Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 09:24 
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Für mich steht Leone über allen anderen Regisseuren und seine drei langen Western zieren bei mir auch die Plätze 1 bis 3. Dabei geht's mir nicht weil sie von Leone sind, da ich z.B. mit "Für eine Handvoll Dollar" nicht viel anfangen kann. Ich kann da nichts begründen, sondern weiß nur, daß sie mir am besten gefallen und das auch nach dem x-ten Mal sehen. Allein "Spiel mir das Lied vom Tod" sah ich 19x im Kino. "Tepepa" ist auch klasse, aber weit entfernt von "Todesmelodie". Von Sollima und Colicci halte weniger als von Petroni und Valerii.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 10:36 
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Anti-Hero hat geschrieben:
aber anspruchsvolles Offtopic. :mrgreen:

Weitermachen !


Der Moderator hat gesprochen :D


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 17:04 
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:?: Ist die Blu-ray von TEPEPA auch im Digipack oder im herkömmlichen BD-Case?

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.01.2013 17:19 
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Digipack. Die ganze Reihe...


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 06.02.2013 13:20 
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"Berlin (EZ) | 10. Mai 2012 | Deutsche Fernsehzuschauer und Kinofans können aufatmen: Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, die Til Schweiger aus Filmen entfernt und damit eine erhebliche Qualitätssteigerung garantiert."


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 06.02.2013 19:50 
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AL NORTHON hat geschrieben:
http://www.ebay.de/itm/Tepepa-Italo-Western-mit-Orson-Welles-Tomas-Millian-35mm-Spielfilm-Cinemascope-/200889791089?pt=DE_Zelluloid&hash=item2ec5f6f271

Schlechter Zeitpunkt :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 08.02.2013 00:24 
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Tepepa ist in der ungeschnittenen Fassung einer der besten Revolutionswestern überhaupt. Vor allem das Ende ist einfach großartig. Milian spielt eine seiner besten Rollen.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 08.02.2013 02:49 
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dieser Film ist für mich das beste Einschlafmittel Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 08.02.2013 06:21 
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Für mich is der Film auch der beste neben Töte Amigo und Il Mercenario!

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 20.02.2013 20:07 
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Gangster No1 hat geschrieben:
Italo-West-Fan hat geschrieben:
Ich habe letztens einen Bildvergleich gesehen von Tepepa, Alan Yound DVD, vs Koch DVD und Bluray und das Bild beider Koch veröffentlichungen toppen die italienische DVD extremst ! Einunterschied wie Tag und nacht !


Weißt du noch wo?


Ich weiß leider nimmer wo der Vergleich war, deshalb hab ich schnell selber nen Vergleich gemacht, der selbe shot wars auch bei der Seite im Internet..., hier jedenfalls Unchained DVD vs. Alan Young
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Die Bluray hatte ebenfalls die besseren Farben und war dann nochmal ne Ecke schärfer, vielleicht macht ja noch einer nen zusätzlichen Screenshot !

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 20.02.2013 20:27 
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Merci :)
Prinzipiell war ich halt an dem Vergleich zw. DVD und BluRay interessiert gewesen, aber bzgl. des vergleichs muss ich dir Recht geben, mal wieder top Arbeit von Koch!


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 20.02.2013 20:30 
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Tut mir leid, mit nem Screenshot der Bluray kann ich leider nicht dienen ! :( Die wär halt nochmal etwas schärfer als die DVD, und wenn ich mich nicht irre auch etwas 'körniger' !

