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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 15:38 
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Stanton hat geschrieben:

Aber es ist ein Beispiel für einen Ami Western mit manierierten bizarren Großaufnahmen die noch nicht vom IW beeinflusst sein konnten.


Der kam im Oktober 1966 ins Kino? Woher nimmst du eigentlich die Unumstößlichkeit dieser Theorie? Allein von den Terminen der US-Uraufführung der Dollar-Filme? Es ist hinlänglich dokumentiert, dass sich Regisseure in Hollywood quasi jeden beliebigen Film für eine private Vorführung zu Hause oder im Studio besorgen konnten. Wieso sollte nicht irgendjemand aus Europa Infos über einen neuartigen Actionfilm mitgebracht haben, was gewisse Leute dazu veranlasst hat, sich mal eine Kopie kommen zu lassen?

Natürlich kann ich das auch nicht belegen. Aber es so komplett und kategorisch auszuschließen, halte ich für eine steile These.


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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 16:31 
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ephedrino hat geschrieben:
Wieso sollte nicht irgendjemand aus Europa Infos über einen neuartigen Actionfilm mitgebracht haben, was gewisse Leute dazu veranlasst hat, sich mal eine Kopie kommen zu lassen?



Anbei sehr erfolgreiche neuartige Filme... schon allein deswegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 16:49 
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ephedrino hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:

Aber es ist ein Beispiel für einen Ami Western mit manierierten bizarren Großaufnahmen die noch nicht vom IW beeinflusst sein konnten.


Der kam im Oktober 1966 ins Kino? Woher nimmst du eigentlich die Unumstößlichkeit dieser Theorie? Allein von den Terminen der US-Uraufführung der Dollar-Filme? Es ist hinlänglich dokumentiert, dass sich Regisseure in Hollywood quasi jeden beliebigen Film für eine private Vorführung zu Hause oder im Studio besorgen konnten. Wieso sollte nicht irgendjemand aus Europa Infos über einen neuartigen Actionfilm mitgebracht haben, was gewisse Leute dazu veranlasst hat, sich mal eine Kopie kommen zu lassen?

Natürlich kann ich das auch nicht belegen. Aber es so komplett und kategorisch auszuschließen, halte ich für eine steile These.


Komplett kann ich das auch nicht, aber ich halte es für unwahrscheinlich.

Hauptsächlich weil der europäische Western gar nicht für ernst genommen wurde, und ich bezweifle daß da außer den Leone Filmen viel geschaut wurde, und auch die wurden meist negativ betrachtet.

Außerdem hat Regisseur Furie in dem Fall hier auch schon vorher mit The Ipcress File einen genau so stilistisch abgehobenen Film gedreht.

Und extreme Großaufnahmen der Augenpartien finden sich auch schon in Fullers 40 Gewehre (1958), also waren solche stilistischen Extravaganzen auch vorher schon möglich.

Vor allem sehe ich im US Western der 60er und 70er nichts was sich nicht bequem aus jeweils vorherigen US Western herleiten ließ. Spezifisch IWmäßige Sachen dagegen finde ich im US Western eher gar nicht. Gerade die auffällige und neuartige Inszenierung der Duelle im IW, wie sie Leone ab Für eine Handvoll Dollar inszeniert hat, mit den schnellen Schüssen aus der Hüfte und den übereinanderpurzelnden Toten, und die fast jeder IW nachgeahmt hat, finden sich im US Western überhaupt nicht, selbst bei Eastwood nicht wirklich.


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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 16:54 
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Anti-Hero hat geschrieben:
ephedrino hat geschrieben:
Wieso sollte nicht irgendjemand aus Europa Infos über einen neuartigen Actionfilm mitgebracht haben, was gewisse Leute dazu veranlasst hat, sich mal eine Kopie kommen zu lassen?



Anbei sehr erfolgreiche neuartige Filme... schon allein deswegen.


Wenn es von denen nicht einmal eine engl. Fassung oder was mit UTs gab? Alles nicht ausgeschlossen, aber ich glaubs nicht.

