Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 01:26 
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Canisius hat geschrieben:
Unabhängig von der Qualität der deutschen Synchronisationen ist die Frage, die ich mir stelle die, ob der italienische Ton überhaupt pauschal als das Original zu bezeichnen ist.

Ja, ist er. Wie überall auf der Welt: Die Dialoge des Drehbuchs werden meist spätestens in der Postproduktion berücksichtigt. Ein Film ist auch erst fertig, wenn alle nötigen und erwünschten Schritte vollzogen worden sind, und entsteht final nicht während den Dreharbeiten. Ob bei einem Film auf dem Set also in Esperanto oder auf Latein gesprochen wurde ist egal. Nachsynchronisation gehört und gehörte bei den meisten Filmen in den meisten Ländern von jeher dazu, und ist ein natürlicher Produktionsprozess während der Filmherstellung.

Der Originalton meint auch umgangssprachlich lediglich den von den Filmemachern original gedachten und geplanten Ton, und ist nicht mit dem Direktton am Set zu verwechseln. Bei italienischen Filmen ist der meist Italiensch, genauso wie der deutsche Film meist auf Deutsch stattfindet, etc. pp. So man einen Film exportieren möchte, ist man ZUSÄTZLICH darauf angewiesen Filme für ausländische Märkte in der jeweiligen Landessprache zu synchronisieren. Das "disqualifiziert" aber dann nicht die ursprüngliche Tonspur.

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 10:49 
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Ja, fast alle, wenn nicht alle IW sind in italienisch erdacht und geschrieben worden. Und auch die eigentliche erste Fassung war fast immer (oder wirklich immer) die italienische. Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde. Aber durchweg englisch war das vermutlich bei gar keinem Film, oder höchstens bei den späten Leone Western, aber auch bei Leones späteren Western ist die italienische für mich die Referenzfassung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 10:59 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Soweit ich weiß wurden damals doch sogar deutsche Autoren in die Postproduktion involviert, bzw. hatten Credits?! Ich finde Sinnentstellende Synchros natürlich auch inakzeptabel, aber wenn einem unterdurchschnittlichen - von denen es auch viele gab - Fließband - IW eine 'Sonntagsnachmittag - Synchro' verpasst wurde, hatte das damals ja schon eine gewisse "Berechtigung".
Die Filme sollten 'Cash' machen und wurden den Publikumsbedürfnissen angepaßt. Heute sieht man das, besonders als Aficionado, natürlich anders. Aber "Verbrechersynchro" oder "Vergewaltigung" finde ich schon etwas 'herbe'.
Ich möchte z. B. Sprüche wie "Ich hau dir gleich 'ne Beule in' Bart" oder auch intelligentere "Ausfäle" nicht mehr missen, wenns denn passt. Aber insgesamt ist es natürlich schon leidig, da gebe ich allen IWHClern schon recht.


Ja klar ging es dabei ausschließlich darum Kohle zu machen. Was auch sonst? Respekt vor dem Original war es kaum.

Das jetzt einige dieser Synchronfassungen ein Eigenleben bekommen haben und Kultstatus erreicht haben ist dann wieder eine andere Geschichte. Falls ich jemals nocnmal Die 2 schaue werde ich das wahrscheinlich auch bewußt in der deutschen Fassung tun, weil mich die sErei aber auch an sich nicht interessiert. Und bei 4 Fäuste für 1 Halleluja komme ich auch mit der Zweitsyncro klar (ist aber kein Muß), weil es bei Komödien auch noch am ehesten passt. Aber Für eine Handvoll Dollar werde ich nie, nie wieder in der Alfons Fassung schauen, von der ich 15 Jahre lang annahm es sei die einzige deutsche.
Und bei Mein Name ist Nobody hoffe ich immer noch daß mal einer versucht die deutsche Syncro (die zur Hälfte ja wunderbar straight ist) zu retten indem er alle Blödeleien rausschneidet die einfach rauszunehmen sind (und das sind die Meisten), und besser noch versucht wie bei Friedhof ohne Kreuze auch für den Rest passende Stellen der sprecher aus anderen Filmen zu finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 11:02 
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Stanton hat geschrieben:
Ja, fast alle, wenn nicht alle IW sind in italienisch erdacht und geschrieben worden. Und auch die eigentliche erste Fassung war fast immer (oder wirklich immer) die italienische. Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde. Aber durchweg englisch war das vermutlich bei gar keinem Film, oder höchstens bei den späten Leone Western, aber auch bei Leones späteren Western ist die italienische für mich die Referenzfassung.


