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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 16.07.2010 22:37 
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Mad Max (Australien 1979, Originaltitel: Mad Max)

Die nahe Zukunft sieht finster aus, auch im gelobten Land Australien. Auf den Strassen treibt sich allerlei Gesindel herum, die Polizei kommt kaum noch gegen die Flut aus Gewalt und Terror an. Max Rockatansky (Mel Gibson) gehört zu den zuverlässigsten Hütern des Gesetzes, sein Chef Fifi Macaffee (Roger Ward) hält grosse Stücke auf ihn. Bei einer wüsten Verfolgungsjagd zerlegt ein irrer Typ, der sich selbst Nightrider (Vincent Gil) nennt, etliche Polizei- und Zivilfahrzeuge. Dem Druck des harten Max ist der Nightrider nicht gewachsen, er verliert die Kontrolle über sein Gefährt und reicht den Löffel. Die Höllenjockeys, treue Gefolgsleute des Nightriders, gieren nach Vergeltung und Zerstörung. Goose (Steve Bisley) wird zum Opfer der Höllenjockeys, er endet als verbranntes Stück Fleisch auf der Intensivstation. Der Motorradcop war nicht nur ein geschätzter Kollege, sondern auch ein guter Freund für Max. Rockatansky hat die Schnauze voll. Er will die Brocken endgültig hinwerfen, sich Zeit für seine Frau und das gemeinsame Kind nehmen. Boss Macaffee redet ihm zu, er solle sich die Sache überlegen, zunächst ein paar Wochen Abstand gewinnen und Urlaub machen. Die kleine Familie fährt entspannt durchs Hinterland, doch es kommt zu einer Konfrontation mit den Höllenjockeys, die inzwischen vom wahnsinnigen Toecutter (Hugh Keays-Byrne) angeführt werden. Die Lage eskaliert unaufhaltsam, die sadistischen Verbrecher fahren des Maxens Dame samt Bengel zu Klump. Max verliert die Fassung. Nach kurzer Trauer holt er die Uniform aus der Kiste, und bringt den stärksten V8 der Polizei in seinen Besitz. Mad Max eröffnet die Jagd auf die Höllenjockeys, es wird keine Gefangenen geben...

"Eigentlich" sollte man sich eine Inhaltsangabe (und weitere Ausführungen) zu diesem Film sparen können. Nahezu jeder Filmfreund dürfte sich diesen Klassiker mehrfach zu Gemüte geführt haben. Aber vielleicht gibt es ja doch noch neugieren Nachwuchs, der diese Perle tatsächlich noch nicht gesehen hat. Heute ist das Wort "Kultfilm" abgegriffen, wird für jeden zweiten Film von der Stange verwendet, ist zur hohlen Worthülse verkommen. In den frühen achtziger Jahren war dies noch anders, die beiden ersten "Mad Max" Filme gehörten zum erlauchten Kreis echter Kultfilme. Mit wenig Geld hat Regisseur George Miller einen packenden Reisser an den Start gebracht. Für mich hat "Mad Max" auch nach all den Jahren nichts von seinem Reiz eingebüßt. Mel Gibson mag sich längst in die endlose Riege belangloser Hollywood-Hohlkörper eingereiht haben, doch für seine damalige Darbietung bleibt ihm ein Platz in meinem Herzen sicher. Der Fairness halber sollte man nicht vergessen, dass Gibson auch im späteren Verlauf seiner Karriere in guten Filmen mitgewirkt hat. So möchte ich z.B. die "Lethal Weapon" Reihe nicht missen, deren vier Teile sich getrost zu den besten Mainstream-Actionfilmen zählen dürfen. Zurück zu "Mad Max", der in einer frühen Phase der Endzeit angesiedelt ist. Noch ist die Gesellschaft nicht vollständig kollabiert, doch Gevatter Chaos und Bruder Zerstörung, sägen bereits mit allem Nachdruck an den Grundfesten des Systems. Wer sich Verbrechern wie den "Höllenjockeys" in den Weg stellt, wird von diesen kurzerhand abgemurkst, wer mit ein paar gebrochenen Knochen davonkommt, darf sich nahezu wie ein Gewinner fühlen. Mord und Totschlag, Schändung und Erniedrigung sind an der Tagesordnung. Der Arm des Gesetzes wird dem Treiben nicht mehr Herr, bedient sich bei Bedarf selbst fragwürdiger Methoden. Die Versorgung der Grundbedürfnisse steht nur noch auf Füsschen aus dünnem Ton, Treibstoff wurde bereits rationiert, was zu einem weiteren Anstieg der Kriminalität führt. Der Film bezieht seine Atmospähre nicht aus aufwändigen Kulissen, es sind die vielen kleinen Dinge, die für ein stimmiges und intensives Gesamtbild sorgen. Hier tönt uns per Durchsage die Spritrationierung ans Ohr, dort wird ein Schwerverletzter von der abgestumpften Polizei kaum beachtet. Nicht zu vergessen das verfallene Polizeirevier, Vater Staat befindet sich ganz offensichtlich in Auflösung.

