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 Betreff des Beitrags: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 13:38 
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Sergio Corbucci ist ein Regisseur den ich eigentlich sehr mag, obwohl ein großer Teil seiner Filme ziemlich öde ist.

Genau genommen hat er in seiner langen Regie Karriere zwischen 1951 und 1990 zwar über 40 Filme gedreht, aber seine intersssante Phase reduziert sich mit viel Wohlwollen auf die Jahre 61 - 74 oder vielleicht eher auf 64 oder 66 - 70, seine Italowestern Zeit . Und da war auch schon nicht alles Gold.

Kennt hier eigentlich jemand die Nichtwestern die er zwischen seinen IW gedreht hat:

Cleveren Zwei, Die (1974)
Fluchtpunkt Akropolis (1967)
Mann mit der goldenen Klinge, Der (1965)

Und diese 2 Peplums:

Sohn des Spartakus, Der (1963)
Macistes größtes Abenteuer (1961)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 17:22 
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Ich würde seine beste Zeit auch zwischen 65-70 einordnen, kenne aber auch keinen Film aus den 50ern. "Brutale Gewalt"; "Die große Sünde" und "Insel der Sünde" hören sich ja relativ "ernst" an, und da war Corbucci ja immer wesentlich besser als bei Komödien.

Die drei von dir genannten Filme kenne ich leider nicht, am Headhunter-Video war ich mal dran. Der Mann mit der goldenen Klinge ist, glaube ich auch ein Sandalenfilm. "Die cleveren Zwei" hört sich von der Story auch sehr interessant an. Es ist doch wirklich schade, dass Corbucci nach seiner Westernzeit nicht wie Tessari, Sollima, Valerii oder Damiani weiter gemacht hat. Er wäre sowohl für Actionfilme als auch für das Politmafiazeug der ideale Mann gewesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 18:26 
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Ich glaube die aus den 50ern sind alles Melodramen oder Komödien. Sein erster Actionfilm müsste Romulus und Remus gewesen sein.

Der Mann mit der goldenen Klinge (eigentlich Der Mann der lachte) ist ein Mantel & Degen Film. Ich werde versuchen eine englische Fassung zu bekommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 18:43 
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Ich werde mich auch nochmal umsehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 18:52 
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Die Western, die ich bisher von ihm sah, haben mir durch die Bank gut gefallen:

DJANGO
NAVAJOE JOE
LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
FAHRT ZUR HÖLLE, IHR HALUNKEN
ZWEI COMPANEROS

Hier rumliegen hab ich noch ungesehen:

IL MERCENARIO - DER GEFÜRCHTETE

Von seinen Nicht-Western hab ich bisher noch gar nix gesehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 18:53 
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An einer Kopie des 67ger Thrillers wäre ich sehr interessiert. Das deutsche VHS könnte uncut sein. Der ist ja direkt vor seinen beiden Meisterwerken gedreht worden, aber nach Django.

Der Film von 74 ist mal auf Premiere gelaufen, aber ich kenne niemanden der ihn hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.11.2009 19:55 
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fahrt zur hölle ihr halunken ist leider ziemlich zäh. aber ansonsten gefällt mir bisher alles was ich vom herren c. gesehen habe!

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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 30.11.2009 18:42 
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Ui da hat einer den Mercenario zuhause liegen und noch nicht angesehen... Flux flux nachholen!

Kenne vom Corbucci nur die Western und seine Spencer/Hill filme... Die Western gefallen mir aber besser!
Achja den Robinson Crusoe kenne ich noch, der Film ist auch ganz gut!

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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 30.11.2009 19:48 
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reggie hat geschrieben:
Ui da hat einer den Mercenario zuhause liegen und noch nicht angesehen... Flux flux nachholen!

Kenne vom Corbucci nur die Western und seine Spencer/Hill filme... Die Western gefallen mir aber besser!
Achja den Robinson Crusoe kenne ich noch, der Film ist auch ganz gut!


:lol:

Ist grad frisch reingekommen. Zusammen mit DIE KLETTE und WENN DU KREPIERST, LEBE ICH. Werden natürlich alle in kürzester Kürze okuliert. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 03.12.2009 17:10 
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Die cleveren Zwei ist auch vor Urzeiten mal auf Kabel 1 (glaube ich) gelaufen. Ist ein Buddymovie über 2 Fernfahrer (damals waren wohl noch 2 Fahrer je LKW-Zug vorgeschrieben), die sich zusammenraufen müssen und was sie so auf der Landstrasse erleben. Tolle Darsteller, schwankt ein bisschen zwischen Sozialdrama und Komödie. Sicher einer von Corbuccis besseren Filmen. (Fand seine Komödien ziemlich zäh).


