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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 12:44 
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Vado... l'ammazzo e torno

Edd Byrnes
George Hilton
Gilbert Roland
Stefania Careddu
José Torres
Ivano Staccioli
Ignazio Spalla
Adriana Giuffrè
Riccardo Pizzuti
Marco Mariani
Valentino Macchi
Rodolfo Valadier
Guglielmo Spoletini

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Der Bandit Monetero überfällt mit seiner Bande einen Goldtransport, aber eine paar seiner Bandenmitglieder machen sich mit dem geraubten Gold aus dem Staub. Als Monetero sie stellt, haben sie das Gold bereits an einem geheimen Ort versteckt. Der einzige Hinweis auf das Versteck ist ein Medaillon. Monetero wird allerdings geschnappt, kann aber mit der Hilfe von einem Fremden entkommen. Gemeinsam machen sie sich nun auf die Suche nach dem Gold. Ihnen dicht auf der Spur ist Clayton, ein Bankier, der es ebenfalls auf das Gold abgesehen hat... (Quelle: ofdb)


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 12:45 
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Gut, ich gebe es gleich vorweg zu: Dieser Film war zusammen mit HANDVOLL DOLLAR der erste Italowestern, den ich bewusst gesehen habe und hat einen großen Anteil daran, dass ich heute überhaupt auf Foren wie diesem unterwegs bin. Ich wollte mehr Italowestern sehen, ich wollte mehr Filme mit Hilton sehen. Mein Schicksal war besiegelt.

Er sollte auch grob definieren, worauf ich bei Western bis heute besonderen Wert lege - lockere Darsteller in coolen Rollen, hitzige Darsteller in Schurkenrollen, spanische Weiten, hervorragende Musikbegleitung, verspielte Kameraarbeit, Sonne, Hitze, Schweiß...

Enzo hat hier einen Western mit leichterem Grundton geschaffen, ohne aber in Klamauk zu verfallen. Die Story - hauptächlich bestehend aus einer Abfolge von Szenen, in denen die drei Protagonisten ständig neue Allianzen bilden und sich gegenseitig übers Ohr hauen - wird flott erzählt und mit einer gehörigen Prise (Selbst-)Ironie serviert. Irgendwelchen moralischen Zwängen fühlt sich keiner der Beteiligten unterworfen. Es wird betrogen, weil es einfach am meisten Spaß macht und weil ehrliche Arbeit sich sowieso nicht richtig auszahlt.

A propos Spaß - es scheint, als hätten alle Beteilgten während des Drehs eine Menge davon gehabt. Entsprechend gut funktioniert die verspielte Lockerheit über weite Strecken, trotz des sicherlich nicht üppigen Budgets und der dadurch begrenzten Drehzeit.

Man könnte sagen, dass Castellari bemüht war Leones Western-Stil mit der Grundstimmung klassischer Abenteuerunterhaltung wie etwa DER ROTE KORSAR zu verbinden - selbstverständlich auf einem den äußeren Bedingungen organisatorischer wie finanzieller Art geschuldeten Niveau. Herausgekommen ist eine Art GBU light - sicher kein Meilenstein der Filmgeschichte aber jedenfalls für mich einer der unterhaltsamsten Ritte überhaupt im europäischen Western.

Sehr bedauerlich, dass es weltweit keine würdige DVD gibt. Da die deutsche Synchro auch sehr gelungen ist, wäre ein neuer, stark verbesserter Release hierzulande besonders zu begrüßen.

Erklärt mich für übergeschnappt, aber mit fettem Nostalgiebonus vergebe ich satte 9/10 Punkten.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 12:47 
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Kann mich nur anschließen. Finde "Leg ihm um,Django" auch äußerst unterhaltsam.

Hoffentlich kommt da dvd mäßig noch was brauchbares!

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 13:49 
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Guter Film. Ist nach Keoma Catellaris bester Western, finde ich.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 15:54 
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Ich finde schon das der Film Klamauk enthält. Zu viele öde Kloppereien. Die 1. Szene ist mit Abstand die beste. Der Rest ist unterhaltsam (bis auf die Kloppereien die ich immer vorspule).

Castellari ist für mich ein weiterer Regisseur der mit Western eher Probleme hatte. Solide 5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 17:58 
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Stanton hat geschrieben:
Castellari ist für mich ein weiterer Regisseur der mit Western eher Probleme hatte. Solide 5/10

Ich denke eher mit Westernkomödien. "Zwiebel-Jack", "Tedeum" und "Die Drei, die den Westen erschütterten" sind ein wahrer Griff ins Klo. Seine ernsten Western gefallen mir aber ausnahmslos gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 20:24 
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Ich finde das er auch sonst kein guter Western Regisseur war. Sein bester ist Keoma, aber die besten Szenen in Keoma sind nicht die richtigen Western Szenen (die sind teilweise nicht so gut) sondern das "apokalyptische" Drumherum. Johnny Hamlet ist auch noch ganz gut.

