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 Betreff des Beitrags: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 24.11.2009 16:49 
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Mit einem heimtückischen Plan schafft Anne ihren Ehemann blutig beiseite und übernimmt mit ihrem Liebhaber die Macht über das Anwesen. Annes Sohn Sebastian flüchtet mit seiner Amme vor dem Massaker und verschwindet spurlos. Jahre später wird nach Sebastian gesucht. Sein ehemaliger Jugendfreund Manuell spürt ihn in Texas auf, doch seine Mutter fürchtet, er könnte die Wahrheit erfahren und sich rächen.....

Mein Lieblingswestern, hatt er doch nach den Leones, den Besten Soundtrack im genre!

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 16:54 
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Vielleicht sogar der beste Italo-Western von Baldi.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 16:55 
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Der Film und vor allem die Musik sind echt spitze! Leider fristet er ein Mauerblümchen-Dasein, was er keinesfalls verdient hat! :evil:

Ist bei Marketing erschienen und bei X-Rated unter dem Namen 3 KUGELN FÜR EIN AVE MARIA.
Beide DVDs sind gelungen. Für welche man sich entscheidet ist letztendlich Geschmackssache! Ich kann beide empfehlen.

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Zensor, der - Beamter gewisser Regierungen, dessen Aufgabe es ist, geniale Werke zu unterdrücken. In Rom war der Zensor
ein Inspektor der öffentlichen Moral; die öffentliche Moral moderner Nationen verträgt jedoch keinerlei Inspektion.
(Ambrose Bierce - Des Teufels Wörterbuch, 1911)


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 16:59 
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Die X-rated-Fassung hat die bessere Bildqualität. Aber für die 3-4 Euro die sie mittlerweile nur noch kostet ist die Marketing-Scheibe absolut okay. Hat auch ein schönes Cover.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 17:21 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Vielleicht sogar der beste Italo-Western von Baldi.


Was heist hier vielleicht? Das ist der Beste!

Sein Hill western kommt zwar nahe drann, der Blindman auch aber Story mäßig kann der Todeslied am besten überzeugen. Außerdem ist Leonard Mann hier perfekt besetzt!

Er hat ja leider nur 9 italowestern gedreht und meistens auftragsarbeit...
Sein erstling mit Nero ist mir etwas zu geschwätzig und fehlt es an drive...
Den Pavone Western darf man gar nicht zählen...
Sein zweiter Django ist sehr geil geworden, da kann man nix sagen! Der beste Django nach dem Original finde ich...
Dann kam ja der Hasse... der mir nicht so zusagte, hier fehlte der geschichte auch etwas pepp..
Dann kahm ja die Zusammenarbeit mit Anthony die auch zwei tolle Western hervorbrachte, den Time breaker mischmash hab ich noch nicht gesehen...
Und der Film mit den Spencer Hill doubles ist auch nicht zu erwähnen da grottenschlecht!

gruß reggie

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 18:28 
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Ich halte sehr viel von Texas Addio, ich kann mich aber nicht entscheiden, welchen ich nun lieber mag.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 19:00 
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Und ich hab die X-Rated-Scheibe schon seit Jahren im Schrank und den Film bis heute noch nicht angeschaut... :shock:
Nach den lobenden Worten die ich jetzt so gelesen habe, sollte ich den mal so bald wie möglich in den Player werfen und meine Wissenslücke schließen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 19:05 
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Du wirst es nicht bereuen, da bin ich mir sicher! Der Film flutscht schön...

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 19:46 
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Ich hatte die Marketing und die X-Rated DVD gekauft und dem Film zweimal eine Chance gegeben. Ich mag ihn einfach nicht.

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Suche "Maigret und sein gößter Fall" Regie: Alfred Wiedenmann. DVD von 3L


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 19:57 
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Also wenn mann einen Italowestern gesehen haben sollte, dann den hier!

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Ein traum gespann einfach! Leonard Mann und Pietro Martellanza!

Verstehe nicht warum man den nicht mögen kann! An was hats gelegen ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 20:00 
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ich mag den Film auch sehr. Sollte ihn mal wieder anschauen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 24.11.2009 23:03 
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Schöner Film. Und wie reggie schon sagte, mit einem superben Soundtrack. Vor allem "Ballata Per Un Pistolero" ist fantastisch!


