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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 12.01.2010 14:11 
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Graf ist aber eben auch unter anderem ein hervorragender Genre Regisseur. Und er unterscheidet sich tatsächlich in seinen Ansichten sehr stark von anderen deutschen Filmregisseuren.
Die IW von Leone findet er allerdings etwas kindisch (Es war einmal in Amerika ist jedoch großartig), aber in einem Buch mit einer Auswahl von DVD Rezensionen lobe er die Gialli sehr, und das ital. Genrekino an sich.

Er ist halt ein Außenseiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 31.03.2010 17:22 
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Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich die DVD erst heute erworben habe. Die Extras sind klasse. Beim ersten, kurzen Reinsehen des Hauptfilms jedoch, kam gleich eine Enttäuschung. Der erste Spruch Sambrells lautet "Dieser verdammte Indianer". Auf der DVD ist nur "...te Indianer" zu hören. Ist das bei Euch auch so oder ist mein Exemplar fehlerhaft? Folgen da noch andere, unliebsame Überraschungen ?


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 31.03.2010 19:28 
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Ist bei mir auch nicht drin. Nicht so schön, aber auch keine Katastrophe. Einige Leute haben wegen der fehlenden Morddrohung im Endduell ja auch ein großes Faß aufgemacht und die DVD in Frage gestellt. Das kann ich nicht so wirklich nachvollziehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 24.08.2011 20:02 
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Wir bringen "Navajo Joe" auf Blu-ray raus, vielleicht sogar noch dieses Jahr. Da werde ich mal schauen, dass wir nicht nochmal die Tonspur von MGM benutzen, sondern was eigenes machen, damit möglichst alles drin ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 24.08.2011 21:07 
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dann darf Burt endlich auf indianische Art töten... :geek:

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 25.08.2011 16:10 
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.... so wie es sich gehört 8-)

Wäre schön, wenn es klappen würde wäre ich zum Upgrade bereit :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 25.08.2011 16:16 
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Ist für mich kein Thema, bin mit der schönen DVD zufrieden.

Aber schön mal wieder was Italomäßiges von Koch zu lesen... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 25.08.2011 16:18 
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Auch für mich eher uninteressant. Ein paar ankündigungen von Titeln die nur im Kino liefen wären mir lieber 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 25.08.2011 17:15 
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Michael hat geschrieben:
Wir bringen "Navajo Joe" auf Blu-ray raus, vielleicht sogar noch dieses Jahr. Da werde ich mal schauen, dass wir nicht nochmal die Tonspur von MGM benutzen, sondern was eigenes machen, damit möglichst alles drin ist.


Hört sich gut an; gut dass ich die DVD letztens veräußert habe. Hatte schon so was gerochen! XD

Wirds die MGm Synchro optinal als Alternative geben? Ich hab bei Neuysnchros immer gern die Alte als Alternative.
Ansonsten aber ne tolle Nachricht.^^


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 25.08.2011 19:57 
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Es wird keine Neu Syncro geben, sondern die komplette deutsche Tonspur. Was aber nur ein Satz mehr bedeutet.

Ansonsten könnte sich höchtens die Klangqualität ändern


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 25.08.2011 21:09 
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Habe hier nich meine FSK 16-Aufnahme von TELE5... naja, mir hat der Film auch so gefallen.
Schöner Film, der Corbuccis Darstellung von Prostituierten und Tämnzerinnen wieder direkt zeigt.
In meinen Augen eigentlich erster Teil einer Triologie aus:
Navajo Joe/Kopfgeld: Ein Dollar
DJANGO
Leichen pflastern seinen Weg

Und imemr hat er sich gesteigert ;)

Schöner Anfang, aber in meiner Lieblingeliste ein wenig weiter hinten...

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 26.08.2011 12:42 
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Django war aber vor Navajo joe entstanden.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 26.08.2011 13:02 
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Stanton hat geschrieben:
Was aber nur ein Satz mehr bedeutet.


Irgendwo hat sich wer darüber beschwert dass es einige Dialogstellen sind, nicht nur eine.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 26.08.2011 19:28 
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Ich meine nur dieser Eine, aber sehr schöne Satz.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 23.01.2012 23:18 
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AN SEINEN STIEFELN KLEBTE BLUT
[NAVAJO JOE][Italien/Spanien][1966]

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Regie: Sergio Corbucci
Darsteller: Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Nicoletta Machiavelli, Fernando Rey


„Völlig ausgeschlossen! Ein Indianer als Sheriff? Das amerikanische Gesetz muss von Amerikanern geschützt werden."