Außerdem sehe ich ja nicht einmal einen Leone eindeutigen Einfluss nachdem dessen Filme in den USA liefen, und auch eine gewisse Aufmerksamkeit fanden.


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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 18:00 
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Stanton hat geschrieben:
Alles nicht ausgeschlossen...


Danke, das reicht mir schon. ;)
Ich bin mir sicher, dass sich ein Regisseur auch nur wegen der Bilder einen Film anschaut, selbst wenn er kein Wort versteht.

Ipcress ist visuell ungewöhnlich, aber vor allem wegen des starken Einsatzes von "frames within the frame", an extreme Großaufnahmen wie in Appaloosa erinnere ich mich nicht.

Außerdem halte ich z.B. auch die jeweiligen Anfänge von Blue und später sogar des Wayne-Vehikels Dreckiges Gold für Versuche, den Italo- oder Leonestil zu imitieren oder schon zu kommentieren. Es ist lange her, aber ich meine zu Beginn von Dreckiges Golf gibt es auch eine Bahnhof-Warteszene, die inszenatorisch deutlich näher an SmdLvT als an 12 Uhr mittags war.

Insgesamt stimme ich zu, dass man nicht unbedingt zwischen US-Western vor und nach IW unterteilen kann, aber ihn ganz von Einflüssen freizusprechen, halte ich für falsch. Vielleicht auch schon 1966.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 19:07 
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Ich habe vor einiger Zeit "Südwest nach Sonora" von Sid Furie gesehen und hatte den Eindruck, dass in diesem 66er US Western durchaus einige IW Elemente aufgenommen wurden. Auffällig waren hier für mich z. B. der relativ lakonische Ton, diese gewisse 'Gebrochenheit' des Helden und die vielen ungewöhnlichen Kameraperspektiven. Auch eine gewisse 60s - Härte ist ihm nicht abzusprechen. Da ich kein Kenner des US Western bin, kann ich nicht beurteilen inwieweit einige dieser, für mich zu der Zeit doch recht ungewöhnlichen, Elemente schon in jenen so angewandt wurden.

Aber ich nehme an, dass ich hier eines 'Besseren' belehrt werde! ;)


Zuletzt geändert von Jimmy Stewart am 05.03.2016 21:00, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 19:17 
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Dann möchte ich noch anmerken, dass der Constantin-Verleih bereits im Januar 1965 - kurz vor dem deutschen Start von "Für eine Handvoll Dollar" - meldete, dass dieser Western "selbst Hollywood in Erstaunen versetzt"


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 19:24 
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Da lief der aber noch gar nicht in den USA...


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 19:27 
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Wird Clint Eastwood da nicht auch schon als Hollywood-Star bezeichnet :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 20:48 
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ephedrino hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Alles nicht ausgeschlossen...


Danke, das reicht mir schon. ;)
Ich bin mir sicher, dass sich ein Regisseur auch nur wegen der Bilder einen Film anschaut, selbst wenn er kein Wort versteht.


Es würde mich nicht mal wundern wenn viele Regisseure die regelmäßig drehen sich kaum noch Filme von Kollegen anschauen, einfach weil sie kaum noch dazu kommen. QT und Scorsese natürlich ausgeschlossen. ;)
Weil viele in Interviews fast nur über alte Filme reden, aus der Zeit bevor sie anfingen selber zu drehen. Ist mir zumindest schon öfter aufgefallen.


Zitat:
Ipcress ist visuell ungewöhnlich, aber vor allem wegen des starken Einsatzes von "frames within the frame", an extreme Großaufnahmen wie in Appaloosa erinnere ich mich nicht.


Halt stark stilisiert. Auffallend anders.
Um auf sowas zu kommen musste man damals keine IW schauen. Nochmal, daß ein US Film von 66 von Leone beeinflust wurde, ist natürlich nicht auszuschließen, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich. Da wäre 40 Guns schon viel wahrscheinlicher, und es muß ja nicht mal aus einem Western stammen. Damals war allgemein eine große Aufbruchstimmung im Film, alles neu, alles anders machen.