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 25.11.2009 13:30 
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Definitive ein guter Western aber mir gefällt Blindman doch um einiges besser, ist aber alles eine sache des schlechten Geschmacks :lol: .

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Nimm ein paar kräftige Züge, dann kannste gut kacken!


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 01.12.2009 11:40 
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mit sicherheit ein toller italowestern! für mich ist blindman trotzdem um längen besser!

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 01.12.2009 21:12 
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Gute Ausstattung, gute Schauspieler, gute Synchro, gute Story - aber trotzdem zündet der Film bei mir nicht richtig - keine Ahnung warum. Sind die Farben auf der X-Rated auch so unnatürlich wie bei der Marketing ? Und wie sieht es da mit den Nachzieheffekten aus ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 01.12.2009 22:28 
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Habt ihr das schon mal gesehen:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Da steht: Format: Farbe, Drama enhanced, Limited Edition
und Länge 90 min.

Sieht aber nur aus wie die Rückseite der x-rated.

Bruckner nennt für den film ja 105 min und für die deutsche Fassung 91 min. Außerdem machte der Film immer einen gekürzten eindruck auf mich, obwohl die 84 min Fassung als uncut gilt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 01.12.2009 22:40 
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@Anti-Hero: Danke für den Bildvergleich. Die X scheint ja doch etwas mehr Schärfe zu haben. Sind die Nachzieheffekte auch so gravierend ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 01.12.2009 23:30 
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Stanton hat geschrieben:
Habt ihr das schon mal gesehen:

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Da steht: Format: Farbe, Drama enhanced, Limited Edition
und Länge 90 min.

Sieht aber nur aus wie die Rückseite der x-rated.

Bruckner nennt für den film ja 105 min und für die deutsche Fassung 91 min. Außerdem machte der Film immer einen gekürzten eindruck auf mich, obwohl die 84 min Fassung als uncut gilt.


Da hat sich so ein Amazon-Schlumpf sicher um 10 Min verhauen, oder Extras mitgerechnet und aufgerundet :D
Nein, es quält mich ein bisschen, dass wir von diesem Superfilm möglicherweise nur eine kürzere Fassung haben. Hoffentlich ist eine Kinokopie in Fan-Hände gewandert bzw. in Spanien oder sonst wo taucht mal was längeres auf. Würde mich sehr interessieren. In Italien gibt es auch eine DVD, die ist aber soweit ich weiß, identisch mit der X-rated.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 01.12.2009 23:43 
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Kein schlechter SW...muss ich mir nochmal ansehen demnächst.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 07.12.2009 10:54 
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... Gerade gestern geguckt...
Der Film gehört meiner Meinung nach zwar nicht zu den besten, aber hat doch alles, was ein guter Italowestern braucht:
tolle Schauspieler mit Ausstrahlung und verlebten Gesichtern, Auftritte von "alten Bekannten" (Piero Lulli, Luciano Rossi & Co), schöne Frauen, ein eingängiger Score, eine nette Rachegeschichte, dazu noch viel Staub, Dreck und Patronen.
Bin begeistert!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Seine Kugeln Pfeifen Das Todeslied - Ferdinando Baldi -
BeitragVerfasst: 16.06.2010 20:31 
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SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED („Il Pistolero dell' Ave Maria“, Italien/Spanien 1969) R: Ferdinando Baldi