Duncan [Aldo Sambrell] und seine Bande sind brutale und gefürchtete Banditen – sie sammeln immer noch Skalps, als die Jagd auf Indianer schon längst verboten ist.
Als sie einen Zug überfallen, um das in ihm befindliche Bargeld zu rauben, stört der Navajo-Indianer Joe [Burt Reynolds] ihr Vorhaben, dezimiert die Bande beträchtlich und fährt den Zug höchstpersönlich an seinen Bestimmungsort.
Den verängstigen Bewohnern des Dorfes bietet er an, Duncan und seine Männer aufzureiben – für den Preis von einem Dollar pro Nase (derselbe Preis, den einst ein Indianerskalp brachte).
Zunächst weigern sich die Bürger, den Preis zu bezahlen, sehen jedoch bald ein, dass sie keine andere Wahl haben – denn die Bande ist schon auf dem Weg ins Dorf, um das Geld zurückzuholen. Joe verspricht, den Dörflern zu helfen, heftet sich dafür jedoch den Sheriffstern an die Brust.
Nach seiner Ankunft muss Duncan feststellen, dass das Geld sich nicht mehr im Tresor befindet – Joe hat es versteckt. Um den Ort des Verstecks herauszupressen, beginnt die Bande einen Terror gegen die Dorfbewohner, den Joe zunächst nicht verhindern kann – er unterliegt Duncan und wird brutal gefoltert. Doch mithilfe zweier Huren kann er sich befreien und schlägt nun gnadenlos zurück...

Im selben Jahr, in dem Sergio Corbucci seinen wegweisenden, weil grandios dreckigen DJANGO ins Kino brachte, drehte er mit NAVAJO JOE noch ein zweites ähnlich nihilistisch anmutendes Werk, ebenfalls in Szene gesetzt als düstere Abkehr gängiger heroischer Pferdeopern, die ihre Trostlosigkeit mithilfe der später zum Standard gewordenen Zutaten verdeutlicht:
Wind pfeift durch karge Felslandschaften, Sand knirscht unter den Stiefeln und Pulverdampf schwängert die Luft.

Sitte und Anstand haben sich größtenteils verabschiedet. Duncan und seine Bagage besitzen ohnehin kaum noch menschliche Züge, doch auch bei den eigentlich arglosen Dorfbewohnern trudelt der moralische Kompass:
Als die Eisenbahn kommt, mit Leichen gefüllt und vom Blut getränkt, gilt ihre größte Sorge dem Panzerschrank inklusive der in ihm enthaltenden Barschaft. Als sie diese an Ort und Stelle vorfinden, macht sich Erleichterung breit.

„Es ist alles in Ordnung. Wir haben Glück gehabt!“

Als Joe jedoch einen lumpigen Dollar als Kopfgeld verlangt, ist man zu geizig und bedient sich rassistischer Parolen zur Rechtfertigung.
Durchtränkt von bissigen Seitenhieben zeichnet NAVAJO JOE das pessimistische Bild eines Amerikas, in welchem Dinge wie Rassenhass, Vorurteile und gewissenloses Streben nach Reichtum eine Selbstverständlichkeit darstellen.
Ausgerechnet die Huren, die außerhalb der etablierten Gesellschaft stehen, sind es dann auch, die sich das letzte bisschen moralischen Anstand bewahrt haben.

Zwar mag die wütende Abrechnung mit der bigotten US-Politik, die Völkermord erst verurteilt, sobald sie keinen Nutzen mehr daraus zu ziehen vermag, teilweise etwas platt anmuten, doch verfehlt sie ihre Wirkung nicht.

Burt Reynolds spielt hier seine erste wirkliche Hauptrolle. Obwohl als Indianer nicht unbedingt authentisch wirkend, verkörpert er Joe mit unerhörter Lässigkeit und erscheint durch seine respektsgebietende, durchaus furchterregende Physis als glaubwürdige Bedrohung.