Spätestens, wenn man sich vergegenwärtigt, wie schlecht das Englisch der meisten italienischen Filmschaffenden war, möchte man die ohnehin meist unerquicklich sterilen englischen Synchronfassungen keines Ohres mehr würdigen. Ich persönlich bin mit Italowestern erst richtig warm geworden, als ich angefangen habe, sie auf Italienisch zu gucken (was bei den diversen Koch-DVDs ja glücklicherweise fast immer möglich war, wenn auch die italienischen Tonspuren Koch-typisch leider oft kaputtgefiltert sind). Deutsche Italowestern-Synchros mute ich mir inzwischen nur noch im Notfall zu - auf mich wirken diese Reibeisenstimmen-um-jeden-Preis mittlerweile oft hochgradig lächerlich, und wenn dann auch noch Sprüche geklopft werden, wo eigentlich keine hingehören (die krampfhaft geschwätzige Synchro des im Original wortkargen Meisterwerks DJANGO - ICH WILL IHN TOT ist ein Parade-Negativbeispiel), ist bei mir der Ofen ganz schnell aus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 11:08 
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Stimmt oft wurden die Syncro leute gleich ins Boot geholt. So eine schöne "Horst Sommer" Syncro ist schon was feines ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 17:13 
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Dr. Zombi hat geschrieben:
Ob bei einem Film auf dem Set also in Esperanto oder auf Latein gesprochen wurde ist egal.

Der Originalton [...] ist nicht mit dem Direktton am Set zu verwechseln.

Ist das so? Rein gefühlsmäßig würde ich jede Form der Nachbearbeitung als eine Art Gegensatz zum Originalton bezeichnen.

Wikipedia schlägt folgendes zum Thema Ton am Set vor: „Beim Filmdreh wird unter Originalton (natural sound) eine "als tatsächlich angenommene Quelle, deren Geräusche aufgezeichnet wurden" verstanden. Diese natural sounds lassen sich in die Gesamtheit der production sounds einordnen und beschreiben alle während des Filmdrehs aufgezeichneten Tonaufnahmen, zu denen auch on location sound und direct sound gehören. Diese unterscheiden sich von anderen, für den fertigen Film verwendeten Tonaufnahmen, die nicht explizit vom jeweiligen Drehort stammen. Im deutschsprachigen Raum sieht man allerdings von solchen Unterscheidungen ab und subsumiert die Begriffe unter der Bezeichnung Originalton.“ (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

Bedeutet, dass laut dieser Definition NUR der Direktton auch der Originalton ist.

Dr. Zombi hat geschrieben:
[...]von den Filmemachern original gedachten und geplanten Ton[...]


Wie prüft man nach, ob die (italienische) Synchronisation, die man dann als Fan vorgesetzt bekommt, wirklich mit dem Drehbuch übereinstimmt? Bei größeren Produktionen mag das genau überwacht worden sein aber bei den restlichen 450-500 Italowestern kann ich mir das nicht vorstellen. Wer weiß schon, wie ordentlich und gewissenhaft die italienischen Synchronisationen angefertigt wurden. Wenn man den riesigen Output betrachtet, liegt der Verdacht nahe, dass auch hier in erster Linie schnell gearbeitet wurde. Auch der italienische Ton kann im Vgl. zum Drehbuch "verfälscht" sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 17:15 
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Stanton hat geschrieben:
Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde.


