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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 13.03.2017 01:05 
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Ich habe mir den Film auf der Koch Blu-ray angesehen.

Fazit:
TEPEPA ist über die komplette Lauflänge ein guter Film, nicht mehr und nicht weniger,
wenn man dann aber das Ende gesehen hat, sagt man "Wow!" und findet ihn sehr gut.

8/10


Zuletzt geändert von italo am 13.03.2017 08:41, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 13.03.2017 08:13 
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Meiner Meinung nach ist das der doch recht ernste Revolutionshintergrund. Die klassenkämpferischen Elemente heben ihn halt irgendwie von ähnlich gelagerten Italo-Western ab...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 13.03.2017 08:47 
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Ich finde den auch "gut", aber mehr nicht. Da packt mich z.B. "Töte, Amigo" deutlich mehr. Übrigens der einzige Revolutions-Western, den ich vollumfänglich großartig finde.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 13.03.2017 16:11 
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Der Hexer hat geschrieben:
Ich finde den auch "gut", aber mehr nicht. Da packt mich z.B. "Töte, Amigo" deutlich mehr. Übrigens der einzige Revolutions-Western, den ich vollumfänglich großartig finde.

Wirklich vollumfänglich?
Einschließlich der schwachen Actionszenen?
Die sind für mich eine deutliche Schwäche dieses ansonsten (und da stimme ich dir zu) großartigen Films.
Im Bezug auf die Actionszenen hat TEPEPA ganz klar die Nase vorn, vor allem bei der finalen Schießerei, die ja eigentlich schon als richtige Schlacht inszeniert ist.
Weiterer Vorteil: Besetzung der Hauptrollen.
TÖTE AMIGO: Grandioser Gian Maria Volonté und daneben der für mich unpassende Lou Castel.
TEPEPA hat dagegen zwei hervorragend besetzte Hauptrollen.
Auch wenn manch einer Welles in dem Film gerne Lustlosigkeit vorwirft, sage ich, das gehört so.
Das Spiel passt genau zur Resigniertheit des Generals.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 13.03.2017 23:14 
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Die finale Schlacht in Tepepa fand ich immer traurig schlecht inszeniert. Und warum sollte der General in Tepepa resigniert sein? Und selbst dann würde ich immer noch Welles Spiel als extrem lustlos empfinden, das wäre dann miserable gespielte Resignation. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 13.03.2017 23:38 
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Stanton hat geschrieben:
Die finale Schlacht in Tepepa fand ich immer traurig schlecht inszeniert. Und warum sollte der General in Tepepa resigniert sein? Und selbst dann würde ich immer noch Welles Spiel als extrem lustlos empfinden, das wäre dann miserable gespielte Resignation. ;)

Ja, klar, darauf habe ich gewartet.
Nach meinem Post konntest du wohl deine Füße nicht mehr still halten. ;)

Bei mir hat diese finale Schlacht immer schon, seit der ersten Sichtung, ihre Wirkung erzielt.
Da ist nichts traurig schlecht, sondern einfach etwas anders inszeniert.
Ich weiß nicht ob das die beabsichtigte Wirkung ist, aber bei mir löst diese Szene immer eine Art innerliche Befreiung aus, nach allem, was man zuvor so sieht.
Und wenn ich da an die Frauen denke, die von den Bergen aus das Dynamit herabwerfen, denke ich mir, das ist genauso das, was die auch fühlen würden.
Der aufgestauten Wut Luft machen und den ganzen Sauhaufen von Regierungstruppen killen...

Was Welles betrifft: Du kannst sein Spiel natürlich als lustlos empfinden, das ist eben dein Eindruck.
Ich wiederum finde, dass das, was du als Lustlosigkeit interpretierst, perfekt zu der Rolle passt.
Das was ein bisschen wirkt wie: "Hach, ich will nicht" und "Scheiss drauf", das hat nichts mit schlechtem Spiel zu tun, sondern die Rolle ist so angelegt.
Zumindest habe ich es immer so empfunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 11:12 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:

Bei mir hat diese finale Schlacht immer schon, seit der ersten Sichtung, ihre Wirkung erzielt.
Da ist nichts traurig schlecht, sondern einfach etwas anders inszeniert.