Auch von dieser auffälligen Einstellung aus The Ox Bow Incident könnte Furie seine Ideen bezogen haben:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Oder aus High Noon: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Zitat:
Außerdem halte ich z.B. auch die jeweiligen Anfänge von Blue und später sogar des Wayne-Vehikels Dreckiges Gold für Versuche, den Italo- oder Leonestil zu imitieren oder schon zu kommentieren. Es ist lange her, aber ich meine zu Beginn von Dreckiges Golf gibt es auch eine Bahnhof-Warteszene, die inszenatorisch deutlich näher an SmdLvT als an 12 Uhr mittags war.


Gerade Dreckiges Gold finde ich insgesamt sehr un-italomäßig. Klar könnte Kennedy bei der Anfangsszene an Leone gedacht haben, aber ich habe da glaube ich nie an Leone gedacht beim Betrachten dieser Gurke.
Zitat:
Insgesamt stimme ich zu, dass man nicht unbedingt zwischen US-Western vor und nach IW unterteilen kann, aber ihn ganz von Einflüssen freizusprechen, halte ich für falsch.


Also das Einzige was ich sehr stark mit dem IW in Verbindung bringe ist daß da in den 70ern vielleicht mehr Staubmäntel zu sehen waren als ohne SMDLvT.
Und das gerade SMDLVT auch damals schon viele beeindruckt hat, das glaube ich gerne. Und wenn Furie The Appaloosa 1970 gedreht hätte, würde ich sofort sagen daß ein Leone Einfluß mehr als wahrscheinlich ist.
Ich denke sicher daß Leone da Einfluß gehabt haben kann, nur ich sehe im US W fast nichts, außer bei Eastwood, was eindeutig auf Leone zurückzuführen wäre. Wenn da ein direkter Einfluss war, dann hat sich das nur in Sachen geäußert die ich auch in älteren US Western finde. Ich bin da eher selber erstaunt wie wenig da ist. Entweder weil der IW doch zu eigen war, zu weit weg von den Themen und Motiven des US Ws, oder weil die US Regisseure daß damals einfach nur bizarr fanden, es als dekadent und nicht zum Genre passend empfunden haben.

Dafür gab es in den 70ern aber eine ganze Reihe von US Western gibt die sich bequem auf Peckinpah zurückführen lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 05.03.2016 22:28 
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Nobody hat geschrieben:
Da lief der aber noch gar nicht in den USA...


Das wird ja auch nicht behauptet. Aber Hollywood hat sich damals schon sehr dafür interessiert, was in Europa los war. Und da "Für eine Handvoll Dollar" zu der Zeit schon ein überragender Kassenerfolg in Italien war, haben die großen Studios, Produzenten oder Regisseure den Film mit Sicherheit zur Kenntnis genommen. Und sich dann eine Kopie zu besorgen, dürfte für diese Leute keine Schwierigkeit gewesen sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 06.03.2016 10:28 
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Pistolero hat geschrieben:
Nobody hat geschrieben:
Da lief der aber noch gar nicht in den USA...


Das wird ja auch nicht behauptet. Aber Hollywood hat sich damals schon sehr dafür interessiert, was in Europa los war. Und da "Für eine Handvoll Dollar" zu der Zeit schon ein überragender Kassenerfolg in Italien war, haben die großen Studios, Produzenten oder Regisseure den Film mit Sicherheit zur Kenntnis genommen. Und sich dann eine Kopie zu besorgen, dürfte für diese Leute keine Schwierigkeit gewesen sein.


Halte ich ebenfalls für theoretisch möglich, aber für eher unwahrscheinlich.
Selbst Clint Eastwood hat lange Zeit gar nicht mitbekommen daß Für eine Handvoll Dollar in Italien ein großer Erfolg war.

