Dirty Pictures

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 22.01.2013 15:12 
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War nur ein ganz ganz kleiner kritikpunkt, wenn es jetzt nicht schliesst geh ich davon auch nicht ein...
Brauch da mir jetzt nicht extra Klarsichthüllen kaufen...

Weiter zu Tepepa....
Wisst ihr welche Stelle ich doof finde, als der General beim Essen erzählt wie Tepepa und seine leute ohne Waffen vor ihm gestanden waren und sich haben abknallen lassen. Was ist daran lustig, warum lachen die dummen Gänse :roll: :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 22.01.2013 21:28 
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Wer bei Tepepa ein Booklet vermisst, wir haben eins bei uns auf die Facebook-Seite gestellt. Ebenfalls eine überarbeitete Fassung des Django-Booklets.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 22.01.2013 21:44 
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Michael hat geschrieben:
Wer bei Tepepa ein Booklet vermisst, wir haben eins bei uns auf die Facebook-Seite gestellt. Ebenfalls eine überarbeitete Fassung des Django-Booklets.

Nette Sache - Wer hat das verfasst? Durch die Gliederung und den Aufbau sieht das nach eine Schul-/ Uni-Arbeit aus.
Wenn ich mal Zeit habe, setzte ich mir das richtig und drucke es mir aus ;)

Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 22.01.2013 22:30 
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Wolfgang Luley, ich dachte es stand drin. Er hatte viele Western-Booklets für uns geschrieben, arbeitet zur Zeit aber an einem Buch. Für Tepepa hat er das unterbrochen.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 23.01.2013 08:05 
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Bei der Rezension der Blu-ray auf Spaghetti-Western.net ist es unten verlinkt...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 23.01.2013 10:20 
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Hat eigentlich schon jemand die Blu-ray und die DVD verglichen? Bin halt am überlegen, ob sich die Blu unbedingt lohnt, da ich auf meinem 32''er oft keinen Unterschied zw. DVD und Blu sehe wegen der Hochskalierung...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 23.01.2013 22:41 
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ich glaub bei 32'' kann man sich die 5 Euro echt sparen!
Mir grieselts einfach zu arg besonders bei dunklen Szenen, aber die Bildschärfe ist schon gelungen daran soll es nicht liegen...
bin auch dankbar für nen Bildvergleich, falls vorhanden :)

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 24.01.2013 00:53 
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Eigentlich ein wirklich sehr, sehr guter Film (insbesondere politisch und musikalisch), wobei John Steiner hier irgendwie nicht so ganz den Beigeschmack abschütteln kann, dass es mit jemand anderem besser gegangen wäre.

Ich mag Steiner eigentlich gerne, aber hier hat er für mich einen Elfer daneben gesetzt.
Ein ähnlicher Fehltritt wie Donal O'Brien in "Lauf um dein Leben".

PS:
Dass die Nummer, wo die Mexikaner am Ende in dem Canyon ein richtiges Massaker anrichten nicht auf dem Soundtrack enthalten ist, finde ich richtig sch***!
Meiner Meinung nach eine absolut großartige Szene (einschließlich Milian mit unter der Nase zugeknöpftem Sombrero :mrgreen: ).

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"Wenn du mit mir sprechen willst, ruf die Nummer 6-6-6 an."
Luc Merenda in "A Man Called Magnum" zu einer minderjährigen weiblichen Zeugin von vielleicht 13 Jahren, nachdem diese ihm vorher einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, nur weil er ihre Bilder lobte... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 24.01.2013 09:58 
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Detective Lloyd hat geschrieben:

PS:
Dass die Nummer, wo die Mexikaner am Ende in dem Canyon ein richtiges Massaker anrichten nicht auf dem Soundtrack enthalten ist, finde ich richtig sch***!
Meiner Meinung nach eine absolut großartige Szene.


Für mich die schwächste Szene des Filmes.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 24.01.2013 13:59 
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Das nun wirklich nicht, denn in der Szene sieht man so gut wie nichts von John Steiner, was schauspielerisch gegenüber den entsprechenden Szenen - meiner Ansicht nach - schonmal zu einer deutlichen Aufwertung führt. :mrgreen:

Ich kann Steiners Ansatz zwar verstehen, die Rolle sehr zurückgenommen zu spielen, aber ihm gelingt es einfach nicht, die Ursachen dafür, warum "Tepepa" sich ihm letzten Endes anvertraut, plausibel darzustellen.
Steiner spielt den ganzen Film ziemlich extrem so als wäre ihm eine Laus über die Leber gelaufen und als würde er nur auf eine Gelegenheit warten, sich abzureagieren. Dass sich Tepepa ausgerechnet ihm anvertraut, ist völlig unglaubwürdig - und nur Steiners Darstellung geschuldet.