Ich mage seine Actionszenen nicht (Töte alle ... ist da ziemlich lahm und enttäuschend), und er hat in kaum einem seiner IW auf diese dämlichen Prügelszenen verzichtet. In Keoma ist das ganz schlecht mit diesen endlos Zeitlupen.

Ha ha dafür fand ich dann Zwiebel Jack und Tedeum längst nicht so schlecht wie erwartet.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 23:11 
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Die DVD von UAP ist wirklich nicht der Überhammer. Besonders ärgerlich - das falsche Bildformat.

Screenshots:
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"Any Gun Can Play" ist, laut Meinung eines Kumpels, übrigens einer der quarkigsten Westerntitel überhaupt.

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Zuletzt geändert von chakunah_2072 am 20.12.2009 23:20, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.12.2009 23:18 
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Gibt schlechtere.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 22.12.2009 11:36 
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Die drei Hauptdarsteller die sich um das Gold bemühen sind sehr gut besetzt und haben mir äußerst gut gefallen! Das ist schonmal die halbe Miete! Aber auch der rest war sehr stimmig!
7/10 kann man hier schon geben!

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.04.2010 13:51 
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Kann eigentlich jemand was zur UK DVD sagen? Wie siehts da aus mit Format/Fassung? Wie ist die US-DVD im Vergleich?

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Zuletzt geändert von chakunah_2072 am 20.04.2010 21:47, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 20.04.2010 18:20 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
Kann eigentlich jemand was zu UK DVD sagen?

Schrott.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 05.05.2010 16:16 
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Stanton hat geschrieben:
Ich finde schon das der Film Klamauk enthält. Zu viele öde Kloppereien. Die 1. Szene ist mit Abstand die beste. Der Rest ist unterhaltsam (bis auf die Kloppereien die ich immer vorspule).

Castellari ist für mich ein weiterer Regisseur der mit Western eher Probleme hatte. Solide 5/10


Kann mich da nur anschließen. Er hat definitiv zu viel Klamauk.
Als ich den zum ersten mal sah, war ich extrem enttäuscht.
Ich habe ihn in den letzten 5 Jahren bestimmt noch 3 oder 4 Mal gesehen, aber ich fand nicht dass er besser wurde.
Dabei sind die ersten 5 Minuten grandios. Da hoffte ich auf einen schönen SW-Abend.
Doch dann verliert er sich in Schlägereien und stumpfen Gesprächen.
Und wer hat Edd Byrnes mit einer der Hauptrollen versehen ?


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 05.05.2010 17:39 
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Finde die Idee mit den drei Killern am Anfang wirklich gut (ist auch gut gefilmt worden), auch wenn man Django und Joe nur noch so an den Klamotten erkennt. Ansonsten ist der eher durchschnittlich. Aus meiner sicht typisch Castellari, besser als die ganzen 0815er, aber weit weg von einem wirklich guten Regisseur.

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 05.05.2010 21:13 
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Vado l'ammazzo e torno ist aus heutiger Sicht ein Vorläufer der Halleluja Filme, und eigentlich auch der Sartana Filme. Der Film hat Potential, nutzt es aber nur teilweise. Amüsant.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 06.05.2010 11:17 
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Stanton hat geschrieben:
Vado l'ammazzo e torno ist aus heutiger Sicht ein Vorläufer der Halleluja Filme, und eigentlich auch der Sartana Filme. Der Film hat Potential, nutzt es aber nur teilweise. Amüsant.


Da ist natürlich was dran.
Und bei Hilton werden natürlich auch immer Assoziation zu seinen lustigeren Rollen hergestellt.
Wobei der Stoff der Geschichte, meiner Meinung nach, diese lustigeren Szenen nicht zulässt.
Ich muss auch zugeben, dass ich mich eher zu den jenigen zähle, die mit komödiantischen Einlagen in IW nichts anfangen können.
Wobei die Halleluja Filme und auch der Holy Ghost Film doch wiederum Weiterentwicklungen der Sartana Filme sind. Denn hier wurden doch die schon in den Sartana Filmen ausgefallenen Ideen, noch einmal um ein oder zwei Level gesteigert.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 18.11.2011 12:29 
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Nach einem Überfall auf einen Goldtransport versteckt der Bandit Pajondo die gesamte Beute an einem sicheren und geheimen Ort. Bedauerlicherweise kommt Pajondo bei seinem Versuch über die Grenze nach Mexiko zu kommen zu Tode. Nur ein Amulett verrät wo sich das Gold befindet. Nun beginnt eine erbarmungslose Jagd nach dem Gold, in die ein ganzer Haufen zwielichtiger Gestalten verwickelt ist.

