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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 12.02.2013 21:22 
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Jung, frech, frei (OT: La cognatina; Italien; 1975; Sergio Bergonzelli)

Frisch aus der Klosterschule entlassen, entdeckt Monika (Karin Well) in der erwachenden Natur der italienischen Provinz, was sexuelle Begierde bedeutet. Ein wenig problematisch ist da nur, dass sie sich ausgerechnet in Luca (Robert Woods), den Freund ihrer ebenfalls anwesenden älteren Schwester (Greta Vayan) verguckt hat...

So die viel- oder wenigsagende Prämisse dieser kleinen italienischen Produktion, die für mich in kurzer Zeit zu einem großen Mysterium geworden ist. Mysterium deshalb, weil ich 1) von ihrer Existenz bis vor kurzem schlichtweg noch nichts gewusst habe, und 2) weil der Regisseur Sergio Bergonzelli heißt (ja, das alleine rechtfertigt bereits eine gehobene Erwartungshaltung!). Ersteres liegt daran, dass es einen OFDB-Eintrag erst seit August 2012 gibt (an dieser Stelle vielen Dank an Martin Hentschel, ohne den ich diese Perle der besonderen Art vielleicht nie so bald entdeckt hätte!). Umso erstaunlicher, dass sogar eine deutsche Tape-Fassung (Titel: HOT SUMMER) existiert, und umso erfreulicher, dass ich dieses Tape kürzlich ergattern konnte.
Nun hatte ich also diesen seltenen Bergonzelli vor mir, zu dem ich im Netz - von einem vernachlässigbaren, da wenig aussagekräftigen Filmlexikon-Kommentar abgesehen - keinerlei Reviews finden konnte, und plötzlich fühlte ich mich wieder ein bisschen so, wie als ich vor vielen Jahren, die weite Welt des italienischen Kinos ganz neu für mich entdeckt habe. Gleichwohl da auch die Befürchtung war, es könnte sich, ganz böse ernüchternd, um eine dieser richtig finsteren Blödel-Klamotten handeln, denen selbst ich nur wenig abgewinnen kann.
Es vergingen jedoch keine 5 Minuten, da waren jegliche Zweifel wie weggeblasen, ja meine verwegensten Hoffnungen schienen sich zu bewahrheiten! So dass ich bald nur noch dachte: Was für ein Geschenk, dass ich solche Gottesgaben und Wunderwerke der Sleaze-Romantik (Sleamantik?) genießen darf! Unvermeidlich, dass sich dabei, aller freudigen Erregung zum Trotz, allerdings auch eine sentimentale Vergangenheits-Sehnsucht einstellt, da man hier Zeuge einer filmischen Welt wird, die so dermaßen verschütt gegangen ist und von vielen Leuten leider auch nicht ansatzweise im ganzen Umfang ihrer Faszination wahrgenommen wird, dass es langsam echt nicht mehr lustig ist. Eine Welt, deren Schöpfer Mario Siciliano, Andrea Bianchi, Luigi Batzella, Mario Bianchi, Renato Polselli oder eben Sergio Bergonzelli heißen.
Um etwas konkreter zu werden, kann man sich das in etwas so vorstellen: Dieses fluffig pulsierende sowie ungemein anziehende Comic-Flair, von dem ich überzeugt bin, dass es in dieser Ausprägung tatsächlich ausschließlich im italienischen Kino der 70er-Jahre anzutreffen ist, trieft hier praktisch immer und überall aus jeder Pore. Das alleine sorgt schon dafür, dass selbst der unfassbare Gossenhumor der noch unfassbareren Dialoge von einem poetischen Schleier zart umspielt wird. Und dazu gesellen sich Bildmontagen, Szenenabfolgen, Ideen, Inspiration, ja blanker Irrsinn; für die man eben wirklich einen Regisseur aus der weiter oben kurz umrissenen Kategorie braucht. Außerdem unerlässlich: ein fröhlich blubbernder Score, der in diesem Fall von dem mir völlig unbekannten Nello Ciangherotti stammt. Und schließlich noch der Cast, mit Karin Well, die hiermit zur heimlichen Königin dieser speziellen Sparte des italienischen Kinos, für die mir partout keine adäquate Bezeichnung einfallen will, aufsteigt; und außerdem einem sehr feschen Robert Woods als "verkannter Künstler"/Fußballtrainer; weiterhin Pupo De Luca als Priester; sowie einige obskure Gestalten, die man schlichtweg nicht kennt.