Ein ähnliches Problem habe ich auch mit Donal O'Briens Zwei-Gesichtsausdrucksschauspiel in "Lauf um dein Leben". Wenn ich bedenke, dass John Ireland eigentlich für die Rolle vorgeshen war, hätte der Film dem "Gehetzten der Sierra Madre" tatsächlich Konkurrenz machen können (Was schon allein deswegen geil gewesen wäre, da mit "Lauf um dein Leben" ja ein Slogan aus dem Score von "Der Gehetzte der Sierra Madre" aufgegriffen wird.)

Ich dachte eigentlich, dass das Bestreiten eines Films mit ein oder zwei Gesichtsausdrücken von Chuck Norris erfunden worden wäre, aber wer das behauptet, kennt diese Performance von Donal O'Brien leider nicht.

Ich hätte in Steiners Rolle in "Tepepa" jedenfalls gern George Hilton oder Gianni Garko gesehen. Sehr spannend stelle ich mir auch Giuliano Gemma vor.
(Franco Nero ginge auch, aber der hat schon genug andere derartige "Gegenpart zum Mexen"-Rollen gespielt.)

PS:
Die Szene ist nicht besonders gut geschnitten. In dem Punkt gebe ich dir recht, aber das gilt eigentlich für den ganzen Film. Der Schnitt ist aus meiner Sicht der Hauptgrund, warum das Ding gegenüber Leone oder Corbucci im Endeffekt den kürzeren zieht. Phasenweise einfach nur amateurhaft zusammengeschustert. Selbst Sollimas Italowestern sind schnitttechnisch oft nur suboptimal.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 24.01.2013 14:08 
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Ich fand Steiner in der Rolle eigentlich gut. Er geht sie schon eher zurückhaltend an, aber das schien mir passend.

Petroni ist für mich eher so ein ok Regisseur. Zu Leone und Corbucci hin liegen da Galaxien zwischen. Keiner seiner Filme ist schlecht gemacht, aber da ist auch wenig auffallend gutes. Es ist aber auch keine Linie festzustellen. Von Mann zu Mann, Tepepa, Provvidenza, da passt nicht viel zusammen.

Tepepa ist schon von der Geschichte her der Interessanteste seiner 5 IW. (Obwohl er nicht viel westernhaftes hat)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 24.01.2013 14:11 
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Na gut, eine Linie kann aber auch was Eintöniges haben. Von daher finde ich das nicht so schlimm.

Mir gefällt gerade an Corbucci z.B. sehr gut, wie er thematisch und stilistsch variabel gewesen ist, aber gleichzeitig trotzdem eine Handschrift kreierte. In dem Punkt tanzt er Leone wirklich völlig aus, der thematisch erheblich festgelegter war und nicht so richtig aus seinem Saft rauskam - und bei dem Versuch dies zu tun mit "Todesmelodie" prompt vor die Wand fuhr.

Ich mochte auch "Von Mann zu Mann".
Sehe Petroni eigentlich auf Augenhöhe mit Sollima.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 24.01.2013 15:55 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
und bei dem Versuch dies zu tun mit "Todesmelodie" prompt vor die Wand fuhr.




Ich glaube diese Aussage werden nicht viele unterschreiben


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 25.01.2013 01:00 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
Ich mochte auch "Von Mann zu Mann".
Sehe Petroni eigentlich auf Augenhöhe mit Sollima.



Man hat schon Leute für sehr viel weniger aufgehängt.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 25.01.2013 02:19 
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Stimmt. Zum Beispiel Fans von "Todesmelodie". :mrgreen: Sofern sie vor dem Galgen nicht schon ihren Schussverletzungen erlegen sind. :geek:

Nein, mal im Ernst...
Also, dass Corbucci bei seinen Italowestern thematisch WESENTLICH - und damit meine ich SEHR WESENTLICH - variabler als Leone war, wird hoffentlich niemand hier bestreiten wollen. Das hat ein Stück weit natürlich auch damit zu tun, dass er dem Genre einige Filme mehr beigesteuert hat, trotz alledem ist Leone eigentlich nie wirklich aus einer Ecke herausgekommen, wenn man mal davon absieht, dass der erste Film noch eher sowas wie ein (sehr guter) Gehversuch war.

Was man von Leone selber halten will, lasse ich hier jetzt mal offen.