Django: "Jetzt fehlt mir nur noch einer auf der Liste um die Summe abzurunden: Monetero!"
Totengräber: "Monetero? Ha, Ha, Ha, Ha, der schießt erst und sagt dann Guten Tag. Wie willst du das machen?"
Django: "Ich gehe hin, leg ihn um und komm zurück. Ha, Ha, Ha."

Enzo G. Castellari ist ja einer der bekanntesten Regisseure, die das italienische Genrekino hervorgebracht hat. Seine Qualitäten sind ja nicht ganz unumstritten, es gibt viele die seine Filme lieben aber auch nicht wenige die ihn für überschätzt halten. Was seine Polizeifilme angeht kann ich das nicht beurteilen da ich noch keinen gesehen hab. Seine Western sind aber allesamt recht solide ausgenommen der postapokalyptische Keoma, den man zweifellos zu den späten Klassikern des Genres zählen kann. Begonnen hat Enzo seine Karriere als Regieassistent bei Filmen seines Vaters Marino Girolami. Auch in León Klimovskys Pochi dollari per Django (Django kennt kein Erbarmen) war er zunächst lediglich als Assistent vorgesehen hat den Film aber laut eigener Aussage alleine inszeniert. Der erste Film für den er auch offiziell allein verantwortlich war ist der 1967 gedrehte, recht flotte Sette winchester per un massacro (Die Satansbrut des Colonel Blake) mit Guy Madison und Edd Byrnes in den Hauptrollen. Danach folgte bereits der vergnügliche Vado… l’ammazzo e torno (Leg' ihn um, Django).

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Die Eröffnungssequenz ist sogleich die beste im ganzen Film. Drei finstere Gestalten, die gekleidet sind wie Django, Sartana und der Mann ohne Namen, reiten in eine Stadt ein. Dort versteckt sich die Bevölkerung vor lauter Angst in ihren Häusern und die Menschen riskieren nur mal einen kleinen ängstlichen Blick nach draußen. Diese Situation bereitet vor allem Blackie José Huerta großes Vergnügen. Ihr Ritt durch die Stadt wird aber jäh beendet als ein Totengräber mit seinem mit drei Särgen bestückten Leichenwagen ihnen den Weg versperrt. In den drei Särgen befinden sich drei Steckbriefe mit drei Namen darauf. Damit hat ihr letztes Stündlein geschlagen:

José Huerta: "Wen hat’s erwischt? Und wer hat sie erwischt? Mach dein Maul auf! Wird’s bald, die Namen Alter!"
Django: "Die Namen kann ich euch sagen: Paco Diaz, José Huerta, Jesus Sanchez."
José Huerta: "Das soll wohl ein Witz sein, das sind doch unsere Namen."
Django: "Sehr richtig!" (bang bang bang)

Der Mann, der den drei Killern die Lichter ausbläst ist kein Geringerer als Django. Im Original ist von einem Django allerdings weit und breit keine Spur, dort ist der Titelheld ein namenloser Kopfgeldjäger. Ganz oben auf seiner Liste steht der mexikanische Bandit Monetero, dessen Kopf einen ganzen Batzen Geld wert ist. Als Monetero allerdings einen Goldtransport überfällt und dabei eine Beute von 300.000 Dollar in Gold macht lässt Django die Gelegenheit verstreichen in kalt zu machen und heftet sich lieber an dessen Fersen. Schließlich könnte dabei noch mehr herausspringen als das lächerliche Kopfgeld. Auch der Banker Clayton klebt an Monetero wie Hundescheiße, denn er will das Gold für seine Bank wieder zurückholen oder es sogar selber einstreichen, man weiß es nicht genau. Auch der Captain, der mit seinen Soldaten den Transport schützen sollte und der Chef einer Versicherung namens Lawrence Blackman machen sich auf die Suche nach Monetero und dem Gold. Wer nun mit wem gemeinsame Sache macht und wer nur auf eigene Rechnung arbeitet bleibt bis zum Schluss ein Rätsel.