Und für mich ist es eine Szene die den Film kräftig runter zieht.
Da sehe ich eher Unfähigkeit bzw massive Einfallslosigkeit als den Mut zur Andersartigkeit. Aber das ist ein Problem das bei Petroni regelmäßig auftritt. Ansonsten hat er den Film aber gediegen schön inszeniert. Aber bei Damiani finde ich auch sehr inspirierte Passagen, ein paar wirklich tolle Szenen, genau die Sachen die Petroni nicht kann. Und da er auch der politisch bewußtere Regisseur war, könnte ich mir gut vorstellen daß er aus dem Stoff mehr herausgeholt hätte. Aber bei den größeren Actionszenen hat auch Damiani nicht wirklich überzeugt.

Und Welles Spiel kategorisiere ich unter Arbeitsverweigerung.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 16:47 
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Immerhin hat Welles Petroni nach dem Film ein nettes Telegramm geschrieben, sich für die gute Zusammenarbeit bedankt und darum gebeten, sich bei zukünftigen Projekten an ihn zu erinnern. Das klingt für mich erst mal nicht unbedingt nach dem oft propagierten zur Schau gestellten Desinteresse Welles gegenüber Tepepa, kann aber natürlich schlicht professionelle Höflichkeit oder finanzielle Verzweiflung gewesen sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 17:41 
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Stanton hat geschrieben:

Und für mich ist es eine Szene die den Film kräftig runter zieht.
Da sehe ich eher Unfähigkeit bzw massive Einfallslosigkeit als den Mut zur Andersartigkeit. Aber das ist ein Problem das bei Petroni regelmäßig auftritt. Ansonsten hat er den Film aber gediegen schön inszeniert. Aber bei Damiani finde ich auch sehr inspirierte Passagen, ein paar wirklich tolle Szenen, genau die Sachen die Petroni nicht kann. Und da er auch der politisch bewußtere Regisseur war, könnte ich mir gut vorstellen daß er aus dem Stoff mehr herausgeholt hätte. Aber bei den größeren Actionszenen hat auch Damiani nicht wirklich überzeugt.

Und Welles Spiel kategorisiere ich unter Arbeitsverweigerung.


Und wenn der heilige St.anton sagt daß das so ist ...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 19:10 
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Stanton hat geschrieben:
Da sehe ich eher Unfähigkeit bzw massive Einfallslosigkeit als den Mut zur Andersartigkeit. Aber das ist ein Problem das bei Petroni regelmäßig auftritt. Ansonsten hat er den Film aber gediegen schön inszeniert. Aber bei Damiani finde ich auch sehr inspirierte Passagen, ein paar wirklich tolle Szenen, genau die Sachen die Petroni nicht kann.

Kannst du dich noch an den IL GRIDO Thread erinnern?
Da hast du gemeint, ich "formuliere das, was mir an dem Film keinen Spaß macht, sehr unglücklich".
Genau das machst du hier auch.
Mit "...genau die Sachen, die Petroni nicht kann" stellst du es so hin, als wäre Petroni unfähig gewesen es anders oder zumindest besser zu machen.
Ich glaube aber eher, er wollte es nicht anders.
Ich glaube, er hat genau das gemacht, was er wollte und wie er es wollte.
Wenn dir das, so wie es ist, (Endschießerei z.B.) nicht gefällt, gut.
Aber deswegen Petroni gleich zu Unterstellen, er könnte es nicht besser...
Das klingt ein bisschen nach: "Was will der denn, der kann ja sowieso nichts..."
Und solche Formulierungen ("der und der kann dies und das nicht") lese ich von dir sehr oft.
Aber zwischen nicht können und nicht wollen ist ein kleiner Unterschied. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 20:05 
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GunmanStan hat geschrieben:


... der heilige St.anton

:lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 20:32 
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Ja, "Töte, Amigo" ist für mich ziemlich perfekt. Auch die Besetzung.

Welche Szenen in "Töte, Amigo" findest du schlecht inszeniert? Und Woran macht ihr eigentlich überhaupt fest, wie "gut" oder "schlecht" eine Actionszene ist? Das erschließt sich für mich irgendwie auch nicht wirklich als Kriterium für die Qualität eines Films. Welche Szenen in "Töte, Amigo" findest du z.B. schlecht inszeniert?