Sollimas Filme sind jedenfalls größtenteils ebenso suboptimal (nicht schlecht, aber definitiv nicht sehr gut) geschnitten wie die von Petroni und den Drive von "Der Gehetzte der Sierra Madre" hat weder "Von Angesicht zu Angesicht" noch "Lauf um dein Leben". Hinzu kommt die Tatsache, dass bei der Besetzung von einem relativ unerfahrenen Nebendarsteller wie Donal O'Brien für eine wichtige Hauptrolle wirklich jemanden schwer der Teufel geritten haben muss, zumal O'Brien einfach kein variabler Schauspieler war, sondern bestenfalls ein reiner Charakterkopf.
John Ireland durch Donal O'Brien zu ersetzen macht etwa so viel Sinn wie Bud Spencer zugunsten von Osiride Pevarello auszutauschen (nur dass das wenigstens noch amüsant gewesen wäre).

Das alles berechtigt durchaus zu der Aussage, dass sich Petroni mit Sollima auf Augenhöhe bewegt, wenngleich ich Sollimas besten Italowestern "Der Gehetzte der Sierra Madre" dann doch deutlich vor "Tepepa" sehe. Das war allerdings ein Ausreißer.
Für mich sind die beiden ansonsten einfach zwei ziemlich gute Regisseure des Genres. Nicht mehr, nicht weniger. Zwei der besten, aber keine konstanten Highlight-Lieferanten.
Valerii grätscht da mit "Der Tod ritt dienstags" z.B. schonmal locker dazwischen und Colizzi mit "Gott vergibt - wir beide nie!" auch.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 25.01.2013 10:33 
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Bongo hat geschrieben:
ich glaub bei 32'' kann man sich die 5 Euro echt sparen!
Mir grieselts einfach zu arg besonders bei dunklen Szenen, aber die Bildschärfe ist schon gelungen daran soll es nicht liegen...
bin auch dankbar für nen Bildvergleich, falls vorhanden :)


Danke für deine Einschätzung :)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 25.01.2013 10:40 
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Leone hat konsequent seinen Stil von Film zu Film entwickelt, und dabei auch inhaltlich sich verändert. Und er ist dabei immer brillanter geworden bis hin zu seinem Meisterwerk Spiel mir das Lied vom Tod, der so ganz nebenbei für mich einer der 3 besten Filme aller Zeiten ist. So sehr ich Corbucci mag, und ich liebe Il mercenario und Il grande Sillenzio, aber GBU und OUTW sind noch einmal auf einem anderen Level.
Aber Corbucci war so ziemlich der einzige der an dieses Niveau herankommen wollte. Wenn er wollte, aber meist wollte er anscheinend nicht.

Sollima ist dann auch für mich noch recht weit von diesen entfernt, und ich persönlich ziehe Colizzi vor. Aber sie sind die beiden die nach den obigen Sergios kommen. Petroni ist weniger interessant.
Und wie wenig ich von Vallerii halte ist bekannt.

Leones Giu la testa ist sicherlich nicht so stark wie seine Vorgänger, aber er zeigt welch hohes erzählerisches Niveau Leone sich angeeignet hatte. Da es aber auch ein Film war den Leone (wahrscheinlich) gar nicht selber inszenieren wollte, taugt er auch nicht all zu sehr um mit ihm abzurechnen. Giu la testa und Mein Name ist Nobody sind aber trotzdem sehr interessant in der Betrachtung von Leones Gesamtwerk, und auch wenn Giu la testa nicht in jeder Hinsicht gelungen ist so ist er trotzdem einer der großen IW für mich. Und ein sehr interessanter Beitrag zum ital. Revolutionswestern. Jedenfalls ist er klar besser für mich als Tepepa, kommt aber nicht an Il mercenario heran. Aber auf einer Stufe mit Quien sabe? und Comapaneros.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 25.01.2013 21:38 
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Ich gehe mit, dass GBU und OUTW Leones beste Western sind - wobei ich "Es war einmal in Amerika" mit Abstand für seinen besten Film halte.

Ob der holzhammerartige Epos-Anstrich aber deswegen gleich um seiner selbst Willen Corbucci auf die Ränge verweist, möchte ich dann doch in Frage stellen.
Klar hat sich Leone gerade bei diesen beiden Filmen dick mit Story und epochalem Gestus eingekleidet, aber das allein macht einen Film für mich jetzt nicht zwangsläufig zur großen Krönung.
Zumindest, dass Leone sich mit diesen Filmen auf einer "anderen Ebene" als Corbucci bewegte, wage ich dann doch in Zweifel zu ziehen, zumindest wenn man dies als sozusagen alle anderen "K.O.-wertendes" Argument anführt.
Eine andere Ebene, eine hochgegriffene Ebene sicher schon, aber deswegen nicht zwangsläufig eine "bessere".