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Diese Tatsache, dass es bis zum Schluss im Dunklen bleibt wer hier welches Spiel spielt, macht den Film spannend und hält einen bis zum Ende bei Laune. Kopfgeldjäger Django, dargestellt von Genrestar George Hilton, hofft das das Kopfgeld für Monetero wächst und wächst um möglichst viele Moneten einsacken zu können. Der Mexikaner Gilbert Roland spielt den Banditenchef Monetero, der von seinem eigenen Untergebenen Pajondo reingelegt wird und sich so auf die Suche nach dem hart erbeutet Gold machen muss. Den Banker Clayton mimt der Amerikaner Edd "Cookie" Byrnes, der in der Rolle des smarten Nordstaatlers, der es faustdick hinter den Ohren hat eine sehr gute Figur macht. Ich find den Kerl klasse, weiß nicht warum ihn so viele hier nicht leiden können. Überhaupt wirken die drei Hauptdarsteller äußert vergnügt und scheinen ziemlichen Spaß bei den Dreharbeiten gehabt zu haben.

Aber auch die restliche Besetzung ist erstklassig. Den schmierigen und desillusionierten Captain spielt Ivano Staccioli, der hervorragend für solche fiese Rollen geeignet ist ("Bei einer Bank müsste man sein, nicht Soldat. Wissen sie, das ist ein stumpfsinniges Leben. Es hat seit Monaten keinen Toten mehr gegeben"). Der elegante Versicherer Blackman wird gespielt vom wunderbaren Gérard Herter. Anstatt selber zu agieren beobachtet Blackman lieber die Anderen um so an das von ihm versicherte Gold zu kommen. Dabei handelt es sich sicher nicht um die schlechteste Strategie, da sich die anderen Beteiligten selber den Gar aus machen. Pajondo, der es fertig gebracht hat Monetere aufs Kreuz zu legen, wird dargestellt von Ignazio Spalla, dessen Figur ein kleiner fieser, hinterlistiger aber auch ziemlich feiger Dreckskerl ist ("Deine Rechnung hatte einen Fehler. Ich teile nicht"). In kleineren Rollen zu Sehen sind noch Riccardo Pizzuti als Moneteros rechte Hand Paco und José Torres, der aber gleich in der Eröffnungssequenz den Löffel abgeben muss. Für die weiblichen Reize zuständig ist die heiße rothaarige Stefania Careddu, die ebenfalls mit gezinkten Karten spielt.

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Regisseur und Drehbuchautor Enzo G. Castellari ist mit Vado… l’ammazzo e torno ein netter und äußerst unterhaltsamer Westernspaß gelungen der mit einigen humoristischen Elementen aufwarten kann. Gott sei Dank bleibt der Humor zurückhaltend und triftet nicht in Klamauk ab. Richtige Komödien sind ja nicht gerade die Stärke von Castellari, wenn man da nur an den unsäglichen Tedeum denkt, ach du meine Güte. Am Drehbuch waren neben Castellari auch noch zwei weitere illustre Herren beteiligt und zwar Tito Carpi und Romolo Guerrieri, der beispielsweise bei dem starken Johnny Yuma Regie führte. Es gibt zwar durchaus ein paar Löcher im Drehbuch, aber was solls, wo gibt’s die nicht. Castellaris Inszenierung ist sehr solide ausgefallen und es gelingen ihm einige sehr schöne Szenen. Die beste Szene im Film ist allerdings die bereits erwähnte Anfangssequenz.

Was bei einem echten Castellari-Film natürlich nicht fehlen darf sind eine Vielzahl von Schlägereien, die sich in diesen Streifen allerdings wesentlich besser einfügen als beispielsweise in Johnny Hamlet (Django – die Totengräber warten schon). In jenem Film zerstören die schlecht gemachten und unfreiwillig komischen Prügeleien doch ein wenig die sonst so beeindruckende und düstere Atmosphäre. Auch bei Vado… l’ammazzo e torno sind die Schlägereien alles andere als einwandfrei, manchmal fallen die Leute schon um bevor sie überhaupt getroffen wurden. Man sollte also nicht immer allzu genau hinsehen. Francesco De Masis Musik kann auch überzeugen und hat ein schönes Titellied namens Stranger zu bieten. Teile des Soundtracks stammen aus dem im selben Jahr gedrehten Sette winchester per un massacro.

Bei Vado… l’ammazzo e torno handelt es sich um einen der besten Western von Regisseur Enzo G. Castellari. Für mich ist es nach Keoma und Johnny Hamlet sein drittbester Genrebeitrag. Der Film punktet mit einer ausgezeichneten Besetzung, einer ordentlichen und recht wendungsreichen Geschichte und einer soliden, mit humoristischen Einlagen versehene Inszenierung. Castellari liefert hier auf alle Fälle kurzweilige Unterhaltung bei der sich wohl kaum jemand langweilen dürfte.


