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 Betreff des Beitrags: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 14.07.2010 19:20 
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MIT DJANGO KAM DER TOD ("L'uomo, l'orgoglio, la vendetta", Italien/Deutschland 1968) R: Luigi Bazzoni

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Django (Franco Nero) verdient sich seine Sporen als strebsamer Soldat in der spanischen Armee, als die glutäugige Zigeunerin Conchita (Tina Aumont) in sein Leben tritt und ihm zum Verhängnis wird. Nachdem er sie bei einer Schlägerei verhaften musste und sie ihm auf dem Weg ins Kittchen entwischt, wird er als verantwortlicher Offizier degradiert. Bei ihrem nächsten Zusammentreffen becirct sie ihn und sie verbringen eine Nacht miteinander – spätestens zu diesem Zeitpunkt ist er ihr hoffnungslos verfallen. Angetrieben von heißen Versprechungen, Liebesschwüren und einem ständigen Wechselbad heftiger Gefühle gerät er zusehends auf die schiefe Bahn, um Conchitas Gunst zu gewinnen. Nachdem er aus rasender Eifersucht einen hochrangigen Offizier getötet hat, flieht er als Deserteur in die spanischen Berge, wo er sich notgedrungen mit Conchitas Kumpanen, einem ruchlosen Haufen von Strauchdieben, zusammenschließt. Hier lernt er auch Conchitas aus dem Gefängnis geflohenen Ehemann Garcia (Klaus Kinski) kennen, mit dem ihn sofort eine innige Antipathie verbindet, die auf Gegenseitigkeit beruht. Conchita umgarnt ihn weiterhin und überredet ihn, sich an einem Raubüberfall auf die Kutsche eines reichen Engländers (Karl Schönböck) zu beteiligen, bei der eine Kiste voller Gold erbeutet wird – der Coup wird jedoch auf blutige Weise in den Sand gesetzt und die Spirale dreht sich weiter ins Bodenlose. Während der Konflikt zwischen Django und Garcia sich zuspitzt, setzt Conchita sich ab, um Wasser und Nahrung zu organisieren – kehrt jedoch nicht zurück. Die Ereignisse steuern auf einen tragischen Höhepunkt zu…


MIT DJANGO KAM DER TOD von Luigi Bazzoni ist ein Beitrag, der speziell bei Freunden des Italowesterns nicht sonderlich beliebt ist – was wohl daran liegt, daß es sich um alles handelt, nur um keinen Italowestern im herkömmlichen Sinne. Die Geschichte ist eine Adaption des Dramas „Carmen“ von Prosper Mérimée, welches (in anderer oder ähnlicher Form) schon unzählige Male verfilmt wurde. Was das Missverständnis erschwert, ist die in die Irre führende Betitelung des Films in Deutschland, womit man natürlich versuchte, auf der beliebten Django-Welle mitzuschwimmen. Im italienischen Original heißt Franco Neros Charakter „José“, noch deutlicher wird es bei Tina Aumont, die nicht Conchita, sondern unmissverständlich „Carmen“ genannt wird. Obendrein wurde die Handlung in der deutschen Fassung von Spanien nach Mexiko verlegt.
Wer also ein typisches bleigetränktes Racheepos im Spaghetti-Stil erwartet, mag eine herbe Enttäuschung erleben, obwohl der Film mit einem Kutschenüberfall und einem rasant inszenierten Messerduell zwischen Nero und Klaus Kinski aufwartet. Im Mittelpunkt der Handlung steht vielmehr die niederschmetternde Geschichte eines Mannes, der an seiner glücklosen und obsessiven Liebe zu einer Femme Fatale zugrunde geht. Immer tiefer versinkt er in einem Strudel aus Selbstverleumdung, Gewalt und Verbrechen, ohne zu begreifen, daß er nur ein willenloses Spielzeug in den Händen eines hedonistischen Weibes ist, das keinerlei echte Gefühle für ihn empfindet. Dabei ist Carmen keineswegs böswillig oder niederträchtig, aber ihr unzähmbares und triebgesteuertes Naturell ist dem eigentlich bürgerlichen und simpel gestrickten José derart fremd, daß er sich hoffnungslos zu ihr hingezogen fühlt und dabei immer tiefer in den Abgrund stürzt.