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 18.04.2013 20:37 
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Brillianter Film! Schmierige Imperialisten, schneidige Revolutionäre, Rührselige Europäer, unterdrückte Bauern...Revolutionswesternfanherz, was willst du mehr ;)
Hat mir richtig gut gefallen, 8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 12.08.2013 17:37 
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Der Streifen ist absolut genial.
Tomas Milian passt perfekt als Revolutionsanführer und Orson Welles als schmieriger, fetter Colonel ist auch nicht schlecht.
Aber es gibt auch noch andere bekannte Gesichter z.B. John Steiner und Jose Torres.
Was mir hier sehr gut gefallen hat (aber das find ich ja generell sehr schön im Western) ist die Fiesta-Szene.
Ich fand auch sehr gut dass man hier Francisco Madero eingebaut hat, denn der spielte in der Mexikanischen Revolution ja auch eine grosse Rolle, wird aber trotzdem in den Revolutionswestern nur selten erwähnt.
Weiters wäre die Endschießerei besonders hervorzuheben.
Da hab ich mir nur gedacht:
KREPIEREN SOLLT IHR ALLE, IHR SCHWEINE VON DER REGIERUNG.
Fazit: Gehört zu den besten Revolutionswestern.
10/10

Übrigens: Tepepa gab es wirklich, er hieß Gabriel Tepepa Herrera und wurde am 25.Mai 1911 in Jojutla (liegt im Bundesstaat Morelos) erschossen.
Er war ein sogenannter Zapatista (Anhänger von Emiliano Zapata)

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 12.08.2013 17:51 
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Im Film "Tötet Emiliano Z." ist "Tepepa" auch dabei, er reitet zeitweise an seiner seite...
Und auch Madero....

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 27.08.2013 14:40 
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TEPEPA
[ITA/SPA][1969]

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Regie: Giulio Petroni
Darsteller: Tomas Milian, John Steiner, Orson Welles, Luciano Casamonica, Ángel Ortiz, Annamaria Lanciaprima, José Torres, Paloma Cela, George Wang, Giancarlo Badessi, Francisco Sanz


„Liebst du Mexiko?“

Tepepa [Tomas Milian] ist zum Tode verurteilt. Der freiheitsliebende Mexikaner war einer der Anführer der Revolution, die vermeintlich gewonnen wurde. Doch nach scheinbar erfolgtem Sieg ist die Armee doch bald wieder an der Macht und der erzkonservative Obert Cascorro [Orson Welles] arbeitet daran, die prärevolutionären Verhältnisse wiederherzustellen. Mit der Hinrichtung Tepepas, eines der wichtigsten Männer des Widerstandes, soll ein Exempel statuiert werden. Francisco Madero, der ehemalige Revolutionsführer, hat sich mit dem Militär verbündet und das Todesurteil seines ehemaligen Gefolgsgenossen selbst unterschrieben. Tepepa blickt bereits in die Gewehrmündungen, da fährt ein Auto vorbei. Am Steuer sitzt Dr. Henry Price [John Steiner]. Er entführt Tepepa und rettet ihm das Leben. Doch Price ist nicht etwa ein Sympathisant, wie Tepepa zunächst glaubt: Er meint, in Tepepa den Vergewaltiger seiner Verlobten zu erkennen und will ihm persönlich das Licht auspusten. Mit Müh und Not kann Tepepa ihn davon überzeugen, dass er sich irrt. Es folgt eine schrittweise Annährung beiden Parteien und schließlich wird Price sein Verbündeter im erneuten Kampf gegen die Unterdrückung.

Bei der Masse genießt der Italo-Western - vorausgesetzt, es steht nicht zufällig der Name Sergio Leone darauf – die Reputation des billig produzierten, bleihaltigen Spektakels, das Leiche über Leiche stapelt. Dieser Ruf kommt nicht von ungefähr, wurde die deutliche Mehrzahl dieses Subgenres doch tatsächlich mit eher beschränkten finanziellen Mitteln umgesetzt, während auf inhaltlicher Ebene das meist zu Grunde liegende Rachethema lediglich rudimentär variiert wurde. Dass es sich dennoch lohnt, den Blick zu schärfen, um in der Menge an Material das ein oder andere Glanzlicht zu entdecken (was natürlich nicht bedeuten soll, dass preiswerte Dutzendware zwangsläufig schlecht sein muss), beweist Regisseur Giulio Petroni mit seinem im Jahre 1969 entstandenen TEPEPA.