Was man hier mit bescheidenen Finanzmitteln aus dem Hut gezaubert hat, ist wirklich aller Ehren wert und sorgt für Begeisterung. Die Verfolgungssequenzen sind packend inszeniert, überhaupt steht die erdige Bodenständigkeit der Action dem Streifen perfekt zu Gesicht. Mel Gibson überzeugt als tougher Polizist, dessen Sorge um die eigene Familie, den Wunsch nach Abstand vom alltäglichen Wahnsinn wachsen lässt. Raus aus dem Polizeiwagen, runter vom glühenden Asphalt, der längst zu einer gnadenlosen Knochenmühle verkommen ist. Zu einem blutgierigen Fleischwolf, durch den sich Gesetzesbrecher und Gesetzeshüter gegenseitig pressen. Die Grenzen zwischen den Guten und den Bösen scheinen zu verschwimmen, mehr und mehr im Taumel aus Gewalt und Wahnsinn zu verwischen. Doch nicht nur Gibson liefert eine solide Leistung ab. Wo heute oft nur noch seltsam oberflächliche Abziehbilder am Start sind, werden die Nebenrollen -egal auf welcher Seite sie stehen- hier greifbar, saugen den Zuschauer in das Geschehen hinein. Irre Bösewichter haben es naturgemäß einfacher eine Duftmarke zu hinterlassen, aber in "Mad Max" überzeugen auch die "guten Nebenhelden". Da hätten wir den kernigen Steve Bisley, der den Abschaum am liebsten ohne Gerichtsverhandlung von der Strasse fegen möchte. Roger Ward kahlschädelt angenehm kantig umher, versucht irgendwie seine Leute auf Kurs zu halten. Hugh Keays-Byrne als völlig durchgeknallter Anführer der Höllenjockeys darf alle Register ziehen, der Wahn leuchtet im regelrecht aus den Augen. Der Typ hatte jede Menge Spass beim Dreh, da würde ich glatt mein Hinterteil drauf verwetten. Bei einem Film dieser Art, fallen selbstverständlich die Gefährte der Protagonisten recht stark ins Gewicht. Auch hier bleibt "Mad Max" überwiegend bodenständig. Die Mopeds der Höllenjockeys weisen nur dezente Veränderungen auf, die Wagen der Polizei kommen eine Spur prägnanter daher. Besonders die Kiste, mit der unser Maxen schliesslich zum finalen Kampf ausrückt. Ein wuchtiger PS-Klotz mit V8-Motor, Max sorgt für blankes Entsetzen bei seinen Widersachern.

Ein kleiner Film aus Australien, der sich schnell einen gigantischen Ruf erarbeitete. Man nehme ein beginnendes Endzeitszenario, spinne darum einen Faden aus Road- und Rockermovie, füge Rache ist Blutwurst hinzu, garniere das Süppchen mit einer Prise Romantik, schmecke mit einem Helden und einigen fiesen Fratzen ab. Fertig ist das vorzügliche Menü, eine gehaltvolle Speise, die man immer wieder gern auf der Karte vorfindet. Bedingt durch den grossen Erfolg, legte man bereits 1981 "Mad Max 2" nach. Erneut führte George Miller Regie, erneut landete er einen Volltreffer. Ich werde in nächster Zeit auf den Nachfolger eingehen, doch wir wollen nichts überstürzen. "Mad Max" liegt mir als DVD aus dem Hause Warner vor. Die Scheibe bietet den Film in ansprechender Qualität, leider gibt es keinerlei Boni für den Fan. Man kann -wie so oft- den Stempel "Typische Warner Veröffentlichung" auf die Hülle kloppen. Da der Preis sehr moderat ausfällt, will ich über die schwache (zutreffender: nicht vorhandene) Ausstattung hinwegsehen. Alternativ ist auch ein Set mit allen drei Teilen erhältlich, dort hat man die drei Einzelscheiben in einen zusätzlichen Schuber gestopft.

An dieser Stelle ziehe ich gern 8,5/10 (seht gut bis überragend). Der Film ist mir seit den frühen achtizger Jahren ein treuer Begleiter. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich jemals eine Änderung dieses Zustandes einstellen wird. Erst der Knochenmann mit der satanischen Sense des Verderbens wird diese Freundschaft beenden.

Lieblingszitat: (Überhaupt eines DER Zitate! Ich liebe es!)

"Die Kette an der Handschelle ist aus Edelstahl. Du brauchst etwa zehn Minuten um sie durchzusägen. Aber wenn du Glück hast, dann schaffst du es in fünf Minuten deinen Knöchel durchzusägen."

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 18.07.2010 09:07 
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Schönes Review! Habe mir neulich auch nochmal die gesamte Mad Max Reihe zu Gemüte geführt! In diesem Zusammenhang hab' den ersten Teil nun auch zum ersten mal auch auf deutsch (und in HD) gesehen... bin hin und her gerissen. Auf der US-Scheibe (die übrigens mit Bonus aufwarten kann) gibts den eng. Dub und den Aussie-Ton. Die deu. Synchro ist ganz gut - aber 100% überzeugt hat sich irgendwie nicht... wie auch immer, der Film ist über jeden Zweifel erhaben. Was es zusätzlich abzuwägen gilt, ist der "Sonic Impact" - die deu. Synchro klingt halt (jedenfalls auf der DVD) bedeutend flacher. Gerade bei Teil 2 sollte man unbedingt zum O-Ton (und natürlich der Blu-ray ob schon es keinen echten HD-Ton gibt) greifen. Teil 2 zieht die Action-Schraube sowieso nochmal kräftig an und bietet einer der besten Auto-Verfolgungsjagden der Filmgeschichte! Über den dritten Teil legt man besser den Mantel der Schweigens...

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 18.07.2010 11:32 
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chakunah_2072 hat geschrieben:
1. Auf der US-Scheibe (die übrigens mit Bonus aufwarten kann) gibts den eng. Dub und den Aussie-Ton.
2. Die deu. Synchro ist ganz gut - aber 100% überzeugt hat sich irgendwie nicht... wie auch immer, der Film ist über jeden Zweifel erhaben. Was es zusätzlich abzuwägen gilt, ist der "Sonic Impact" - die deu. Synchro klingt halt (jedenfalls auf der DVD) bedeutend flacher.
3. Gerade bei Teil 2 sollte man unbedingt zum O-Ton (und natürlich der Blu-ray ob schon es keinen echten HD-Ton gibt) greifen.
4. Teil 2 zieht die Action-Schraube sowieso nochmal kräftig an und bietet einer der besten Auto-Verfolgungsjagden der Filmgeschichte!
5. Über den dritten Teil legt man besser den Mantel der Schweigens...