Bei Valerii komme ich, ob ich will oder nicht, einfach nicht umhin, dass ich "Der Tod ritt dienstags" und "Sie verkaufen den Tod" für zwei ziemlich geile Italowestern halte - ich würde sogar fast behaupten, dass "Sie verkaufen den Tod" zu den besten Filmen zählt, die das Genre in den 70ern noch hervorgebracht hat... zwar deutlich hinter "Lasst uns töten, Companeros" und weit hinter vielen anderen Filmen der 60er, aber trotzdem.
Da mir auch "My Dear Killer" sehr gut gefiel, möchte ich Valerii eigentlich wirklich nicht verurteilen, auch wenn ich "Mein Name ist Nobody" für ziemlich überbewertet halte (unter allen Filmen, bei denen Leone seine Finger im Spiel hatte, mit Abstand das allergrößte Pseudo-Epos).

Ähnlich sehe ich das auch mit Petroni. "Tepepa" ist nunmal ziemlich interessant und "Die Rechnung wird mit Blei bezahlt" sicher auch nicht schlechter als "Lauf um dein Leben".

Ich finde allerdings auch, dass Colizzi sich da noch davor bewegt. Seine Filme sind handwerklich viel sauberer als die von Sollima oder gar Petroni. Und Valerii tat sich mit einer wirklich eigenen Handschrift sicher ebenfalls etwas schwer.

Eine ganz klar erkennbare Handschrift hatten für mich von den besagten tatsächlich nur Leone, Corbucci und Colizzi. Selbst Carnimeo halte ich für klarer definierbar als Sollima, Petroni oder Valerii, obwohl der für mich im Italowestern falsch aufgehoben war (sein einziger Giallo ist dafür ganz, ganz großes Kino).

Vielleicht habe ich mit "Todesmelodie" auch deswegen so große Probleme, weil ich Coburn und Steiger - gerade in dieser Kombination - sehr unglücklich besetzt fand. Die wirken zwar nicht so leblos wie John Steiner und Donal O'Brien in "Tepepa" und "Lauf um dein Leben", aber irgendwie wollte der Funke dennoch nicht annähernd so gut überspringen wie in Corbuccis Revoluzzer-Western.
Dieser Tatsache möchte ich das "Scheitern" dieses Films sogar beinahe mehr ankreiden als Leones Regie.

Der Film ist aber auch generell eher umstritten. Hier behauptete kürzlich jemand, die Meinung, dass "Todesmelodie" nicht wirklich klargeht, dürfte ich exklusiv haben - das ist totaler Unsinn. Vielleicht unter den Usern hier, aber das beweist gar nichts. Dauernd wenn man was über Leone liest, fällt der Film regelmäßig weit hinten runter. Und dass das trotzdem reichen soll, um immer noch vor den meisten anderen Italowestern zu rangieren, ist nun wirklich übertrieben.
Für mich bewegen sich die besten Filme der Leone-Konkurrenz absolut auf Augenhöhe mit ihm. Und deswegen kann "Todesmelodie" da auch mit so einigen nicht mithalten - ich käme nicht im Traum auf die Idee, diesen Film zu den 10 besten Italowestern aller Zeiten zu zählen. Wahrscheinlich nichtmal Top 15 - aber um das genau zu erheben, müsste ich mich erst nochmal richtig ins Genre reinsehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 10:43 
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Detective Lloyd hat geschrieben:
Ich gehe mit, dass GBU und OUTW Leones beste Western sind - wobei ich "Es war einmal in Amerika" mit Abstand für seinen besten Film halte.


Ich bevorzuge seine Western

Zitat:
Ob der holzhammerartige Epos-Anstrich aber deswegen gleich um seiner selbst Willen Corbucci auf die Ränge verweist, möchte ich dann doch in Frage stellen.
Klar hat sich Leone gerade bei diesen beiden Filmen dick mit Story und epochalem Gestus eingekleidet, aber das allein macht einen Film für mich jetzt nicht zwangsläufig zur großen Krönung.

Das allein sicher nicht. Das epische ist auch nicht das Besondere sondern die erzählerische Virtuosität. Für mich ist Leone einer der ganz großen Meister des Kinos.
Außerdem ist GBU eigentlich kein Epos, sondern ein anti-epischer Film vor einem epischen Hintergrund. Erst mit OUTW begibt sich Leone auf episches Terrain. (sofern man das Wort "episch" nicht einfach nur mit Aufwand und Lauflänge gleichsetzt)


Zitat:

Zumindest, dass Leone sich mit diesen Filmen auf einer "anderen Ebene" als Corbucci bewegte, wage ich dann doch in Zweifel zu ziehen, zumindest wenn man dies als sozusagen alle anderen "K.O.-wertendes" Argument anführt.
Eine andere Ebene, eine hochgegriffene Ebene sicher schon, aber deswegen nicht zwangsläufig eine "bessere".