Allerdings sind das alles keine Gründe, den Film schlecht zu finden – ganz im Gegenteil. Bei L´UOMO, L´ORGOGLIO, LA VENDETTA handelt es sich um ein wunderbar fotografiertes und hervorragend gespieltes Drama, das viel Wert auf die sorgsame Charakterzeichnung seiner Protagonisten legt.

Der große Franco Nero legt hier wahrscheinlich eine der besten Performances seiner Karriere aufs Parkett – er spielt den gebeutelten und betrogenen Lover, der durch seine besessene Hörigkeit zu Carmen zum Äußersten getrieben wird, mit derartiger Überzeugungskraft, daß man meinen könnte, er schöpfe aus eigenem Erfahrungsschatz. Er verkörpert hier wirklich umwerfend einen Mann, der sich immer tiefer in das Labyrinth seiner eigenen Leidenschaften verstrickt, bis er nicht mehr ein noch aus weiß.
Die damals noch blutjunge Tina Aumont (TORSO) spielt ebenfalls wundervoll, obwohl ich sie mitunter etwas zu niedlich finde, als daß man ihr die rassige Männerfresserin ohne Wenn und Aber abnimmt. Ihre Gefühlsschwankungen und emotionalen Ausbrüche sind allerdings sehr beeindruckend vorgetragen – eben noch will man sie in die Arme schließen und küssen, im nächsten Moment möchte man sie schon ohrfeigen.
Auch Klaus Kinski als grimmiger Finsterling Garcia legt hier einen seiner besten Auftritte im Genre hin, wenngleich seine Leinwandzeit allzu knapp bemessen ist. Sein Herz ist auch hier mal wieder eine Mördergrube: Seinen verwundeten Kumpel Remandado – gespielt von Alberto dell`Acqua – legt er kaltblütig um, weil ihm sein Transport zu anstrengend erscheint. Guido Lollobrigida (u.a. SATAN DER RACHE und FRIEDHOF OHNE KREUZE) hat eine schöne Rolle als Carmens versoffener Kumpel Tranquiero, der am späteren Kutschüberfall beteiligt ist. Trotz seiner Verkommenheit und Alkoholsucht begreift selbst er, daß José auf dem falschen Dampfer ist: „Du bist viel zu anständig für sie, aber du musst ja wissen, was du tust…“

Luigi Bazzoni hat ursprünglich Architektur studiert, was sich in der klaren, durchstrukturierten Bildgestaltung seiner Filme niederschlägt. Auch dieser Euro-Western glänzt mit einer präzisen und stilsicheren Kameraführung, die übrigens von Bazzonis Bruder Camillo übernommen wurde. Als Regisseur zeichnet Bazzoni außerdem für den kühlen Giallo EIN SCHWARZER TAG FÜR DEN WIDDER oder den ungewöhnlichen Thriller LE ORME – FUSSPUREN AUF DEM MOND verantwortlich. Die herrlich kraftvolle Musik von Carlo Rustichelli vermischt klassisch-symphonische Orchesterpassagen mit feurigen Flamencogitarren.

Mir hat der Film von Anfang bis zum bitteren Ende ganz vorzüglich gefallen – und der Schluss ist so was von tragisch, man sollte das Tränenkrüglein bereithalten…

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 14.07.2010 19:23 
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Hab ich sogar doppelt , aber wer konnte auch ahnen das der Gesangsbuch nicht einzeln vö´t wird...
Ich wusste vorher das mich kein Western erwartet und war dennoch nicht angetan vom ganzen. War mir zu viel gelangweiltes gelaber.... Die ganze zeit liegt man am Meer und nix geschiet...

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 14.07.2010 19:58 
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Ich verkaufe die erste auch nicht, weil die mit dem Kinoplakat wunderschön ist.