Moin!

1. O-Ton der Aussies und englische "Synchro" sind auf der deutschen Scheibe enthalten. Zusätzlich noch der spanische Ton.

2. Ich mag die deutsche Synchro. "Höllenjockeys"... :mrgreen:

3. Den zweiten Teil habe ich schon ewig auf DVD. Die BD kam vor kurzem aus England, ich habe aber noch nicht reingeschaut. Der Film macht jede Menge Freude.

4. Yep.

5. Naja, als ich das Teil damals im Kino gesehen habe, war ich zunächst sehr erzürnt. Aus heutiger Sicht ist der Film ertragbar, trotz der unseligen Mutti Turner. :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 18.07.2010 11:51 
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Oje...auch auf Gefahr hin, dass mir hier einige den Kopf weg blasen wollen, muss ich leider sagen, dass MAD MAX für mich neben Teil 3 der schlechteste der Reihe ist.
Generell steh ich ja auf geniale Endzeit-Szenarien, aber hier wollte das ganze garnicht zünden, schon garnicht mit der Rachestory die einem hier geboten wird.
Es ist alles zu langatmig, man hat nicht wirklich einen Bezug zu Gibson & Gattin, was es einem schwer macht sich den Film bis zu den wenigen guten Szenen anzusehen.
Dies ist auch ein weiteres Problem...die Post geht erst fast ganz am Ende ab, und (damals Milchbubie) Gibson kauft man den Rächer nicht so richtig ab...so ging es mir jedenfalls.
Was ich heute noch immer nicht verstehe, ist, warum gerade Teil 1 noch auf den Index steht - die Indizierung fand ich schon damals lächerlich, gerade weil ma Gibson den Charakter den er verkörpert einfach NICHT abkaufen kann. Und so derb ist der Film garnicht in Punkto Selbstjustiz, da gab es schon ganz andere Kaliber wie z.B. Punisher (Lundgren).

Wie schon damals kann ich kein gutes Wort an dem Film finden, sicherlich ein Kult-Flick, aber nicht meine Marke...MAD MAX 2 ist und bleibt der Beste der Reihe.

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""I despise your killing, and raping. You're despicable. You should be punished. I'm going to chop off your arm, so are you ready?..."


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 18.07.2010 11:57 
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Hier mal meine Bewertung aus meinem Filmtagebuch:

(53) MAD MAX / Australien 1979 / Regie: George Miller

Inhalt:
Die Erde ist wüst, die Ordnung zerfällt und auf den Highways liefern sich Banden und Polizei wilde Rennen. Den grausamen Motorradrockern stehen schwertbewaffnete Cops mit 600 PS-starken Karossen gegenüber. Einer der letzten aufrechten Gesetzeshüter ist Max. Als bei einer Jagd auf die Rocker sein bester Freund stirbt, quittiert Max den Dienst. Mit seiner Frau Jessie und seinem kleinen Sohn zieht er durchs Land, kann dem Endzeitkrieg jedoch nicht entkommen.


Meine Meinung:
Der Regisseur George Miller macht es einem nicht unbedingt leicht in die Handlung einzusteigen.
Er beginnt gleich mit einer längeren Autoverfolgungsjagd, ohne dem Zuschauer erste Orientierungspunkte zu ermöglichen.
Eine gute Dramaturgie gehört nicht unbedingt zu den Stärken des Films.
Die Kameraarbeit halte ich übrigens für sehr gelungen.
Die Filmmusik untermalt das Geschehen ganz gut, gefällt mir aber nicht wirklich.

In der zweiten Hälfte gewinnt MAD MAX sehr stark an Fahrt und wird richtig spannend!
In den letzten 30 Minuten geht es dann richtig ab!
Wenn Max mit seinem aufgemotzten PS starken Wagen den Rockern nachjagt und fett ins Pedal tritt, vergisst man alle Schwächen der Inszenierung!
Die Autoverfolgungsjagden und die dazugehörigen Crashs sind wirklich vom Allerfeinsten!



MAD MAX 1 ist ein ungeschliffener Diamant, alles andere als perfekt aber trotzdem ein kultiges Vergnügen!!!
Fazit:
8 von 10 Punkten


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 18.07.2010 12:13 
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Ein wunderberer Kommentar für einen wunderbaren Film! Sehr ansprechend geschrieben, man spürt förmlich den glühenden Asphalt unter den Rädern und bekommt sogleich Lust, sich neben Rockatansky in sein V8-Geschoss zu setzen!

Ich liebe den ersten Teil der Reihe, der zweite gefällt mir jedoch um einiges besser, da er konsequenter und irgendwie "entmenschter" ist. Mal abgesehen von der radikalen und bis dato einzigartigen Inszenierung der Action.
Über Teil 3 breite ich mal lieber das Mäntelchen der Stille.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 18.07.2010 17:32 
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Santorro hat geschrieben:
1. Es ist alles zu langatmig...
2. ...die Post geht erst fast ganz am Ende ab...
3. Was ich heute noch immer nicht verstehe, ist, warum gerade Teil 1 noch auf den Index steht - die Indizierung fand ich schon damals lächerlich, gerade weil ma Gibson den Charakter den er verkörpert einfach NICHT abkaufen kann...


1. Das nennt man ruhige, fliessende Inszenierung, der Atmosphäre Raum zur Entfaltung verschaffen! :mrgreen:

2. Die grandiose Eröffnugssequenz hast du nicht geschaut? ;)

3. Gibson ist noch recht jung, daher fehlt seinem Gesicht ein wenig Charakter, Tiefe etc.. Doch insgesamt passt er IMHO sehr gut in die Rolle. Unbestritten bleibt, dass er bereits im zweiten Teil deutlich an Profil gewinnt.