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 03.12.2009 23:13 
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Ringo, besitzt du noch eine Kopie von Die Cleveren 2?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 05.12.2009 18:57 
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Irgendwo muß noch ne VHS mit dem TV Mitschnitt von Anno Dazumal herumliegen. War aber mit Werbepausen und mässiger Quali, daher selten gesehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 26.01.2010 14:41 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 26.01.2010 14:50 
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Welches sind Eurer Meinung nach die defintiven Western Meisterwerke von Corbucci?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 26.01.2010 14:52 
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Da gibt es bereits einen anderen Thread.

italowestern-f7/beste-corbucci-western-t370.html

Aber für mich ganz klar Silenzio und Mercenario. Djngo auch, aber der hat auch einige Schwächen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 27.03.2010 12:14 
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Kennt eigetnlich jeman die Einspielergebnisse von Corbuccis Filmen in den USA? Django lief ja dort noch vor den Dollarfilmen an und scheint einen kleinen Einfluss auf Peckinpahs Wild Bunch gehabt zu haben...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 27.03.2010 16:49 
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Nobody hat geschrieben:
scheint einen kleinen Einfluss auf Peckinpahs Wild Bunch gehabt zu haben...

Wenn das der Stanton liest... ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 27.03.2010 19:31 
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ephedrino hat geschrieben:
Nobody hat geschrieben:
scheint einen kleinen Einfluss auf Peckinpahs Wild Bunch gehabt zu haben...

Wenn das der Stanton liest... ;-)

David Wedell, ein anerkannter Peckinpahbiograf negiert den Einfluss der Italiener völlig, ja er zieht nicht einmal die Möglichkeit in betracht. Sicherlich ist bei Peckinpah eine Kontinuitätslinie von Sacramento über Sierra Chariba bis hin zu Wild Bunch zu sehen, gerade was seine Ikonografie betrifft, die durchaus als eigenständig gelten können und sich aus der Vergangenheit des Regisseurs erklären lassen. Allerdings überschreitet Peckinpah in dem letztgenannten Film eine Grenze, die er wahrscheinlich in Betracht gezogen hatte, wohl aber ohne das italienische Vorbild nie einem amerikanischen Publikum zugemutet hätte: Er begeht Gewalt an Frauen. Sie werden sexuell missbraucht, geschlagen und es wird auf sie geschossen, was in den klassischen US-Western undenkbar gewesen wäre und was ihre Helden, Wayne, Cooper oder Stewart auch strikt abgelehnt hätten. Schon in Leones Für eine Handvoll Dollar wird Marisol zum Spielobjekt der Männer und Joe (Clint Eastwood) verpasst ihr, wenn auch versehentlich, einen Fausthieb. Als Held geschieht dies jedoch nicht absichtlich und eigentlich ist er der Frauenfigur wohl gesonnen. In Django beobachtet Corbuccis schwarzer Rächer nun zunächst, wie Maria von zwei Banden misshandelt wird, ehe er eingreift. Doch im folgenden spielt er mit ihren Gefühlen, schläft zunächst mit ihr, übergibt sie dann Hugo und will sie, nachdem er das Gold gestohlen hat, bei diesem zurücklassen. Doch Maria ist in Django verliebt und folgt ihm- und wird dafür von Hugo angeschossen. Ein absolutes Novum im Film überhaupt, die weibliche Hauptfigur wird Opfer der Gewalt. Schließlich ist es Django, der sie rettet. Ihr endgültiges Schicksal bleibt ungewiss. Djangos chauvinistische Einstellung unterscheidet sich in keinster Weise von der seiner Antagonisten. So benutzt er eine von Nataneles Huren auch nicht, um mit ihr zu schlafen, sondern als Köder für die Mexikaner, die sein Gold bewachen, vorher bereits diente Nataneles Harem als trojanisches Pferd (wieder eine klare und offene mythologische Anspielung), um in das mexikanische Militärlager einzudringen, wo Jackson das Gold versteckt hatte. Phil Feldmann, Peckinpahs Produzent, riet diesem zu beginn der Dreharbeiten sich bei der Darstellung der Gewalt am krassesten zu orientieren, was es bis dahin auf dem Filmmarkt gab. Feldmann dachte sicherlich zunächst an die eben erfolgreich in Amerika gelaufene Dollartrilogoie Leones, die sich jedoch in der Darstellung der Gewalt am Ende sehr on Peckinpah unterschied. Leone zelebrierte den Spannungsbogen bis zum Gewaltausbruch, dieser war dann eher ein kurze Erruption. Peckinpah zelebrierte, ähnlich wie Corbucci den Akt der Gewalt. Auch das Maschinengewehr als Mittel dieser Filmgewalt stammt möglicherweise von Corbucci. Den bis dahin hatte es im amerikanischen Western kaum je eine Rolle gespielt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 27.03.2010 22:14 
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ephedrino hat geschrieben:
Nobody hat geschrieben:
scheint einen kleinen Einfluss auf Peckinpahs Wild Bunch gehabt zu haben...