Hat mir gut gefallen, war nie enttäuscht, dass es jetzt kein wirklicher Italo-Western ist. Schöne Musik, handwerklich und optisch klasse, super Schauspieler, gilt ja auch als Franco Neros Lieblingsfilm.

Wäre ein Traum geworden, wenn die gleiche Crew/Besetzung dann noch ein richtiges Italowestern-Drehbuch verfilmt hätte. Kinski ermordet Aumont, Nero und Kitosch jagen ihn. *Träum* Hätte man als Django 4 veröffentlichen können. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 14.07.2010 21:58 
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Wäre auch sehr schön, wenn es Subs für den gesamten Film gäbe. Die Synchro geht hier, vor allem im Zusammenspiel mit den geschnittenen Szenen im Original, leider gar nicht - und das sage ich als bekennender Brandt-Fan.


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 15.07.2010 09:28 
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Tolles Review von Diabolik!, kann ich mich nur anschliessen. Kein Italowestern, auch wenn man ihn so vermarket hat (auch International, wenn auch nicht so plump wie in DE). Ein klassisches Drama mit tollen Darstellern, schön gefilmt.
Angeblich gibt es eine DDR Synchro, die länger ist als die BRD Fassung und sich am Original orientiert. Die würde ich gerne mal sehen!!!!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 18.03.2011 18:13 
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Hab ihn mir heute nochmal angesehen und finde ihn doch ganz ok, man darf halt keinen Django erwarten!!!
So arg lang liegt man auch nicht am Meer wie ich oben schrieb :lol:

Übrigens sah ich diesmal die DDR Fassung "Der Mann, der Stolz, die Rache" und hab auch mal mit der West Syncro verglichen. Also die nehmen sich nicht viel, meist wird das selbe gesagt. Nur in der West Fassung hat man einige stille Passagen mit Djangos gedanken belegt! In der DDR Fassung heist er stats Django, Pedro und sie Carmen anstatt Concita!
Vorallem sind die geschnittenen Szenen vorhanden sogar syncronisiert, laut Ofdb wäre die DDR Fassung ja auch an Handlung geschnitten, dem ist aber scheinbar nicht so!
Die Fassung geht genauso lange wie die Uncut DVD von Black Hill!
Die Sprecher nehmen sich auch nicht viel, nur die Stimme von Kinski fand ich in der West Fassung stimmiger!
Aber insgesammt ist die DDR Syncro vorzuziehen, ein Django passt einfach nicht in den Film!!! ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 18.11.2013 16:16 
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Selten so einen langweiligen und unnötigen Film gesehen!
Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich Nero und Kinski zu diesem Film hinreißen lassen konnten.
Das war wohl damals der Film, für den sie die höchste Gage gekriegt haben, anders kann ich mir das nicht erklären.
Der Film hat nichts mit Western und noch weniger mit Django zu tun.
Ich sehe ihn als Liebesdrama im Westerngewand.
Das einzige was diesen Film sehenswert macht ist Franco Nero und Tina Aumont.
Alles andere kann man vergessen, denn auch die paar bekannten Gesichter in den Nebenrollen und Rainer Brandt auf Franco Nero können den Film nicht mehr retten.
Die Musik ist auch nicht der Rede wert.
Und das bisschen Action was es gibt macht den Film auch nicht besser.
Fazit: Als Franco Nero-Fan kann man sich den Film mal ansehen, aber man verpasst nichts.
3,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 18.11.2013 17:04 
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Ein Westerngewand hat der Film bei uns. Im Original spielt er nicht einmal in Amerika.


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 18.11.2013 21:59 
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Soll ja auch eher ne Carmen - Verfilmung sein als ein Western. Hier wurde er halt als DJANGO vermarktet..
Keine Ahnung. Hab den zwar hier rumliegen, aber mich aus diesem Grund noch nicht wirklich getraut, den zu gucken. Wahrscheinlich mach ich das mal, wenn mir nicht nach IW ist. Denn den kriegt man dann wohl nicht geboten.