Nein, auf Einzelszenen und Handlungselemente bin ich jetzt bewusst nicht eingegangen, da so eine Beschreibung der Wirkung des Gesamtwerkes nicht gerecht werden würde. Wem es nicht als Widerspruch erscheint, dass dieser Erotik-Komödie all diese seltsamen Qualitäten zukommen, obwohl sie weder übermäßig lustig noch sonderlich erotisch ist, der hat gute Chancen, diesen Hochgenuss nachzufühlen. Pures Gold!


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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 12.02.2013 21:32 
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Ah Sergio Bergonzelli, da hätte ich auch so meine zweifel gehabt, denn der hat ja auch einge lahme Enten fabriziert!

Hier glaub ich dir einfach mal das dies wirklich nen geiles ding ist und hoffe auch mal in den genuss dieses Filmes zu kommen ;)
Vorallem "Robert Woods" :lol: Alleine schon das bild mit dem Pinsel im Maul :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 12.02.2013 21:48 
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Hört sich ja mal richtig schmackhaft an! 8-)
Aber deine Begeisterung für Karin Weil kann ich nun gar nicht teilen. :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 12.02.2013 21:58 
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TRAXX hat geschrieben:
Aber deine Begeisterung für Karin Weil kann ich nun gar nicht teilen. :shock:

Du hast sie ja noch nicht in diesem Film gesehen! 8-) :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 12.02.2013 22:02 
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Chet hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Aber deine Begeisterung für Karin Weil kann ich nun gar nicht teilen. :shock:

Du hast sie ja noch nicht in diesem Film gesehen! 8-) :lol:

Stimmt. ;)
Aber wenn der Film so klasse ist wie du ihn anpreist, dann kann auch die Weil nichts kaputtmachen...

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 12.02.2013 22:09 
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Tja, schwer zu sagen, ob sich manch einer noch mehr am Klamauk Marke Italia stört... ;) Aber hier passt das einfach und ist auch nicht zu aufdringlich. :) Und dann eben diese unglaublich wohlige Atmosphäre... :schilder_hschild:

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 04.06.2013 21:00 
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Ja und der Film ist echt mehr als Schmackhaft!

Klosterschülerin kommt zurück zu ihrer Schwester in sachen Liebe total unerfahren will sie diese aber gleich entdecken und wirft sich an den Hals von deren Ehemann.
Da ihr Freund ein Fußballprofi keusch lebt um auf dem Platz seinen Mann zu stehen und vl. in die erste Liga zu kommen...
Der Schwester passt es nicht das sie sich mit ihrem Mann vergnügt und versucht nun ihrerseits den Fußballer rumzukriegen...
Dann wäre da noch Don Camillo der sich mit einer Hure rumschlagen muss die immer in der Nähe der Kirche rum lungert und wie sich herrausstellt auch noch seine Nichte ist!
Bald steht das große Fußballspiel vom "Unterdorf" gegen das "Oberdorf" an und das Oberdorf darf diesmal nicht gewinnen.
Denn unser Klostermädel hatte ne Wette laufen und deshalb schließt sie sich mit der Hure zusammen und bietet den Spielern vom Oberdorf einen mehrfachen Freifick an um denen die Kraft zu rauben....


