Beitrags: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 13.12.2009 19:15 
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Yes, ist immer schön, wenn ein Film genau die Erwartungen erfüllt. Denn hier handelt es sich um einen Trash-Western der besten Sorte.
Im Grunde alles so ähnlich wie bei Fidani, bloß dass hier deutlich mehr Drive drinsteckt und man auf eine unnötig komplizierte Story verzichtet hat.

Denn die Geschichte ist zwar simpel aber durchaus effektiv:
Ein Gangsterbande terrorisiert ein Städtchen, alle Versuche, dagegen vorzugehen sind fehlgeschlagen und so muss ein Kopfgeldjäger ran. Und dieser verrichtet dann nach großzügiger Bezahlung auch sein Werk und geht dabei unter anderem auch mit Armbrust auf Verbrecherjagd.

Wenn das mal nicht Comic-Style pur ist... 8-)

Das alles unterlegt mit einem erstklassigen Score von Vasili Kojucharov, an dem sich sogar einige A-Western ein Beispiel nehmen könnten, und von D'Amato in schön schrägen Bildern eingefangen.

Was die Entstehungsgeschichte angeht, gibts bei dem Film ein paar Widersprüche. In der IMDB werden Oscar Santaniello und Joe D'Amato (uncredited) als Regissseure genannt. Ich hab allerdings mal irgendwo gelesen, dass D'Amato wohl den Großteil gedreht hat, er aber den Film so schlecht fand, dass er als Regisseur nicht gennant werden wollte, um sich seinen Ruf nicht schon am Anfang seiner Karriere zu ruinieren.
Später war ihm das dann scheinbar egal, denn da hat er ja noch ganz andere Gurken gedreht und unter seinem Namen veröffentlicht.

Wie auch immer, ich mag diese billigen Western einfach und das ist ein fast perfektes Beispiel dieser Gattung.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 13.12.2009 19:29 
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Ich bin dem Film bis heute erfolgreich aus dem Weg gegangen. 8-) Zuviele Experten in einem Boot.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 13.12.2009 21:42 
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Der steht schon seit Ewigkeiten ungesehen in meinem Regal. Vielleicht sollte ich endlich mal reinschauen. Was Chet schreibt klingt ja schonmal ganz interessant...


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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 14.12.2009 18:32 
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sick hat geschrieben:
Der steht schon seit Ewigkeiten ungesehen in meinem Regal. Vielleicht sollte ich endlich mal reinschauen. Was Chet schreibt klingt ja schonmal ganz interessant...



Denke aber daran das der Chet einen etwas eigenwilligen geschmack hat! Der kann so manche gurke gut reden :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 17.12.2009 00:08 
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Schöner trashiger SW, da kommt Freude auf! :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 03.05.2011 12:09 
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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 03.05.2011 18:58 
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Achja und der Film ist ne gurke! Aber hoch drei!

Hah zu lustig wenn Jeff Cameron, glaub ne Armbrust hat er da :!: Mit feuerpfeilen die leute abschiesst, diese lassen sich auch Extra von ihm abknallen :!: Die warten immer bis er seine Armbrust geladen hat, dann treten sie hervor :lol:
Und erst das Anführer Brüderpaar, der eine rot der andere Grün angezogen. Mit klamotten aus so nem alten Vorhangstoff, wie man ihn früher hatte mit so weissen Stoffkugeln drann! Jawohl so schaut ne echte Mexicanerkluft aus! :lol:

Trash pur dieser Film! Typischer D`Amato! 8-) Sein zweites werk, nach "Pokerface auf Krummen touren", der erst nach diesem Vö wurde weil er so gut war! :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 03.05.2011 19:20 
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reggie hat geschrieben:
Und erst das Anführer Brüderpaar, der eine rot der andere Grün angezogen. Mit klamotten aus so nem alten Vorhangstoff, wie man ihn früher hatte mit so weissen Stoffkugeln drann! Jawohl so schaut ne echte Mexicanerkluft aus! :lol:

:



:D

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 23.01.2012 19:22 
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Nie gesehen den Film.
Ich habe aber seit langer Zeit die ital. DVD rumliegen, hier mal ein paar Screenshots.
Wobei ich mir den Film wohl nie anschauen werde.
Sieht mir doch zu strange aus. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 24.01.2012 12:23 
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El Puro hat geschrieben:

Sieht mir doch zu strange aus. ;)



Ist doch super :lol:
Jeff Cameron rult :geek:


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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 24.01.2012 13:31 
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und die beiden "Paradiesvögel" (Reggie) aus Black Killer sind auch wieder dabei. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 24.01.2012 19:12 
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Den hab ich auch schon ewig und es bis heute nicht fertig gebracht,mir den anzuschauen :lol:
Die Fassung von Puro mit dem Ton der dt. VHS ... dann könnte man es mal wagen ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 03.02.2012 22:27 
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Kopfgeld für einen Killer (Un bounty killer a Trinità; ITA 1972)
R: Oscar Santaniello, Aristide Massaccesi

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Die Bande rund um den mysteriösen Pizarro terrorisiert das kleine Städtchen Trinidad. Pizarro und seine Leute setzen die Kleinbauern der Gegend unter Druck um sich deren Grundstücke unter den Nagel reißen zu können. Dabei erleiden nicht wenige eine heftige Bleivergiftung. Alle Anstrengungen der Stadtoberen sind zum Scheitern verurteilt da sich eine falsche Schlange unter ihnen befindet und Pizarro über alle getroffenen Aktionen Bescheid weiß. Durch den Kopfgeldjäger Alan Boyd keimt aber endlich neue Hoffnung unter den Bürgern auf, denn für einen großen Batzen Geld will er sich der Sache annehmen und die skrupellosen Banditen ins Jenseits befördern.

"Diese Leute sind skrupellos. Sie gehen nie allein, immer in Rudeln wie die Wölfe und sie vernichten jeden der sich ihnen in den Weg stellt." (Totengräber Willi)

Bei Un bounty killer a Trinità handelt es sich wohl um eine der ersten Regiearbeiten von Aristide Massaccesi alias Joe d’Amato auch wenn er, glaub ich zumindest gelesen zu haben, dies vehement bestreitet. Wahrscheinlich ist, dass Santaniello und Massaccesi den Streifen gemeinsam verbrochen haben. Massaccesi war zudem am Drehbuch beteiligt und schwingte die ziemlich wackelige aber uninspirierte Kamera. Da hat man von ihm schon wesentlich bessere Arbeiten gesehen. Santaniello war so etwas wie der Stammproduzent von Massaccesi und produzierte so unter anderem die beiden Horrorstreifen Anthropopagus und Buio Omega. Daneben war er an der Produktion von diversen Werken so großer Meister wie Demofilo Fidani (Era Sam Wallash... lo chiamavano 'Così Sia') und Bruno Mattei (Le notti erotiche dei morti viventi) beteiligt.