Das ist auch kein KO Argument, sondern spiegelt lediglich meinen Geschmack wieder.
Du wirst aber generell nicht mehr allzu viel Leute finden die deine Meinung zu Leone teilen.

Zitat:
Bei Valerii komme ich, ob ich will oder nicht, einfach nicht umhin, dass ich "Der Tod ritt dienstags" und "Sie verkaufen den Tod" für zwei ziemlich geile Italowestern halte - ich würde sogar fast behaupten, dass "Sie verkaufen den Tod" zu den besten Filmen zählt, die das Genre in den 70ern noch hervorgebracht hat... zwar deutlich hinter "Lasst uns töten, Companeros" und weit hinter vielen anderen Filmen der 60er, aber trotzdem.
Da mir auch "My Dear Killer" sehr gut gefiel, möchte ich Valerii eigentlich wirklich nicht verurteilen, auch wenn ich "Mein Name ist Nobody" für ziemlich überbewertet halte (unter allen Filmen, bei denen Leone seine Finger im Spiel hatte, mit Abstand das allergrößte Pseudo-Epos).

Sie verkaufen den Tod ist für mich eine erzählerische Katastrophe, ein gaaanz schwacher und oftmals langweiliger IW, den ich mit 2/10 Entertainment Punkten einstufe. Nobody dagenbe ist für mich zu 90% Leone, und ein oftmals brillanter Film. Also 9/10
Während Der Tod ritt Dienstags für mich aufgrund seiner schlaffen Regie auch nur ein guter IW ist. Der hätte schlicht und einfach einen fähigeren Regisseur verdeint gehabt, bleibt aber so hinter seinem Potential weit zurück. Immerhin noch 6/10

(Da wiederhole ich jetzt aber Sachen die ich hier um Forum schon ca 1000 Mal erwähnt habe)

Zitat:
Ähnlich sehe ich das auch mit Petroni. "Tepepa" ist nunmal ziemlich interessant und "Die Rechnung wird mit Blei bezahlt" sicher auch nicht schlechter als "Lauf um dein Leben".


Da ist für mich wieder Sollima klar besser. Lauf um dein Leben ist für mich inszenatorisch auch wieder auf einem anderen Level als Die Rechnung wird mit Blei bezahlt.

Zitat:
Ich finde allerdings auch, dass Colizzi sich da noch davor bewegt. Seine Filme sind handwerklich viel sauberer als die von Sollima oder gar Petroni. Und Valerii tat sich mit einer wirklich eigenen Handschrift sicher ebenfalls etwas schwer.


Wow, hier sind wir uns mal einig.

Zitat:

Vielleicht habe ich mit "Todesmelodie" auch deswegen so große Probleme, weil ich Coburn und Steiger - gerade in dieser Kombination - sehr unglücklich besetzt fand. Die wirken zwar nicht so leblos wie John Steiner und Donal O'Brien in "Tepepa" und "Lauf um dein Leben", aber irgendwie wollte der Funke dennoch nicht annähernd so gut überspringen wie in Corbuccis Revoluzzer-Western.
Dieser Tatsache möchte ich das "Scheitern" dieses Films sogar beinahe mehr ankreiden als Leones Regie.

Der Film ist aber auch generell eher umstritten. Hier behauptete kürzlich jemand, die Meinung, dass "Todesmelodie" nicht wirklich klargeht, dürfte ich exklusiv haben - das ist totaler Unsinn. Vielleicht unter den Usern hier, aber das beweist gar nichts. Dauernd wenn man was über Leone liest, fällt der Film regelmäßig weit hinten runter. Und dass das trotzdem reichen soll, um immer noch vor den meisten anderen Italowestern zu rangieren, ist nun wirklich übertrieben.
Für mich bewegen sich die besten Filme der Leone-Konkurrenz absolut auf Augenhöhe mit ihm. Und deswegen kann "Todesmelodie" da auch mit so einigen nicht mithalten - ich käme nicht im Traum auf die Idee, diesen Film zu den 10 besten Italowestern aller Zeiten zu zählen. Wahrscheinlich nichtmal Top 15 - aber um das genau zu erheben, müsste ich mich erst nochmal richtig ins Genre reinsehen.


Giu la testa ist sicherlich für die meisten weniger gelungen als die 4 Vorgänger, und ich setze auch Nobody noch eine Ecke über ihn. Aber es ist auch ein Film der zunehmend in der Gunst des Publikums steigt.
In der großen Umfrage der SWDB belegen Leones Western nicht zufällig die Ränge 1-3 (mit einem Riesen Abstand) und 5. Aber auch der allgemein weniger beliebte Giu la testa ist immerhin schon auf Rang 12 zu finden. Und da sind auch Leute bei die ihn sogar für Leones Besten halten, bzw. für den besten IW überhaupt.