Ein Fremder (Peter Martell = Pietro Martellanza) reitet durch eine unwirtliche Wüstengegend, wachsam beäugt von fiesen, waffenstarrenden Mexikanern. Offensichtlich pfeift er aus dem letzten Loch: kraftlos hängt er im Sattel, vom Durst ausgelaugt, von der Sonne verbrannt. Als es jedoch zur Konfrontation kommt, zeigt der Fremde, aus welchem Holz er geschnitzt ist – fünfmal donnert der Revolver und fünf Mexikaner fressen Staub. Den Sechsten lässt er laufen, nicht ohne ihm eine Botschaft mit auf den Weg zu geben: Schöne Grüße an die Herrin, was eine gemeine Mörderin sei.
Kurz darauf findet der Fremde, der auf den Namen Raphael hört, Unterschlupf auf einer kargen Farm, die vom jungen Sebastian (Leonard Mann = Leonardo Manzella) allein bewirtschaftet wird. Anhand eines Kleidungsstücks erkennt Raphael seinen Gastgeber und wir erfahren, dass sie ein gemeinsames Schicksal verbindet. Eine opulente Rückblende verrät uns die Wahrheit über die beiden: Sie kennen sich schon seit früher Kindheit und spielten als Jungs miteinander, die Dritte im Bunde war Sebastians Schwester Isabella (Pilar Velásquez), zu der Raphael bereits im Knabenalter liebevolle Bande knüpfte. Auf der heimischen Hazienda wird ein rauschendes Fest gegeben, denn man erwartet die Ankunft des Hausherren und Familienoberhauptes, dem General Carrasco (José Suárez), der im Krieg gegen die Franzosen gekämpft hat. Sebastians und Isabellas Mutter Anna (Luciana Paluzzi) birgt jedoch blutrünstige Pläne unter dem Busen: mit Beihilfe ihres Liebhabers Tomás (Alberto de Mendoza) will sie den unerwünschten Gatten loswerden. Tomás erdolcht den Patriarchen hinterrücks, Anna gibt ihm mit dem Colt den Rest – dummerweise hat Isabella jedoch die Bluttat heimlich beobachtet. Um sie zum Schweigen zu bringen und von ihrem lästigen Lover Raphael zu trennen, wird sie mit dem Krämer Juanito (Luciano Rossi) zwangsverheiratet und fristet auf dem Anwesen das Dasein einer besseren Magd. Der kleine Sebastian ist nach den Ereignissen mit seiner Amme (Silvana Bacci) nach Texas geflohen.
Nach dieser Offenbarung braucht es nicht viele Überredungskünste, um Sebastian für den geplanten Rachefeldzug zu gewinnen. Die mannstolle Anna hat jedoch seit langem ein Auge auf den schmucken Raphael gelegt und versucht mit Hilfe ihrer mexikanischen Schergen, allen voran der schmierige Schurke Francisco (Piero Lulli), seiner habhaft zu werden. Gemeinsam machen sich die Gefährten auf den Weg in die alte Heimat, gehetzt von einer Todesschwadron mexikanischer Mordbuben…


Wie auch schon bei Castellaris DJANGO – DIE TOTENGRÄBER WARTEN SCHON (Shakespeares Drama „Hamlet“), Puccinis GLUT DER SONNE („Romeo und Julia“) und Bazzonis MIT DJANGO KAM DER TOD (Prosper Merimees Novelle„Carmen“) bedient sich hier erneut ein Italowestern an klassischen Stoffen der Weltliteratur – im vorliegenden Fall wurde die griechische Tragödie „Orestie“ des Aischylos verbraten. Im Gegensatz zu den drei erstgenannten Filmen, bei denen das Ergebnis etwas bemüht und unbeholfen daherkommt, funktioniert die Umsetzung der Vorlage bei SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED aber prächtig. Es ist die zeitlose Geschichte des ruhmreichen Feldherren Agamemnon, der aus siegreicher Schlacht (Troja) heimkehrt, sich nach den liebenden Armen seiner treuen Ehefrau (Klytämnestra) sehnt, jedoch auf Verrat und heimtückischen Meuchelmord durch ihren Lover (Aigisthos) trifft. Seine Kinder (Orest und Elektra) werden des heimischen Hofes verwiesen und sinnen auf Rache.
Ein Stoff, der sich problemlos und elegant vom antiken Griechenland in die staubigen Gefilde Mexikos transponieren lässt, was Regisseur Ferdinando Baldi bravourös gelingt. Der Film legt von der Expositionsszene bis zum fulminanten Showdown in der Hazienda ein angenehm flottes Erzähltempo vor – es gibt kaum Verschnaufpausen, das vorzüglich ausgefeilte Drehbuch verzichtet gänzlich auf Füllszenen und verleiht jedem Moment eine narrative Bedeutung.
Die anfangs etwas nebulöse Handlung wird durch die geschickt eingefügte Rückblende perfekt aufgelöst und belegt jeden der Charaktere mit seiner ureigenen, fest determinierten Bestimmung. Sebastian folgt mit einer Mischung aus eiskalter Berechnung und brennender Leidenschaft seinem Racheziel, während Raphael von seiner unsterblichen und verzehrenden Liebe zu Isabella angetrieben wird. Daraus entspinnt sich eine klassisch konstruierte Familientragödie, die mit Intrigen, gefährlichen Gelüsten und ungestillten Sehnsüchten gespickt ist und im Verlauf der Handlung immer wieder mit Plottwists und überraschenden Wendungen auftrumpft. Einige schön gefilmte Pistolenduelle werden serviert (bei denen man sich etwas mehr Härte gewünscht hätte), es gibt Faustkämpfe und Remmidemmi im Saloon, eine kleine Folterung am Rande, attraktive Frauen und alles Weitere, was eine zünftige Pferdeoper verlangt.
Am besten wird der Film immer dann, wenn er die dunklen, trostlosen Winkel in den intriganten Familienbeziehungen des Hauses Carrasco ausleuchtet, in deren Schatten sich niederträchtige menschliche Gefühle suhlen – Hass, Eifersucht, Schuldkomplexe und Lieblosigkeit regieren. Es verwundert daher nicht, dass Anna mit ihrem Mittäter und Lover Tomás ihre unersättliche Lebensgier nicht lange stillen kann und sich rasch neuen, kurzlebigen Liebschaften zuwendet. („Du bist für mich nichts weiter als ein Verwalter“, wirft sie ihm eiskalt an den gehörnten Kopf.)
Das Finale durchweht dann sogar noch eine Prise apokalyptischen Gothic-Horrors, wenn die Hazienda ein Fraß der Flammen wird, wie einst das verfluchte Haus derer von Usher.