Die Indizierung ist -wie so oft- befremdlich. Aber es ist kein Geheimnis: Selbstjustiz wird gern an den Pranger gestellt. Wenn dann auch noch ein Gesetzeshüter zu solchen Methoden greift, scheint der moralische Zerfall jugendlicher Zuschauer unausweichlich... :D

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 22.03.2016 21:47 
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MAD MAX

Titel: Mad Max
Land / Jahr: Australien / 1979
Altersfreigabe: FSK 16 (Neuprüfung)
Regie: George Miller
Produktion: Byron Kennedy
Drehbuch: Byron Kennedy, George Miller, James McCausland
Kamera: David Eggby
Schnitt: Cliff Hayes, Tony Paterson
Spezialeffekte: Chris Murray
Budget: ca. 350.000 $
Musik: Brian May
Länge: ca. 89 Minuten
Darsteller: Mel Gibson, Joanne Samuel, Hugh Keays-Byrne, Steve Bisley, Tim Burns, Roger Ward, Lisa Aldenhoven, David Bracks, Bertrand Cadart, David Cameron, Robina Chaffey, Stephen Clark, Mathew Constantine, Jerry Day, Reg Evans


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Die Welt hat ihre Ordnung verloren. Das Chaos regiert. Als der Polizist Max Rockatansky, bei einer Verfolgungsjagd, den Psychopathen „Nightrider“ tötet - zieht er die Rache der „Höllenjockeys“ – eine Bande von Biker-Outlaws – auf sich. Es beginnt ein Kampf ums Überleben und Max verliert seinen besten Freund sowie seine Familie.

„Die Leute glauben, dass es keine Helden mehr gibt!“

Lass die Bürgers glauben was sie wollen. Max Rockatansky, Jim Goose und Co. sind zumindest die Helden meiner Jugend. In schwarzes Leder gehüllte Bullen die mit Konsequenz für das Recht einstehen. Sofern man in diesen harten Tagen noch von Recht reden kann. Die Highways sind von Psychopathen bevölkert und von einer Zivilisation ist in Millers erster Zukunftsvision nicht viel zu spüren. Somit bleibt den vermeintlich „Guten“ nichts anderes übrig als den harten Straßenbullen raushängen zu lassen. Das alte Thema, Entmythologisierung, findet auch innerhalb MAD MAX einen festen Diskussionsplatz.

Weg von Interpretationen, hin zum eigentlichen Filmthema. MAD MAX ist ein Meilenstein innerhalb der Filmgeschichte (vielleicht wusste das ja einer noch nicht). Ein Film der am bekannten Western-Thema angelegt ist. Die Outlaws haben die Pferde mit Motorrädern getauscht und terrorisieren das Land. Dieses geht so lange „gut“, bis dem Rächer der Kragen platzt. Die Widersacher des Amoklaufenden Bullen sind Psychopathen erster Güte. Toecutter (Bubba nennt ihn Benjamin), Bubba Zanetti, Johnny the Boy und zahlreiche Vollidioten („pusch ich dich – puscht du mich“). Ein ungleicher Kampf, der allerdings nur einen Sieger kennen kann. Das Ganze wird durchgehend unterhaltsam vermittelt. Millers Film kennt keinen Leerlauf, MAD MAX ist bis zur letzen Sekunde knackig und explosiv. Ein Finale, das Max in die Aussichtlosigkeit reisen lässt. Doch dieses Finale wirkte schon bei meiner Erstsichtung wie ein Abschied auf Zeit. Später wussten wir dann alle:

Max Rockatansky wird zurückkehren. Der „Road Warrior“ wird es derart krachen lassen, dass diese geballte Ladung Energie den „neuen“ Endzeitfilm aus dem Taufbecken heben - und in die Welt der italienischen Lichtspiele einziehen - wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 05.04.2016 19:17 
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Hab's gestern auch einmal versucht, aber na ja...
Verständnis für den Kultstatus habe ich jedenfalls wenig.
Statt MAD MAX sollte der Film vielleicht eher THE STORY OF MAX heißen, denn größtenteils wird aus dem Leben des Max Rockatansky erzählt.
Wirklich MAD wird er nur ganz vereinzelt, so richtig gar erst zum Ende hin, was dann auch nicht mehr viel retten kann.
Davor wird einfach auf Nebensächlichkeiten viel zu viel wert gelegt.
Da hätten wir z.B. die Familie Rockatansky: Es fehlt dem Zuschauer jeglicher Bezug zu den Charakteren und so finde ich es reichlich sinnlos, dass man das so lang und breit erzählen muss.
Das ist einfach uninteressant und die halbgare Rachegeschichte wird durch einen unglaubwürdigen Rächer auch nicht besser.
Ich werde es wohl auf eine zweite Sichtung ankommen lassen, wenn ich alle Teile kenne, aber fürs Erste gibt's höchstens 6/10.

Den 3. Teil habe ich gestern auch noch gesehen und der hat mir, muss ich ganz ehrlich sagen, auch wenn er natürlich auch seine Schwächen hat, deutlich besser gefallen.
Aber dazu an anderer Stelle mehr...


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 05.04.2016 22:18 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Hab's gestern auch einmal versucht, aber na ja...
Verständnis für den Kultstatus habe ich jedenfalls wenig.
Statt MAD MAX sollte der Film vielleicht eher THE STORY OF MAX heißen, denn größtenteils wird aus dem Leben des Max Rockatansky erzählt.
Wirklich MAD wird er nur ganz vereinzelt, so richtig gar erst zum Ende hin, was dann auch nicht mehr viel retten kann.
Davor wird einfach auf Nebensächlichkeiten viel zu viel wert gelegt.
Da hätten wir z.B. die Familie Rockatansky: Es fehlt dem Zuschauer jeglicher Bezug zu den Charakteren und so finde ich es reichlich sinnlos, dass man das so lang und breit erzählen muss.
Das ist einfach uninteressant und die halbgare Rachegeschichte wird durch einen unglaubwürdigen Rächer auch nicht besser.
Ich werde es wohl auf eine zweite Sichtung ankommen lassen, wenn ich alle Teile kenne, aber fürs Erste gibt's höchstens 6/10.

