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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 04.08.2013 15:57 
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Companero hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Leider oder Gott sei Dank der einzige Western von Damiani?

Damiani hat ja später noch Nobody ist der Größte verbrochen.

Ach ja, stimmt, den vergess ich immer.
Allerdings sehe ich den mehr als Komödie.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 04.08.2013 15:59 
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Companero hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Leider oder Gott sei Dank der einzige Western von Damiani?


Leider NICHT sein einzige Western. Damiani hat ja später noch Nobody ist der Größte verbrochen.

Ach ja, stimmt, den vergess ich immer.
Allerdings sehe ich den mehr als Komödie.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 06.08.2013 23:21 
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Companero hat geschrieben:
Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Leider oder Gott sei Dank der einzige Western von Damiani?


Leider NICHT sein einzige Western. Damiani hat ja später noch Nobody ist der Größte verbrochen.

Wobei wir ja nicht wissen, wie der tatsächlich aussah. Durch den Diebstahl haben wir ja nur ein Sammelsurium an alternativen Takes.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.08.2013 09:51 
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Schlecht aussehen tut er ja trotzdem nicht.

Aber witzig wäre er wohl auch mit dem gestohlenen Material nicht geworden. Es wäre vernünftiger gewesen das Drehbuch wäre frühzeitig gestohlen worden ...


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.08.2013 12:57 
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...dann hätte DD einen Politwestern gemacht :lol:


Vielleicht taucht Fassung 1 ja nochmal auf, siehe Metropolis

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.08.2013 13:19 
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Die ist glaube ich wieder aufgetaucht. Aber da war der Film längst in den Kinos. Gestohlen wurde auch das Negativ Material von Pasolinis Salo und von Fellinis Casanova. Und nur der letztere ist dann noch aus den besten Takes erstellt worden.

So wie ich das verstehe war NidG auch noch nicht fertig geschnitten, so daß da auch keine fertige Fassung gestohlen wurde, sondern das Material aus dem diese erstellt werden sollte.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.08.2013 13:48 
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Vielleicht ist Filmdiebstahl auch der Grund für andere schlechte Filme von guten Regisseuren.

Stanton, schreib das doch mal in den Wikipedia-Artikel von Nobody

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.08.2013 14:05 
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Ich weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe, dabei ist es noch gar nicht lange her. Ohne Quellenangabe läuft doch bei Wiki nicht mehr viel.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.08.2013 20:34 
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Ein Stanton braucht doch keine Quelle :lol: Er ist die Quelle

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.09.2014 09:16 
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Hab eben gesehn, das auf der kommenden Blu mit 'erstmals mit vollständiger Synchro' geworben wird. Ist die alte Kinosynchro jetzt vollständig ? Da stand doch auch was in der Regenbogen Auflage zu dem Thema...

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.09.2014 09:21 
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Leider nicht... es wurden wohl noch ein paar Schnipsel der orig. Kinosynchronisation aufgefunden, aber die weiteren fehlenden Stellen sind mit der ARD Nachsynchronisation unterlegt. INFO


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.09.2014 12:54 
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Naja, immerhin ca. 95 Minuten Schnipsel :)


Aber es nervt natürlich.

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.09.2014 12:57 
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... sollte eigentlich auch "... ein paar weitere Schnipsel.." heißen ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.09.2014 13:12 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Naja, immerhin ca. 95 Minuten Schnipsel :)


Aber es nervt natürlich.


Wie sieht das denn aus...wie lange genau ging denn die dt.KF/VHS-Version, wie lange die alte Koch-DVD von der dt.Kinosynchro her?
Jetzt gibt es 95min. mit der alten Synchro und der Rest wurde aufgefüllt ?

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.09.2014 13:17 
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Santorro hat geschrieben:
Anti-Hero hat geschrieben:
Naja, immerhin ca. 95 Minuten Schnipsel :)


Aber es nervt natürlich.


Jetzt gibt es 95min. mit der alten Synchro und der Rest wurde aufgefüllt ?