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 18.11.2013 23:29 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich Nero und Kinski zu diesem Film hinreißen lassen konnten.

Franco Nero bezeichnete den Streifen in einem Interview sogar einmal als seinen Lieblingsfilm.


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 17:49 
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Mailman hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich Nero und Kinski zu diesem Film hinreißen lassen konnten.

Franco Nero bezeichnete den Streifen in einem Interview sogar einmal als seinen Lieblingsfilm.

Das bisschen Ironie muß man ihm auch mal gönnen 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 18:14 
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Diabolik! hat geschrieben:
Mir hat der Film von Anfang bis zum bitteren Ende ganz vorzüglich gefallen – und der Schluss ist so was von tragisch, man sollte das Tränenkrüglein bereithalten…


Ich oute mich dann ebenfalls mal als absoluter Fan dieses Films. Klar bin auch ich mit anderen Erwartungen an das Teil ran gegangen, aber ihn dann teilweise so zu verreissen...

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 18:55 
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Mailman hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich Nero und Kinski zu diesem Film hinreißen lassen konnten.

Franco Nero bezeichnete den Streifen in einem Interview sogar einmal als seinen Lieblingsfilm.



Glaub ich auch gerne. Nero wird ja auch toll inszeniert... er wollte halt einfach was neues machen, keine Tom Corbett und Burt Sullivan-Typen mehr.. (hat er ja dann leider auch beibehalten...)

Toller Film.

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 19:00 
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Der Film hat mir auch sehr gut gefallen.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
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(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 20:26 
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Ich sah zuerst die West Fassung und war nicht so ganz begeistert, erwartete auch einen Django Western , obwohl ich wusste das es keiner ist. Fand ihn aber ganz ok..

Später sah ich die DDR Fassung ohne einen Django im Film und war angetan von dem Film . War meine zweite Sichtung erst, da ich ihn eben nicht so gut in Erinnerung hatte.

Denke einfach Spirro hat einen Western erwartet und ist deswegen so negativ auf dem Film zu sprechen.

Und selbst wenn, tolle Darsteller, tolle Bilder die eingefangen wurden, ein ansprechender Score. Handwerklich mehr als perfekt, da ist eine Wertung unter dem Durchschnitt schon bisserl ne Frechheit und spiegeln die Enttäuschung wieder keinen erwarteten Western bekommen zu haben ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 20:46 
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Ich dachte mir, Franco Nero ist dabei also kann das kein schlechter oder gar unterdurchschnittlicher Film sein - hab mich wohl geirrt.
War mein erster Bazzoni und wird wohl vorerst der letzte gewesen sein.
Ich bin froh, dass ich dafür kein Geld ausgegeben habe, hab ihn auf veoh.com gesehen, war leicht asynchron.
Ist das bei der Black Hill auch so?


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 20:49 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Ich dachte mir, Franco Nero ist dabei also kann das kein schlechter oder gar unterdurchschnittlicher Film sein - hab mich wohl geirrt.
War mein erster Bazzoni und wird wohl vorerst der letzte gewesen sein.
Ich bin froh, dass ich dafür kein Geld ausgegeben habe, hab ihn auf veoh.com gesehen, war leicht asynchron.
Ist das bei der Black Hill auch so?