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

(Wenn du Lust hast kannst du auch dort deine Liste hinterlegen die dann in die große Liste mit einfließt)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 10:54 
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Ne recht schwachsinnige Idee,daß hier bewiesen werden soll ob ein Film gut oder schlecht ist,abgesehen davon wem überhaupt.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 11:06 
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das tiut hier auch keiner. Ich jedenfalls nicht.

Denn das kann man auch nicht beweisen. Man kann allenfalls versuchen zu belegen daß ein Film oder ein Regisseur eher geschätzt als abgelehnt wird.

Ob ein Film gut oder schlecht ist bleibt am Ende immer eine rein subjektive Meinung. Aber aus vielen Meinungen lässt sich dann trotzdem etwas ablesen. Aber auch ein Trend wird meine Meinung nicht ändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 11:15 
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Stanton hat geschrieben:
Denn das kann man auch nicht beweisen. Man kann allenfalls versuchen zu belegen daß ein Film oder ein Regisseur eher geschätzt als abgelehnt wird.
Eben,da sind wir ausnahmsweise mal genau einer Meinung.

Das ist hierauf bezogen -

Detective Lloyd hat geschrieben:
Hier behauptete kürzlich jemand, die Meinung, dass "Todesmelodie" nicht wirklich klargeht, dürfte ich exklusiv haben - das ist totaler Unsinn. Vielleicht unter den Usern hier, aber das beweist gar nichts.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 12:01 
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Ich war ebenfalls nicht derjenige, der hier was beweisen wollte. Ich habe mich lediglich - einmal mehr - gegen Tatsachenbehauptungen gewehrt, wonach es quasi weltumspannender Konsens sei, dass "Todesmelodie" ein guter Film ist und ich, wenn ich eine Gegenposition vertrete, sozusagen automatisch "isoliert" bin.

Diese Behauptung(en) kamen auch nicht von Stanton (wenngleich er sich dieser pauschalisierenden Position mit

Zitat:
Du wirst aber generell nicht mehr allzu viel Leute finden die deine Meinung zu Leone teilen.


letztlich dann aber auch angeschlossen hat).

Wie dem auch sei. Ich sagte hier zuletzt, dass "Todesmelodie" keinesfalls unter die Top 10 aller Italowestern gehört und DEUTLICH gegenüber den anderen Western von Leone zurückfällt. In beiden Punkten bestätigt mich, wie ich nun sehe, sogar die SWDB.
Damit sind wir uns dann ja quasi einig.
Und ich würde, wie gesagt, noch nichtmal sagen wollen, dass "Todesmelodie" erzählerisch so schwach ist - ich empfinde es sogar als schade, dass Leones Versuch sich relativ stark von diesem langen, tragenden (für viele Nicht-Kino-Nerds auch durchaus mal langweiligen) Erzählstil zu lösen, mehr oder weniger am Ziel vorbei geschossen ist. Für mich ist ein ganz wesentlicher Grund da, wie gesagt, dass Coburn und Steiger nicht richtig harmonieren, was auch an Steigers Tendenz zum Overacting liegt, die gerade für einen Mexikaner auch mal schnell ins Belanglose schwappen kann. Vor allem wenn er von einem Ami gespielt wird, den man für die Rolle quasi noch "anmalen" muss (das ist was restlos anderes als wenn man da einen Fernando Sancho overacten lässt).
Steiger hat bessere Rollen gespielt und Coburn, den ich eigentlich wirklich gerne mag, fand ich selbst in "Sie verkaufen den Tod" im Endeffekt überzeugender. Der vereinnahmende Gestus von Franco Nero in "Mercenario" geht ihm in "Todesmelodie" schlichtweg völlig ab.
Irgendwo hat es ein Film ohne Figuren, mit denen man sich auch nur ansatzweise identifizieren kann, halt dann schwer. Und genau so ein Film ist "Todesmelodie".

Schauspieltheorie und -praxis ist bei der Bewertung von Filmen - gerade auch bei Leone - ein unterpräsenter Punkt. Denn wenn die treffenden Schauspielerleistungen fehlen, um das Ganze lebendig und greifbar zu machen, kippen gerade epochal angestrichene Filme schnell in reine Egowichserei des Regisseurs ab.
Und genau das ist für mich ein großes Problem der Filme von Leone. Die Dollar-Trilogie krankt nämlich phasenweise an der unfreiwilligen Komik im Schauspiel von Clint Eastwood, desen Mienenspiel verglichen mit einem Franco Nero, ja selbst weit weniger beachteten Leuten wie George Hilton oder Gianni Garko, durchaus was von Chuck Norris hat. Und mich hat auch Jason Robards in "Spiel mir das Lied vom Tod" nie wirklich überzeugt. Robards fällt aus irgendeinem Grund total raus, will sich nicht ins Gesamtbild fügen. Allerdings ist das dort ein Einzelfall und auch kein Unvermögen, sondern eine ähnliche Fehlbesetzungsproblematik wie bei "Todesmelodie".