Vor dem explosiven Hintergrund der mexikanischen Revolution entwirft Petroni eine penibel durchdachte politische Parabel, die ihr Hauptaugenmerk nicht auf Action und Sadismus legt, sondern auf eine differenzierte, mit bitterem Humor gespickte Auseinandersetzung mit den Themen Staat, Freiheit und Unterdrückung. Wer nun sperrige Intellektuellenkost erwartet, der sei mit dem Hinweis beruhigt, dass TEPEPA dennoch durchgehend packende Unterhaltung bietet und trotz Actionarmut bis zum überraschenden Ende zu fesseln vermag.

Dabei resultiert die vibrierende Spannung TEPEPAs weniger aus einer aufregenden Story, sondern vielmehr aus dem ambivalenten Verhältnis der Charaktere zueinander. Bereits die Ausgangssituation stellt diesbezüglich die Weichen: Der undurchsichtige Henry Price erscheint zunächst als Verbündeter der Titelfigur Tepepa, als er diesem das Leben rettet. Doch dann wird klar, dass er ihm lediglich geholfen hat, um ihn selbst umzubringen, da er ihn für einen Vergewaltiger hält. Erst, nachdem Tepepa ihn von seinem Irrtum überzeugen kann, wird er nach und nach tatsächlich zu dessen Verbündeten und schließt sich zunächst zaghaft, dann immer leidenschaftlicher der Widerstandsbewegung an.

Dieser bereits wunderbar doppelbödige Beginn ist Wegbereiter für die folgenden Ereignisse, die geprägt sind von einen Wechselbad aus gegenseitigem Argwohn und Vertrauen, Hass und Respekt, Verachtung und Bewunderung. Verschiedene Figuren verfolgen verschiedene Interessen, und ihr Aufeinandertreffen sorgt für eine gehörige Portion Zündstoff und ein beständiges unterschwellig-bedrohliches Brodeln. Bedeutend dabei ist, dass das Verhalten der einzelnen Charaktere, selbst das des so unsympathischen Polizeichefs Cascorro, jederzeit nachvollziehbar bleibt und Verständnis ernten kann. Auf das klassische Gut-Böse-Schema wurde hier nahezu vollkommen verzichtet.

Auch begeht TEPEPA nicht etwa den Fehler, seine Titelfigur zum strahlenen, moralisch einwandfrei agierenden Helden zu stilisieren, wie man anfangs noch glauben könnte, sondern zeichnet ihn mit zunehmender Laufzeit als einen erschreckend naiven Charakter, dessen moralischer Kompass sehr ungenau justiert wurde. Zwar fehlt es ihm nicht an vordergründigem Selbstbewusstsein und Charisma (womit er nicht nur seine Leute zu blenden versteht), wohl aber am nötigen Intellekt, um sowohl Schwere als auch Folgen seiner Taten korrekt einschätzen zu können. Aus dem anfänglichen Idol wird so nach und nach ein eher bemitleidens-, zeitweise sogar verachtenswerter Tropf, für dessen simples Gemüt man schließlich nur noch Abscheu empfinden kann.

Regisseur Giulio Petroni [→ PROVIDENZA] war es somit nicht etwa daran gelegen, lediglich ein simples Revolutionsspektakel darzubieten, welches die Bürgerevolte einer kritiklosen Glorifizierung unterwirft. Das kluge Drehbuch aus der Feder Ivan Della Meas und Franco Solinas' interessiert sich vielmehr für das Wesen der Revolution, für ihre Macht der Verführung und Manipulation und für die Folgen, die falsch verstandener Freiheitsdrang mit sich bringen kann. Die Figuren sind Sinnbilder, ihr Handeln ist exemplarisch: Als Tepepa einen älteren Mann unter Anklage des Verrats hinrichtet, empfindet dessen Sohn nicht etwa Hass gegen den Mörder seines Vaters, was die natürliche und einzig logische Reaktion wäre, sondern akzeptiert die Tat stillschweigend als Notwendigkeit und unterstützt Tepepa nachfolgend sogar noch durch den Kauf von Feuerwaffen. Solche und ähnliche Momente sind in TEPEPA keine Seltenheit und veranschaulichen eindrucksvoll, wie sehr sich Verhalten und Einstellungen der Protagonisten bereits von der 'normalen' Welt entfernt haben.