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Bei der Geschichte hat man sich erstmals nicht allzu viel Mühe gegeben. Ein paar ekelhafte und fiese Typen terrorisieren eine kleine Stadt und wollen den armen Kleinbauern ihre Grundstücke, die sie sich mit sehr viel Schweiß erarbeitet haben, abluchsen. Eine Story eben wie es sie häufig gibt im Genre und die bestimmt niemanden vom Hocker reißen wird. Zudem ist der Ausgang der Geschichte mehr als vorhersehbar. Den geldgierigen Kopfgeldjäger Alan Boyd spielt Fidani-Regular Jeff Cameron, der in manchen Momenten an Mienenkünstler Steven Seagal erinnert, so motiviert wie Boyd hier teilweise zur Sache geht als ob er ein Zombie wäre. Boyds Objekt der Begierde ist der gewalttätige Pizarro, dargestellt von Antonio Cantafora, der der schnauzbärtige Chef der intellektuell ziemlich begrenzten aber dafür umso brutaleren Bande ist. Cantafora ist kurze Zeit später als Terence Hill-Verschnitt Michael Coby bekannt geworden auch wenn diese Spencer/Hill Nachahmungen von Ferdinando Baldi ziemlicher Mist sind, zumindest meiner Meinung nach. Er war aber immerhin auch in Mario Bavas Gli orrori del castello di Norimberga und in Federico Fellinis Intervista mit von der Partie. Eine tolle Rolle hat Silvio Klein als Sheriff, der sich vor Pizarro und seinen Leuten mächtig in die Hosen scheißt. Bei einem Angriff auf die Stadt versteckt er sich beispielsweise in seinem Büro während sein aufopfernd kämpfender Hilfssheriff fast in die Luft gesprengt wird und dabei ins Gras beißen muss (Pizarro: "Wo bist du Sheriff? Hab keine Angst, wir bringen nur Männer um"). Auf der Seite der Guten ist auch noch Attilio Dottesio zu finden, der einen mutigen Anwalt spielt und die grandiose Idee hat Boyd zu engagieren um die bösen Buben aus der Stadt zu jagen. Allerdings hat er auch einen jungen Burschen namens Jeffrey auf dem Gewissen den er losschickt um Boyd zu holen und der logischerweise niemals dort ankommt. Beschlossen wird das in einer Stadtratssitzung in dem ihm und den anderen Anwesenden eigentlich bewusst sein müsste das sich der Verräter höchstwahrscheinlich unter ihnen befindet. Naja, wie das bei Politikern eben so üblich ist, zuerst handeln und dann vielleicht mal nachdenken aber meisten lassen sie das dann auch gleich bleiben, lohnt sich ja eh nicht mehr.

Mann: "Wie heißen Sie?"
Boyd: "Alan Boyd."
M: "Und was ist ihr Beruf?"
B: "Ich helfe der Justiz, gegen Bezahlung versteht sich."

Boyd ist ein skrupelloser Killer, der wohl nicht mehr moralisches Empfinden vorzuweisen hat als Pizarro und seine Schakale ("Ich mache das nicht aus Menschlichkeit. Für mich ist das ein Beruf wie jeder andere, ich werde dafür bezahlt"). Seine Spezialwaffe ist eine mittelalterliche Armbrust mit der er den Großteil der Schurken aus dem Weg räumt (Anwalt: "Was ist denn das?" – Boyd: "Das ist eine alte Armbrust aber tödlicher als eine Winchester"). Fiesling Pizarro ist ein ziemliches Scheusal, dem die halbe Stadt gehört und dem das alles andere als genug ist. Er will nämlich alles haben auch ein junges hübsches Mädchen dessen Vater er entführt hat und die zusätzlich noch ein goldiges Extra zu bieten hat (Mädchen: "Du bekommst weder mich noch das Gold." – Pizarro: "Ich bekomme alles was ich will"). Seine Oberuntergebenen sind zwei tuntig gekleidete Mexikaner, handelt sich wohl um (warme?) Brüder, die man ebenso wie Cantafora schon aus Carlo Croccolos Black Killer kennt. Die haben die beiden Filme wahrscheinlich gleichzeitig gedreht wobei Massaccesi wohl einige Szenen gleich komplett übernommen hat. Da hat man zumindest die Kosten für neue Klamotten gespart. Amerigo Castrighella gehört auch noch zu Pizarros Männern und trägt dabei eine wirklich tolle schwarze Kluft. Recht witzig ist noch der Totengräber Willi, dargestellt von einem gewissen Ari Hanow, der seine Mittagsschläfchen am liebsten in seinen selbst gebauten Särgen hält und der als einziger über die Schießwütigkeit der Gauner geradezu begeistert zu sein scheint da er dadurch verflucht gute Geschäfte macht (Boyd: "Ich frag mich immer wieder woher ein Mann mit deinem Beruf so viel Humor nimmt." – Willi: "Wer weiß, vielleicht weil seit einiger Zeit meine Geschäfte so gut laufen und ich gehört habe das sie vielleicht noch besser werden, in absehbarer Zeit"). Carla Mancini gibt noch eine abgehalfterte Saloonlady, die mit Boyd eine Partie Karten spielt und ihm dabei die Ohren volljammert wie furchtbar dieses scheiß Kaff doch ist.