Zu "Tepepa" würde ich noch hinzufügen, dass der für mich irgendwie unnötig ausgewalzt und lang ist. So spannend und außergewöhnlich sind Charaktere und Story nicht, dass man so episch erzählen müsste. Irgendwie habe ich bei Petroni fast immer das Gefühl, dass trotz solider Zutaten irgendwie der Funke nur mit leicht angezogener Handbremse überspringt.

Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Der Hexer hat geschrieben:
Ich finde den auch "gut", aber mehr nicht. Da packt mich z.B. "Töte, Amigo" deutlich mehr. Übrigens der einzige Revolutions-Western, den ich vollumfänglich großartig finde.

Wirklich vollumfänglich?
Einschließlich der schwachen Actionszenen?
Die sind für mich eine deutliche Schwäche dieses ansonsten (und da stimme ich dir zu) großartigen Films.
Im Bezug auf die Actionszenen hat TEPEPA ganz klar die Nase vorn, vor allem bei der finalen Schießerei, die ja eigentlich schon als richtige Schlacht inszeniert ist.
Weiterer Vorteil: Besetzung der Hauptrollen.
TÖTE AMIGO: Grandioser Gian Maria Volonté und daneben der für mich unpassende Lou Castel.
TEPEPA hat dagegen zwei hervorragend besetzte Hauptrollen.
Auch wenn manch einer Welles in dem Film gerne Lustlosigkeit vorwirft, sage ich, das gehört so.
Das Spiel passt genau zur Resigniertheit des Generals.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 22:01 
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Der Hexer hat geschrieben:
Woran macht ihr eigentlich überhaupt fest, wie "gut" oder "schlecht" eine Actionszene ist? Das erschließt sich für mich irgendwie auch nicht wirklich als Kriterium für die Qualität eines Films.

Aha, die Inszenierung ist also kein Qualitätskriterium für einen Film... :roll:
Ob und warum eine Actionszene gut oder schlecht ist, muss letztendlich jeder Zuschauer für sich entscheiden.
Der eine geht nach dem Schnitt, der andere nach der Choreographie, wobei ich auch glaube, dass das durchaus auch abhängig von der jeweiligen Szene oder dem jeweiligen Regisseur ist.

Der Hexer hat geschrieben:
Welche Szenen in "Töte, Amigo" findest du z.B. schlecht inszeniert?

Wie gesagt, vor allem die Actionszenen (im Speziellen fällt mir da die Szene ein, wo Castel und Volonté mit dem MG die Soldaten dezimieren).
Alles andere an dem Film ist mehr oder weniger gut, aber die Actionszenen sind in TÖTE AMIGO generell eine erhebliche Schwäche.
Das ist zwar bei Damiani keine Überraschung, weil er ja sowieso nie ein Action-Regisseur war, aber ich muss es in die Bewertung einfließen lassen, weil ich es einfach als schlecht gemacht empfinde.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 22:54 
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GunmanStan hat geschrieben:

Und wenn der heilige St.anton sagt daß das so ist ...


... dann wird es auch so sein. Du hast da fast die richtige Einstellung ... aber wie immer nur fast.

Stanman, im Übrigen du mußt nicht jedes Mal weinen wenn dir meine Meinung nicht passt.


Zuletzt geändert von Stanton am 14.03.2017 23:04, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 23:01 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Kannst du dich noch an den IL GRIDO Thread erinnern?
Da hast du gemeint, ich "formuliere das, was mir an dem Film keinen Spaß macht, sehr unglücklich".
Genau das machst du hier auch.
Mit "...genau die Sachen, die Petroni nicht kann" stellst du es so hin, als wäre Petroni unfähig gewesen es anders oder zumindest besser zu machen.
Ich glaube aber eher, er wollte es nicht anders.
Ich glaube, er hat genau das gemacht, was er wollte und wie er es wollte.
Wenn dir das, so wie es ist, (Endschießerei z.B.) nicht gefällt, gut.
Aber deswegen Petroni gleich zu Unterstellen, er könnte es nicht besser...
Das klingt ein bisschen nach: "Was will der denn, der kann ja sowieso nichts..."
Und solche Formulierungen ("der und der kann dies und das nicht") lese ich von dir sehr oft.
Aber zwischen nicht können und nicht wollen ist ein kleiner Unterschied. ;)


Das ist ja in Ordnung wenn du das so siehst.