Wie gesagt die Amis haben die europäischen Western gar nicht ernst genommen, die haben die verachtet. Erst als Leone auch in den USA Erfolg hatte und Eastwood zum Superstar wurde hat sich das langsam geändert. Aber auch dann galten die vielen noch als minderwertiger Schrott. Und abgesehen von Leone hat da auch niemand irgendeinen besonderen Eindruck hinterlassen. In vielen US Büchern aus den 70ern über den Western an sich, wird der IW nur am Rande oder auch gar nicht behandelt. In etlichen Peckinpah Büchern wird der Name Leone nicht einmal erwähnt. Wenn da so ein großer Einfluss war, wie kommt es das den damals niemand bemerkt hat?
Ganz einfach weil alles was vom IW stammen könnte sich ebenso gut von älteren US Western herleiten ließ. Selbst die Staubmäntel ließen sich schon vereinzelt in älteren US Western finden. Z.B. schon in Jesse James von 1939.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 09.03.2016 17:04 
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'Ich mal euch die Welt wie sie mir gefällt' oder was ?
Die Amis saßen da mit dicken Backen und mußten zusehn wie in Europa Western entstanden,welche ihre in den Schatten stellten.
Sie haben den Western erfunden,die Italiener haben ihn perfektioniert - ein Schlag in die Fresse,den man lieber mal totschweigt,oder es zumindest versucht.
Kann man dann auch als 'nicht bemerkt' bezeichnen ... lach ich später nochmal drüber.
Die US Western der 70er ... da ist nix dabei,was sich mit dem Italowestern messen kann.Die Vorlagen hatten sie zwar,aber sie konnten es einfach nicht besser.Aber wahrscheinlich wollten sie nicht ... wie lächerlich.
Mag viele US Western aus den späten 50ern,frühen 60ern.Die mochten die großen Jungs aus Italien auch,als sie ihre Meisterwerke vollendeten,mit Bildern und Musik,die man in keinem Western zuvor gesehn,geschweige denn gehört hatte.
Oder zogen die Kuhhirten in ihren Regenmänteln vor 1965 auch schon Särge hinter sich her 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 09.03.2016 22:13 
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Ach Stanman, Junge ...

An Leuten die Särge hinter sich herziehen waren die gar nicht so sehr interessiert. Und die US Western der 70er sind doch oft großartig, und da sind auch Werke bei die sich mit den besten IW messen können.
Und so originelle Filme wie Little Big Man, McCabe & Mrs. Miller, Ulzana's Raid oder Pat Garrett & Billy the Kid haben die Italiener genau so wenig gemacht wie die Amis sich für das Sargziehen interessierten.
Der IW und der US W das waren 2 parallel existierende Linien, und jede der beiden Linien hat gerade ab 1966 relativ unabhängig voneinander Großes für das Gerne geleistet. Und ich möchte weder das Eine noch das Andere missen. Ich werde doch nicht Leone gegen Peckinpah ausspielen, beide haben auf ihre Art das Genre perfektioniert. Und die 4 besten Western stammen dann auch für mich von den Beiden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 10.03.2016 17:26 
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Särge zu ziehn,sie per Flaschenzug zu befördern oder drin zu liegen und zuzusehn wie Häuser abgebrannt werden,ist eine feine Sache (solange keiner das Set abbaut,während man bergauf zieht)
Hätte mich auch wirklich nicht gewundert,wenn du von einem alten Streifen gewußt hättest,in dem es schonmal gemacht wurde ... von ein paar Pferdchen vielleicht.
Wie auch immer - hatten die Amis nicht.
Die aus den 70ern,welche du aufzählst,gehören zu der Sorte mit der ich nix anfangen kann.
Little big man und Pat & Billy hab ich beide teilweise gesehn,glaub es waren Pay TV Sender.Die haben mich dermaßen gelangweilt,daß ich nebenbei den nächsten Tag durchplante und irgendwann überhaupt keine Lust mehr drauf hatte.Ulzana fällt für mich aus,da ich Kavallerie nicht ab kann (GÄHN) und Indianer nur bedingt (kommt auf die Darstellung an).Bei Frau Müller mußte ich nachschauen was das sein soll ... ne,bestimmt nicht zum aushalten für einen Italowesterner.
Käme nie auf die Idee diese ... sagen wir mal Dramen,klasse Western wie Companeros,Todesmelodie,Keoma... (um in den 70ern zu bleiben) gegenüber zu stellen.Man sollte schon fair bleiben :P
Wie gesagt,pfeif mir ab und zu wieder einen US Western aus den 50/60ern rein.Die hab ich vor knapp 40 Jahren gesehn und das macht insofern schonmal Spaß,daß ich mich weder an den Ablauf noch das Ende erinnere.Vergangenen Sonntag war einer dabei ... sehr schöner Stil,den hat kein US Western aus den 70ern mehr.
Der USW ist spätestens 1969,eher etwas früher,mit Peckinpahs bestem Werk gestorben.
Leone erkannte das und winkte mit Mein Name ist Nobody nochmal rüber.Hill und Fonda winkten mit,im besten Western der 70er.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 10.03.2016 20:54 
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Ich habe nie behauptet daß die extremeren IW Sachen auch im US W zu finden gewesen wären, ganz im Gegenteil, es sind eben 2 verschieden Genre Linien, die auch viele Überschneidungen haben, aber auch so manches was sich praktisch nur auf der einen Linie findet. Und es spricht weder für noch gegen den US Western daß es dort keinen US-Django gibt.