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Inszenatorisch ist das Ganze natürlich mehr als unterdurchschnittlich und billig obwohl Massaccesi immer wieder mal durchblicken lässt was er so drauf hat an der Kamera. Ein paar nette Einstellungen sind dabei durchaus herausgekommen auch wenn sich das bedauerlicherweise in Grenzen hält. Die Story ist natürlich doof und hat mehr Löcher wie Schweizer Käse und manchmal wähnt man sich gar in einer anderen Dimension. Vor allem Boyd scheint ein außernatürliches Wesen zu sein für das das Raum-Zeit-Kontinuum keine Rolle zu spielen scheint und das in einem Moment hinter einem und sich im nächsten Moment plötzlich vor einem befinden kann. Außerdem scheint er die unglaubliche Fähigkeit zu besitzen jemanden von vorne in den Rücke schießen zu können, einfach fantastisch. Bei Pizarro sieht das nicht viel anders aus. Der kann sich überall bewegen ohne aufzufallen. Obwohl ein Blinder erkennen würde dass Pizarro der Verräter ist scheint das von den anderen Stadtgrößen niemanden aufzufallen. Außerdem ist er wohl ein ziemlich sparsamer Typ, der sogar die Rezeption in seinem Hotel selber übernimmt aber vielleicht hat er seinen Angestellten ja bereits um die Ecke gebracht. Ich wette der der gute Pizarro verträgt keine Widerworte. Eine recht witzige Szene ist noch jene als ein paar von den Gaunern den angeforderten Distriktsheriff ermorden. Dabei lachen die sich über ihn kaputt, schießen ihm in den Rücken und klauen zu allem Überfluss noch seine schöne Uhr ("Ahh, sie tut‘s nicht mehr.""Genau wie ihr Besitzer, ha, ha." "Aber den kann man nicht mehr aufziehen, ha, ha, ha").

Zu erwähnen sind noch die recht tollen Klamotten, vor allem jene von Cameron und Castrighella sind wirklich klasse. Die Frisuren sind auch allesamt wunderbar typische 70’er Jahre Matten mit teilweise fetten Koteletten. Als Draufgabe kann man Cameron mal mit Ganzkörperunterwäsche bewundern. Cameron hat auch so noch ein paar unfreiwillig komische Auftritte. Bevor er in seiner sexy Unterwäsche ein paar Gaunern das Licht ausknipst kratzt er sich nochmal kräftig am Arsch. Ein anderes Mal pustet er, auf der Kanzel einer Kirche stehend, ein paar Banditen weg. Nach getaner Arbeit sagt er brav Amen und stolpert danach fast von der Kanzel. Diese Szenen sind wirklich zum Brüllen komisch, man muss dabei aber genau hinsehen. Die absichtlich eingebauten ironischen Ansätze gehen aber leider ins Leere was aber aufgrund der genannten unfreiwilligen Komik nicht weiter tragisch ist.

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Gedreht wird ein so billiges Filmchen natürlich wo? In Mitchells Cave-Studios, zumindest geh ich davon aus. Die Musik von Vasili Kojucharov ist das mit Abstand beste am ganzen Film und hat neben einer flotten und melancholisch angehauchten Titelmelodie noch ein paar Titel aus anderen seiner Filmarbeiten eingebaut. Ich glaube Teile, oder Variationen, davon schon mal in W Django (Ein Fressen für Django) und Una lunga fila di croci (Django und Sartana – die tödlichen Zwei) gehört zu haben. Letztendlich dürfte es sich um ein Sammelsurium seiner Arbeiten handeln. Absolut unterirdisch und unglaublich dilettantisch ist aber die deutsche Synchronisation, also schlechter geht’s kaum noch aber leider nicht auf die amüsante Art und Weise. Manche der Leute, besonders die Gauner, klingen teilweise wie grenzdebile Gestalten aus der Welt der Untoten. Vielleicht hat man ja das Synchronstudio in einer Irrenanstalt eingerichtet und die Insassen gleich als Sprecher verpflichtet, die kosten schließlich nichts. Manche unwichtige Szenen hat man überhaupt erst gar nicht synchronisiert und einfach auf Italienisch gelassen, ist aber auch nicht weiter schlimm. Auf alle Fälle hab ich bisher selten etwas Schlechteres gehört. Dem Film war auch leider keine deutsche Kinoaufführung vergönnt und somit feierte er seine Deutschlandpremiere erst auf Video was wohl der Grund für die miese Synchro ist.