Bei Corbucci müsste ich wirklich lange überlegen, um da auch nur EINEN solchen Fall benennen zu können. Für Colizzi gilt selbiges.
Der einzige Leone aber, der schauspielerisch komplett rund war, ist und bleibt für mich "Es war einmal in Amerika" - die inszenatorische Ästhetik seiner Filme jetzt erstmal ganz außen vor gelassen.

Und damit sind wir dann auch wieder bei "Tepepa" und dem Problem mit John Steiner, von dem mein erster Beitrag hier ja eigentlich auch ausging.

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"Wenn du mit mir sprechen willst, ruf die Nummer 6-6-6 an."
Luc Merenda in "A Man Called Magnum" zu einer minderjährigen weiblichen Zeugin von vielleicht 13 Jahren, nachdem diese ihm vorher einen Kuss auf die Wange gedrückt hat, nur weil er ihre Bilder lobte... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 16:11 
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Ich denke deinen Schauspieler Einschätzungen bei Leone würde ich fast komplett widersprechen, und fast immer das Gegenteil behaupten.

Gilt auch für John Steiner in Tepepa. Ich mag ihn bislang nur selten, aber hier passt er sehr gut.

Und das mit der Leone Minderheiten Meinung. Meinst du nicht daß das ein Fakt ist?

Leone ist doch. wie auch andere große Regisseure die lange tot sind, mittlerweile so sehr zu einem Klassiker geworden daß ich nur noch selten wirklich ablehnende Meinungen zu ihm finde. Die es aber nach wie vor noch gibt. Und hoffentlich auch immer geben wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 18:28 
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Ich halte einfach grundsätzlich nicht viel davon, Regisseure zu hypen.
Mir ist unter den in der Welt des Kinos heutzutage als "groß" geltenden Regisseuren eigentlich fast keiner bekannt, der nicht mindestens 1-2 äußerst fragwürdige Filme abgeliefert hätte - die übrigen Filme hin oder her.

Um Leone wird mir zu viel Aufhebens gemacht. Dem Normalo gelten seine Filme oftmals als langatmig und antiquiert. Die frühen Filme profitieren in der allgemeinen Rezeption darüber hinaus sehr von der Präsenz Clint Eastwoods, den selbst der Paule von der Würstchenbude heute halt noch irgendwoher kennt.

Es mag zwar sein, dass Leone unter Cineasten ein ausgesprochen hohes Ansehen genießt und unter Italowestern-Fans sowieso, aber das was er halt auch.
Selbst unter Cineasten jüngeren Semesters ist "Es war einmal in Amerika", meiner Erfahrung nach, aber der beliebteste Film. "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Für eine Handvoll Dollar" sind namentlich zwar jedem präsent, aber inhaltlich nicht wirklich. Den Filmen eilt beim Durchschnittspublikum vor allen Dingen ein mythischer Ruf voraus, tatsächlich kennen tun sie aber nur die wenigsten.

Corbucci ist der Spagat zwischen Mainstream und eigener Handschrift für mich besser gelungen. Einen Film wie "Mercenario" kannst du auch auf einem normalen DVD-Abend unter Freunden zeigen. Da wäre ich mit "Todesmelodie" und sogar "Spiel mir das Lied vom Tod" sehr, sehr vorsichtig.

Wenn man es hart formulieren will, haben Leones Filme primär schon immer ein cineastisch gepoltes Nischenpublikum (sprich Italowestern-Genre-Fans und Cineasten, die das Genrekino mögen) angesprochen. Mainstreamtaugliche Epen sind ihm mit seinen Western nie wirklich gelungen. Zumindest nie vollumfänglich. Dafür sind sie zu einseitig langsam. Nicht so variabel wie etwa "Django Unchained" streckenweise durchaus ist.

Damit mag Leone zwar vielleicht sowas wie der François Truffaut des Genrekinos sein, aber mehr eben auch nicht.
Von dem Spagat eines Hitchcock zwischen abwechslungsreicher Kunstfertigkeit, Auteur-Ansprüchen und kommerziellem Kino ist Leone meilenweit weg.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 20:35 
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Deine Sicht auf Leone kann ich auch hier überhaupt nicht teilen, nicht einmal in Hinsicht auf das "Normalo" Publikum. Sehe ich auch hier wieder fast komplett um 180 ° gedreht.