Aldo Sambrell spielt sein Gegenstück Duncan als wahrhaft hassenswerte Drecksau, der ein Menschenleben nichts bedeutet.

„Meine Mutter war eine Indianerin, darum hasse ich die Indianer – und ich hasse die Weißen, weil mein Vater einer war.“

Seine aus purem Selbsthass resultierende Mordlust erscheint psychologisch etwas simpel, doch an seiner Darstellung eines durch und durch ehrlosen Mistkerls ändert das nichts. Leider ist seine deutsche Synchronstimme etwas unpassend ausgewählt.

Ungereimtheiten in der Handlung fallen zwar auf, aber nicht weiter ins Gewicht. So fragt man sich beispielsweise, warum Duncan und seine Männer nicht auf die Idee kommen, einfach nach dem Geld suchen, anstatt ergebnislos Menschen zu quälen – zumal das Versteck auch eher naheliegend ist.

Dass einige Dialoge etwas platt wirken, könnte an einer etwas zu steifen Übersetzung liegen und ist eigentlich auch zu vernachlässigen.

NAVAJO JOE ist ein kleines Highlight, der den Western zwar nicht so beeinflusste wie DJANGO (zumal dieser die coolere Hauptfigur hatte), sich aber dennoch hinter diesem zu verstecken braucht. Und der schmissige Titelsong von Ennio Morricone geht einmal mehr ins Ohr. Und bleibt auch dort.

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JÄGER DER VERLORENEN FILME


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 13.10.2012 11:40 
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Kopfgeld: Ein Dollar (1966)
Die Filmmusik begleitet mich schon einige Jahre und den Film besitze ich auch schon seit geraumer Zeit. Leider habe ich- wie ich es sonst eigentlich nie mache- im Vorfeld ein paar Kommentare zum Film gelesen und mich auf einen mittelprächtigen Streifen gefasst gemacht. Dementsprechend habe ich immer wieder den Film aufgeschoben und andere Sachen angeschaut. Was für ein Fehler!

Als erstes zur so oft kritisierten "Fehlbesetzung" Burt Reynolds, der laut diverser Kritiker lieber durch Charles Bronson ersetzt hätte werden sollen. Für mich ein Trugschluss! Und das sage ich als Jemand, der Sylvester Stallone und Charles Bronson als seine absoluten Lieblingsschauspieler ansieht!
Der junge Reynolds macht seine Sache gut und wird seiner Rolle als "guter Indianer" mehr als gerecht. Zwar fehlt ihm die kernige Lässigkeit und mysteriöse Aura eines Bronson und die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt nicht so, wie sie es in anderen Italo-Western tut, aber dieser Fakt muss nun auch nicht immer ein Nachteil sein. Manchmal hat eine klare Rollenverteilung seine Vorteile und Reynolds gibt mit seinem jungen, unschuldigen Gesicht, das am Set wohl eine Darstellerin zu einem Selbstmordversuch getrieben haben soll, eine prächtige Steilvorlage für einen guten Haupthelden ab. Man könnte zwar anführen, dass er für den Schutz der Stadtbewohner Schutzgeld verlangt und ihn das doch noch zu einem Charakter macht, der nicht gänzlich gut ist. Als Gegenargument würde ich nennen, dass er von den Bewohnern aufgrund seiner Herkunft wie Abfall behandelt wird und nicht als gegensätzliche negative Charaktereigenschaft ansehen.

Ob die Actionlastigkeit den Streifen in die Nähe von Us-Western rückt, wie es Ruggero Deodato sieht, möchte ich mir nicht anmaßen zu beurteilen, da ich US-Western nicht anschaue. Die wenigen, die allerdings kenne, zeichnen sich durch eine extreme Abgrenzung von Gut und Böse aus. In Kopfgeld: Ein Dollar/Navajo Joe/An seinen Stiefeln klebte Blut (1966) verläuft das Muster ähnlich und aus meiner Warte heraus, kann man Sergio Corbuccis Arbeit deswegen eventuell eher in die Tradition von amerikanischen Western stellen, als andere Western aus Italien.