Was Petroni wollte weiß ich nicht, aber für mich ist das schwach inszeniert, und ja, ich denke daß Petroni nicht so super begabt war, und da generell so seine Grenzen hatte, bzw wie du es nennst manches einfach nicht besser konnte.
Und die großen Action Szenen sind bei ihm eigentlich immer wenig gelungen.

Deswegen kommt Petroni auf meinem Entertainometer auch nicht so hoch. Tepepa ist da mit knapp 7/10 noch der Beste. Die deutsche Kurzfassung kam damals nur auf 5 bei mir.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 23:20 
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Stanton hat geschrieben:
bzw wie du es nennst manches einfach nicht besser konnte.

Moment! Das "nicht besser können" waren deine Worte:
Stanton hat geschrieben:
(...) Unfähigkeit bzw massive Einfallslosigkeit (...) das ist ein Problem das bei Petroni regelmäßig auftritt. (...)die Sachen die Petroni nicht kann.


Stanton hat geschrieben:
Und die großen Action Szenen sind bei ihm eigentlich immer wenig gelungen.

...was, wie ich mir denken kann für dich wieder am Schnitt liegt.
Aber ein schneller Schnitt ist nicht immer gut, denn ich denke mir, wenn man die Schlacht am Ende schneller geschnitten hätte, hätte man wohl kaum die Wirkung erzielt.
Nämlich genau das, wie ich gesagt habe, dass die Gefühle der Bauern, die sich gegen die Regierungstruppen auflehnen, nie so sichtbar geworden wären.
Ich hätte nicht mehr das Gefühl, dass ich hier eine erbitterte, kräftezehrende Schlacht sehe und dieses befreiende Gefühl könnte ich nicht mehr nachempfinden, sondern es wäre nur noch irgendeine Schießerei, bei der der Zuschauer bald die Übersicht verliert.
Sicher, schnell geschnittene Actionszenen können funktionieren (LASST UNS TÖTEN COMPAÑEROS, THE WILD BUNCH), müssen aber nicht und ich glaube in TEPEPA hätte die Szene so ihre Wirkung verfehlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 23:29 
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ephedrino hat geschrieben:
Immerhin hat Welles Petroni nach dem Film ein nettes Telegramm geschrieben, sich für die gute Zusammenarbeit bedankt und darum gebeten, sich bei zukünftigen Projekten an ihn zu erinnern. Das klingt für mich erst mal nicht unbedingt nach dem oft propagierten zur Schau gestellten Desinteresse Welles gegenüber Tepepa, kann aber natürlich schlicht professionelle Höflichkeit oder finanzielle Verzweiflung gewesen sein.


Sagen wirs mal so, Welles hat sich zu der Zeit in sehr vielen Filmen sehr wenig Mühe gegeben.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 14.03.2017 23:45 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
...was, wie ich mir denken kann für dich wieder am Schnitt liegt.
Aber ein schneller Schnitt ist nicht immer gut, denn ich denke mir, wenn man die Schlacht am Ende schneller geschnitten hätte, hätte man wohl kaum die Wirkung erzielt.
Nämlich genau das, wie ich gesagt habe, dass die Gefühle der Bauern, die sich gegen die Regierungstruppen auflehnen, nie so sichtbar geworden wären.
Ich hätte nicht mehr das Gefühl, dass ich hier eine erbitterte, kräftezehrende Schlacht sehe und dieses befreiende Gefühl könnte ich nicht mehr nachempfinden, sondern es wäre nur noch irgendeine Schießerei, bei der der Zuschauer bald die Übersicht verliert.
Sicher, schnell geschnittene Actionszenen können funktionieren (LASST UNS TÖTEN COMPAÑEROS, THE WILD BUNCH), müssen aber nicht


Müssen sie nicht, und ist sicher auch nicht immer gut, aber ein schneller Schnitt ist bei Action nie wirklich ein Fehler, weil da durch doch immer schon so eine gewisse Grunddynamik rein kommt.
Und natürlich kann tolle Action auch sehr langsam geschnitten sein, oder auch in einer einzigen Einstellung gemacht sein, kommt zum einem immer auf den Film an, und dann antürlich wie es gemacht ist.

Aber was du da siehst, und das ist absolut ok es so zu sehen, da sehe ich halt nicht. Das fühlt sich für mich weder erbittert noch kräftezehrend an, sondern nur unnötig lahm, und auch bei Welles Charakter kann ich mich nicht daran erinnern daß ich ihn als resignativ empfunden hätte.
Für mich bleiben das unter anderem die Sachen weswegen Tepepa gut ist, und 7/10 ist ja bei mir schon eine hohe Wertung, aber auch noch recht weit von was Tollem entfernt ist.