Beim Ensemble herrscht gehobenes Niveau, alle leisten herausragende Arbeit: Leonard Mann (DIE KILLER-MEUTE) glänzt in seiner vielleicht besten Rolle, auch wenn er weitgehend emotionslos spielt, was seinem Charakter aber angemessen erscheint. Peter Martell (DIE BANDITEN VON MAILAND) überzeugt rundum als unglücklicher Liebeskranker – hervorzuheben ist die wunderbare Szene im Saloon, als er eine leichte Dame abweist und sich mit Tequila die Kante gibt, während die liebreizende Barbara Nelli im Hintergrund das ansehnliche Tanzbein schwingt. Piero Lulli (TÖTE, DJANGO) ist stets eine Bank, auch hier gibt er den herrlich ekligen Banditen Francisco mit Hingabe. Meine Lieblingsszene mit ihm ist eine „Folterung“, als er dem Delinquenten, einem alten Mann auf einem Friedhof, Informationen entlockt indem er ihm androht, seine Brille zu zerbrechen! Luciana Paluzzi (TRAGIC CEREMONY) ist eine sündige Augenweide und verkörpert die kalt berechnende Männerfresserin auf rundum gelungene Weise. Wunderschön anzuschauen ist auch die Spanierin Pilar Velásquez in der Rolle der Isabella.
Der tolle Luciano Rossi (SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL) bleibt leider ungewohnt blass, aber mehr gab seine Figur wohl leider nicht her. Gleiches gilt für Alberto de Mendoza (DER KILLER VON WIEN), der aber zumindest den abgelegten Stecher ansprechend rüberbringt. In Nebenrollen sehen wir Mirella Pamphili (LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG) als mexikanische Dirne, die Sebastian das Badewasser heiß macht („Wenn Sie den Wunsch haben, abgerubbelt zu werden, rufen Sie nach mir. Ich komme auch nachts vorbei.“), sowie José Manuel Martin und Franco Pesce, die jedoch nur Kurzauftritte absolvieren.

Die ideenreiche Kameraführung und der dynamische Schnitt sind hervorragend, auch wenn natürlich an keiner Stelle die Meisterschaft eines Sergio Leone erreicht wird. Eine güldene Krone gebührt jedoch dem wunderbaren Score von Roberto Pregadio, einem der besten Musikstücke des Italowesterns neben den Arbeiten von Morricone. Das eingängige Titelthema entzückt mit Gitarren, Streichern, Oboen- und Klarinetteneinsatz, akzentuiert mit Gänsehaut erzeugenden Pfeifer-Passagen und unheilvollen Kirchenglocken. Ich konnte mich gar nicht satt daran hören!