Trotzdem findet sich z.b. in Peckinpahs Serie The Westerner eine Episode in der 2 Frauen mit einem Toten unterwegs sind um ihn zu beerdigen, aber verfolgt werden von Kopfgeldjägern die mit dem Toten noch Geld verdienen wollen. Und der Anführer ist in einer Kutsche mit Sonnenschutz unterwegs statt zu reiten. Für eine TV Serie von 1960 auffallend bizarr. Und The Deadly Companions beginnt mit einer Hängeszene von der man 10 Jahre später auch behauptet hätte sie sei dem Einfluss des IW zu verdanken.
Ab 0:1:40 : *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dejkdente Elemente finden sich im US W der 50er hier und da, und dann mit zunehmender Tendenz in den 60ern. Aber klar, der IW hat da dann noch mal kräftig was draufgesetzt, solche Sachen extrem verstärkt und betont.

Und was die 70er betrifft, da hat für mich eindeutig wieder der US W die Nase vorn, da ist der IW längst dabei qualitativ abzubauen, hat längst seinen Zenit überschritten, während der US W noch einmal kräftig durchstartet und durch Vielfältigkeit beeindruckt. Trotzdem gibt es auch noch eine Reihe schöner IW, aber eben noch mehr starke US W.

Und Mein Name ist Nobody ist zumindest thematisch eindeutig ein Spätwestern, wie ihn sonst nur die Amis gemacht haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 11.03.2016 18:01 
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Der Inhalt vom Westerner hört sich tatsächlich interessant an und stimmt schon - je älter diese Ideen sind,desto mehr wundert man sich drüber.
Die Szene aus Gefährten des Todes schau ich mir nicht an ... weil ich mir die DVD vor kurzem für ganz kleines Geld zugelegt hab ;)
Kann gut sein daß die heut Abend noch läuft.

Seh das eigentlich ähnlich,daß die USW in den 50ern und frühen 60ern (manch gute Streifen aus den 40ern nicht zu vergessen) eine gewaltige Bildsprache aufbauten,welche von den folgenden IW nochmal verstärkt,allerdings auch verändert wurde.

Daß die Italiener vieles einfließen ließen ist keine Frage.Muß da immer an das Sollima Interview denken,in dem er erzählt wie die alten Jungs zusammen saßen und schilderten wie sie als Kinder schossen oder welche USW sie am meisten mochten.
Als am Sonntag Douglas im letzten Zug von Gun Hill mit der Wumme unter Hollimans Kinn zum Zug marschiert um seine Frau zu rächen,wußte ich (wieder) welche USW ich mag.