Den 3. Teil habe ich gestern auch noch gesehen und der hat mir, muss ich ganz ehrlich sagen, auch wenn er natürlich auch seine Schwächen hat, deutlich besser gefallen.
Aber dazu an anderer Stelle mehr...


Warum hat ein Film einen Kultstatus?


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 05.04.2016 22:41 
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Oh Sbirro Di Ferro ich dachte das mit den Kultfilmen hättest du verstanden. Natürlich kann aus deiner Sicht eines noch Jugendlichen so mancher "alter Film" für dich und deine heutigen Sehgewohnheiten nicht Kult sein. Aber für uns Oldskoolfilmfans sind solche Filme Kult...... warum. Weil sie zu der Zeit als sie im Kino liefen "NEU" "Fresh" waren. Sei es im Sinne der Bildsprache, der Erzählweise oder sonst irgendwas was den Nerv der Zeit getroffen hat. Das du das nicht verstehst ist klar. Trotzdem mußt du nicht immer mit deinen Kommentaren darauf hinweisen. Letztendlich disqualifizierst du dich damit selbst. Weil du eine manchmal fast intolerante Meinung von dir gibst, gegenüber sogenannten Gerefilmklassikern die ich dir.... gerade dir der "uralte" italo Komödien so gerne mag nicht abkaufe. Schau doch mit einem erweiterten Horizont darüber. Denk 2 Minuten nach was du in deine Threads schreibst. Und so alte Säcke wie ich fühlen sich nicht so provoziert.......

Und akzeptiere das das für uns Kultfilme sind auch wen du die Lahm findest.

Danke

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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 05.04.2016 22:59 
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Trash hat geschrieben:
Weil sie zu der Zeit als sie im Kino liefen "NEU" "Fresh" waren. Sei es im Sinne der Bildsprache, der Erzählweise oder sonst irgendwas was den Nerv der Zeit getroffen hat.

"Neu" und "Fresh" hin oder her.
Wenn du die Kostüme, die etwas andersartigen Autos und die "sonderbare" Atmosphäre (die meiner bescheidenen Meinung nach sowieso wirkungslos ist) wegrechnest, was bleibt dann noch?
Sag mir ehrlich, was bleibt dann noch?

MEINER Meinung nach (ohne jetzt wieder irgendjemandem auf den Schlips treten zu wollen) nicht mehr als ein kaum überzeugender Actionfilm, der nebenbei viel zu viel Wert auf die (ziemlich uninteressante) Familiengeschichte legt.
Dabei hat man als Zuschauer überhaupt keine Bindung zu den Charakteren und so nehme ich Gibson den eiskalten Rächer auch nicht ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 05.04.2016 23:08 
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Für mich ein Meisterwerk.

Jedes mal wenn ich den Film sehe, erzeugt er bei mir permanente Gänsehaut. Von Anfang an.
Für mich ist der Film eine der schönsten und bedrückendsten Dystopien, weil man nicht nur sieht wie eine Gesellschaft zerfällt, sondern wie auch der Protagonist, der "Held", zerfällt.
Alle weiteren mad Max-Teile sind für mich dann im Grunde nur noch ein Bonus.

10/10

PS: Ja, ich habe den Film auch schon als Kind geliebt.

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To please the majority is the requirement of the Planet Cinema. As far as I'm concerned, I don't make a concession to viewers, these victims of life, who think that a film is made only for their enjoyment, and who know nothing about their own existence.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 05:33 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
die meiner bescheidenen Meinung nach


Mit "bescheiden" im Bezug auf Deine Meinung hast Du ausnahmsweise den Nagel auf den Kopf getroffen.
Das Problem bei Deinen Bewertungen ist, dass Dir der Horizont (aufgrund des Alters) fehlt um gewisse Filme richtig einzuschätzen, Du Dir aber anmaßt, das Maß aller Dinge zu sein und Dir der nötige Respekt vor bestimmten Leistungen der damaligen Filmemacher fehlt.

1979 war ich noch zu jung um den Film im Kino sehen zu dürfen und habe ihn ein paar Jahre später auf VHS gesehen. Damals hatte mich die unglaubliche Action, die Rasanz und der bis dato völlig unbekannte konsequente Wahnsinn umgehauen.
Das alles wurde in den vergangenen Jahrzehnten übertroffen, von Filmemachern, die den Luxus hatten, sich an alten Werken orientieren zu können und noch eines draufzusetzen.
Ich denke dir fehlt einfach das Verhältnis, die Jahrzehnte einzuschätzen und somit bewertest Du Filme nach heutigen Aspekten, die man da aber bei so alten Filmen nicht als Maßstab ansetzen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 07:07 
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Also 6/10 ist einfach falsch :mrgreen:

10/10 ist richtig! ;)

Max wird ja auch erst durch den Verlauf der Handlung zum Mad Max, dafür brauch er ja erst mal Gründe.

Ich verstehe ja bei Filmen die als Meisterwerke oder Kult gelten jemanden wenn er sagt, dass dem nicht so ist, aber bei Mad Max???

Naja bei mir war es so ähnlich bei Easy Rider, das können bestimmt auch nur wenige nachvollziehen ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 12:46 
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Ach Leute, warum hängt ihr euch immer so an Sbirros Meinungen auf?