Quien sabe hat auch seine Schwächen, aber da sind dann für mich doch Szenen drin die ich in keinem Petroni Film finde, und deswegen ist Petroni für mich ein Regisseur der bestimmte Grenzen hat, und da nehme ich mir die Freiheit zu sagen, das kann er nicht. Ist aber logischerweise auch nur eine Meinung.
Bei Corbucci dagegen sehe ich wahnsinnig viel Talent, noch mehr als bei Damiani, aber Corbucci hat insgesamt beschämend wenig aus seinem Talent gemacht, aber in seinen besten Momenten hat er wahnsinnig aufregende Sachen gemacht, die sind dann sehr tief, sehr schön. Gänsehautszenen halt. Und das ist letztendlich das was ich in Filmen suche, und auch immer wieder finde.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 15.03.2017 01:03 
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Ich finde TEPEPA absolut stimmig und gerade die Unaufgeregtheit mag ich sehr. Tomas Milian spielt sehr gut und ist weit entfernt von seinem Overacting, welches er schon in ähnlichen Rollen an den Tag gelegt hat. Orson Welles spielt auch klasse und kommt authentisch rüber aber am meisten hat mir John Steiner gefallen, der hier einen ganz besonderen Typus verkörpert und sehr erinnerungswürdig bleibt.
On Top das grandiose Ende und dann noch der Satz in Bezug auf Mexiko finde ich ziemlich stark.
TÖTE AMIGO hat andere Stärken aber beide Filme mag ich sehr, obwohl ich absolut kein Freund von Revoulutions Western bin.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 15.03.2017 15:39 
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Stanton hat geschrieben:
ein schneller Schnitt ist bei Action nie wirklich ein Fehler, weil da durch doch immer schon so eine gewisse Grunddynamik rein kommt.

Aber man kann es eben auch übertreiben und dann tritt genau das ein, was ich gesagt habe: Man verliert die Übersicht.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich mich von neueren Actionfilmen eher fernhalte.
Ganz schaffe ich es natürlich nicht (z.B. sind momentan die zwei Machete-Filme unterwegs zu mir), aber es ist doch bei heutigen Actionfilmen überwiegend so, dass es mich nicht anspricht.
Die von dir als "eine der besten Actionszenen der letzten 100 Jahre" bezeichnete Eröffnungsszene von EIN QUANTUM TROST sehe ich bspw. nur als viel zu hektisch und völlig "überschnitten" als dass sie mir Spaß machen könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 15.03.2017 17:02 
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Stanton hat geschrieben:
GunmanStan hat geschrieben:

Und wenn der heilige St.anton sagt daß das so ist ...


... dann wird es auch so sein. Du hast da fast die richtige Einstellung ... aber wie immer nur fast.

Stanman, im Übrigen du mußt nicht jedes Mal weinen wenn dir meine Meinung nicht passt.


Deine Meinung ist doch eh fürn Arsch,nicht immer ... aber fast immer und das ist auch nix neues.

Bist halt ne arme Sau,tust mir auch irgendwie leid,aber zum weinen reichts nicht ganz.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 15.03.2017 23:35 
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GunmanStan hat geschrieben:

Deine Meinung ist doch eh fürn Arsch,nicht immer ... aber fast immer und das ist auch nix neues.

Bist halt ne arme Sau,tust mir auch irgendwie leid,aber zum weinen reichts nicht ganz.


Du weinst ja schon wieder ... werd erwachsen, Stanman ...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 17.03.2017 10:54 
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italo hat geschrieben:
Ich finde TEPEPA absolut stimmig und gerade die Unaufgeregtheit mag ich sehr. Tomas Milian spielt sehr gut und ist weit entfernt von seinem Overacting, welches er schon in ähnlichen Rollen an den Tag gelegt hat. Orson Welles spielt auch klasse und kommt authentisch rüber aber am meisten hat mir John Steiner gefallen, der hier einen ganz besonderen Typus verkörpert und sehr erinnerungswürdig bleibt.
On Top das grandiose Ende und dann noch der Satz in Bezug auf Mexiko finde ich ziemlich stark.
TÖTE AMIGO hat andere Stärken aber beide Filme mag ich sehr, obwohl ich absolut kein Freund von Revoulutions Western bin.