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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 20:58 
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He,he ich habe damals auch dumm aus der Wäsche geschaut.
Nen Django erwartet, auch noch mit Franco Nero, und stattdessen nen Liebeskasper präsentiert bekommen.
Die darstellerische Leistung Neros und Tina Aumonts fand ich jedoch damals schon klasse. Auch das grandiose Ende.
Ich wusste trotzdem irgendwie nicht, wie ich das Ganze einschätzen bzw. bewerten sollte.
Die Zweitsichtung erfolgte dann via Black Hill dvd. Uncut gefiel mir der Streifen dann auf einmal außerordentlich gut (OK man wusste ja, was einen erwartet), trotz unpassender Brandt Synchro.
Von da an war ich heiß auf die DDR Fassung, die ich dann Dank eines netten DP Users auch irgendwann bekommen habe.
In dieser originalgetreuen Synchro gewinnt der Streifen imo um einiges, die Handlung ist, wie im it. Original, in Spanien angesiedelt und alles wirkt stimmig. Nix Western.
Kann eigentlich jedem der auf das italienische Kino steht und Dramen nicht abgeneigt ist, diese Fassung empfehlen.
Wertung: mindestens 7,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 21:03 
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Seh ich ähnlich. Mit der Brandt (und Brunnemann)-Synchro konnte ich gar nichts anfangen. Sorry, aber Nero's Rolle sagt nun mal nicht zu seinen Soldaten "Ihr bewegt euch wie immer, wie Fliegen in der Buttermilch" und ähnliche dämliche Sätze. Mit der DDR-Fassung wirkt der Streifen um einiges runder. Die Dialoge waren dort zwar auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber dafür nunmal wesentlich näher am Original als es die BRD-Fassung je gewesen ist.

Ich hab nichts gegen freie Übersetzungen oder auch die sogenannten Schnoddersynchros, bei Dingern wie "Sartana - noch warm und schon Sand drauf" und dergleichen kommt das auch ziemlich cool. Aber bei so ernsteren Streifen wie diesen hier, hört für mich der Spaß auf.


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 21:19 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
War mein erster Bazzoni und wird wohl vorerst der letzte gewesen sein.

Dann geht dir aber einiges durch die Lappen. Seine Gialli sind für mich alle > 8/10 Filme


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 21:25 
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Ich habe null Verständnis für Verrisse, die sich nur darauf gründen, dass das hier kein generischer Italowestern ist, was er ja nie sein wollte. Das ist genauso wie mit den Gialli, die hierzulande als Wallace-Krimis vermarktet und dann von Wallace-Fans verrissen wurden. "L'uomo, l'orgoglio, la vendetta" ist ein hochklassiges Abenteuer-Drama, das von Aumont, Nero und Kinski eindringlich gespielt und von Bazzoni überragend bildlich umgesetzt ist. Die dämliche Entscheidung, die Hauptfiguren in der West-Synchro Django und Conchita zu nennen, obwohl in dem Film einmal ein mit "Carmen" unterschriebener Brief groß in die Kamera gehalten wird, sowie die Schnoddersprüche kommen dem Film leider nicht zugute.

Wäre der Film ein Italowestern, würde er aus meiner Sicht zu den besten gehören. Z. B. den Schluss hätte man kaum intensiver umsetzen können.

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 19.11.2013 22:07 
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dennoch spielt der Film mit vielen (Italo-)Western-Elementen, zeigt Nero mit Hut und schwarzem Mantel, der Postkutschenüberfall usw...wem kommt da das Spanien im Jahre 1820 in den Sinn ?

Es ist ein Western, aber ein ungewöhnlicher.

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BeitragVerfasst: 19.11.2013 22:13 
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Grinder hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
War mein erster Bazzoni und wird wohl vorerst der letzte gewesen sein.

Dann geht dir aber einiges durch die Lappen. Seine Gialli sind für mich alle > 8/10 Filme



viel hat er ja leider nicht mehr gemacht

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 20.11.2013 10:53 
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Dann helfe ich mal aus mit einer eher negativen Meinung.

Der Western Part in der Mitte, also der Teil mit Kinski und dem Postkutschenüberfall ist noch das Beste an dieser lahmen Carmen Bearbeitung. Tina Baby fehlt das nötige Charisma um als Femme Fatale zu überzeugen, sie schaut einfach viel zu lieb, und das erotische Element ist gar nicht vorhanden. Aber Nero bleibt auch alles schauspielerische schuldig um einen interessanten Don Jose abzugeben. Dazu kommt dann noch die, tja, einfallslose Regie die kaum mehr als gepflegten Kitsch zustande bringt, und fertig ist der mittelmäßige Film. Mal abgesehen von dem Kinski-Mittelteil ist das ein super-langweiliger Film. 3/10