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 18.11.2011 15:32 
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War eigentlich einer der allerersten IW die ich sah,mit Sicherheit der erste 'Django'
In den frühen 80ern liehen wir uns den in einer Videothek aus,weil der Django mit Franco Nero schon unterwegs war :lol:
War gut,ist gut und wird sich auch nichts dran ändern ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 26.05.2015 12:46 
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So,...LEG IHN UM DJANGO habe ich nun auch nochmal gesehen.
Die ersten ca. 50 min gefielen mir soweit gut, denn da waren/sind zumindest gute Sequenzen und Dialoge enthalten, die nicht langweilig waren. Leider verliert sich der Western danach in einigen eher klamaukartigen Prügelszenerien und irgendwelchen dümmlichen spaßigen Sprüchen, was irgendwie nicht so recht zu der vorigen Hälfte des Films passen wollte. Die Kloppereien in denen die Figur CLAYTON in der Stadt massgeblich beteiligt ist und der dort fast schon zirkusartig durch die Luft springt usw.,...war mir zu übertrieben. Desweiteren diese Prügelei in der Badeanstalt. Die hatte fast schon etwas sowas wie Bud Spencer & Terence Hill-mäßiges ansich,...jedenfalls wirkte das auf mich so. Nur das es bei Spencer und Hill in ihren Western besser funktionierte, als hier bei Castellari. Hier passte dies einfach nicht und wirkte eher aufgesetzt und handlungsmäßig in die Länge gezogen. Sollte wohl eine Art Lückenfüller sein.

Der Bankmann Clayton gefiel mir auch nicht so. Hier wäre es mir dramaturgisch lieber gewesen, wenn man den dicken Mexikaner nicht so frühzeitig ins Jenseits befördert hätte und diesen als Nebenbuhler weiterhin auf der Jagd nach dem Gold beteiligt hätte. Gut, der kannte zwar das Versteck, da er das Gold selbst dorthin schaffte, aber ich denke, das es trotzdem schon etwas spannender gewesen wäre. So verliert sich der Film irgendwie doch in einer eher 08/15-Geschichte, wo im Grunde jeder jeden versucht reinzulegen, um an das Gold zukommen. G. Hilton machte soweit keine schlechte Figur, wirkte aber teilweise auf mich zu obercool. G. Roland machte seine Sache, als Banditenchef gut.

Francesco De Masi hat hier auch eine gute Musik beigesteuert. Anscheinend hat er diese aber auch für den späteren Western TÖTE ALLE UND KEHR ALLEIN ZURÜCK teilweise auch wieder verwendet.

Unterm Strich bleibt ein eher durchschnittlicher Western von Castellari übrig, der mir nur zur Hälfte gut gefiel. Hier hätte vielleicht mehr drin sein können. Wenn der Film so weiter gegangen wäre, wie die erste Hälfte, dann wäre er bedeutend besser.

Höchstens nur 5/10 Italowestern

Ps. beste Sprüche:

DJANGO: "Jetzt fehlt mir nur noch einer auf der Liste um die Summe abzurunden: Monetero!"

Der TOTENGRÄBER: "Monetero? Ha, ha,.....der schießt erst und sagt dann Guten Tag!" :D

oder später auf dem fahrenden Zug,...ein Soldat zum anderen:

"Na,...heute noch nicht zum Schuß gekommen?"

Der andere tätschelt sein Maschinengewehr und meint:

"Nein,...denn heute ist Ruhetag!" :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 10.06.2016 21:48 
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Dieser aus meiner Sicht sehr gute IW soll unlängst von dem Label STARMOVIE auf DVD wiederveröffentlicht worden sein.
Hat hier jemand diese Scheibe vorliegen und kann etwas zu Laufzeit und Bildqualität im Vergleich zur DVD von UAP berichten ?


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 10.06.2016 22:15 
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Ist die nicht plötzlich bei den Anbietern verschwunden? Meine Hoffnung ist, dass ein anderes Label die Rechte besitzt und diesen Release unterbunden hat...


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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 10.06.2016 22:31 
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da müssten zehn verschiebende Sorten Glück zusammen kommen.

Wahrscheinlich ist das Videoband gerissen oder er wurde für die nächste 20er Collection zurückgehalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: LEG' IHN UM, DJANGO - Enzo G. Castellari (1967)
BeitragVerfasst: 11.06.2016 11:02 
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ephedrino hat geschrieben:
Meine Hoffnung ist, dass ein anderes Label die Rechte besitzt

Gefällt mir,da hoff ich mal explosiv ... ähm intensiv mit.


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