Ich glaube so war es. 95 Min entspricht der gekürzten Kinofassung, die komplette alte Synchro ist wohl vernichtet worden

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 17.09.2014 18:00 
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Hat schon jemand die kürzlich erschienene Blu Ray? Lohnt sich ein Upgrade?

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 17.09.2014 19:32 
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Djabartana hat geschrieben:
Hat schon jemand die kürzlich erschienene Blu Ray? Lohnt sich ein Upgrade?


Habe kurz reingeschaut: Das Master scheint dasselbe wie bei der BU-Scheibe zu sein, in Sachen Extras gibt es keine Unterschiede zur Ausgabe aus der Regenbogen-Collection. Für mich war der hauptsächliche Kaufgrund die (neu hinzugekommene) italienische Tonspur - Gian Maria Volontes Stimme ist im Original am eindrucksvollsten. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: AW: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 17.09.2014 19:44 
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dicfish hat geschrieben:
Djabartana hat geschrieben:
Hat schon jemand die kürzlich erschienene Blu Ray? Lohnt sich ein Upgrade?


Habe kurz reingeschaut: Das Master scheint dasselbe wie bei der BU-Scheibe zu sein, in Sachen Extras gibt es keine Unterschiede zur Ausgabe aus der Regenbogen-Collection. Für mich war der hauptsächliche Kaufgrund die (neu hinzugekommene) italienische Tonspur - Gian Maria Volontes Stimme ist im Original am eindrucksvollsten. :)

Spricht er sich denn selbst?


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 17.09.2014 20:11 
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Ja, Volonté und Andrea Checchi synchronisierten sich selbst.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 19.09.2014 17:33 
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Die gute Bildquali der Blu Ray und der wie immer grandiose Gian Maria Volonte haben mich bis zum Ende durchhalten lassen. Der extrem unsympathische Lou Castel stört auch nicht so wie sonst, weil das Unsympathler-Dasein hier zu seiner Rolle gehört.
Aber das war's dann auch schon. Mir war er zu geschwätzig, zu lang, zu nichtssagend (ja, ich weiß um die teils politische Interpretationsbandbreite...).

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 20.09.2014 10:34 
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Die Blu Ray von Koch ist gestern Abend auch bei mir über den Bildschirm geflimmert und die VÖ konnte überzeugen :good:
"Töte Amigo" gehört zwar zu meinen absoluten Lieblings-Western, aber mit der dt. (Kino-)Synchro hatte ich schon zuvor so meine Probleme (manche Stimmen wirken irgendwie unpassend). Die nachträglich synchronisierten und eingefügten Passagen fallen nicht sehr ins Gewicht, verbessern das Ganze aber leider auch nicht. Schön dass dieses mal die it. Tonspur (mit dt. UT's) mit an Board ist und in dieser Fassung wird dann i.d.n. Tagen die entsprechende Premiere zelebriert. Die Rolle und Darbietung Volontès ist einfach mehr als grandios und die Interviews mit Damiani und Castel in den Extras sind auch recht informativ.

Bin mit dem Kauf der Blu Ray (als Ergänzung zur Erstauflage) sehr zufrieden und diese kann bedenkenlos weiterempfohlen werden :231:


"Quién sabe?"


Schnittbericht (Szenen die zum Großteil wohl nachsynchronisiert wurden)

dt. Synchronsprecher

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 20.09.2014 10:39 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

Bin mit dem Kauf der Blu Ray (als Ergänzung zur Erstauflage) sehr zufrieden und diese kann bedenkenlos weiterempfohlen werden :231:



Man dankt. Auf Grund des fairen Preises, werde ich mir die BluRay dann auch mal zulegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 20.09.2014 20:26 
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TÖTE, AMIGO
[¿QUIEN SABE?][ITA][1967]

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Regie: Damiano Damiani
Darsteller: Gian Maria Volonté, Lou Castel, Klaus Kinski, Martine Beswick, Andrea Checchi, Spartaco Conversi, Jaime Fernández, Joaquín Parra, Aldo Sambrell, José Manuel Martín