Tomas Milian [→ VON ANGESICHT ZU ANGESICHT] in der Titelrolle zu besetzen war die wohl beste Entscheidung der Macher, und es ist kaum anzunehmen, dass TEPEPA mit einem anderen Hauptdarsteller ebenfalls so gut funktioniert hätte. Milian war damals bereits einer der beliebtesten Darsteller Italiens und hat mit seinem spitzbübischen Charme und seiner Ausstrahlung die Publikumsgunst auf Anhieb auf seiner Seite. Gleichzeitig ist der gebürtige Kubaner jedoch auch ein hervorragender Schauspieler, der seine Rollen, falls nötig, mit der nötigen Tiefe auszustatten versteht. Der Wandel Tepepas von der Sympathiefigur zum wenn auch nicht 'bösen', so doch zumindest zwielichtigen Charakter, geschieht somit ebenso unerwartet wie glaubwürdig.

Ihm gegenüber steht ein fabelhaft besetzter Orson Welles [→ IM ZEICHEN DES BÖSEN], der als als erzkonservativer Polizeichef Cascorro ebenfalls voll und ganz überzeugen kann. Mit scheinbar stoischer Gelassenheit versprüht er eine enorm autoritäre Aura, beunruhigend wie respekteinflößend zugleich. Und doch ist auch seine Figur nicht einfach nur der oberflächliche Schurke: In einer Szene erinnert er sich an den Kampf gegen die Aufständischen. Mit nachdenklicher Miene und fernem Blick berichtet er, wie Tepepa, der von Cascorros Befehl, ihn zu verschonen, nichts ahnt, ihm ohne jede Angst vor dem Tod entgegenrannte - eine großartig gespielte Momentaufnahme, die verdeutlicht, dass Cascorro, obwohl er Tepepas Feind ist, doch Bewunderung empfindet für diesen von seinen Idealen vollkommen überzeugten Mann. Denn ebenso wie Tepepa, sieht sich auch Cascorro als Patriot, dessen Ziel, die alten Verhältnisse wiederherzustellen, für ihn jedes Mittel legitimiert.

John Steiner [→ EIN TURBO RÄUMT DEN HIGHWAY AUF] macht seinem Namen alle Ehre und verkörpert seinen Dr. Henry Price mit tadellos versteinertem Gesichtsausdruck, was die Undurchsichtkeit der Figur blendend unterstreicht. Nach seiner spektakulären Rettungsaktion zu Beginn, nimmt er lange Zeit eine eher passive Rolle ein, bevor er sich am Ende als eine der wichtigsten Figuren TEPEPAs herauskristallisiert. Den ständigen Zwiespalt zwischen persönlicher Überzeugung und zerreißenden Emotionen spielt Steiner sehr eindrucksvoll, seine tadellose Leistung ergänzt die Darbietungen seiner Schauspielkollegen nahezu perfekt.

Grundsätzlich charaktergetrieben, fährt TEPEPA im Finale zur explosiven Hochform auf und bietet eine äußerst versiert in Szene gesetzte Actionsequenz, in der es auch ordentlich knallen darf. Doch trotz gelegendlich durchaus vorhandenen Feuerzaubers bleibt das Werk in erster Linie eine scharfsinnige Abhandlung über politische Verhältnisse, Macht und Ohnmacht, Staat und Volk. Eingehüllt in das wiederholt wunderbare Klangkleid Ennio Morricones [→ TOP JOB], präsentiert Petroni seine Analyse jedoch nicht als schwerfällig verkopftes Intellektuellenstück, sondern als sympathisch unaufdringlichen Nebeneffekt großartigen Unterhaltungskinos. TEPEPA gelingt somit das Kunststück, sowohl die feingeistige, als auch die frugale Natur gleichermaßen zu beglücken.