Mit den 70ern kann ich wirklich nichts mehr anfangen.Da gibts noch einzelne,große Werke des sterbenden IW zu bewundern und viele Versuche den gestorbenen USW wieder zu beleben.
Dann noch die Entmythologisierung ... als ob wir (IW und USW) die noch gebraucht hätten.
Schon klar daß alles nicht so war,aber schön wars trotzdem :P

Und so einen schönen Western wie Mein Name ist Nobody konnten die Amis garnicht.
Da wäre der alte Revolverheld nie nach Europa gegangen.


Zuletzt geändert von GunmanStan am 13.03.2016 11:50, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 11:49 
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Stanton hat geschrieben:
Und The Deadly Companions beginnt mit einer Hängeszene von der man 10 Jahre später auch behauptet hätte sie sei dem Einfluss des IW zu verdanken.
Ab 0:1:40 : *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Kannte das Bild aus dem Western Lexikon (Chill Wills mit dem Strick am Hals und den Karten am Hemd).Den Streifen hab ich jetzt zum erstenmal gesehn und denke auch daß man die Szene dem IW gutschreiben würde,wenns ihn zu dem Zeitpunkt schon gegeben hätte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 13:22 
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Stanton hat geschrieben:
Ach Stanman, Junge ...

An Leuten die Särge hinter sich herziehen waren die gar nicht so sehr interessiert. Und die US Western der 70er sind doch oft großartig, und da sind auch Werke bei die sich mit den besten IW messen können.
Und so originelle Filme wie Little Big Man, McCabe & Mrs. Miller, Ulzana's Raid oder Pat Garrett & Billy the Kid haben die Italiener genau so wenig gemacht wie die Amis sich für das Sargziehen interessierten.
Der IW und der US W das waren 2 parallel existierende Linien, und jede der beiden Linien hat gerade ab 1966 relativ unabhängig voneinander Großes für das Gerne geleistet. Und ich möchte weder das Eine noch das Andere missen. Ich werde doch nicht Leone gegen Peckinpah ausspielen, beide haben auf ihre Art das Genre perfektioniert. Und die 4 besten Western stammen dann auch für mich von den Beiden.


Sehe ich ähnlich. Die Amis erzählen ganz andere Geschichten und da haben Boetticher, Mann, teilweise auch Sturges das Genre "perfektioniert". Was die Hängenszene aus DC betrifft, die findet sich übrigens bei Companeros wieder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 14:22 
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Dann müßte bei allen Western nach 1961,wenn einer mit dem Strick um den Hals auf einem Faß steht,diese Szene die Vorlage sein.Hört sich irgendwie schwachsinnig an.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 14:58 
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Zu Ostern sind auf rtl nitro auch an 2 tagen Westerntage und zdf-neo zeigt auch an einem abend western und tagsüber fackeln im sturm


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 16:03 
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RTL Nitro

08:10 Massei, der große Apache
09:45 Denen man nicht vergibt
11:50 Lawman
13:30 Der Mann aus Kentucky
15:15 Zwischen zwei Feuern
16:45 Die fünf Geächteten
18:35 Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe

27.3.

07:30 Das letzte Kommando
09:20 Red River
11:35 Vera Cruz
13:05 Der Mann aus dem Westen
14:50 Der Weg nach Westen
16:55 Latigo
18:30 Drei Amigos


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 16:19 
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Anti-Hero hat geschrieben:
26.03.
RTL Nitro

08:10 Massei, der große Apache
09:45 Denen man nicht vergibt
11:50 Lawman
13:30 Der Mann aus Kentucky




Zum Einstieg gleich vier Werke in Folge mit Burt Lancaster, der bei dem 4. und schwächsten Film des Quartetts zugleich Regie geführt hat, gab es auch noch nicht.