„Gefällt es dir in Mexiko?“ - „Überhaupt nicht.“

Mexiko zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Revolution ist in vollem Gange. Das Volk lehnt sich mit blutigen Mitteln gegen die Staatsmacht auf. Einer der gefürchtetsten Aufständischen ist El Chuncho [Gian Maria Volenté], der überall für seine Grausamkeit berüchtigt ist. Als er und seine Bande einen Waffentransport der mexikanischen Armee überfallen, erhält er unerwartet Hilfe von dem sich an Bord des Zuges befindlichen Amerikaner Ben Tate [Lou Castel]. Trotz seiner Jugend und seines feinen Outfits wird er in die Bande aufgenommen, nachdem er verspricht, die Aufständischen zu unterstützen, obwohl er von Anfang an deutlich macht, dass es ihm lediglich um das dabei zu erntende Geld geht. Die nun folgende Reise wird zu einer Probe für die Ideale aller Parteien.

Western sind nun nicht unbedingt das, was man von Damiano Daminani grundsätzlich erwarten würde. Der linksliberale Regisseur verdankt seinen Ruhm in erster Linie seinen anklagenden Politthrillern mit solch schlanken Titeln wie GESTÄNDNIS EINES POLIZEIKOMMISSARS VOR DEM STAATSANWALT DER REPUBLIK oder WARUM MUSSTE STAATSANWALT TRAINI STERBEN?, die meist die Verflechtung von Politik und Verbrechen zum Thema haben. Wer jedoch genauer hinsieht, merkt schnell, dass sich TÖTE, AMIGO doch gar nicht so sehr von seinen späteren Werken unterscheidet und seine kritische Botschaft lediglich durch seinen historischen Hintergrund ein wenig vernebelt. Denn obwohl der Regisseur bestritt, er habe mit seinem grimmigen Revolutionsepos die damalige US-Außenpolitik kritisieren wollen, sind die Parallelen zu zeitgenössischen Ereignissen eigentlich unübersehbar.

Damals befand sich der Vietnamkrieg in einer Hochphase. Unter dem Vorwand, lediglich den Einheimischen zu Hilfe kommen zu wollen, trug die amerikanische Regierung auf fremdem Gebiet einen auf eigenen Vorteil bedachten Stellvertreterkrieg aus. Genau zu dieser Zeit erschien TÖTE, AMIGO und erzählte die Geschichte eines arrogant gezeichneten Amerikaners, der die mexikanischen Aufständischen im Kampf gegen ihre eigenen Landsleute unterstützt, dabei jedoch stets den eigenen Nutzen vor Augen hat. Ganz gleich, ob man diesen Umstand nun als gesellschaftliches Statement begreifen möchte oder nicht, fest steht: Selbst, wenn man den politischen Aspekt völlig außer Acht lässt (was auch durchaus möglich ist), bietet die ambitionierte Schlachtplatte durchgehend packende Unterhaltung, die bis zum Schluss in Atem hält und trotz der stringenten Erzählweise nicht mit Überraschungen geizt.

Grund dafür ist in der Hauptsache die tadellos funktionierende Figurenkonstallation, die von grandios besetzten Darstellern getragen wird. Gian Maria Volonté, der bereits in Sergio Leones Meilensteinen FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR sowie FÜR EIN PAAR DOLLAR MEHR als Schurke fungieren durfte, glänzt als ungeschliffener Revoluzzer El Chuncho, der in erster Linie für seine Ideale kämpft. Dabei begeht das Drehbuch keineswegs den Fehler, ihn zum erhabenen Helden zu stilisieren. Ganz im Gegenteil wird er als ziemlich skrupelloser und nicht übermäßig intelligenter Geselle gezeichnet, dessen Kaltblütigkeit einen das ein oder andere Mal sprachlos zurücklässt: Ohne jedes emotionale Problem lässt er bereits restlos besiegte oder flüchtige Soldaten über die Klinge springen; ein Unterschied zu den Gewaltakten der Gegenseite ist kaum erkennbar. Es ist daher kein Zufall, dass TÖTE, AMIGO zunächst aus Sicht der überfallenen Soldaten beginnt: El Chuncho hat einen Offizier als lebendes Hindernis auf den Gleisen fixiert; jeder, der den Zug verlässt, um dem Mann zu Hilfe zu eilen, wird gnadenlos über den Haufen geschossen. Als Zuschauer erlebt man mit den zusammengepferchten, um ihr Leben zitternden Männern El Chunchos Grausamkeit quasi höchstpersönlich mit, noch bevor die Figur überhaupt ein einziges Mal auf der Bildfläche erschienen ist.