Sehr Freizügige und komische Komödie. Teilweise auch etwas melodramatisch, wenn sie zum bsp. das Bild ihrer Verstorbenen Eltern anschaut, dazu ein sehr Trauriger Score.
Der Film wäre echt der Kracher, wäre das Fußballspiel und die anschließende Schlägerei nicht so trottelig Doof geworden, da muss man leider einige Punkte abziehen.
Und während dem einen tächtelmächtel mit dem Woods hat man ne Kuh reingeschnitten die von einem Ochsen begattet wird, :roll: das macht die Szene zu nichte und hätte auch nicht unbedingt sein müssen...
6,5/10 gebe ich aber gerne, da auch hier sehr Sympatische Schauspieler am werke waren. Und die meisten einfälle sehr gelungen waren.
Die Kultige Hure und der Kultige Don Camillo waren schon ein cooles Gespann.
Die Hauptdarstellerin und deren Filmschwester waren auch zwei hübsche, was will man mehr....
Achja den Score muss ich noch erwähnen, der hat mir mehr als Gut gefallen ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 27.11.2015 02:53 
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TRAXX hat geschrieben:
Chet hat geschrieben:
TRAXX hat geschrieben:
Aber deine Begeisterung für Karin Weil kann ich nun gar nicht teilen. :shock:

Du hast sie ja noch nicht in diesem Film gesehen! 8-) :lol:

Stimmt. ;)
Aber wenn der Film so klasse ist wie du ihn anpreist, dann kann auch die Weil nichts kaputtmachen...

Hast du dir das Teil eigentlich mal inzwischen einverleibt?

Der Film ist wirklich Italo-Cinema wie es im Buche steht - total fucked-up aber in a good-spirited way! :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 27.11.2015 05:43 
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Nö, immer noch nicht. :oops:

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 28.11.2015 01:14 
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Was heißt das? Hast du ihn nicht oder nun noch keinen Bock gehabt du Pfeife?

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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 14.10.2016 09:59 
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Habe Ausschnitte von diesem Film auf YouTube gesehen. Das ist mal wieder etwas genau nach meinem Geschmack. :D
Mit solchen Italoklamotten sieht es ja leider eher schlecht bei uns aus. Glaube kaum das da was in Zukunft kommen wird.

Hat jemand (außer Chet und Reggie) den Film schon einmal im ganzen gesehen und kann noch etwas mehr darüber sagen?


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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 14.10.2016 11:56 
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JUNG, FRECH, FREI habe ich zwar auch noch nicht gesehen, da aber bei mir aktuell die beiden Herren Bergonzelli und Polselli hoch im Kurs stehen, danke ich schon einmal vorab für diesen Tipp :hutheben:


Dafür habe ich mir gerade erst vor ein paar Tagen den recht ordentlichen Verbotene Zärtlichkeiten angeschaut, wobei die Inszenierung im Vergleich zu Folds oder Christiana (bis auf ein paar wenige Szenen) weniger entfesselt, sondern eher etwas konservativer daherkommt. Lässt sich aber trotzdem gut anschauen.

Außerdem bin ich seit gestern dabei, eine kleine Vorstellung über ein weiteres unfassbares Bergonzelli-Werk für IC zu verfassen, die nach ihrer Veröffentlichung dann auch bestimmt ihren bebilderten Weg hierher finden wird ;)

Ich sag nur soviel: Habe mich selten vor Lachen dermaßen krümmen müssen :D Ein absoluter Knüller!


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 Betreff des Beitrags: Re: JUNG, FRECH, FREI - Sergio Bergonzelli
BeitragVerfasst: 14.10.2016 13:51 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
JUNG, FRECH, FREI habe ich zwar auch noch nicht gesehen, da aber bei mir aktuell die beiden Herren Bergonzelli und Polselli hoch im Kurs stehen, danke ich schon einmal vorab für diesen Tipp :hutheben:


Dafür habe ich mir gerade erst vor ein paar Tagen den recht ordentlichen Verbotene Zärtlichkeiten angeschaut, wobei die Inszenierung im Vergleich zu Folds oder Christiana (bis auf ein paar wenige Szenen) weniger entfesselt, sondern eher etwas konservativer daherkommt. Lässt sich aber trotzdem gut anschauen.

Außerdem bin ich seit gestern dabei, eine kleine Vorstellung über ein weiteres unfassbares Bergonzelli-Werk für IC zu verfassen, die nach ihrer Veröffentlichung dann auch bestimmt ihren bebilderten Weg hierher finden wird ;)



Ich sag nur soviel: Habe mich selten vor Lachen dermaßen krümmen müssen :D Ein absoluter Knüller!


Da bin ja mal gespannt drauf. :D
Der "Verbotene Zärtlichkeiten" hört sich ja auch interessant an! 8-)


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