Er sagt ganz einfach wie er die Filme sieht, wie sie auf ihn wirken, genau so soll es doch sein. Oder?
Er muß auch nicht berücksichtigen wie die Filme auf andere wirken, oder früher mal gewirkt haben. Er sieht sie jetzt mit seinem Verständnis, mit seiner kulturellen Prägung, mit seinem Geschmack.
Soll er jetzt Sachen gut finden die er nicht so mag, nur um anderen nicht auf den Schlips zu treten? Soll er sich verbiegen, nur weil irgendwas als Klassiker oder als Kult gilt?

Ich finde so was erfrischend, auch gerade da wo ich seine Meinungen nicht teile. Und außerdem entwickelt er sich ja auch, hat auch schon öfters Meinungen revidiert, und hat generell jetzt schon einen anderen Zugang zu vielen Filmen als vor einem Jahr.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 13:42 
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italo hat geschrieben:
der bis dato völlig unbekannte konsequente Wahnsinn.

Der DIR damals völlig unbekannte konsequente Wahnsinn oder allgemein völlig unbekannter konsequenter Wahnsinn?
Wenn man es nämlich allgemein nimmt, stimmt das so nicht.
Konsequenten Wahnsinn gab's auch schon Jahre zuvor.

EL TOPO
DER HEILIGE BERG
DIE 120 TAGE VON SODOM

Das soll kein Vergleich sein, sondern lediglich zeigen, dass es diesen "Wahnsinn" auch schon vorher gab.
Zwar auf andere Art und aus anderen Ländern, aber visuell viel krasser umgesetzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 14:24 
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Dr. Zombi hat geschrieben:
Für mich ein Meisterwerk.

Jedes mal wenn ich den Film sehe, erzeugt er bei mir permanente Gänsehaut. Von Anfang an.
Für mich ist der Film eine der schönsten und bedrückendsten Dystopien, weil man nicht nur sieht wie eine Gesellschaft zerfällt, sondern wie auch der Protagonist, der "Held", zerfällt.
Alle weiteren mad Max-Teile sind für mich dann im Grunde nur noch ein Bonus.


PS: Ja, ich habe den Film auch schon als Kind geliebt.


Sehe ich ähnlich. Ich war damals 12, hatte aber schon hundert+ Filme im Kino gesehen, und der hat schon sehr beeindruckt - damals wie heute. Natürlich auch ein wenig, da wir das australische Kino überhaupt nicht kannten.

Es gibt vielleicht ein Dutzend Filme in der gesamten Filmgeschichte, die riesiges bewegt haben. Die Filmemacher befreit haben (wie EASY RIDER), eine Welle begründet (wie FOD) oder ein Land (bzw. einen Kontinent) auf die Film-Landkarte gebracht, wie MAD MAX. Dazu noch diese irrwitzige Produktionsgeschichte... Da sehe ich von vorne weg über kleine Schwächen hinweg. Ein Low-Budget Meisterwerk :). Als ich von LA nach Frankfurt flog, saß neben mir ein ehemaliger Arztkollege von Miller. Er hat damals den Arm aus der Pathologie für Miiller "geliehen". Wir hatten viel Spaß, das war ein lustiger Flug...

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 14:36 
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Stanton hat geschrieben:
Ach Leute, warum hängt ihr euch immer so an Sbirros Meinungen auf?

Er sagt ganz einfach wie er die Filme sieht, wie sie auf ihn wirken, genau so soll es doch sein. Oder?
Er muß auch nicht berücksichtigen wie die Filme auf andere wirken, oder früher mal gewirkt haben. Er sieht sie jetzt mit seinem Verständnis, mit seiner kulturellen Prägung, mit seinem Geschmack.
Soll er jetzt Sachen gut finden die er nicht so mag, nur um anderen nicht auf den Schlips zu treten? Soll er sich verbiegen, nur weil irgendwas als Klassiker oder als Kult gilt?

Ich finde so was erfrischend, auch gerade da wo ich seine Meinungen nicht teile. Und außerdem entwickelt er sich ja auch, hat auch schon öfters Meinungen revidiert, und hat generell jetzt schon einen anderen Zugang zu vielen Filmen als vor einem Jahr.


Ich musste mir ja meine Kritik an Sbirro auch vorwerfen lassen, kann aber mit dieser Rezi zum Teil leben. Zwar habe ich eine andere (bessere) Meinung von dem Film. Aber sbirro beschränkt sich hier mal darauf, einfach seine Meinung zum Ausdruck zu bringen und das nicht filmgeschichtlich neu einzuordnen, insofern sei ihm das gegönnt.

Anzumerken wäre in diesem Zusammenhang noch, dass viele Actionkracher der frühen 80er noch sehr dosiert mit Action hantieren und viel handlungslastiger sind. First Blood ist da ein sehr prominentes Beispiel. Ich bin ja auch noch nicht so ein alter Sack, wie viele hier ( :D :D :D :D ) und muss zugeben, dass es mir bei der Erstsichtung vieler solcher Klassiker ähnlich ging. Man ist mittlerweile den Action Overkill gewohnt und ist erstaunt, wie solche Filme zu ihrem Status kommen, die vielleicht vier, fünf größere Actionszenen haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 17:42 
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Nobody hat geschrieben:
Anzumerken wäre in diesem Zusammenhang noch, dass viele Actionkracher der frühen 80er noch sehr dosiert mit Action hantieren und viel handlungslastiger sind. First Blood ist da ein sehr prominentes Beispiel. Ich bin ja auch noch nicht so ein alter Sack, wie viele hier ( :D :D :D :D ) und muss zugeben, dass es mir bei der Erstsichtung vieler solcher Klassiker ähnlich ging. Man ist mittlerweile den Action Overkill gewohnt und ist erstaunt, wie solche Filme zu ihrem Status kommen, die vielleicht vier, fünf größere Actionszenen haben.

Aber genau das kann man Sbirro wohl unmöglich unterjubeln... er ist doch keiner, der wöchentlich in Multiplexen hockt und sich einen runterholt auf die CGI-Gewitter mit Lens-Flare und Stakkato-Schnitt.