Nein, ist es nicht. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 20:32 
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Canisius hat geschrieben:
Ist das so? Rein gefühlsmäßig würde ich jede Form der Nachbearbeitung als eine Art Gegensatz zum Originalton bezeichnen.

Wikipedia schlägt folgendes zum Thema Ton am Set vor: „Beim Filmdreh wird unter Originalton (natural sound) eine "als tatsächlich angenommene Quelle, deren Geräusche aufgezeichnet wurden" verstanden. Diese natural sounds lassen sich in die Gesamtheit der production sounds einordnen und beschreiben alle während des Filmdrehs aufgezeichneten Tonaufnahmen, zu denen auch on location sound und direct sound gehören. Diese unterscheiden sich von anderen, für den fertigen Film verwendeten Tonaufnahmen, die nicht explizit vom jeweiligen Drehort stammen. Im deutschsprachigen Raum sieht man allerdings von solchen Unterscheidungen ab und subsumiert die Begriffe unter der Bezeichnung Originalton.“ (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

Bedeutet, dass laut dieser Definition NUR der Direktton auch der Originalton ist.


Der Originalton, um den es hier geht, ist der Ton der mit der Originalfassung ins Kino kommt. Der wird nur in den seltensten Fällen 100% mit dem übereinstimmen was am Set aufgenommen wurde, sondern ist fast immer eine bearbeitete Tonspur. Eine die dem entspricht was sich der Regisseur will.
Zitat:
Wie prüft man nach, ob die (italienische) Synchronisation, die man dann als Fan vorgesetzt bekommt, wirklich mit dem Drehbuch übereinstimmt? Bei größeren Produktionen mag das genau überwacht worden sein aber bei den restlichen 450-500 Italowestern kann ich mir das nicht vorstellen. Wer weiß schon, wie ordentlich und gewissenhaft die italienischen Synchronisationen angefertigt wurden. Wenn man den riesigen Output betrachtet, liegt der Verdacht nahe, dass auch hier in erster Linie schnell gearbeitet wurde. Auch der italienische Ton kann im Vgl. zum Drehbuch "verfälscht" sein.


Es ist unerheblich was im Drehbuch stand, es geht auch hier ausschließlich um das was im Kino in der Originalfassung ankommt. Wenn der Regisseur (oder wer auch immer der verantwortliche "Künstler" ist) die Synchronisation, wie auch alle anderen Aspekte der Nachbearbeitung, nicht überwacht, dann ist er selber Schuld. Die Postproduktion ist genau so wichtig für das Gelingen eines Films wie das Drehen, und die Konzeptionsphase die das Drehbuchschreiben mit beinhaltet.

Egal wie diese Kinofassung entstanden ist, es ist die Originalfassung. Und da sollte jeder Verleiher in den jeweiligen anderen Ländern mit Respekt ran gehen.

Und deshalb ...

Canisius hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde.


Nein, ist es nicht. :D


... ist das für mich schon vollkommen unerheblich.

Corbucci meinte ja bei ihm würden die Schauspieler nur Zahlen aufzählen oder irgend etwas anderes Unerhebliches beim Drehen brabbeln. Allerdings glaube ich ihm das nicht, denn das würde nur wenig Sinn machen so vorzugehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 21:56 
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Ich kann Stanton nur zustimmen. Ich wusste nicht dass ich eine derartige (durchaus sehr schöne und interessante) Diskussion auslösen würde als ich die schauerliche Synchro von "Django - Die Geier stehen Schlange" kritisiert hatte. Aber ich muss sagen dass ich froh bin hier mit meiner Meinung nicht allein auf weiter Flur zu stehen. Blödel- und sinnentfremndende Synchros sind ein Aergernis und durch nichts zu rechtfertigen. Ich mache hier nicht den Sprechern einen Vorwurf, die machten einfach ihren Job. Aber die Dialog-Schreiber haben vielfach einfach einen lausigen Job gemacht und das Original in keiner Art und Weise gewürdigt. Das Kinopubikum der 60er- und 70er-Jahre hatte keine Wahl und hatte wahrscheinlich sogar Freude an diesem Schwachsinn. Aber wir haben diese Wahl, in den meisten Fällen, gottseidank. Und wie ich wähle ist wohl klar :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 22:01 
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Immer Originalton! Ich finde es grausam - als Beispiel -, wenn damals aus todernsten Italo-Western Kasperklamotten gemacht wurden! :|