OUTW ist nicht umsonst hier in Deutschland sein mit Abstand bekanntester Film, er ist immer noch der dritterfolgreichste Film in Deutschland seit 1968, und ein Kultfilm wie kaum ein anderer. Und einer der wenigen alten Filme die auch im TV noch regelmäßig um 20:15 ausgestrahlt werden. Selbst die alten Bonds kommen meist nur spät Abends.
Sicher wird es immer Leute geben die Leone lahm finden, aber so weit ich das mitbekomme sind das erstaunlich wenige. Und soweit ich das beurteilen kann sind GBU und OUTW seine populärsten Filme. Weit vor Es war einmal in Amerika.

Und was interessiert es mich ob ein Regisseur gehypt wird oder nicht. Bei Leone, wie auch bei Tarantino ist es sogar für mich voll verdient. Ob ein Regisseur bekannt oder unbekannt ist verändert die Qualität seiner Filme gar nicht.

Die Sicht die du auf Leone hast ist extrem ungewöhnlich, und habe ich in der Form bislang noch nie gelesen. Und ich habe schon verdammt viel über Leone gelesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 26.01.2013 21:39 
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Der Titel "Spiel mir das Lied vom Tod" ist definitiv wesentlich bekannter als der Film selbst. Zumindest aus heutiger Sicht.
Ich habe damit schon oft Leute hantieren sehen, die den Film gar nicht kannten.

Und die Tatsache, dass der im Free-TV zur Prime-Time läuft, hat nicht viel zu sagen. So groß sind die Quoten bei Kabel 1 da nun auch wieder nicht.
Dass er über die Jahre, vornehmlich im Kino, und unter Cineasten auf DVD viel Geld eingespielt haben mag, steht auf einem anderen Blatt.

Ich mag Leones Filme überwiegend schon sehr - zumal einige meiner Lieblingsschauspieler mit ihm gedreht haben -, aber die Art und Weise wie selbst Leute wie Corbucci neben ihm teilweise klein geredet werden, finde ich ziemlich verwerflich.
Wenn man das so liest, könnte man manchmal denken, dass Sergio Leone der einzig wichtige Regisseur der 60er-Jahre war. Das ist mir alles etwas zu sehr von irgendwelchen Fanboys gebrandmarkt und im allerhöchsten Maße einseitig.

Die Rezeption findet leider wirklich nur sehr einseitig statt. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden so richtig von Charles Bronson oder Henry Fonda reden hören, wenn es um Leone ging.
Die Leute kennen Eastwood, wissen dass Leone ein wichtiger Regisseur des Genres war, können 2-3 Filmtitel nennen (oft aber wiederum ohne zu wissen, dass die von Leone sind) und damit erschöpft sich die Weisheit meist auch schon.
So zu tun als habe sich Leone bundesdeutsch im Laufe eines qualitativen Evaluationsprozesses durchgesetzt, ist daher aus meiner Sicht völlig übertrieben. OUTW kann unmöglich so populär sein, wenn gefühlte 90% aller Leute nichtmal einen einzigen Darsteller benennen können. Ich bin vielmehr der Meinung, dass Leone so ein Allerweltsbegriff ist, auf den ein Genre gern herunterreduziert wird und der dann inflationär ins Halbwissen-Vokabular Einzug hält. Ähnlich wie John Wayne beim Western oder Bruce Lee beim Eastern, über die auch viele Leute reden ohne überhaupt zu wissen wie sie aussahen.
Man sollte das dann nicht mit der qualitativen Anerkennung vermischen, die im Fall Leone gleichzeitig durch ein cineastisches Nischenpublikum vonstatten geht (das Wayne und Lee natürlich wesentlich weniger bedient haben).

PS:
Bond (ich glaube z.B. "Diamantenfieber") ist auf Kabel eins zuletzt auch zur Prime-Time gelaufen. Das Problem ist bloß, dass die Rechte überwiegend bei Sendern liegen, die das Zeug in der Nacht versenden. Im Ersten liefe "Spiel mir das Lied vom Tod" auch nicht vor 22.15 Uhr.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 04:14 
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Will hier keinen bevorzugen, aber Stantons Argumentation scheint mir westentlich rationaler...
Und entschluldigt mein Einmischen, aber alles, was zu eurer Diskussion gehört, ist Off-Topic..


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 04:21 
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Ob es jetzt gerade "rational" ist, Leone mit Selbstverständlichkeit die Plätze 1 bis 3 der besten Italowestern aller Zeiten zuzusprechen, sei mal dahingestellt.
Hier treffen einfach zwei Ansichten aufeinander. Nicht mehr, nicht weniger.

Mit dem Off-Topic hast du allerdings Recht.
Ich habe vorhin schonmal kurz versucht, im Interesse die Kurve zu bekommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 09:11 
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