Nicoletta Machiavelli ist noch besonders hervorzuheben. Selbst für einen italienischen Film, in denen bekanntlich wunderschöne Frauen ein und aus gehen, ist sie eine besondere Augenweide. Schade, dass ihr im Anschluss keine größere Film-Karriere bevorstand.
Der Rest der Darsteller, unter anderem Aldo Sambrell als Bösewicht, spielt ebenfalls gut und rundet das Geschehen würdig ab. Ansonsten ist noch erwähnenswert, dass dem Film nie die Spannung abgeht, es wieder einmal glänzende Landschaften zu bestaunen gibt und die Hauptsache: Navajo Joe macht großen Spaß!

Auf die politischen Aussagen möchte ich nicht eingehen. Die sind sicherlich alles andere als subtil und wirklich jeder, der den Film schaut, kommt dahinter. Ich möchte allerdings erwähnen, dass ich diese "fehlende" Subtilität keinesfalls als Schwachpunkt ansehe.
Oftmals wird ja so getan als ob zum Beispiel subtile Gewalt (in Unterhaltungsmedien) besser bzw. wirkungsvoller ist. Ich sehe das definitiv nicht so. Ich sage, entweder sind Könner am Werk oder eben nicht! Und egal, ob man etwas unterschwellig bzw. subtil sagt oder einfach gerade heraus, wenn man es gut macht, hat beides den selben Stellenwert!

Der Schluss hätte auch von Jean-Pierre Melville stammen können und gefällt mir sehr gut. Ein bitteres Ende ist manchmal das Süßeste!

Meine Lieblingszitate:
"Und du, du lebst immer noch davon die Ehre gefallener Mädchen zu retten?"

"Eine Frau, die eine wandelnde Goldmiene ist, muss man doch lieben, Aber wenn man genügend geschürft hat, hat sie ihren Zweck erfüllt."

"Na gut, aber wenn du uns reinlegst, kostet es dich das Leben!"

"Wenn hier alles vorüber ist und du nicht mehr soviel fragst, werd´ ich es dir sagen."

"Verschon diese unschuldigen Menschen. Hab Mitleid mit ihnen."
"Mit mir hat nie jemand Mitleid gehabt. Schon als Kind hat man mich immer geschlagen, mich einen Bastard genannt. Ich hab nicht geweint und bin nicht davon gelaufen. Ich hab immer auf den Tag gewartet, an dem ich mich rächen konnte. Meine Mutter war eine Indianerin, darum hasse ich die Indianer. Und ich hasse die Weißen, weil mein vater einer war. Er war ein protestantischer Pfarrer, so wie du. Er starb nur leider zu früh, Es ist mir Einer zuvorgekommen, sonst hätt´ ich ihn eines Tages umgebracht."

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 14.10.2012 07:42 
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Als Corbucci-Fan hab ich mir den Film vor einiger Zeit auch mal geglotzt, und jetzt weiß ich auch, woher Tarantino seine ganzen Ideen her hat. :roll:
Nein, ernsthaft, Spitzenwestern. Des sind so Filme, die werden mit jedem Male besser, wenn man sie sich reinzieht.

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Ist das eine Wirtschaft hier, man schämt sich ja vor den Pferden!

Bauernstyle find der Bauer geil! (c)


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 20.01.2013 00:45 
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Alternativer Titel: An seinen Stiefeln klebte Blut
Alternativer Titel: Kopfgeld: Ein Dollar
Produktionsland: Italien, Spanien
Produktion: Dino De Laurentiis
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Sergio Corbucci
Drehbuch: Fernando Di Leo, Piero Regnoli
Kamera: Silvano Ippoliti
Schnitt: Alberto Gallitti
Musik: Ennio Morricone
Länge: ca. 88 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller:

Burt Reynolds: Navajo Joe
Aldo Sambrell: Duncan
Nicoletta Machiavelli: Estella
Fernando Rey: Rattigan
Tanya Lopert: Maria
Nino Imparato: Chuck
Cris Huerta: El Gordo
Franca Polesello: Barbara
Lucia Modugno: Geraldine
Pierre Cressoy: Dr. Lyne
Gianni di Stolfo: Sheriff Reagan
Ángel Ortiz: El Cojo
Simón Arriaga: Monkey



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Eine Bande von Desperados zieht durch das Land um friedliche Indianer zu skalpieren um anschließend für jeden Skalp eine Prämie zu kassieren. Allerdings ist bereits ein Indianer hinter den Gesetzlosen her, der einen nach dem anderen umbringt. Als die Outlaws einen Zugüberfall planen, vermasselt ihnen der Indianer erneut die Tour.