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 22:13 
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Stanton hat geschrieben:
Canisius hat geschrieben:
Ist das so? Rein gefühlsmäßig würde ich jede Form der Nachbearbeitung als eine Art Gegensatz zum Originalton bezeichnen.

Wikipedia schlägt folgendes zum Thema Ton am Set vor: „Beim Filmdreh wird unter Originalton (natural sound) eine "als tatsächlich angenommene Quelle, deren Geräusche aufgezeichnet wurden" verstanden. Diese natural sounds lassen sich in die Gesamtheit der production sounds einordnen und beschreiben alle während des Filmdrehs aufgezeichneten Tonaufnahmen, zu denen auch on location sound und direct sound gehören. Diese unterscheiden sich von anderen, für den fertigen Film verwendeten Tonaufnahmen, die nicht explizit vom jeweiligen Drehort stammen. Im deutschsprachigen Raum sieht man allerdings von solchen Unterscheidungen ab und subsumiert die Begriffe unter der Bezeichnung Originalton.“ (*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

Bedeutet, dass laut dieser Definition NUR der Direktton auch der Originalton ist.


Der Originalton, um den es hier geht, ist der Ton der mit der Originalfassung ins Kino kommt. Der wird nur in den seltensten Fällen 100% mit dem übereinstimmen was am Set aufgenommen wurde, sondern ist fast immer eine bearbeitete Tonspur. Eine die dem entspricht was sich der Regisseur will.
Zitat:
Wie prüft man nach, ob die (italienische) Synchronisation, die man dann als Fan vorgesetzt bekommt, wirklich mit dem Drehbuch übereinstimmt? Bei größeren Produktionen mag das genau überwacht worden sein aber bei den restlichen 450-500 Italowestern kann ich mir das nicht vorstellen. Wer weiß schon, wie ordentlich und gewissenhaft die italienischen Synchronisationen angefertigt wurden. Wenn man den riesigen Output betrachtet, liegt der Verdacht nahe, dass auch hier in erster Linie schnell gearbeitet wurde. Auch der italienische Ton kann im Vgl. zum Drehbuch "verfälscht" sein.


Es ist unerheblich was im Drehbuch stand, es geht auch hier ausschließlich um das was im Kino in der Originalfassung ankommt. Wenn der Regisseur (oder wer auch immer der verantwortliche "Künstler" ist) die Synchronisation, wie auch alle anderen Aspekte der Nachbearbeitung, nicht überwacht, dann ist er selber Schuld. Die Postproduktion ist genau so wichtig für das Gelingen eines Films wie das Drehen, und die Konzeptionsphase die das Drehbuchschreiben mit beinhaltet.

Egal wie diese Kinofassung entstanden ist, es ist die Originalfassung. Und da sollte jeder Verleiher in den jeweiligen anderen Ländern mit Respekt ran gehen.

Und deshalb ...

Canisius hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde.


Nein, ist es nicht. :D


... ist das für mich schon vollkommen unerheblich.

Corbucci meinte ja bei ihm würden die Schauspieler nur Zahlen aufzählen oder irgend etwas anderes Unerhebliches beim Drehen brabbeln. Allerdings glaube ich ihm das nicht, denn das würde nur wenig Sinn machen so vorzugehen.


Ich verstehe schon, was Du meinst. Es ist doch aber schön, dass man heutzutage relativ einfach an die italienischen Sprachfassungen herankommt. Man kann also bewusst die Fassung konsumieren, die man möchte. Für mich ist das positiv.

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 23.02.2016 23:28 
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Canisius hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde.