Wenn das der Stanton liest... ;-)


He he, schon gelesen ...

Tatsächlich wird in den meisten Peckinpah Büchern Leone nicht einmal erwähnt. Nur in einem Interview von 1969 sagt Peckinpah das er Für eine Handvoll Dollar gesehen hat und ihn gut findet.

"It was very light and enjoyable. SL, I think, is absolutely marvellous."

Das Leone auch in Amerika mitgeholfen hat an der Gewaltschraube zu drehen ist unstrittig. Aber es wäre auch ohne ihn gekommen, und die extreme Zeitlupen mit Blut Gewalt wäre auch ohne Peckinpah gekommen. Es hätte vielleicht nur ein paar Wochen oder Monate länger gedauert, aber gekommen wäre es.
Der Unterschised zwischen 1964 und und 1968 war schon das die Produzenten bei Major Dundee Angst hatten das extreme Gewalt dem Film schadet, während dann bei TWB sie eher mehr forderten.
Es wäre sicherlich spannend gewesen zu sehen was Peckinpah für Filme gedreht hätte wenn er nich tfür Jahre auf einer Art schwrzen liste gestanden hätte.

Die Themen und die Inszenierung ist aber bei Peckinpah eine ganz andere als im IW. Das lässt sich in der Abstammung alles von den US Western der 3 Jahrzehnte davor herleiten (Filme bauen eigentlich immer auf das auf was schon vorher war), aber kaum vom IW.

Maschinengewehre gab es auch schon in The Professionals, der auch von einer Gruppe Söldner handelt die nach Mexiko gehen, und auch ein wenig in die Revolution verwickelt werden. Oder auch in einem älterern Mexico Western, in Bandido! (1956). Oder in dem auf einem älteren Peckinpah Drehbuch basierenden Villa Rides (1968).
Und er bewunderte Viva Villa und Viva Zapata, in denen auch MGs vorkommen, und war generell an Mexico und der Revolution und Pancho Villa sehr interessiert.

Gewalt gegen Frauen gab es in Das dreckige Dutzend.
Auch findet man immer wieder auch in alten US Western erstaunlich gewalttätige Szenen. Ich habe kürzlich einen Randolph Scott Western von 1948 gesehen in der dieser, nachdem er jemander KO geprügelt hat, ihm dann aus Rache mit einem Stein die Hand zerschnmettert. Und auch John Wayne schießt z.B. in The Searchers toten Indianern die Augen aus, und in Rio Bravo einem Flüchtenden in den Rücken.

Natürlich kann Peckinpah noch mehr IW gesehen haben, und sich da vielleicht auch die eine oder andere Idee geklaut haben, aber davon ist nichts belegt. Es bleibt Spekuation.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 27.03.2010 23:51 
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Also in Bezug auf "The Wild Bunch" ist Leones Einfluss unstrittig. So hat Peckinpahs Produzent Phil Feldman diesen explizit dazu aufgefordert, sich in Bezug auf die Gewaltdarstellung an Leones Dollar-Filmen zu messen,. In einem Memo an Peckinpah schrieb Feldman 1968 in Bezug auf die Leone-Western: »I think it might be good for you to have a comparative basis before you finally decide just how far other people have gone in the field of blood and gore and what the public is comparing us to.« Nachzulesen in Stephen Prince' Buch "Savage Cinema. Sam Peckinpah and the Rise of Ultraviolent Movies" (Austin, Texas 1999, S. 24) oder in dem kürzlich erschienen Leone-Buch bei Bertz. Insoweit war "The Wild Bunch" als explizite Reaktion auf die Italowestern intendiert. Herausgekommen ist dabei meiner Ansicht nach die beste Fusion beider Ausprägungen des Genres. Und Leone hat dann selbst wieder auf Peckinpahs Film reagiert, indem er in "Todesmelodie" einige Anspielungen auf Peckinpah untergebracht hat (der Ameisenbau am Beginn etwa, auf den Juan pisst).