Noch während dieses bluttriefenden Beginns wird der zweite wichtige Charakter eingeführt: Der Amerikaner Bill Tate, der sich als Gefangener mit an Bord befindet und sich an der Tötung des Zugpersonals kurzerhand beteiligt, ist ein jungenhaftes Milchgesicht und sieht aus wie frisch aus dem Ei gepellt. In feinstem Zwirn unterwegs und sich gewählt artikulierend könnte der Kontrast zum grobschlächtigen El Chuncho größer kaum sein. Aber dennoch (oder gerade deswegen?) imponiert der junge Mann dem Bandenchef so sehr, dass er ihn quasi vom Fleck weg in seine Truppe integriert. Von Anfang an werden dabei die gegensätzlichen Beweggründe beider Partien wortlastig in den Fokus gerückt: El Chuncho geht es um die Befreiung des Landes, Tate, folgend nur noch „El Niño“, das Kind, genannt, interessiert sich für die materiellen Werte, für das Geld, das es dabei zu verdienen gibt.

Dem schwedisch-italienischen Darsteller Lou Castel [→ MÖGEN SIE IN FRIEDEN RUHEN], der diese Rolle interpretiert, wird dabei oftmals ein zu distanziertes Spiel vorgeworfen, doch genau das passt zu dieser Figur wie die berühmte Faust auf's Auge: Tate umgibt eine geheimnisvolle, eine unnahbare Aura, die seine eigentlichen Intentionen stets mysteriös und ungreifbar erscheinen lassen. Weltlichen Genüssen scheint er nicht oder nur selten zu erliegen; während seine Kumpanen feiern, saufen und den Frauen hinterhersteigen, beobachtet er abschätzend und aus Entfernung das Treiben der Menschen, die ihn umgeben. Eine innere Ruhe scheint in ihm zu wohnen, ein Geheimnis ihn zu umgeben. Die Beziehung zwischen ihm und dem Banditen mündet in einer kaum konkret ausgesprochenen, doch unterschwelligen verqueren Freundschaft, die ihren Höhepunkt in dem Moment findet, in welchem El Chuncho einen seiner eigenen Männer über den Haufen schießt, um Tate zu beschützen.

Es ist dieses ungewöhnliche Verhältnis der beide Protagonisten zueinander, dieses glaubwürdig beschriebene Aufeinanderprallen zweier von Grund auf verschiedener Charaktere, das TÖTE, AMIGO zu so viel explosiver Spannung verhilft und dafür sorgt, dass man interessiert am Ball bleibt, obwohl im Prinzip keine einzige positive Identifikationsfigur existiert: El Chuncho erscheint viel zu naiv und menschenverachtend, als dass man Sympathie für ihn empfinden könnte, während Tate bis zum Schluss viel zu arrogant und auf fast schon unmenschliche Weise emotionslos bleibt, um als Held zu taugen. Exemplarisch dafür ist der Moment, als El Chuncho den reichen Gutsbesitzer Don Filipo töten lassen will, um sich für die Ausbeutung der Arbeiter zu rächen. Seinem Gerechtigkeitsempfinden nach erscheint es dabei völlig legitim, außerdem auch dessen Frau vergewaltigen zu lassen. Nur Tate ist dagegen – nicht aber etwa aus moralischen Gründen. Eine Vergewaltigung ist für ihn schlicht und einfach Zeitverschwendung. Das Schicksal der Frau ist ihm dabei freilich vollkommen gleichgültig.