Ansonsten mal wieder voll fail von einigen hier immer auf Sbirros Alter rumzureiten und die beleidigte Leberwurst geben, weil mal wieder vermeintlich ne heilige Film-Kuh geschlachtet wurde. :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 18:12 
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TRAXX hat geschrieben:
Ansonsten mal wieder voll fail von einigen hier immer auf Sbirros Alter rumzureiten und die beleidigte Leberwurst geben, weil mal wieder vermeintlich ne heilige Film-Kuh geschlachtet wurde. :roll:


Bin auch nur wenig älter und glaube es ist wirklich eine Alterssache.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 18:35 
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Stanton hat geschrieben:
Ach Leute, warum hängt ihr euch immer so an Sbirros Meinungen auf?

Er sagt ganz einfach wie er die Filme sieht, wie sie auf ihn wirken, genau so soll es doch sein. Oder?
Er muß auch nicht berücksichtigen wie die Filme auf andere wirken, oder früher mal gewirkt haben. Er sieht sie jetzt mit seinem Verständnis, mit seiner kulturellen Prägung, mit seinem Geschmack.
Soll er jetzt Sachen gut finden die er nicht so mag, nur um anderen nicht auf den Schlips zu treten? Soll er sich verbiegen, nur weil irgendwas als Klassiker oder als Kult gilt?

Ich finde so was erfrischend, auch gerade da wo ich seine Meinungen nicht teile. Und außerdem entwickelt er sich ja auch, hat auch schon öfters Meinungen revidiert, und hat generell jetzt schon einen anderen Zugang zu vielen Filmen als vor einem Jahr.


So sieht' s aus!

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 18:42 
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Habe übrigens einem Freund von mir (großer Filmliebhaber, um die 30) letztes Jahr Mad Max 1 und 2 auf DVD ausgeliehen, weil er sie noch nicht kannte(!). Er meinte danach, so ganz seins wäre es nicht gewesen. Und er bevorzuge dann doch die (italienischen, philippinischen) Nachfolger/Trittbrettfahrer. Geschmäcker sind eben verschieden.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 21:32 
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Jedem seinen Geschmack. :)
Aber jedem seine Meinung?

Nichts für ungut, aber die Kritik liest sich so als würde heute jemand sagen Puskas wäre ein durchschnittlicher Fußballer und Lichtenstein ein durchschnittlicher Künstler gewesen! ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 22:43 
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Sergeant Schnauzbart hat geschrieben:
Jedem seinen Geschmack. :)
Aber jedem seine Meinung?

Nichts für ungut, aber die Kritik liest sich so als würde heute jemand sagen Puskas wäre ein durchschnittlicher Fußballer und Lichtenstein ein durchschnittlicher Künstler gewesen! ;)


Und auch das ist ok. Wer Lichtenstein nicht mag kann das so sehen.

Wenn ich da an Regisseure denke die über ihre Berufskollegen ablästern ...

Melville über Walsh: "Glauben sie mir, Walsh ist ein armseliger Regisseur"

Welles über Rossellini: "Er ist ein Amateur"

Welles über deutsche Kunst: " ... die germanische Kunst ist von jeher heruntergekommen, es kann auch gar nicht anders sein"

Fassbinder über Chabrol: "Pro Film ein, zwei ungeheuer schöne Fahrten, ansonsten Fehlanzeige, platte, glatte Bilder, ohne daß am Licht gearbeitet wurde oder an den Farben."

Truffaut über John Huston: "Sehen sie denn nicht daß alle Filme von Hawks gut sind und alle von Huston schlecht?"


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 06.04.2016 23:31 
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Ja, die guten alten Aussagen von Filmemachern über andere Filmemacher...
Da könnte ich mir 24 Stunden lang jede Sekunde an den Kopf fassen.

Zeigt aber alles auch einfach die Vielfalt der Kunst auf. Und nur darum geht es ja im Endeffekt.

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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 07.04.2016 08:32 
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TRAXX hat geschrieben:
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Anzumerken wäre in diesem Zusammenhang noch, dass viele Actionkracher der frühen 80er noch sehr dosiert mit Action hantieren und viel handlungslastiger sind. First Blood ist da ein sehr prominentes Beispiel. Ich bin ja auch noch nicht so ein alter Sack, wie viele hier ( :D :D :D :D ) und muss zugeben, dass es mir bei der Erstsichtung vieler solcher Klassiker ähnlich ging. Man ist mittlerweile den Action Overkill gewohnt und ist erstaunt, wie solche Filme zu ihrem Status kommen, die vielleicht vier, fünf größere Actionszenen haben.

Aber genau das kann man Sbirro wohl unmöglich unterjubeln... er ist doch keiner, der wöchentlich in Multiplexen hockt und sich einen runterholt auf die CGI-Gewitter mit Lens-Flare und Stakkato-Schnitt.


Das wollte ich ihm jetzt auch nicht per se unterstellen. Ich habe mich auch sehr spät für aktuelles Kino geöffnet, trotzdem scheint es mich schon früher in meiner Haltung zu solchen Actionklassikern beeinflußt hat.
Wie gesagt, wenn jemand den Film einfach nur nicht gut findet, ist das doch absolut OK. Da können wir drüber diskutieren, wieso und woran man das fest macht (dafür ist das Forum ja da), aber es ist ja nicht so, dass sbirro hier der Einzige ist, der einen Film schlechter findet, als seinen Ruf, bzw. es gibt unter uns Genrefanatikern hier sicherlich auch viele, die in das andere Extrem gehen und kleine Filme besser finden, als sie sind. Mir geht es ja auch so, die Erwartungshaltung, mit der man an einen Film heran geht, spielt bei der abschließenden Beurteilung durchaus eine Rolle. Ist diese hoch, wird es für den Film schwer, ist sie niedrig, ist man schnell zufriedengestellt.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 07.04.2016 15:12 
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Nobody hat geschrieben:
Die Erwartungshaltung, mit der man an einen Film heran geht, spielt bei der abschließenden Beurteilung durchaus eine Rolle. Ist diese hoch, wird es für den Film schwer, ist sie niedrig, ist man schnell zufriedengestellt.