Nein, ist es nicht. :D


Eben doch. :mrgreen: Siehe auch was Stanton direkt nach deinem Post schreibt.
Das Drehbuch ist ja auch nur eine Vorlage. ;)

Diese Diskussion ist leider ziemlich müßig, da man entweder die Realitäten der Filmherstellung kennt, oder nicht. Sorry, wenn das jetzt etwas arrogant wirkt, aber diese "Argumente", die beim italienischen Film immer wieder vorgebracht werden, von wegen es wäre (für den fertigen Film) wichtig in welcher Sprache am Set geredet worden ist, machen für die Argumentation schlicht keinen Sinn. Es gab und gibt kaum Filme, deren Tonspuren nicht in der Postproduktion bearbeitet werden. Und dazu gehört sehr oft auch die Synchronisation der Stimmen.

Und auch wenn sich in einer englischen Sprachfassung 90% der Hautdarsteller selbst sprechen, kann es immer noch sein, dass es sich umgangssprachlich gesagt eben nicht um die "Originalfassung", sonder lediglich um eine "Synchro" handelt. Die kann man dann mögen, weil sich z.B. viele Schauspieler selbst sprechen, aber die italienische Tonspur, in der diese Leute alle auf Italienisch von anderen Sprechern nachsynchronisiert wurden, ist dann immer noch das "Original". Es nimmt einem ja niemand das recht, Filme in derjenigen Synchro (und auch mit denjenigen Untertiteln) zu gucken, die einem passt. Und man kann einen Italowestern auch gerne auf Japanisch mit finnischen Untertiteln genießen. Das ist dann aber eben nicht verfälschender als beispielsweise die englische (oder eben in unserem Fall die deutsche) Sprachfassung! Denn das Original bei 90% der Italowestern ist nunmal die italienische Tonspur, mit italienischen Dialogen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 24.02.2016 18:31 
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Dr. Zombi hat geschrieben:
Es nimmt einem ja niemand das recht, Filme in derjenigen Synchro (und auch mit denjenigen Untertiteln) zu gucken, die einem passt. Und man kann einen Italowestern auch gerne auf Japanisch mit finnischen Untertiteln genießen. Das ist dann aber eben nicht verfälschender als beispielsweise die englische (oder eben in unserem Fall die deutsche) Sprachfassung! Denn das Original bei 90% der Italowestern ist nunmal die italienische Tonspur, mit italienischen Dialogen.

Das würde ich so einfach mal unterschreiben.

Japanisch mit fin. UT's hört sich auch nicht uninteressant an.Hab von manchen Streifen noch engl. Fassungen mit jap. oder hebr. UT's.
Das beste war allerdings Tampeko auf thai. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 25.02.2016 21:29 
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Dr. Zombi hat geschrieben:
Canisius hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Es ist dabei unerheblich welche Sprache tatsächlich bei den Dreharbeiten gesprochen wurde.


Nein, ist es nicht. :D


Eben doch. :mrgreen: Siehe auch was Stanton direkt nach deinem Post schreibt.
Das Drehbuch ist ja auch nur eine Vorlage. ;)

Diese Diskussion ist leider ziemlich müßig, da man entweder die Realitäten der Filmherstellung kennt, oder nicht. Sorry, wenn das jetzt etwas arrogant wirkt, aber diese "Argumente", die beim italienischen Film immer wieder vorgebracht werden, von wegen es wäre (für den fertigen Film) wichtig in welcher Sprache am Set geredet worden ist, machen für die Argumentation schlicht keinen Sinn. Es gab und gibt kaum Filme, deren Tonspuren nicht in der Postproduktion bearbeitet werden. Und dazu gehört sehr oft auch die Synchronisation der Stimmen.