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 20.11.2013 19:50 
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Sehe ich ähnlich wie Stanton.
Mit IW hat der Film wenig bis nichts zu tun, als Drama kann er auch nicht unterhalten und die Story ist doch sehr bieder umgesetzt.
Und wie Stanton auch schön beschrieben hat, ist Tina Aumont klassisch fehlbesetzt. Der Frau fehlt, für diese Rolle, das "gewisse Etwas", da hat das ital. Kino, oder auch das europ. Kino sicher andere Kaliber hervorgebracht, die hier bedeutend besser gepasst hätten. Und selbst im Genre des IW hat man hier gute Beispiele präsent, mir fällt hier spontan Rosalba Neri in Johnny Yuma ein.
An der Leistung von Nero würde ich zwar nichts bemängeln, nur wenn man seine anderen Rollen kennt, nimmt man ihm diese auch nur schwer ab.
Über die Synchro kann ich allerdings jetzt nicht viel sagen, da die Letztsichtung schon mehr als 5 Jahre her ist. Ist mir jetzt aber weder negativ wie positiv in Erinnerung geblieben.
Die Frage, oder der Film besser wäre, wenn man die Geschichte in den Wilden Westen verlagern würde, ist natürlich nur schwer zu beantworten.
Den großen Unterschied in der Beurteilung würde ich allerdings verneinen. Zumindestens nicht mit der gleiche altbackenen Umsetzung.


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 20.11.2013 20:08 
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Ach geh, ihr beiden schaut doch eh nur Western! Ihr wisst gar nicht wie ein Drama ausschaut ;) :lol:

:mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 20.11.2013 20:12 
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reggie hat geschrieben:
Ach geh, ihr beiden schaut doch eh nur Western! Ihr wisst gar nicht wie ein Drama ausschaut ;) :lol:

:


Doch, doch, z.B wie Ringo Starr, der Drammer der Beatles


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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 20.11.2013 20:14 
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Viel zu Starr hat der mit seinen Dramms hantiert...

Also ich fand die Kamerarbeit sehr gelungen, die Schauplätze waren auch gut gewählt und sahen nach was aus. Der Score war auch passend.
Da ist 3 von 10 einfach weng weng finde ich ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: MIT DJANGO KAM DER TOD - Luigi Bazzoni
BeitragVerfasst: 20.11.2013 21:08 
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Dafür daß er zur Hälfte langweilig war, ist 3 schon viel. Ohne den unterhaltsamen Mittelteil wären es noch 1 bis 2 weniger. Uhh, Drama im IW, das geht doch meist (zum Glück nicht immer) komplett in die Hose.

An gute Kameraarbeit oder interessante Schauplätze kann ich mich nicht erinnern (aber was ist überhaupt gute Kameraarbeit? Knifflige Frage), ist aber auch schon ein paar Jahre her. Und schöne Landschaften retten keinen Film der dramaturgisch nichts zu bieten hat.
Da hat z.B. Vari aus einem Baggersee mehr herausgeholt als so mancher der mit mehr Geld in Spanien drehen durfte.

Und dann muß ein Carmen Film natürlich auch eine Frau haben die Carmen ist, und ein solcher Film muß Leidenschaft schwitzen, und nicht das alles nur schlapp behaupten.





Ach ja, und Ringo war ein guter (und gerne unterschätzter) Schlagzeuger. Der Drumsound der Beatles ist sehr differenziert, einfallsreich und klingt toll.


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BeitragVerfasst: 20.11.2013 21:59 
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Dass Tina Aumont als Fehlbesetzung angesehen wird, verstehe ich auch kein bisschen. Der nehme ich die Rolle hundertprozentig ab. Rosalba Neri hätte ich da nicht so gern gesehen.

Stanton hat geschrieben:
An gute Kameraarbeit oder interessante Schauplätze kann ich mich nicht erinnern


Ich schon :| Evtl. hat der eine oder andere hier den Film im VHS-Vollbildformat geguckt, wodurch so ein Scope-Film natürlich bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird.

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Higurashi no Naku Koro ni


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