APACHE (1954) hätte ein dem Streifen angemesseneres Ende verdient gehabt ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf RTL Nitro (26./27.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 16:29 
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Der recht blutige Lawman um 11:50 ist auch nicht schlecht :)

Denen man nicht vergibt kenne ich noch nicht, interessiert mich aber sehr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 16:37 
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GunmanStan hat geschrieben:
Dann müßte bei allen Western nach 1961,wenn einer mit dem Strick um den Hals auf einem Faß steht,diese Szene die Vorlage sein.Hört sich irgendwie schwachsinnig an.


So oft findet man die Szene aber nicht. Und Corbucci zitiert Peckinpah öfters


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf RTL Nitro (26./27.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 17:00 
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Anti-Hero hat geschrieben:

Denen man nicht vergibt kenne ich noch nicht, interessiert mich aber sehr.



Neben Burt Lancaster spielt hier auch Audie Murphy mit. Vermutlich wird die erste Sichtung ein zwiespältiges Gefühl hinterlassen.

Am Folgetag gibt es mit VERA CRUZ (1954) noch einen Western mit Lancaster, welcher nachträglich mehr als jeder andere US-Western aus dieser Zeit an den erst ein Jahrzehnt später aufblühenden IW erinnert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf RTL Nitro (26./27.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 17:10 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Der recht blutige Lawman um 11:50 ist auch nicht schlecht :)


Diese 'HC - Version' von "Zwölf Uhr Mittags" ist wohl einer der besten Spätwestern Hollywoods. Ich mag den sehr gerne. Zwar habe ich den Film schon lange nicht mehr gesehen, habe ihn aber als leicht IW - beeinflußten US - Western in Erinnerung. :roll:

Anti-Hero hat geschrieben:
Denen man nicht vergibt kenne ich noch nicht, interessiert mich aber sehr.


Den würde ich mal als unterhaltsames 'Hollywoodspektakel' bezeichnen. Das ist nicht in irgendeiner Weise abwertend gemeint - der hat das Herz auf dem richtigen Fleck!


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 17:48 
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GunmanStan hat geschrieben:
Dann müßte bei allen Western nach 1961,wenn einer mit dem Strick um den Hals auf einem Faß steht,diese Szene die Vorlage sein.Hört sich irgendwie schwachsinnig an.


Das wäre auch übertrieben, zumal das ja jetzt auch nicht der bekannteste aller Western ist. Die Szene aus Companeros dürfte eher auf andere Hänge-Szenen aus anderen IW aufbauen. Überhaupt ist das ja ein Film der sehr stark auf die älteren Western Corbuccis bezogen ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf 3sat (6.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 17:50 
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Nobody hat geschrieben:
GunmanStan hat geschrieben:
Dann müßte bei allen Western nach 1961,wenn einer mit dem Strick um den Hals auf einem Faß steht,diese Szene die Vorlage sein.Hört sich irgendwie schwachsinnig an.


So oft findet man die Szene aber nicht. Und Corbucci zitiert Peckinpah öfters


Tut er das? Wo?

(Ist mir bislang zumindest noch nie aufgefallen oder in den Sinn gekommen)


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 Betreff des Beitrags: Re: Westerntag auf RTL Nitro (26./27.3.16)
BeitragVerfasst: 13.03.2016 17:55 
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Jimmy Stewart hat geschrieben:
Anti-Hero hat geschrieben:
Der recht blutige Lawman um 11:50 ist auch nicht schlecht :)


Diese 'HC - Version' von "Zwölf Uhr Mittags" ist wohl einer der besten Spätwestern Hollywoods. Ich mag den sehr gerne. Zwar habe ich den Film schon lange nicht mehr gesehen, habe ihn aber als leicht IW - beeinflußten US - Western in Erinnerung. :roll:



Möglich, aber nicht unbedingt. ;)

Das wäre für mich ein typischer US Western für 1971, die härtere und pessimistischere Variation von Warlock (1959). (leider auch die deutlich schwächer inszenierte)


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