Oscar Santaniellos und Aristide Massaccesis Un bounty killer a Trinità ist ein äußerst billiger aber durchweg unterhaltsamer kleiner Genrebeitrag. Wer weiß auf was er sich hier einlässt und einiges für witzigen Trash übrig hat kann sich mit diesem Filmchen recht gut unterhalten, alle Qualitätsfanatiker hingegen werden sich aber mit Graus abwenden. Ich für meinen Teil hab mich keine Sekunde gelangweilt und wurde über kurze 80 Minuten gut unterhalten. An einer Stelle des Films sagt Boyd, nachdem ihm zwei ermordete kein Kopfgeld einbringen, "Schade um die Zeit". Das gilt für manche vielleicht auch für Un bounty killer a Trinità aber man kann seine Zeit mit Sicherheit auch schlechter verbringen als mit diesem recht witzigen Trashfilmchen.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 20.02.2012 15:53 
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He, He, das ist mal ein schönes Trash Schmankerl ! 8-) Hab ihn mir letztens zusammen mit nem anderen Western angesehen.
Lässt man einige Logiklöcher vorweg und übersieht man einige überdämliche Ganoven die sich freiwillig aus ihrer Deckung begeben, direkt in die Schusslinie vom Cameron, kann man hier wunderbar unterhalten werden - auf trashige Art :lol: Im Verglich zu anderen solchen Filmen hat dieser hier, wie Chet oder nerofranco schon beschrieben haben ein paar nette kleine Spielereien. Die Idee mit der Armbrust fand ich gar nicht schlecht, kommt wohl auch in keinem anderen Western vor. Und wenn ich so zurück denke, der Cameron nutzt hier fast nur ältere, oder älter aussehende Waffen.
Dann noch die beiden Mexikaner im Rot-Grünen Partnerlook... 8-)
Über die Schauspielkunst von Jeff Cameron braucht man nicht viel sagen, aber ich seh den Typen ganz gern. Ganz sympathisches Kerlchen, und hier hat er ne schöne Rolle. Und auch den Cantafora mag ich sehr.
Aber die deutsche Synchro, die ist schlimm. Sehr schlimm. Einzih die Stimme vom Cameron ist OK. Der Rest ist mehr als grottig...
Mit ein wenig mehr Geld und nem Flug nach Spanien könnte der noch ne Ecke besser sein. Aber auch so ein ganz netter Trahs Film. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 18.08.2013 12:26 
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Hab ich inzwischen auch hinter mich gebracht.
Der Kopfgeldjäger mit der Armbrust löscht die Bande des Roten,Grünen und dieses Bayern Spielers ... achja Pizarro,aus.Müßten dann die Trinita aus dem Originaltitel gewesen sein ... Mann,das war wieder so ein Meilenstein des IW
Immerhin,die 80 Min. der dt. Silwa VÖ zogen sich nicht ganz so dahin,wie ich es befürchtet hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 18.08.2013 12:41 
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Klingt nach nem Film, der mir gefallen könnte. So ein Trasher zwischendurch ist immer wieder fein :D
Da muss ich mal Ausschau nach ihm halten.

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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 18.08.2013 14:15 
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Dann könnte der wirklich was für dich sein,gibt schlechtere aus dem Bereich ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 23.06.2016 15:18 
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BeitragVerfasst: 23.06.2016 18:54 
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 Betreff des Beitrags: Re: KOPFGELD FÜR EINEN KILLER - Joe D'Amato - 1972
BeitragVerfasst: 23.06.2016 19:17 
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Zur neuen DVD: Es handelt sich wie erwartet um das gute italienische Bildmaster, scheint mir aber einen Tick mehr gefiltert als dort. Der deutsche Ton gewinnt keinen Oscar, geht aber OK. Den Film kann man so auf jeden Fall geniessen, wenn man diesen Film geniessen kann ... ;)

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