Und auch wenn sich in einer englischen Sprachfassung 90% der Hautdarsteller selbst sprechen, kann es immer noch sein, dass es sich umgangssprachlich gesagt eben nicht um die "Originalfassung", sonder lediglich um eine "Synchro" handelt. Die kann man dann mögen, weil sich z.B. viele Schauspieler selbst sprechen, aber die italienische Tonspur, in der diese Leute alle auf Italienisch von anderen Sprechern nachsynchronisiert wurden, ist dann immer noch das "Original". Es nimmt einem ja niemand das recht, Filme in derjenigen Synchro (und auch mit denjenigen Untertiteln) zu gucken, die einem passt. Und man kann einen Italowestern auch gerne auf Japanisch mit finnischen Untertiteln genießen. Das ist dann aber eben nicht verfälschender als beispielsweise die englische (oder eben in unserem Fall die deutsche) Sprachfassung! Denn das Original bei 90% der Italowestern ist nunmal die italienische Tonspur, mit italienischen Dialogen.


Ich bin mir unsicher, ob Du wirklich gelesen hast, was ich geschrieben habe. Ich weiß, wie der Begriff "Originalton" umgangssprachlich verwendet wird. Auch ich benutze ihn so wie Du oder Stanton oder zig weitere Personen. Ich habe mich einfach aus Interesse (ausgelöst durch die IW-Diskussion) gefragt, ob das etymologisch, dem Wortsinn nach so eigentlich richtig ist. Und siehe da, eine Minute Recherche per Google hat ergeben, dass der Begriff eben nicht so eindeutig definiert ist sondern in verschiedenen Kontexten ganz unterschiedlich ausgelegt wird. Im medienkulturwissenschaftlichen Diskurs kann bspw. jeder Synchro (ja, auch der ersten "Originalsynchro") die "Echtheit" abgesprochen werden-theoretisch. Das ist aber auch nicht so schlimm, finde ich.

Der Enthusiasmus mit dem du argumentierst, ist löblich, macht allerdings Deine Argumente (Du hast keine Ahnung, Stanton sagt das auch, ich weiß mehr über Postproduktion und Filmherstellung als Du...) nicht triftiger.

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 26.02.2016 00:52 
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Du hast natürlich recht. In verschiedenen Kontexten werden verschiedene Begriffe unterschiedlich gebraucht. Mein Einwand bezog sich daher primär auch nicht gegen dich, sondern lediglich die bei Italienischen Filmen (warum aber gerade da, eschließt sich mir eben nicht - könnte man genauso bei deutschen oder amerikanischen Streifen anführen, tut aber hierzulande nie jemand...) oft vorgebrachte "Ausrede", dass auf dem Set beim Dreh die Schauspieler verschiedene Sprachen (oder auch gar keine) benutzten, und daher die deutsche Synchro mit der italienischen "gleichwertig" wäre, weil "ist ja beides bloß Synchro". Wollte da eben klarstellen, dass die meisten Filme grundsätzlich synchronisiert werden, und dieses "Argument" daher nicht greift.

Es gibt beim Film also keinen Originalton (daher auch die vershiedenen Kontexte, die natürlich wichtig sind). Ähnlich wie beispielsweise in der Musik, wird eine Tonspur hergestellt, und solange bearbeitet, bis sie passt (beim Film sind ja auch Tonschnitt, Sound-design, etc. sehr wichtig). Der Song auf einem Album der Band xy ist aber eben ganz anders als der gleiche Song von einer anderen Band, und wenn er in einer anderen Sprache gesungen wird, sowieso. Und Film ist spätestens seit der Tonfilmzeit Anfang der 30er wohl in mindestens 80% der Fälle Bild + Ton. Und beide sind gleichwertig und gleich wichtig. Beide zusammen sind ja meist erst der Film

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 27.02.2016 16:25 
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Vielleicht in dem zusammenhang ganz interessant, für Diejenigen, die in der Nähe von Saarbrücken wohnen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 27.02.2016 17:37 
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Schöne Sache!

Ich finde aber gerade leider nicht raus, was für Filme da laufen. Vielleicht kommen die Details aber erst noch.