Schlusswort: Ein unverdienterweise wenig bekannter, ausgezeichneter Vertreter seiner Zunft und – meiner bescheidenen Meinung nach – der beste Western von Ferdinando Baldi. Sein schräger BLINDMAN gefällt mir zwar fast ebenso gut, aber der lässt sich eh mit nichts anderem vergleichen…

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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 16.06.2010 20:51 
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Schönes Review und 100% Zustimmung.

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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 16.06.2010 22:35 
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Ebenfalls Daumen hoch, wenngleich ich persönlich allen mir bekannten Baldi-Western selbst in ihrer schwärzesten Stunde noch einen Lichtstrahl abtrotzen kann. In meine Augen ist er - soweit ich das überhaupt beurteilen kann - vielleicht kein herausragender, aber ein immer origineller Regisseur.
Im vorliegenden Streifen hat mich gestört, dass der Plot seinen klassischen Ansatz und das Ausleuchten dramatischer Beziehungen immer wieder zugunsten eher öder Schlägereien oder Fiestas verwässert. Aber die erwähnte Szene im Saloon ist wirklich große Klasse.

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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 16.06.2010 23:41 
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hab den vor einigen jahren gesehn und war echt kurz vorm einschlafen, damals kannte ich noch nicht soviele western aber dachte mir noch,
mit einem italo-western hat der aber nicht soviel zu tun. echt ein fragwürdiges teil das ich aber auf jeden fall nochmal gucken muss.
übrigens leuts ich beschwöre euch, diese titelmusik habe ich schon in mindestens einem anderen film gehört, wer kann helfen?

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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 17.06.2010 18:02 
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Hm ich weiß nur das ein PS Spiel die Titelmusik verwendet....

@ Diabolik! Super Review, triffts genau!

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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 17.06.2010 18:30 
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Ich das auf dem Ipod, immer wieder schön zu hören. Aber in nem anderen Spaghetti hab ich es noch nicht gesehen, wär mir sicher sofort aufgefallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 17.06.2010 18:31 
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Bei allen Lobeshymnen muss man allerdings auch sagen, dass der Film einige Schwächen hat.
Vor allem der Erzählrhythmus. Dies wird gerade zu Beginn deutlich. Raphael sucht angeblich seit vielen Jahren Sebastian. Dann findet er ihn und die Geschichte entwickelt sich in Höchstgeschwindigkeit, dass man fast nicht folgen kann. Doch dann gibt es immer wieder Passagen, die viel zu langsam erzählt werden. Wo sich auch teilweise etwas Langeweile entfaltet. Ich finde hier fehlt Baldi etwas das Fingerspitzengefühl. Oder es sind wirklich einige Szenen gekürzt und der Film hat generell eine etwas langsameren Erzählgeschwindigkeit.

Das heißt nicht, der Film wäre schlecht. Im Gegenteil, er ist richtig gut. Aber halt nur für die Verhältnisse von Baldi.
Dessen Problem ist doch immer schon, dass er diese Familientwistigkeiten mit Biegen und Brechen in seinen Filmen unterbringen wollte. Doch generell finde ich seine Filme einfach zu "gesprächig". Ausnahme ist hier Blindman, wobei hier wahrscheinlich Anthony das Sagen hatte.

SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED bekommt von mir eine Bewertung von 7 /10.
Allerdings gebe ich zu, dass der Score einzigartige Weltklasse ist. Grandios und unvergesslich. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 17.06.2010 18:42 
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Zu langsam finde ich ihn nicht. Die Fassung die wir haben, wirkt eher total auf kurzweiligen Actionfilm geschnitten. Die ursprünglichen Fassungen sollen ja länger sein.

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BeitragVerfasst: 17.06.2010 19:19 
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Wenn es denn diese längeren Fassungen überhaupt je gegeben hat.

Aber der Film ist gut, deutlich besser als die zu oft schlaff inszenierten IW die Baldi zuvor gedreht hatte. Hier passt das meiste, auch wenn der Film noch weit von Leone oder Corbucci entfernt ist. Ja, irgendwie 6 oder 7/10

Blindman war dann eine weitere, von mir nicht erwartete Steigerung, die ich allerdings ebenfalls geneigt bin größtenteils Tony Anthony zuzuschreiben.
Aber danach ging es ja wieder flott abwärts, auch mit Tony.


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 Betreff des Beitrags: Re: SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED - Ferdinando Baldi
BeitragVerfasst: 17.11.2010 11:49 
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