Volle Zustimmung....bis auf den Nachkommateil des letzten Satzes ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 17.03.2017 16:00 
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Grinder hat geschrieben:
italo hat geschrieben:
Ich finde TEPEPA absolut stimmig und gerade die Unaufgeregtheit mag ich sehr. Tomas Milian spielt sehr gut und ist weit entfernt von seinem Overacting, welches er schon in ähnlichen Rollen an den Tag gelegt hat. Orson Welles spielt auch klasse und kommt authentisch rüber aber am meisten hat mir John Steiner gefallen, der hier einen ganz besonderen Typus verkörpert und sehr erinnerungswürdig bleibt.
On Top das grandiose Ende und dann noch der Satz in Bezug auf Mexiko finde ich ziemlich stark.
TÖTE AMIGO hat andere Stärken aber beide Filme mag ich sehr, obwohl ich absolut kein Freund von Revoulutions Western bin.

Volle Zustimmung....bis auf den Nachkommateil des letzten Satzes ;)

"Der Gringo liebt(e) Mexiko nicht..." ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 20.03.2017 00:40 
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Stanton hat geschrieben:
Und Welles Spiel kategorisiere ich unter Arbeitsverweigerung.

Naja, Arbeitsverweigerung bedeutet ja vielmehr, erst gar nicht am Set zu erscheinen, oder meinetwegen im Bett liegen zu bleiben. Das ist offensichtlich schon einmal nicht der Fall. ;)

Für meine Begriffe bringt Orson Welles schon genau das auf den Punkt, was von einem Zeitgenossen wie Oberst Cascorro zu erwarten ist. Er sonnt sich in seiner Position; da darfs von der Körpersprache her schon einmal etwas gemütlicher zugehen. Deswegen meine ich, dass er sehr authentisch wirkt: verfressen, versoffen, verhurt und impulsiv. In dieses Bild wirkt Welles' Konstitution frappant mit hinein, wobei man natürlich kein Ebenbild der Impulsivität im klassischen Sinne geboten bekommt. Das ist eher auf seine Art zu entscheiden und seinen Lebenswandel bezogen. Auch resignative Tendenzen sehe ich eigentlich weniger, würde es doch gleichzeitig bedeuten, dass er mit seinen Strategien nicht die gewünschten Erfolge verbuchen konnte und einfach ohne eigene Intervention hinnimmt. Das tut er keineswegs, eher im Gegenteil, denn er ist in einer Position, die ihn schalten und walten lassen kann, wie ihm gerade danach ist. Außerdem kann er sich alles mit vollen Händen nehmen und unbequeme Kontrahenten kaltstellen, er hat für seine eigenen Ansprüche vielleicht alles erreicht. Welles macht hier im Sinne der Anforderung daher nicht viel falsch, lässt sich außerdem im Sinne der Anklage nichts zu Schulden kommen und das sage ich nicht, weil ich die Ansicht vertrete, dass ein Darsteller vom Format eines Orson Welles stets eine Absolution in sich darstellt. Da ist es zugegebenermaßen gerade in späteren Produktionsjahren manchmal schon so gewesen, dass zumindest zu überlegen war, ob er lustlos und starr agiert, oder eben die Rolle präzise skizziert. Von daher kann ich die Kritik schon verstehen, einen Begriff wie Arbeitsverweigerung jedoch nicht. Für mich ist Welles insbesondere neben einem beeindruckenden John Steiner einer der sichersten Faktoren in "Tepepa".


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 20.03.2017 03:21 
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Der IW Fan ist da wohl abgehärtet was miese Schauspielerei betrifft. Es könnte das Anthony Stiffen Syndrom sein? ;)

Mich macht das jedenfalls traurig was Welles hier abzieht, zumal es ja kein hoffnungsloser Film ist, wie andere in denen er in jener Zeit mitgewirkt hat. Denn Welles konnte ja ein unglaublich charismatischer Schauspieler sein. Aber das findet sich in seinem Spätwerk irgendwie überhaupt nicht mehr, auch nicht wirklich bei Chabrol oder in seinem eigenen Film The Immortal Story. Nach Campanadas a medianoche war das irgendwie alles weg, tot.


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