Nachdem der Film mit seinem hervorragenden Titellied an den Start geht, lässt dieser auch umgehend eine Skalpierung an einer Indianerin folgen. Der Eintritt in Corbuccis, 1966 entstandenen Western welcher weitere Highlights folgen lässt. Entgegen anderer italienischer Western, ist hier ein Indianer der Rächer. Eine mystische Gestalt, die meist aus der Ferne, innerhalb sehr guter Bilder zu sehen ist. Navajo Joe ist der Rächer, sowie ein Hoffnungsträger innerhalb einer kleinen Gemeinde, die aus friedlichen, feigen und auch rassistischen Bürgern besteht. Joe ist ein Charakter der vor nichts Angst hat. Er taktiert und reagiert und zwar mit Präzision und einer ungemeinen Schnelligkeit. Die Kampfszenen haben es in sich und Joe eliminiert im Stil einer perfekten Tötungsmaschinerie seine Gegner. Der ohne den ansonsten bekannten Oberlippenpornobalken agierende Burt Reynolds macht seine Sache als Navajo Joe extrem gut. Eine Tötungsmaschine, die wenn es sein muss auch eine Wortgewandtheit an den Tag legt und sei es nur um die rassistischen Äußerungen einiger Bürger zu entkräften. Joe ist in allen Belangen überlegen, er kann fordern was er will, denn ohne ihn hätte man gegen die Desperados keine Chance.

Neben Burt Reynolds sei auch Aldo Sambrell in der Rolle von Duncan lobend erwähnt. Ein skrupelloses Halbblut, das die Indianer wie auch die Weißen gleichermaßen hasst. Aldo sollte… muss dem Genrefan zumindest aus der ein oder anderen seiner zahlreichen Rollen innerhalb von italienischen Western bekannt sein. Als weibliche Darstellerin bietet der Film mit Nicoletta Machiavelli als Estella ein weiteres Highlight und dieses nicht allein in optischer Hinsicht. Nicoletta spielt ihre Rolle als Bindeglied zwischen Joe und den Bürgern der Kleinstadt sehr gut.

Die gute Story die der Film bietet nutzt jederzeit seinen möglichen Spielraum aus um der Prämisse der Kurzweiligkeit erfolgreich nachzukommen. Neben dieser Kurzweiligkeit kann Silvano Ippolitis Kamera einige ganz tolle Bilder zu präsentieren. Gerade die Situationen in denen Joe aus der Ferne gezeigt wird und die untergehende Sonne hinter ihm erscheint ist ein Blickfang.

Im Bereich Brutalität hat Corbuccis Western ebenfalls einiges zu bieten. Joe ist mit dem Messer wie auch mit dem Gewehr immer bereit um seine Widersacher ins Jenseits zu befördern. Seine Gegner sind in diesem Bereich auch keine Kinder von Traurigkeit und es fließt reichlich roter Lebenssaft.

Fazit: Ein hervorragender und sehr brutaler Western, der einen klasse Showdown, sowie einen genialen Soundtrack zu bieten hat.

9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 20.01.2013 01:36 
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Verdammt, hast mich neugierig gemacht - werde mir nun wohl die neue Koch-VÖ zulegen ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 20.01.2013 10:55 
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Lesotho hat geschrieben:
Verdammt, hast mich neugierig gemacht - werde mir nun wohl die neue Koch-VÖ zulegen ;)


Mach das auf jeden Fall. Es lohnt sich!


www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 21.01.2013 21:22 
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Soundtrackcollector hat hier was Schönes gebastelt.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 09.02.2013 11:26 
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Ich steh total auf Antihelden. Einer meiner Lieblingsfilme ist "Die Klapperschlange" (Escape from NY). Deshalb hat es mich gewundert, dass ich bis vor ein paar Monaten noch nie was von NAVAJO JOE gehört habe. :shock: Joe ist mMn ebenfalls ein genialer Antiheld!