Es sind also ganz eindeutig keine klassischen Helden in den Hauptrollen, mit denen man sich gleichsetzen könnte. Und dennoch bleibt man bis zum Schluss an ihren Schicksalen interessiert, spürt man doch schon von Beginn, dass diese kuriose Konstellation in einem gewaltigen Konflikt gipfeln wird. Der Rest der Belegschaft gerät dabei schon fast ein wenig ins Hintertreffen, auch wenn mit Klaus Kinski [→ JACK THE RIPPER] als mordender Priester schon ein sehr starkes Geschütz aufgefahren wird. Vollkommen in seinem Element schleudert er seine Sprengsätze „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“, und sorgt für explosive Abgänge gleich im Dutzendpack. Die auf Jamaika zur Welt gekommene Martine Beswick, die in LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU und FEUERBALL bereits James Bond Gesellschaft leistete, sorgt als Adelita für die weibliche Note, sieht recht feurig aus, ist für die ansonsten recht männerdominierte Handlung nicht unwichtig und spielt auch überzeugend, klingt in der deutschen Fassung allerdings wie Karl-Heinz. Die übrigen Charaktere bleiben kaum im Gedächtnis, zu sehr konzentriert sich das Drehbuch auf die Hauptfiguren.

Die Stärke TÖTE, AMIGOs liegt darin, dass er kaum Stellung bezieht. Er zeigt Figuren, die unmoralisch, die verwerflich handeln, doch weder verurteilt er dafür die Protagonisten, noch die Situation, in der sie sich befinden. Nüchtern und authentisch wirkend verzichtet er auf Gut-Böse-Klischees, zeichnet ein ambivalentes Bild aller Parteien und beschreibt das blutige Chaos des Umbruchs mit all seinen Paradoxa. Während der deutsche Titel versucht, das Werk erneut in die Baller-Baller-Schiene des typischen Italo-Westerns zu rücken, lautet der Originaltitel (zugegeben: wenig verkaufsfördernd) „Wer weiß?“, was in der Schlussszene seine Entsprechung erfährt. Dieser Moment schließlich ist dann auch der letzte, bindende Faktor, der in seiner Konsequenz und Aussagekraft ¿QUIEN SABE? zu einem echten Höhepunkt werden lässt. Doch trotz dieser deutlichen Autorenfilmelemente darf jeder, der nun eine kopflastige Intellektuellenkiste erwartet, beruhigt sein: TÖTE, AMIGO ist trotz seines zu Grunde liegenden Anspruchs ein packendes, mit feuriger Action verziertes Stück Kino geworden, mit dem sich jeder anfreunden kann. Wer das weiß, hat Glück.

s. auch: TÖTE, AMIGO

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Regelmäßig neue Reviews von Stuart Redman und DJANGOdzilla bei
JÄGER DER VERLORENEN FILME


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 07.12.2014 11:30 
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Nun bin ich auch mal dazu gekommen, die Blu-ray zu sichten.

Ich bin ziemlich begeistert, weil der Unterschied zur ohnehin schon ordentlichen Koch Regenbogen DVD im Bild wie Tag und Nacht ist. Der Bildqualitätsvorteil ist der Hammer!
An TÖTE AMIGO haben mich die besonders langen untertitelten Sequenzen immer ziemlich gestört aber ich war auch etwas ängstlich, wie es sich anhören mag, wenn man, wie bei der Koch Blu-ray, die fehlenden Teile aus einer anderen Synchro einfügt. Normalerweise stehe ich auf sowas gar nicht. Nun habe ich die komplett deutschsynchronisierte Fassung gesehen und bin begeistert, wie gut das alles harmonisiert und der Stimmwechsel für mich gar nicht problematisch ist. Streckenweise ist es mir fast gar nicht aufgefallen.
Wer lieber auf Italienisch mit deutschen Untertiteln setzt, wird nun erstmals die Möglichkeit haben, den Film auf diese Weise zu sehen.
Perfekte VÖ! Klasse!
Der Film gefällt mir nun noch besser.