Edit: Alles klar, hab den separaten Thread entdeckt. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Originalton oder deutsche Synchro ?
BeitragVerfasst: 27.02.2016 20:39 
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(Der Info-Text der Uni Saarbrücken:)


Filmreihe zum Thema Synchronfassungen

Fremdsprachige Filme, die in deutschen Kinos laufen, sind in aller Regel synchronisiert. Die Synchronfassungen weichen dabei immer vom originalen Film ab, nicht nur im Klang. Dialoge sind leicht verändert, auch die Stimmung kann eine ganz andere sein als in der Originalfassung. Die Reihe „Film auf Deutsch – Besondere Synchronfassungen“ befasst sich aus filmwissenschaftlicher Sicht mit dem bisher noch recht unerforschten Gebiet der Synchronisation. Vom 10. bis 16. März zeigen das Kino achteinhalb und der Bachelor-Optionalbereich der Universität des Saarlandes täglich einen Filmklassiker in Synchronfassung. Filmwissenschaftler Nils Daniel Peiler wird jeden Film ausführlich vorstellen und die Besonderheiten der jeweiligen Synchronfassung wissenschaftlich untersuchen. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

„Das ist doch die Stimme von dem einen Schauspieler da, wie heißt der noch gleich…?“ Solche Überlegungen sind wohl niemandem fremd, der regelmäßig synchronisierte Filme schaut. In verschiedenen Produktionen trifft man immer wieder auf dieselben Stimmen. Cineasten ärgern sich bisweilen über die völlig andere Stimmung oder fehlenden Inhalt in der Synchronfassung im Vergleich zur Originalfassung. Synchronisierte Filme sind zumindest in deutschen Kinos und auf Fernsehbildschirmen allgegenwärtig. Und doch hat sich die Filmwissenschaft bisher kaum mit der Technik und der Geschichte der Synchronisation beschäftigt.
Das möchte Filmwissenschaftler Nils Daniel Peiler von der Universität des Saarlandes ändern. Peiler hat gerade gemeinsam mit Dr. Thomas Bräutigam (Berlin) den ersten deutschsprachigen Sammelband zum Thema Filmsynchronisation herausgegeben: Film im Transferprozess. Transdisziplinäre Studien zur Filmsynchronisation, Schüren-Verlag, Marburg 2015). Gemeinsam mit dem Kino achteinhalb in Saarbrücken zeigt er vom 10. bis 16. März die Filmreihe „Film auf Deutsch – Besondere Synchronfassungen“. Die Veranstaltung fragt anhand von sieben Filmklassikern, die mitunter schon lange nicht mehr im Kino zu sehen waren, nach Möglichkeiten und Schwächen einer Synchronisation, betrachtet die historische, technische und ästhetische Entwicklung der Synchronisation und gibt nicht zuletzt jenen Personen, die als Synchronschauspielern oft einem breiteren Publikum allein durch ihre Stimme präsent sind, einen Namen und ein Gesicht.

Wer verkörperte wen? Welche Verluste ergaben sich einst und ergeben sich noch heute als Konventionen einer Synchronübertragung? Was zeichnet eine besonders gute Synchronisation aus? Kann eine Synchronisation auch scheitern? Das sind nur einige der zahlreichen spannenden Fragen und Themen rund um den Transferprozess, den jeder eingedeutschte Film durchläuft.



Das Programm im Einzelnen:

Donnerstag, 10. März: Citizen Kane
Freitag, 11. März: Willkommen bei den Sch’tis
Samstag, 12. März: Vierzig Wagen westwärts
Sonntag, 13. März: Stirb langsam
Montag, 14. März: Alles über Eva
Dienstag, 15. März: Die sieben Samurai
Mittwoch, 16. März: Die Ritter der Kokosnuss

Die Veranstaltungen beginnen täglich um 19 Uhr mit einer ausführlichen Einführung mit zahlreichen Filmclips. Nach einer kurzen Pause beginnen um 20 Uhr die Filme. Der Eintritt kostet sieben Euro (ermäßigt sechs).

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BeitragVerfasst: 10.03.2016 07:34 
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PS Falls es jemanden interessiert - mit dem Kurator der Reihe habe ich mich unterhalten:

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