Natürlich waren mir DJANGO und LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG bekannt. Doch dieses Werk von Corbucci ging irgendwie an mir vorbei. Nachdem QT seinen DJANGO im Kino entfesselte (und mir hervorragend gefiel), überfiel mich seitdem das Italo-Western-Fieber und ich musste mir NJ ansehen. Und ich finde ihn genial! Definitiv seiner Zeit voraus. Selbst RAMBO scheint von NJ geklaut zu haben. :lol:

Eine tolle Hauptfigur, ein genialer Gegenspieler, meisterhafte Musik von Morricone und dynamische Actionszenen machen NAVAJO JOE definitiv zu einer Perle des Genre's.

9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 09.02.2013 12:06 
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ich hatte Navajo Joe mal im WDR oder so gesehen und habe mich lange gesträubt, die DVD oder jetzt die BluRay zu kaufen. ich war damals ein wenig enttäuscht. vielleicht sollte ich ihm eine neue chance geben.

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
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Das solltest Du unbedingt tun!
Was Leatherface geschrieben hat kann ich nur unterstreichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 09.02.2013 15:32 
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Als ich Navajo Joe das erste Mal gesehen habe, konnte er mich auch nicht begeistern. Ich fand ihn damals recht langweilig. Mittlerweile gehört er für mich zu Corbuuccis besten Filmen. Ich glaube, früher hat mich Burt Reynolds gestört, der aber absolut perfekt in den Film passt.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 09.02.2013 15:35 
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Interessanter Weise ist das der einzige Film aus dem Top 30 Material, der mich nicht begeistern konnte. Da fand ich vermeintlich schwächere Filme sogar besser. Vielleicht lag es ja an Reynolds. Naja, er wird wohl doch bald fällig ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 02.09.2013 20:52 
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Vor ganz vielen Jahren hab ich KOPFGELD: EIN DOLLAR im Fernsehen gesehen und war total begeistert. Könnte mal auf Tele 5 gewesen sein, weiß ich nicht mehr. Einige Zeit später gab es dann AN SEINEN STIEFELN KLEBTE BLUT als Warner VHS, und ich war wieder von den Socken. Soeben hab ich NAVAJO JOE gesehen und bin restlos platt. Weia ist der gut. Der Film macht von Anfang an keine Gefangenen, und ist in seiner Gewaltdarstellung schon ganz schön ruppig. Aldo Sambrell ist genial und Nicoletta Machiavelli ein Traum :P Wie gesagt, ich bin platt ...

Ich habe Corbucci lang für einen überschätzten Regisseur gehalten und LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG für einen Zufallstreffer. Aber so langsam denke ich mir, dass ich mich mit ihm mal genauer beschäftigen muss. In LEICHEN ... kommt die Aussage, dass nur die Skrupellosen überleben, ja noch relativ unterschwellig rüber (zumindest geht sie in der Handlung eher unter, so ist das gemeint). Aber nach den politischen und sozialen Watschen in NAVAJO JOE einerseits, und spätestens seitdem ich den Schluss von FAHRT ZUR HÖLLE IHR HALUNKEN genießen durfte andererseits, wenn die braven Bürger nur noch versuchen das brennende Geld zu retten, und ihnen alles andere egal ist, spätestens da frage ich mich ob ich Corbucci nicht unterschätzt habe.

Ich lese gerade in der OFDB quer durch sein Oeuvre: DIE ROTE SONNE DER RACHE ist geil, VAMOS A MATAR auch, EL MERCENARIO sowieso, DJANGO läuft eh außer Konkurrenz, und sogar STETSON und MINNESOTA CLAY haben mir gefallen. Ich befürchte da ist ein genaueres Hinschauen nötig. Jetzt gibts den Soundtrack zum zweiten Mal hintereinander und dann schaun wir mal weiter ...

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 03.09.2013 13:59 
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Der Film bietet einfach 90 Minuten gute Unterhaltung. ich fand den nie langweilig. Es ist etwas schade, dass er seine ernsten Momente nicht vertiefen kann, aber die Action ist gut gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 03.09.2013 19:39 
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Ja, Navajo Joe enthält starkes Material, hat aber leider auch große Schwächen.


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 Betreff des Beitrags: Re: NAVAJO JOE - Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 07.02.2014 21:24 
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Ich mag diesen Corbucci sehr gerne, finde ihn besser als Django, aber Django ist in meinen Augen sowieso überbewertet. Nun dürft Ihr mich steinigen :mrgreen:


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