Wer seine Regenbogen Collection mit der DVD vollständig machen möchte, kann sie bei mir neuwertig für 6 Euro kaufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 23.01.2016 17:19 
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sooooo,

ihr lieben IW Fans,
jetzt muss ich auch mal meinen Senf abgeben, was ich wahrlich nicht oft tue.

Aber von dem was ich zur weihnachtszeit in den player schob davon möchte ich schon berichten.

die liebe zu western begann bei mir mit dem streifen " Sommer der verfluchten "

danach folgten etliche aber noch lange nicht alle

besonders gefallen haben mir auf dem weg durch trockene landschaften vor allem .

der tot ritt dienstags
the wild bunch ( ich weiss kein IW aber trotzdem gut )
der gefürchtete
seine kugeln pfeifen das todeslied
die sich in fetzen schiessen
mit django kam der tod
töte alle und kehr alleine zurück


aber ich schweife aus es geht ja um töte amigo, eigentlich stehe ich ja nicht so auf Revulotionswestern deswegen habe ich den film eher aus mangel an anderen marteial rein getan, aber liebe leute ich muss sagen ich habe es am schluss sowas von nicht bereut.


es begann schon mit dieser ultimativ geilen zug szene am anfang, die schon irgendwie ein eigenes kleines filmchen war.

dann fand ich die ganze story des film weder langweilig noch irgendwie überzogen. nein der film hat es hier geschafft mich mit zu nehmen auf einen schöne reise.

besonders die 2 einzelnen charakere haben es mir besonders angetan. hier wurden charakter gezeichnet die nah am der realität sind und die man auch heute noch problemlos in hier und jetzt übertragen kann

humor war auch da , der running gag mit dem MG hat mir doch sehr gut gefallen.


einziger wehrmutstropfen war mal wieder klaus kinski. mich nervt der typ eher, und ich bin froh das er hier keine hauptrolle gespielt hat.

der schluss war natürlich noch genialer hat mich aber mit einer frage zurück gelassen.

waren die beide nicht freunde ?!
immerhin hat der rvulotionäre in der mitte des filmes eines seiner bandenmitglieder erschossen um seinen freund zu schützen ?! ( also es um die frage der vergewaltigung der frau ging )

wieso hat der revulotionäre den anderen typen am ende erschossen., ?!

hat er am schluss doch gemerkt das geld nicht alles ist ?!
wie kann er einerseits so sadistisch und eiskalt sein ( man bedenke z.b. die zug szene am anfang ) und auf der anderen seite für das scheinbar gute ( die revulotion ) einstehen. ?!
sollte man seinen freund einfach sie erschiessen ?!

also ich danke euch das ihr meinen wirrungen gefolgt sein, und andereseits bitte ich stets um hinweise die zur ergreifung von filmen führen , wo es um das thema freundschaft geht, gerne aus auch aus anderen sparten.
besonders gut hat mir da noch " in der hitze von new york " gefallen.,


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 Betreff des Beitrags: Re: TÖTE AMIGO - Damiano Damiani
BeitragVerfasst: 23.01.2016 20:50 
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[spoiler]Aber sein "Freund" hat ihn doch nur benutzt und die Revolution verraten! Fast wäre er den Versuchungen des Kapitalismus erlegen, aber er hat sich gerade noch rechtzeitig seiner Ideale besinnen können und sich dazu entschlossen, den Klassenkampf fortzusetzen. Kauf kein Brot, kauf Dynamit!
[/spoiler]


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BeitragVerfasst: 17.06.2017 11:01 
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Hallo Zusammen,

wir würden gerne für unser Archiv eine gut erhaltene, deutsche 35mm Kopie erwerben.
Von Interesse?
Wenn ja, gerne PM an andeh oder mich....oder hier im thread posten ;-)

Dankeschön :-)


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