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 10:35 
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Habe ich doch oben geschrieben. Das Umfeld für eine intensivere Gewaltdarstellung war gegeben. Und da hat Leone, aber eben nicht nur Leone, durchaus zu beigetragen. Peckinpah hatte mehr Freiheiten, aber das ist doch kein direkter Einfluss auf die Gestaltung oder den Inhalt von TWB.

Als Film ist TWB im Rahmen des Westerngenres kaum vom IW beeinflusst. Die Charakterzeichnung ist z.B. dem IW genau entgegengesetzt. Die Gewaltdarstellung ist eine ganz andere. Die IW waren durchaus sadistischer, aber Zeilupe gab es gar nicht, und die Verwendung von sichtbaren Blut war auch nur selten. Auch in den 70gern habe die IW nur selten mit Squibs und Zeilupe gearbeittet.
Ich würde sogar soweit gehen zu vermuten, das Peckinpah nach Bonny and Clyde auch ohne die IW die Möglichkeit gehabt hätte TWB genau so zu realisieren wie er jetzt ist.

Die IW waren tatsächlich eine vollkommen andere Art sich dem Westerngenre zu nähern. Gerade das finde ich so faszinierend. Die enorme Vielfalt die der Western von 65 bis 76 hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 14:31 
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Natürlich ist "The Wild Bunch" kein eindeutiges Rip-Off der Italowestern. Und natürlich sind die Charaktere, die Peckinpah hier kreiert, durchaus weit von den eher comic-haften IW-Protagonisten entfernt. Was ich mit dem Zitat nur herausstreichen wollte, ist, dass der Produzent Peckinpahs ihm speziell die Leone-Filme zur Sichtung verordnet hat und von ihm wollte, dass er mit seinem Film darauf reagiert. Das ist schon etwas mehr als ein allgemeines Klima der Gewalt im Kino (wofür natürlich "Bonnie & Clyde", "The Dirty Dozen" und die Bond-Filme ebenfalls bedeutend waren).
Eine letzte Off-Topic-Frage: Welchen Randolph-Scott-Western meintest du? Klingt interessant...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 15:22 
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Der heißt Coroner Creek.
Insgesamt ok, aber nichts besonderes, nur diese 2 Schlägereien waren für 1948 ziemlich deftig.

Oder kürzlich einen Western von 46 (Canyon Passage) in dem es auch einen Faustkampf gibt in dem es vorrangig darum geht den Gegner zu zerstören. Der Held haut seinem Gegner zuerst einen Stuhl und dann eine Flasche auf den Kopf.

Man findet immer wieder alte Western die überraschend brutal sind. Ich habe jetzt einen von 54 gesehen in dem 2 mal Squibs mit spritzendem Blut zu sehen war. Und das eine (ein Kopfschuss, allerdings durch den Hut) war die größte Blutfontäne in einem Film vor Yojimbo.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 19:25 
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Stanton hat geschrieben:
Habe ich doch oben geschrieben. Das Umfeld für eine intensivere Gewaltdarstellung war gegeben. Und da hat Leone, aber eben nicht nur Leone, durchaus zu beigetragen. Peckinpah hatte mehr Freiheiten, aber das ist doch kein direkter Einfluss auf die Gestaltung oder den Inhalt von TWB.

Als Film ist TWB im Rahmen des Westerngenres kaum vom IW beeinflusst. Die Charakterzeichnung ist z.B. dem IW genau entgegengesetzt. Die Gewaltdarstellung ist eine ganz andere. Die IW waren durchaus sadistischer, aber Zeilupe gab es gar nicht, und die Verwendung von sichtbaren Blut war auch nur selten. Auch in den 70gern habe die IW nur selten mit Squibs und Zeilupe gearbeittet.
Ich würde sogar soweit gehen zu vermuten, das Peckinpah nach Bonny and Clyde auch ohne die IW die Möglichkeit gehabt hätte TWB genau so zu realisieren wie er jetzt ist.