Es kommt dabei auch immer darauf an, WAS man erwartet und nicht nur ob man hohe Erwartungen (Meisterwerk) oder niedrige Erwartungen (Schnarcher) hat.
Ich habe mir weder ein Meisterwerk noch einen Schnarcher erwartet, bin also was das betrifft, neutral an den Film herangegangen.
Bei mir was es einfach so, dass ich mir einen größtenteils endzeitlichen Actionfilm erwartet habe (was MAD MAX ja angeblich sein soll) und dazu vielleicht 10% Nebenhandlung.
Tatsache ist aber, dass bei dem Film die Nebenhandlung (Famiilengeschichte) zur Haupthandlung wird, die Action vielleicht 10% ausmacht und die Atmosphäre, insgesamt gesehen, mich zu keiner Sekunde an etwas apokalyptisches erinnert hat.
So gesehen habe ich mir nicht zuviel sondern einfach etwas komplett anderes erwartet.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 07.04.2016 17:59 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Nobody hat geschrieben:
Die Erwartungshaltung, mit der man an einen Film heran geht, spielt bei der abschließenden Beurteilung durchaus eine Rolle. Ist diese hoch, wird es für den Film schwer, ist sie niedrig, ist man schnell zufriedengestellt.

Es kommt dabei auch immer darauf an, WAS man erwartet und nicht nur ob man hohe Erwartungen (Meisterwerk) oder niedrige Erwartungen (Schnarcher) hat.
Ich habe mir weder ein Meisterwerk noch einen Schnarcher erwartet, bin also was das betrifft, neutral an den Film herangegangen.
Bei mir was es einfach so, dass ich mir einen größtenteils endzeitlichen Actionfilm erwartet habe (was MAD MAX ja angeblich sein soll) und dazu vielleicht 10% Nebenhandlung.
Tatsache ist aber, dass bei dem Film die Nebenhandlung (Famiilengeschichte) zur Haupthandlung wird, die Action vielleicht 10% ausmacht und die Atmosphäre, insgesamt gesehen, mich zu keiner Sekunde an etwas apokalyptisches erinnert hat.
So gesehen habe ich mir nicht zuviel sondern einfach etwas komplett anderes erwartet.


Ich verstehe, was du meinst, die Endzeitstimmung kommt in den anderen Teilen viel stärker herüber. Mad Max 1 spielt ja erst kurz nach dem Zerfall der gewohnten Ordnung, deswegen hat das gezeigte Leben noch grobe Züge der bekannten Realität. Und zur Action, wie gesagt, da kannst du eben Rambo, oder auch die Chuck Norris Filme der Zeit daneben legen, die auch nur eine Handvoll Action haben, aber als Genregranaten gelten. Da hat man Mitte der Achtziger dann eine ganze Schippe drauf gepackt, in allen Serien, sowohl Rambo, Rocky, aber eben auch Mad Max.


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 Betreff des Beitrags: Re: MAD MAX - George Miller
BeitragVerfasst: 07.04.2016 18:23 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
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Die Erwartungshaltung, mit der man an einen Film heran geht, spielt bei der abschließenden Beurteilung durchaus eine Rolle. Ist diese hoch, wird es für den Film schwer, ist sie niedrig, ist man schnell zufriedengestellt.

Es kommt dabei auch immer darauf an, WAS man erwartet und nicht nur ob man hohe Erwartungen (Meisterwerk) oder niedrige Erwartungen (Schnarcher) hat.
Ich habe mir weder ein Meisterwerk noch einen Schnarcher erwartet, bin also was das betrifft, neutral an den Film herangegangen.
Bei mir was es einfach so, dass ich mir einen größtenteils endzeitlichen Actionfilm erwartet habe (was MAD MAX ja angeblich sein soll) und dazu vielleicht 10% Nebenhandlung.
Tatsache ist aber, dass bei dem Film die Nebenhandlung (Famiilengeschichte) zur Haupthandlung wird, die Action vielleicht 10% ausmacht und die Atmosphäre, insgesamt gesehen, mich zu keiner Sekunde an etwas apokalyptisches erinnert hat.
So gesehen habe ich mir nicht zuviel sondern einfach etwas komplett anderes erwartet.


Ich empfehle dir die Lektüre dieses Artikels, der den schönen Namen trägt "What modern action films could learn from the original Mad Max":
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Es ist nun nicht so, dass sich einem jedes Werk sofort erschließt. Ich muss mir viele Meisterwerke auch erst erarbeiten. Meist erfolgt dies über zahlreiche Sichtungen. Aber eben auch über das Lesen von Essays, Büchern oder luziden Kritiken.

Vielleicht liefert dir der Artikel ja einen Einstieg.

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Suche:

DER NAME DER ROSE (ARD-HDTV-Fassung), FASSBINDER COLLECTION (Limited Edition/Arrow),

EIN LEBEN FÜR DEN TOD, DIE SUPERSCHNÜFFLER, HOOVER-ICH BIN DER BOSS, EIN DRECKIGER HAUFEN,

BATTLES WITHOUT HONOR AND HUMANITY (The Complete Collection/Arrow), DEEP SPACE (F. O. Ray),

DIE HÖLLENHUNDE (1970) , UNTERNEHMEN STAATSGEWALT, QUEIMADA (TV-Fassung),

IN DIE ENGE GETRIEBEN, OUT OF THE BLUE, JOHNNY MNEMONIC (Turbine).


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