Das bestürzende Ende schließlich sitzt wie ein Keulenhieb und untermauert mit bleibendem Nachdruck nochmals die radikale Botschaft. Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder. Und Freunde packender Italo-Western fressen TEPEPA.

s. auch: TEPEPA

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 06:43 
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reggie hat geschrieben:
Im Film "Tötet Emiliano Z." ist "Tepepa" auch dabei, er reitet zeitweise an seiner seite...
Und auch Madero....



Es gab und darüber gibts im Film auch enen schönen Witz, etliche "echte" Tepepas.

Ich finde den Film konzeptionell gut (ist ja auch ein Solinas...). Aber fü mich ist Petroni das, was Valerii für Stanton ist. Einer der überschätzten Italo-Genre-Regisseure aus dem, was man die A-Reihe betiteln könnte. Er kann es einfach nicht über 2 Stunden spannend umsetzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 09:47 
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Ich halte Petroni auch für überschätzt in IW Kreisen, vor allem im englischsprachigen Bereich. Hierzulande ist er ohnehin weniger beliebt, und außerhalb des Fanbereichs von IW und dem ital. Genrekino der 60ger und 70ger kennt den sowieso fast keiner. Valerii aber auch nicht.

Petroni war ein solider Regisseur, handwerklich besser als Valerii, aber kein sehr inspirierter Regisseur. Und keiner mit einer persönlichen Handschrift. So ist selbst seine wenig komische Komödie Provvidenza noch ganz ordentlich gemacht, dafür sind aber seine Besten auch nicht wirklich toll geworden, obwohl sie das Potential dazu hatten. Tepepa ist eher ein Drehbuch Film, und Drehbuchfilme sind nie wirklich groß. Petroni hat das meist schön umgesetzt, aber ich denke Damiani hätte da mehr herausgeholt.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 10:07 
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Mir scheint aber dass Tepepa, Petronis bester Film ist. Allerdings muss ich sagen/ schreiben dass ich seinen "Night of the Serpent" nicht kenne.

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 10:24 
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Tepepa ist ein toller Film. Ich halte sowohl Petroni als auch Valerii für 2 der besten Filmemacher aus dem IW-Bereich. Beide verstanden es, auch anspruchsvolle, politische Themen (Tepepa, Blutiges Blei) im Unterhaltungskino unterzubringen, ohne zu "verkopft" zu wirken oder auf der anderen Seite Einbußen in Sachen Unterhaltung zu machen. Damiani (den ich aber mindestens genauso schätze) war da doch deutlicher der einen Seite zugetan - beides hat seine Berechtigung.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 12:31 
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Für mich ist Tepepa auch Petronis Bester.

Verkopft/Unterhaltung, na ja. Für mich ist Quien sabe? unterhaltsamer als alle Petroni oder Valerii Filme, weswegen ich den ja auch deutlich höher einschätze.
Aber Tepepa hat gerade in der Originalfassung sehr lange Dialogpassagen in denen auf "Inhalt" gemacht wird. Filmisch wird da nur wenig entwickelt. Quien sabe? ist auch in dieser Hinsicht besser, weil komplexer.
Trotzdem bietet Tepepa auch eine Reihe durchaus schöner Szenen, aber dann auch wieder eine bemerkenswert armselige "große" Actionszene am Ende.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 13:50 
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Dass TEPEPA hier so schlecht wegkommt, wundert mich wirklich (zumal jede noch so kleine Nulpe hier in der Regel eher hochgejubelt wird). ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 16:17 
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Tepepa ist auhc ein guter Film, daran würde ich nie zweifeln. Aber das liegt vor allem am großartigen Solinas-Skript, an der einfacen, aber tollen Morricone-Musik und an Milian.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 16:34 
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War mir eigentlich nicht bewußt daß Tepepa schlecht wegkommt.Der ist doch bei der großen Mehrheit sehr beliebt.
Für mich ists allerdings 'nur' ein guter Rev IW,der weit hinter den großen 5 zurückbleibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 17:48 
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Tepepa ist für mich klar der beste Revolutions IW hinter Mercenario und knapp vor Quien Sabe.
Glatte 9 / 10 Punkten und in den Top 20.