Die IW waren tatsächlich eine vollkommen andere Art sich dem Westerngenre zu nähern. Gerade das finde ich so faszinierend. Die enorme Vielfalt die der Western von 65 bis 76 hatte.



Es geht auch nicht direkt um die stilistische beeinflussung Peckinpahs, wobei auch die gegeben war, sondern auf die Übernahme gewisser Motive. Und da kann man diskutieren, den auch wenn es bestimmte Sacen vorher villeicht schon mal in dem einen oder anderen US-Western gab, so lebte es dochd er Italowestern exzessiv aus.
Übrigens dreht sich die Diskussion um die Beeinflussung Peckinpahs durch Corbucci, nicht Leone.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 20:43 
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Aber welche Motive hat er denn übernommen von Corbucci, Leone oder irgendeienem andern IW?

In dem Interview von 69 wurde er nach IW gefragt und hat nur Für eine Handvoll dollar angegeben. Und von dem sehe ich ganz ehrlich rein gar nichts in TWB.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 21:07 
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Dank an Stanton für den Filmtitel! Werde ich mir bei Gelegenheit mal ansehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 28.03.2010 21:27 
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Dürfte aber schwer dranzukommen sein ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 29.03.2010 10:11 
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Stanton hat geschrieben:
Aber welche Motive hat er denn übernommen von Corbucci, Leone oder irgendeienem andern IW?


Zählte ich bereits auf:
-unbegründete Gewalt gegen Frauen und zwar die körperlicher, nicht sexueller Natur
-Machinengewehr zur "Bodycounterhöhung" als leicht parodistische Referenz an die alten Westernschlussduelle. Dort töteten die Helden stets eine ihnen überlegene Anzahl von Gegnern, aber mehr als 6 (Anzahl der Patronen im Revolver) konnten es nie sein. So wie es Corbucci in Django getan hat. Die Helden/der Held/ sieht sich einer überzahl an Gegnern gegenüber für die seine normae Waffe nicht ausreicht. Der Zuschauer fragt sich, wie er da schaffen wird. Plötzlich kommt das MG ins Spiel
- ich lönnte mir auch vorstellen, dass Mapache nicht ganz unbeeinflußt von Hugo/Ortiz war. Er ist zwar als Charakter ausgereifter und ernster, trotzdem ist er ein verkapter Revolutionsgeneral, eigentlich eher Bandit in Phantsaieuniform, der sich amerikanischer Söldner bedient.

Wie schon gesagt ich könnte mir auch vorstellen, dass TWB ohne Italowestern dem vorhandenen Film ziemlich ähnlich sehen würde, da peckinpah eine deutlich eigenständige Stilentwicklung durchläuft. Aber er lief ja nicht blind durch die Kinowelt. Er kannte Leones und Corbuccis Filme und ich denke dass ihn dies zumindest zu einem kleinen Teil inspiriert hat. Als Regisseur war er natürlich so ausgereift, dass er diese Einflüsse seinem eigenen Stil und cineastischen Universum unterworfen hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 30.03.2010 13:28 
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Sei mir nicht böse, aber das ist mir zu vage, das sind zu allgemeine Motive, die können überall herkommen, und nicht nur aus Filmen.

Ich halte es eher für unwahrscheinlich das er Django gesehen hat. Wann ist Django in den USA gelaufen? War es ein Erfolg? Eher nicht. I
n den USA hat sich doch damals niemand um Corbbucci gekümmert. Leone fand Beachtung, aber auch meist nur negative. Und nicht einmal die Dollar Trilogie war wirklich erfolgreich. Jedenfalls auch nicht erfolgreicher als viele altmodische US Dutzendwestern.
Eastwoods erster US Western Hang em' High, der nicht einmal halb so attraktiv ist wie die Leone Filme, hat z.B. erstaunlicherweise mehr Geld gemacht als diese.

Auch denke ich das die meisten Filmemacher kaum noch Zeit hatten viel ins Kino zu gehen. Es gibt Regisseure die Peckinpah mochte, aber die waren meist aus der Zeit vor den 60gern, und da lassen sich auch Einflüsse zuordnen, auch einzelne "geklaute" Szenen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sergio Corbucci
BeitragVerfasst: 30.03.2010 17:11 
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Django lief seit 66 in den USA. Und ich könnte mitr vorstellen, dass gerade die Szene mit Mapache am MG eine Anspielung auf Django ist.


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