Nobody hat geschrieben:
Aber fü mich ist Petroni das, was Valerii für Stanton ist. Einer der überschätzten Italo-Genre-Regisseure aus dem, was man die A-Reihe betiteln könnte. Er kann es einfach nicht über 2 Stunden spannend umsetzen.


Mag sein, dass du das so siehst. Aber immerhin hat er mit "Die Rechnung wird mit Blei bezahlt" und "Tepepa" zwei der bekanntesten IW auf die Leinwand gebracht. Den ersten finde ich auch überschätzt, trotzdem muss an der Popularität was dahinter stehen, wenn es vielleicht auch "nur" Unterhaltung ist.

DJANGOdzilla hat geschrieben:
Dass TEPEPA hier so schlecht wegkommt, wundert mich wirklich (zumal jede noch so kleine Nulpe hier in der Regel eher hochgejubelt wird). ;)


Kluger Satz, sehe ich ähnlich. ;)

Stanton hat geschrieben:
Hierzulande ist er ohnehin weniger beliebt, und außerhalb des Fanbereichs von IW und dem ital. Genrekino der 60ger und 70ger kennt den sowieso fast keiner. Valerii aber auch nicht.


Na, das trifft aber auf fast alles Italo-Regisseure zu, bis vielleicht auf Leone. ;)

Stanton hat geschrieben:
Damiani hätte da mehr herausgeholt.


Damiani hat allerdings in Quien Sabe den Hang zur Sozialkritik teilweise übertrieben. Der konnt ja fast nicht laufen, durch diese schwere Bürde.
Generell wurden den Revolutions-Western aus Italien immer diese sozialkritische Tendenzen unterstellt, die in den Filmen zwar angedeutet werden, aber sicher auch nicht so ausgeprägt waren, wie einige Zeitgenossen gerne gesehen haben.

sid.vicious hat geschrieben:
Mir scheint aber dass Tepepa, Petronis bester Film ist. Allerdings muss ich sagen/ schreiben dass ich seinen "Night of the Serpent" nicht kenne.


Großer Fehler, dass dieser Film in Deutschland nie veröffentlicht wurde. Denn im Vergleich zu vielen Genregrößen wie "Arizona Colt" oder "Mögen Sie in Frieden ruhen" ist "La Notte dei Serpenti" wirklich sehenswert und klar überdurchschnittlicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 18:02 
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Naja,wenn man schon Vergleiche zieht,wo es nichts zu vergleichen gibt,kann man sich den Notte dei serpenti zwar mal anschauen - man kann es aber auch sein lassen,ohne daß da eine große Lücke entsteht.
Während man die Genregrößen,wie du schon richtig erwähnt hast,gesehen haben sollte ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 19:04 
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Ich hab das Wort "selbsternannten" vor Genregrößen vergessen .... dann passt's. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 19:09 
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Arizona ist eine..."Mögen sie" schon weniger

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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 19:15 
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Hmmm, Arizona muss ich mir vielleicht mal noch einmal ansehen.
Den fand ich so langweilig und einfältig, dass ich nach 50 Minuten nur noch "zweitrangig" weitergesehen habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: TEPEPA - Giulio Petroni
BeitragVerfasst: 28.08.2013 19:26 
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DJANGOdzilla hat geschrieben:
Dass TEPEPA hier so schlecht wegkommt, wundert mich wirklich (zumal jede noch so kleine Nulpe hier in der Regel eher hochgejubelt wird). ;)


:lol:

Spaß macht Tepepa auf jeden Fall ist allerdings auch ab und an etwas langatmig. Die 7,5 von 10 lasse ich so stehn.

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